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November 28, 2006

Kolpingwerk kündigt langjährigen Mitarbeiter, weil er schwul ist

Kolpingwerk kündigt langjährigen Mitarbeiter, weil er schwul ist

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Artikelstatus: Fertig 13:38, 28. Nov. 2006 (CET)
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Limburg an der Lahn (Deutschland), 28.11.2006 – Das katholische Kolpingwerk der Diözese Limburg hat einen langjährigen Mitarbeiter fristlos gekündigt. Anlass für die Kündigung war das Bekanntwerden eines Chatprofils des Mitarbeiters für Schwule im Internet. Die katholische Kirchenleitung ist, wie die fristlose Kündigung des Kolpingwerkes in Limburg zeigt, der Ansicht, dass bei Bekanntwerden der homosexuellen Identität eines Mitarbeiters eine weitere Anstellung bei katholischen Stellen nicht hinnehmbar ist. Die katholische Kolpingsleitung in Limburg erwartet, dass Angestellte auch im Privatleben ihre Identität unterdrücken und beruft sich auf den Tendenzschutz und Sonderstatus von Kirchen als Arbeitgeber.

Der Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) erklärte zur Kündigung: „Wir sind entsetzt über die unbarmherzige Haltung der Leitung des Kolpingwerkes, die einen verdienstvollen Mitarbeiter kündigt, nur weil dieser schwul ist.“ Der Lesben- und Schwulenverband hat dazu aufgerufen, sich bei Herrn Wolfgang Aumüller, dem Vorsitzenden des Kolpingwerks der Diözese Limburg, zu beschweren.

Im Gegensatz zur katholischen Kirchenleitung müssen bei den Landeskirchen der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) homosexuelle Mitarbeiter keine arbeitsgerichtliche Kündigung fürchten. Die Bischöfe der EKD in Deutschland haben bereits vor Jahren ein Papier zum Umgang mit homosexuellen Mitarbeitern verfasst, wonach diese weder aufgrund ihrer sexuellen Identität gekündigt noch in sonstiger Weise diskriminiert werden dürfen. Auch bei den Angestellten und Arbeitern in der Privatwirtschaft sowie im öffentlichen Dienst ist eine Kündigung aufgrund der sexuellen Identität in den Staaten der Europäischen Union unzulässig und verstößt gegen die europäischen Richtlinien zur Antidiskriminierung.

Der betroffene Mitarbeiter des Kolpingwerkes in Limburg hat arbeitsgerichtliche Schritte eingeleitet und Klage gegen die fristlose Kündigung erhoben. Der Richter des Verfahrens setzte einen Kammertermin für Mitte April 2007 an.

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Quellen

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September 15, 2006

Gefahrgutunfall auf der A3 bei Limburg

Gefahrgutunfall auf der A3 bei Limburg – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Gefahrgutunfall auf der A3 bei Limburg

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Artikelstatus: Fertig 00:48, 15. Sep. 2006 (CEST)
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Limburg an der Lahn (Deutschland), 15.09.2006 – Ein Gefahrgutunfall auf der A3 bei Limburg (Hessen) am Morgen des 5. September 2006 führte zu einem Verkehrschaos.

Ein LKW einer Spedition aus Dannstadt (Rheinland-Pfalz) transportierte zwölf Fässer mit je 200 Litern des hochgiftigen und explosiven Solvenon sowie ein für Wasserorganismen hochgiftiges Granulat von Belgien nach Bischofsheim im Kreis Groß-Gerau. Dabei war sein Fahrzeug nicht mit dem vorgeschriebenen Gefahrguthinweis versehen. Eigenen Angaben zufolge wusste der 41-jährige Fahrer auch nichts von der Gefährlichkeit seiner Ladung.

Nachdem der Fahrer den Brand seines Aufliegers bemerkt hatte, hielt er auf der Lahnbrücke und alarmierte die Feuerwehr. Sechs der Fässer mit dem Solvenon explodierten nach Polizeiangaben. Das mit dem giftigen Granulat verseuchte Wasser gelangte ins Erdreich und in die Lahn, da das Gefahrgut für die Feuerwehr zunächst nicht erkennbar war. Was den Brand auslöste, war zunächst ungeklärt. Vermutlich erhitzten sich die Bremsen während der Fahrt so stark, dass sich der Auflieger entzündete.

Die Untere Wasserbehörde Limburg rief Gewässeralarm aus. Die Lahn wurde für die Schifffahrt gesperrt, auch Baden und Angeln war verboten.

An der Einsatzstelle bildete sich vorübergehend ein 20 Kilometer langer Stau bis nach Montabaur. Eine Gefährdung für die Bevölkerung bestand angeblich nicht. Dennoch wurden die Anwohner angehalten, ihre Fenster und Türen geschlossen zu halten. Der Sachschaden wurde auf 100.000 Euro beziffert.

Der Spedition droht nun eine hohe Geldstrafe wegen des fehlenden Hinweises auf den Gefahrstoff.

Quellen

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