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May 11, 2011

Klimawandel: Exotische Mücken in Deutschland gesichtet

Klimawandel: Exotische Mücken in Deutschland gesichtet

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Veröffentlicht: 15:01, 11. Mai 2011 (CEST)
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Aedes albopictus (Asiatische Tigermücke)

Hamburg / Heidelberg (Deutschland), 11.05.2011 – Der Klimawandel bringt es in Verbindung mit der Globalisierung mit sich, dass auch in Deutschland Tiere heimisch werden, die hier zuvor nicht beobachtet wurden. Zu diesen Neuankömmlingen gehören auch exotische Stechmücken, beispielsweise der japanische Buschmoskito (Ochlerotatus japonicus). Mit den exotischen Stechmücken kommen auch neue Infektionserreger nach Deutschland, die möglicherweise auch bisher unbekannte Krankheiten beim Menschen auslösen können.

Eine Forschergruppe identifizierte jetzt einige bisher nur in Afrika und Asien vorkommende Erreger: die Sindbis-, Batai- und Usutu-Viren, die bei Menschen teilweise schwerwiegende Erkrankungen verursachen können. Zur Abschätzung des von den neu auftretenden Erregern und Mückenarten ausgehenden Risikos etabliert sich zurzeit ein neues Forschungsprojekt. Anfang 2011 wurde das interdisziplinäre Projekt ins Leben gerufen, das den Namen trägt: „Vorkommen und Vektorkompetenz von Stechmücken in Deutschland“. Zwei wissenschaftliche Einrichtungen sind hier federführend: Das Senckenberg Deutsches Entomologische Institut (SDEI) in Müncheberg (Brandenburg) und das Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI).

Als ein erstes Ziel der Forschungsarbeit wird die Erstellung einer Mückenkarte für Deutschland angestrebt. „Innerhalb weniger Jahre wollen wir einen Überblick über die Artenverteilung der Mücken haben und wissen, was an Viren in ihnen steckt“, so Professor Sven Klimpel, Leiter des SDEI und des Projektbereichs Medizinische Biodiversität und Parasitologie des „Biodiversität und Klima Forschungszentrums“ (BiK-F) in Frankfurt. Das Projekt wird von der Leibniz-Gemeinschaft mit 762.000 Euro gefördert.

Das Bernhard-Nocht-Institut ist eine international anerkannte Forschungseinrichtung, die eine langjährige Erfahrung in der Virendiagnostik in das Projekt einbringen kann. Es verfügt über Laboratorien der höchsten Sicherheitsstufe, die erforderlich sind, um neue Viren mit unbekanntem Gefährdungspotential zu untersuchen. Das „Senckenberg Deutsche Entomologische Institut“ in Müncheberg kann auf eine weltweit einmalige Insektensammlung verweisen, die die taxonomische Bestimmung neuer Mückenarten sehr erleichtert. In ganz Deutschland werden nun Mücken gefangen – von wissenschaftlichen Einrichtungen und sogar der Bundeswehr. Jedes gefangene Insekt erhält einen Punkt auf einer Deutschlandkarte.

Mit der neu entdeckten, aus Asien stammenden Mückenart konnten in Deutschland bisher 48 Stechmückenarten von den Entomologen nachgewiesen werden. Seit einigen Jahren breitete sich die Malaria-Mücke Anopheles plumbeus in Südwestdeutschland aus. Auch die Asiatische Tigermücke, die unter anderem das gefährliche Denguefieber verbreitet, schaffte es 2008 in die Schlagzeilen, weil sie am Rhein gefunden wurde.

Am 30. und 31. Mai 2011 werden auf einer Veranstaltung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der European Mosquito Control Association (EMCA) Erkenntnisse aus der bisherigen Arbeit der Forscher vorgestellt. Ziel ist die Koordinierung von Forschungen und Überwachungsmaßnahmen auf europäischer Ebene.

Zur Panik besteht indes „zurzeit“ kein Anlass. Beruhigend erklärte Jonas Schmidt-Chanasit, Virologe am BNI: „Alle Untersuchungen der letzten Jahre zeigen deutlich, dass andere von Stechmücken übertragenen Viren, die weltweit von großer medizinischer Relevanz sind, wie etwa das West-Nil- oder das Dengue-Virus, bisher in Deutschland nicht nachgewiesen werden konnten und daher Erkrankungsfälle mit diesen Viren zur Zeit unwahrscheinlich sind.“

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March 26, 2009

Hamburg: Forscherin eventuell mit Ebola-Virus infiziert

Hamburg: Forscherin eventuell mit Ebola-Virus infiziert

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Veröffentlicht: 19:13, 26. Mär. 2009 (CET)
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Hamburg (Deutschland), 26.03.2009 – Möglicherweise hat sich eine Mitarbeiterin des Hamburger Bernhard-Nocht-Instituts (BNI) vergangene Woche eine Infektion mit dem gefährlichen Ebola-Virus zugezogen. Ihr war bei dem Versuch, den Virus für Versuchszwecke in Labortiere zu injizieren, die Spritze aus der Hand ausgerutscht, die sich daraufhin – durch drei Schutzhandschuhe hindurch – geringfügig in die andere Hand hineingebohrt hatte.

Zwar waren unmittelbar nach einer Untersuchung keine entsprechenden Viren in ihrem Blut festgestellt worden, jedoch wurde die Frau für die Dauer von einer Woche unter Quarantäne gestellt. Während dieser Zeit wurde der Patientin in einem Selbstversuch ein in Deutschland noch nicht zugelassener, gentechnisch veränderter Impfstoff verabreicht, der zuvor nur an Affen getestet worden war und eigens aus den Vereinigten Staaten eingeflogen wurde. Inzwischen wurde sie auf die Infektionsstation des Hamburger Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) verlegt. Dort soll sie insgesamt noch zwei Wochen verweilen, da die Inkubationszeit bei Ebola zwischen drei und 21 Tage beträgt. Laut Angaben des BNI hat es einen solchen Laborunfall in Deutschland bislang noch nicht gegeben.

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October 14, 2006

Patient mit Lassafieber aus Uniklinik Frankfurt entlassen

Patient mit Lassafieber aus Uniklinik Frankfurt entlassen

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Artikelstatus: Fertig 22:55, 14. Okt. 2006 (CEST)
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Frankfurt am Main (Deutschland), 14.10.2006 – Ein aus Sierra Leone stammender, 70-jähriger Mann, der sich mit dem Lassafieber infiziert hatte, wurde Anfang dieser Woche nach fast drei Monaten aus der Uniklinik Frankfurt entlassen. Er war am 22. Juli nach Frankfurt verlegt worden, nachdem bei ihm am gleichen Tag die seltene Krankheit erkannt worden war. Es konnten keine ansteckenden Viren mehr festgestellt werden, weshalb die weitere Behandlung jetzt in einer anderen Klinik erfolgen kann.

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July 23, 2006

Patient mit Lassafieber nach Frankfurt verlegt

Patient mit Lassafieber nach Frankfurt verlegt

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Artikelstatus: Fertig 11:00, 23. Jul. 2006 (CEST)
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Frankfurt am Main (Deutschland), 23.07.2006 – Ein aus Sierra Leone stammender 70-jähriger Mann hat sich mit dem Lassafieber infiziert. Er ist am 11. Juli 2006 nach Deutschland eingereist und befindet sich inzwischen auf der Isolierstation der Uni-Klinik in Frankfurt. Dorthin wurde er von einem Krankenhaus in Münster überwiesen. Zurzeit ist der Mann immer noch bewusstlos. Auch seine Frau und die gemeinsame Tochter stehen vorsorglich unter ärztlicher Beobachtung.

Das Tropeninstitut in Hamburg bestätigte, dass der Mann an Lassafieber erkrankt sei. Jedoch sei die Bevölkerung nicht direkt gefährdet. Die Krankheit kommt in Westafrika häufig vor. Alleine das Einatmen von Urintröpfchen eines infizierten Tieres oder das Essen von mit Urin verunreinigten Speisen können zu einer Ansteckung führen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist ebenfalls möglich, und zwar durch Blut, Speichel, Erbrochenes, Urin oder abgehustete Bluttröpfchen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schreibt, dass die Krankheit eine Inkubationszeit von drei bis 17 Tagen habe, die Netzeitung berichtet sogar von einer Inkubationszeit von bis zu drei Wochen. Typische Krankheitsanzeichen sind hohes Fieber, Hals-, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwindelgefühl und Durchfall. Später kann es zu Hautblutungen und Schwellungen in Gesicht und am Nacken kommen. Wird die Krankheit rechtzeitig mit Medikamenten behandelt, können Organschäden und innere Blutungen weitgehend vermieden oder gemildert werden.

Die Behörden bitten die Mitreisenden des erkrankten Mannes, das heißt, die Teilnehmer des Flugs der Fluggesellschaft Sabena am 10. Juli von Freetown über Abidjan nach Brüssel (mit der Flugnummer SN207) und des Flugs am 11. Juli von Brüssel nach Frankfurt (mit der Flugnummer SN2607), sich vorsorglich beim Robert-Koch-Institut in Berlin zu melden. Die entsprechende Telefonnummer lautet 0172-6955458, und sie ist tagsüber erreichbar.

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