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October 20, 2011

Malaria-Impfstoff erweist sich in Großstudie als wirksam

Malaria-Impfstoff erweist sich in Großstudie als wirksam

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Veröffentlicht: 21:35, 20. Okt. 2011 (CEST)
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Anopheles gambiae mosquito feeding 1354.p lores.jpg

Lambarene (Gabun), 20.10.2011 – Der Tropenmediziner Professor Peter Kremsner, Leiter des Albert-Schweitzer-Krankenhaus in dem afrikanischen Staat Gabun, berichtet über einen Impfstoff gegen Malaria, der in einer Studie an Kindern getestet wurde. Das Mittel hat sich in über 50 Prozent als wirksam erwiesen. In Zukunft könnte es vielen Menschen das Leben retten.

In den meisten Fällen wird die Krankheit durch die Anopheles-Stechmücke übertragen. Jedes Jahr gibt es bis zu 500 Millionen Infizierte. Eine Million Menschen sterben daran, viele davon sind Kinder. Seit 2010 wird der Impfstoff im Albert-Schweitzer-Krankenhaus in der Stadt Lambarene getestet. Die Studie soll noch bis ins Jahr 2014 andauern. 16.000 Kinder und Säuglinge werden den neuen Wirkstoff dann erhalten haben. Bei den zwischenzeitlich 6.000 Geimpften liegt die Erfolgsquote bei 56 Prozent.

Zukünftig ist es vorstellbar, dass in Gebieten, in denen die Malaria häufig auftritt, alle Kinder den Impfstoff erhalten. Weitere Forschungsarbeit wird nötig sein, da nach den bisherigen Ergebnissen 44 Prozent mit dem Risiko weiterleben müssen, an Malaria zu erkranken.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Afrika
  • Malaria: Laut UNICEF sind Kinder in Afrika besonders betroffen (24.04.2007)

Quellen[Bearbeiten]

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May 3, 2011

Sichelzellenanämie macht resistent gegen Malaria: neue Therapiechancen

Sichelzellenanämie macht resistent gegen Malaria: neue Therapiechancen

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Veröffentlicht: 13:32, 3. Mai 2011 (CEST)
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Verbreitung der Sichelzellenanämie

Verbreitung der Malaria

Leipzig (Deutschland) / Paris (Frankreich) / Oeiras (Portugal), 03.05.2011 – Es kommt Bewegung in die Erforschung der Ursachen der Sichelzellenanämie. Einem Forscherteam der Universitäten in Oeiras (Portugal), Leipzig (Deutschland) und Paris (Frankreich) gelang jetzt die Aufdeckung der molekularen Mechanismen, die zur Resistenz der von dieser Blutkrankheit Betroffenen gegen den Malaria-Erreger führen. Dadurch erschließen sich vielversprechende Perspektiven zur Therapie der Malaria auch bei Patienten, die keine Sichelzellenanämie haben.

In ihrer Forschungsarbeit, die in Bd. 145, S.389, (2011) der wissenschaftlichen Zeitschrift Cell veröffentlicht wurde, gingen die Wissenschaftler der Frage nach, warum Menschen, die von einer bestimmten Mutation der roten Blutkörperchen betroffen sind, die unter dem Namen Sichelzellenanämie bekannt geworden ist, gegen Malaria resistent sind.

Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass zum Beispiel in bestimmten Regionen Afrikas, in denen Malaria epidemieartig auftritt, Menschen mit einer Mutation der roten Blutkörperchen, wie sie bei der Sichelzellenanämie auftritt, einen Evolutionsvorteil hatten. (Der Evolutionsvorteil trifft jedoch nur für Menschen zu, die die Erbkrankheit nur von einem Elternteil geerbt hatten. In einigen Gegenden Afrikas beträgt der Anteil der Sichelzellenträger bis zu 40 Prozent der Bevölkerung.) Bei reinerbig Erkrankten, wo also beide Elternteile das Gen vererbt hatten, trat die lebensbedrohliche Sichelzellenanämie auf. [1]

Bei Menschen mit diesen mutierten Blutkörperchen war bisher vermutet worden, dass Malaria-Erreger im Blut von Sichelzellträgern stärker vom Immunsystem bekämpft würden. Man nahm an, die Erreger könnten nicht in diese mutierten roten Blutkörperchen eindringen. Das traf jedoch nicht zu. Ingo Bechmann, einer der Forscher und Direktor des Instituts für Anatomie an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig, spricht von einem „völlig unerwarteten Ergebnis“. Nach seinen Worten gibt es bei Sichelzellträgern einen zusätzlichen Mechanismus, der vor entzündlichen Prozessen schützt, die normalerweise bei einer Malariainfektion auftreten. Beim normalen Verlauf einer Malariaerkrankung werden vom Erreger befallene rote Blutkörperchen zum Platzen gebracht. Dabei werden massenweise Abbauprodukte der Blutkörperchen, darunter der rote Blutfarbstoff Häm freigesetzt. Einmal ins Blutserum freigesetzt, entfaltet der rote Blutfarbstoff eine giftige Wirkung und löst eine Entzündung aus. Es kommt zu einer heftigen Immunreaktion, die mit Fieberschüben verbunden ist. Das Besondere beim (mutierten) Sichelzell-Hämoglobin ist nun, dass ein besonderes Enzym, die Hämoxidase1, genau diesen für das Blut giftigen Blutfarbstoff zersetzt. Bei diesem Zersetzungsprozess entsteht auch das geruchlose Gas Kohlenstoffmonoxid, das weiterhin noch eine besondere Rolle bei der Resistenzbildung spielt. Es blockiert nämlich auf dem Hämoglobinmolekül die Freisetzung des roten Blutfarbstoffs Häm. Damit wird der Prozess, der bereits durch das Enzym Hämoxidase1 ausgelöst wird, (im Sinne einer positiven Rückkopplung) weiter verstärkt. Typische Entzündungsreaktionen, die bei einer Malariainfektion als „Nebeneffekt“ ausgelöst werden, wie zum Beispiel Malariaencephalitis, können so unterbunden werden.

Die Kenntnis der besonderen Rolle, die das Enzym Hämoxidase1 ebenso wie das Gas Kohlenstoffmonoxid bei der Immunität von Sichelzellenträgern gegen Malaria spielt, könnte neue Möglichkeiten der Therapie auch bei Menschen eröffnen, die „normale“ rote Blutkörperchen besitzen.

Zurzeit sterben weltweit noch 750.000 Menschen an dem Erreger, der durch die Anopheles-Mücke übertragen wird, der Malaria. Der UN-Sonderbeauftragte für Malaria, Ray Chambers, erklärte in der letzten Woche, in den letzten Jahren seien rund drei Milliarden Euro zur Bekämpfung der Malaria ausgegeben worden. Die Gelder seien vorwiegend in die Entwicklung von Impfstoffen geflossen, die jedoch nur in 50 bis 60 Prozent der Fälle wirksam seien.

Themenverwandte Artikel

Quellen

Einzelnachweise

  1. Sichelzellenanämie wird kodominant vererbt. Das heißt: In den Heterozygoten (also Keimzellen, die auf dieses Merkmal mischerbig sind) wird sowohl das normale Hämoglobin als auch das Sichelzell-Hämoglobin (Hb-S) gebildet. vgl. dazu: biologie-lexikon.de: Stichwort: Sichelzellanämie

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April 8, 2011

WHO: Die Welt steuert auf ein post-antibiotisches Zeitalter zu

WHO: Die Welt steuert auf ein post-antibiotisches Zeitalter zu

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Veröffentlicht: 18:32, 8. Apr. 2011 (CEST)
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Genf (Schweiz), 08.04.2011 – Am gestrigen Weltgesundheitstag sprach Margaret Chan, die WHO-Generaldirektorin, eine deutliche Warnung aus. Wegen des sorg- und verantwortungslosen Umgangs mit Antibiotika drohen immer mehr dieser Mittel ihre Wirkung zu verlieren. Mehr und mehr Keime und Bakterien entwickeln Resistenzen und sprechen nicht mehr auf eine Behandlung an. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürchtet, dass schon bald einfache Infektionen nicht mehr geheilt werden können und bei den Erkrankten zum Tod führen.

Die WHO-Europazentrale in Kopenhagen gab bekannt, dass in den EU-Ländern im Jahr 2010 etwa 25.000 Menschen durch Infektionen starben. Die Infektionen finden dabei häufig in Krankenhäusern statt. Werden Behandlungen nicht fachgerecht durchgeführt, so überleben die hartnäckigsten Bakterien und vermehren sich. So entstehen Bakterienstämme, die gegen ein oder mehrere Antibiotikapräparate Resistenzen entwickelt haben. Bei den Klinikinfektionen besonders gefürchtet ist der Keim „Methicillin-resistentes Staphylococcus aureus (MRSA)“.

Die 2010 gemeldeten 440.000 neuen Tuberkuloseerkrankungen (TBC) stellen ein besonderes Problem dar. Hier dauert eine fachgerechte Behandlung sechs Monate. Besonders in Entwicklungsländern werden solche Behandlungen immer wieder unterbrochen, beispielsweise weil das Antibiotikum nicht vorrätig ist: genau das Szenario, bei dem es zu Resistenzbildungen kommt. Diese besonders gefährlichen Bakterienstämme verbreiten sich schnell weltweit. Ähnliche Probleme gibt es bei dem AIDS-Erreger HIV und bei der Malaria.

Besorgniserregend sei insbesondere, dass Antibiotika in 14 von 21 osteuropäischen Ländern ohne ärztliches Rezept frei verkäuflich sind. Dies kommen beispielsweise in Tiermastbetrieben zum Einsatz, wo es vorbeugend verabreicht wird.

Themenverwandte Artikel

Quellen

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May 9, 2008

Myanmar: Militärregierung behindert die Arbeit der Hilfsorganisationen

Myanmar: Militärregierung behindert die Arbeit der Hilfsorganisationen

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Veröffentlicht: 17:38, 9. Mai 2008 (CEST)
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Die Katastrophenregion rund um das Mündungsgebiet des Irrawaddy

Pyinmana (Myanmar), 09.05.2008 – Auf Unverständnis stößt bei Regierungen und Hilfsorganisationen die Verweigerungshaltung der Militärregierung Myanmars, ausländische Helfer für die wegen des tropischen Sturms „Nargis“ in Not geratene Bevölkerung ins Land zu lassen. Wie es in einer Presseerklärung des Außenministeriums Myanmars heißt, die in der Regierungszeitung „Myanma Ahlin“ veröffentlicht wurde, könnten zurzeit keine Rettungs- und Erkundungsteams aus dem Ausland empfangen werden. Priorität hätten solche Lieferungen, die das Militär des Landes mit eigenen Mitteln verteilen könne. Die Vereinten Nationen teilten heute mit, alle Hilfslieferungen aus dem Ausland seien von der Militärregierung bisher beschlagnahmt worden. Deshalb werde die Unterstützung bis auf Weiteres eingestellt. Wie Reuters meldet, wurde eine Gruppe einer Hilfsorganisation aus dem Wüstenstaat Katar (im Nordosten der Arabischen Halbinsel), die an Bord eines Flugzeugs mit Hilfsgütern in Rangun eingetroffen war, zurückgeschickt. Erst zwei Flugzeuge mit Hilfsgütern sind Medienberichten zufolge bisher in Myanmar angekommen: eine Maschine aus Italien und ein Flugzeug des Welternährungsprogramms aus Bangkok. Flugzeuge mit Hilfslieferungen aus den USA wurden abgewiesen. Hunderte Helfer, darunter Katastrophenexperten und Logistiker, die für die Verteilung der Hilfsgüter benötigt werden, sitzen in Nachbarländern fest, weil sie kein Einreisevisum für Myanmar erhalten.

Der australische Ministerpräsident Kevin Rudd nannte die Haltung der Militärregierung Myanmars „erschreckend“. Es sei notwendig, den internationalen Druck auf das Regime in Myanmar zu erhöhen Hilfe ins Land zu lassen.

Frankreich dringt inzwischen wegen der Verweigerungshaltung der Militärregierung von Myanmar auf eine Einberufung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen. Dem schloss sich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel heute an. Gegenüber AFP sagte sie: „Ich unterstütze ausdrücklich die französische Initiative, den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit der Krise zu befassen.“ Außerdem kündigte sie an, sich telefonisch in der Angelegenheit an den UN-Generalsekretär Ban Ki-moon zu wenden. Die Verweigerungshaltung der Regierung Myanmars sei angesichts der Krisensituation in dem Land „vollkommen unverständlich“.

Gestern hatte der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier den „Koordinierungsausschuss Humanitäre Hilfe“ zur Koordinierung der Hilfsmaßnahmen für Myanmar zu einer Sondersitzung einberufen. In einem Gespräch mit dem Außenminister Myanmars forderte der deutsche Bundesaußenminister die Regierung in Pyinmana Naypyidaw dazu auf, die ausländischen Helfer zu unterstützen.

Unterdessen wächst die Seuchengefahr für die in Not geratenen Menschen, die weder Zugang zu Trinkwasser noch zu elektrischem Strom haben. Das Weltkinderhilfswerk UNICEF schätzt, dass bereits 20 Prozent der Kinder in den Regionen, die am schwersten von den Auswirkungen des Tropensturms betroffen waren, an Durchfallerkrankungen leiden. Auch seien bereits erste Fälle von Malaria gemeldet worden.

UNICEF-Deutschland berichtet, ein Flugzeug mit Hilfsgütern der Kinderhilfsorganisation der UNO sei am Freitagmorgen um 8.45 Uhr in Rangun eingetroffen. Mitarbeiter von UNICEF seien in 21 von 47 stark betroffenen Regionen im Großraum Rangun und im Irrawaddy-Delta eingetroffen und verteilten dort neben dem Grundbedarf für Krankenhäuser Medikamente zur Behandlung von Malaria sowie Plastikplanen und Moskitonetze. Außerdem seien Wasserreinigungstabletten und chemische Mittel zur Reinigung von Trinkwasser unter den Hilfsgütern. In der Stadt Laputta seien 7.259 Leichen gezählt worden. Von den ursprünglich dort 300.000 Bewohnern von Laputta sind 150.000 durch den Sturm obdachlos geworden.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Myanmar

Quellen

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October 26, 2007

Medizinische Lage in Afrika weiterhin schlecht

Medizinische Lage in Afrika weiterhin schlecht

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Veröffentlicht: 21:35, 26. Okt. 2007 (CEST)
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Paris (Frankreich) / New York (Vereinigte Staaten) / Köln (Deutschland), 26.10.2007 – Die medizinische Lage in Afrika ist weiterhin schlecht. Darauf weisen mehrere Studien hin.

Laut einer Studie des Nationalen Demografieinstitutes in Paris (INED) gibt es weltweit derzeit schätzungsweise zwischen 100 und 140 Millionen Frauen, deren Genitalien verstümmelt wurden. Die Beschneidung werde vor allem in Afrika aufgrund von Stammestraditionen vorgenommen. Als Folge bleiben für die Opfer oftmals lebenslange Schmerzen sowie ernsthafte gesundheitliche Probleme zurück. Obwohl sich die Afrikanische Union bereits 2003 auf ein Verbot der Genitalverstümmelung einigte, geht die Anzahl der Verstümmelungen nicht so stark zurück wie erwartet.

Jährlich sterben 535.000 Frauen an den Folgen von Schwangerschaft oder Geburt. Dies berichtet die UNICEF. Verantwortlich dafür sei mangelnde medizinische Versorgung. Verengungen des Geburtskanals, Blutungen, Bluthochdruck, Eisenmangel, Mangelernährung und Infektionen stellen dabei Risikofaktoren dar. Einfache medizinische Versorgung sowie Schutz vor frühen und ungewollten Schwangerschaften müssten bereitgestellt werden, so Heide Simonis, die Vorsitzende von UNICEF Deutschland.

Die UNICEF veröffentlichte einen Bericht über Malaria. Mehr als eine Million Menschen, darunter über 800.000 Kinder, sterben jährlich an der Tropenseuche. Der von Moskitos übertragene Erreger sei besonders in ländlichen Gebieten eine Bedrohung, wo es keine ausreichende Versorgung mit Moskitonetzen gebe. 18 Prozent der Todesfälle bei Kindern unter fünf Jahren in der Sahara könnten durch deren flächendeckenden Einsatz vermieden werden, so das UN-Kinderhilfswerk.

Auch die medizinische Versorgung ist laut UNICEF nicht ausreichend. Nur ein Drittel der betroffenen Kinder erhalte Medikamente. Dabei werde oftmals der Wirkstoff Chloroquin eingesetzt, gegen den die Erreger meist resistent geworden seien. Der bessere Wirkstoff Artemisinin verursache jedoch bis zu 1.000 Prozent höhere Kosten. Der Einsatz moderner Medikamente erhalte dennoch von fast allen afrikanischen Ländern Unterstützung.

Die malariaübertragende Anopheles-Mücke sticht vor allem nachts zu. Meist sind dabei ärmere Menschen ohne ausreichende hygienische Versorgung die Opfer. Bei frühzeitiger Erkennung und Behandlung ist Malaria heilbar; ein infiziertes Kind kann jedoch innerhalb eines Tages sterben.

Hintergrundinformationen

Themenverwandte Artikel

Quellen

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April 24, 2007

Malaria: Laut UNICEF sind Kinder in Afrika besonders betroffen

Malaria: Laut UNICEF sind Kinder in Afrika besonders betroffen

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Artikelstatus: Fertig 23:15, 24. Apr. 2007 (CEST)
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Bukavu (Demokratische Republik Kongo), 24.04.2007 – Am 25. April ist der internationale Malaria-Tag, auch bekannt als Afrika-Malaria-Tag. Anlässlich dieses Tages rufen internationale Hilfsorganisationen zu vermehrten Anstrengungen im Kampf gegen diese Infektionskrankheit auf. Laut UNICEF stirbt alle 30 Sekunden ein Kind an Malaria. Am stärksten ist der afrikanische Kontinent betroffen. In den ärmsten Ländern Afrikas ist Malaria eine der häufigsten Todesursachen von Kindern, jeder fünfte Kindestod ist auf diese Tropenkrankheit zurückzuführen.

Stechmücke „Anopheles“

Da die Infektion durch eine blutsaugende Mücke der Gattung Anopheles erfolgt, tritt die Krankheit vorwiegend in tropischen Regionen auf, wo sich diese Mücken in wässrigen Medien vermehren können. Rund 40 Prozent der Weltbevölkerung leben in solchen Gebieten, Malaria ist hier endemisch. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) erkranken jährlich 300 bis 500 Millionen Menschen neu an der Krankheit. Die Zahl der Todesfälle liegt weltweit zwischen 1,5 und 2,7 Millionen Menschen pro Jahr. 90 Prozent aller Malariaerkrankungen werden dabei aus Afrika gemeldet.

Als wichtigster Schutz gegen eine Malariainfektion gilt wegen des Überträgers ein Moskitonetz. „Es ist nicht hinnehmbar, dass Kinder sterben, nur weil ihre Eltern zu arm sind, um ein Moskitonetz zu kaufen“, sagte der Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, Dietrich Garlichs. Laut DRK-Präsident Rudolf Seiters kann der Einsatz von Moskitonetzen in Kombination mit dem Einsatz von Insektiziden die Sterblichkeitsrate von Kindern an Malaria um 20 Prozent senken. Wichtig sei dabei vor allem, dass solche Netze in die richtigen Hände kämen, und das seien Frauen mit kleinen Kindern. Auf diesem Gebiet ist insbesondere das Medikamentenhilfswerk action medeor tätig. Die Organisation unterstützt Gesundheitsstationen und Krankenhäuser in Afrika im Kampf gegen die Malaria. „Helfen ist so einfach“, sagt Anke Engelke, Botschafterin von action medeor, „Mit nur 99 Cent kann ein an Malaria erkranktes Kind gerettet werden.“

Die Deutsche Post World Net unterstützt über ihr Tochterunternehmen DHL in diesem Jahr eine Kampagne zur Auslieferung von Moskitonetzen in die Provinz Süd-Kivu in der Demokratischen Republik Kongo. In Zusammenarbeit mit dem Malteser Hilfsdienst transportiert das Unternehmen 10.000 Moskitonetze kostenlos in den Kongo. Die Malteser übernehmen die Verteilung der Moskitonetze an schwangere Frauen, wenn diese zur Vorsorgeuntersuchung kommen. Die katholische Hilfsorganisation betreibt im Kongo ein Netz von Gesundheitszentren. Als Anreiz für die Frauen, das Gesundheitszentrum auch zur Entbindung aufzusuchen, erhalten sie ein zweites Moskitonetz, wenn sie ihr Kind im Gesundheitszentrum mit ärztlicher Unterstützung zur Welt bringen. Dr. Peter Schmitz, leitender Arzt bei Malteser International, meint: „Durch die Verwendung von imprägnierten Moskitonetzen können die Malaria-Krankheitsfälle bis zu 50 Prozent reduziert werden. Derzeit schlafen weniger als fünf Prozent der Kinder in Afrika unter einem solchen Netz. Alle 30 Sekunden stirbt ein Kind in Afrika an Malaria. Wir sind dankbar, dass der Post-Konzern mit dem Transport der Netze unsere Arbeit in der DR Kongo unterstützt. Damit leisten wir gemeinsam einen Beitrag, die gerade für Kinder und Schwangere lebensbedrohliche Malaria einzudämmen.“ Die DHL hat bereits in den vergangenen Jahren logistische Unterstützung bei der Bekämpfung von Malaria in Afrika geleistet. Darunter in Nigeria, wo die Situation besonders dramatisch ist. Hier ist der Malaria-Erreger für fast 29 Prozent aller Todesfälle bei Kindern verantwortlich.

Während das RKI für die Behandlung in Deutschland unter anderem noch Chloroquin empfiehlt, gilt der Einsatz dieses Medikaments in Afrika bereits als unwirksam, weil die Erreger dagegen resistent geworden sind. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für Afrika seit einigen Jahren die Umstellung auf Kombinationspräparate auf der Basis von Artemisinin (ACT). Die Umsetzung dieser WHO-Empfehlung bereitet jedoch Schwierigkeiten, da das Medikament relativ teuer ist. Außerdem treten häufig Versorgungsengpässe auf. Karim Laouabdia, Direktor der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen, fordert: „Wir wissen, dass die Implementierung von ACT nicht einfach ist. Aber wenn es darum geht, diese lebensrettenden Medikamente denjenigen zur Verfügung zu stellen, die sie brauchen, darf niemand die Hände in den Schoß legen.“ Die gegenwärtige Praxis kommentiert er mit den Worten: „Malariapatienten mit alten und unwirksam gewordenen Medikamenten wie Chloroquin zu behandeln, ist ungefähr so sinnvoll, wie ihnen ein Päckchen Zucker zu verabreichen – das ist ethisch und medizinisch nicht vertretbar.“

Am 25. April startet auch eine weitere Initiative zur Bekämpfung der Malaria, die „Europäische Allianz gegen Malaria“. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss von zehn Organisationen aus fünf europäischen Ländern, die ihre Anstrengungen zur Bekämpfung der Malaria koordinieren wollen. In Deutschland gehören der Initiative das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) an.

Themenverwandte Artikel

  • Dramatische Lage im Kongo (16.11.2005)
  • UNICEF erarbeitet für Namibia Hilfsprogramm 2006 (14.08.2005)
  • Portal:Gesundheit
  • Portal:UNICEF

Quellen

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January 4, 2006

Russland übernimmt den G8-Vorsitz

Russland übernimmt den G8-Vorsitz – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Russland übernimmt den G8-Vorsitz

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G8-Mitgliedsstaaten

Moskau (Russland), 04.01.2006 – Am 1. Januar wurde Russland Vorsitzender der „Gruppe der Acht“ (G8). Russland hat den Vorsitz von Großbritannien übernommen. Der nächste G8-Gipfel wird im Juli in Sankt Petersburg stattfinden.

Russland ist 1997 dem Klub der höchstentwickelten Länder der Welt beigetreten. Zuvor hieß die „Gruppe der Acht“ „Gruppe der Sieben“, bestehend aus den Staaten USA, Kanada, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien.

Als vorsitzendes Land beabsichtigt Russland, folgende Themen zur Erörterung unter den G8-Staaten vorzuschlagen:

  • Energiesicherheit
  • Kampf gegen Epidemien (AIDS, Malaria, Tuberkulose)
  • Kampf gegen den Terrorismus
  • Vermeidung der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen
  • Regionale Konflikte
  • Förderung der Entwicklung der Länder der Dritten Welt
  • Mitarbeit beim Umweltschutz

Anfang 2007 wird der Vorsitz der G8-Gruppe an Deutschland übergehen.

russischsprachige Quelle Dieser Artikel ist eine Übersetzung eines fremdsprachigen Artikels vom 01.01.2006

Quellen

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August 27, 2005

Zentralafrikanische Republik: Bürgerkrieg erneut ausgebrochen

Zentralafrikanische Republik: Bürgerkrieg erneut ausgebrochen

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Flagge der Zentralafrikanischen Republik

Bangui (Zentralafrikanische Republik), 27.08.2005 – Im Nordwesten der Zentralafrikanischen Republik ist an der Grenze zum Tschad erneut ein Bürgerkrieg ausgebrochen. Innerhalb der letzten Tage sind nach Angaben der UNO rund 4.000 Bewohner in den Tschad geflüchtet.

Bereits im Juni und Juli dieses Jahres sind mehr als 10.000 Menschen über die Grenze geflohen. Die Flüchtlinge sind im Tschad durch starke Regenfälle von Krankheiten bedroht, es wird mit dem Ausbruch von Malaria und Cholera gerechnet.

Karte der Zentralafrikanischen Republik

Bisher erreichten die UNO keine unabhängigen Berichte über die aktuelle Lage im Bürgerkriegsgebiet. Die Erkenntnisse der Politiker stützen sich auf Aussagen der Flüchtlinge, die von Vergewaltigungen, Plünderungen und Überfällen auf ihre Dörfer berichteten. Diese Straftaten würden von Rebellen begangen, aber auch Regierungstruppen seien beteiligt.

Internationale Hilfswerke sowie die UNO bezeichnen den Norden der Zentralafrikanischen Republik als «No-go-Area». Dies drückt aus, dass die Sicherheit der Bürger in dem Gebiet nicht garantiert werden kann. Aus dem Kampfgebiet wurde bekannt, dass der Aufstand von einem Teil der Armee ausgeht und ehemalige Anhänger des Präsidenten François Bozizes beteiligt sind.

Bozizes war früher Stabschef der Armee und hatte im Jahr 2003 gegen seinen Vorgänger Ange-Felix Patasse einen Putsch angeführt. Erst im Mai 2005 wurde Bozizes durch eine Wahl offiziell zum Präsidenten der Zentralafrikanischen Republik gewählt.

Die nach dem Putsch bis zu den Wahlen durch die Afrikanische Union verhängten Sanktionen wurden nach dem Mai 2005 aufgehoben. Trotzdem beendete Bozize die andauernde Korruption nicht. Seine Staatsangestellten und seine Soldaten erhielten keinen Sold. Aus diesem Grund ist der Aufstand durch einen Teil der Streitkräfte ausgebrochen. Die UNO vermutet rund 6.000 Aufständische in diesem Gebiet.

Obwohl die Zentralafrikanische Republik über reichlich Gold, Diamanten und Bodenschätze verfügt, gilt sie als eines der ärmsten Länder der Welt. 70 Prozent der Menschen in dem afrikanischen Land müssen von weniger als einem US-Dollar am Tag leben.

Quellen

  • tagblatt.ch: „Bürgerkrieg an der Grenze zu Tschad“ (26.08.2005) B stop.svg Quelle nicht mehr online verfügbar

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August 14, 2005

UNICEF erarbeitet für Namibia Hilfsprogramm 2006

UNICEF erarbeitet für Namibia Hilfsprogramm 2006

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Windhoek (Namibia), 14.08.2005 – Am Dienstag fand in der Namibischen Hauptstadt Windhoek ein Arbeitstreffen zwischen Vertretern des Kinderhilfswerks UNICEF und Vertretern der Regierung des Landes statt. Die UNICEF-Sprecherin Khin-Sandi Lwin stellte das Ergebnis der Zusammenkunft vor.

Motto der Veranstaltung im Windhoeker Country Club war: „Aus Fehlern lernen und gemeinsam neue Lösungsansätze finden.“ Gemeinsam arbeiteten die Teilnehmer das Programm der letzten drei Jahre noch einmal durch. Anschließend wurden die Vorhaben für die Jahre 2006 bis 2010 besprochen. Aus den Fehlern der letzten Jahre zogen die Teilnehmer Konsequenzen und beschlossen, künftig eine realistische und kostengerechte Planung von Projekten ins Auge zu fassen. Hauptaufgabe der UNICEF ist es, gemeinsam mit der Regierung die Gesundheitsversorgung der Familien, insbesondere der kleinen Kinder und Mütter zu verbessern.

Eine große Rolle in der Gesundheitsvorsorge Namibias gilt dem Kampf gegen Aids, Malaria und Unterernährung. Besonders benachteiligte Bevölkerungsteile sollen in erster Linie bedacht werden. UNICEF möchte durch sein Hilfsprogramm die Sterblichkeit unter Kindern und Müttern reduzieren helfen sowie diesen Schichten den Zugang zur Kinderbetreuung sicherstellen.

Auch wenn in den letzten drei Jahren nicht alles planmäßig lief, so konnten doch gemeinsam bemerkenswerte Erfolge erzielt werden. Der Staatssekretär der Planungskommission, Mocks Shivute, betonte aber auch die Notwendigkeit zur Selbstkritik. Er sagte: „Die Erkenntnisse dieser Analyse werden die Grundlage für das nächste Programm sein.“

Die Nationale Planungskommission (NPC) hatte während der Veranstaltung drei Gruppen gebildet. Aus den Bereichen Politik Öffentlichkeit waren Vertreter aus dem Ministerium für Gesundheit und Sozialfürsorge, für Geschlechtergleichheit und Kinderfürsorge, dem Ministerium für Information und Rundfunk sowie dem Bildungsministerium vertreten. Teilnehmer der hiesigen Polizei vertraten nichtstaatliche Organisationen.

Erst Ende diesen Jahres sollen die Ergebnisse des Arbeitstreffens von UNICEF und Regierung in der Öffentlichkeit des Landes Namibia vorgestellt werden.

Quellen

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