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August 19, 2008

Anschlag auf das Denkmal für homosexuelle NS-Opfer

Veröffentlicht: 12:02, 19. Aug. 2008 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 19.08.2008 – Zweieinhalb Monate nach seiner Einweihung ist das Mahnmal für homosexuelle Opfer des Nationalsozialismus in Berlin bei einem Anschlag schwer beschädigt worden.

Unbekannte hatten am frühen Morgen des 17. August das Sichtfenster zerschlagen, durch das die Kuss-Szene auf einem Bildschirm zu erkennen war. Beschädigt wurde auch ein Bauzaun. Politiker aller Parteien sahen in dem Anschlag einen Beleg für eine steigende Gewaltbereitschaft gegen Homosexuelle. Am darauffolgenden Tag fand vor dem Denkmal eine Protestkundgebung mit einer Ansprache des Regierenden Bürgermeisters statt, wozu der LSVD aufgerufen hatte.

Nachdem anfangs die Kriminalpolizei tätig war, hat nun der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen, da ein Polizeisprecher einen politischen Hintergrund nicht ausschließen wollte.

Themenverwandte Artikel

Quellen

  • Spiegel Online: „Anschlag auf Homosexuellen-Mahnmal – Politiker fordern Konsequenzen“ (18.08.2008)
  • Tagesspiegel: „Proteste nach Mahnmal-Anschlag“ (18.08.2008)
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May 27, 2008

Denkmal für homosexuelle NS-Opfer wird in Berlin eingeweiht

Veröffentlicht: 11:57, 27. Mai 2008 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 27.05.2008 – Das Denkmal für homosexuelle NS-Opfer in Berlin wurde eingeweiht. Am Rande des Tiergartens in unmittelbarer Nachbarschaft zum Denkmal für die ermordeten Juden Europas wird an einem zentralen Ort in Berlin nunmehr an die homosexuellen Opfer des Terrors der Nationalsozialisten erinnert. Über 46.000 Menschen wurden zur Zeit des Nationalsozialismus nach Paragraf 175 verurteilt und Tausende von homosexuellen Menschen wurden in den Konzentrationslagern umgebracht.

Der Bundestag hatte 2003 die Errichtung des Denkmals unter Zustimmung aller im Bundestag vertretenen Parteien beschlossen.

Das Denkmal wurde der Öffentlichkeit in Berlin durch den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, und den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Bernd Neumann, übergeben. Weitere Redner waren Günter Dworek, Vorstand des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD), Albert Eckert (Initiative „Der homosexuellen NS-Opfer gedenken“) und Linda Freimane (International Lesbian and Gay Association).

Themenverwandte Artikel

Quellen

  • berlin.lsvd.de: „Ein wichtiger Schritt zur Anerkennung des Unrechts“ (27.05.2008)
  • volkerbeck.de: „Denkmal für homosexuelle NS-Opfer ist überfälliger Schritt“ (26.05.2008)
  • zeit.de: „Ein Kuss für die Ewigkeit“ (27.05.2008)
  • taz.de: „Der Kuss im Busch“ (27.05.2008)
  • spiegel.de: „Ein Mahnmal für verfolgte Homosexuelle“ (26.05.2008)
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March 20, 2008

Volker Beck stellt Strafanzeige gegen den Sänger „Bounty Killer“

Volker Beck stellt Strafanzeige gegen den Sänger „Bounty Killer“

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Veröffentlicht: 14:09, 20. Mär. 2008 (CET)
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Das Konzert des Musikers in Essen wurde bereits abgesagt

Deutschland, 20.03.2008 – Sowohl der erste Parlamentarische Geschäftsführer der grünen Bundestagsfraktion Volker Beck als auch der Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) stellten eine Strafanzeige gegen den Dancehall-Musiker Bounty Killer, der mit bürgerlichen Namen Rodney Basil Price heißt. Anlass waren dessen angekündigte Auftritte in München, Essen und Berlin. Der Sänger ruft in einigen seiner Lieder dazu auf – so der Vorwurf –, schwule Männer zu verbrennen oder zu ertränken.

Zudem wurde die Bundesregierung vom LSVD aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, dem Jamaikaner die Einreise nach Deutschland zu verweigern.

„Wir möchten Sie dringend auffordern, dafür Sorge zu tragen, dass die genannten menschenverachtenden Lieder nicht zur Aufführung kommen und dass der Interpret auf der Bühne keine Aussagen macht, die den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllen“, heißt es in dem LSVD-Schreiben an Staatsanwaltschaft, Polizei und Veranstalter. Ebenso plädierte auch Volker Beck dafür, Rodney Price kein Einreisevisum zu erteilen.

Das Konzert in Essen wurde daraufhin durch den Konzerthallenbetreiber abgesagt. Der Tourneeveranstalter ist dagegen auf der Suche nach einem neuen Veranstaltungsort. Seitens der Kultur- und Veranstaltungszentren „Backstage“ in München wurde noch keine Entscheidung bekannt gegeben und auf vertragliche Bindungen verwiesen. Auch das „Kesselhaus“ der Kulturbrauerei in Berlin äußerte sich bisher noch nicht zu dem Fall. Vier weitere Konzerte sind vom 25. März bis zum 1. April in den Niederlanden geplant.

Quellen

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April 23, 2007

Kolpingwerk verliert Arbeitsgerichtprozess gegen schwulen Mitarbeiter

Kolpingwerk verliert Arbeitsgerichtprozess gegen schwulen Mitarbeiter

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Artikelstatus: Fertig 08:02, 23. Apr. 2007 (CEST)
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Frankfurt am Main (Deutschland), 23.04.2007 – Nachdem das katholische Kolpingwerk der Diözese Limburg einem langjährigen und schwulen Mitarbeiter fristlos gekündigt hatte, hat am 18. April 2007 das Arbeitsgericht Frankfurt dies für unwirksam erklärt. Anlass für die Kündigung war das Bekanntwerden eines Chatprofils des Mitarbeiters in einem Internetportal für Schwule.

Der 53-Jährige Sozialpädagoge arbeitete seit gut 10 Jahren für das Kolpingwerk und leitete ein Wohnheim des Vereins für Auszubildende in Frankfurt. Laut Darstellung des Kolpingwerks begann der Fall im September 2006 als ein Mitarbeiter des Kolpingwerks auf der Internetseite GayRomeo das Kontaktprofil des Heimleiters entdeckte und darüber mit einer Kollegin sprach. Diese meldete sich dann mit den Daten ihres jungen Kollegen an, verabredete sich mit dem Heimleiter in einer Schwulenkneipe und sagte später das Date wieder ab. Der Vorstand des Vereins erfuhr Anfang Oktober vom Chatprofil, und kündigte den Mitarbeiter außerordentlich, nachdem dieser zugegeben hatte die Daten ins Internet gestellt zu haben.

Der Anwalt des Kolpingwerks Klaus Baumann, welcher auch Vorsitzender des Frankfurter Kolpinghauses, dem Trägerverein des Wohnheims ist, führte bei der Verhandlung aus, dass so ein Chatprofil nicht mit der katholischen Sittenlehre zu vereinbaren ist. Mehrfach betont er, dass der Heimleiter nicht gekündigt wurde, weil er schwul sei, sondern man habe die Heimbewohner vor möglichen sexuellen Kontakten mit dem schwulen Heimleiter schützen müssen und weiters habe sich der Sozialpädagoge erpressbar gemacht. Besonders angekreidet wurden von Baumann die konkreten Einträge im Profil: „In unseren Augen ist das würdelos. […] Er hat sein Geschlechtsteil öffentlich als Schwanz bezeichnet und beschrieben, welche sexuellen Praktiken er bevorzugt.“ Das sage auch etwas über den Menschen aus und sei nicht vereinbar mit dem Erziehungsauftrag des katholischen Vereins.[1] Weiters berief sich der Anwalt auf den Tendenzschutz und Sonderstatus von Kirchen als Arbeitgeber. Nach Kolping-Geschäftsführer Arnold Tomaschek habe sich der Heimleiter auch nackt mit einem Foto präsentiert. Zudem habe er Partner im Alter von 18 bis 28 Jahren für “Sexdates” gesucht.[2] Nach Angabe des Klägers war das “Nacktfoto” nur ein Bild mit freiem Oberkörper.[3]

Eine potentielle Erpressbarkeit ergibt sich erst aus dem Umstand, dass Arbeitgeber so eine Kündigung aussprechen, wie man zum Beispiel bei der Bundeswehr und der British Army inzwischen eingesehen hat. Warum der Sozialarbeiter gerade Beziehungen zu Jugendlichen in einem Abhängigkeitsverhältnis eingehen soll, die klarerweise auch bei heterosexuellen Personen vorkommen können, ist unklar. Auch eine in konservativen Kreisen öfters angenommene „Verführung zur Homosexualität“ wird heute von den meisten Sexualwissenschaftlern zurückgewiesen. Zum Sonderstatus der Kirche als Arbeitgeber sei darauf hingewiesen, dass das Kolpingwerk der Diözese Rottenburg-Stuttgart in einem Prozess um Bezahlung nach dem für den klagenden Arbeitnehmer günstigeren diözesanen Arbeitsrecht im Jahre 2001 von sich aus angegeben hat nicht unter der Kontrolle der Kirche zu stehen und auch evangelische und konfessionslose Mitarbeiter zu beschäftigen.[4] Es gibt bei Gayromeo die Möglichkeit von öffentlichen Profilen, wobei diese nur bei externer Verlinkung von Suchmaschinen erfasst werden. Sonst kann man nur innerhalb GayRomeos über verschiedene Kriterien nach Gleichgesinnten suchen. Die von Gayromeo vorgegebene Bezeichnung „Schwanz“ erscheint automatisch im Profil, sobald man die ungefähre Größe oder den Beschneidungsstatus angibt.

Schon zu Beginn stellte der Richter die Frage „Warum konnte man den Kläger nicht auffordern, sein Profil rauszunehmen und es damit gut sein lassen?“[1] Weiters erkannte er keinen konreten Bezug des Chatprofils zum Arbeitsverhältnis, stellte klar dass Sexuelle Orientierung und sexuelle Vorlieben Privatangelegenheit des Arbeitnehmers seien und damit liege kein wichtiger Kündigungsgrund vor.

Der Vorstand des Vereins will jetzt prüfen, ob er in Berufung geht. Was weiter mit dem Sozialpädagogen geschieht ist unklar, da das Kolpingwerk derzeit keine vergleichbare Stelle frei hat und die alte schon neu vergeben wurde.

Manfred Bruns, der Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) begrüßt dieses Urteil, die Ansicht des Gerichts über Privatangelegenheiten und ‚außerdienstliches Verhalten‘ und unterstreicht, dass niemand gekündigt werden darf, weil er homosexuell ist und dazu steht. Weiters meinte er:

„Diesen selbstverständlichen Grundsatz will die römisch-katholische Kirche nicht anerkennen. Deshalb hatten die Verantwortlichen vom Diözeseverband Limburg ihre Kündigung damit begründet, dass der Mitarbeiter in einem Chatprofil nach Kontakten zu anderen Homosexuellen gesucht hatte. Aber auch wenn sich der Mitarbeiter fest gebunden hätte und eine Lebenspartnerschaft eingegangen wäre, hätte ihm dies nichts geholfen. Dann wäre ihm erst recht gekündigt worden.

Wir sind sehr froh, dass der römisch-katholischen Kirche durch dieses Urteil bescheinigt wurde, dass ihre diskriminierende Praxis gegenüber ihren lesbischen und schwulen Mitarbeitern rechtswidrig ist.“ LSVD-Pressemeldung[5]

Themenverwandte Artikel

Quellen

  1. 1,0 1,1 fr-online.de: „Schwuler Sozialpädagoge bekommt Recht – Katholische Kündigungsgründe“ (19.04.2007)
  2. spiegel.de: „Heimleiter darf trotz Partnersuche weiterarbeiten“ (18.04.2007)
  3. queer.de: „Chatprofil rechtfertigt keine Kündigung – Kommentar Michael am 19.04.2007, 16:41:20 Uhr“ (19.04.2007)
  4. lexitus.com: „BAG, Urteil vom 26. 7. 2001 – 6 AZR 350/ 00“ (Lexetius.com/2001,2760 [2002/5/1203]) (26.07.2001)
  5. lsvd.de: „Sexuelles Verhalten ist kein Kündigungsgrund – Zum Urteil im Kolpingwerkprozess“ (LSVD-Pressemeldung) (19.04.2007)

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November 28, 2006

Kolpingwerk kündigt langjährigen Mitarbeiter, weil er schwul ist

Kolpingwerk kündigt langjährigen Mitarbeiter, weil er schwul ist

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Artikelstatus: Fertig 13:38, 28. Nov. 2006 (CET)
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Limburg an der Lahn (Deutschland), 28.11.2006 – Das katholische Kolpingwerk der Diözese Limburg hat einen langjährigen Mitarbeiter fristlos gekündigt. Anlass für die Kündigung war das Bekanntwerden eines Chatprofils des Mitarbeiters für Schwule im Internet. Die katholische Kirchenleitung ist, wie die fristlose Kündigung des Kolpingwerkes in Limburg zeigt, der Ansicht, dass bei Bekanntwerden der homosexuellen Identität eines Mitarbeiters eine weitere Anstellung bei katholischen Stellen nicht hinnehmbar ist. Die katholische Kolpingsleitung in Limburg erwartet, dass Angestellte auch im Privatleben ihre Identität unterdrücken und beruft sich auf den Tendenzschutz und Sonderstatus von Kirchen als Arbeitgeber.

Der Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) erklärte zur Kündigung: „Wir sind entsetzt über die unbarmherzige Haltung der Leitung des Kolpingwerkes, die einen verdienstvollen Mitarbeiter kündigt, nur weil dieser schwul ist.“ Der Lesben- und Schwulenverband hat dazu aufgerufen, sich bei Herrn Wolfgang Aumüller, dem Vorsitzenden des Kolpingwerks der Diözese Limburg, zu beschweren.

Im Gegensatz zur katholischen Kirchenleitung müssen bei den Landeskirchen der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) homosexuelle Mitarbeiter keine arbeitsgerichtliche Kündigung fürchten. Die Bischöfe der EKD in Deutschland haben bereits vor Jahren ein Papier zum Umgang mit homosexuellen Mitarbeitern verfasst, wonach diese weder aufgrund ihrer sexuellen Identität gekündigt noch in sonstiger Weise diskriminiert werden dürfen. Auch bei den Angestellten und Arbeitern in der Privatwirtschaft sowie im öffentlichen Dienst ist eine Kündigung aufgrund der sexuellen Identität in den Staaten der Europäischen Union unzulässig und verstößt gegen die europäischen Richtlinien zur Antidiskriminierung.

Der betroffene Mitarbeiter des Kolpingwerkes in Limburg hat arbeitsgerichtliche Schritte eingeleitet und Klage gegen die fristlose Kündigung erhoben. Der Richter des Verfahrens setzte einen Kammertermin für Mitte April 2007 an.

Themenverwandte Artikel

Quellen

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