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May 30, 2009

Sultanat Oman: Neue Süßwasserfischart entdeckt

Sultanat Oman: Neue Süßwasserfischart entdeckt

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Veröffentlicht: 20:04, 30. Mai 2009 (CEST)
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Lage Omans im Süden der Arabischen Halbinsel, im Süden eingezeichnet: der Ort Salalah

Hasik (Oman), 30.05.2009 – In einem Wadi in der Nähe des Dorfes Hasik (bei Salalah) im Sultanat Oman (im Südosten der Arabischen Halbinsel gelegen) entdeckte Emma Smart, eine für den World Wildlife Fund (WWF) arbeitende Wissenschaftlerin, eine neue Fischart. Es handelt sich um eine verwandte Art des in den Wadis des Wüstenstaates heimischen Garra barremiae. Die neue Fischart trägt den Namen Garra smarti nach ihrer Entdeckerin und lebt in einem kleinen Teich im Süden des arabischen Staates. Zunächst beobachtete Smart drei Exemplare in dem Teich. Am nächsten Tag, nach einem heftigen Regenfall, konnte sie weitere Fische dieser Art entdecken. Gegenüber den Gulfnews sagte die Ökologin: „Ich weiß noch nicht, wie viele Exemplare es von dieser Rasse gibt, denn diese drei Fische haben wir in einem Teich in einem einzigen Wadi gefunden.“ Nach Angaben der Artenschutzexpertin unterscheidet sich diese Fischart in einigen Merkmalen von dem verwandten Garra barremiae. Insgesamt sollen auf der Arabischen Halbinsel nur 16 verschiedene registrierte Süßwasserfischarten leben.

Smart arbeitet im Rahmen des „Wadi Wuraya Projekts“ des WWF an der Erforschung der Ökologie von Garra barremiae. Smart hofft durch ihre Studien mehr über die weitgehend unerforschten Süßwasserlebensräume und die darin lebenden Tiere und Pflanzen in der Region zu lernen.

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December 15, 2008

WWF: „Zusammenbruch der kommerziellen Fischerei bis 2050“

WWF: „Zusammenbruch der kommerziellen Fischerei bis 2050“

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Veröffentlicht: 23:43, 15. Dez. 2008 (CET)
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Tiefseerotbarsch auf einer Briefmarke der Faröer

Frankfurt am Main (Deutschland), 15.12.2008 – Die Naturschutzorganisation World Wildlife Fund (WWF) schlägt – zum wiederholten Male – Alarm: Die Fischbestände der Weltmeere sind überfischt. Wenn die Entwicklung der letzten Jahre sich so fortsetzt, so prognostizieren Wissenschaftler, wird der kommerzielle Fischfang im Jahr 2050 nichts mehr zu fangen haben. In einer Studie zeichnet der WWF ein düsteres Bild von der gegenwärtigen Situation der Fischbestände und ihrer zukünftigen Entwicklung. Dabei legt die vom WWF Deutschland erstellte Studie besonderen Wert auf die Zusammenhänge zwischen den für die Fischbestände fatalen Konsumgewohnheiten, aus ökologischer Sicht verantwortungslosen Fangmethoden und den daraus folgenden sinkenden Zukunftschancen der Populationen der beliebtesten Speisefische der Deutschen.

Dornhai, zeichnerische Darstellung

Ein Fischkonsum der deutschen Bundesbürger von 16,4 Kilogramm Fisch pro Kopf und Jahr ist dabei ein Teil des Problems. Die Quantität des Fischkonsums als solche ist dabei aber nicht entscheidend, sondern ihre artenmäßige Zusammensetzung. So schlägt der WWF den Verbrauchern vor, auf den Konsum von Rotbarsch gänzlich zu verzichten. 32.600 Tonnen dieser einst als Edelfisch angesehenen Fischart gelangen in Deutschland jährlich auf den Teller. Warum ist der Verzehr dieser Fischart aus Sicht des WWF so problematisch? Der Grund liegt in den Fangmethoden. Die Nachfrage nach Rotbarsch führte zur explosiven Entwicklung der industriellen Tiefseefischerei. Diese gilt als ökologisch besonders bedenklich, weil durch die Schleppnetze die Laichgebiete vieler Fischarten nachhaltig zerstört werden. Zu Beginn war die Tiefseefischerei besonders lukrativ, weil kurzfristig hohe Fangquoten erzielt werden konnten. Die langsam wachsenden Bestände der Tiefsee erholen sich von solcher Überfischung jedoch nur sehr langsam, weil die Reproduktionsrate dieser Fischarten sehr niedrig ist. Viele Tiefseefischarten werden daher von Wissenschaftlern als eine „nicht erneuerbare Ressource“ angesehen. Ein anderes Beispiel: Schillerlocken. Dem Verbraucher ist häufig nicht bewusst, dass es sich bei „Schillerlocken“ um die Bauchlappen des Dornhais handelt. Dessen Bestände nähern sich seit Jahren kritischen Werten. Der Internationale Rat für Meeresforschung empfiehlt seit Jahren die Einstellung des Fangs von Dornhai. Im Nordostatlantik gilt der Dornhai bereits als vom Aussterben bedroht.

Tunfisch

Als dramatisch wird auch die Situation beim Tunfisch beschrieben, der in der Gunst der deutschen Fischesser auf Platz 4 steht. 90 Prozent der Tunfischbestände wurden in den letzten Jahren abgefischt. Fünf Tunfischarten stehen bereits auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Eine besondere Problematik bildet beim Tunfischfang der so genannte Beifang: 3,3 Millionen Haie verfangen sich in den Netzen der Tunfischtrawler, außerdem verenden so rund 300.000 Meeressäuger wie Wale und Delfine.

Die Liste bedrohter Fischarten durch den Raubbau an natürlichen Ressourcen ist lang. Der WWF stellt einige Forderungen auf, um einen schonenderen Umgang mit den Fischbeständen der Weltmeere zu ermöglichen. Erstens sollen die Seefangflotten auf die Verwendung selektiver Fanggeräte verpflichtet werden. Auf diese Weise könnte der Beifang, der wesentlich zur Überfischung der Meere beiträgt, eingeschränkt werden. Regionen, in den Jungfische heranwachsen, müssen zu Schutzgebieten erklärt werden, in denen kein Fischfang erlaubt ist. Für die Berechnung von Höchstfangquoten im Rahmen der Europäischen Union fordert der WWF die rechnerische Einbeziehung des Beifangs. Ähnlich wie in anderen Bereichen der Produktkennzeichnung muss nach Auffassung des WWF auch die Herkunft von Fisch im Kühlregal oder in der Ladentheke von Fischfachgeschäften zweifelsfrei zurück verfolgt werden können, um der „Fischpiraterie“, also der Umgehung der Fischfangquoten durch illegalen Fischfang, Einhalt zu gebieten. Den Verbrauchern empfiehlt der WWF, auf Zertifizierungssymbole zu achten. Der WWF befürwortet MSC-zertifizierte Fischereibetriebe und Bio-Produkte aus Zuchtbetrieben.

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  • Welternährungsorganisation: Überfischung nimmt bedrohliche Ausmaße an (05.03.2007)

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May 8, 2008

WWF mahnt zu vermehrten Anstrengungen zur Erhaltung der Artenvielfalt in Deutschland

WWF mahnt zu vermehrten Anstrengungen zur Erhaltung der Artenvielfalt in Deutschland

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Veröffentlicht: 22:28, 8. Mai 2008 (CEST)
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Nabu-Biotop im Erkelenzer Wahnenbusch

Frankfurt am Main (Deutschland), 08.05.2008 – Anlässlich des Umweltgipfels der Vereinten Nationen zum „Übereinkommen über die biologische Vielfalt“ (CBD), der vom 19. bis 30. Mai in Bonn stattfinden wird, legte der WWF (World Wide Fund For Nature) gestern eine neue Studie unter dem Titel „Naturschutz in Deutschland. Schutzgebiete und das Biodiversitätsziel 2010“ zur Situation in Deutschland vor. Darin zieht der renommierte Tierschutzverband eine negative Bilanz der Anstrengungen zum Schutz der Arten in Deutschland. Der Studie zufolge „ist die Zahl der bedrohten Biotope trotz aller Schutzbemühungen zwischen 1994 bis 2006 von 68,7 auf 72,5 Prozent gestiegen“. Die Hälfte aller Biotope in Deutschland sei langfristig bedroht.

Der Umwelt- und Tierschutzpolitik in Deutschland stellt der WWF ein schlechtes Zeugnis aus. Diese Politik habe zwar in den letzten Jahrzehnten für eine beeindruckende Zahl von ausgewiesenen Naturschutz- und Landschaftsschutzgebieten gesorgt, die über 7.000 Landschaftsschutzgebiete und knapp 100 großen Naturparks in Deutschland seien jedoch nahezu wirkungslos. Auch die 14 Nationalparks erreichten nicht alle die international gültigen Standards. Diese sehen vor, die darin befindlichen Flächen zu mindestens drei Viertel sich selbst zu überlassen. Dieses Kriterium sei jedoch nur in jedem vierten Nationalpark erreicht worden.

Seeadler am Greifswalder Bodden

Es gebe jedoch, so der WWF, auch einige Erfolge bei einzelnen bedrohten Tierarten zu verzeichnen. Die Situation der zuvor als stark bedroht geltenden Seeadler, Kraniche, Biber und Seehunde habe sich entspannt. Erfreulich sei auch die Rückkehr des Wolfes in Deutschland. Andererseits wird die Rote Liste der bedrohten Arten in Deutschland immer länger. Diese enthält inzwischen 39 Prozent aller bislang überhaupt untersuchten Arten, insgesamt 16.306 Tier- und Pflanzenarten. Nach Expertenschätzungen ist jede dritte Tierart vom Aussterben bedroht.

Wenn es Deutschland ernst meine mit seinen ehrgeizigen Naturschutzzielen, müssten zunächst bestimmte Industrieprojekte umgehend gestoppt werden, fordert der WWF. Dazu gehörten neue Ölbohrungen im Nationalpark Wattenmeer, der Bau eines Kohlekraftwerks am Rande des FFH-Gebietes Greifswalder Bodden und die Zerstörung geschützter Flusslandschaften in Elbe, Weser und Ems.

Weißdornblüten

Die Umweltminister der Länder und des Bundes setzten am Mittwoch bei ihrem Treffen zur Vorbereitung des UN-Umweltgipfels die Frage des Artenschutzes auf ihre Tagesordnung. Laut Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) gehe es, um „harte ökonomische Fragen“. So sei die pharmazeutische Industrie von der natürlichen Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten abhängig, weil neue Medikamente auf der Basis natürlich vorkommender Wirkstoffe entwickelt würden. Die Bedrohung der weltweiten Fischbestände ist nach den Worten Gabriels ein Problem der Welternährung. Gabriel wies darauf hin, dass ab dem Jahr 2050 kein kommerzieller Fischfang mehr möglich sei, wenn die dramatische Abnahme der Bestände nicht gestoppt werde.

„Biofrankfurt“, ein Zusammenschluss von zwölf Instituten des Forschungs-, Bildungs- und Naturschutzsektors weist darauf hin, dass weltweit jede fünfte Pflanzenart als Heilpflanze in Frage komme. Insgesamt gebe es auf der Erde etwa 80.000 Heilpflanzen. Die Erhaltung der Pflanzenvielfalt sei eine globale Herausforderung. Die Zahl der vom Aussterben bedrohten Blüten- und Farnpflanzen beziffert das Netzwerk mit 15.000. Die medizinische Behandlung der Bevölkerung in den Ländern Afrikas sei zudem zum großen Teil direkt auf pflanzliche Wirkstoffe angewiesen. So werde in Burkina Faso jede dritte Pflanze medizinisch nutzbar gemacht. In Deutschland gehören Johanniskraut, Baldrian, Schlüsselblume und Weißdorn zu den am häufigsten verwendeten Naturheilkräutern.

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March 18, 2008

US-Westküste: Rückgang des Königslachs-Bestandes existenzgefährdend

US-Westküste: Rückgang des Königslachs-Bestandes existenzgefährdend

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Veröffentlicht: 21:12, 18. Mär. 2008 (CET)
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Geschlechtsreifer Königslachs

Sacramento (Vereinigte Staaten), 18.03.2008 – Der Bestand an Königslachsen an der US-amerikanischen Westküste ist dramatisch zurückgegangen. Wurden im Jahr 2006 im Sacramento River noch 277.000 Exemplare beobachtet, wurden 2006 nur noch 90.000 Tiere gezählt. Nach drei Jahren des Rückgangs in Folge befürchtet der Pacific Fishery Management Council, dass die Zahl der Fische auf der Wanderung zu den Laichplätzen in diesem Jahr nur noch die Hälfte der zum Fortbestand der Art in diesem Gewässer notwendigen Höhe erreicht. Üblicherweise kommen fast neun Zehntel der vor Kalifornien gefangenen Köngislachse aus dem Flusssystem des Sacramento Rivers.

Einzugsgebiet des Sacramento Rivers.

Die genauen Ursachen für diesen Rückgang sind unklar. Experten machen sowohl die globale Erwärmung und damit die Erhöhung der Wassertemperatur im Pazifik als auch eine Reihe anderer Gründe verantwortlich. Umweltschützer schieben die Schuld auf die Wasserverschmutzung im Flussdelta von Sacramento River und San Joaquin River. Die örtlichen Fischer sehen die Schuld bei den Behörden. Diese hätten 2005 die Entnahme einer zu großen Wassermenge beziehungsweise zu einem falschen Zeitpunkt zur Bewässerung zugelassen. Dadurch seien mehr Fische als üblich Krankheiten und den natürlichen Feinden zum Opfer gefallen, oder die Fische seien in den Bewässerungskanälen verendet. Andere Stimmen sehen den Grund im Artenschutz der natürlichen Feinde, insbesondere der Seelöwen.

Der Meereswissenschaftler Bill Peterson von der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) hat festgestellt, dass die Wetterverhältnisse im Jahr 2005 ungewöhnlich waren. In diesem Jahr sind die meisten jetzt zur Paarung zurückkehrenden Lachse als Jungfische ins Meer gelangt. In jenem Jahr haben die Wasserströmungen, die Phytoplankton und Krill aus größeren Tiefen emportragen, später eingesetzt. „Die Aufwärtströmungen beginnen normalerweise im April und dauern bis zum September an. 2005 setzten sie nicht vor Juli ein.” Nach seiner Meinung seien die Jungfische des Jahres 2005 durch Nahrungsmittelknappheit vernichtet worden.

Es wird allgemein erwartet, dass die normalerweise vier Monate dauernde Fischereisaison für Königslachse in diesem Jahr gesperrt wird. Eine Entscheidung soll im April fallen. Es wäre die umfassendste Beschränkung der Fischereigeschichte an der US-Westküste. Für diesen Fall haben Gouverneur Arnold Schwarzenegger und seine Amtskollegen aus Oregon und Washington die US-Bundesregierung aufgefordert, den Ressourcen-Notstand auszurufen, damit Bundeshilfen freigegeben werden können.

Die Situation bedeutet auch für die betroffenen Fischer ein Existenzproblem. Ähnlich wie der Fang von Hummer an der Küste Neuenglands ist das Fischen der Lachse an der Westküste der Vereinigten Staaten Bestandteil der regionalen Kultur. Das Verschwinden der Fischfangboote aus den Häfen und damit verbundene Auswirkungen auf den Tourismus werden befürchtet.

„Unabhängig davon, welche Möglichkeit letztlich ergriffen wird – es ist klar, dass das Fischen von Lachsen an der amerikanischen Westküste streng beschränkt wird”, so ein Fischereiexperte der NOAA.

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December 19, 2007

EU-Agrarminister senken die Fangquote für Kabeljau um 18 Prozent

EU-Agrarminister senken die Fangquote für Kabeljau um 18 Prozent

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Veröffentlicht: 22:38, 19. Dez. 2007 (CET)
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Im nächsten Jahr sollen weniger Fische gefangen werden

Brüssel (Belgien), 19.12.2007 – Die EU-Agrarminister einigten sich in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch auf neue Fangquoten für die Fischerei in den europäischen Gewässern einschließlich der Nordsee.

Die neue Quote sieht vor, dass gegenüber dem Vorjahr 18 Prozent weniger Kabeljau gefangen werden soll. Damit blieb die Ministerrunde jedoch unter dem Vorschlag der EU-Kommission, die eine Absenkung der Quote um 25 Prozent für Kabeljau vorgesehen hatte. Der Beschluss war gefasst worden, nachdem Wissenschaftler eine leichte Erholung der Bestände festgestellt hatten. Je nach Meeresregion sehen die Fangquoten allerdings sehr unterschiedlich aus, nur im Durchschnitt ergibt sich eine Absenkung. Während die französischen Fischer den Fang von Kabeljau im Atlantik nur um neun Prozent einschränken müssen, ist in der irischen See und vor Westschottland, wo britische und irische Fischer ihre Fanggebiete haben, eine Quotensenkung von 18 Prozent vorgesehen. Deutsche und dänische Fischer dürfen in der Nordsee sogar elf Prozent mehr Fische der bedrohten Art fangen. Die Fangquoten für Heringe wurden dagegen um 41 Prozent auf knapp 19.000 Tonnen gesenkt. Bei der Scholle wurde eine um 15 Prozent niedrigere Höchstfangmenge vereinbart. Für Sardellen im Golf von Biskaya gilt weiterhin ein absolutes Fangverbot.

Der World Wide Fund For Nature (WWF) kritisierte den Beschluss daher als „eine neue Lizenz zum Plündern“. In diesem Zusammenhang weist der WWF darauf hin, dass der Bestand des Nordsee-Kabeljaus seit Beginn der 1970-er Jahre um vier Fünftel zurückgegangen ist. Nach Einschätzung der Umweltschutzorganisation werden die Empfehlungen der Wissenschaft „zugunsten kurzfristiger wirtschaftlicher Interessen ignoriert“. Kritisiert wird bei den Zahlenvorgaben aus Brüssel, dass dabei unabsichtliche und illegale Fänge nicht berücksichtigt würden. Die Hälfte des Kabeljaufangs sei auf diese Weise zustande gekommen. Der WWF schätzt daher, dass im kommenden Jahr die tatsächliche Fangmenge „weit über 40.000 Tonnen“ betragen werde. Der WWF appelliert angesichts der Brüsseler Fischereipolitik an den Fischhandel, keine bedrohten Fischarten anzubieten. Ein positives Beispiel bieten nach Ansicht des WWF die Niederlande, wo sich die großen Handelsketten die WWF-Forderungen zu eigen gemacht haben und nur noch Fische anbieten, die nach dem Ökosiegel „Marine Stewardship Council“ (MSC) zertifiziert sind.

Einer Untersuchung von Greenpeace zufolge ist die Situation in Deutschland differenziert zu bewerten. Einige Discounter verzichten inzwischen darauf, gefährdete Fischarten in den Handel zu bringen. Positiv wurde von Greenpeace die Verkaufspolitik der Ketten Norma und Kaufland bewertet, auch Metro, Rewe und Lidl unternehmen Anstrengungen in dieser Richtung. Dr. Iris Menn, Meeresexpertin von Greenpeace, bemängelt jedoch, „dass wir in den Regalen der Supermärkte immer noch Kabeljau, Scholle und Rotbarsch gefunden haben. Diese Fischarten gehören nicht auf den Teller, da ihre Bestände bedroht sind.“

Außerdem beschlossen die EU-Agrarminister ein Verbot der Schleppnetzfischerei in den Korallenriffen westlich von Irland zum Schutz der dort lebenden Tiere. Bundesagrarminister Horst Seehofer regte außerdem an, einen Aktionsplan zum Schutz der in der Nordsee lebenden Haie auszuarbeiten. Die Fangquote für den bedrohten Dornhai wurde um 25 Prozent verringert. Zum Schutz des Thunfisches wurde ein Bewirtschaftungsplan beschlossen, der auf 15 Jahre angelegt ist und die Bestände sichern soll.

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  • Neue Fangquoten für die Fischerei in der Ostsee (25.11.2006)
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October 25, 2007

Neue Fangquoten für die Fischerei in der Ostsee

Neue Fangquoten für die Fischerei in der Ostsee

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Veröffentlicht: 12:34, 25. Okt. 2007 (CEST)
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Luxemburg (Luxemburg), 25.10.2007 – Die EU-Staaten einigten sich am Dienstag in Luxemburg auf neue Höchstmengen für den Fang bestimmter Fischarten in der Ostsee.

Diese sehen eine Verringerung der Fangquoten für den Dorsch (Gadus morhua) in den östlichen Regionen der Ostsee auf 38.765 Tonnen (minus 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr) vor. Für die westlichen Bereiche der Ostsee wird die Fangquote für den Dorsch sogar um 19.221 Tonnen gesenkt, was einem Prozentsatz von 28 entspricht. Außerdem wird die Anzahl der Fangtage für die einzelnen Länderfangflotten gesenkt.

Diese Mengenbeschränkungen beim Fang dieser Fischart sollen zu einer Erholung der Bestände beitragen. Die EU-Kommission hält den Zustand dieser beiden Dorschbestände für „weiterhin besorgniserregend“. Die EU-Kommission stützt sich bei ihren Vorschlägen auf Gutachten der ICES (übersetzt etwa: „Internationaler Rat für die Erforschung der Meere“), einer wissenschaftlichen Kommission, die die Bestandsentwicklung akribisch erfasst und jährlich Vorschläge zur weiteren Bewirtschaftung der europäischen Meere vorlegt.

Mit ihren bereits im September vorgelegten Vorschlägen konnte sich die Kommission jedoch wegen des Widerstandes aus Deutschland und Dänemark nicht in vollem Umfang durchsetzen. Diese Länder sehen die wirtschaftlichen Überlebenschancen ihrer Fischfangflotten bedroht. Ernst-Wilhelm Rabius vom schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministerium bewertete die Beschlüsse mit den Worten: „Wir rechnen für das kommende Jahr insbesondere bei den kleinen Kutterbetrieben mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten.“

Kritik wurde vor allem an den polnischen Fischern geübt, denen vorgeworfen wird, sich nicht an die getroffenen Absprachen zu halten und falsche Zahlen über gefangene Fische angegeben zu haben. Sie seien damit wesentlich für die Überfischung der Dorschbestände in der Ostsee verantwortlich zu machen. Die EU will daher entsprechende Kontrollmechanismen verstärken. Im Juli war den polnischen Fischern der weitere Fang von Kabeljau in der Ostsee bis Jahresende untersagt worden.

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July 25, 2007

Fischkonsum der New Yorker führt zu viel Quecksilber im Blut

Fischkonsum der New Yorker führt zu viel Quecksilber im Blut

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Veröffentlicht: 21:43, 25. Jul. 2007 (CEST)
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New York (Vereinigte Staaten), 25.07.2007 – Etwa 25 Prozent der Erwachsenen New Yorks haben laut der Gesundheits- und Ernährungsstudie der Stadt, die am Montag veröffentlicht wurde, erhöhte Quecksilberwerte. Eine Quecksilbervergiftung, die vom Verspeisen kontaminierter Tiere kommt, führt zu einer Vielzahl von Krankheiten einschließlich Nieren- und Nervenschäden, Müdigkeit und Zittern, auch Tremor genannt.

Viel Quecksilber im Blut durch Fischkonsum

So fanden die Macher der Studie heraus, dass Frauen aus New York City zwischen 20 und 49 Jahren im Durchschnitt 2,64 Mikrogramm pro Liter Quecksilber im Blut haben, während Frauen einer ähnlichen Altersgruppe in den gesamten Vereinigen Staaten insgesamt nur 0,83 Mikrogramm pro Liter aufweisen. Sich Quecksilber auszusetzen, kann bei Menschen zu Gehirnschäden, Geburtsschäden, schweren neurologischen Folgen, Hypersalivation, zur Minamata-Krankheit und bestimmten Verhaltensstörungen führen.

Die hohe Konzentration des Giftstoffs im Blut stand in Verbindung mit einem hohen Fischkonsum. Die Behörden der Stadt sagten, Kinder unter sechs Jahren, schwangere und stillende Frauen sollten Fisch mit hohem Quecksilbergehalt meiden. Die Fischsorten, die befunden wurden, besonders erhöhte Quecksilberwerte zu enthalten, waren der Schwarze Seehecht, der Schwertfisch und frische Thunfische. Eine Studie der „National Wildlife Federation“ aus dem Jahre 2006 fand heraus, dass in den Vereinigten Staaten die Tiere vieler verschiedener Arten, nicht nur Fische, mit höheren Dosen Quecksilber verseucht sind, als bisher angenommen.

englischsprachige Quelle Dieser Artikel ist eine Übersetzung eines fremdsprachigen Artikels vom 24.07.2007

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March 5, 2007

Welternährungsorganisation: Überfischung nimmt bedrohliche Ausmaße an

Welternährungsorganisation: Überfischung nimmt bedrohliche Ausmaße an

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Artikelstatus: Fertig 15:31, 5. Mär. 2007 (CET)
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Auch der Kabeljau gehört zu den gefährdeten Fischarten

Rom (Italien), 05.03.2007 – Ein Viertel aller Meeresfisch-Bestände sind gefährdet. Dies geht aus dem Fischereibericht der Welternährungsorganisation FAO hervor, der heute in Rom vorgestellt wurde. Bei 52 Prozent aller Bestände sei bereits heute keine Steigerung der Ausbeutung mehr möglich.

Die Verfasser des SOFIA-Berichtes (State of World Fisheries and Aquaculture) kommen zu dem Ergebnis, dass 17 Prozent aller beobachteten Bestände übernutzt würden, sieben Prozent nahezu erschöpft seien und nur ein Prozent sich langsam erhole. An diesen Zahlen habe sich in den letzten 15 Jahren praktisch nichts geändert. Schuld daran sei hauptsächlich der „mangelnde politische Wille“, Maßnahmen gegen die Überfischung durchzusetzen.

Besonders stark gefährdet sieht die FAO Fischarten, die sich auf ihren Wanderungen lange außerhalb von Küstenregionen aufhalten. Von den wandernden Haifischarten sei mehr als die Hälfte aller Bestände bedroht, bei anderen Hochseefischen wie Seehecht, Atlantischer Kabeljau, Heilbutt, Granatbarsch oder Blauflossentunfisch seien es sogar zwei Drittel. „Zwar stellen diese Wanderfische nur einen vergleichsweise kleinen Teil der weltweiten Fischressourcen dar, sie sind aber ein Schlüssel- Indikator für den Zustand eines großen Teils des ozeanischen Ökosystems“, erklärte der stellvertretende FAO-Generaldirektor Ichiro Nomura.

In den am meisten befischten Meeresregionen im Südost-Pazifik, im Atlantik sowie im Indischen Ozean seien zwischen 46 und 66 Prozent der Bestände überfischt oder bereits erschöpft. „Dieser Trend bestätigt, dass das Fangpotenzial der Weltozeane sehr wahrscheinlich seine Grenzen erreicht hat“, erklärte Nomura und betonte die Notwendigkeit der Entwicklung eines behutsameren und effektiveren Fischmanagements mit dem Ziel, die derzeitige Überfischung zu stoppen und erschöpfte Bestände wieder aufzubauen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten die bisher bestehenden Überwachungsorganisationen reformiert werden und mehr Macht erhalten. Bisher gibt es 39 derartige Einrichtungen, die den Fischfang außerhalb nationaler Hoheitsgewässer regeln, weitere befinden sich im Entstehen.

Da sich die in den Weltmeeren gefangene Menge an Fisch nicht weiter steigern lässt, gewinnen Fischfarmen immer mehr an Bedeutung. Während 1980 nur neun Prozent der Fische für die menschliche Ernährung aus so genannten Aquakulturen kam, sind es heute mit 47,8 Millionen Tonnen pro Jahr schon 43 Prozent. Damit ist die Fischzucht der am schnellsten wachsende Zweig der Nahrungsmittelproduktion.

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January 4, 2007

Saugkarpfen halten Artgenossen mit Lichtblitzen fern

Saugkarpfen halten Artgenossen mit Lichtblitzen fern

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Artikelstatus: Fertig 15:12, 4. Jan. 2007 (CET)
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London (Vereinigtes Königreich), 04.01.2007 – Forscher entdeckten bei den Männchen der nordamerikanischen Saugkarpfenart Xyrauchen texanus eine ungewöhnliche Kommunikationsmethode: Durch Augenrollen – die Augen werden verdreht, bis der weiße Bereich zu sehen ist – wird herabfallendes Licht reflektiert, wobei Lichtblitze entstehen, die andere männliche Artgenossen fernhalten.

Ein US-amerikanisch-kanadisches Forscherteam ist beim Filmen des Laichverhaltens der Saugkarpfen (Catostomidae, auch Saugdöbel genannt) im Colorado River auf diese Fähigkeit aufmerksam geworden. Xyrauchen texanus, auf Englisch „razorback sucker“, ist der größte in Nordamerika vorkommende Vertreter seiner Familie. Die gut getarnten, dicht am Boden schwimmenden Fische fielen durch gelegentliche, etwa eine halbe Sekunde andauernde, Lichtblitze auf – und zwar besonders häufig, wenn sich ein Artgenosse näherte.

Die Biologen Novales Flamarique (Simon Fraser University, Burnaby), G.A. Mueller (United States Geological Survey, Denver) und C.R. Figiel (U S. Fish and Wildlife Service, Willow Beach) führten einen Test im Aquarium durch. Zwei Fischattrappen – eine wurde mit einer blinkenden Leutdiode im Augenbereich versehen – wurden im Aquarium verteilt. Danach wurden jeweils fünf echte Karpfen ins Aquarium gelassen. Das Ergebnis: Männliche Karpfen mieden grundsätzlich die Nähe der blinkenden Fischattrappe und hielten sich mehr im Bereich der anderen, auf der anderen Seite des Aquariums befestigten, Fischattrappe auf. Weibliche Karpfen hingegen machten keinen Unterschied zwischen blinkenden und nicht-blinkenden Attrappen.

Die Folgerung der Biologen lautet, die Blitzlichter würden wahrscheinlich zur Abschreckung von Artgenossen, zur Revierverteidigung, dienen – jedoch nur unter Männchen.

Weitere Untersuchungen an den Fischen zeigen spezielle Anpassungen der Augen. Besondere an der unteren Hälfte der Augen befindliche Sinneszellen sind auf das Wahrnehmen ultravioletter Strahlung, die in den Blitzen vermehrt enthalten ist, ausgerichtet.

Nach Ansicht der Biologen ist diese Verhaltensweise sehr effizient. So können die Karpfen ihre Reviere effektiv verteidigen, während Fressfeinde aufgrund der kurzen Dauer der Blitzzeichen die Fische anhand der Blitzlichter nur schlecht orten können.

Wie die Biologen schreiben, sind Lichtsignale zur Kommunikation durch Körperreflektionen im Tierreich weit verbreitet. Auch war bereits bekannt, dass viele von diesen Signalen ultraviolettes Licht enthalten – das sich mit dem Aufnahmespektrum der Netzhaut überschneidet. Die Funktion einer solchen Kommunikation ist aber in den meisten Fällen strittig.

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December 22, 2006

Wissenschaftler: Kabeljaubestände trotz veränderter Fangquoten weiter bedroht

Wissenschaftler: Kabeljaubestände trotz veränderter Fangquoten weiter bedroht

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Artikelstatus: Fertig 14:40, 22. Dez. 2006 (CET)
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Brüssel (Belgien), 22.12.2006 – Die EU-Agrar- und Fischereiminister einigten sich gestern auf ihrem Jahrestreffen auf neue Fangquoten für die kommerzielle europäische Fischerei. Wissenschaftler warnen seit Jahren vor einer Überfischung der Bestände in den europäischen Gewässern. Auf der anderen Seite stehen die kommerziellen Interessen der Fischfangflotten und der fischverarbeitenden Industrie. Nach zähen mehrtägigen Verhandlungen einigten sich die Minister auf eine Verringerung der Fangquote für den Dorsch (= Kabeljau) um sieben bis zehn Prozent (in Abhängigkeit von der Maschengröße der verwendeten Netze). Die EU-Kommission hatte eine Senkung der Fangquoten für den Kabeljau um 25 Prozent vorgeschlagen. Über die Eckdaten eines so genannten Managementplans für die bedrohten Bestände von Scholle und Seezunge wurde noch keine endgültige Einigung erzielt. Immerhin sollen deren Höchstfangmengen um 12,5 Prozent bei den Schollen und um 15 Prozent bei der Seezunge gesenkt werden. Bei der Sardellenfischerei musste sich die EU-Kommission, die für das erste Halbjahr 2007 ein vollständiges Fangverbot vorgeschlagen hatte, dem Druck Spaniens und Frankreichs beugen. In der Bucht von Biskaya dürfen von Mitte April bis Mitte Juni wieder Sardellen gefischt werden, wenn auch unter Aufsicht von wissenschaftlichen Beobachtern.

Während der deutsche Agrar-Staatssekretär Gert Lindemann von einem guten Ergebnis sprach, wurde der erzielte Kompromiss von wissenschaftlicher Seite sowie von Umweltschutzorganisationen kritisiert. Siegfried Ehrlich von der Bundesforschungsanstalt für Fischerei in Hamburg sagte: „Das entspricht nicht den Anforderungen, die wir als Wissenschaftler stellen.“ Ein Greenpeace-Experte argumentierte in der gleichen Richtung: „Die Fischereiminister haben wieder einmal die wissenschaftlichen Empfehlungen ignoriert und viel zu hohe Fangquoten beschlossen.“ Nach Ansicht von Greenpeace müssten zur Erhaltung der Fischerei in der Zukunft effektivere Maßnahmen zum Schutz der Bestände ergriffen werden. Greenpeace forderte die Einrichtung größerer Gebiete, in denen kein Fisch gefangen werden darf. Theo Maack von Greenpeace: „Der Kabeljau nähert sich immer schneller der kommerziellen Ausrottung.“

Der WWF gibt die durchschnittliche verzehrte Menge an Fisch durch die EU-Bürger mit jährlich 22 Kilogramm Fisch und Meeresfrüchten pro Kopf an. Eine herausragende Rolle spiele laut WWF der Kabeljau auf dem Speiseplan der Europäer.

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