Mit dem Tod von Albert Mangelsdorff verliert die Jazzwelt einen ihrer Großen

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Albert Mangelsdorff, Fotografie: Frank Schindelbeck

Frankfurt am Main (Deutschland), 26.07.2005 – Wie die Stuttgarter Nachrichten gestern meldeten, starb am Montag der bekannte Jazzposaunist Albert Mangelsdorff im Alter von 76 Jahren in Frankfurt am Main an Leukämie. Mangelsdorff galt als ein Wegbereiter des modernen Jazz in Deutschland nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Der Musiker prägte die Jazzszene auch international durch seine revolutionäre Spielweise auf der Posaune. Die Klangfarben dieses Instruments erweiterte er durch eine besondere Technik, bei der zusätzlich zum gespielten Ton ein zweiter Ton hineingesungen wird, wodurch Obertöne entstehen und so das Klangspektrum des Instruments vergrößert werden kann.

Mangelsdorff wurde in Deutschland bekannt durch sein Mitwirken beim United Jazz + Rock Ensemble (gegründet 1975), dem außer ihm viele der bekanntesten deutschen Jazz-Musiker angehörten, darunter auch der im Juni 2003 verstorbene Gitarrist Volker Kriegel. In dieser Formation tourte er mehrfach durch Deutschland. Eine enge Verbindung mit dem Pianisten Wolfgang Dauner führte zu vielbeachteten gemeinsamen Musikproduktionen. Auch beim Orchester des Hessischen Rundfunks sowie der NDR-Studioband (seit 1971: NDR Bigband) wirkte er an zahlreichen Produktionen mit.

Die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth würdigte den Musiker als einen „Weltstar ohne Allüren“.

Quellen