Müller-Milch plant in Sachsen Biospritherstellung aus Melasse

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Artikelstatus: Fertig 19:44, 26. Mär. 2007 (CEST)
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Leppersdorf (Deutschland), 26.03.2007 – Presseberichten zufolge plant die Firma Sachsenmilch, ein Unternehmen der Müller-Milch-Gruppe, im Bundesland Sachsen die Errichtung einer Produktionsanlage für die Herstellung von Biokraftstoff aus Melasse, einem Abfallprodukt der Käseherstellung1. Mit dem Bau soll im April begonnen werden.

Die Anlage soll am Sachsenmilch-Standort Leppersdorf (einem Ortsteil der Gemeinde Wachau) bei Dresden gebaut werden und 20 Millionen Euro kosten. Die Kapazität der Produktionsstätte ist auf zehn Millionen Liter Bioethanol jährlich ausgelegt, wie Stefan Müller, Geschäftsführer von Müller-Milch, am Montag mitteilte. Nach seinen Angaben wird dies die weltweit erste Anlage zur Ethanolproduktion aus Melasse sein.

Die Idee zu der produktiven Nutzung des Abfallproduktes Melasse kam vom Firmengründer Theo Müller. Ein Expertenteam arbeitete dann ein Konzept aus, das vorsieht mit Hilfe von Hefe Melasse zu Alkohol zu vergären und anschließend zu destillieren. Der Treibstoff mit einem erwarteten Reinheitsgrad von 99,8 Prozent Alkohol kann dann ohne weitere Bearbeitung Diesel- und Benzintreibstoffen beigemischt werden. Geschäftsführer Müller zu diesem Konzept: „Für uns ist das praktisch ein kostenloser Rohstoff. Wir sind dadurch besonders wettbewerbsfähig und von der Preisentwicklung beim Getreide unabhängig.“

Seit Beginn des Jahres sind die Kraftstoffhersteller gesetzlich verpflichtet, ihren Kraftstoffen einen jährlich wachsenden Anteil von Bio-Kraftstoff beizumischen. Nach einer Richtlinie des Europäischen Parlaments ist die stärkere Verwendung von Biokraftstoffen Bestandteil eines Maßnahmepakets zur Umsetzung des Kyoto-Protokolls. Im Kyoto-Protokoll vereinbarten die Unterzeichnerstaaten die Reduzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen.

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Quellen