WikiNews de

July 23, 2011

Thomas Strobl gewinnt Kampfabstimmung um Vorsitz der Südwest-CDU

Thomas Strobl gewinnt Kampfabstimmung um Vorsitz der Südwest-CDU

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 20:06, 24. Jul. 2011 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Ludwigsburg (Deutschland), 23.07.2011 – Die Delegierten eines Parteitags der baden-württembergischen CDU haben den bisherigen Generalsekretär Thomas Strobl zum neuen Parteivorsitzenden gewählt. Er gewann mit 63,5 Prozent relativ knapp gegen seinen Gegenkandidaten, MdL Winfried Mack.

Es handelte sich um die erste Vorsitzendenwahl mit mehr als einem Kandidaten in der Geschichte der Landespartei. Die CDU hatte in dem 1952 gebildeten Bundesland die Landespolitik stets dominiert und stellte seit 1953 auch ununterbrochen den Ministerpräsidenten, bis sie im Frühjahr 2011 erstmals bei einer Landtagswahl in die Opposition gewählt wurde. Seither stellen die Grünen den Ministerpräsidenten und stützen sich im Landtag auf eine Koalition mit der SPD, welche in der Vergangenheit bereits mehrfach auch Juniorpartner der CDU war.

Neben dem Parteivorsitzenden und dem Fraktionsvorsitzenden soll es zunächst kein drittes innerparteiliches Machtzentrum mehr geben; die Parteitagsdelegierten haben auf die Wahl eines Generalsekretärs verzichtet.

Lagerpolitische Analyse

Nach der Ansicht einiger Beobachter gibt es in der baden-württembergischen CDU zwei Lager, die sich allerdings nicht programmatisch voneinander unterscheiden. Thomas Strobl wird einem Lager um seinen Schwiegervater, den Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, den Vorsitzenden der Landtagsfraktion Peter Hauk und den ehemaligen Ministerpräsidenten und jetzigen Kommissar der Europäischen Union für Energiepolitik Günther Oettinger zugerechnet. Der unterlegene Winfried Mack hingegen gilt als Angehöriger eines Lagers um die ehemaligen Ministerpräsidenten Stefan Mappus und Erwin Teufel, dem auch Bundesbildungsministerin Annette Schavan und der Unionsfraktionsvorsitzende Wolfang Kauder zugerechnet werden.

Indem nun neben Peter Hauk als Fraktionsvorsitzendem mit Thomas Strobl ein weiterer Vertreter des Schäuble-Oettinger-Lagers eine der beiden Schlüsselpositionen in Stuttgart für sich gewinnen konnte, scheint es im Nachhall der von der verlorenen Landtagswahl markierten Zäsur zunächst lagerpolitisch einen klaren Sieger zu geben. Dies könnte insofern auch bundespolitisch von Bedeutung sein, als dass Volker Kauder als Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU in Berlin nunmehr zumindest nach außen nicht mehr über eine überzeugende Hausmacht zu verfügen scheint.

Das Vorhandensein solcher Lager wird allerdings von ihren angeblichen Protagonisten stets bestritten.

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

December 31, 2008

Heinrich Pommerenke nach 49 Jahren Haft gestorben

Heinrich Pommerenke nach 49 Jahren Haft gestorben

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 17:57, 31. Dez. 2008 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Ludwigsburg (Deutschland), 31.12.2008 – Heinrich Pommerenke ist tot. Der als „Scheusal vom Schwarzwald“ bekannte Serientäter verbüßte wegen vier Morden, sieben Mordversuchen, sechs Raubüberfällen und zwei Vergewaltigungen eine lebenslange Freiheitsstrafe. Bereits 2001 hätte er aufgrund der Haftzeit entlassen werden können, doch er galt weiterhin als äußerst gefährlich, so dass ihm der Gang in die Freiheit verwehrt blieb.

Der Fall Pommerenke gilt in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland als einmalig. 1950 war er aus der DDR in die Bundesrepublik übergesiedelt. In Deutschland, Österreich und der Schweiz beging Pommerenke Verbrechen. So wurde er in Schaffhausen (Schweiz) wegen Vergewaltigung verurteilt. Ende der 1950er Jahre ermordete und vergewaltigte er Frauen in Serie. Am 19. Juni 1959 fand ein Schneider ein abgesägtes Gewehr in einer Aktentasche und verständigte die Polizei, die Pommerenke anschließend festnahm. 2006 sagte er, dass er keine andere Wahl gehabt habe um aufzuhören. Ob dies stimmt oder die Entdeckung des Gewehrs ein Zufall ist, lässt sich nicht mehr ermitteln.

Bei der Polizei legte Pommerenke ein umfangreiches Geständnis ab, in dem er 65 Taten einräumte. Aus den insgesamt 156 Jahren Haft bildete das Landgericht Freiburg sechs lebenslange Freiheitsstrafen. Nach 34 Jahren bekam er erstmals auf Verantwortung des JVA-Direktors Freigang, was Kritik nach sich zog. In den 1990er Jahren prüfte das Bundesverfassungsgericht den Fall und stellte fest, dass es menschenrechtswidrig sei, die Möglichkeit der Freiheit zu einem „von Siechtum und Todesnähe gekennzeichneten Lebensrest zu reduzieren“. Pommerenke galt als schwerkrank, doch war er weiterhin rückfallgefährdet. Zuletzt verbrachte er deshalb den Rest seines Lebens in Haft. Am 27. Dezember 2008 starb er an den Folgen einer Blutkrankheit nach 49 Jahren Haft im Gefängniskrankenhaus Hohenasperg bei Ludwigsburg.

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

January 20, 2007

KZ-Aufseherin nach 60 Jahren enttarnt

KZ-Aufseherin nach 60 Jahren enttarnt – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

KZ-Aufseherin nach 60 Jahren enttarnt

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artikelstatus: Fertig 18:29, 20. Jan. 2007 (CET)
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

San Francisco (Vereinigte Staaten) / Ludwigsburg (Deutschland), 20.01.2007 – Elfriede Huth – heute Elfriede Rinkel –, Aufseherin eines deutschen Konzentrationslagers während der Nationalsozialistischen Diktatur, ist in Kalifornien enttarnt worden. Die heute 84-Jährige, die in Nob Hill in San Francisco wohnte, soll von Juni 1944 bis Mai 1945 in Ravensbrück mit einem Schäferhund Häftlinge bewacht haben.

Das Konzentrationslager Ravensbrück war das größte Konzentrationslager für Frauen. Dort wurden 132.000 Frauen und Kinder sowie 20.000 Männer gefangen gehalten. 1945, als Rinkel dort arbeitete, wurden tausende Gefangene auf Anordnung der SS in Gaskammern getötet.

Nachdem sie in den 1950-ern in die Vereinigten Staaten gezogen war, lernte sie dort ihren späteren Ehemann Fred Rinkel kennen, der im Januar 2004 verstarb. Fred Rinkel war ein aus Deutschland geflohener Jude. Es wird vermutet, dass er nie von der Vorgeschichte seiner Frau erfahren hat, die angab, später neben ihm beerdigt werden zu wollen.

Am 4. Oktober 2004 wurde Elfriede Rinkel vom Office of Special Investigations besucht, einer Organisation, die nationalsozialistische Verbrecher und Verbrecherinnen verfolgt. Frau Rinkel gestand, im Konzentrationslager Ravensbrück gearbeitet zu haben. Dort habe sie sich freiwillig als Hundeführerin gemeldet, da diese Tätigkeit besser bezahlt gewesen sei als gewöhnliches Aufsehertum. Sie behauptete, sich immer korrekt verhalten zu haben.

Die Vereinigten Staaten einigten sich mit Rinkel darauf, dass sie für immer die Vereinigten Staaten verlässt und ihre Greencard zurückgibt. Dafür sahen die Vereinigten Staaten von einer weiteren Verfolgung ab. Elfriede Rinkel reiste nach Deutschland zurück. Erst nach ihrer Abreise informierten die Behörden der Vereinigten Staaten die deutschen Behörden. Nachdem sie einige Zeit auf einem Bauernhof im Rheinland bei Verwandten verbrachte, reiste Rinkel vermutlich in die Schweiz, wo sie sich heute befinden soll.

Insa Eschenbach, eine Historikerin und Direktorin der Gedenkstätte des KZ Ravensbrück, hält dies für eine Schutzbehauptung. Hunde dienten in den Konzentrationslagern als Waffe, die rücksichtslos eingesetzt werden konnten. Einige Aufseherinnen ließen die Tiere auf Gefangene los, denen sie mit manchmal tödlichen Folgen schwere Bissverletzungen am ganzen Körper zufügten.

Die heute 83-jährige KZ-Überlebende Helga Luther berichtete von zwei Aufseherinnen, die Neuankömmlinge zusammen mit SS-Männern empfingen. Bei ihrer Ankunft in Ravensbrück roch es nach verbranntem Fleisch und Feuer. Dabei wurden die Gefangenen von den Aufseherinnen als „Drecksstücke“ bezeichnet.

Oftmals mussten Häftlinge stundenlang in der Kälte strammstehen, so Luther weiter. Durch eine Öffnung im Schritt mussten dabei die Häftlinge urinieren und defäkieren. Die Ausscheidungen wurden später mit Kies überschüttet.

Da andere Verbrechen verjährt sind, prüft die Zentralstelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg derzeit nur, ob sich bei Elfriede Rinkel Mord oder Beihilfe zum Mord nachweisen lässt. Falls dies nachgewiesen werden kann, droht der heute 84-Jährigen eine lebenslange Freiheitsstrafe. Auch das Simon-Wiesenthal-Zentrum in Jerusalem pocht auf ein Gerichtsverfahren.

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.