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February 9, 2013

Berlin: Bundesbildungsministerin Annette Schavan tritt zurück

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Veröffentlicht: 17:20, 9. Feb. 2013 (CET)
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Johanna Wanka – die neue Bundesbildungsministerin

Anette Schavan

Berlin (Deutschland), 09.02.2013 – Die Bundeskanzlerin gab heute in Berlin den Rücktritt der Bundesbildungsministerin Annette Schavan bekannt. Hintergrund ist die Aberkennung des Doktortitels durch die Universität Düsseldorf am Dienstag. Der Fakultätsrat der Universität geht davon aus, dass Schavan in ihrer schriftlichen Arbeit vorsätzlich getäuscht hat.

Die Exministerin: „Ich habe in meiner Dissertation weder abgeschrieben noch getäuscht, die Vorwürfe treffen mich tief“ und „der heutige Tag ist der richtige Tag zu gehen, ich werde mich auf mein Bundestagsmandat konzentrieren“. Schweren Herzens habe sie die Bitte von Frau Schavan zurückzutreten angenommen, so die Bundeskanzlerin. Angela Merkel gab unmittelbar bekannt, wer die Nachfolge im Ministeramt antreten wird. Es handelt sich um Johanna Wanka. Sie ist seit dem 27. April 2010 im niedersächsischen Kabinett von David McAllister Ministerin für Wissenschaft und Kultur.

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January 3, 2011

Koptische Christen befürchten auch in Deutschland Anschläge

Koptische Christen befürchten auch in Deutschland Anschläge

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Veröffentlicht: 15:52, 3. Jan. 2011 (CET)
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Koptische Christen befürchten auch in Deutschland Anschläge
Das Image Ägyptens ist islamisch. Diesem Image würde es schaden, zu sagen, dass man so viele Christen im Land hat. Die Regierung will die islamische Welt beeindrucken. Das Ziel eines islamischen Landes ist ja die Beseitigung der ‘Ungläubigen’. Und außerdem: Wenn die Regierung zugäbe, dass es so viele Kopten gibt, müsste sie sich fragen lassen, warum diese in Regierung oder Administration nicht entsprechend repräsentiert sind.
Koptische Christen befürchten auch in Deutschland Anschläge

– Foaud Ibrahim in: „Zeugnis eines deutschen Kopten über Koptenverfolgung“ lt. koptisch.wordpress.com

Wiesbaden (Deutschland) / Alexandria / Kairo (Ägypten), 03.01.2011 – Nach dem Anschlag auf eine koptische Kirche in der Silvesternacht in der ägyptischen Stadt Alexandria fürchten auch in Deutschland lebende Kopten um ihr Leben. Das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) soll Medieninformationen zufolge koptische Priester in Deutschland über Anschlagspläne informiert haben. Im Internet sollen angeblich Pläne bekannt geworden sein, wonach in der Nacht vom 6. auf den 7. Januar Terrorakte auf Kopten geplant sind. Insbesondere das Bundesland Hessen sei dabei genannt worden.

Bei dem Anschlag auf die Kirche in Alexandria waren mindestens 21 Menschen getötet und fast 100 verletzt worden. Am Sonntag demonstrierten nach Presseberichten hunderte Kopten in Alexandria und Kairo gegen die ägyptische Regierung. Sie verlangten mehr Schutz vor den Übergriffen gegen ihre Religionsgemeinschaft.

Die deutsche Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) forderte eine Distanzierung der in Deutschland und in aller Welt lebenden Muslime gegen die Verfolgung der Kopten in Ägypten: „Wenn die Muslime selbst protestieren, bewirkt das viel mehr, als wenn wir das tun.“ Der Protest in Deutschland lebender Muslime sei jedoch von besonderer Bedeutung, da diese in Deutschland ihren Glauben frei ausüben könnten.

Als Begründer der koptischen Kirche gilt der Evangelist Markus, der auch erster Bischof von Alexandria war. Zwischen 15 und 20 Millionen koptische Christen gibt es weltweit. Die meisten von ihnen leben in Ägypten. Foaud Ibrahim, emeritierter Professor für Sozialgeographie und Regionale Geographie Afrikas an der Universität Bayreuth, schätzt die Zahl der in Ägypten lebenden Kopten auf neun Millionen Menschen, das sind etwa 13 Prozent der Bevölkerung. Die offiziellen Angaben liegen niedriger. In Deutschland existieren etwa 10 Gemeinden der Kopten, nach Schätzung Ibrahims mit etwa 3.000 Mitgliedern. In Österreich leben über 5.000 Kopten. Auch in der deutschsprachigen Schweiz und der Westschweiz sind die Kopten mit mehreren Gemeinden in einigen Städten vertreten.

Die Verfolgung der Kopten in Ägypten hat bereits eine längere Vorgeschichte. In einem Blog der Kopten wird über immer weiter um sich greifende Diskriminierung und Gewalt gegenüber den in Ägypten lebenden Kopten berichtet. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) berichtete anlässlich der Parlamentswahlen in Ägypten am 28. November 2010 über „willkürliche und brutale Gewalt gegen koptische Christen“. Demonstrationen von Kopten gegen die Diskriminierung ihrer Religion und der Mitglieder der koptischen Gemeinden in Ägypten wurden von der Polizei mehrfach mit Gewalt aufgelöst, berichtete die GfbV. Am 10. Dezember 2010 fanden Medienberichten zufolge Übergriffe von Sicherheitsorganen auf die koptische Gemeinde im Distrikt Omrania statt. Drei Menschen sollen dabei getötet und Dutzende verwundet worden sein. In Omrania, wo über zehntausend Kopten leben sollen, kämpft die koptische Gemeinde seit 2003 um die Genehmigung zum Bau einer koptischen Kirche. Bei der Polizeiaktion wurden über 150 Kopten verhaftet, die ihren Forderungen zum Bau einer Kirche mit einem Sitzstreik Nachdruck verleihen wollten. In einer Predigt vom 22. Dezember vergangenen Jahres berichtete der koptische Bischof Sorial von Melbourne und Neuseeland über die Diskriminierung der Kopten in Ägypten und die Verhaftung von 153 Kopten bei diesem Anlass. Er bezog sich auf die Verhaftungen in Omrania, als er sagte: „Ich bin mir ohne jeden Zweifel sicher, dass sie jetzt in den Gefängnissen auf barbarischste Weise gefoltert werden. Wir fordern die ägyptische Regierung heute noch [auf], alle diese unschuldigen Kopten freizulassen.“

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Terrorismus
  • Portal:Diskriminierung
  • Portal:Religion

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July 7, 2009

Bundesbildungsministerin Annette Schavan spricht sich für Korrekturen an Bologna-Reform aus

Bundesbildungsministerin Annette Schavan spricht sich für Korrekturen an Bologna-Reform aus

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Veröffentlicht: 22:00, 7. Jul. 2009 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 07.07.2009 – Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) hat heute in Berlin die Hochschulen und Länder zu Korrekturen bei der Einführung der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge aufgefordert. Die Studiengänge waren im Rahmen des Bologna-Prozesses eingeführt worden, in dessen Rahmen ein gemeinsamer europäischer Hochschulraum entstehen soll. Eine umfassende Reform der Lehrpläne sei notwendig, so die Ministerin, um die beklagte Stofffülle und Verschulung im Bachelorstudium zu beseitigen. Außerdem sollten die Studienzeitvorgaben flexibler gestaltet und der Zugang zum weiterführenden Masterstudium nicht künstlich beschränkt werden, äußerte sich Schavan. Grundsätzlich hält sie aber an der Reform fest.

20 Studentenvertreter, darunter die Organisatoren des bundesweiten „Bildungsstreiks“, und Vertreter der Hochschulrektoren- und Kultusministerkonferenz waren nach massiven Studentenprotesten Mitte Juni auf Einladung der Bundesbildungsministerin zu einem runden Tisch über die Probleme der Bologna-Studienreform nach Berlin gekommen. Vier Stunden sprachen die Teilnehmer über die Probleme, die im Zusammenhang mit der Reform entstanden sind. Während die Ministerin die Auffassung vertrat, das Gespräch habe sich gelohnt, sahen es die meisten Studenten kritischer: „Wir hätten uns mehr Konkretes gewünscht“, sagte die Vertreterin vom „fzs“, Anja Gadow. Außerdem wiesen Vertreter des „fzs“ darauf hin, dass dem Bund nach der Föderalismusreform die Kompetenz fehlen würde, bundeseinheitliche Regelungen zur Bologna-Reform zu treffen.

Die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, Margret Wintermantel, sagte: „Wir nehmen die studentische Kritik an der Verschulung des Bachelorstudiums ernst.“ Sie sprach sich für eine Verminderung der Prüfungsdichte aus. Sie räumte ein, dass es bei der Einführung der Bachelorstudiengänge vor zehn Jahren „Fehlentwicklungen“ gegeben habe.

Vor dem Ministerium versammelten sich Vertreter der Proteste spontan zu einer Kundgebung. In der offiziellen Pressekonferenz waren sie nicht zu Wort gekommen. Die Sprecherin Paula Rauch zeigte sich enttäuscht: Verbesserungsvorschläge seien ignoriert worden, auf studentische Forderungen sei nicht eingegangen worden. Sie könne nicht nachvollziehen, weshalb der Öffentlichkeit gegenüber Einigkeit verkündet worden sei. Es sei während des Gespräches nicht ergebnisoffen diskutiert worden.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Bildung

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February 21, 2009

Neue deutsche Antarktisstation „Neumayer III“ geht in Betrieb

Neue deutsche Antarktisstation „Neumayer III“ geht in Betrieb

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Veröffentlicht: 12:25, 21. Feb. 2009 (CET)
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Lage der Forschungsstation Neumayer III in der Antarktis

Antarktika / Bremerhaven (Deutschland), 21.02.2009 – Die deutsche Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) eröffnete am Freitag die Forschungsstation Neumayer III auf dem Ekström-Schelfeis der Atka-Bucht am nordöstlichen Weddell-Meer. Stolz sprach die Ministerin von einem „Meisterwerk der Ingenieurskunst”.

Die Betonfüße lassen sich hydraulisch anheben.

Umzug in die neue Unterkunft

In der Tat bietet die neue Station einige technische Highlights, die die Nachteile der älteren Vorgänger überwinden sollen. Die jetzt außer Betrieb gehende Station Neumayer II – knapp sieben Kilometer von der neuen Station entfernt – ist inzwischen 15 Meter tief im arktischen Schnee „versunken“. Da sich das Schelfeis ständig in Bewegung befindet, litt diese unter dem Druck des Eises. Inzwischen sind die „Tunnelrohr“-Segmente so stark deformiert, dass die Wissenschaftler dort nicht mehr sicher arbeiten können.

So sieht die Zukunft aus

Wichtigstes Feature der neuen Station ist die Stelzenkonstruktion, auf denen sie ruht. Die insgesamt 2.300 Tonnen schwere Station mit einer Nutzfläche von 4.473 Quadratmetern ruht auf 16 „Füßen“, die durch ein hydraulisches Gestänge einzeln angehoben werden können, wenn neuer Schnee die Station zu bedecken droht. Unter die angehobenen Füße kann nun Schnee in die entstandenen Hohlräume eingeblasen werden, so dass der Untergrund nach und nach erhöht werden kann. Auf diese Weise drückt die dritte Neumayer-Station den Schnee nach unten weg und bleibt immer an der Oberfläche.

Die Ingenieure vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven, die für die Neukonstruktion verantwortlich sind, rechnen mit einer Lebensdauer von 30 Jahren für die neue Station. Sie liegt damit deutlich über der Lebensdauer der älteren Stationen Neumayer I und II. Mit Neumayer I war Deutschland 1981 in die Antarktisforschung eingestiegen. 1992 war dann die Nachfolgestation in Betrieb genommen worden. Die Vorgängerstationen bestanden im Prinzip aus zwei 90 Meter langen Stahlröhren, die unter die Oberfläche vergraben wurden. So waren die Forscher zwar vor den arktischen Stürmen gut geschützt, sahen aber – außer durch Webcams – eigentlich „keine Sonne“. Die neue Station bietet den Forschern mehr Bequemlichkeit und Möglichkeiten zur Entspannung, beispielsweise eine Sauna und einen Sportraum.

Kante des Ekström-Schelfs an der Nordseite der Antarktis

Die Arbeit auf der Station und deren Geldgeber

Kernstück der Station bilden natürlich die zahlreichen Labore für die wissenschaftliche Forschung. In der hochmodernen 68 Meter langen und 24 Meter breiten Station finden zwölf Labore Platz, die sich auf vier Stockwerke verteilen. Zum Forschungsprogramm gehören Untersuchungen des Erdmagnetfeldes, der chemischen Zusammensetzung der Luft, die Sammlung von Wetter- und Ozondaten sowie die Erfassung und Auswertung seismischer Wellen. Von besonderem politischen Interesse für die Bundesrepublik Deutschland sind die Möglichkeiten zur Erfassung von Infraschall-Daten. Diese ermöglichen Aussagen über mögliche Atomtests, die irgendwo auf der Erde stattgefunden haben. Zusammen mit der Auswertung von Daten aus den anderen Stationen, die zusammen ein flächendeckendes Netzwerk bilden, trägt die Forschungsstation dazu bei, die Einhaltung des Atomwaffensperrvertrages zu überprüfen. Deutschland ist Vertragsstaat dieses völkerrechtlichen Vertrages. Nicht zuletzt diese politische Motivation erleichtert es dem AWI, die Gelder für den Bau, den Betrieb und die Erhaltung der Station zu erhalten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) trat als Hauptgeldgeber der 39 Millionen Euro teuren wissenschaftlichen Einrichtung in Erscheinung. An der Finanzierung sind aber auch die Bundesländer Brandenburg, Bremen und Schleswig-Holstein beteiligt.

Commons-logo.svg Wikimedia Commons: Weitere Bilder, Videos oder Audiodateien zum Thema „Neumayer Station“.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Antarktika
  • Portal:Wissenschaft

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May 15, 2006

OECD: Schlechte Chancen für Migrantenkinder im deutschen Bildungssystem

OECD: Schlechte Chancen für Migrantenkinder im deutschen Bildungssystem

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Artikelstatus: Fertig 21:54, 15. Mai 2006 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 15.05.2006 – Kinder aus Familien ausländischer Herkunft (so genannte Migranten) haben im deutschen Bildungssystem schlechtere Lernchancen als in anderen Ländern. Dies geht aus einer Studie der OECD hervor, die auf dem Datenmaterial der PISA-Studie des Jahres 2003 beruht.

Bei dieser Studie waren die Leistungen von Kindern aus 17 Ländern (darunter die OECD-Länder Australien, Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Kanada, Luxemburg, Neuseeland, Niederlande, Norwegen, Österreich, Schweden, der Schweiz und den Vereinigten Staaten sowie Hongkong (China), Macau (China) und der Russischen Föderation, die nicht der OECD angehören) in den Lernbereichen Mathematik, Lesekompetenz sowie naturwissenschaftliche Kompetenz und problemlösenden Fähigkeiten untersucht worden.

Kinder mit einer Familiengeschichte, in der eine Ein- oder Zuwanderung eine Rolle gespielt hat, weisen deutlich schlechtere Lernergebnisse im Vergleich zu ihren Mitschülern einheimischer Herkunft aus. Trotz nachweislich hoher Lernmotivation dieser Kinder weisen diese erhebliche Lerndefizite auf. Besonders auffällig sind die Leistungsunterschiede zu den gleichaltrigen Kindern, die in dem jeweiligen Land geboren wurden, in Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Österreich und der Schweiz. Ein Viertel aller Kinder mit Migrationshintergrund erreichen in den meisten europäischen Ländern nicht die „Kompetenzstufe 2“ im Bereich der mathematischen Fähigkeiten, die von der Pisa-Studie als „Basisniveau an Mathematikkompetenz“ definiert wurde und deren Erreichung erforderlich ist, um auf dem Arbeitsmarkt eine realistische Chance für eine Berufsausübung zu haben. Von den Kindern der zweiten Generation bleiben in Deutschland 40 Prozent unterhalb des Niveaus der so definierten „Kompetenzstufe 2“. Damit liegt Deutschland noch hinter anderen europäischen Ländern.

Nach Auskunft von OECD-Direktorin Prof. Dr. Anne-Barbara Ischinger, die den Bericht (englischer Originaltitel: „Where Immigrant Students Succeed – a comparative Review of Performance and Engagement from PISA 2003“) in Berlin heute vorstellte, beträgt der Leistungsrückstand der zweiten Generation rechnerisch etwa zwei Schuljahre. Besonders seien davon die Kinder türkischer Familien betroffen. In Bezug auf die Ursachen kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass dem Spracherwerb der gesprochenen Unterrichtssprache eine wichtige Rolle beim Zustandekommen der Lerndefizite zukomme.

Auf der Suche nach den Ursachen der Lerndefizite sind die Forscher auch der Frage nachgegangen, welche Rolle die Höhe der Zuwanderungsquote an Migranten in einem Land für die Qualität der Bildung von Migrantenkindern zukomme. Das überraschende Ergebnis ist: Die Zuwanderungsquote hat keinen entscheidenden Einfluss auf das Abschneiden dieser Kinder in vergleichenden Datenreihen. Umgekehrt erhalten sogar Kanada, Neuseeland und Australien ein ausgesprochenes Lob für ihre erfolgreiche Integrationspolitik gegenüber den Migrantenkindern, gelten diese Länder doch als klassische Zuwanderungsländer. Dabei stießen sie jedoch erneut auf einen schon bekannten Faktor, dessen Bedeutung auch durch diese Studie erneut belegt wird: die Rolle der sozialen Herkunft. Kinder aus sozial benachteiligten Familien haben – unabhängig von ihrer nationalen oder ethnischen Herkunft – schlechtere Bildungschancen.

CDU-Bildungsministerin Annette Schavan bezeichnete die Ergebnisse der Studie als „Besorgnis erregend“. Sie betonte die Notwendigkeit einer besseren frühkindlichen Förderung der Migrantenkinder, die einher gehen müsse mit einer systematischen Sprachförderung über die gesamte Zeit ihres schulischen Bildungsweges vom Kindergarten bis zur Berufsausbildung. Mit dieser Forderung erhielt sie Unterstützung von anderen Spitzenpolitikern der Koalitionsparteien CDU, CSU und SPD.

In einer Stellungnahme geht auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) den Gründen für das Versagen der deutschen Bildungspolitik nach. In diesem Zusammenhang weist die Lehrer-Gewerkschaft darauf hin, dass der Zusammenhang zwischen Lerndefiziten mit der frühen Selektion der Kinder im deutschen Schulwesen ignoriert werde. Die Sammlung von Kindern mit einem Migrationshintergrund im Hauptschulbereich schaffe ungünstige Ausgangsbedingungen für eine positive Lernentwicklung. Das Lernklima an dieser Schulform führe dazu „dass im Alter von 15 Jahren bei gleich intelligenten und fähigen Kindern ein Rückstand von durchschnittlich ca. 1,5 Schuljahren […] verglichen mit Schülern, die das Gymnasium besuchen, entstanden ist.“ Nach Ansicht der GEW weisen die Daten darauf hin, dass nur in einem integrativen Schulsystem, in dem die Trennung der traditionellen Schulformen Hauptschule, Realschule und Gymnasium aufgehoben ist, die Bildungschancen von Kindern aus Elternhäusern von Migranten verbessert werden könne. Dies zeigten auch die positiven Ergebnisse in einigen untersuchten Ländern, die integrative Systeme haben.

Die OECD-Direktorin Ischinger betonte ebenfalls die nachteilige Wirkung der Sammlung von Migrantenkindern im Hauptschulbereich.

Themenverwandte Artikel

  • UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Bildung kritisiert Bildungsföderalismus in Deutschland (21.02.2006)

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February 21, 2006

UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Bildung kritisiert Bildungsföderalismus in Deutschland

UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Bildung kritisiert Bildungsföderalismus in Deutschland

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Artikelstatus: Fertig 19:38, 21. Feb. 2006 (CET)
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Berlin (Deutschland), 21.02.2006 – Der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Bildung, Vernor Muñoz, hat zum Abschluss seiner zehntägigen Informationsreise durch Deutschland Kritik am Bildungsföderalismus geübt.

Vernor Muñoz reiste vom 13. bis zum 21. Februar auf Einladung der Bundesregierung durch Deutschland, um zu untersuchen, wie das Recht auf Bildung in Deutschland gewährleistet ist. Im Zentrum der Untersuchungen des UN-Sonderberichterstatters standen der Zugang zu Bildung, die Qualität der Bildungseinrichtungen sowie die spezielle Situation von Kindern mit Migrationshintergrund, wirtschaftlich und sozial benachteiligten Kindern und Kindern mit Behinderung. Zum Auftrag des Sonderberichterstatters zählte außerdem die Untersuchung der Reformen nach den Ergebnissen der PISA-Studien. Während seines Deutschlandaufenthalts traf sich Vernor Muñoz mit Regierungsvertretern, Vertretern von Nichtregierungsorganisationen, Erziehungswissenschaftlern, Medienvertretern und Schülern. Er besuchte Schulen, Kindergärten und andere Bildungseinrichtungen. Einen ausführlichen Bericht über seine Beobachtungen des deutschen Schulsystems wird Vernor Muñoz im nächsten Jahr der UN-Menschenrechtskommission vorlegen. Der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Bildung ist ein von den Vereinten Nationen ernannter unabhängiger Experte mit dem Auftrag, das Recht auf Bildung in allen Ländern zu fördern und sicherzustellen.

Vernor Muñoz kritisierte die zunehmenden Kompetenzen der Bundesländer im Bildungsbereich. Zum Abschluss seines Besuchs sagte er heute in Berlin, dass der Bund dadurch die Möglichkeit verliere, eine Einheit zu gewährleisten. Die Kritik des UN-Sonderberichterstatters richtet sich insbesondere gegen zu große Unterschiede zwischen einzelnen Bundesländern. Auch zur Chancengleichheit im deutschen Schulsystem äußerte sich der Juraprofessor aus Costa Rica, der auch Philosophie und Erziehungswissenschaften studiert hat, kritisch. Seiner Meinung nach finde die Zuteilung der Schüler auf unterschiedliche Schularten in Deutschland sehr früh statt. Vernor Muñoz betonte, dass der Zugang zu Bildung ein Menschenrecht sei. Positiv äußerte sich der Sonderberichterstatter über die Bemühungen, vorschulische Bildung stärker zu fördern. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) reagierte zurückhaltend auf die Kritik am föderalen Schulsystem. Laut Schavan gehe es um gemeinsame Ziele auf der einen und Selbstständigkeit auf der anderen Seite.

Als Ergebnis seiner Beobachtungen formulierte Vernor Muñoz vier Empfehlungen an die deutsche Politik: Erstens fordert Muñoz von der Bundesregierung die Aufgabe des Vorbehalts gegen die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen. Dies spielt vor allem für den Status von Migranten eine wichtige Rolle. Bei diesem Aspekt hatten Nichtregierungsorganisationen und Kirchenvertreter in Gesprächen mit dem UN-Inspektor ihre Bedenken vorgebracht. So würden Kinder illegaler Migranten aufgrund des unklaren Aufenthaltsstatus ihrer Eltern oft nicht eingeschult. Zweitens müsse laut Muñoz die vorschulische Bildung kostenlos sein. Drittens solle die Menschenrechtserziehung bei der Weiterbildung von Lehrern künftig eine wichtigere Rolle spielen. An vierter Stelle seiner Empfehlungen fordert der Bildungsexperte der UN eine Aufgabe der Zuteilung der Schüler auf verschiedene Schularten nach der vierten Klasse. Generell sei ein weiterer Dialog über die Struktur des Schulsystems in Deutschland notwendig, so Vernor Muñoz.

Themenverwandte Artikel

Zu den Schwerpunkten des Regierungsprogramms der amtierenden Bundesregierung sowie zur bildungspolitischen Diskussion in Deutschland:

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October 17, 2005

Regierungsmannschaft um Angela Merkel ist komplett

Regierungsmannschaft um Angela Merkel ist komplett

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Artikelstatus: Fertig 21:28, 20. Okt. 2005 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 17.10.2005 – Nach der SPD hat nun auch die zukünftige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am heutigen Montag die sieben Ministerkandidaten der Union vorgestellt. Nun ist die Besetzung der Mininsterposten in der neuen Bundesregierung komplett.

Das Amt des Wirtschaftsministers soll demnach Edmund Stoiber übernehmen. Ebenso wurde der CSU-Vorschlag umgesetzt, Horst Seehofer zum neuen Minister für Landwirtschaft und Verbraucherschutz zu machen. Wie erwartet wurde Annette Schavan als Bildungs- und Ursula von der Leyen als Familienministerin nominiert. Kanzleramtschef wird voraussichtlich der sächsische Innenminister Thomas de Maizière, Innenminister wird Wolfgang Schäuble. Obwohl Angela Merkel im Amt des Verteidigungministers lieber CSU-Landesgruppenchef Michael Glos gesehen hätte, einigte sich die Union auf Franz Josef Jung.

Alle Minister im Überblick
Ressort Minister(in) Partei
Bundeskanzlerin Angela Merkel CDU
Arbeitsminister, Vizekanzler Franz Müntefering SPD
Wirtschaftsminister Edmund Stoiber CSU
Finanzminister Peer Steinbrück SPD
Außenminister Frank-Walter Steinmeier SPD
Innenminister Wolfgang Schäuble CDU
Verteidigungsminister Franz Josef Jung CDU
Gesundheitsministerin Ulla Schmidt SPD
Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee SPD
Umweltminister Sigmar Gabriel SPD
Bildungs- und Forschungsministerin Annette Schavan CDU
Landwirtschafts- und Verbraucherschutzminister Horst Seehofer CSU
Familienministerin Ursula von der Leyen CDU
Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul SPD
Justizministerin Brigitte Zypries SPD
Kanzleramtschef Thomas de Maizière CDU

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Deutsche Bundestagswahl 2005

Hinweis: Das am 22. Nov. 2005 ernannte Bundeskabinett hat eine abweichende Zusammensetzung, siehe auch Edmund Stoiber wird kein Regierungsmitglied.


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August 17, 2005

Angela Merkel hat ihr Wahlkampfteam vorgestellt

Angela Merkel hat ihr Wahlkampfteam vorgestellt

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Berlin (Deutschland), 17.08.2005 – Die Kanzlerkandidatin der Union, Angela Merkel (CDU), hat heute ihr „Kompetenzteam“ vorgestellt. Abgesehen vom Ministerpräsidenten Thüringens, Dieter Althaus (CDU), sind alle Mitglieder bereit, später im Falle der Regierungsübernahme im Bundeskabinett mitzuwirken.

Die Mitglieder sind im Einzelnen:

  • Prof. Paul Kirchhof (parteilos) – Finanzen und Haushalt
  • Peter Müller (CDU) – Wirtschaft und Arbeit
  • Wolfgang Schäuble (CDU) – Außen-, Sicherheits- und Europapolitik
  • Günther Beckstein (CSU) – Innenpolitik und Justiz
  • Ursula von der Leyen (CDU) – Familienpolitik und soziale Sicherheit
  • Annette Schavan (CDU) – Innovation, Forschung und Bildung
  • Gerda Hasselfeldt (CSU) – Landwirtschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz
  • Norbert Lammert (CDU) – Kulturpolitik
  • Dieter Althaus (CDU) – „Aufbau Ost“

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Deutsche Bundestagswahl 2005

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December 6, 2004

Merkel mit 88,4 Prozent wieder CDU-Chefin

Merkel mit 88,4 Prozent wieder CDU-Chefin

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Düsseldorf (Deutschland), 06.12.2004 – Angela Merkel wurde mit 88,4 Prozent der Stimmen zum dritten Mal zur CDU-Vorsitzenden gewählt. Die 50-jährige erhielt auf dem Parteitag in Düsseldorf 839 Stimmen, 110 Gegenstimmen und 15 Enthaltungen, die als ungültige Stimmen gewertet wurden.

Merkel sank im Gegensatz zu ihrem Ergebnis der letzten Wahl in Hannover um 5,3 Prozentpunkte erneut auf ihr schlechtestes Ergebnis als CDU-Vorsitzende, sie nahm die Wahl aber trotzdem an. Damit bleibt Angela Merkel voraussichtlich bis 2006 Bundesvorsitzende der CDU.

Bei der Wahl im Jahr 2002 konnte Merkel auf dem Bundesparteitag in Hannover noch 93,7 Prozent der Delegiertenstimmen aufweisen. Im April 2000 wurde sie mit 95,9 Prozent der Stimmen die Nachfolgerin von Wolfgang Schäuble als Parteivorsitzende.

Auch die vier Stellvertreter Merkels wurden in ihrem Amt bestätigt. Das beste Ergebnis erzielte mit 86,88 Prozent der gültigen Stimmen der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff. Der nordrhein-westfälische CDU-Vorsitzende Jürgen Rüttgers erhielt 79,27 Prozent, die baden-württembergische Kultusministerin Annette Schavan 78,54 Prozent.

Eine persönliche Niederlage erfuhr der der rheinland-pfälzische CDU-Chef Christoph Böhr. Obwohl er mit 55,42 Prozent wiedergewählt wurde, war dies sein schlechtestes Ergebnis.

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