Gewerkschaften uneins bezüglich der neuen Linkspartei

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Berlin (Deutschland), 08.08.2005 – Von führenden deutschen Gewerkschaftern gibt es widersprüchliche Positionierungen bezüglich der neuen Linkspartei.

Der Vorsitzende des DGB Michael Sommer sagte, die Interessenvertretung der Arbeitnehmerschaft messe die Linkspartei nach denselben Maßstäben wie alle Parteien. Der Vorsitzende der DGB-Einzelgewerkschaft IG Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE), Hubertus Schmoldt, lehnte die Linkspartei hingegen aufgrund ihrer programmatischen Ausrichtung offen ab; sie könne nicht Vertreterin der Arbeitnehmerschaft sein, weil ihre Programmatik dem Stand der Siebziger Jahre entspreche und somit veraltet sei.

Der DGB gilt im Allgemeinen als der Sozialdemokratie nahestehend, da er aber beansprucht die Gesamtheit der Arbeitnehmerschaft zu vertreten, die nun aber zu einem nicht unwesentlichen Teil mit anderen Parteien sympathisiert, will er sich parteipolitisch nicht festlegen.

Die Einzelgewerkschaft IG Bergbau-Chemie-Energie sowie die IG Chemie, aus der sie im wesentlichen hervorgegangen ist, galten schon immer als eher konsensorientiert. In dieser Gliedgewerkschaft herrscht eine ganz andere politische Kultur als in eher konfliktorientierten Gewerkschaften wie der IG Metall. Die von Hubertus Schmoldt geführte Energiegewerkschaft bemüht sich im Allgemeinen, die Vertretung der Interessen ihrer Mitgliedschaft in Übereinstimmung mit den Interessen der Unternehmer durchzusetzen; wichtig ist der Schmoldt-Gewerkschaft insbesondere die gemeinsame Vertretung branchenspezifischer Interessen durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

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