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February 9, 2010

Sri Lanka: Neugewählter Staatspräsident stellt oppositionellen Gegenkandidaten Fonseka vor ein Militärgericht

Sri Lanka: Neugewählter Staatspräsident stellt oppositionellen Gegenkandidaten Fonseka vor ein Militärgericht

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Veröffentlicht: 23:55, 9. Feb. 2010 (CET)
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Colombo (Sri Lanka), 09.02.2010 – In Sri Lanka kommt es zwei Wochen nach der Präsidentschaftswahl zu einem Machtkampf zwischen dem neugewählten Präsidenten Mahinda Rajapakse und dem unterlegenen oppositionellen Präsidentschaftskandidaten Sarath Fonseka. Präsident Rajapakse überstellte Fonseka einem Militärgericht. Ihm wird vorgeworfen, eine Verschwörung geplant zu haben. Der ehemalige Oberkommandierende der Streitkräfte muss sich auf eine Anklage wegen Hochverrats einstellen. Gleichzeitig wurde das Parlament aufgelöst und vorzeitige Neuwahlen angesetzt.

Fonseka, der bei der Wahl auf 40 Prozent der Stimmen gekommen war, hatte das Wahlergebnis der Präsidentschaftswahl am 26. Januar nicht anerkannt. Auf Rajapakse waren laut amtlichem Endergebnis 58 Prozent der Stimmen entfallen. Fonseka hatte damit gedroht, das Wahlergebnis vor Gericht anzufechten.

Die Streitkräfte Sri Lankas hatten unter Führung Fonsekas im Mai 2009 die jahrzehntelangen militärischen Auseinandersetzungen mit den separatistischen Tamilen siegreich beendet.

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Quellen

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January 27, 2010

Spannungen nach dem Ende der Präsidentschaftswahl in Sri Lanka

Spannungen nach dem Ende der Präsidentschaftswahl in Sri Lanka

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Veröffentlicht: 20:30, 27. Jan. 2010 (CET)
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Mahinda Rajapaksa

Colombo (Sri Lanka), 27.01.2010 – Bei den Präsidentschaftswahlen in Sri Lanka am Dienstag wurde der amtierende Präsident, Mahinda Rajapaksa, in seinem Amt bestätigt. Nach dem amtlichen Endergebnis erhielt Rajapaksa 57,8 Prozent der abgegebenen Stimmen, während auf seinen Kontrahenten, den früheren Oberbefehlshaber Ex-General Sarath Fonseka 40 Prozent der Stimmen entfielen. Fonseka erkannte das Stimmenergebnis jedoch nicht an und warf der Regierung Betrug vor. Das regierungstreue Militär umstellte das Hotel in Colombo, in dem sich Fonseka zurzeit aufhält. Fonseka kündigte juristische Schritte gegen die Durchführung der Wahl an.

Ein Militärsprecher erklärte, man wolle den General nicht festnehmen, sondern suche nach Deserteuren. Diese Darstellung wies ein Sprecher der Opposition zurück.

Fonseka warf der Regierung vor, den Staatsapparat für ihren Wahlkampf missbraucht zu haben. Staatliche Fernsehsender hätten die Kampagne für die Wiederwahl des amtierenden Präsidenten unterstützt und staatliche Gelder seien für Wahlkampfzwecke verwendet worden. Durch den Abzug des Personenschutzes für seine Person nehme die Regierung außerdem billigend seine Ermordung in Kauf. Nach dem militärischen Sieg über die Tamilen im Jahr 2009, den Fonseka zusammen mit dem Präsidenten zu verantworten hat, befürchtet der General Racheakte gegen seine Person. Auf einer Pressekonferenz nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses hatte Fonseka erklärt: „Es gibt hier keine Demokratie. Die Mitglieder der Regierung verhalten sich wie Mörder, sie übernehmen keine Verantwortung für die Sicherheit des Volkes.“[1]

Ein weiterer Vorwurf an die Adresse der Regierung lautet, viele Tamilen, die durch den Bürgerkrieg heimatlos geworden waren, hätten nicht die Möglichkeit gehabt, bei der Wahl ihre Stimme abzugeben. In den Tamilengebieten lag die Wahlbeteiligung bei nur 30 Prozent, während die Wahlbeteiligung in den anderen Landesteilen bei 70 Prozent lag. Mehrere Bomben explodierten am Wahltag in dem hauptsächlich von Tamilen bewohnten Norden des Landes. Laut einer privaten Organisation, (Zentrum für die Beobachtung von Gewalt bei der Wahl, Centre for Monitoring Election Violence) die die Wahl in Sri Lanka beobachtete, könnten die Bombenanschläge als Versuch gewertet werden, durch die Verbreitung von Angst und Schrecken die Menschen von einem Gang zu den Wahllokalen abzuhalten. Insgesamt waren rund 14 Millionen Bürger Sri Lankas zur Wahl aufgerufen.

Der Vorsitzende der Wahlkommission Dayanada Dissanayake bestätigte die von dem Ex-General erhobenen Vorwürfe im Zusammenhang mit der Durchführung der Wahl zum Teil. So hätten Regierungsbehörden seinen Anordnungen keine Folge geleistet.

Fonseka und der amtierende Präsident Rajapaksa waren noch vor kurzem enge Verbündete im Kampf gegen die Tamilen. Nach der Niederschlagung des jahrelangen Aufstandes der tamilischen Befreiungskämpfer entzweiten sich die beiden Männer jedoch und bekämpften sich auf politischer Ebene gegenseitig.

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  • Portal:Sri Lanka

Referenzen

  1. englischer Text des Fonseka-Zitats: „There is no democracy here. The government is behaving like murderers, not taking responsibility for security of the people“

Quellen

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February 3, 2008

Schwerer Bombenanschlag auf einen Bus in Sri Lanka

Schwerer Bombenanschlag auf einen Bus in Sri Lanka

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Veröffentlicht: 16:01, 3. Feb. 2008 (CET)
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Extent of territorial control in sri lanka.png

Colombo (Sri Lanka), 03.02.2008 – Bei einem Bombenanschlag auf einen Bus in Sri Lanka sind mindestens 18 Menschen getötet und über 50 Menschen verletzt worden. Die Bombenexplosion zerstörte weite Teile des Busbahnhofs von Dambulla etwa 150 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Colombo.

Der Bus mit buddhistischen Pilgern war auf dem Weg von Kandy im Zentrum von Sri Lanka in die Stadt Anuradhapura in der nördlichen Zentralprovinz. In derselben Gegend hatten Tamilenrebellen im Oktober 2006 116 Seeleute bei einem Selbstmordattentat getötet.

Die Regierung von Staatspräsident Mahinda Rajapaksa machte die tamilischen Befreiungstiger der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) für den Bombenanschlag verantwortlich. Die Liberation Tigers of Tamil Eelam kämpft für einen unabhängigen Staat Tamil Eelam im Nordosten von Sri Lanka. Im Bürgerkrieg in Sri Lanka sind seit 1983 schätzungsweise 80.000 Menschen umgekommen.

Ein im Jahre 2002 ausgehandelter Waffenstillstand zwischen Regierungstruppen und LTTE-Rebellen wurde schon seit Ende 2005 faktisch nicht mehr eingehalten. Die Kämpfe haben jedoch seit Mitte Januar 2008 wieder an Schärfe zugenommen und schon über einhundert Tote gefordert.

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August 14, 2006

Heftige Kämpfe in Sri Lanka – Tamil Tigers halten Verhandlungen für unmöglich

Heftige Kämpfe in Sri Lanka – Tamil Tigers halten Verhandlungen für unmöglich

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Artikelstatus: Fertig 11:21, 14. Aug. 2006 (CEST)
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Colombo (Sri Lanka), 14.08.2006 – Seit mehr als 20 Jahren wird in Teilen Sri Lankas gekämpft. Fast genauso alt sind die Bemühungen, die tamilischen Rebellen und die Regierung zum Frieden zu bewegen. Zwar gelang es, 2002 einen Waffenstillstand zu schließen, doch immer wieder machten gewaltsame Vorfälle wie Anschläge auf Poltitiker die Friedensbemühungen zunichte. In den letzten Tagen und Wochen haben sich die Zustände in dem Land südöstlich des indischen Subkontinents dramatisch verschlechtert.

Karte von Sri Lanka

Medienberichten zufolge kam es im Nordosten Sri Lankas vorgestern zu den schwersten Kämpfen seit 2002. Laut einem Sprecher des Verteidigungsministeriums starben dabei 150 Kämpfer der LTTE und 27 Soldaten, 230 LTTE-Rebellen seien verletzt worden. Eine Bestätigung der Angaben durch unabhängige Quellen gibt es derzeit nicht. Seit dem neuerlichen Ausbruch der Kämpfe vor zwei Wochen starben laut dpa insgesamt 450 Menschen, darunter Zivilisten, Soldaten und LTTE-Kämpfer. Die Regierung Sri Lankas spricht von schweren Verlusten, die ihre Soldaten der LTTE durch Angriffe aus der Luft und mit Bodentruppen zugefügt hätten. Aufgrund der neuen Gefechte flohen mindestens 60.000 Menschen aus den betroffenen Regionen. Ausländische Geldgeber, darunter die USA, Japan, die Euroäische Union und Norwegen, äußern sich in diesem Zusammenhang besorgt über die humanitäre Lage und rufen zu einem sofortigen Ende der Kampfhandlungen auf. In den umkämpften Regionen im Norden Sri Lankas gilt seit drei Tagen eine unbefristete Ausgangssperre. Besonders umkämpft ist die Insel Jaffna, wo sich die LTTE und Regierungstruppen Gefechte um strategisch wichtige Orte liefern. Ein Vertreter der LTTE sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, die LTTE werde ihre Offensive gegen das Militär fortsetzen, die der LTTE-Verteter als Verteidigungsmaßnahme bezeichnet. Polizeieinheiten haben zudem nach eigenen Angaben ein Lager der LTTE in der Stadt Batticaloa angegriffen. In einem auf „news.bbc.co.uk“ veröffentlichtem Artikel ist auch von Schüssen in Trincomalee im Osten Sri Lankas die Rede.

Am Samstag wurde in der Hauptstadt Colombo ein Regierungsmitglied erschossen. Es handelte sich um Ketheesh Loganathan, der als stellvertretender Leiter des Friedenssekretariats der Regierung für die Koordination des Friedensprozesses mit den Rebellen zuständig war und dabei von einer norwegischen Vermittlungsmission unterstützt wird. Ein Unbekannter erschoss den Politiker in seinem Amtssitz in Dehiwela, unweit der Hauptstadt Colombo. Präsident Mahinda Rajapaksa machte die LTTE für die Ermordung des Politikers verantwortlich, die zum Jahrestag der Ermordung des Außenministers Lakshman Kadirgamar verübt wurde. Lakshman Kadirgamar wurde Mitte August 2005 bei einem Anschlag vor seinem Haus getötet. Verdächtigt wurden damals ebenfalls die „Befreiungstiger von Tamil Eelam“ (LTTE), die aber eine Verwicklung umgehend bestritten. Am 8. August dieses Jahres wurden 17 Mitarbeiter der Hilfsorganisation „Action contre la faim“ in Muttur umgebracht.

Unterdessen signalisierte die Regierung Sri Lankas Zustimmung zu einem angeblichen Verhandlungsangebot der tamilischen Rebellen. Der Chef des Friedenssekretariats der Rebellenorganisation sagte jedoch dazu, eine solche Initiative habe es von Seiten der Tamil Tigers nicht gegeben. Außerdem seien Verhandlungen in einer Situation unmöglich, in der eine militärische Offensive von Regierungstruppen auf der Halbinsel Jaffna im Norden des Landes stattfinde.

Zu einer Eskalation der Kämpfe kam es, als Regierungstruppen vor zwei Wochen versuchten, einen von der LTTE blockierten Bewässerungskanal unter ihre Kontrolle zu bringen. Am Dienstag, den 8. August hatten die Rebellen ein Schleusentor nahe Trincomalee wieder freigegeben, mit dem die Wasserversorgung des Kanals reguliert werden kann. Der Bewässerungskanal wird auch für Felder benötigt, die in einem Gebiet liegen, das von der Regierung kontrolliert wird. Tausende Bauern waren von der Blockade der Schleuse betroffen. Das Ende der Blockade wurde von der Armee als Erfolg ihrer Militäroffensive bewertet.

Den Konflikt im Land gibt es über 20 Jahren. Teile des Volkes der Tamilen möchten die Unabhängigkeit von Sri Lanka erreichen. Zur Durchsetzung dieses Zieles hat sich im Norden und Osten des Landes eine Rebellenbewegung gebildet, die sich Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) nennt. Die singhalesische Mehrheit im Land lehnt diese Bestrebungen ab und bekämpft die Rebellen. Bei diesen Kämpfen sind bisher 60.000 Menschen ums Leben gekommen. Im Februar 2002 wurde schließlich ein Waffenstillstand geschlossen. Danach gelang es den tamilischen Rebellen, ihre autonomen Strukturen zu befestigen, so dass es ihnen sogar möglich ist, Einfuhrkontrollen durchzuführen und Zölle zu erheben.

Die Heftigkeit des Konfliktes nahm im Jahr 2006 wieder zu. Seit Beginn des Jahres starben unter anderem durch Kämpfe und Anschläge mehr als 600 Menschen. So kam es etwa am 11. Mai vor der Küste des Landes zwischen den Rebellen und der Regierung zu einer Art Seeschlacht. Die LTTE griff mit 15 eigenen Booten einen Flottenverband an. Dabei wurde mit einem Selbstmordanschlag ein Kriegsschiff mit 17 Soldaten versenkt. Als Reaktion wurden fünf Boote der Rebellen versenkt, wobei etwa 50 Rebellen starben.

Aber bereits im Jahr 2003 war der Friedensprozess, der von der EU inklusive fünf nordeuropäischer Länder beobachtet wurde, nach nur einem Jahr zusammengebrochen, als die LTTE laufende Verhandlungen beendet hatte. Finnland und Dänemark haben ihre Beobachter zurückgezogen, nachdem die EU im Mai 2006 erklärt hatte, die LTTE sei als Terrororganisation einzustufen.

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May 29, 2006

Sri Lanka: Tamil Tigers und Regierung einigen sich auf Friedensgespräche

Sri Lanka: Tamil Tigers und Regierung einigen sich auf Friedensgespräche

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Artikelstatus: Fertig 23:36, 29. Mai 2006 (CEST)
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Schnellboot der LTTE, 2004

Colombo (Sri Lanka), 29.05.2006 – Die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) und die Regierung von Sri Lanka haben sich am Samstag darauf geeinigt, im nächsten Monat auf einem Treffen in Oslo Friedensgespräche zu führen. Das Treffen ist eine Reaktion auf die zunehmende Gewalt auf Sri Lanka, bei der seit April dieses Jahres bis zu 300 Menschen getötet wurden. Auf dem Treffen soll darüber diskutiert werden, wie das Waffenstillstandsabkommen aus dem Jahr 2002 besser umgesetzt werden kann, das von einer Beobachtermission überwacht wird. Der Beobachtermission „SLMM“ gehören Mitglieder aus fünf skandinavischen Ländern an.

Die neue Initiative zu Friedensgesprächen geht auf einen Vorschlag des schwedischen Leiters der Beobachtermission zurück. Am Freitag hatte der sri-lankische Präsident Mahinda Rajapaksa bei einem Treffen dem norwegischen Vermittler Erik Solheim und dem norwegischen Botschafter Jon Hannsen-Bauer für ihre Vermittlungsbemühungen gedankt und von den Rebellen eine Rückkehr an den Verhandlungstisch gefordert. Jon Hanssen-Bauer sprach am Samstag mit Führern der LTTE über den Friedensprozess.

1983 haben die Tamil Tigers einen bewaffneten Kampf gegen die Regierung Sri Lankas gestartet. Die LTTE verfolgte damit das Ziel, Gebiete im Norden und Osten Sri Lankas für einen tamilischen Staat abzutrennen. Die enthnische Gruppe der Tamilen ist gegenüber den Singhalesen auf Sri Lanka in der Minderheit. Bei dem gewaltsamen Konflikt kamen bis zu einem Waffenstillstandsabkommen im Jahr 2002 mehr als 65.000 Menschen ums Leben. Der anschließende Friedensprozess wird von der Europäischen Union, Japan, den Vereinigten Staaten und Norwegen unterstützt. Die Unterstützer des Friedensprozesses auf Sri Lanka werden am 30. Mai in Tokio zusammenkommen. Zuletzt hatten sich Regierungsvertreter und Vertreter der LTTE im Februar in Genf zu Friedensgesprächen getroffen. Eine für April geplante zweite Gesprächsrunde ist geplatzt, weil sich die Konfliktparteien gegenseitig für neue Gewalt auf Sri Lanka verantwortlich gemacht hatten.

Die Lage Sri Lankas

Angesichts der neuen Gewalt plant die österreichische EU-Ratspräsidentschaft Maßnahmen gegen die LTTE. So könnte die Rebellenorganisation von der EU auf eine schwarze Liste von Terrororganisationen gesetzt werden. Zudem sollen Gelder der LTTE eingefroren werden und Zahlungen an die Organisation von der EU eingestellt werden. Die sri-lankische Regierung unterstützt die Pläne der EU und hofft, dass die LTTE dadurch unter Druck gesetzt wird. Dänemark, Schweden und Finnland stehen den Plänen Medienberichten zufolge skeptisch gegenüber, weil sie befürchten, dass sie die norwegischen Vermittlungsbemühungen behindern könnten. Die LTTE hat angekündigt, nicht zu den Gesprächen nach Norwegen zu reisen, die am 8. und 9. Juni stattfinden sollen, wenn sie von der EU als Terrororganisation eingestuft wird. In asiatischen Zeitungen wird deshalb darüber spekuliert, ob die EU ihre Entscheidung aufgrund der angekündigten Friedensgespräche verschieben könnte. Die EU hat die Bewegungsfreiheit von Mitgliedern der LTTE bereits eingeschränkt. Großbritannien, die Vereinigten Staaten, Kanada und Indien stufen die LTTE als Terrororganisation ein.

Mit ihren Plänen reagiert die EU-Ratspräsidentschaft auch auf einen Entschließungsantrag des Europäischen Parlaments vom 17. Mai, in dem unter anderem das Einfrieren von Bankkonten der LTTE gefordert wurde. In der Resolution heißt es, dass die offiziell registrierten Verstöße gegen die Waffenruhe in die Tausende gingen, wobei die meisten davon der LTTE anzulasten seien. Erwähnt werden zudem ein versuchtes Attentat auf einen Generalleutnant der sri-lankischen Armee, der Angriff eines unter der Flagge der SLMM fahrenden Schiffes durch die LTTE am 11. Mai 2006 und der Mord am Außenminister von Sri Lanka, Lakshman Kadirgamar, im August 2005, für den die LTTE verantwortlich gemacht wurde (Wikinews berichtete). Das Europäische Parlament wirft der LTTE in der Resolution vor, das Waffenstillstandsabkommen bewusst zu untergraben. Das EU-Parlament verurteilte des Weiteren die Rekrutierung von Kindersoldaten durch die LTTE. Von der sri-lankischen Regierung, die zum Mitglied des UN-Menschenrechtsrates gewählt wurde, fordert das EU-Parlament, dass sie sich konsequent für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzt.

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August 13, 2005

Sri Lankas Außenminister bei Anschlag getötet

Sri Lankas Außenminister bei Anschlag getötet

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Colombo (Sri Lanka), 13.08.2005 – Der Außenminister von Sri Lanka, Lakshman Kadirgamar, wurde bei einem Anschlag getötet. Die „Befreiungstiger von Tamil Eelam“ (LTTE) werden der Tat verdächtigt. Somit ist der Waffenstillstand zwischen der Regierung und der LTTE gefährdet. Vor der Waffenruhe gab es in Sri Lanka 20 Jahre lang Bürgerkriege, 69.000 Menschen fanden dabei den Tod. Die LTTE äußerte sich bis jetzt noch nicht zu dem Anschlag.

Mit schweren Kopfverletzungen sei Kadirgamar ins Krankenhaus eingeliefert worden, wo er auch verstarb. Der 73-Jährige sei vor seinem Haus angeschossen worden, so die Polizei. Vor zwei Wochen waren zwei LTTE-Mitglieder, die das Haus des Ministers filmten, verhaftet worden. Er galt als Feind der LTTE und forderte, dass man sie als Terrororganisation ansehe.

Über Colombo kreisten am Freitagabend Armeehubschrauber. Obwohl Kadirgamar der tamilischen Minderheit angehörte, galt er als Vertrauter des Präsidenten. Zusammen drängten sie die letzte Regierung aus dem Amt, weil diese zu viele Zugeständnisse an die LTTE gemacht hatte.

Nach der Flutkatastrophe im Dezember 2004 hoffte man, die beiden verfeindeten Parteien würden nun Frieden schließen, dies erwies sich spätestens am Freitag als Wunschdenken.

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Quellen

  • de.news.yahoo.com: „Sri Lankas Außenminister bei Anschlag getötet“ (12.08.2005) B stop.svg Quelle nicht mehr online verfügbar

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LTTE weist jede Verantwortung für Attentat zurück

LTTE weist jede Verantwortung für Attentat zurück

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Colombo (Sri Lanka), 13.08.2005 – Die Tamilen-Rebellen der „LTTE“ (tamilische Freiheitskrieger) weisen jede Verantwortung für die Ermordung von Außenminister Kadirgamar zurück.

Die sri-lankische Präsidentin Chandrika Kumaratunga hat nach dem Attentat den Ausnahmezustand über den Inselstaat verhängt. Es gilt höchste Alarmbereitschaft für die Sicherheitskräfte des Landes. Zurzeit läuft eine Großfahndung nach dem Mörder Kadirgamars. Bisher konnte aber kein Fahndungserfolg verzeichnet werden. Erste Ermittlungen der Polizei gehen von einem Scharfschützen aus.

Themenverwandte Artikel

  • Sri Lankas Außenminister bei Anschlag getötet (13.08.2005)

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