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April 3, 2011

Dalai Lama besorgt um versiegende Wasserquellen in der tibetischen Hochebene

Dalai Lama besorgt um versiegende Wasserquellen in der tibetischen Hochebene

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Veröffentlicht: 18:27, 3. Apr. 2011 (CEST)
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Neu-Delhi (Indien), 03.04.2011 – Der oberste Mönch des tibetischen Buddhismus, der Dalai Lama, ist besorgt um die Wasserreserven Indiens, die aus den Gletschern des tibetischen Hochlandes gespeist werden. Flüsse wie Ganges oder Indus werden vorwiegend aus dem Schmelzwasser dieser Gletscher gespeist und versorgen so Millionen Inder mit dem lebensnotwendigen Trinkwasser. Am Samstag sagte er, bei den tibetischen Gletschern habe ein Prozess schneller Schmelze begonnen. Er bezog sich dabei auf chinesische Experten, denen zufolge sich die tibetischen Gletscher schneller zurückzögen als irgendwo sonst auf der Erde. Der Dalai Lama äußerte sich vor vierhundert Indern anlässlich einer Gedenkfeier für den 2009 verstorbenen ehemaligen indischen Präsidenten R. Venkataraman.

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March 11, 2011

Dalai Lama will kein politischer Führer mehr sein

Dalai Lama will kein politischer Führer mehr sein

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Veröffentlicht: 22:26, 11. Mär. 2011 (CET)
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Tenzin Gyatsom, 2009

Dharmshala (Indien), 11.03.2011 – Der Dalai Lama hat gestern in seiner Erklärung zum 52. Jahrestags des Tibetaufstands seine Absicht bekannt gegeben, seine Funktion als politisches Oberhaupt Tibets nicht mehr auszuüben und die politische Macht ganz an die tibetische Exilregierung zu übertragen.

Tendzin Gyatsho ist der 14. Dalai Lama in der Geschichte Tibets und sowohl das religiöse Oberhaupt Tibets als auch Oberhaupt der tibetischen Exilregierung. Er begründete seine Absicht damit, dass die Zeit jetzt reif sei, die politische Führung ganz in die Hände eines frei gewählten Staatsoberhaupts zu übergeben. Er will formell zu Beginn der nächsten Parlamentsperiode der Exilregierung am 14. März eine Änderung der Verfassung zu diesem Zweck beantragen.

Wolfgang Grader, Vorsitzender der Tibet Initiative Deutschland, die eine der größten Tibet-Unterstützergruppen in Deutschland ist, begrüßte die Ankündigung. Er nannte den Rückzug des Dalai Lama aus der Politik den konsequenten Abschluss des Demokratisierungsprozesses und den Beginn einer neuen Ära in der Geschichte Tibets.

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February 12, 2011

Australien: Geheimdienst richtet Zentrum zur Abwehr von Cyberangriffen ein

Australien: Geheimdienst richtet Zentrum zur Abwehr von Cyberangriffen ein

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Veröffentlicht: 15:19, 12. Mär. 2011 (CET)
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Robert McClelland

Canberra (Australien), 12.02.2011 – Die Australian Security Intelligence Organization (ASIO) hat eine Sondereinheit zur Bekämpfung von Cyber-Angriffen eingerichtet. Der Justizminister Robert McClelland will damit dem Geheimdienst eine Möglichkeit geben, Angriffe anderer Staaten aus dem Internet abzuwehren. Eine enge Zusammenarbeit mit dem australischen Computer Emergency Response Team (CERT) und der Cybersicherheitsstelle des militärischen Geheimdiensts Defence Signals Directorate (DSD) ist geplant.

Grund für die Einrichtung war das 2009 entdeckte „GhostNet“, ein Spionagenetzwerk das 1295 Rechner in 103 Ländern ausgespäht hatte, zahlreiche Daten wurden gestohlen. Das Netzwerk arbeitet hauptsächlich über Rechner in China. Ein Hauptziel waren die Rechner in Büros des Dalai Lama. Ein weiterer Grund die Denial-of-Service-Attacke (DDoS) auf Server der estnischen Regierung im Jahr 2007. Cyber-Angriffe häuften sich und rücken mehr und mehr in den Blick der Öffentlichkeit.

Robert McClelland; „Angesichts solcher massiver Angriffe sowie der terroristischen Bedrohungen für das Netz kann die Regierung nicht die Hände in den Schoss legen. Man wird darauf hinarbeiten, internationale Vereinbarungen für Cyberuntersuchungen zu verbessern. Beschlossene Sache ist der Beitritt zur Cybercrime-Konvention des Europarats“. Diese wurde bereits am 8. November 2001 beschlossen und regelt unter anderem den Datenaustausch zwischen den Ländern zur Abwehr von Cyber-Angriffen.

Erst vor kurzem wurde durch den „Telecommunications Interception and Intelligent Services Act“ die Befugnisse der ASIO bei der Internetüberwachung erweitert.

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May 18, 2008

Besuch des Dalai Lama in Deutschland sorgt weiter für Diskussionsstoff

Veröffentlicht: 20:34, 18. Mai 2008 (CEST)
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Der Mönch Tenzin Gyatso, der 14. Dalai Lama (Archivbild)

Der Mönch Tenzin Gyatso, der 14. Dalai Lama (Archivbild)

Berlin (Deutschland), 18.05.2008 – Der Dalai Lama setzte am Samstag und Sonntag seinen Besuch in Deutschland fort. Heute hielt er in der ausverkauften „Nürnberger Arena“ einen Vortrag, in dem er für Toleranz und Gewaltfreiheit zwischen den Religionen warb. Vor dem Veranstaltungszentrum demonstrierten rund 300 Anhänger der „Western Shugden Society“ gegen den Besuch des Dalai Lama. Auch 150 prochinesische Demonstranten hielten unter dem Motto „Wahrheit über Tibet“ eine Gegenkundgebung ab.

Der für Montag geplante Empfang der Bundesministerin für Entwicklung, Heidemarie Wieczorek-Zeul für den Dalai Lama sorgt innerhalb der SPD für Diskussionen. Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck reagierte verärgert. Becks Aussagen waren jedoch nicht öffentlich gemacht worden, sondern von Journalisten offenbar mitgehört worden. Zu dem SPD-Landesvorsitzenden von Schleswig-Holstein, Ralf Stegner, soll er laut „Welt am Sonntag“ gesagt haben: „Keiner von uns hat gewusst, dass Heidemarie Wieczorek-Zeul den Dalai Lama treffen wollte.“ Für die Äußerungen Becks liegen bisher keine offiziellen Bestätigungen vor.

Bei seinem Auftritt in Nürnberg sagte der Dalai Lama, es sei traurig, dass religiöse Unterschiede oft zu gewaltsamen Konflikten geführt hätten. Wörtlich sagte er: „Wir brauchen all die verschiedenen Religionen, um den Menschen zu dienen, weil auch die Menschen unterschiedlich sind und verschiedene Ziele haben.“ Bereits gestern hatte sich das religiöse Oberhaupt der Tibeter zum Tibetkonflikt geäußert. Er sprach sich erneut für strikte Gewaltlosigkeit aus. Auf diesem „mittleren Weg“ wie der Dalai Lama sein Vorgehen nennt, beruhe auch die internationale Solidarität mit dem tibetischen Volk. Ohne eine einvernehmliche Lösung des Tibetkonflikts werden sich Unruhen wie die zuletzt stattgefundenen alle paar Jahre wiederholen. Seiner Ansicht nach müsse auch China an einer Lösung des Tibetkonflikts gelegen sein. Um von der Welt als „Supermacht“ geachtet zu werden, gehöre auch eine moralische Autorität, nicht nur militärische und wirtschaftliche Stärke. Vorwürfe von offizieller chinesischer Seite, er strebe eine Unabhängigkeit Tibets von China an, wies er erneut zurück. Die tibetische Exilregierung strebe eine Autonomie der Region in Fragen der Kultur, Religion, Sprache und Umwelt an. Der chinesische Botschaftsrat in Berlin, Zhang Junhui, sagte in einem Zeitungsinterview, die Forderung nach Autonomie sei nichts anderes als eine „verdeckte Unabhängigkeitsbestrebung“.

Für den kommenden Montag ist zum Abschluss des Besuchs des Dalai Lama eine Großveranstaltung vor dem Brandenburger Tor in Berlin geplant. Nach Auskunft der Tibet Initiative Deutschland werden dazu rund 15.000 Teilnehmer erwartet. Der Berliner Polizei liegen bisher 5000 Anmeldungen von Teilnehmern vor. Der Dalai Lama wird auf der Veranstaltung etwa 15 Minuten sprechen. Außerdem haben Persönlichkeiten aus Politik und Kultur ihr Kommen zugesagt. Es werden auch zwei deutsche Bands auftreten, „2raumwohnung“ und „Wir sind Helden“.

Am Montag wird Beck mit der Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Wieczorek-Zeul sowie mit Abgeordneten des Außenpolitischen Ausschusses des Deutschen Bundestages zusammentreffen.

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May 16, 2008

Dementi: Merkel nahm keinen Einfluss auf Treffen zwischen dem Dalai Lama und Wieczorek-Zeul

Dementi: Merkel nahm keinen Einfluss auf Treffen zwischen dem Dalai Lama und Wieczorek-Zeul

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Veröffentlicht: 17:23, 16. Mai 2008 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 16.05.2008 – „Die Bundeskanzlerin hat niemanden verpflichtet, den Dalai Lama zu treffen.“ Mit diesen Worten dementierte heute der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg in Berlin Medienberichte vom Donnerstag, wonach die Kanzlerin ein Treffen zwischen dem Dalai Lama und der Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD), arrangiert haben soll. Unter Berufung auf „Regierungskreise“ hatte unter anderem gestern die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, die Kanzlerin habe „höchstpersönlich“ dafür gesorgt, „dass das religiöse Oberhaupt der Tibeter doch von einem Regierungsmitglied empfangen wird“. Das hatte für Verstimmung in der großen Koalition gesorgt, da offenbar weder das Auswärtige Amt noch die SPD-Fraktion von dem geplanten Treffen am kommenden Montag unterrichtet waren. Ein Außenamtssprecher erklärte heute in Berlin: „Fakt ist, dass der Minister vorab nicht informiert war.“ Erst nachdem das Treffen feststand, habe es ein Telefonat zwischen den beiden Staatssekretären der betroffenen Ministerien gegeben. Nach den Worten des Regierungssprechers habe Wieczorek-Zeul von sich aus Interesse am Zustandekommen eines Treffens mit dem Dalai Lama bekundet. Ein Sprecher des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, dem Wieczorek-Zeul vorsteht, äußerte sich gegenüber Spiegel Online: „Es ist bekannt, dass die Ministerin Termine nur wahrnimmt, wenn sie sie auch wahrnehmen möchte. Und sie lässt sich von niemanden schicken.“ Das Ministerium gab außerdem bekannt, als Ort des Treffens mit dem Dalai Lama sei das Berliner „Hotel Adlon“ vorgesehen. Die chinesische Botschaft protestierte gegen das Treffen.

Gestern war der Bundesaußenminister wegen seiner ablehnenden Haltung gegenüber einem Zusammentreffen mit dem Dalai Lama während dessen Besuchs in Deutschland erneut von CDU-Politikern kritisiert worden. In einer ZDF-Fernsehsendung am Donnerstagabend hatte der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Norbert Röttgen (CDU), dem Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) vorgeworfen, dieser wolle in seiner Partei „so etwas wie eine Kontaktsperre bis in Peinlichkeiten hinein“ durchsetzen. Den Bundespräsidenten Horst Köhler nahm der CDU-Politiker dagegen in Schutz. Dieser hatte ebenfalls ein Treffen mit dem Dalai Lama abgelehnt. Röttgen sagte dazu: „Ich glaube, dass der Bundespräsident wegen seiner Rolle, die er in unserer Verfassung hat, Zurückhaltung übt.“

Wie der Stern in seiner Onlineausgabe berichtet, verfolgt der Bundesaußenminister bezüglich des Dalai Lama eine andere Strategie. Steinmeier habe sich, so wurde am Rande seines gegenwärtigen Besuches in St. Petersburg bekannt, intensiv für die Aufnahme eines Dialoges zwischen der chinesischen Führung und dem Dalai Lama eingesetzt. Dabei habe er seine Vermittlung angeboten. Vom chinesischen Außenminister Yang Jiechi seien daraufhin positive Signale bezüglich einer größeren Dialogbereitschaft ausgegangen. Dem Dalai Lama habe Steinmeier angeboten, bei der „Vermittlung und Begleitung“ der Gespräche in China unterstützend tätig zu sein. Diese durch stille Diplomatie erreichten Erfolge dürften nun nicht durch „unbedachte Aktionen“ zunichte gemacht werden.

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May 15, 2008

Dalai Lama in Deutschland eingetroffen

Dalai Lama in Deutschland eingetroffen – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Dalai Lama in Deutschland eingetroffen

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Veröffentlicht: 22:03, 15. Mai 2008 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 15.05.2008 – Der tibetische Mönch Tenzin Gyatso, bekannter als der „Dalai Lama“, traf am Donnerstag früh auf dem Frankfurter Flughafen zu einem fünftägigen Besuch in Deutschland ein. Hier wurde er zunächst von dem hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch in Empfang genommen.

Bei seiner Ankunft in Deutschland wiederholte der Dalai Lama die bereits mehrfach vorgetragene Forderung der Tibeter nach mehr Autonomie. Den Vorwurf der chinesischen Regierung, er wolle eine Loslösung Tibets von China, wies er erneut zurück. Ziel der bereits begonnenen Gespräche mit der chinesischen Führung sei aus seiner Sicht die Gewährung eines Autonomie-Statuts, das mehr kulturelle und religiöse Freiheiten für Tibet enthält.

Der Dalai Lama war bereits 20-mal in Deutschland. Der gegenwärtige Besuch steht jedoch unter besonderer Beachtung der politischen Öffentlichkeit, da er in einer Zeit stattfindet, da China wegen seiner Tibetpolitik unter heftiger Kritik der internationalen Gemeinschaft steht. In den chinesischen Massenmedien wird der Dalai Lama – das im indischen Exil lebende religiöse Oberhaupt der Tibeter – als eine Art Staatsfeind betrachtet, der für die zum Teil blutigen Unruhen im März in Tibet direkt verantwortlich gemacht wird. Bereits der Empfang des Dalai Lama im September durch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte für kurzfristige Verstimmungen in den deutsch-chinesischen Beziehungen gesorgt. Auch jetzt machte die chinesische Regierung unmissverständlich klar, dass sie einen Empfang des Dalai Lama durch ein Mitglied der deutschen Bundesregierung als Affront ansieht. Die chinesische Botschaft warnte die Bundesregierung, „die Ein-China-Politik strikt einzuhalten, damit eine stabile Entwicklung der bilateralen Beziehungen möglich bleibt“. Überhaupt betrachtet man seitens der chinesischen Staatsführung eine Einreiseerlaubnis für den Dalai Lama als Belastung der Beziehungen. Der chinesische Botschafter intervenierte auch direkt gegen ein geplantes Treffen des Dalai Lama mit Parlamentariern des Deutschen Bundestages.

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatte ein Treffen mit dem Dalai Lama absagen lassen. Eine Absage aus Termingründen kam auch vom deutschen Bundespräsidenten, Horst Köhler. CDU-Politiker forderten dagegen öffentlich einen Empfang des Dalai Lama durch einen Vertreter der Bundesregierung und kritisierten die Haltung Steinmeiers. Unterstützung für die Haltung Steinmeiers kam vom Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, Günter Nooke (CDU), der in einem Zeitungsinterview die Kritik, der Außenminister unterstütze das Anliegen der Tibeter nicht ausreichend, mit den Worten zurückwies, „aus dem Umstand, dass er dies nicht tut, zu folgern, der Außenminister unterstütze die tibetischen Anliegen nicht, wird seinen Bemühungen nicht gerecht“. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel kommt dieses Mal jedoch nicht als Gesprächspartnerin in Frage, da sie sich zu Staatsbesuchen in Südamerika aufhält. Dennoch scheint sie darauf Einfluss genommen zu haben, dass trotz ihrer Abwesenheit ein Mitglied der Bundesregierung mit dem tibetischen religiösen Führer zusammentrifft. Am Montag ist ein Treffen mit der deutschen Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD), vorgesehen. Die SPD reagierte verstimmt. Das Treffen sei ohne Wissen des deutschen Bundesaußenministers und auch ohne Information der SPD-Bundestagsfraktion zustande gekommen. Auch der SPD-Verteidigungsexperte Jörn Thießen übte scharfe Kritik an dem Treffen mit Wieczorek-Zeul. Er bezeichnete es als „einen schweren Fehler der deutschen Außenpolitik“.

Das Zusammentreffen der Ministerin Wieczorek-Zeul begrüßte der hessische Ministerpräsident Roland Koch vor diesem Hintergrund dagegen ausdrücklich: „Es ist wichtig, dass die Bundesregierung damit klarstellt, dass das nachhaltige Interesse der Bundesregierung an der derzeitigen Situation in Tibet nicht in Frage gestellt wird.“

Nach seinem Zusammentreffen mit dem hessischen Ministerpräsidenten traf der Dalai Lama in Bochum mit dem Präsidenten des Deutschen Bundestages, Norbert Lammert (CDU), und später mit dem Ministerpräsidenten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, Jürgen Rüttgers, zusammen. Die Regierungschefs der beiden Bundesländer, Hessen und Nordrhein-Westfalen, betonten nach den Gesprächen die Wichtigkeit des begonnenen Dialoges der chinesischen Führung mit Vertretern der Exilregierung.

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April 29, 2008

Tibetkonflikt: Volksgericht verhängt Haftstrafen wegen Beteiligung an Aufruhr

Tibetkonflikt: Volksgericht verhängt Haftstrafen wegen Beteiligung an Aufruhr

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Veröffentlicht: 20:51, 29. Apr. 2008 (CEST)
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Lhasa (Volksrepublik China), 29.04.2008 – Ein chinesischer Volksgerichtshof verhängte heute weitere zum Teil langjährige Haftstrafen gegen Beteiligte an den anti-chinesischen Protesten vom 14. März des Jahres. Damit steigt die Zahl der wegen gewaltsamer Ausschreitungen im Zusammenhang mit diesen Protesten Verurteilten auf insgesamt 30, meldet die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua.

Das Strafmaß der verhängten Strafen bewegt sich dabei zwischen drei Jahren und lebenslänglich. Ein Mönch namens Basang wurde zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt. Der tibetische Mönch aus dem Kreis Doilungdêqên in Tibet soll zehn weitere Menschen, darunter fünf Mönche dazu angestiftet haben, den Sitz der Lokalregierung zu zerstören sowie elf Geschäfte niederzubrennen oder kaputt zu schlagen. Außerdem sollen Polizisten auf sein Geheiß angegriffen worden sein. Zwei der beteiligten Mönche seien zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden, die anderen drei erhielten eine Strafe von 15 Jahren Gefängnis.

Nach Angaben der chinesischen Nachrichtenagentur sind bei den Unruhen im März in Lhasa fünf Krankenhäuser und 120 Häuser angezündet worden. 908 Geschäfte wurden demzufolge geplündert. Den Gesamtschaden beziffert die Nachrichtenagentur auf 244 Millionen Yuan oder 35 Millionen US-Dollar.

Bei den gewaltsamen Demonstrationen waren über tausend Menschen festgenommen worden (nach chinesischen Angaben gab es nur 400 Festnahmen). Das harte Vorgehen der chinesischen Behörden hatte zu weltweiten Protesten geführt. Bei dem internationalen olympischen Fackellauf war es zu zahlreichen anti-chinesischen Störaktionen von Exiltibetern und anderen gekommen.

Die Hoffnungen auf Aufnahme eines Dialogs zwischen der chinesischen Führung und dem religiösen Oberhaupt der Tibeter, dem Dalai Lama, bestätigten sich bisher nicht. Nach der Ankündigung einer Dialogbereitschaft von chinesischer Seite gibt es bisher keinerlei zeitliche Festlegungen für ein entsprechendes Gespräch. Am letzten Freitag hatte Xinhua gemeldet, es werde „in den nächsten Tagen Kontakt und Konsultationen mit dem privaten Vertreter“ aufgenommen. Die Angriffe auf den Dalai Lama, der in den chinesischen Medien immer als Führer der „Dalai Clique“ bezeichnet wird, wurden in den chinesischen Medien weiter fortgesetzt. Die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Jiang Yu, sagte heute: „Wir hoffen, der Dalai Lama und seine Anhänger werden diese Gelegenheit wertschätzen [und] in Anbetracht der Situation ihre Position verändern und konkrete Schritte unternehmen gewaltsame Verbrechen und andere Aktivitäten zu stoppen, die auf die Störung der Olympischen Spiele in Peking und die Spaltung des Vaterlandes abzielen um Bedingungen für weitere Konsultationen zu schaffen […].“ Die tibetische Exilregierung wies die Anschuldigungen der chinesischen Führung in Bezug auf die Haltung des Dalai Lama zu den Olympischen Spielen zurück. „Wir sabotieren die Spiele nicht“, sagte ein Sprecher des Dalai Lama. Im Gegenteil sei der Dalai Lama der Meinung, China verdiene diese Spiele.

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April 12, 2008

China weist Aufforderung zum Dialog mit dem Dalai Lama zurück

China weist Aufforderung zum Dialog mit dem Dalai Lama zurück

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Veröffentlicht: 22:20, 12. Apr. 2008 (CEST)
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Sanya (Volksrepublik China), 12.04.2008 – Der chinesische Staatspräsident Hu Jintao hat anlässlich eines Zusammentreffens mit dem australischen Premierminister Kevin Rudd am Samstag in Sanya, einer Stadt in der im Süden Chinas gelegenen Provinz Hainan, die von westlichen Politikern und Institutionen erhobene Aufforderung zum Dialog mit dem religiösen Oberhaupt der Tibeter, dem Dalai Lama, erneut zurück gewiesen. Zwar sei man prinzipiell zu dem Dialog bereit, zuvor müsse der Dalai Lama jedoch damit aufhören, „zur Gewalt aufzustacheln“, „die Olympischen Spiele in Peking zu sabotieren“ und „das chinesische Mutterland spalten“ zu wollen. Die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua zitierte ihn außerdem mit den Worten: „Unser Konflikt mit der Dalai Clique ist kein ethnisches Problem, kein religiöses Problem, noch ein Menschenrechtsproblem.“ Es gehe stattdessen um die Frage, ob die nationale Einheit Chinas geschützt werde oder zuzulassen, das Land zu spalten.

Eine Resolution des Europaparlaments in Straßburg, in der eine Entscheidung zur Teilnahme an der Olympia-Eröffnungsfeier in Peking von der Bereitschaft Chinas zum Dialog mit dem Dalai Lama abhängig gemacht worden war, führte zu einer harschen Reaktion der chinesischen Führung. Die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Jiang Yu, wies die Resolution des Europaparlaments als Einmischung in die inneren Angelegenheiten Chinas zurück. Peking sei darüber entrüstet und bewertete die Resolution als „unverschämt“.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte unterdessen an, sie werde sicher ein weiteres Mal mit dem tibetischen religiösen Führer, dem Dalai Lama, zusammentreffen, wenn auch nicht bei seinem Aufenthalt im Mai in Deutschland, wo ein Treffen aus terminlichen Gründen nicht möglich sei. Den Empfang des Dalai Lama im September des vergangenen Jahres im Bundeskanzleramt verteidigte sie ausdrücklich noch einmal in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Dies sei eine Frage des Umgangs mit dem Thema Menschenrechte. Der Präsident des Deutschen Bundestages, Norbert Lammert (CDU), hat angekündigt, an einem Zusammentreffen mit dem Dalai Lama im Mai trotz Kritik von chinesischer Seite festzuhalten.

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March 30, 2008

Erneut Proteste in Tibet – Klöster abgeriegelt

Erneut Proteste in Tibet – Klöster abgeriegelt

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Veröffentlicht: 13:27, 30. Mär. 2008 (CEST)
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Jokhang-Kloster in Lhasa

Lhasa (Volksrepublik China), 30.03.2008 – Angaben der tibetischen Exilregierung in Indien zufolge fanden gestern in Tibet erneut Massendemonstrationen statt, die von den Klöstern in Lhasa ausgingen. Demzufolge sollen sich am Samstag gegen 14 Uhr (Ortszeit Tibet) in der Nähe des Ramoqê-Tempels und des Jokhang-Klosters in der Altstadt von Lhasa Menschen versammelt haben, die dann zu einer Demonstration aufbrachen. Innerhalb kürzester Zeit sollen sich dann tausende (nach anderen Quellen mehrere hundert) Menschen dem Zug angeschlossen haben. Anderen Berichten zufolge sollen die genannten Klöster sowie Teile der Altstadt Lhasas danach von Polizeikräften abgeriegelt worden sein.

Journalisten haben zurzeit große Schwierigkeiten, an neutrale Informationen über die Situation in Tibet zu gelangen, weil die chinesische Regierung eine Berichterstattung aus der Region durch die Sperrung der gesamten Region für Ausländer erschwert. Die vorhandenen Quellen von Exil-Tibetern sind nur schwer oder gar nicht nachprüfbar.

Am 29. März wurde der Presseagentur UPI zufolge einer Gruppe von ausländischen Diplomaten in Begleitung chinesischer Behördenvertreter erlaubt, Tibet zu bereisen. Am 27. März war ausgewählten Journalisten auch eine geführte Besichtigung von Lhasa erlaubt worden. Dabei war es einer Gruppe von 30 Mönchen gelungen, zu den Journalisten vorzudringen. Sie beklagten sich über die Unterdrückung ihrer Religion. Die chinesischen Behörden wollten, so die Internationale Kampagne zur Rettung Tibets, durch diese Besichtigung Lhasas nachweisen, dass die Lage unter Kontrolle sei. Den Angaben der Organisation zufolge sollen einige Klöster buddhistischer Mönche im Zentrum Lhasas von der Versorgung mit Wasser und Nahrungsmitteln abgeschnitten sein.

Das religiöse Oberhaupt der Tibeter, der im Exil lebende Dalai Lama, klagte die chinesische Regierung gestern erneut des „kulturellen Völkermords“ an. Durch die gezielte Ansiedlung von Chinesen in Tibet sollten die Tibeter in ihrem eigenen Land zur Minderheit gemacht werden. In der tibetischen Hauptstadt Lhasa lebten seinen Angaben zufolge zurzeit 100.000 Tibeter, aber doppelt so viele Chinesen. Für die Zeit nach den Olympischen Sommerspielen in Peking erwarte er eine Umsiedlung von einer weiteren Million Chinesen nach Tibet.

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March 24, 2008

Tibet: Zunehmende Schärfe im Dialog Chinas mit dem Westen

Tibet: Zunehmende Schärfe im Dialog Chinas mit dem Westen

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Veröffentlicht: 16:45, 24. Mär. 2008 (CET)
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Chengdu (Volksrepublik China), 24.03.2008 – Einen Tag vor der Entzündung des Olympischen Feuers hat der Disput zwischen China und dem Westen zu den Auseinandersetzungen in Tibet an Schärfe zugenommen.

Die Parteizeitung der chinesischen Kommunisten, Renmin Ribao, beschuldigte den Dalai Lama der Geiselnahme Tibets, um im Vorfeld der Olympischen Spiele China zu einem Einlenken in der Tibetfrage zu nötigen. Weiter wurde das geistliche Oberhaupt Tibets durch das Zentralorgan der chinesischen KP der Lüge bezichtigt. Die „Dalai-Clique“ habe die Unruhen in Lhasa organisiert und plane in der Region Xinjiang in Zusammenarbeit mit den dortigen moslemischen Separatisten Terroranschläge.

Der Dalai Lama beteuerte am Sonntag in Neu-Delhi seine Unterstützung der Olympischen Spiele. Mehr als 1.000 Sicherheitskräfte werden das antike Olympia abriegeln, um eine Störung der Zeremonie zur Entzündung der Olympischen Flamme zu verhindern. Vor den Spielen in Peking soll die Flamme 20 Staaten besuchen. Eine thailändische Umweltaktivistin zog sich von der Teilnahme an dem Staffellauf zurück und bezeichnete dies als ein Signal, dass „die Weltgemeinschaft die Aktionen [Chinas] nicht akzeptiere“. Ma Ying-jeou, der designierte Präsident Taiwans, deutete an, „keine Athleten zu den Spielen zu schicken“, wenn sich die Lage in Tibet verschlechtern sollte.

Der Präsident des IOCs, Jacques Rogge, sieht in den Olympischen Spielen in Peking eine Chance. Rogge bezeichnete die Olympischen Spiele als „einen Katalysator für den Wechsel“. Auch wenn das Internationale Olympische Komitee besorgt über die Vorgänge in Tibet sei, ist es nach den Worten Rogges unpolitisch. Die Olympischen Spiele beginnen am 8. August 2008.

Nancy Pelosi, die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, traf am Karfreitag mit dem Dalai Lama zusammen. Pelosi wurde deswegen von der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua scharf kritisiert. In dem Kommentar wird Pelosi der Doppelmoral beschuldigt.

Nach offiziellen chinesischen Angaben wurden im Verlauf der Unruhen in Tibet 22 Menschen getötet. Die Exilregierung spricht von 99 Toten. In der Provinz Gansu sind nach Angaben von Xinhua bei Ausschreitungen vor einer Woche 94 Personen verletzt worden.

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