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December 28, 2012

Banken bleiben bei niedrigen Zinsen

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Veröffentlicht: 13:14, 28. Dez. 2012 (CET)
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Die Europäische Zentralbank in Frankfurt am Main

Frankfurt am Main (Deutschland), 28.12.2012 – Anfang Dezember hatten viele Banken ihre Zinsen weiter gesenkt. So werden seit 7. Dezember die Guthaben auf Tagesgeldkonten bei Cortal Consors, die mit 1,1 Millionen Kunden nach eigenen Angaben eine der größten Direktbanken Europas ist, statt mit 1,25 nur noch mit 1 Prozent jährlich verzinst. Zahlreiche Banken haben den Zinssatz für Tagesgeld unter 1 Prozent gesenkt. Der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) beträgt seit 5. Juli diesen Jahres 0,75 Prozent und erreichte damit ein historisches Tief. Eine Veränderung dieses Leitzinses ist jedoch nicht geplant.

Viele Kreditinstitute versuchen neue Kunden mit einem zeitlich befristeten höheren Zinssatz zu werben. ING-Diba, die größte Direktbank Deutschlands, bietet für Neukunden sechs Monate lang 1,75 Prozent. Die Norisbank – in ihrer Gründerzeit Vorreiter bei Guthabenzinsen für Privatgirokonten – wirbt mit einer Sparcard zu 0,25 Prozent und einer Mindesteinlage von 1 Euro. Dieses Modell ist ähnlich wie das der Postbank. Mit der Sparcard kann an allen Geldautomaten der Cash Group über das Guthaben verfügt werden.

Höhere Zinsen gibt es ansonsten nur beim Festgeld, wobei ein Mindestbetrag für mehrere Monate, manchmal sogar für Jahre angelegt werden muss. Bei der Werbung um Kunden versuchen sich im deutschsprachigen Raum auch ausländische Kreditinstitute zu profilieren: So die Direktbank VTB mit Sitz in Frankfurt am Main, Muttergesellschaft ist die österreichische VTB Bank (Austria) AG, die zum zweitgrößten russischen Bankenkonzern VTB gehört, oder die türkische Denizbank, die ebenfalls über eine österreichische Tochtergesellschaft im Internet wirbt und seit 2012 zu 99,85 % im Eigentum des russischen Bankenkonzerns Sberbank ist.

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September 22, 2012

Euro-Krise: Mehr Kontrollen und Zinsbremse für Staatsanleihen

Euro-Krise: Mehr Kontrollen und Zinsbremse für Staatsanleihen

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Veröffentlicht: 14:02, 22. Sep. 2012 (CEST)
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Zwecks Rettung des Euro soll den Banken mehr auf die Finger geschaut werden

Straßburg (Frankreich), 22.09.2012 – Vor dem Hintergrund der hohen Staatsverschuldung in einigen Ländern der Eurozone prüft die Europäische Zentralbank (EZB) die Einführung einer Höchstgrenze bei Zinsen für Staatsanleihen. Sie will zunächst Zinsschwellen für jedes Land festlegen. Sobald diese Schwelle überschritten wird, sollen Maßnahmen ergriffen werden. Diese Maßnahmen können im Ankauf der Staatsanleihen des betreffenden Landes bestehen, um zu verhindern, dass die Zinsen von Spekulanten weiter nach oben getrieben werden. Den Leitzins für Banken, der seit 1999 auf einem Rekordtief von 0,75% liegt, wollte die EZB jedoch nicht weiter senken.

Vor einer Woche kündigte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso weitreichende Kontrollen über die rund 6000 Banken in der Eurozone an. Die Eingriffsrechte einer europäischen Bankenaufsicht sollen langfristig so weit gehen, dass im äußersten Fall ein Entzug der Bankenlizenz erfolgen kann. Ein erster Schritt zu dieser Bankenüberwachung ist ab 1. Januar 2013 seitens der EZB als zuständige Währungsbehörde geplant. Dabei gilt das Augenmerk vor allem den Geldinstituten, die ihre Staaten in die Schuldenfalle ziehen, beispielsweise in Spanien. „Wir wollen den Teufelskreis aus Banken und Staaten brechen“, erklärte Barroso dazu. Allerdings müssen alle betroffenen Staaten dem Vorhaben noch zustimmen. Bei einem Treffen der europäischen Finanzminister auf Zypern wurde das Thema drei Stunden lang beraten.

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September 11, 2012

Bank ohne Zinsen: Erste Islam-Bank kommt nach Deutschland

Bank ohne Zinsen: Erste Islam-Bank kommt nach Deutschland

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Veröffentlicht: 09:47, 11. Sep. 2012 (CEST)
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Frankfurt am Main (Deutschland), 11.09.2012 – Die Istanbuler Bank Kuveyt Türk will eine Niederlassung in Deutschland gründen. Damit wird erstmals ein Kreditinstitut auf deutschem Boden nach Scharia-Recht arbeiten und keine Zinsen berechnen. Nach der Scharia – dem religiösen Gesetz des Islam – und der strengen Auslegung des Koran sind Zinsen verboten. Das Islamische Bankwesen schließt zudem finanzielle Beteiligungen an Pornografie, Prostitution und der Herstellung von Alkohol aus. Damit könnten bestimmte Branchen, Berufsgruppen, Firmen und Privatpersonen von Bankgeschäften ausgeschlossen werden.

In anderen Ländern Europas gibt es bereits islamische Banken. In England seit September 2004, in der Schweiz seit Oktober 2006. Weltweit gibt es rund 300 Institute in 51 Ländern. Das größte ist die 1975 gegründete Islamische Entwicklungsbank.

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  • Verbraucherministerium: Zinsen für Dispokredite sollen begrenzt werden (16. September 2012)

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September 8, 2012

Politische Forderungen zur Höchstgrenze bei Zinsen

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Frankfurt am Main (Deutschland), 08.09.2012 – Vor dem Hintergrund der hohen Staatsverschuldung in einigen Ländern der Eurozone prüft die Europäische Zentralbank die Einführung einer Höchstgrenze bei Zinsen für Staatsanleihen. Sie will zunächst Zinsschwellen für jedes Land festlegen. Sobald diese Schwelle überschritten wird, sollen Maßnahmen ergriffen werden. Diese Maßnahmen können im Ankauf der Staatsanleihen des betreffenden Landes bestehen, um zu verhindern, dass die Zinsen von Spekulanten weiter nach oben getrieben werden. Den Leitzins für Banken, der seit 1999 auf einem Rekordtief von 0,75% liegt, will die EZB jedoch nicht weiter senken.

In Deutschland untersucht das Bundesministerium für Verbraucherschutz gesetzliche Möglichkeiten zur Begrenzung der Zinssätze. Nach Auskunft der Verbraucherzentrale in Bremen liegen die Zinsen für Dispositionskredite durchweg bei 10 % und mehr. Dies bedeutet bei einem angelegten Kapital mit Zins und Zinseszins eine Verdoppelung des ursprünglichen Betrages innerhalb von sieben Jahren. Nach 14 Jahren wäre das Kapital dann auf das Vierfache angewachsen. Spitzenreiter ist die Targobank mit 14,41 % beim Dispositionskredit. Die Commerzbank berechnet bei Kontoüberziehungen, die den Dispositionsrahmen übersteigen, sogar 18,74 %. Demgegenüber ist das Zinsniveau für Sparer und Geldanleger weitaus niedriger. Irmgard Czarnecki, Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale Bremen, erklärte dazu: „Tatsache ist, dass die Kreditinstitute sich noch nie so günstig Geld leihen konnten wie heute, diesen Vorteil aber nicht an die Verbraucher weitergeben. Nur eine gesetzliche Deckelung kann diese Abzocke beenden.“

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July 7, 2012

Finnland: Bankenhilfen könnten Anleihengläubiger Spaniens benachteiligen

Finnland: Bankenhilfen könnten Anleihengläubiger Spaniens benachteiligen

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Veröffentlicht: 01:04, 7. Jul. 2012 (CEST)
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Die Flagge der EU

Helsinki (Finnland), 07.07.2012 – Finnland äußerte sich kritisch zu einem Beschluss des EU-Gipfels zur Schuldenkrise. Dabei geht es um die Frage, ob bisherige Gläubiger des iberischen Staates durch die geplanten Finanzhilfen benachteiligt werden oder nicht. Martti Salmi vom finnischen Finanzministerium kritisierte am Mittwochabend, dass in der Abschlusserklärung des Gipfels die entsprechende Passage unvollständig sei. Die über den spanischen Rettungsfonds fließenden und damit die spanischen Staatsschulden erhöhenden Bankenhilfen könnten teilweise vorrangig gegenüber anderen Staatsschulden behandelt werden. Wie Salmi sagte, würde dies zumindest dann gelten, wenn sie direkt vom Rettungsschirm ESM ausgezahlt werden.

Am Ende der vergangenen Woche erklärten die Staats- und Regierungschefs nach ihrer Zusammenkunft, dass der temporäre Rettungsfonds EFSF die Finanzhilfen für die spanischen Banken auszahlen soll, solange der ESM noch Zahlungsunfähig ist. Später sollen die Hilfen auf den permanenten Schirm übertragen werden, jedoch ohne vorrangige Behandlung. Die Vorrangigkeit ist für die privaten spanischen Gläubiger entscheidend und ist daher eine sehr wichtige Frage. Grundsätzlich gilt: Je größer der Anteil vorrangiger Forderungen an der Staatsverschuldung, desto größer stellt sich das Verlustrisiko für private Anleihegläubiger dar.

Wichtige Beschlüsse des EU-Gipfels werden von finnischer Seite aus nun das zweite mal stark kritisiert. Bei der Frage, ob es dem ständigen Rettungsschirm ESM gestattet sein solle, wie geplant Staatsanleihen direkt anzukaufen, wurden vor gar nicht langer Zeit gemeinsam von Seiten der Niederlande und Finnland aus Bedenken geäußert. Die Renditen und damit die Refinanzierungskosten von durch Krisen geschwächten EU-Staaten sollen im Notfall dadurch gedrückt werden.

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January 9, 2012

Erstmals in der deutschen Geschichte: Der Staat verdient beim Schuldenmachen

Erstmals in der deutschen Geschichte: Der Staat verdient beim Schuldenmachen

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Veröffentlicht: 21:03, 9. Jan. 2012 (CET)
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Deutsche Bundesbank

Frankfurt am Main (Deutschland), 09.01.2012 – Die Frankfurter Bundesfinanzagentur verkaufte heute Schatzanweisungen mit einer Laufzeit von sechs Monaten im Volumen von 3,9 Milliarden Euro. Das Außergewöhnliche daran: Die Rendite lautet auf minus 0,0122 Prozent.

Länder wie Griechenland, Italien und Portugal zahlen wegen der Euroschuldenkrise hohe Zinsen und haben Probleme, sich Geld am Kapitalmarkt zu besorgen. In Deutschland nehmen Geldgeber sogar in Kauf, negative Zinsen zu bekommen. So viel ist ihnen eine sichere Geldanlage wert. UniCredit-Experte Kornelius Purps: „Man hat sich lange nicht vorstellen können, dass es einmal soweit kommt.“ ING-Analystin Emelia Sithole-Matarise: „Geld wird in Deutschland geparkt, weil es innerhalb der Euro-Zone derzeit der sicherste Platz ist.“

Die Banken untereinander trauen sich nicht mehr und leihen sich gegenseitig kaum noch Geld. Das Risiko von Bankenpleiten wird als hoch eingeschätzt. Das Geld fließt in Anlageformen, die auch jetzt noch als sicher gelten, beispielsweise in kurz laufende Anleihen des Bundes. So steht eine große Nachfrage dem Angebot gegenüber. Die aktuelle Anleihe war 1,8-fach überzeichnet. Das heißt, der Bund hätte fast das doppelte an Volumen ausgeben können.

Die Möglichkeit, Anleihen mit negativem Zinssatz auszugeben, wurde erst im Jahr 2011 in Deutschland geschaffen, vorher war so etwas nicht nötig.

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April 10, 2011

Volksentscheid in Island: Entschädigungszahlung für Pleitebank abgelehnt

Volksentscheid in Island: Entschädigungszahlung für Pleitebank abgelehnt

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Veröffentlicht: 15:40, 10. Apr. 2011 (CEST)
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Reykjavík (Island), 10.04.2011 – Auch in der zweiten Abstimmung lehnte das isländische Volk Entschädigungszahlungen an London und Den Haag ab. Laut TV-Sender Ríkisútvarpið (RUV) haben sich 58 Prozent gegen die von der Regierung ausgehandelte Schuldenrückzahlung ausgesprochen. Obwohl zu diesem Zeitpunkt erst zwei Drittel der Stimmen ausgezählt waren, ist nicht mehr mit einer Zustimmung zu rechnen – ein Schock für das Parlament, dass dem Entschädigungsgesetz mit 70 Prozent zugestimmt hatte.

Am 7. Oktober 2008 musste die isländische Onlinebank Icesave Insolvenz anmelden. Kunden hatte die Bank in England, den Niederlanden und in Island. Nach dem Zusammenbruch der Bank entschädigte Island nur die Kunden aus dem eigenen Land. Für die rund 340.000 Kunden aus England und den Niederlanden sprangen die eigenen Regierungen ein.

Bereits im März 2010 hatten die Isländer über die Entschädigung der Icesave-Kunden abgestimmt und diese mit 93 Prozent der abgegebenen Stimmen abgelehnt. Hauptargument waren damals die hohen Zinsen, die für die Rückzahlung vereinbart worden waren. Es folgten neue Verhandlungen mit England und den Niederlanden. Man einigte sich auf eine Rückzahlung bis zum Jahr 2046. Für die 1,3 Milliarden Euro für die Niederlande sollten ein Zinssatz von drei Prozent gelten, für die 2,6 Milliarden Euro für England ein Zinssatz von 3,3 Prozent. Dies stellte eine Verbesserung der Rückzahlungsbedingungen dar. Im zweiten Volksentscheid lehnten die Bürger auch diese Vereinbarung ab, wenn auch nicht mehr mit so deutlicher Mehrheit. Hauptargument war jetzt, dass das Land nicht für die Verbindlichkeiten einer Privatbank einstehen müsse.

Die zweite Volksabstimmung war notwendig geworden, nachdem der Staatspräsident Ólafur Ragnar Grímsson im Februar 2011 eine Ratifizierung des Entschädigungsgesetzes abgelehnt hatte. Ministerpräsidentin Johanna Sigurdardottir zeigte sich enttäuscht vom voraussichtlichen Ergebnis der Volksabstimmung. Man hatte gehofft, so einen Weg aus dem Konflikt zu finden. Jetzt wird sich die EU-Gerichtsbarkeit mit den Standpunkten der Länder beschäftigen und klären müssen, ob eine Verpflichtung von Island gegenüber England und den Niederlanden besteht, die Zahlungen zu leisten. Wirtschaftsminister Arni Pall Arnason sagte in der Nacht auf Sonntag, er werde diesbezüglich am Montag Kontakt mit dem EFTA-Gerichtshof in Luxemburg aufnehmen. Die im Raum stehende hohe Schuldenlast für die 318.236 Bürger von Island ist somit durch die Abstimmung nicht vom Tisch.

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December 17, 2010

Eurokrise: EZB-Kapitalerhöhung, EU beschließt dauerhaften Krisenmechanismus

Eurokrise: EZB-Kapitalerhöhung, EU beschließt dauerhaften Krisenmechanismus

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Veröffentlicht: 20:59, 17. Dez. 2010 (CET)
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Eurozone

Brüssel (Belgien), 17.12.2010 – Die europäischen Staats- und Regierungschefs haben beim Brüsseler EU-Gipfel ihren Streit um das richtige Rezept für die Rettung des Euros vorerst beigelegt. Es wurden neue Regeln für die Eurozone beschlossen. Der so genannte Euro-Rettungsschirm wird aber nicht vergrößert. Sein Volumen bleibt bei der bereits geltenden Obergrenze von 750 Milliarden Euro. Allerdings beschlossen die Regierungschefs insofern eine Änderung des bisherigen Ansatzes, als dass dieser gemeinsame Kriseninterventionstopf als dauerhafte Reserve zur Stützung überschuldeter EU-Staaten institutionalisiert werden soll.

Neue Regeln wurden notwendig, da der Lissaboner Vertrag, der die Grundlage der Zusammenarbeit der EU-Staaten bildet, gegenseitige Finanzhilfen der EU-Staaten eigentlich verbietet. Die Regierungschefs verständigten sich daher darauf, den Vertrag um zwei Sätze zu ergänzen, der diese Interventionsmöglichkeiten zur Stabilitätssicherung des Euro festschreibt. Insbesondere die deutsche Seite hatte Befürchtungen, dass das deutsche Bundesverfassungsgericht die Rechtmäßigkeit entsprechender Finanzhilfen in Frage stellen könnte. Zu den neuen Regeln gehört unter anderem die Einbeziehung privater Geldgeber, die in den betroffenen Ländern als Gläubiger in Erscheinung getreten sind, bei entsprechenden Rettungsstrategien für solche überschuldeten EU-Mitgliedsländer. Solchen Schuldnerstaaten können nun auf dieser Rechtsgrundlage von seiten der EU Bürgschaften gewährt werden, die dann mit Auflagen für die nationale Haushaltspolitik verbunden sein sollen.

In diesem Kontext ist auch die Kapitalerhöhung der Europäischen Zentralbank EZB zu sehen, obwohl diese nicht Gegenstand der Beschlussfassung durch die Regierungschefs gewesen ist und auch nicht sein kann, da die EZB konzeptionell unabhängig von der politischen Einflussnahme durch die nationalen Regierungen ist.

Das Grundkapital der Europäischen Zentralbank soll auf 10,76 Milliarden Euro aufgestockt werden. Das Eigenkapital dient der Absicherung für den Erwerb von Staatsanleihen der Länder, die in Zahlungsschwierigkeiten durch Überschuldung geraten sind, durch die EZB. Es besteht aus Einzahlungen der nationalen Notenbanken der Euro-Zone sowie der anderen Staaten der Europäischen Union, die den Euro noch nicht als Währung eingeführt haben. Die jetzt beschlossene Kapitalerhöhung muss ebenfalls durch die Notenbanken aufgebracht werden – beginnend mit dem Dezember 2010 bis zum Dezember 2012. So steigen die Einlagen der Deutschen Bundesbank bei der EZB durch diesen Beschluss um eine Milliarde auf dann rund zwei Milliarden Euro.

Durch die Kapitalerhöhung der EZB soll vermieden werden, dass die Bank bei einer denkbaren weiteren Verschärfung der Verschuldungskrise in Ländern der Europäischen Union durch die Ankäufe von Staatsanleihen selbst ins Minus gerät. Zurzeit „sitzt“ die EZB auf Euro-Staatsanleihen von Griechenland, Irland, Portugal und Spanien in Höhe von 72 Milliarden Euro. Diese Anleihen könnten sich im Zuge einer weiter zunehmenden Verschuldungskrise dieser Länder zunehmend als unverkäuflich erweisen und dadurch massiv an Wert einbüßen.

Mit der Einigung der Regierungschefs auf Grundzüge eines Europäischen Stabilitätsmechanismus konnte der Streit zwischen dem Vorsitzenden der Euro-Gruppe, dem luxemburgischen Regierungschef Jean-Claude Juncker, und der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel vorerst beigelegt werden. Der Vorschlag Junckers, zur Lösung der Schuldenkrise in der EU durch die Einführung von so genannten Euro-Bonds ein neues Instrument zur Stabilisierung des Euro einzuführen, war auf den erbitterten Widerstand der deutschen Kanzlerin gestoßen, woraufhin ihr Juncker eine „uneuropäische Art“ vorgeworfen hatte.

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December 8, 2010

Wikileaks: „Operation Payback“ legt Server von Postfinance und Mastercard lahm

Wikileaks: „Operation Payback“ legt Server von Postfinance und Mastercard lahm

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Veröffentlicht: 18:23, 8. Dez. 2010 (CET)
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Zürich (Schweiz), 08.12.2010 – Hacker haben im Rahmen ihrer «Operation Payback», deutsch soviel wie «Operation Vergeltung», mit einer Denial-of-Service-Attacke (DoS-Attacke) die Server der Schweizer Postbank Postfinance und der Kreditkartenorganisation Mastercard lahmgelegt. Postfinance hat angekündigt, mehr Serverkapazitäten bereitzustellen. Die Homepage von Mastercard ist zurzeit nicht erreichbar. An der Attacke gegen die Mastercard-Server waren nach auf Spiegel Online veröffentlichten Angaben 720 Rechner beteiligt.

Laut Medienberichten handelt es sich bei der «Operation Payback» möglicherweise um eine Vergeltungsaktion von WikiLeaks-Sympathisanten. Die Angriffe auf die Kreditinstitute begannen, nachdem diese den Zahlungsverkehr an Wikileaks über ihre üblichen Bankverbindungen einstellten. Die Schweizer Postbank hatte am Montag, dem 6. Dezember, ein Konto des Wikileaks-Gründers Julian Assange geschlossen, weil er falsche Angaben zu seinem Wohnsitz gemacht habe. Auch Mastercard führt keine Zahlungen an Wikileaks mehr aus, da das Unternehmen keine Zahlungen an Subjekte weiterleite, die rechtswidrig handeln würden. Spiegel-Online zufolge werden die virtuellen Attacken über den Twitter-Account @Anon_Operation koordiniert. Diese lose Gruppierung hat möglicherweise Verbindungen zu dem Internetforum 4Chan, das durch verschiedene Aktivitäten im Netz von sich reden machte. Mitglieder oder Unterstützer von 4Chan sollen für verschiedene Attacken auf Promi-Webseiten wie Seiten der US-Filmindustrie oder des Popsängers Justin Bieber verantwortlich sein.

Die Schweizer Piratenpartei hat die Hackerangriffe kritisiert. «Solche Attacken sind destruktiv und kontraproduktiv», erklärte Parteipräsident Denis Simonet gegenüber Der Bund. Die Partei habe mit der Aktion nichts zu tun.

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November 22, 2010

Irland will nun doch Hilfe vom Euro-Rettungspaket annehmen

Irland will nun doch Hilfe vom Euro-Rettungspaket annehmen

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Veröffentlicht: 18:05, 22. Nov. 2010 (CET)
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Dublin (Irland), 22.11.2010 – Nach Angaben des irischen Finanzministers Brian Lenihan will die Republik Irland nun doch, anders als bisher verlautbart, Kredite des so genannten Euro-Rettungsschirms in Anspruch nehmen, um das übermäßig angewachsene Haushaltsdefizit auszugleichen und das Bankensystem vor dem Kollaps zu bewahren. Es wird mit zehn- bis elfstelligen Eurobeträgen gerechnet. Im Gegenzug wird sich Irland in Abstimmung mit den Geldgebern einen mehrjährigen Austeritätsplan auferlegen, der die Einnahmen und Ausgaben des Staatshaushalts wieder in ein Gleichgewicht bringen soll. Die Regierung beabsichtigt dabei, die ungewöhnlich niedrige Körperschaftssteuer von derzeit 12,5 Prozent nicht anzutasten.

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