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January 23, 2010

Haiti: Suchmannschaften kehren nach Hause zurück

Haiti: Suchmannschaften kehren nach Hause zurück

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Veröffentlicht: 18:22, 23. Jan. 2010 (CET)
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Überlebende auf der Suche nach Lebensmitteln

Port-au-Prince (Haiti), 23.01.2010 – Wie das UN-Büro für die Nothilfekoordination (OCHA) am Samstag mitteilte, wird die Suche nach Überlebenden des Erdbebens vom 12. Januar eingestellt. Internationalen Rettungsteams war es in den vergangenen neun Tagen gelungen insgesamt 132 Menschen aus den Trümmern zu retten. Die Regierung Haitis bezifferte die Zahl der inzwischen gefundenen Toten auf 111.481. 193.000 Menschen wurden verletzt und hunderttausende haben ihr Heim verloren. Noch am Freitag waren kurz vor der Einstellung der Suche noch zwei Menschen gerettet worden: Ein israelisches Rettungsteam konnte eine 84-jährige Frau und einen 22-jährigen aus den Trümmern eingestürzter Häuser in der haitianischen Hauptstadt retten.

Die ersten Helfer kehren nun in ihre Heimatländer zurück. Ein deutsches 31-köpfiges Rettungsteam landete am Samstagmorgen auf dem Frankfurter Flughafen. Die Ärzte und Sanitäter mussten unter den schwierigsten Umständen arbeiten. 700 Verletzte wurden von ihnen behandelt. Dabei waren viele Amputationen notwendig. Nach Einschätzung von Hilfsorganisationen benötigen rund neun Millionen Haitianer weitere Hilfe.

Commons-logo.svg Wikimedia Commons: Weitere Bilder, Videos oder Audiodateien zum Thema „Erdbeben 2010 in Haiti“.

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December 6, 2008

Simbabwe steht vor einer Cholera-Katastrophe

Simbabwe steht vor einer Cholera-Katastrophe

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Veröffentlicht: 11:55, 6. Dez. 2008 (CET)
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Harare (Simbabwe), 06.12.2008 – 300.000 Menschen sind in Simbabwe akut von Cholera bedroht. Wie die Hilfsorganisation Oxfam gestern in London mitteilte, seien diese Menschen wegen der Lebensmittelknapheit so stark geschwächt, dass die tödliche Infektionskrankheit für sie eine reale Gefahr geworden sei. Nach Angaben des Büros für Nothilfekoordination der Vereinten Nationen (OCHA) sind seit August bereits 575 Menschen an der Seuche gestorben. Der jüngste Cholera-Bericht des UN-Nothilfekoordinators weist für das heutige Datum insgesamt 13.960 Cholera-Verdachtsfälle aus. Die meisten davon in der Hauptstadt Harare (7.563). Die Ausbreitung der Seuche betrifft in Simbabwe neben der Region um die Hauptstadt vor allem den Süden und Osten des Landes. Das Auswärtige Amt Deutschlands rät angesichts der politischen Krise und der Choleragefahr „von nicht dringend erforderlichen Reisen“ nach Simbabwe ab.

Besonders schwierig gestaltet sich offenbar die Situation in der Hauptstadt Harare, in der die Trinkwasserversorgung nicht mehr gewährleistet ist. Zwei Tage war die Stadt kürzlich ohne Wasser. Die Menschen nutzen Swimmingpools, Naturwasserflächen und Flüsse als Reservoir. Damit steigt die Gefahr weiterer Cholera-Infektionen.

Am Donnerstag hat die Regierung Simbabwes den nationalen Notstand ausgerufen und um internationale Unterstützung gebeten. Der amtierende Gesundheitsminister David Parirenyatwa musste eingestehen, dass die Krankenhäuser Simbabwes mit der Situation überfordert seien. Damit können jetzt internationale Hilfsmaßnahmen angestoßen werden. Der Minister bat vor allem um Geld, Medikamente, medizinische Geräte sowie Lebensmittel für die Patienten und Kinder. Bis kommenden Montag benötige das Land mindestens 3,9 Millionen US-Dollar, um Medikamente kaufen zu können. Eine Zusage über eine finanzielle Hilfe in Höhe von neun Millionen Euro liegt inzwischen von der Europäischen Union vor. Das Bundesentwicklungsministerium der Bundesrepublik Deutschland gab heute bekannt, es werde eine weitere Nothilfe für Nahrungsmittel in Höhe von 250.000 Euro leisten. Insgesamt erhöht sich die Hilfe von diesem Ministerium in diesem Jahr für Simbabwe auf 3,2 Millionen Euro. In Simbabwe sind inzwischen 4,9 Millionen Menschen auf internationale Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

Unterdessen spitzt sich in Simbabwe auch die politische Krise weiter zu. Seit drei Monaten konnten in den Verhandlungen zwischen dem Mugabe-Regime und der politischen Opposition unter Führung von Morgan Tsvangirai über eine Teilung der Macht keine Fortschritte erzielt werden. Die US-amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice forderte den Präsidenten Simbabwes, Robert Mugabe, heute zum Rücktritt auf, weil die Verhandlungen offensichtlich nur zum Schein geführt würden.

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May 14, 2008

Myanmar: Die Arbeit von Hilfsorganisationen wird weiter behindert

Myanmar: Die Arbeit von Hilfsorganisationen wird weiter behindert

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Veröffentlicht: 12:48, 14. Mai 2008 (CEST)
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Genf (Schweiz), 14.05.2008 – Vor einer zweiten – humanitären – Katastrophe nach dem tropischen Wirbelsturm „Nargis“ in der Nacht vom 2. auf den 3. Mai hat Elizabeth Byrs vom UN-Büro zur Koordinierung von Hilfsmaßnahmen (OCHA) gestern in Genf gewarnt. Rund zwölf Tage, nachdem 1,5 Millionen Menschen direkt oder indirekt durch die Auswirkungen des verheerenden Zyklons nun auf Hilfe angewiesen sind, konnte mit etwa 270.000 Menschen bisher weniger als ein Drittel der Hilfsbedürftigen erreicht werden.

Elizabeth Byrs forderte einen Luft- und Seekorridor, um Hilfe in wesentlich größerem Maßstab als bisher ins Land zu bringen. An die Regierung Myanmars appellierte sie, den Hilfsorganisationen größere Unterstützung zukommen zu lassen. Dafür gebe es auch erste positive Anzeichen.

Die Visaerteilung für internationale Helfer verlief gestern jedoch weiterhin schleppend. So erhielten 13 Experten auf dem Gebiet der Trinkwasseraufbereitung des Technischen Hilfswerks (THW) aus Deutschland die erforderlichen Einreisegenehmigungen. Am Dienstag wurde seitens der Behörden des Landes laut taz jedoch erneut deutlich gemacht, dass in Myanmar ausländische Helfer nicht erwünscht seien. Die Verteilung von Hilfsgütern werde durch das Militär vorgenommen, wenn die Hilfsorganisationen nicht über einheimische Helfer verfügten.

Unter Berufung auf staatliche Organe in Myanmar teilte die Weltgesundheitsorganisation gestern mit, durch den Zyklon Nargis seien 31.938 Menschen ums Leben gekommen. 1.403 Menschen seien verletzt worden, und 29.770 Menschen würden vermisst.

Ärzte ohne Grenzen teilte gestern mit, drei Flugzeuge der Hilfsorganisation seien gestern in Rangun mit 110 Tonnen Hilfsgütern gelandet. Eine weitere Frachtmaschine sei noch unterwegs. 22 Teams der Organisation seien im Irawaddy-Delta unterwegs. Der Organisation zufolge wurde eine große Zahl einheimischer Mitarbeiter eingestellt, so dass für die Verteilung der Güter und andere logistische Unterstützung nun mehr als 200 Helfer zur Verfügung stehen. Weitere Ladungen mit Hilfsgütern und zusätzliche Helfer warten aber noch auf eine Einreisegenehmigung. Ärzte ohne Grenzen ist seit 1992 in Myanmar tätig. 43 internationale und mehr als 1.200 nationale Mitarbeiter der Organisation sind nach Aussagen der Organisation in dem Land im Einsatz. Jährlich werden in den Stationen der Organisation etwa eine Millionen Menschen medizinisch versorgt.

Unterdessen werden auf internationaler politischer Ebene weiterhin Möglichkeiten erörtert, wie den von Seuchen und Hunger bedrohten Menschen in Myanmar effektiver geholfen werden könnte. Eine Forderung Frankreichs nach der Einschaltung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen wurde durch die Sicherheitsratsmitglieder China und Indonesien abgelehnt. Der thailändische Ministerpräsident Surayud Chulanont bemühte sich bisher vergeblich um Vermittlung zwischen der internationalen Gemeinschaft und der Militärregierung Myanmars. Ein erster Versuch war am Sonntag ergebnislos verlaufen. In der letzten Woche war ein Besuch von der Junta mit dem Hinweis abgelehnt worden, man sei zu sehr beschäftigt, um ihn zu empfangen. Am Mittwoch will Chulanont einen weiteren diplomatischen Vermittlungsversuch unternehmen.

Die Europäische Union hat die Regierung von Myanmar erneut zur Kooperation aufgefordert. EU-Kommissar Louis Michel brach ebenfalls zu einer diplomatischen Mission nach Myanmar auf. Auch die Möglichkeit, die Versorgung der Bevölkerung notfalls mit militärischen Mitteln abzusichern, steht inzwischen zur Diskussion. Die deutsche Bundesentwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul sprach sich gegen die Anwendung von Gewalt aus. Zwar sei politischer Druck notwendig, das habe aber nichts mit „Sanktionen zu tun oder militärischen Aktionen“. Überraschend sprach sich der Linkspolitiker Wolfgang Nešković für die Anwendung von militärischer Gewalt zur Absicherung von Hilfeleistungen für die Opfer der Flut- und Sturmkatastrophe in Myanmar aus. Die Linkspartei hatte bisher immer ein militärisches Engagement der Bundeswehr im Ausland abgelehnt. Gegenüber dem Tagesspiegel sagte der Linkspolitiker: „Es ist so, wie Sarkozy das sagt: Man kommt mit Militär an und verteilt die Güter. Und wenn sich dann das dortige Militär einem entgegenstellt, dann stellt man sicher, dass man die Güter weiter verteilen kann. Ich räume ein, dass dafür eigentlich ein Beschluss des UN-Sicherheitsrat nötig ist.“ Zur Rechtfertigung berief sich Nešković auf einen „übergesetzlichen Notstand“ angesichts der Notsituation der Menschen in dem Land.

Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland gab auf seiner Internetseite gestern eine partielle Reisewarnung für Myanmar heraus. Aufgrund der großflächigen Zerstörung der Infrastruktur in mehreren Regionen des Landes sollte „von Reisen in diese Gebiete […] daher abgesehen werden.“

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  • Ärzte ohne Grenzen zur Situation in Myanmar: „Wir brauchen dringend mehr Unterstützung, denn das Ausmaß der Katastrophe ist enorm.“ (22.07.2008)

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January 26, 2006

UNO-Helikopter in Darfour abgestürzt

UNO-Helikopter in Darfour abgestürzt – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

UNO-Helikopter in Darfour abgestürzt

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Artikelstatus: Fertig 23:22, 26. Jan. 2006 (CET)
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Khartum (Sudan), 26.01.2006 – Am gestrigen Mittwoch ist ein Hubschrauber der UNO im Westen des Sudan nahe der Stadt Golo abgestürzt. Dies bestätigte heute eine Sprecherin des UN-Nothilfekoordinators, des Büros für die Koordination humanitärer Angelegenheiten (OCHA), in Khartum.

Der Hubschrauber war mit 16 Personen an Bord in der Krisenregion Darfur unterwegs. Drei Passagiere waren Mitarbeiter verschiedener Hilfsorganisationen. Sie sollten wegen der gefährlichen Lage in Darfur an andere Einsatzorte geflogen werden.

Gemäß einem Sprecher der UNO in New York, kam ein Insasse bei dem Unglück ums Leben, drei Menschen inklusive des Piloten wurden verletzt. Die OCHA gab an, der Grund für den Unfall könne ein Defekt an der Maschine gewesen sein. Im Laufe des Mittwochnachmittags flog ein weiterer UNO-Hubschrauber an den Unfallort.

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July 24, 2005

Hungerkatastrophe in Niger

Hungerkatastrophe in Niger – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Hungerkatastrophe in Niger

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Sahel-Zone

Berlin (Deutschland) / Niamey (Niger), 24.07.2005 – In der Sahelzone, besonders in Niger, Mali und Burkina Faso, sind 3,6 Millionen Menschen vom Hungertod bedroht, davon 800.000 Kinder.

Die Hilfsorganisationen benötigen 30 Millionen Dollar Soforthilfe und rufen zu Spenden auf. Ihre Vertreter beklagen, dass die Katastrophe durch frühere Intervention hätte abgewendet werden können. Die Bundesregierung hat jetzt 1,5 Millionen Euro zugesagt.

Bereits im Juni 2005 hatte das Bundesentwicklungsministerium den Not leidenden Menschen 500.000 Euro für Nahrungsmittelhilfe zur Verfügung gestellt. Jetzt wandte sich Heidemarie Wieczorek-Zeul an die Presse und sagte eine weitere Million Euro Hilfe für Niger zu.

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July 21, 2005

Niger: 800.000 Kinder vom Hungertod bedroht

Niger: 800.000 Kinder vom Hungertod bedroht

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New York (Vereinigte Staaten) / Niamey (Niger), 21.07.2005 – Die Vereinten Nationen haben auf die alarmierende Situation in dem afrikanischen Land hingewiesen. 30 Millionen US-Dollar werden nach Ansicht der UN gebraucht, um eine Katastrophe zu verhindern.

Nach UN-Angaben müssen 2,5 Millionen Menschen in Niger mit weniger als einer Mahlzeit pro Tag auskommen. Die Ernährungskrise ist eine Folge der letztjährigen Trockenheit und der Heuschreckenplage, die dieser Trockenheit folgte. Das UN Welt-Ernährungsprogramm (WFP) verdreifachte die Zahl der Menschen, die unmittelbare Lebensmittelhilfe benötigen, sagte das UN-Büro für die Koordination von Humanitären Fragen (OCHA).

Bereits vor zwei Monaten hatte der Sekretär des WFP, Jan Egeland, Niger „die Nummer eins der vergessenen und nicht beachteten Notfälle in der Welt“ genannt. Unmittelbar gefährdet seien Kleinkinder. 40 Prozent der Kinder sind chronisch unterernährt, weil durch Dürre und Heuschreckenplage fast die gesamte Ernte vernichtet wurde. Nach Schätzungen der UNICEF leiden 150.000 Kinder und Jugendliche bereits unter Hungersymptomen. Nicht-UN-Organisationen wie die Ärzte ohne Grenzen (MSF) berichten über eine dreimal so hohe Frequentierung ihrer Nahrungsmittelausgabe-Stellen wie im letzten Jahr.

WFP-Direktor Gian Carlo Cirri sagte in der letzten Woche: „Die internationale Gemeinschaft kann es nicht zulassen, dass Niger als ‘durch Armut verflucht’ behandelt wird – wir haben die Möglichkeiten, eine Änderung herbeizuführen und wir müssen diese Möglichkeiten dringend mobilisieren.“

Spendenaufruf

UNICEF bittet um Spenden für die Not leidenden Kinder in Niger:

Stichwort „Niger“
Unicef-Spendenkonto: 300.000
Bank für Sozialwirtschaft: BLZ 370 205 00

oder Spendentelefon: 0137/300 000

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June 12, 2005

IGH beantragt Haftbefehl für ugandischen Rebellenführer Kony

IGH beantragt Haftbefehl für ugandischen Rebellenführer Kony

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Kampala (Uganda), Den Haag (Niederlande), 12.06.2005 – Der Anführer der ugandischen Rebellengruppe “Widerstandsarmee des Herrn” (Lord’s Resistance Army, LRA), Joseph Kony, wird seit gestern per Haftbefehl gesucht.

Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs (IGH) in Den Haag, Luis Moreno-Ocampo, hatte den Haftbefehl beantragt. Diese Informationen stammten aus der Wochenendausgabe der französischen Zeitung “Le Monde”. Diese wiederum beruft sich auf niederländische Gerichtsquellen. Nach diesen Angaben wird auch gegen einen zweiten, nicht näher genannten Anführer der Gruppe ermittelt.

Als Begründung für die Anklage gegen Rebellenführer Kony gab der IGH an, die Gruppe “Widerstandsarmee des Herrn” habe seit Beginn des Aufstands zehntausende Menschen getötet. Schätzungen zufolge kamen insgesamt mindestens 100.000 Menschen ums Leben.

Ocampo ist seit Juli 2004 in die Ermittlungen wegen der Verbrechen in Uganda involviert. Der Aufstand begann 1986, als der amtierende Präsident Yoweri Museveni an die Macht kam. Die LRA möchte die Regierung stürzen und eine neue Regierung auf der Grundlage einer fanatischen Auslegung des Christentums bilden. Die Gruppe ist weithin bekannt für den sexuellen Missbrauch von Kindern in Uganda.

Der Norweger Jan Egeland, UNO-Koordinator für humanitäre Hilfe (OCHA), bezeichnete die LRA erst kürzlich als die “wohl brutalste Rebellengruppe der Welt”.

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December 26, 2004

Verheerende Erdbeben in Südostasien

Verheerende Erdbeben in Südostasien – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Verheerende Erdbeben in Südostasien

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Epizentrum
Zentrum des Bebens an der Westküste des nördlichen Sumatras

Südostasien / Indischer Ozean, 26.12.2004 – Gegen 01:57 Uhr MEZ ereignete sich ein schweres Seebeben in Südostasien mit nachfolgenden verheerenden Flutwellen im indischen Ozean.

Das Epizentrum des Bebens lag vor der Küste Sumatras/Indonesien in einer Tiefe von etwa zehn Kilometern unter dem Meeresgrund des Indischen Ozeans. Mit einer Stärke von 9,0 auf der Richterskala gehörte es zu den fünf stärksten aufgezeichneten Beben in der Geschichte und war das stärkste seit 40 Jahren. Durch das Beben wurden Tsunamis (eine spezielle Art von Flutwellen) ausgelöst, die ohne Vorwarnung auf die Küsten zurollten und die dortigen Menschen unvorbereitet trafen. US-Seismologen wussten aus eigenen Messungen um die Möglichkeit eines Tsunamis, konnten die betroffenen Länder aber wegen des dort fehlenden Frühwarnsystems nicht rechtzeitig informieren.

Ein Nachbeben wurde am Morgen aus der Nähe der Nikobaren mit Stärke 7,1 auf der Richterskala gemeldet. Mindestens 65 weitere Erdbeben wurden in den darauf folgenden Tagen vom seismologischen Institut von Indonesien registriert, die jedoch deutlich schwächer waren. Experten rechnen mit weiteren Nachbeben. Indonesien liegt am Rande tektonischer Platten, die als Feuerring bezeichnet werden.

Wie der UN-Untergeneralsekretär für humanitäre Hilfe, Jan Egeland, am Montag in New York berichtete, könne jetzt schon gesagt werden, dass die Trinkwasser-Versorgung von mehreren Millionen Menschen nicht mehr gewährleistet sei. Die Weltgesundheitsorganisation befürchtet, dass sich durch Seuchen die Zahl der Todesopfer verdoppeln könnte.

Aufgrund des Erdbebens und der verheerenden Schäden rief der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono am Montag eine dreitägige Staatstrauer aus. Auf den Malediven wurde die Parlamentswahl wegen der Flutwelle auf den 22. Januar verschoben.

Nach Angaben des astronomischen Instituts der Universität Bern hat das Seebeben im indischen Ozean die Erdachse um acht bis zehn Zentimeter verschoben. Die tägliche normale Verschiebung liegt jedoch bei ebenfalls bis zu zehn Zentimetern, daher können negative Folgen durch die durch das Beben verursacht Verschiebung ausgeschlossen werden. Gemäss einem Radiointerview mit Radio DRS 1 vom 29. Dezember 2004 wurde die Tageszeit um einen Zehntel einer Millisekunde verschoben.

Am Donnerstag gaben die indischen Behörden nach Warnungen vor erneuten Seebeben nahe Australien eine später wieder zurück gezogene Tsunami-Warnung heraus. In den von der Flut betroffenen Gebieten in Indien und Sri Lanka brach daraufhin Panik aus. Experten warnten jedoch vor einer Überschätzung der Seebeben. Eine ernste Tsunami-Gefahr sei laut Forschern der Universität Köln bei Seebeben mit einer Stärke unter sechs nicht zu erwarten.

Opfer und Zerstörungen

Betroffene Gebiete und Epizentren

Zeitlicher Verlauf der Erdbeben in Südostasien

Die Erdbeben und besonders die nachfolgenden Flutwellen forderten nach verschiedenen Medienberichten über 150.000 Menschenleben, über 165.000 Tote werden vermutet. Aufgrund der chaotischen Situation in den betroffenen Gebieten, insbesondere in der indonesischen Provinz Aceh, wird die genaue Opferzahl wahrscheinlich unbekannt bleiben. Mehrere Millionen Menschen wurden obdachlos. Am schlimmsten hat es Indonesien, Sri Lanka und Indien getroffen.

In weiten Teilen der betroffenen Katastrophengebiete sind die Kommunikationsstrukturen vollständig zusammengebrochen. Zu vielen der 1.200 Inseln der Malediven bestand zunächst kein Kontakt. Verlässliche Informationen waren in den ersten Stunden nur spärlich erhältlich. Zu vielen Fischern und Booten in den betroffenen Regionen bestand zunächst ebenfalls kein Kontakt; auch hier wurden Opfer befürchtet.

Internationale Hilfe ist angelaufen. Die Hilfsorganisationen warnen mittlerweile vor der Verseuchung von Trinkwasser und dem Ausbruch von Epidemien in den stark betroffenen Gebieten.

Unter den Opfern sind insbesondere in Thailand zahlreiche Touristen. Bis Donnerstag war der Tod von 2.230 Ausländern aus mindestens 36 Staaten offiziell bekannt. Das thailändische Innenministerium sprach von mindestens 49 Deutschen unter den dortigen Todesopfern. Nach Angaben der Bundesregierung waren bis Sonntag 60 tote Deutsche identifiziert, 46 in Thailand und 14 in Sri Lanka. Weiterhin wurde bisher u.a. der Tod von 117 Franzosen, 54 Schweden, 43 Briten, 21 Norwegern, 14 US-Bürgern, 13 Italiener, neun Schweizern und vier Österreichern offiziell bestätigt. Tausende werden noch vermisst.

Außenminister Joschka Fischer teilte am Dienstagnachmittag mit, dass sich die Zahl der vermissten Deutschen im dreistelligen Bereich bewege, Bundeskanzler Gerhard Schröder sprach am Mittwoch von rund 1.000 Vermissten. In Thailand werden noch rund hundert vermutlich überwiegend deutsche Urlauber vermisst, die sich in einem Resort aufgehalten haben sollen. Von Dutzenden zunächst vermissten Tauchern, die zum Zeitpunkt des Erdbebens unterwegs waren, konnten mindestens 80 gerettet werden.

In den betroffenen Regionen befanden sich zirka 6.000 bis 8.000 Deutsche überwiegend in den Weihnachtsferien, des Weiteren bis zu 10.000 Briten und 6.500 italienische Touristen.

Auch afrikanische Staaten, Kenia und Somalia, sind ebenfalls schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Offizielle Stellen sprechen von mehreren hundert Opfern, die durch die Tsunamis getötet wurden.

In Indien soll Berichten zufolge ein Tsunami einen AKW-Reaktor überflutet haben. Das etwa 80 Kilometer von Madras entfernte „Indira Gandhi“ Kernkraftwerk musste daraufhin abgeschaltet werden und soll durch die Flutwellen Wasser verloren habe. Die Behörden versicherten jedoch, dass für die Bevölkerung keine Gefahr bestehe.

Vermutlich keine Todesopfer gab es auf der französischen Insel La Réunion, auf Madagaskar und den Komoren-Inseln.

Opferzahlen

Bekannte Todesopfer derzeit (Quelle und Stand (MEZ) in Klammern):

  • Hauptsächlich betroffene Länder:
    • Indien: offiziell mindestens 10.001 (AP 07.01. 23:35), geschätzt werden sogar 17.000 Tote (n-tv 29.12. 19:33)
    • Indonesien/Sumatra: offiziell min. 101.318 (AP 07.01. 23:35)
    • Sri Lanka: offiziell min. 30.680 (AP 07.01. 17:51)
    • Thailand: offiziell min. 5.291 (AP 07.01. 23:35) Tote, darunter mindestens 2.230 Touristen
  • weitere betroffene Länder:
    • Bangladesch: Zwei Tote (AP 07.01. 17:51)
    • Kenia: Ein Toter (AP 07.01. 17:51)
    • Malaysia: 68 Tote (AP 07.01. 17:51)
    • Malediven: 82 Tote (AP 07.01. 17:51)
    • Myanmar: nach Regierungsangaben 59 Tote, geschätzt mindestens 90 Tote (AP 07.01. 17:51)
    • Seychellen: Einer (BBC News 30.12. 19:56)
    • Somalia: 298 (AP 07.01. 17:51)
    • Tansania: Elf Tote (AP 07.01. 17:51)

Gesamt (Summe aus obigen): offiziell über 147.000. Geschätzt: über 150.000 Tote Aktualisierung laut ARD-Nachrichtensender vom 19.01.2005: Nach Aktualisierung der Indonesischen Zahlen steigert sich die Zahl der Todesopfer auf 220.000.

Bangladesch

Nach Berichten des Roten Halbmondes werden aus Bangladesch nur relativ geringe Schäden gemeldet, allerdings seien die Telekommunikationsverbindungen abgeschnitten. Zwei Kinder ertranken, nachdem ein Boot in stürmischer See gekentert war.

Indien

Schaden in Chennai, Indien

  • Südostindien ist offenbar neben Sri Lanka und Indonesien das Hauptgebiet des Unglücks. Reuters berichtete am Mittwoch unter Berufung auf Polizeiangaben von mindestens 12.419 Toten, darunter 4.642 im Bundesstaat Tamil Nadu, wo nach Angaben von Caritas International mit bis zu 7.000 Toten gerechnet werden muss. Die Flutwelle war bis Kalkutta zu spüren. An den Stränden von Chennai (früherer Name:Madras), der Hauptstadt des Unionsstaates Tamil Nadu, wurden mindestens 100 Leichen geborgen; aus der Küstenstadt Cuddalore wurden 150 Tote gemeldet.
  • Auf den zu Indien gehörenden Andamanen und Nikobaren wurden am 7. Januar rund 5.600 Opfer vermutet, darunter auch Vermisste. Doch die Kommunikation dorthin ist schwierig. Zu Dörfern mit bis zu 30.000 Menschen besteht derzeit keine Kontaktmöglichkeit. Fünf Dörfer auf den Inseln seien vollständig von den Fluten weggeschwemmt worden. Hauptbetroffen auf den Nikobaren soll die Insel Car Nicobar sein.

Indonesien

  • In Indonesien, vor dessen Insel Sumatra das Epizentrum des Bebens lag, sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums bisher rund 80.000 Todesopfer bestätigt. Offizielle Stellen befürchten, dass die Zahl der Toten auf über 100.000 steigen könnte.
  • Der Großteil der indonesischen Opfer wird aus der Provinz Aceh im Nordwesten von Sumatra gemeldet. Allein in der Stadt Meulaboh, die sehr nahe am Epizentrum des Bebens liegt, sollen rund 10.000 Menschen umgekommen sein (Quelle: AP), laut Reuters werden allein dort bis zu 40.000 Tote befürchtet. In der Provinzhauptstadt Banda Aceh sind vermutlich mindestens 9.000 Personen getötet worden. Bekannte Touristenstrände sind betroffen. In der betroffenen Region brach Panik aus. Gebäude seien eingestürzt und Brücken schwer beschädigt worden, Strom und Telefon ist ausgefallen. Die Hilfsarbeiten werden auch dadurch erschwert, dass in der Provinz Bürgerkrieg herrscht. Angesichts der Katastrophe gibt es jedoch zwischen Regierung und Rebellen einen inoffiziellen Waffenstillstand.
  • Die Insel Java blieb vom Seebeben und den folgenden Flutwellen praktisch unbeschädigt.
  • “…spricht man inzwischen von 292.000 Tote (gezählte Leichen)” PanEco siehe Nachrichtenbulletin
    Isabelle Lardeux-Gilloux von den «Ärzte ohne Grenzen», Aceh – 7. Januar 2005

Kenia

  • Die Auswirkungen des Seebebens waren bis Kenia zu spüren. Nach offiziellen Angaben ertrank ein Schwimmer vor der Küste von Malindi, drei Personen wurden vermisst (Quellen: ntv, Netzeitung). Aufgrund der großen Distanz zum Zentrum des Bebens und der daraus resultierenden größeren Zeit bis zum Eintreffen der Flutwelle, konnten nach Angaben des Daily Telegraph die kenianischen Strände weitgehend evakuiert werden.

Malaysia

  • Aus Malaysia wurden 65 Tote und 60 Verletzte bestätigt. Die beliebte Ferieninsel Penang ist ebenso betroffen.
  • Durch die verheerenden Wassermassen wurde auch die beliebte Ferieninsel Langkawi an der Grenze zu Thailand getroffen. Laut des Nachrichtensenders „Channel NewsAsia“ gab es dort einen Toten. Es handelt sich um eine alte Frau, die dem Wasser nicht entkommen konnte. Der Flughafen wurde nicht beeinträchtigt. Die Zerstörung war gering. Großer Sachschaden entstand an zwei Yachthäfen (Rebak Marina & Telaga Harbour Park).
  • Unter den Toten in Penang sollen auch Ausländer sein. Insgesamt war zunächst von 600 Toten die Rede.

Anmerkung am 24.Juni 2005: Die Schäden sind fast ausschließlich repariert und Langkawi liegt wie vorher friedlich in der Sonne.

Malediven

  • Die Malediven wurden von Wassermassen überspült. Die Malediven liegen nur zirka einen Meter über dem Meeresspiegel. Nach Regierungsangaben (30.12.2004, 20:14 Uhr) starben durch die Naturkatastrophe 82 Menschen, 26 werden vermisst. 12.162 Menschen sind obdachlos.
  • Der internationale Flughafen in Malé war vollständig überschwemmt und für einige Zeit geschlossen, ist mittlerweile wieder in Betrieb. Nach Angaben eines Regierungssprechers stand die Hauptinsel Malé zu zwei Dritteln unter Wasser. Es gibt schwere Schäden in der Stadt. Zahlreiche Bungalows auf den Touristeninseln der einzelnen Atolle wurden fortgeschwemmt. Laut der Zeitung „Dhivehi Observer“ sind 37 Inseln stark beschädigt und 78 leicht beschädigt. Von 41 Inseln fehlte zunächst jegliche Information über den Zustand. Ebenfalls 41 Inseln scheinen unbeschädigt. Insgesamt 13 Inseln mussten evakuiert werden. In vielen Fällen seien Nahrungsmittel verdorben und Trinkwasser knapp. Es sei die schlimmste Flutwelle gewesen, die je die Malediven heimgesucht habe, erklärte die nationale meteorologische Behörde. Auf den Malediven wurde der Notstand ausgerufen.
  • Da das ganze Ausmaß der Katastrophe auf den Malediven möglicherweise noch nicht erfasst ist, soll sich ein siebenköpfiges deutsches Ärzteteam aus Halle an der Saale laut Naumburger Tageblatt auf den Weg auf die Malediven machen, um an Bord eines Lazarettschiffes mit Platz für 400 Verletzte die Lage vor Ort zu erkunden. Die Ärzte wurden von der örtlichen Hotelkette Universal Resorts angefordert.

Myanmar

  • In Myanmar (ehemals Birma) starben vermutlich rund 90 Personen. Aufgrund der dort herrschenden Militärdiktatur sind nur wenige Informationen zu bekommen. Erste Nachrichten (BBC) berichten von einer großen Flutwelle, von der die südliche Küste getroffen wurde.

Réunion

  • Auf Reunion wird von 15 gekenterten oder beschädigten Fischerbooten in den Häfen von Saint Marie und Saint-Gilles berichtet.

Seychellen

  • Die Hauptstadt der Seychellen, Victoria auf der Hauptinsel Mahe sowie die innernen Inseln Praslin und La Digue trugen schwere Schäden davon. Augenzeugen berichteten von zwei Todesopfern und 16 Vermissten. Laut Behörden gab es jedoch einen Toten. Tief liegende Küstenstraßen wurden von bis zu zwei Meter hohen Wellen überflutet. Es kam zu Stromausfällen in Hunderten von Häusern. Am Flughafen mussten Feuerwehrleute Dutzende Fische wegspülen, die von großen Wellen immer wieder angeschwemmt wurden. Einwohner und Touristen wurden aufgefordert, sich bereit zu halten, um nötigenfalls auf höhergelegenes Land zu flüchten. Eine wichtige Brücke, die den Flughafen mit der Hauptstadt Victoria verbindet, wurde zerstört.

Somalia

  • Selbst an der 5.000 Kilometer entfernten afrikanischen Ostküste sind in der autonomen Region Puntland offenbar rund 120 Menschen getötet worden. Ferner sollen Boote gekentert sein. In Teilen Somalias sind die Wellen entlang von Flussbetten drei Kilometer landeinwärts gekommen.

Sri Lanka

  • Sri Lanka scheint von der Naturkatastrophe mit am stärksten betroffen zu sein. In Sri Lanka sind bislang über 27.200 Tote offiziell bestätigt. Die Flutwelle traf, von Sumatra kommend, die Insel im Südosten. Besonders betroffen sind daher die südöstlichen Strandabschnitte. Diese wurden von bis zu sechs Meter hohen Flutwellen erfasst. Der Hafen der Hauptstadt Colombo wurde geschlossen. Hauptbetroffen sind die Bezirke im Süden Sri Lankas: Muttur in Trincomalee. Die Regierung von Sri Lanka hat um internationale Hilfe gebeten. Der Notstand wurde ausgerufen. Mehr als 800.000 Menschen sollen obdachlos geworden sein.
  • Durch die Flutwellen entgleiste ein mit über 1.000 Personen besetzter Zug, der auf dem Weg von der Hauptstadt Colombo nach Galle war. Laut der Nachrichtenagentur AP wurden bislang 802 Leichen geborgen.
  • Mindestens 300 Gefangene flohen aus dem Hochsicherheitsgefängnis Matare im Süden von Sri Lanka, das durch die Flutwellen zerstört worden war.
  • Auch Altbundeskanzler Helmut Kohl hat sich zum Zeitpunkt des Unglücks auf Sri Lanka befunden. Quellen berichten, dass er gemeinsam mit seinem Ex-Fahrer Ecki Seeber eine Kur in einem Ayurveda-Hotel macht oder dass er auf der Insel mit Freunden den Heiligen Abend verbringen wollte. Er wurde nach zwei Tagen mit einem Helikopter der srilankischen Luftwaffe ausgeflogen.
  • Mindestens sieben deutsche Urlauber starben auf Sri Lanka.

Tansania

  • Auch in Tansania an der afrikanischen Ostküste gab es Tote durch die Flutwellen. Reuters meldete am Dienstag unter Berufung auf Polizeibehörden, dass im Hafen von Dar es Salaam zehn Schwimmer im Alter von zwölf bis zwanzig Jahren durch den starken Wellengang ertrunken sind.

Thailand

  • Über 4.500 Menschen kamen in Thailand nach Behördenangaben von Freitag ums Leben, darunter 2.230 Touristen. Viele Tausende wurden zum Teil schwer verletzt. Mehr als hundert Urlauber werden in Phuket vermisst, welches ebenfalls von einer riesigen Flutwelle erfasst wurde. Viele ausländische Touristen an den beliebten Stränden Kamala und Patong wurden verletzt. Der thailändische Regierungssprecher Jakrapob Penkair sagte der Nachrichtenagentur dpa, am härtesten sei die wegen des Unwetters noch immer völlig unzugängliche Insel Phi-Phi zwischen Phuket und dem Festland betroffen. Auf Phi Phi wurden 200 Bungalows ins Meer gespült – einige davon zusammen mit Bewohnern und Angestellten. Mit mehreren hundert Opfern wird dort gerechnet. Von zunächst 100 vermissten Tauchern konnten laut der Nachrichtenagentur AFP mindestens 80 gerettet werden. Die vier betroffenen südlichen Provinzen wurden auf Anordnung der Regierung derzeit evakuiert.
  • Allein in der am schwersten betroffenen Provinz Phangnga starben nach offiziellen Angaben von Freitag fast 3.700 Menschen, darunter 2.000 Ausländer.
  • Das Hotel „Sofitel Magic Lagoon Khao Lak“ der französischen Accor-Gruppe rund 50 Kilometer nördlich von Phuket in der Provinz Phangnga wurde nach Medienberichten völlig zerstört. Zum Zeitpunkt des Unglücks hatte das Hotel 415 Gäste, von denen laut dpa 70 Prozent Deutsche waren, und nach ersten Angaben vermutlich 200 bis 250 Mitarbeiter. 35 Leichen wurden laut AFP bis Mittwoch geborgen, von denen aber zunächst nicht klar war, ob sie zum Hotel gehörten. Mindestens 405 Urlauber und Angestellte überlebten, darunter laut Frankfurter Rundschau von Donnerstag 206 Gäste.

Hilfsmaßnahmen / Hilfsaktionen

Am 29.Dezember 2005 landete der zur „fliegenden Intensivstation“ umgebaute Airbus (A310 MRT „Medevac“) der Bundeswehr im thailändischen Phuket, um schwer verletzte Deutsche von Thailand zurück in die Heimat zu holen. Er ist am 31. Dezember 2005 erneut in Richtung Asien gestartet. Insgesamt sind vier Flüge geplant.

Die EU stellte drei Millionen Euro als Soforthilfe zur Verfügung. EU-Entwicklungshilfekommissar Louis Michel teilte am Sonntag mit, dass der Betrag erhöht werde, sobald die Schäden absehbar seien. Der deutsche Außenminister Joschka Fischer kondolierte den Regierungen der betroffenen Länder und sagte Hilfe zu. Bundeskanzler Schröder sagte am Mittwoch 20 Millionen Euro an Hilfen zu. Die norwegische Regierung stellte 1,3 Millionen Euro zur Verfügung, die schweizerische Regierung eine Million Schweizer Franken.

Zwei Teams des Technischen Hilfswerks (THW) sind am 27. Dezember in Thailand und Sri Lanka eingetroffen. Die Schnelleinsatzeinheit für Bergung im Ausland (SEEBA) wird vor allem zur Trinkwasseraufbereitung eingesetzt. Ein drittes Team soll am 29. Dezember nach Indonesien abreisen.

Ein deutsches Bergungsteam mit Suchhunden hilft in Khao Lak in Thailand bei der Suche nach Verletzten und Toten.

Mitarbeiter von Caritas und Diakonie organisieren zur Zeit Erste Hilfen wie Nahrungsmittel, Trinkwasser und Notunterkünfte für die Opfer, berichtete Pfarrer Joseph Selvaraj, Direktor der Caritas Tamil Nadu aus Südindien. Auch auf Sri Lanka und in Thailand sind die lokalen Partner vor Ort.

Ärzte ohne Grenzen schickte am Montagnachmittag einen Charterflieger mit 32 Tonnen Hilfsgütern von Ostende in die Krisenregion. Ziel ist Sumatra, man wartet jedoch noch auf die Landegenehmigung. Die Lieferung beinhaltet medizinische und sanitäre Hilfsgüter, die für 30.000 bis 40.000 Menschen reichen. Zudem reist ein Notfallteam, bestehend aus sechs Personen, in die Region. Darunter sind Wasserexperten, Logistiker und Mediziner (Quelle: Kurier).

Im Rahmen ihres Volontärprogramms sucht PanEco dringend für den sofortigen Einsatz in Banda Aceh/Nordsumatra, Indonesien Ärzte und Ärztinnen, Pflegefachkräfte sowie freiwillige Helfer und Helferinnen.

In Indonesien wird am 6. Januar eine internationale Wiederaufbau-Konferenz stattfinden, zu der 23 Länder eingeladen sind.

Vorbeugung

Kritisiert wird ein fehlendes Frühwarnsystem im indischen Ozean. Richtig angewendet, hätte man vor den Tsunamis vielfach rechtzeitig warnen können. Die Opferzahlen wären weit geringer gewesen, wenn die betroffenen Länder an ein internationales Flutwellen-Warnsystem angeschlossen gewesen wären. Ein solches Warnsystem wurde 1965 für den Pazifik zwischen Japan und Alaska eingerichtet. Für den Indischen Ozean gibt es jedoch nichts vergleichbares. Erst im September hatte ein australischer Wissenschaftler ein solches Warnsystem für den indischen Ozean vorgeschlagen. US-Behörden haben laut einem indischen Radiosender versucht die Region zu warnen, wegen des fehlenden Warnsystems sei dies aber unmöglich gewesen. Eine Vorwarnung durch Nutzung eines Internetdienstes wäre in Indien bereits drei Stunden vor dem Eintreffen der Welle möglich gewesen. Den Opfern in Indonesien hätte jedoch auch ein Frühwarnsystem nicht geholfen. Dort starben viele schon durch das Beben und die Zeit zwischen Beben und Eintreffen der Flutwelle war zu kurz und die Kommunikationswege schon durch das Beben teilweise zerstört, so dass eine Warnung die Bevölkerung nicht rechtzeitig erreicht hätte.
Am Mittwoch kündigten sowohl Indien als auch die UNO den Aufbau eines Tsunami-Frühwarnsystems im Indischen Ozean an.

Hintergrundinformationen

  • Erdbeben im Indischen Ozean 2004 – Wikipedia
  • Augenzeugenberichte aus den betroffenen Regionen: Augenzeugen-Berichte (BBC)

Bekannte Personen, die sich während des Bebens in der Region aufhielten

  • Esther Schweins verbrachte ihren Urlaub auf Sri Lanka und floh vor der Flutwelle. Quelle: N-TV
  • Helmut Kohl verbrachte ebenfalls seinen Urlaub auf Sri Lanka. Quelle: N-TV
  • Jet Li rettete auf den Malediven seine Tochter vor der Flutwelle. Quelle: MTV
  • Thomas D. überlebte die Katastrophe auf Sri Lanka. Quelle: * Stuttgarter Nachrichten
  • Thomas Helmer urlaubte in Thailand. Quelle: Sendung Exclusiv
  • Karel Gott war in Thailand im Urlaub. Er entkam den Fluten rechtzeitig. N-TV
  • Willy Astor wurde beim Schnorcheln vor Thailand abgetrieben und gerettet. Sächsische Zeitung
  • Poom Jensen (auch: Bhumi Jensen / Enkel des thailändischen Königs) verbrachte seinen Urlaub auf Khao Lak. Er starb beim Wasserskooterfahren.

Krisenstäbe

Deutschland

Bundesaußenminister Joschka Fischer sandte am 26.12.2004 an die Außenminister von Sri Lanka, Indonesien, Indien, Thailand, Bangladesch, Malaysia und Malediven ein Beileidstelegramm und richtete Krisenstäbe in Berlin und unter anderem auch in Bangkok, Dakar, Jakarta und Colombo, ein.

  • Die Telefon-Hotline des Auswärtigen Amtes lautet: (030) 5000 1000 (nur für Angehörige!).
  • Im Internetangebot von tagesschau.de findet sich eine Übersichtsseite Anlaufstellen für Angehörige.

Österreich

Das österreichische Außenministerium hat ebenfalls einen Krisenstab eingerichtet. Unter der Hotline 0501-150-4411 und 0800-222-666 können und sollen sich Angehörige von Asien-Urlaubern melden. Die Hotline wird von geschulten Bediensteten des Innenministeriums betreut.

Schweiz

  • Das schweizerische Außenministerium hat ebenfalls einen Krisenstab eingerichtet. Unter der Hotline 031 325 33 33 können und sollen sich Angehörige von Asien-Urlaubern melden.

Thailand

  • Es ist ein Krisentelefon in englischer Sprache geschaltet: +66 1155
  • Patientenliste des Phuket International Hospital
  • Patienten- und Totenlisten weiterer vier Krankenhäuser
  • Sprach- und Zeichenprobleme: Bereinigte und korrigierte Patientenlisten: [1]

Spendenlinks

Angesichts der noch nicht abschätzbaren Dimensionen dieses Ereignisses rufen viele Hilfsorganisationen zu Spenden auf.

Verheerende Erdbeben in Südostasien/Spenden für die Opfer des Seebebens im Indischen Ozean 2004.

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Quellen

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