Gefangenenrevolte in argentinischem Gefängnis

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Córdoba (Argentinien), 11.02.2005 – In einem Hochsicherheitsgefängnis im argentinischen Córdoba haben meuternde Gefängnisinsassen etwa 25 Wärter als Geiseln genommen. Auch der Gefängnisdirektor befindet sich in der Gewalt der Häftlinge.

Nach Angaben eines Polizeisprechers wird damit gedroht, die Geiseln zu töten. Die Aufständischen wollen mit der seit Donnerstagnachmittag (Ortszeit) andauernden Meuterei bessere Haftbedingungen sowie geringere Freiheitsstrafen erzwingen. Die Gefängnisanstalt wurde für etwa 700 Häftlinge gebaut, aktuell befinden sich rund 2.000 Insassen im Gefängnis. Ähnliche Zustände herrschen auch in anderen Gefängnissen des Landes. Der Bürgermeister von Córdoba, der zweitgrößten Stadt Argentiniens, Luis Juez, gestand ein, dass die Zustände im Gefängnis „inhuman“ seien.

Bisher sollen bei der Gefangenenrevolte mindestens acht Menschen getötet und etwa 30 verletzt worden sein. Die Gefangenen hatten die Waffenkammer des Gefängnisses geplündert und sich Schießereien mit der Polizei geliefert. Inzwischen wurde mit der Freilassung einzelner Geiseln begonnen.

Ein großes Aufgebot an Soldaten und Polizisten hat das Gelände abgeriegelt. Außerdem wurde die Stromversorgung des Gefängnisbaus unterbrochen. Vor dem Gefängnis haben sich Angehörige der Häftlinge versammelt.

Am Freitagabend (Ortszeit) sagte Polizeichef Jorge Rodríguez, die Haftanstalt sei unter Kontrolle, niemand leiste derzeit Widerstand.

Quellen