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June 3, 2011

EHEC: Im Norden Deutschlands wird das Blut knapp

EHEC: Im Norden Deutschlands wird das Blut knapp

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Veröffentlicht: 21:16, 3. Jun. 2011 (CEST)
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Blutspende

Hamburg (Deutschland), 03.06.2011 – Normalerweise werden in Hamburg und Schleswig-Holstein monatlich zusammen 800 bis 1.000 Einheiten Blutplasma von den Krankenhäusern verbraucht. Wegen der Vielzahl von schweren EHEC-Erkrankungen ist der Verbrauch auf 7.500 Einheiten gestiegen.

Der DRK-Blutspendedienst Nord muss nun aus dem Verbund versorgt werden. Die Bundesländer Hessen, Baden-Württemberg und Bayern sorgen dafür, dass der kostbare Stoff im Norden nicht ausgeht. Möglich ist dies, da diese Bundesländer weitaus weniger von der Darmerkrankung betroffen sind.

Gefrorenes Blutplasma

Das Plasma wird benötigt, um das in schweren Fällen auftretende Nierenversagen behandeln zu können. Betroffen davon sind hauptsächlich Personen, bei denen als Folge von EHEC das Hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) auftritt. Ein Sprecher des DRK: „Mit einem Versorgungsengpass bei Blutplasma ist nicht zu rechnen; in Süddeutschland sind ausreichend Vorräte vorhanden.“ Der Bürgermeister von Hamburg Olaf Scholz (SPD) und die Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) forderte die Bevölkerung trotz allem zu mehr Blutspenden auf. Sie wiesen darauf hin, dass es von der Blutspende bis zur Gewinnung des Plasmas mehrere Monate dauert. Bürgermeister Scholz: „Es ist wichtig, jetzt, wo wir noch genügend Reserven haben, etwas zu tun – damit wir immer genügend Rücklagen haben”. Vor dem Hintergrund, dass die Quelle des Erregers noch im Dunklen liegt und mit einer weiteren Ausbreitung gerechnet werden muss, gilt der Aufruf zum Blutspenden nicht nur für den Norden Deutschlands. Der Blutspendedienst verzeichnet einen Ansturm von Spendern, seit der Aufruf in den Medien verbreitet wurde. Olaf Scholz ging mit gutem Beispiel voran und ließ sich vor laufender Kamera Blut abnehmen.

Die Krankheit verbreitet sich weiter, so gibt es in Thüringen den ersten Todesfall. Eine 80-jährige Frau ist auf einer Kur in Mecklenburg-Vorpommern an dem Erreger verstorben. In Brandenburg gibt es 13 EHEC-Verdachtsfälle und vier Personen, die an HUS leiden. Auch ein Todesfall ist möglicherweise auf den Erreger zurückzuführen. Dem Robert Koch-Institut wurden seit Anfang Mai 2011 insgesamt 520 HUS-Fälle mitgeteilt.

Das Bundesamt für Risikobewertung rät weiterhin, Tomaten, Salatgurken und Blattsalate nicht roh zu verzehren.

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January 6, 2011

Masern in Lübeck: Gesundheitsamt ruft zur Impfung auf

Masern in Lübeck: Gesundheitsamt ruft zur Impfung auf

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Veröffentlicht: 21:50, 6. Jan. 2011 (CET)
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Lübeck (Deutschland), 06.01.2011 – Das Lübecker Gesundheitsamt warnt vor einer Ausbreitung der ansteckenden Kinderkrankheit Masern in der Stadt. Zuletzt hatte es in Lübeck vor 25 Jahren eine Masernepidemie gegeben. Bisher seien in Lübeck vier Menschen infiziert. Zwei Patienten würden zurzeit in der Lübecker Universitätsklinik stationär behandelt. Drei der infizierten Erwachsenen sollen sich bei einer Party angesteckt haben. Von den in Lübeck zuletzt eingeschulten Kindern seien nur noch 85 Prozent gegen Masern geimpft, warnte Behördenleiter Hamschmidt.

Da auch aus anderen Teilen Deutschlands Maserninfektionen gemeldet wurden, rät auch das Robert Koch-Institut (RKI) zu vorbeugenden Impfungen. Masern gelten als hochansteckend. Zur Ansteckung reiche ein normales Gespräch aus.

Das Robert Koch-Institut empfiehlt grundsätzlich allen nach 1970 geborenen Erwachsenen, die als Kind nur einmal oder noch gar nicht gegen Masern geimpft wurden, eine Impfung. Insbesondere bei „gegebener beruflicher Exposition“ wird die Impfung angeraten. Darunter fallen Personen, die „im Gesundheitsdienst und bei der Betreuung von Immundefizienten sowie in Gemeinschaftseinrichtungen beschäftigt sind“, so das RKI.

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  • Portal:Gesundheit
  • Masernalarm in Freiburg: Zutritt zur Schule nur mit Impfnachweis (11.04.2008)
  • Masernepidemie in Salzburg (04.04.2008)

Quellen

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June 10, 2010

EHEC: Freispruch für Gurke, Tomate und Salat!

EHEC: Freispruch für Gurke, Tomate und Salat!

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Veröffentlicht: 14:59, 10. Jun. 2011 (CEST)
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Guten Appetit!

Berlin (Deutschland), 10.06.2010 – Es darf wieder gesund gegessen werden: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat heute die Verzehrwarnung für Tomaten, Gurken und Blattsalat aufgehoben. Dies gab der Präsident des Instituts, Andreas Hensel, heute Vormittag bekannt: Gurken, Tomaten und Salat sollten wieder verzehrt werden, da es sich um gesunde Nahrungsmittel handelt. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr äußerte sich erleichtert: „Es ist ein gutes Signal für die Verbraucher, weil jetzt mehr Klarheit herrscht“, sagte er in Berlin. Es könne aber noch keine Entwarnung gegeben werden, da noch mit weiteren Infektionen zu rechnen sei.

„Es sind die Sprossen“

Mischung verschiedener Sprossen

Infos über Sprossen
Sprossen bzw. Sprossengemüse sind eine beliebte Nahrungsergänzung und werden häufig zur Garnitur und geschmacklichen Verfeinerung von Salaten verwendet. Bei Sprossen handelt es sich um das Übergangsstadium eines auskeimenden Sämlings zur Jungpflanze. Verwendet werden die Sprossen vieler verschiedener Pflanzen, besonders beliebt sind die Gartenkresse, die Mungbohne („Sojasprossen“) und die Luzerne („Alfalfa“). Die Massenerzeugung von Sprossen erfolgt unter hygienisch schwierigen Bedingungen: Die Samen werden eingeweicht und die Sprossen bei Temperaturen um 38° und höchster Luftfeuchtigkeit gekeimt. Bedingungen, wie sie auch in den Brutschränken mikrobiologischer Labore herrschen. Keime aller Art finden hier ideale Vermehrungsbedingungen vor. Weitere Informationen sind auf dieser Seite des BfR verfügbar.

Mit großer Wahrscheinlichkeit sind Sprossen die Ursache für die EHEC-Epidemie in Deutschland. Dieser Verdacht habe sich in weiteren Studien erhärtet, erklärten Robert Koch-Institut (RKI) und BfR übereinstimmend. Eine „rezeptbasierte Kohortenstudie“ zeige, dass fast alle Betroffenen Sprossen verzehrt haben. Die Indizien, die für einen Gartenbaubetrieb in Niedersachsen als Quelle der Erreger sprechen, haben sich weiter verdichtet. Die Verzehrwarnung für Sprossen wurde ausdrücklich beibehalten.

Am Nachmittag teilte das Verbraucherschutzministerium Nordrhein-Westfalen mit, dass der Nachweis von EHEC-Bakterien des Stammes O104:H4 an Sprossen aus dem niedersächsischen Gartenbaubetrieb geführt werden konnte. Die Sprossen fanden sich, in geöffneter Originalverpackung, im Müll einer Familie im Rhein-Sieg-Kreis, in der zwei Frauen erkrankt waren, der Mann – der keine Sprossen gegessen hatte – jedoch nicht. Erstmals konnte somit der Weg der Infektion vom Biohof in Bienenbüttel bei Uelzen bis zum Patienten lückenlos nachgewiesen werden.

„Der Ausbruch ist noch nicht vorbei“, betonte RKI-Präsident Reinhard Burger. Er halte es jedoch für möglich, dass die EHEC-Infektionsquelle bereits versiegt sei, dies stehe aber noch nicht fest. Die Zahl der Neuerkrankungen nimmt allerdings seit einigen Tagen deutlich ab, wie wikinews bereits berichtete.

Mittlerweile haben RKI, BfR und BVL eine gemeinsame Presserklärung veröffentlicht, die weitere Einzelheiten zum aktuellen Verlauf der Epidemie, aber auch zu den Studien, mit deren Hilfe die Sprossen aus Niedersachsen als Krankheitsüberträger identifiziert werden konnten, enthält.

Zahl der Opfer weiter gestiegen

Die Zahl der Opfer ist inzwischen weiter angestiegen. Insgesamt 722 Patienten sind mittlerweile an der gefährlichen Komplikation der Infektion, dem Hämolytisch-urämischen Syndrom erkrankt, 18 von ihnen verstorben. Hinzu kommen 2086 Patienten, die an einer EHEC-Infektion ohne HUS erkrankten; von diesen sind weitere 8 Patienten verstorben (Stand: 08. Juni 2011, 15:00 Uhr). Aus dem neuesten Bulletin des RKI (Datenstand: 9. Juni 2011, 15:00 Uhr) geht hervor, dass mittlerweile insgesamt mindestens 2988 Menschen erkrankt und 30 verstorben sind.

(THWZ)

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December 20, 2009

Neue Grippe: In zwei Fällen Resistenz gegen Tamiflu nachgewiesen

Neue Grippe: In zwei Fällen Resistenz gegen Tamiflu nachgewiesen

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Veröffentlicht: 22:37, 20. Dez. 2009 (CET)
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Münster (Westfalen) / Berlin (Deutschland), 20.12.2009 – Zum ersten Mal wurde am 18. Dezember in Deutschland belegt, dass der Virus, der für die Neue Grippe verantwortlich gemacht wird (H1N1), eine Resistenz gegen das auch in Deutschland zum Einsatz kommende Medikament Tamiflu (Oseltamivir) entwickelt hat.

Der Nachweis gelang Experten am Universitätsklinikum Münster (UKM) bei zwei Patienten. „Die Resistenz bedeutet, dass sich das Virus während der Therapie mit Tamiflu verändert hat“, erklärte Prof. Dr. Georg Peters, Direktor des UKM-Instituts für klinische Mikrobiologie. Diese Ergebnisse belegten außerdem, so heißt es in der Presseerklärung der Klinik weiter, wie schnell sich Resistenzen gegen im Umlauf befindliche Medikamente entwickeln könnten. Eindringlich warnte der ärztliche Direktor des UKM, Prof. Dr. Norbert Roeder Patienten und Ärzte vor der Selbstmedikamentation. Ausschließlich Patienten, bei denen das Virus nachgewiesen sei und die außerdem eine chronische Erkrankung hätten, sollten das Medikament bekommen. Nach Informationen des Robert Koch-Instituts (RKI) wurden weltweit bereits über 100 Fälle einer Resistenz gegen Oseltamivir dokumentiert. Bezüglich der Empfehlungen zur antiviralen Therapie gegen die Neue Grippe bleibt das RKI bei seiner bisherigen Einschätzung. Auch das RKI warnt vor der Selbstmedikamentation: „Diese Arzneimittel sind rezeptpflichtig, da sie unter ärztlicher Kontrolle eingenommen werden müssen. Das ist zum Beispiel deshalb wichtig, weil Unterdosierungen die Entstehung von resistenten Viren begünstigen können. Zudem ist die Eigendiagnose einer Influenza unzuverlässig; die Influenza kann mit vielen anderen akuten Erkrankungen verwechselt werden.“

Mikrobiologen des UKM schätzen, dass in Deutschland die meisten Menschen noch keinen Kontakt mit dem Erreger der Neuen Grippe gehabt haben. Bei diesen Menschen bestehe eine „immunologische Lücke“. Die Experten raten zur vorbeugenden Impfung. Als schlimmstes Szenario befürchten die Wissenschaftler des UKM, „wenn wir im nächsten Winter keine wirksamen Medikamente mehr gegen die Schweinegrippe hätten und eine größere Zahl an Menschen erkranken würde“.

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  • Portal:Gesundheit

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December 1, 2008

AIDS: Rund 3.000 Neuinfektionen im Jahr 2008 in Deutschland

AIDS: Rund 3.000 Neuinfektionen im Jahr 2008 in Deutschland

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Veröffentlicht: 21:08, 1. Dez. 2008 (CET)
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Red Ribbon, das rote Band des Welt-Aids-Tages

Berlin (Deutschland), 01.12.2008 – Anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember informieren die Massenmedien in aller Welt ausführlich zum Stand der Ausbreitung der tödlichen Immunschwächekrankheit, die durch das HI-Virus ausgelöst wird. In Deutschland leben im Jahr 2008 zwischen 60.000 und 67.000 Menschen, die entweder mit HIV infiziert oder bereits an AIDS erkrankt sind. Im laufenden Jahr kamen in Deutschland rund 3.000 Neuinfizierte hinzu. Diese Zahlen legte das Robert Koch-Institut in Berlin anlässlich des Welt-Aids-Tages vor. In Deutschland steigt die Gesamtzahl der lebenden HIV-Infizierten seit 1995 durch die Einführung der erfolgreichen antiretroviralen Kombinationstherapien wieder an; der Gleichgewichtszustand zwischen der Zahl an Neuinfizierten und den an AIDS gestorbenen Patienten, der sich zuvor herausgebildet hatte, wurde damit beendet. Die verbesserten therapeutischen Möglichkeiten führten zu einer Verringerung der Zahl von AIDS-Todesfällen (AIDS-Mortalität), wodurch die Zahl der insgesamt lebenden HIV-positiven und an AIDS erkrankten Menschen zunahm. Trotz der (oder gerade wegen der) steigenden Zahl der HIV-Infizierten in Deutschland lassen sich also Erfolge des medizinischen Kampfes gegen die Immunschwächekrankheit nachweisen. Trotzdem bleibt die Tatsache, dass in Deutschland seit dem Ausbruch der Seuche (etwa Ende der 1970-er Jahre) rund 27.500 Menschen an AIDS starben. Im Jahr 2008 starben in Deutschland 650 Infizierte an AIDS.

Für Europa fällt die Bilanz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) deutlich negativ aus. Seit dem Jahr 2000 stieg die Zahl der in Europa erfassten Neuinfektionen von 21.787 (im Jahr 2000) auf 41.949 (2007) jährlich an. Die niedrigsten Infektionsraten weisen Ungarn und Tschechien auf (11,8 pro einer Million Einwohner). Das Schlusslicht bilden drei Länder: Estland (472), die Ukraine (185) und Portugal (217). Deutschland liegt mit 20,5 Fällen pro einer Million Einwohner im Mittelfeld dieser Tabelle. Als besonders schwierig ist die Entwicklung in der Ukraine einzuschätzen, wo sich die Epidemie nahezu ungebremst ausbreitet. Nach Angaben der WHO beträgt die Zahl der HIV-Infizierten in der Ukraine 440.000, darunter sind 190.000 Frauen. Der Fernsehjournalist Karsten Hein beschreibt die Ursachen dafür in einem Interview mit „Zeit online“ so: „Man kann die Aids-Epidemie nicht den Spezialisten der Medizin und Entwicklungshilfe überlassen, falls ich die Ursachenkette der Epidemie halbwegs richtig herleite: Gleichgültigkeit, Armut, Tuberkulose, Verwahrlosung und eine epidemische Drogensucht sind zu nennen.“

Vergleicht man die Verteilung der HIV-Infizierten nach anderen Gesichtspunkten, wie dem Geschlecht, so sind nach wie vor Männer die Hauptbetroffenen. Aber auch Frauen sehen sich in wachsendem Maße mit dem Risiko, an AIDS zu erkranken beziehungsweise sich mit dem HI-Virus zu infizieren, konfrontiert. In Deutschland sind rund ein Fünftel der Infizierten Frauen. Eine weitere Risikogruppe sind inzwischen auch Kinder unter 15 Jahren, von denen laut WHO und UNAIDS etwa zwei Millionen mit HIV infiziert sind. Im Jahr 2007 infizierten sich etwa 370.000 Kinder neu mit dem HI-Virus.

Hauptgrund für die Ausbreitung von AIDS aus medizinischer Sicht ist nach wie vor der ungeschützte Geschlechtsverkehr zwischen Männern. Fast drei Viertel der Neuinfizierten infizieren sich auf diese Weise mit dem Erreger. Für diese Ursachenanalyse spricht auch das parallel beobachtete Ansteigen solcher sexuell übertragbarer Krankheiten wie Syphilis oder Gonorrhoe.

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  • Portal:AIDS
  • Welt-Aids-Tag 2006 – Die Situation in Deutschland (02.12.2006)

Quellen

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May 7, 2008

Deutschland: Zahl der HIV-Infektionen weiter gestiegen

Deutschland: Zahl der HIV-Infektionen weiter gestiegen

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Veröffentlicht: 12:06, 7. Mai 2008 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 07.05.2008 – Die Zahl der neu diagnostizierten HIV-Infektionen in Deutschland ist 2007 gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent gestiegen. Die absolute Zahl der Neuinfektionen beträgt 2.752 im Jahr 2007 gegenüber 2.643 im Jahr 2006. Der größte Anstieg war dabei in der Gruppe der Männer mit einem homosexuellen Infektionsrisiko zu verzeichnen. Demgegenüber ist die Zahl der HIV-Neudiagnosen bei Frauen um zwölf Prozent gesunken (Absolutwerte: 444 Neu-Infektionen im Jahr 2007, 503 im Jahr 2006). Das Robert Koch-Institut (RKI) legte diese Zahlen in seinem Halbjahresbericht II/2007 vor. Sie spiegeln den Stand vom 1. März 2008 wider.

Ein besonderer Problembereich, dem das weitere Interesse der Forscher gilt, ist innerhalb der Gruppe der durch homosexuelle Kontakte gefährdeten Männer (MSM) in Zusammenhang mit der Ausbreitung der ebenfalls sexuell übertragbaren Krankheit Syphilis zu sehen. Innerhalb der MSM-Gruppe, die am stärksten von Neuinfektionen mit HIV gefährdet ist, stieg ebenfalls die Zahl der Syphiliserkrankungen. Für den Zusammenhang dieser beiden sexuell übertragbaren Krankheiten, die durch das zeitlich koordinierte gemeinsame Ansteigen der entsprechenden Fallzahlen nahegelegt wird, diskutiert das RKI verschiedene Szenarien. Das Institut weist zunächst darauf hin, dass mehrere Untersuchungen belegt haben, dass „gleichzeitig vorliegende andere Infektionen bei HIV-Infizierten zu einer Immunaktivierung führen können, in deren Folge auch die HIV-Vermehrung zunimmt“. Zur Bestimmung eines solchen Ko-Faktoren-Effektes sind nach Ansicht des RKI genauere statistische Untersuchungen erforderlich, die zurzeit geplant werden. Im Zeitraum von Januar 2001 bis Juni 2004 lag die statistische Korrelation bei zehn Prozent. Wenn sich dieser Zusammenhang statistisch fundiert belegen ließe, hätte dies weitreichende Konsequenzen für die entsprechenden Präventionsmaßnahmen. Die aus der Öffentlichkeitsarbeit zum Thema „Safer Sex“ bekannten Ratschläge sind nur bedingt geeignet, um auch einer Syphilisinfektion vorzubeugen. Insbesondere der persönliche Beratungsbedarf in den betroffenen Gruppen steigt.

Neben der Entwicklung der HIV-Infektionen ist die Zahl der Erkrankungen an der Immunschwächekrankheit AIDS in diesem Zusammenhang von genauso großem Interesse. Im Jahresverlauf 2007 stieg die Zahl der an AIDS erkrankten Personen in Deutschland um 647. Damit ist in Deutschland die Zahl insgesamt gemeldeter Fälle mit einem AIDS-Vollbild seit dem Beginn der statistischen Erfassung der Epidemie im Jahr 1982 auf insgesamt 26.013 gestiegen. Dabei rügt das Institut zugleich eine nur bruchstückhafte Erfassung und Meldung der entsprechenden Fallzahlen in Niedersachsen und den südlichen Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland, Thüringen und Sachsen. Dies lässt sich aus einem Abweichen der Zahl der durch AIDS verursachten Todesfälle und der Zahl der gemeldeten AIDS-Erkrankungen herleiten.

Ein Vergleich der gemeldeten Fallzahlen mit der Bevölkerungszahl in den einzelnen Bundesländern und Großstädten zeigt ein erhöhtes HIV-Infektionsrisiko in den städtischen Ballungsräumen. Die größte Zahl an AIDS-Erkrankungen ist in der Stadt Frankfurt am Main mit 230,46 Fällen pro 100.000 Einwohner aufgetreten. Es folgen Berlin mit 170,21 Fällen, Düsseldorf mit 157,05 Fällen pro 100.000 Einwohner sowie Hamburg (137,96) und Köln (126,39). Der niedrigste Wert wurde in Thüringen mit 1,08 AIDS-Erkrankungen pro 100.000 Einwohner ermittelt. Seit 1982 starben in Deutschland 13.803 Menschen an der Immunschwächekrankheit AIDS (Tabelle 5 des RKI-Berichtes).

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  • Portal:Gesundheit
  • Portal:AIDS

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April 7, 2008

Schädlingsbekämpfer am Rhein gehen gegen die Asiatische Tigermücke vor

Schädlingsbekämpfer am Rhein gehen gegen die Asiatische Tigermücke vor

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Veröffentlicht: 23:05, 7. Apr. 2008 (CEST)
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Die Asiatische Tigermücke auf menschlicher Haut

Berlin (Deutschland), 07.04.2008 – Die Schädlingsbekämpfer am Rhein kämpfen in diesen Tagen gegen einen neuen Feind, eine Stechmücke. Sie ist schwarz-weiß gemustert, liebt Wärme und Feuchtigkeit und reist bevorzugt in gebrauchten Autoreifen. Sie saugt gerne Blut, in dem sich Viren gut vermehren können. Diese injiziert sie beim Stich in unsere Haut. Die Rede ist von der Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus), einem neuen, aber eher unwillkommenen Gast, dessen Zuwanderung mit dem Klimawandel in Zusammenhang gebracht wird. Auf einer Strecke von 300 Kilometern zwischen dem Kaiserstuhl und Bingen geht die Kommunale Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) mit einem Eiweißgranulat gegen die Larven der Tigermücke und andere Insektenlarven vor. Das Gift zerstört den Darm der Insekten.

Im Juli 2007 schrieb Welt-Online, nach Meinung Stuttgarter Forscher sei die Stechmücke auf dem Sprung zur Überquerung der Alpenpässe. Seit 1990 war sie bereits in Italien heimisch. Spätestens seit September 2007 kommt sie auch in Deutschland vor. Ihre Eier wurden zuerst von Insektenforschern auf einem Autobahnparkplatz bei Rastatt am Oberrhein entdeckt. Und mit ihr kommen neue gesundheitliche Gefahren auf die hier lebenden Menschen zu. Es geht um solche gefährliche infektiöse Viren wie das Chikungunya- und das Dengue-Virus, das auch durch die bereits länger heimische Stechmückenart Aedes aegypti übertragen wird. Die Tigermücke kann Temperaturen unter null Grad Celsius wahrscheinlich nicht überleben. Aber es gibt einige Regionen in Deutschland, wo die Temperaturen auch im Winter darüber liegen – das sind der Rhein und seine Nebenflüsse, der Kraichgau (Baden-Württemberg) und der westliche Teil der Norddeutschen Tiefebene. Einige Forscher halten das Infektionsrisiko jedoch für nicht so gravierend, da die Mücken erst bei Temperaturen über 25 Grad Celsius aktiv werden. Die Gefahr der Verbreitung von Viren entstehe erst dann, wenn sie sich bei ihren Wirten infiziert hätten, so der Hamburger Reisemediziner Jäger gegenüber Spiegel Online.

Das Robert Koch-Institut in Berlin weist auf eine in den letzten Jahren ansteigende Gefahr durch importierte Infektionen hin, die durch Dengue-Viren und durch Leishmanien verursacht wurden. Der Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und der Ausbreitung solcher Infektionskrankheiten lässt sich zurzeit noch nicht sicher belegen. Die vermuteten Zusammenhänge werden noch erforscht.

Auch in den Vereinigten Staaten breitet sich die Mücke seit einigen Jahren aus. Dorthin reiste sie wahrscheinlich 1985 in Schiffscontainern aus Japan, wo sie in Houston (Texas) zuerst entdeckt wurde. In der Bundeshauptstadt Washington D. C. ist sie vor allem wegen ihrer aggressiven Stiche gefürchtet.

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March 18, 2008

Tuberkulose bleibt eine globale Herausforderung

Tuberkulose bleibt eine globale Herausforderung

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Veröffentlicht: 17:10, 18. Mär. 2008 (CET)
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Die am stärksten von Tuberkulose betroffenen Länder

Genf (Schweiz), 18.03.2008 – Tuberkulose (TB) ist – 126 Jahre nach der Entdeckung des Tuberkel-Bazillus durch Robert Koch – weltweit immer noch eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten. Anlässlich des Welttuberkulosetages am 24. März gab die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Zahl der Neuinfizierten im Jahr 2006 mit weltweit 9,2 Millionen Fällen an. Jährlich sterben rund 1,7 Millionen Menschen an der Krankheit (Zahlen von 2006, dem letzten Jahr, das aktuell vollständig dokumentiert ist). Dies entspricht einer Infektionsrate von 139 Fällen auf 100.000 Einwohner. Die Länder mit den höchsten Fallzahlen sind Indien, China, Indonesien, Süd Afrika und Nigeria in dieser Reihenfolge. Die höchste Pro-Kopf-Rate verzeichnet Afrika mit 363 Infizierten auf 100.000 Einwohner. Ein besonders großes Problem stellt die zunehmende Resistenz des Erregers gegen die zur Behandlung verwendeten Antibiotika dar, sie erreichte im letzten Monat den höchsten Stand, der jemals dokumentiert wurde. Inzwischen sind nach Schätzungen der WHO rund 500.000 Infizierte gegen die verwendeten Antibiotika resistent. Die zweite Bedrohung, mit der sich die Menschheit weltweit in Bezug auf die Ausbreitung dieser Infektionskrankheit bedroht sieht, ist die Verbindung der TB-Infektion mit einer gleichzeitigen HIV-Infektion. 200.000 Menschen starben 2006 an dieser tödlichen Kombination.

Die positive Nachricht ist, dass es vielen Ländern gelang, die Anzahl der Pro-Kopf-Erkrankungen durch TB deutlich zu senken. Nach WHO-Angaben fallen die Infektionsraten global seit 2003, und zwar in allen Hauptregionen, in denen Tuberkulose stark verbreitet ist – mit Ausnahme Europas, wo die Zahl der Infektionen auf vergleichsweise niedrigem Niveau seit einigen Jahren relativ stabil ist. Nimmt man einen längeren Vergleichszeitraum, sind die TB-Infektionszahlen in Europa sogar gestiegen. Während im Jahr 1980 die Zahl der Infizierten in Europa mit 348.921 angegeben wird, stieg der entsprechende Wert im Jahr 2006 sogar auf 359.735 Fälle. Die Erfassung der entsprechenden Daten konnte in diesem Zeitraum allerdings ebenfalls gesteigert werden.

Die Milleniums-Ziele (Millennium Development Goals, MDGs) der UNO dürften insgesamt nur schwer zu erreichen sein. Bis zum Jahr 2015 sollte die Ausbreitung der Infektion sowie die Zahl der Todesopfer halbiert werden. Ein Teil des Problems zur Erreichung dieser Ziele ist eine Finanzierungslücke von rund einer Milliarde US-Dollar, wie die WHO vorrechnet.

Die Situation in Deutschland ist laut einer Erklärung des Robert-Koch-Instituts (RKI) nicht besorgniserregend, darf aber auch nicht unterschätzt werden. Im Jahr 2006 waren in Deutschland 5.402 Tuberkulosefälle registriert, davon starben 201 Menschen. „Wegen der Schwere der Erkrankung und angesichts der internationalen Situation muss die Tuberkulose weiterhin einen hohen Stellenwert in Medizin und Gesundheitsdienst haben“, sagte RKI-Präsident Prof. Dr. Jörg Hacker. In Deutschland waren 2,2 Prozent der Fälle mit multiresistenten Bakterien infiziert, in absoluten Zahlen: 78 Patienten. Die Infektionsrate liegt in Deutschland mit zwei Infizierten auf 100.000 relativ niedrig.

In Bezug auf Europa sind die Länder der ehemaligen Sowjetunion besonders von hohen Infektionsraten mit TB betroffen, das gilt auch für den Anteil der Infizierten mit multiresistenten Bakterien. Hier die Infektionsraten einiger Länder der GUS auf 100.000 Einwohner: Aserbaidschan 17, Weißrussland 11, Georgien 41, Kasachstan 41, Kirgisistan 35, Russland 23, Tadschikistan 31, Turkmenistan 24, Usbekistan 27. Zum Vergleich einige westeuropäische Länder: Deutschland 2, Großbritannien 3, Frankreich 3, Polen 7, Spanien 5, Schweden 1.

Im Rahmen des Petersbergers Dialoges unterstützt das RKI das Gesundheitswesen in der Russischen Föderation bei der Umsetzung verschiedener Maßnahmen zur Behandlung der TB. Dazu gehören Fortbildungsmaßnahmen, Stipendienprogramme und andere Projekte.

Der WHO-Tuberkulose Bericht basiert auf Erhebungen in 202 Ländern und erscheint jährlich anlässlich des Welttuberkulosetages, der seit 1982 jährlich begangen wird. Am 24. März 1882 hielt Robert Koch in Berlin einen berühmt gewordenen Vortrag, in dem er den von ihm entdeckten Zusammenhang zwischen dem Vorhandensein von Tuberkel-Bazillen und der Entstehung der Tuberkulose erstmals darlegte. Er erhielt für seine wissenschaftliche Leistung 1905 den Nobelpreis für Medizin.

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December 14, 2007

Noro-Virus in München – schon jetzt doppelt so viele Erkrankungen wie im letzten Jahr

Noro-Virus in München – schon jetzt doppelt so viele Erkrankungen wie im letzten Jahr

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Veröffentlicht: 19:48, 14. Dez. 2007 (CET)
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München (Deutschland), 14.12.2007 – „Wir haben mittlerweile aufgehört zu zählen“[1], äußert sich die Sprecherin des Gesundheitsamtes in München über die Zahl der Norovirus-Betroffenen. Die Inkubationszeit des Norovirus beträgt zirka 50 Stunden, dann tritt der typische Brechdurchfall auf. Nach spätestens 60 Stunden „klingt die Erkrankung ebenso abrupt wieder ab“. In München mussten bereits mehrere Kindertagesstätten und Kindergärten wegen Infektionshäufungen vorübergehend geschlossen werden. Senioren über 70 Jahre und Kinder sind besonders anfällig für das Norovirus. „Schon ein Händeschütteln oder das Einatmen von Erbrochenem kann anstecken“, sagt Jürgen Zühl, im Gesundheitsamt zuständig für Infektionskrankheiten, gegenüber der Süddeutschen Zeitung. „Ansteckend ist man aber bis zu zwei Tage nach den letzten Symptomen und scheidet den Erreger noch sieben bis 14 Tage lang aus.“[2]

Das diesjährige Noro-Sub-Virus erweist sich dabei als besonders „hartnäckig“: „Manche Kinder haben sich dreimal hintereinander angesteckt“, so die Direktorin der Astrid-Lindgren-Grundschule.

Das Robert Koch-Institut (RKI) warnt vor Rekordwerten: In diesem Jahr sind in Bayern bereits 17.000 Menschen durch den Noro-Virus erkrankt.[2] Auf ihrer offiziellen Internetseite informiert die Stadt München über die mögliche Vorsorgemaßnahmen, Übertragung und Ansteckung, Symptome und Beschwerden sowie die Behandlung der Noro-Infektion.[3]

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Quellen

  1. sueddeutsche.de: „Schon 845 Personen befallen“ (13.12.2007)
  2. 2,0 2,1 br.online.de: „Das große Kotzen“ (Stand 13.12.2007 15:30)
  3. muenchen.de: „Norovirus – virale Darminfektion“ (Stand 13.12.2007 15:35)

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November 27, 2007

Zahl der HIV-Infektionen in Deutschland wieder steigend

Zahl der HIV-Infektionen in Deutschland wieder steigend

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Veröffentlicht: 21:02, 27. Nov. 2007 (CET)
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Die Rote Schleife als Symbol der Solidarität mit HIV-positiven und AIDS-kranken Menschen

Berlin (Deutschland), 27.11.2007 – Trotz erhöhter Bemühungen der Gesundheitsbehörden zur Aufklärung über die Krankheit ist die Anzahl der Neuinfektionen in Deutschland in diesem Jahr angestiegen. Etwa 3.000 Menschen haben sich Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge in den vergangenen elf Monaten mit dem Virus infiziert. Das sind etwa fünf Prozent mehr als im Jahr 2006.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt warnte davor, die Krankheit auf die leichte Schulter zu nehmen. „AIDS ist immer noch tödlich. AIDS ist nicht heilbar“, äußerte sich Schmidt am gestrigen Montag in Berlin. Bei der Verhinderung von HIV-Infektionen müssten „Aufklärung, Schutz und Verantwortung für sich selber und andere“ oberste Priorität haben. Auch der Präsident des RKI, Reinhard Kurth, wies darauf hin, dass es bislang keine Heilungsmöglichkeiten für HIV-positive Menschen gebe. Auch die Impfstoffentwicklung bleibe schwierig.

Susanne Glasmacher, Sprecherin des RKI, erklärte, dass etwa 15 Prozent aller HIV-Infizierten erst mit dem Auftreten der ersten AIDS-Symptome von ihrer Krankheit erführen. Die Zahl der mit dem Virus infizierten Menschen in Deutschland wird auf 59.000 geschätzt. Die Anzahl der HIV-Neuinfektionen, die in Deutschland registriert wurde, stieg von 1.443 im Jahr 2001 auf 2.638 in 2006. Wie vom RKI mitgeteilt wurde, geht aber etwa die Hälfte des Anstiegs auf verbesserte Erstdiagnosen zurück. Auch gehe ein Teil der gestiegenen Zahl von Fällen auf eine höhere Testbereitschaft zurück.

Die Anzahl der Todesfälle durch HIV bis zum Jahresende schätzt das RKI auf etwa 650.

Während Jugendliche inzwischen bei zwei Dritteln der sexuellen Kontakte Kondome benutzen – so die Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Elisabeth Pott –, ist die Risikobereitschaft unter homosexuellen Männern laut Ministerin Schmidt gestiegen. Laut Angaben des RKI sind 72 Prozent der in diesem Jahr Neuinfizierten (etwa 2.400) der letzteren Gruppe zuzuordnen. Dagegen hätten sich nur etwa 600 Frauen und 25 Kinder mit HIV angesteckt.

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