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July 5, 2013

Geheimnisvollster Vogel der Welt erstmals fotografiert

Geheimnisvollster Vogel der Welt erstmals fotografiert

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Veröffentlicht: 15:00, 05. Jul. 2013 (CEST)
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Nachtsittich

Brisbane (Australien), 05.07.2013 – Der als der geheimnisvollste Vogel der Welt geltende Nachtsittich (Pezoporus occidentalis) wurde jetzt erstmals fotografiert. Der australische Tierfilmer John Young machte die ersten Fotos sowie Video- und Tonaufnahmen des australischen Vogels in einem Gebiet in Queensland, das sehr vage als nahe dem im angrenzenden South Australia gelegenen Lake Eyre beschrieben wird. Experten halten die Aufnahmen für authentisch. Von dem Vogel existierten bisher nur wenige Exemplare in Museen, die alle im 19.Jh. gefangen und ausgestopft wurden. Danach gab es nur sehr wenige Beobachtungen und den Fund zweier toter Exemplare des Vogels, dessen genaues Verbreitungsgebiet und Lebensgewohnheiten weitgehend unbekannt sind. Der Bestand des Vogels, der flugunfähig und offensichtlich nachtaktiv ist, wird auf höchstens 250 Tiere geschätzt. Young möchte den genauen Entstehungsort seiner Aufnahmen deshalb auch nicht bekanntgeben, um den Bestand nicht durch Massen an Menschen auf der Suche nach dem Vogel zu gefährden.

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February 5, 2012

Überschwemmungen in zwei australischen Bundesstaaten nehmen katastrophale Ausmaße an

Überschwemmungen in zwei australischen Bundesstaaten nehmen katastrophale Ausmaße an

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Veröffentlicht: 00:02, 5. Feb. 2012 (CET)
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Überflutete Straße in New South Wales (Bild aus 2011)

Brisbane / Sydney (Australien), 05.02.2012 – Die lang anhaltenden Regenfälle in Australien haben in den Bundesstaaten Queensland und New South Wales im Osten Australiens zu katastrophalen Überschwemmungen geführt. Mehrere tausend Bewohner des südlichen Queensland und des New England North West sind von der Außenwelt abgeschnitten. Die betroffenen Gebiete Queenslands wurden von Premierministerin Anna Bligh zum Katastrophengebiet erklärt.

In Roma im Südosten Queenslands war der Bungil Creek über die Ufer getreten. Der rasche Anstieg des Wassers hatte die Zeit für Vorbereitungen verkürzt. Wie Robert Loughnan, der Bürgermeister der Maranoa Region, den Medien sagte, sei die Zeit für das Befüllen von Sandsäcken vorbei; nun müsse man die Bewohner niedrig gelegener Gebiete in Sicherheit bringen. Helfer konnten einen Jungen retten, nachdem das Auto seiner Mutter von den Fluten mitgerissen worden war. Die Retter schafften es jedoch nicht, auch die Mutter in Sicherheit zu bringen; sie wurde vom Wasser weggespült. Die Suche nach ihr blieb bis Freitagabend erfolglos.

In Mitchell wird ein Anstieg des Maranoa River auf über zehn Meter erwartet, was ein neuer historischer Höchststand wäre. Die Stadt ist ohne elektrischen Strom, weil eindringendes Wasser in einem Teil der Stadt zu einem Versagen führte und im Rest der Stadt die Versorgung daraufhin abgeschaltet wurde. In Roma sind mindestens 350 Haushalte ohne Strom. In Charleville drohte eine Hochwasserbarriere nachzugeben. Der Warrego River erreichte hier einen Stand von 7,7 Metern. Die Zivilschutzbehörde von Queensland ließ Material in die Stadt bringen, sodass eine temporäre Hochwasserbarriere errichtet werden kann, falls die ursprüngliche Absperrung versagt.

Auch in St. George und anderen Städten werden am Wochenende noch nie beobachtete Hochwasserstände befürchtet. „Wir bewegen uns auf völlig neuen Gebieten, das kommende Wasser bricht alle Rekorde für diese Region“, sagte Premierministerin Bligh. Australiens Oppositionsführer Tony Abbott bezeichnete das Hochwasser in den beiden Bundesstaaten als vernichtend. „Offensichtlich sind die Herzen aller Australier bei den Leuten in diesen Gebieten, die jetzt – schon wieder – von Hochwasser betroffen sind“, sagte er.

In Nordwesten von New South Wales hat die Hochwasserwelle teilweise ihren Höhepunkt bereits erreicht. Um 10.15 Uhr Ortszeit am Freitag hat der Mehi River in Moree im Nordwesten von New South Wales seinen höchsten Stand mit einem Pegelstand von 10,69 Metern erreicht – einem Wert, der zuletzt 1976 erreicht worden war – und um elf Uhr kulminierte der Gwydir River in Yarraman bei 7,53 Metern, doch weiter flussabwärts war das Wasser im Laufe des 3. Februars noch am Steigen. Bereits am Sinken waren die Wasserstände des Peel River in Tamworth und des Namoi River in Narrabri, da es in den Einzugsgebieten dieser beiden Gewässer seit dem Morgen des 2. Februars zu keinen nennenswerten Niederschlägen mehr gekommen war. Der Namoi River erreichte in Wee Waa seinen höchsten Stand bei 7,3 Metern am Freitag um 8.30 Uhr. Starke Niederschläge im Bereich von Mungindi führten allerdings zu einem starken Anstieg der Wasserstände am Barwon River.

In der 8.000-Einwohner-Stadt Moree stehen zahlreiche Straßen und Grundstücke unter Wasser. Der Ministerpräsident des Bundesstaates, Barry O′Farrell, der die Stadt im Hubschrauber überflogen hatte, verglich einige der Straßen des Ortes mit den Kanälen in Venedig. Der Norden Morees ist vom restlichen Stadtgebiet abgeschnitten. Von den Fluten eingeschlossene Bewohner wurden teilweise mit Hubschraubern von den Dächern ihrer Häuser und Autos gerettet. Insgesamt wurden hier 1.600 Einwohner in Sicherheit gebracht. Unweit Morees wurde ein Mann von einer Schlange gebissen, die vor dem steigenden Wasser im Haus des Mannes Zuflucht gesucht hatte.

Bereits die letztjährige Monsunsaison hatte vor allem im Osten und Norden Queensland zu starkem Hochwasser geführt. Dabei waren Anfang 2011 insgesamt 35 Personen ertrunken.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Australien
  • Portal:Naturkatastrophen
  • Portal:Hochwasser

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May 17, 2011

Australien: Der neue Trend „Planking“ – junger Mann stürzte in den Tod

Australien: Der neue Trend „Planking“ – junger Mann stürzte in den Tod

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Veröffentlicht: 21:45, 17. Mai 2011 (CEST)
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Playing The Lying Down Game at the geohash.jpg

Brisbane (Australien), 17.05.2011 – Wie ein Brett wollte ein 20-jähriger Mann in Brisbane im siebten Stock eines Hochhauses auf der Balkonbrüstung liegen. Er verlor das Gleichgewicht und stürzte in die Tiefe. Was ein Spaß hätte sein sollen, endete tödlich für den Darsteller.

„Planking“ ist ein neuer Trend. Die Facebook-Gruppe „Planking Australia” hat mehr als 58.000 Fans. Zahlreiche Aufnahmen sind dort veröffentlicht, wie auch auf dem Internetvideoportal YouTube. In Europa ist diese Art der Selbstdarstellung noch wenig bekannt. Beim Planking legt man sich steif wie ein Brett an einen möglichst ungewöhnlichen Ort, lässt sich ablichten und stellt das Video oder Foto ins Internet.

Vor einer Woche hatte ein Polizeisprecher noch davor gewarnt. Ein Mann hatte sich auf einem Polizeiauto flach gelegt und fotografieren lassen. Eine Anklage war die Folge. Ein Anhänger der Trends äußerte wenig Verständnis für den Verunglückten: „Das soll doch alles nur Spaß sein, aber man muss schon gesunden Menschenverstand haben“.

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  • Portal:Australien
  • Portal:Unfälle

Quellen

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February 1, 2011

Queensland: Nach Jahrhundertflut und Zyklon „Anthony“ droht neues Unheil

Queensland: Nach Jahrhundertflut und Zyklon „Anthony“ droht neues Unheil

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Veröffentlicht: 11:19, 1. Feb. 2011 (CET)
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Queensland
Mackay
Mackay
Innisfail
Innisfail
Maryborough
Maryborough
Cooktown
Cooktown
Brisbane
Brisbane
02/0 UTC 
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02/12 UTC 
02/12 UTC 
03/0 UTC 
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03/12 UTC 
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01/12 UTC 
01/12 UTC 
Lage der besonders betroffenen Orte und
prognostizierte Positionen des Zyklons
Stand: 14:21 MEZ, 01.02.2011

Brisbane (Australien), 01.02.2011 – Nach dem Zyklon „Anthony“ am Sonntag (30. Januar) droht dem noch unter den Auswirkungen der Jahrhundertflut leidenden nordostaustralischen Bundesstaat Queensland neues Unheil. Von Osten nähert sich der schwere tropische Zyklon „Yasi“. Er wird voraussichtlich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag (2. und 3. Februar) die Küste zwischen Innisfail und Mackay erreichen, doch rauhe Winde dürften sich auf die gesamte Küste zwischen Cooktown und Maryborough auswirken. Premierministern Anna Bligh hat ihre Mitbürger davor gewarnt, dass der Zyklon sich zum stärksten Zyklon entwickeln könnte, der seit Beginn der Wetterbeobachtungen auf die Küsten Queensland geprallt ist. Die Behörden gehen somit davon aus, dass „Yasi“ ebenso stark werden könnte wie Zyklon „Larry“, der 2006 große Teile des Bundesstaates verwüstet hatte.

Les Tyrell, der Bürgermeister von Townsville, warnte davor, dass eine bis zu vier Meter über normal reichende Sturmflut niedrig gelegene Bereiche an der Küste überfluten könnte. Ein Teil der Einwohner seiner Stadt müsse wohl ihre Häuser spätestens am Dienstag verlassen. Die Behörden haben bereits begonnen, Kranke und Alte in Sicherheit zu bringen. Das zu den Whitsundayinseln gehörende Hamilton Island wurde bereits evakuiert, am Dienstag (1. Februar) beginnt die Evakuierung von Daydream Island. Die Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals (RSPCA) lässt rund 100 Tiere aus ihrem Asyl nach Brisbane ausfliegen. Gefahr geht jedoch nicht nur von der Sturmflut und Windgeschwindigkeiten von über 100 Kilometern pro Stunde, sondern vor allem von den üblicherweise tropische Wirbelstürme begleitenden Starkregenfällen aus, deren Niederschlagsmenge mehr als 300 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden übersteigen kann. Nach den extremen Regenfällen durch Zyklon „Tasha“ und unmittelbar folgende starke Monsunregenfälle ist das Erdreich vielerorts durchweicht und nicht mehr aufnahmefähig. Das Hochwasser ist noch nicht überall abgelaufen und viele Stauseen sind gut gefüllt. Durch die Überschwemmungen im Osten Australiens zur Jahreswende sind mehrere Dutzend Menschen gestorben, einige werden noch vermisst.

Zyklon Yasi am 1. Februar

Satellitenbild: MODIS/NASA

Ann Farell vom australischen Bureau of Meteorology verglich „Yasi“ ebenfalls mit „Larry“, strich jedoch heraus, dass das Windfeld des kommenden Zyklons erheblich ausgedehnter sei. Meteorologe Peter Otto relativierte den Vergleich mit Zyklon „Tracy“, der an Weihnachten 1974 die Stadt Darwin verwüstete und zum Tod von 71 Menschen führte. „Zyklon Tracy war unglaublich klein, aber destruktiv. Dieser Zyklon wird größer sein, doch es ist schwer vorherzusagen, ob er mehr Zerstörungen anrichtet“, sagte Otto.

Ungewöhnlich ist jedenfalls für diese Jahreszeit, dass „Yasi“ Zyklon „Anthony“ auf dem Fuß folgt und dass innerhalb von wenigen Tagen zwei Zyklone einen nahezu identischen Weg durch das Korallenmeer nehmen. Derzeit herrsche in dem Gebiet eine konstante nach Westen gerichtete Strömung, die sowohl „Anthony“ eingefangen habe als auch den ausgewachsenen Zyklon „Yasi“ nach Queensland steuere, sagte Meteorologe Greg Connors. „Anthony“ hatte nördlich von Bowen die Küste erreicht. Der Zyklon hatte für die Region einen relativ glimpflichen Ausgang. Es entstand nur geringer Sachschaden.

Der Wirbelsturm hatte Bäume entwurzelt und geringer Sachschäden an Häusern verursacht. Townsvilles Bürgermeister Tyrell beurteilt deswegen „Anthony“ als Testlauf für die Schadensabwehrkräfte der Region. „Alle Vorbereitungen, die wir für ‚Anthony‘ getroffen haben, werden nun wiederholt, je nachdem was mit Yasi passiert, wenn er näher kommt“, sagte Tyrell. „Es war wahrscheinlich ein guter Test für uns, um alle Macken des Systems festzustellen.“

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Weblinks

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Australische Zyklonsaison 2010–2011“.

Quellen

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January 12, 2011

Australische Millionenstadt Brisbane unter Wasser

Australische Millionenstadt Brisbane unter Wasser

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Veröffentlicht: 23:46, 12. Jan. 2011 (CET)
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Spine Street in Brisbane, 12.01.2011

Brisbane (Australien), 12.01.2011 – Das Hochwasser im australischen Bundesstaat Queensland hat die Stadt Brisbane erreicht. Über 33 Stadtteile von Brisbane sind überflutet. Der Wasserstand in den Straßen der Stadt verfehlte nur knapp die historische Höchstmarke von 1974, als die Pegelstände im Brisbane River die Marke von 5,50 Meter erreichten. Nach Einschätzung von Bürgermeister Campbell Newmann sind 20.000 Gebäude von Überflutung bedroht.

Im Bundesstaat Queensland ist die Zahl der durch das Hochwasser gestorbenen Menschen auf zwölf gestiegen. Im Zentrum der Stadt kam das öffentliche Leben praktisch zum Erliegen. Kajaks und Ruderboote wurden zu den bevorzugten Verkehrsmitteln. Vorsorglich wurde die Stromversorgung in weiten Teilen der Stadt unterbrochen.

Commons-logo.svg Wikimedia Commons: Weitere Bilder, Videos oder Audiodateien zum Thema „Überflutung in der Stadt Brisbane 2011“.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Hochwasser

Quellen

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April 6, 2010

Frachter am Great Barrrier Reef droht auseinanderzubrechen

Frachter am Great Barrrier Reef droht auseinanderzubrechen

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Veröffentlicht: 19:35, 6. Apr. 2010 (CEST)
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Satellitenaufnahme des Great Barrrier Reef

Brisbane (Queensland), 06.04.2010 – Der chinesische Frachter „Shen Neng 1“ mit 65.000 Tonnen Kohle und 975 Tonnen Öl an Bord ist am vergangenen Samstag im Pazifischen Ozean aus bisher ungeklärten Umständen mehr als 15 Kilometer vom Kurs abgekommen und am Great Barrier Reef ungebremst auf Grund gelaufen. Der Frachter droht nun im südlichen Teil des Naturschutzgebiets am Great Barrier Reef auseinanderzubrechen. Er kam vom australischen Hafen Gladstone, wo er Kohle geladen hatte, und war auf dem Weg nach China.

Zwei Tonnen Schiffsdiesel sollen bereits ausgelaufen sein, der Ölteppich soll sich auf drei Quadratkilometer erstrecken. Flugzeuge versuchen mit Chemikalien das Öl zu zersetzen. Die australischen Behörden haben höchste Alarmbereitschaft ausgerufen und rechnen mit einer Umweltkatastrophe in dem sensiblen Ökosystem.

Themenverwandte Artikel

  • Portal: Australien
  • Portal: Umwelt

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March 25, 2010

Nach Zyklon Ului sind in Queensland tausende ohne Strom

Nach Zyklon Ului sind in Queensland tausende ohne Strom

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Veröffentlicht: 11:20, 25. Mär. 2010 (CET)
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Zyklon Ului beim Landfall am 21. März

Foto: NRL/US Navy

Brisbane (Australien), 25.03.2010 – Äuch mehrere Tage nach dem Landfall des Zyklons Ului an der Küste von Queensland sind noch tausende von Bewohnern der Region ohne Strom. Das Sturmzentrum hatte am Sonntagmorgen, dem 21. März gegen 1:30 Uhr Ortszeit die Küste zum australischen Festland am Airlie Beach nördlich von Mackay als Zyklon der Kategorie 3 nach der australischen Intensitätsskala überquert. In vielen Ortschaften wurde durch den Sturm, der mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 200 km/h über das Land fegte, die Versorgung mit elektrischem Strom unterbrochen. Auf dem Höhepunkt der Stromausfälle waren rund 60.000 Queenslander ohne elektrische Energie.

Die Höhe des Sachschadens ist noch nicht bekannt. Abgesehen von den unterbrochenen Stromleitungen warf der Zyklon, der sich letzte Woche weit vor der Küste im südlichen Pazifischen Ozean gebildet hatte, Boote an Land, deckte Häuser ab und riss tausende von Bäumen um. Besonders betroffen von den Verwüstungen war die Ortschaften Midge Point und Proserpine im Regionalrat Mackay. Bürgermeister Col Meng äußerte seine Überraschung, dass in dem Gebiet keine Personen zu Schaden gekommen seien. „Er gibt niemanden hier draußen, der verletzt wurde oder zumindest keine ernsten Verletzungen – ein paar Schnitte und Schrammen, aber ich denke, wir sind ganz gut davon gekommen.“

Die Zugbahn des Zyklons

Kartographie: Keith Edkins

Es wird erwartet, dass in einigen Gebieten die Aufräumarbeiten Monate in Anspruch nehmen werden. Mike Brunker, der Bürgermeister der Region Whitsunday sagte, dass in Shute Harbour etwa 20 Boote gesunken seien, die beseitigt werden müssten. Insgesamt wurden zwischen Shute Harbour und Airlie Beach rund siebzig Boote auf das Ufer geworfen oder sie sind gekentert, von sieben weiteren fehlt jede Spur. Vereinzelt ist es zu Plünderungen dieser Wracks gekommen. Bootsbesitzer Frank Pap klagte, ihm seien von seinem Katamaran Werkzeuge, das GPS-Gerät und ein Stromgenerator geraubt worden. Die Polizei von Airlie Beach gab bekannt, dass Dutzende von Anrufern „Finderlohn“ geltend gemacht hätten. Nach Aussage von Polizeioffizier Neil MacMillan gebe es jedoch keinen Anspruch für etwas, was man Diebstahl nenne.

Vorlagen expandieren (Queensland)
Mackay
Mackay
Shute Harbour
Shute Harbour
Airlie Beach
Airlie Beach
Proserpine
Proserpine
Brisbane
Brisbane
Lage der Orte in diesem Artikel

Der Schaden wird in die Millionen gehen. Queensland hat sich noch nicht vollständig von den Überschwemmungen durch starke Regenfälle Anfang März erholt, die den Haushalt des australischen Bundesstaates erheblich belasten. „Wir hatten unser gerüttelt Maß an Katastrophen in dieser Saison, kann man ruhigen Gewissens sagen und die Kosten dafür werden da sein“, sagte Premierministerin Anna Bligh. Die Regierung des Bundesstaates hat Finanzsoforthilfen von 170 Australische Dollar pro Person und bis zu 780 Australische Dollar pro Familie zur freigegeben. 22 Schulen in der betroffenen Region blieben am Montag, dem 22. März geschlossen. In manchen dieser Schulen besteht Gefahr durch noch nicht beseitigte Trümmer, einige haben keinen Strom.

Der Zyklon hat einigen Gebieten im Zentrum von Queensland bis zu 250 mm Niederschlag gebracht. Die Farmer in der Region befürchten deswegen Ernteausfälle bei Mais und Bohnen. Auch die Tourismusbranche fürchtet wirtschaftliche Folgeschäden. Daniel Gschwind, der Direktor des Touristikverbandes von Queensland wies darauf hin, dass der finanzielle Schaden derzeit zwar gering sei, es aber eine Weile dauerte, bis der Zyklon aus den Köpfen der Touristen verschwunden sei. „Die Störung für das Geschäft ist ziemlich deutlich. Eine Menge Geld wird aus der Wirtschaft gezogen und es wird vermutlich Wochen dauern, um die Branche wieder auf volle Touren zu bringen. Es wird vermutlich einige Zeit dauern, das Vertrauen der Kunden wiederherzustellen, dass es in Ordnung ist, hierher zu kommen,“ stellte Gschwind fest.

Nach Angabe von Queenslands Industrieminister Tim Mulherin wurden auch die Erzeuger von Zuckerrohr in der Gegend um Mackay und Proserpine geschädigt. Der Schaden werde zwar erst in einige Monaten feststehen, aber nach ersten Einschätzungen werde die Ernte zwischen zehn und zwanzig Prozent geringer ausfallen. In dieser Region werden jährlich rund neun Millionen Tonnen Zuckerrohr geerntet, fast neunzig Prozent der insgesamt in Australien angebauten Menge.

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Australische Zyklonsaison 2009–2010“.

Quellen

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March 7, 2010

Australien: Überschwemmungen in Queensland, Hagel in Melbourne

Veröffentlicht: 14:30, 7. Mär. 2010 (CET)
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Während des Unwetters in Melbourne

Foto: Mike Hauser

Sydney / Brisbane / Melbourne (Australien), 07.03.2010 – Ein „Jahrhundertunwetter“ ist am Samstag, dem 6. März über Melbourne und den Bundesstaat Victoria hinweggezogen. Nach Aussagen von Meteorologen gibt es in der Geschichte Melbournes kein vergleichbares Wetterereignis. So gingen bis zu zehn Zentimeter große Hagelkörner über der Stadt nieder. Viele Gebäude und Fahrzeuge wurden durch tennisballgroße Hagelkörner beschädigt, zahlreiche Personen im Freien wurden verletzt.

In Queensland, wo ein Gebiet fast so groß wie Bayern unter Wasser steht, sind viele Ortschaften von der Außenwelt abgeschnitten. Die meisten Flüsse sind über die Ufer getreten und haben neue Höchststände erreicht. Das National Climate Centre hat inzwischen bekannt gegeben, dass am Dienstag, dem 2. März, das größte Gebiet mit einer Regenmenge von mehr als 100 Millimetern seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Australien beobachtet wurde. Bis zum 3. März seien in Queensland und dem Northern Territory 403 Kubikkilometer Regen gefallen.

Unwetter in Victoria

Hagelkörner an der Flinders Street in Melbourne

Foto: Shiny Things

Mehr als 100.000 Haushalte waren während des Unwetters in Melbourne ohne Strom. Der Ausfall von mehr als 100 Ampelanlagen führte zu einem Verkehrschaos. Viele Bauwerke wurden beschädigt, darunter das Docklands Stadium und die Southern Cross Railway Station. Die Unterführungen des Bahnhofes an der Flinders Street liefen voll. Die Feuerwehr wurde innerhalb von drei Stunden zu rund 300 Einsätzen gerufen.

Der Bahnhof wird für einige Zeit geschlossen bleiben, teilte der Ministerpräsident Victorias, John Brumby mit, da die Hagelkörner Löcher in das Dach geschlagen haben. Das Dach des Arts Centres ist unter der Last der Hagelkörner eingebrochen und große Mengen Regen drangen in das Alfred Hospital, das Aquarium und in die Nationalgalerie Victorias ein. „Es gab keine gemeldeten Opfer oder schwere Verletzungen. Dafür sind wir dankbar“, sagte Brumby. Acht Polizeireviere und 20 Schulen wurden beschädigt.

Mehrere Einkaufszentren mussten wegen Überflutungen geräumt werden. Viele Besucher eines Festivals in Alexander Gardens konnten keinen Unterstand finden und wurden verletzt. Der Australia Cup, ein Pferderennen in Flemington musste abgebrochen werden. Ein Rennpferd wurde durch Hagel schwer verletzt. Bis zum Samstagabend verzeichneten die Zivilschutzbehörden mehr als 2500 Notrufe.

Melbourne liegt im Südosten des Kontinents.

Katrographie: Bidgee

Das australische Bureau of Meteorology hat aufgrund der hohen Temperaturen weitere Gewitterwarnungen ausgegeben hat. Die Tagestemperatur in Melbourne betrug am Samstag rund 26° Celsius und die von der Großen Australischen Bucht hereinströmenden kühleren Luftmassen erhöhen das Gewitterrisiko.

Doch am stärksten von dem Unwetter betroffen waren nicht die Hauptstadt des Bundesstaates, sondern das Gebiet zwischen Deniliquin und dem Murray River, an der Grenze zu New South Wales. In Deniliquin fielen 30 Millimeter Regen innerhalb einer Stunde – das entspricht dem dortigen monatlichen Mittelwert –, aus Murchison wurden 36 Millimeter innerhalb einer halben Stunden gemeldet. Die höchste Niederschlagsmenge wurde mit 67 Millimetern aus Maribyrnong gemeldet. In Numurkah und Shepparton traten Sturzfluten auf. Betroffen von dem Unwetter waren auch Castlemaine, Mansfield, Seymour und Yarrawonga.

In Melbourne fielen bis zu 33 Millimeter Niederschlag. Dies sei jedoch nicht ausreichend, um die Wasserspeicher zu füllen. Wie Andrew McGinnes von Melbourne Water erklärte, ist dazu mehr als ein einzelner Regenguss erforderlich. Die Wasserspeicher auffüllen könne nur länger anhaltender Regen. Derzeit sind die Wasserspeicher Melbournes zu 34,6 Prozent ihres Fassungsvermögens gefüllt. Der größte dieser Stauseen an der Thomson-Talsperre hält jedoch nur 21,3 Prozent seines möglichen Wasservolumens.

Rekordflut in Queensland

Die meisten Flüsse in Queensland haben ihre Betten verlassen und viele erreichten Wasserstände wie niemals zuvor. Einige der von den Wassermassen eingeschlossenen Bewohner mussten von Hubschraubern aus mit Nahrungsmitteln versorgt werden. In St George, 500 Kilometer westlich von Brisbane gelegen, hatten die Behörden am Samstag noch befürchtet, der Balonne River könne mit einer Höhe von über 14 Metern erreichen und so 80 Prozent der Stadt überfluten würde. In Manchen Häusern stand das Wasser 150 Zentimeter hoch. Man bereitete sich darauf vor, die Hälfte der 3000 Bewohner des Ortes in Notunterkünften unterzubringen. Auf dem Luftweg wurden viertausend Sandsäcke in die abgeschnittene Stadt gebracht. Der Ballone River kulminierte jedoch rund einen halben Meter unter der erwarteten Marke bei 13,5 Meter. Das war jedoch immer noch der höchste Stand seit dem Beginn der Aufzeichnungen in St George im Jahr 1890. Somit blieb es bei den zwei Dutzend überfluteten Häusern in der Stadt.

„Direkt vor meinem Fenster ist etwas, was an den Mississippi River erinnert“, kommentierte das Mitglied des Senats und Finanzsprecher der Opposition, Barnaby Joyce, dessen Familie in St George wohnt.

Vorlagen expandieren (Queensland)

DEC

St George
St George

DEC

Cunna-mulla
Cunna-
mulla

DEC

Roma
Roma

DEC

Charleville
Charleville

DEC

Eulo
Eulo

DEC

Brisbane
Brisbane
Lage der besonders betroffenen Orte

Die Vorsteherin des Balonne Shires, Donna Stewart, sagte, dass die beiden bei St George zusammenfließenden Flüsse Balonne River und Maranoa River in bekannter Zeit noch nie gleichzeitig Hochwasser führten. St George habe jedoch das Schlimmste überstanden.

Nun konzentrieren sich die Behörden auf die südlich von St George liegenden Orte. In Bollon strömt das Wasser an drei Stellen durch die Ortschaft und in Thallon hat der Moonie River die Deichkrone überschritten und einige Häuser unter Wasser gesetzt. In Dirranbandi wartet man auf die Hochwasserwelle des Balonne Rivers.

Nach neuerlichen Regenfällen ist der Bungil Creek in Roma wieder am Steigen und überschwemmte erneut Straßen und Wege, die erst einige Stunden zuvor trocken gefallen waren. Die erneute Überschwemmung von Häusern wurde hier jedoch nicht erwartet.

Sorgen machte den Behörden auch Theodore im Zentrum von Queensland, wo der Höchststand des Dawson Rivers bei 13 Metern erwartet wurde. 3000 Sandsäcke wurden von außerhalb hier her gebracht.

Auch in Cunnamulla, 800 km westlich von Brisbane, näherte sich der Warrego River der Zehn-Meter-Marke. Hier sind die Deiche auf einen Wasserstand von elf Meter ausgelegt. Die Behörden befürchten 13,2 Meter. Gefährdet sind ebenfalls Thargomindah im Westen des Bundesstaates und Moura westlich von Gladstone sowie Dirranbandi an der Grenze zu New South Wales.

Westlich von Cunnamulla hat der Paroo River die Ortschaft Eulo von der Außenwelt abgeschnitten. Hier wird der Höchststand mit etwa sechs Metern im Verlauf des 7. März erwartet.

Unklar sind noch die Auswirkungen auf die Schafherden. Mehr als zwei Millionen Tiere grasen normalerweise im Südwesten des Bundesstaates. Brent Finlay, ein Sprecher des Schafzuchtunternehmens AgForce, sagte der Presse, man hoffe, dass sich die Tiere auf höheres Gelände retten konnten. Er war jedoch zuversichtlich, da die Tiere gesund und stark seien. Gewaltige Wassermengen würden dem von Trockenheit geplagten Murray-Darling-Becken im südlich benachbarten Bundesstaat New South Wales zufließen. „Man sagt, man braucht Queensland, um den Murray-Darling zu retten. Es sieht aus, als hätten wir das getan.“

In Charleville sind die Aufräumarbeiten inzwischen in vollem Gange, obwohl Bradley’s Gully noch in einigen Straßen und Häusern steht. Regen ist in der Nacht zum Samstag nicht mehr gefallen. Manche Bewohner sortieren die Überreste ihrer persönlichen Habe, andere besitzen nichts mehr. „Die Menschen verlieren kostbare Fotos; sie verlieren persönliche Gegenstände. Das ist die Sorte Sachen, die kein Geld ersetzen kann. Wir wissen auch, dass manche Vieh und Weidezäune einbüßen“, erklärte Brooke Winters, die regionale Direktorin des Ministeriums für Gemeindeangelegenheiten.

Das Parlamentsmitglied Bruce Scott aus Roma sagte, die Flut habe mindestens 500 Kilometer Weidezäune zerstört und große Mengen Vieh mit sich genommen. In Roma waren 200 Häuser überflutet. Hier war das Wasser bereits am Fallen.

Anna Bligh, die Ministerpräsidentin von Queensland, forderte die Versicherungsunternehmen auf, Schadensfälle großzügig und rasch abzuwickeln. Blighs Appell kam nach dem Bekanntwerden der Nachricht, dass manchen Bewohnern Charlevilles der Versicherungsanspruch abgesprochen wurde, weil die Versicherungsunternehmen das Ereignis als Regenguss und nicht als Überschwemmung ansehen.

Bligh befürchtet auch negative Auswirkungen der Flutkatastrophe auf den Haushalt des Bundesstaates. Der Schaden werde hunderte von Millionen Australischer Dollar betragen. Die Premierministerin berichtete, sie habe weggespülte Eisenbahnlinien und unterbrochene Straßen gesehen.

Ein Risiko birgt auch die zu erwartende Moskitoplage. Die Insekten finden in den Überflutungsgebiete ideale Brutbedingungen vor. Sie bedeuten ein Krankheitsrisiko für die Bewohner. Zwar droht kein Denguefieber, aber das Ross-River-Virus und das Barmah-Forest-Virus stellen eine Gefahr da.

Doch Senator Joyce glaubt fest daran, dass die Nachwirkungen der Flut die Unannehmlichkeiten aufwiegen: „Wasser ist Geld, Wasser ist Wolle, Wasser ist Gemüse, Wasser ist Weizen, Wasser ist Vieh. [Die Flut] wird über die nächsten Jahre verteilt eine Milliarde Dollar bringen, von Surat bis Dirranbandi. Das bedeutet wirtschaftlichen Wohlstand für den Staat und Hilfe für die Nation.“

Themenverwandte Artikel

Quellen

Victoria
  • abc.net.au: „Wild storms sweep across Victoria“ (07.03.2010) englischsprachige Quelle
  • heraldsun.com.au: „Victorians warned of further fierce storms, hail“ (07.03.2010) englischsprachige Quelle
  • news.smh.com.au: „Victorians mop up, brace for more storms“ (07.03.2010) englischsprachige Quelle
  • theage.com.au: „Storm brings chaos to Melbourne“ (07.03.2010) englischsprachige Quelle
  • theage.com.au: „Victoria warned to brace for more severe storms“ (07.03.2010) englischsprachige Quelle
  • theage.com.au: „Storm hasn’t lifted catchments yet: Melbourne Water“ (07.03.2010) englischsprachige Quelle
Queensland
  • abc.net.au: „Fears for children amid record flooding“ (06.03.2010) englischsprachige Quelle
  • heraldsun.com.au: „Massive flood to hit Queensland bush town of St George“ (06.03.2010) englischsprachige Quelle
  • couriermail.com.au: „St George, Charleville swamped by a mighty inland sea“ (06.03.2010) englischsprachige Quelle
  • news.smh.com.au: „Thousands flee Queensland floodwaters“ (05.03.2010) englischsprachige Quelle
  • news.smh.com.au: „Flood-ravaged Qld faces huge damage bill“ (07.03.2010) englischsprachige Quelle
  • couriermail.com.au: „Towns wait grimly as floodwaters wind their way through the bush“ (07.03.2010) englischsprachige Quelle
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March 3, 2010

Hunderte flüchten in Australien vor Überschwemmungen

Hunderte flüchten in Australien vor Überschwemmungen

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Veröffentlicht: 15:25, 3. Mär. 2010 (CET)
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Der Bundesstaat Queensland liegt im Nordosten Australiens.

Sydney / Brisbane (Australien), 03.03.2010 – Der Südwesten des australischen Bundesstaates Queensland leidet derzeit unter starken Niederschlägen. Ein Monsuntief hat innerhalb von 24 Stunden – von Montagmorgen, dem 1. März, 9:00 Uhr (Ortszeit) an gerechnet – mehr als 140 Millimeter Niederschlag in die Gebiete um Quilpie und Charleville gebracht. Die starken Regenfälle beendeten eine Dürreperiode, die in Quilpie 2002, in Charleville 2003 und in Roma 2005 begonnen hatte. Vielerorts ist in den letzten sieben Tagen soviel Regen gefallen wie üblicherweise innerhalb eines ganzen Jahres.

Ein anderes Tiefdruckgebiet wiederum sorgte an der Sunshine Coast zu mehr als 150 Millimetern Regen. In Southport an der Gold Coast wurden mehr als 100 Millimeter gemessen. Weniger stark war der Regen in Brisbane, wo eine Regenmenge von 50 Litern pro Quadratmeter erreicht wurde.

Durch die starken Regenfälle wurden einige Straßenverbindungen unterbrochen, die Orte Bedourie und Birdsville sind von der Außenwelt abgeschnitten. In Bedourie war die Regenmenge die höchste seit 1938 gemessene Niederschlagsmenge, in Birdsville regnete es vom Sonntag bis Montag mit 200 Millimetern pro Quadratmeter mehr als durchschnittlich im ganzen Jahr. Hier wurden die stärksten Regenfälle seit einem Jahrhundert verzeichnet. „Ich wurde hier geboren und habe hier mein ganzes Leben verbracht und dies war der stärkste Sommerregen seit 1976“, sagte David Edwards, der Bürgermeister des Quilpie Shire. In Eromanga mussten 170 Bewohner ihre Häuser verlassen.

Die Feuerwehr musste einen Mann am überfluteten Bohle River bei Townsville im Norden des Bundesstaates in Sicherheit bringen. Der 54-Jährige konnte sich aus seinem Auto noch auf einen Baum retten, auf dem ihn die Feuerwehr schließlich fand. Er war gerade noch so aus dem Fenster seines Autos geklettert, bevor sein Auto vom Fluss davon getrieben wurde. Aus einer ähnlichen Lage wurden eine Frau mit ihrem Kind bei Charleville gerettet. Dem Unwetter sind bislang drei Personen zum Opfer gefallen. Ein 57 Jahre alter Mann stürzte mit seinem Motorrad und fiel in einen Wasserlauf, zwei weitere starben bei einem Verkehrsunfall auf nasser Fahrbahn.

Auch die Wasserläufe im Einzugsgebiet des Georgina Rivers sind über die Ufer getreten. Nach Angaben Scott Masons, der dem Rat des Diamantina Shires angehört, mussten einige der Bewohner bei Ethabuka Station mit Hubschraubern in Sicherheit gebracht werden. Bradley′s Gully hat im Murweh Shire einen Wasserstand von 150 Zentimetern erreicht, man bereitete dort die Evakuierung für den Fall vor, dass der Wasserstand 190 Zentimeter überschreiten würde. Ihre Häuser bereits verlassen mussten 500 Bewohner von Charleville am gleichen Fluss, weil dort eine Überflutung von zwei Dritteln des Stadtgebietes in einer Höhe von mehr als vier Metern erwartet wurde. Doch inzwischen fiel der Stand des Warrego Rivers wieder und nur 150 Bewohner mussten die Nacht in Notunterkünften verbringen. Die Polizei hatte zwar befürchtet, dass es zu Plünderungen kommen könnte, aber der Polizist Matthew Russell gab an, dass nur eine Person deswegen festgenommen wurde.

Starke Regenfälle sind in der Regenzeit in Queensland nicht ungewöhnlich. Unser Bild zeigt eine überflutete Straße in Townsville am 31. Januar.

Foto: robstephaustralia via Flickr

Sicherheitshalber evakuierten die Behörden auch ein Krankenhaus; 30 Patienten wurden auf dem Luftweg nach Brisbane gebracht. Nach den Worten von Neil Roberts, dem für Notfallmaßnahmen zuständigen Minister, hatte der Fluss mit 3,8 Metern in der Stadt einen Stand, der um 60  Zentimeter über dem Wert von 2008 lag, als das Hinterland Brisbanes bereits von Überschwemmungen geplagt wurde.

In Roma erreichte das Hochwasser am Bungil Creek mit 8,1 Metern den höchsten Stand. Seitdem sinkt der Wasserstand wieder. Ein Reporter der Australian Broadcasting Corporation berichtete, er habe beim Überfliegen der Stadt mit dem Hubschrauber gesehen, dass in vielen Straßen Romas das Wasser noch an die Häuser heranreiche. In Meandarra in den westlichen Darling Downs haben sich die Bewohner bereits an die Aufräumarbeiten gemacht. Kathryn McDonald, eine Bewohnerin des Ortes kommentierte, dass „die Ecke, wo sich das Royal Hotel befindet, immer noch überflutet ist, aber die Stadtbewohner halten zusammen und räumen auf“.

Weiter südlich in St George am Balonne River steht das Schlimmste noch bevor. Am 3. März um 9:00 Uhr Ortszeit (0:00 Uhr Mitteleuropäischer Zeit) hatte der Fluss einen Pegelstand von 7,62 Meter erreicht. Es wird hier erwartet, dass der Fluss ähnliche Werte wie beim Hochwasser vom April 1990 erreichen wird. Damals kulminierte der Fluss bei 12,24 Metern. Die Bürgermeisterin des Balonne Shires Donna Stewart sagte, dass Farmer an den nach St George führenden Wasserläufen telefonisch gemeldet hätten, Zeit ihres Lebens keinen so hohen Wasserstand gesehen zu haben.

Auch am Paroo River warteten die Menschen noch auf den Höhepunkt des Hochwassers mit neuen Rekordwerten.

Der Energieversorger Ergon Energy musste für einen Teil seiner Kunden aus Sicherheitsgründen die Elektrizitätsversorgung abschalten. Durch den Regen wurde auch der Eisenbahnverkehr behindert. „The Westlander“, der Brisbane mit Charleville verbindet, konnte nicht fahren, und ein Busersatzverkehr musste eingerichtet werden. Aber auch viel weiter westlich wirkten sich die starken Regenfälle aus: Weil abfließendes Regenwasser die Gleise der Bahnstrecke von Adelaide nach Darwin unterspült hatte, mussten 150 Passagiere an Bord des Ghan mit Bussen und dem Flugzeug nach Darwin gebracht werden.

Fast drei Viertel der Kommunen Queenslands wurden zum Katastrophengebiet erklärt. Nach den Angaben der Infrastructure Association könnte der Gesamtschaden ähnlich hoch werden wie bei dem tropischen Zyklon Larry, der 2006 mehr als 550 Millionen Australische Dollar Wirtschaftsschäden, weitere 370 Millionen Dollar Versicherungsschäden und 216 Millionen Dollar an ausgezahlten Nothilfen verursachte.

Viele Farmer sind jedoch über den Regen froh, da er die Wasserspeicher wieder auffüllt. Die drei Wasserspeicher, die Brisbane versorgen, haben inzwischen 80 Prozent ihrer Kapazität erreicht – zum ersten Mal seit acht Jahren. Professor Mike Young von der Universität Adelaide erklärte, dass der Regen wohl auch zur Regenerierung des Murray-Darling-Flusssystems beitrage.

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Quellen

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January 26, 2010

Tropische Zyklone hielten Australien in Schach

Tropische Zyklone hielten Australien in Schach

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Veröffentlicht: 18:25, 26. Jan. 2010 (CET)
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Zyklon Olga am 23. Januar

Foto: MODIS/NASA

Perth / Brisbane / Darwin (Australien), 26.01.2010 – Gleich drei tropische Wirbelstürme hielten in den vergangenen Tagen Australien in Schach. Zyklon Magda, der stärkste von ihnen, war in Western Australia für die Evakuierung von Bergleuten verantwortlich, die präventiv in Sicherheit gebracht wurden. Der Norden von Queensland und das Northern Territory wurden von den Zyklonen Neville und Olga bedroht.

Olga zog über die Kap-York-Halbinsel hinweg. Neville schlug eine etwas südlichere Bahn ein, konnte sich aber durch die Auswirkungen Olgas nicht richtig intensivieren und starb ab, bevor er das Festland erreichte. Der sogenannte Fujiwhara-Effekt, eine Art Tango zweier tropischer Wirbelstürme, ist ein seltenes Phänomen. Bureau-of-Meteorology-Regionaldirektor Jim Davidson erklärte, sich nicht an eine solche Wetterkonstellation in der Korallensee erinnern zu können.

Die Meteorologen des australischen Wetterdienstes hatten befürchtet, Olga könne sich zu einem „perfekten Sturm“ entwickeln, falls es dem System gelungen wäre, die Reste von Neville zu absorbieren. Queenslands Premierministerin Anna Bligh hatte die Bevölkerung vor bis zu 300 Litern Regen pro Quadratmeter gewarnt. Zwischen Cooktown und Port Douglas hatte sich die Bevölkerung ausgiebig auf das Eintreffen des Sturmes vorbereitet.

Hauptstraßen in Queensland

Kartographie: Fikri

Gegen 14:00 Uhr Ortszeit am 24. Januar überquerte Olga die Küste nördlich von Cairns am Cape Tribulation. Der Sturm entwickelte jedoch nicht wie vorhergesagt Windgeschwindigkeiten von bis zu 140  Kilometer pro Stunde. „Alle waren aufgeregt, dass etwas passieren würde, aber nichts geschah“, erklärte der Manager des Court House Hotels in Port Douglas. Windgeschwindigkeiten in Orkanstärke und Starkregen entwurzelte Bäume und überflutete Straßen in der Region. Zwischen dem 24. Januar um 9:00 Uhr und dem Abend des 25. Januar wurden in Townsville 55 Millimeter Regen gemessen und am Flughafen von Mackay waren es 51 Millimeter. Die Straßen zwischen Port Douglas und Cooktown wurden überflutet.

Der Ex-Zyklon Neville befand sich in der Nacht zum 25. Januar etwa 200 Kilometer östlich von Cardwell und der Landfall wurde am Montag für den Küstenabschnitt zwischen Townsville und Innisfail erwartet.

Der Norden Queensland liegt in den Tropen und heftige Regenfälle sind dort nicht ungewöhnlich. Die Meteorologen sagten, dass sich Olga über dem Carpentaria-Golf reintensivieren könne. Für die Golfküste zwischen Karumba, Queensland und Borrolool, Northern Territory besteht eine Sturmwarnung. „Unsere Computermodelle haben ex-Olga noch sieben bis zehn Tage lang auf den Karten, [das System] hängt um das Northern Territory oder den Carpentaria-Golf herum“, sagte Davidson.

Der tropische Zyklon Magda beschädigte an der Küste der dünnbesiedelten Region Kimberley einige Häuser, als sein Zentrum am 22. Januar gegen 5:00 Uhr Ortszeit in der Nähe von Broome die Küste überquerte. Meldungen über Schäden an der Infrastruktur wurden nicht bekannt. Zuvor hatte Mt Gibson Iron Ore Ltd. die Bergwerkstätigkeit auf Koolan Island unterbrochen und 228 Bergleute von der Insel weggebracht, 64 Arbeiter blieben als Notfallbesatzung in einem sturmsicheren Schutzraum auf der Insel. Am 25. Januar gab das Unternehmen bekannt, dass Magda keine Schäden an den Bergwerkseinrichtungen verursachte und die Produktion im Wochenverlauf wieder voll anlaufen kann.

Der Sturm hatte nach TRMM-Analysen vor dem Landfall ein Auge gebildet und westlich seines Zentrums mehr als 50 Millimeter Niederschlag abgeladen.

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Australische Zyklonsaison 2009–2010“.

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Quellen

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