WikiNews de

February 3, 2008

Schwerer Bombenanschlag auf einen Bus in Sri Lanka

Schwerer Bombenanschlag auf einen Bus in Sri Lanka

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 16:01, 3. Feb. 2008 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.
Extent of territorial control in sri lanka.png

Colombo (Sri Lanka), 03.02.2008 – Bei einem Bombenanschlag auf einen Bus in Sri Lanka sind mindestens 18 Menschen getötet und über 50 Menschen verletzt worden. Die Bombenexplosion zerstörte weite Teile des Busbahnhofs von Dambulla etwa 150 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Colombo.

Der Bus mit buddhistischen Pilgern war auf dem Weg von Kandy im Zentrum von Sri Lanka in die Stadt Anuradhapura in der nördlichen Zentralprovinz. In derselben Gegend hatten Tamilenrebellen im Oktober 2006 116 Seeleute bei einem Selbstmordattentat getötet.

Die Regierung von Staatspräsident Mahinda Rajapaksa machte die tamilischen Befreiungstiger der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) für den Bombenanschlag verantwortlich. Die Liberation Tigers of Tamil Eelam kämpft für einen unabhängigen Staat Tamil Eelam im Nordosten von Sri Lanka. Im Bürgerkrieg in Sri Lanka sind seit 1983 schätzungsweise 80.000 Menschen umgekommen.

Ein im Jahre 2002 ausgehandelter Waffenstillstand zwischen Regierungstruppen und LTTE-Rebellen wurde schon seit Ende 2005 faktisch nicht mehr eingehalten. Die Kämpfe haben jedoch seit Mitte Januar 2008 wieder an Schärfe zugenommen und schon über einhundert Tote gefordert.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

October 15, 2007

Sri Lanka: Regierung wegen Menschenrechtslage in der Kritik

Sri Lanka: Regierung wegen Menschenrechtslage in der Kritik

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 23:05, 15. Okt. 2007 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Colombo (Sri Lanka), 15.10.2007 – Nachdem die Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Louise Arbour, in der letzten Woche Sri Lanka besucht hatte, gaben heute vier der insgesamt zehn Mitglieder eines Menschenrechtsrates ihren Rücktritt bekannt. Der sri-lankische Minister für Menschenrechte, Mahinda Samarasinghe, hatte das Gremium im letzten Jahr einberufen. Es sollte Menschenrechtsverletzungen, wie Entführungen, illegale Festnahmen und außergesetzliche Hinrichtungen, untersuchen. Die vier zurückgetretenen Menschenrechtsaktivisten werfen der Regierung vor, bei der Verbesserung der Menschenrechtslage versagt zu haben.

Nimalka Fernando, eine der ehemaligen Mitglieder des Menschenrechtsrates, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP: „Wir haben festgestellt, dass nicht einmal Anweisungen des Präsidenten zum Schutz der Rechte von Gefangenen von der Polizei umgesetzt werden.“ In einer Stellungnahme zeigen sich Sunil Abeyasekara, Nimalka Fernando, Rohan Ethirisinge und Pakiyasothi Saravanamuthu enttäuscht über die jüngsten Entwicklungen in Sri Lanka und den geringen Einfluss des Menschenrechtsrates: „Die besten Anstrengungen des Komitees zum Schutz der Menschenrechte wurden entweder durch den Widerwillen oder/und die Unfähigkeit der Regierung beeinträchtigt, seine Ratschläge ernst zu nehmen. Tatsächlich gab es mehr Menschenrechtsverletzungen, seitdem das Komitee sich zusammengesetzt hat.“

Die Situation in Sri Lanka ist unübersichtlich. Seit Dezember 2005 gibt es immer wieder Kämpfe zwischen Regierungstruppen und der tamilischen Organisation LTTE. Sowohl der Regierung als auch der LTTE werden Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Louise Arbour konnte bei ihrem Sri-Lanka-Aufenthalt die von der LTTE kontrollierten Gebiete im Osten des Landes und Kilinochchi, das Verwaltungszentrum der LTTE, nicht betreten, was sie in einer Pressemitteilung bedauert. Sie hätte gerne direkt mit LTTE-Vertretern über das Thema Menschenrechte, insbesondere über Vorwürfe, die Organisation rekrutiere Kindersoldaten und begehe politische Morde, gesprochen, heißt es in der Pressemitteilung. Das gleiche treffe auf die TMVP, eine weitere paramilitärische Gruppe, zu.

Beim Thema Menschenrechte mangelt es laut der UN-Vertreterin an der Umsetzung – die Voraussetzungen seien eigentlich gut. Das Land habe die wichtigsten Verträge zum Schutz der Menschenrechte unterzeichnet, es gebe eine lange demokratische Tradition und eine engagierte Zivilgesellschaft. Dennoch sei die Schwäche des Rechtssystems und die weite Verbreitung der Straffreiheit im Kontext des bewaffneten Konflikts und der Antiterrormaßnahmen alarmierend. Erschießungen, Entführungen und das Verschwindenlassen von Menschen, würden zumeist nicht aufgeklärt. Regierungsvertreter hätten Louise Arbour versichert, dass die bestehenden Strukturen zum Schutz der Menschenrechte ausreichten. Es würden aber mehr Kapazitäten und Unterstützung der internationalen Gemeinschaft benötigt. Dagegen hätten Vertreter der Zivilgesellschaft gesagt, dass es wenig Vertrauen in die staatlichen Institutionen gebe.

Die Regierung weist die Vorwürfe der UN-Beobachterin zurück und hält die Berichte für Propaganda der LTTE. Louise Arbour sieht sich durch derartige Aussagen darin bestätigt, dass es unabhängige Beobachter in Sri Lanka geben muss. Mahinda Samarasinghe erteilte der Forderung Louise Arbours nach einer ausführlichen Untersuchung durch die Vereinten Nationen eine Absage.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

November 13, 2006

UN-Beamter beschuldigt Sri Lanka der Rekrutierung von Kindersoldaten

UN-Beamter beschuldigt Sri Lanka der Rekrutierung von Kindersoldaten

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artikelstatus: Fertig 22:24, 13. Nov. 2006 (CET)
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

Colombo (Sri Lanka), 13.11.2006 – Ein UN-Vertreter hat heute die srilankische Regierung beschuldigt, Kindersoldaten zu rekrutieren. Allan Rock, ein Berater des UNO-Repräsentanten für Kinder und bewaffnete Konflikte, sagte, er verfüge über glaubwürdige Beweise dafür, dass die srilankischen Sicherheitskräfte den Karuna-Rebellen, einer paramilitärischen Gruppe, die gegen die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) kämpfen, bei der Entführung von tamilischen Kindern geholfen hätten, die anschließend hätten für die Karuna-Rebellen kämpfen müssen. Die Karuna-Rebellen entstanden 2004 als Abspaltung von der LTTE und werden von Colonel Karuna geführt. Auch gegen die LTTE wurde mehrmals der Vorwurf erhoben, Kindersoldaten im bewaffneten Konflikt mit den Regierungstruppen einzusetzen.

Die srilankische Armee streitet die Vorwürfe von Allan Rock vehement ab. Laut „News.bbc.co.uk“ steht in einer Stellungnahme der Armeeführung, dass die Vorwürfe völlig irreführend seien. Auch ein Sprecher der Karuna-Rebellen wies die Vorwürfe zurück und behauptete, seine Gruppe würde eher Kindern Schutz bieten, die sich auf der Flucht vor Kämpfern der LTTE befänden. Allan Rock, der sich zu einer zehntägigen Beobachtermission in Sri Lanka aufgehalten hat, spricht dagegen davon, dass er direkte und indirekte Beweise für eine Mittäterschaft und eine direkte Beteiligung staatlicher Sicherheitskräfte an der Rekrutierung von Kindersoldaten gefunden habe. Der srilankische Präsident Mahinda Rajapaksa kündigte eine gründliche Untersuchung der Vorwürfe an, nachdem es eine Unterredung zwischen ihm und Allan Rock gegeben hatte. Ein hochrangiger Armeeangehöriger, der bei der Präsentation der Ergebnisse des UN-Beamten anwesend war, wollte die Vorwürfe laut „PTI“ nicht kommentieren. Es ist das erste Mal, dass derartige Vorwürfe gegen die srilankische Regierung erhoben werden. Die Regierung hat lange bestritten, die Karuna-Rebellen aktiv zu unterstützen. Den Untersuchungen der von Allan Rock geleiteten Beobachtermission zufolge sollen Kinder im Alter von 13 und 14 Jahren aus Dörfern entführt worden sein. Die staatlichen Sicherheitskräfte hätten die Vorfälle nicht untersucht. Die Vorwürfe stützten sich auf Augenzeugenberichte und anekdotenhafte Erzählungen. Insgesamt seien im untersuchten Zeitraum 164 dieser Fälle registriert worden (es gibt unterschiedliche Angaben in verschiedenen Medien). Nach Angaben von UNICEF könnte die tatsächliche Anzahl dreimal so hoch sein.

Die Vorfälle haben sich laut der srilankischen Zeitung „Colombo Page“ in Batticaloa, im Osten der Insel, ereignet. Ein in der Onlineversion der Zeitung veröffentlichter Artikel enthält die Stellungnahme der Armeeführung, in der die Beweise der Beobachtermission angegriffen werden. Die Tatsache, dass die Regierung Kindersoldaten rekrutiere, trage dazu bei, dass die LTTE auch weiter Kindersoldaten einsetze, so Allan Rock. Nach Angaben des UN-Beamten haben die „Tamil Tigers“ angekündigt, bis zum 1. Januar 2007 alle minderjährigen Kämpfer freizulassen. Der Einsatz von Kindersoldaten war von der LTTE im letzten Monat als „ungesetzlich“ erklärt worden. Der Mission zur Beobachtung des Waffenstillstandsabkommens zwischen der Regierung und der LTTE zufolge, kamen in diesem Jahr mindestens 2.000 Menschen im bewaffneten Konflikt ums Leben, darunter viele Zivilisten.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

August 30, 2006

Sri Lanka: Beobachter machen Regierungstruppen für die Ermordung von Hilfsarbeitern verantwortlich

Sri Lanka: Beobachter machen Regierungstruppen für die Ermordung von Hilfsarbeitern verantwortlich

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artikelstatus: Fertig 23:25, 30. Aug. 2006 (CEST)
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

Fahrzeug der SLMM in Mullaitivu, an der Nordostküste Sri Lankas

Colombo (Sri Lanka), 30.08.2006 – In einem heute veröffentlichten Bericht der „Sri Lanka Monitoring Mission“ (SLMM) machen die Beobachter Regierungstruppen für die Ermordung von 17 Mitarbeitern der französischen Hilfsorganisation „Action contre la Faim“ (Aktion gegen den Hunger) verantwortlich. Die Hilfsarbeiter wurden am 4. August in Muttur im Nordosten Sri Lankas ermordet. Die SLMM überwacht das Waffenstillstandsabkommen zwischen der Regierung und der LTTE.

Im Bericht, der von Ulf Henricsson, dem Leiter der Überwachungsmission, unterzeichnet wurde, heißt es, dass es starke Hinweise für die Beteiligung der staatlichen Sicherheitskräfte an der Tat gebe, obwohl die Regierung das Gegenteil behaupte. Eine Beteiligung anderer Gruppen an der Ermordung der Hilfsarbeiter wird im Bericht ausgeschlossen. Die Tatsache, dass den Beobachtern der SLMM der Zugang zur betroffenen Region erschwert wurde, ist aus der Sicht Ulf Henricssons ein Hinweis darauf, dass die Regierung versucht, ihre Beteiligung an der Tat zu kaschieren. Der Nachrichtenagentur Reuters sagte Ulf Henricsson, dass er in dieser Hinsicht auf seine Erfahrung als Beobachter auf dem Balkan zurückgreifen könne. Laut SLMM-Bericht wurden die Beobachter von den Sicherheitskräften daran gehindert, sich vor Ort über den Vorfall zu erkundigen. Ein solches Verhalten sei unlogisch, wenn die Regierung von ihrer Unschuld überzeugt sei. Da sich Angehörige der staatlichen Armee zum Zeitpunkt des Vorfalls in Muttur aufgehalten hätten, sei es sehr unwahrscheinlich, dass andere Gruppen für die Tat verantwortlich seien, heißt es in dem Bericht weiter. Ulf Henricsson verweist in seinem Bericht auf vertrauliche Gespräche mit Quellen, die bezogen auf die Kenntnisse über die Sicherheitskräfte von Sri Lanka „sehr verlässlich“ seien, und mit Vertretern der internationalen Gemeinschaft, an denen der Leiter der Beobachtermission selbst beteiligt war. Aus den Gesprächen hätten sich keine gegenteiligen Hinweise auf die Verantwortlichen der Ermordung der 17 Zivilisten ergeben, so Ulf Henricsson. Einige der Eltern von Ermordeten hatten bereits vor einiger Zeit Regierungstruppen für den Tod ihrer Kinder verantworlich gemacht. Der Vorfall ereignete sich zu einem Zeitpunkt, als die Armee die Stadt Muttur wiedereingenommen hatte, die sich zuvor unter der Kontrolle der LTTE befunden hatte.

Im zweiten Teil des Bericht beschuldigt die SLMM die Regierung eines weiteren Vergehens gegen Gesetze zum Schutz der Menschenrechte. Dabei handelt es sich um die Durchführung von Angriffen mit Claymore-Antipersonenminen in von der LTTE kontrolliertem Gebiet zwischen dem 1. April und dem 15. August dieses Jahres. Im Bericht wird darauf hingewiesen, dass sich die meisten Minenangriffe gegen Zivilisten gerichtet haben oder zum Tod von Zivilisten geführt haben. Für den Angriff auf einen mit Zivilisten besetzten Bus am 15. Juni in von der Regierung kontrolliertem Gebiet sei dagegen die LTTE verantwortlich. Diesen Angriff, der ebenfalls eine Verletzung internationalen Rechts darstelle, weil er sich absichtlich gegen Zivilisten gerichtet habe, stuft die SLMM als schwere Verletzung des Waffenstillstandsabkommens seitens der LTTE ein. Bei dem Angriff auf den Bus kamen beinahe 70 Menschen ums Leben.

Die SLMM wertet die Ermordung der Hilfsarbeiter durch Sicherheitskräfte als schweren Verstoß gegen das Waffenstillstandsabkommen. Der Bericht verurteilt die Tat mit scharfen Worten. Es handele sich dabei um eines der schwerwiegendsten Verbrechen gegen Hilfsarbeiter, das weltweit in der letzten Zeit ausgeübt worden sei. Die SLMM fordert von den sri-lankischen Behörden, Maßnahmen zum Stopp jeglicher Gewalt gegen Zivilisten zu ergreifen. Des Weiteren solle die Regierung sich vehement dafür einsetzen, dass der Vorfall von den Behörden gründlich untersucht werde.

Die sri-lankische Regierung weist den Bericht der SLMM zum Vorfall am 4. August zurück und bezeichnet das Vorgehen von Ulf Henricsson als unprofessionell und verantwortungslos. Die Regierung kritisiert, dass die SLMM Schlussfolgerungen gezogen habe, bevor genaue Untersuchungen beendet wurden. Die Argumentation von Ulf Henricsson hinsichtlich des Zugangs der Beobachter in die betroffene Region hält die Regierung für spekulativ. Laut Regierung hat es aus Sicherheitsgründen zu dieser Zeit eine Reisewarnung für Muttur gegeben. Mit eigenen Ermittlungen will die Regierung herausfinden, wer hinter der Ermordung der 17 Hilfsarbeiter steckt. Bei den 17 Menschen handelte es sich um 16 Tamilen und einen Moslem, die als örtliche Angestellte für die französische Hilfsorganisation gearbeitet haben. „Action contre la Faim“ fordert in einer heute veröffentlichten Pressemitteilung die lückenlose Aufklärung des Vorfalls, den die Organisation als „Massaker“ bezeichnet. Nach der Ermordung der 17 Mitarbeiter hat die Hilfsorganisation ihre humanitären Aktivitäten in Sri Lanka reduziert.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

August 14, 2006

Heftige Kämpfe in Sri Lanka – Tamil Tigers halten Verhandlungen für unmöglich

Heftige Kämpfe in Sri Lanka – Tamil Tigers halten Verhandlungen für unmöglich

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artikelstatus: Fertig 11:21, 14. Aug. 2006 (CEST)
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

Colombo (Sri Lanka), 14.08.2006 – Seit mehr als 20 Jahren wird in Teilen Sri Lankas gekämpft. Fast genauso alt sind die Bemühungen, die tamilischen Rebellen und die Regierung zum Frieden zu bewegen. Zwar gelang es, 2002 einen Waffenstillstand zu schließen, doch immer wieder machten gewaltsame Vorfälle wie Anschläge auf Poltitiker die Friedensbemühungen zunichte. In den letzten Tagen und Wochen haben sich die Zustände in dem Land südöstlich des indischen Subkontinents dramatisch verschlechtert.

Karte von Sri Lanka

Medienberichten zufolge kam es im Nordosten Sri Lankas vorgestern zu den schwersten Kämpfen seit 2002. Laut einem Sprecher des Verteidigungsministeriums starben dabei 150 Kämpfer der LTTE und 27 Soldaten, 230 LTTE-Rebellen seien verletzt worden. Eine Bestätigung der Angaben durch unabhängige Quellen gibt es derzeit nicht. Seit dem neuerlichen Ausbruch der Kämpfe vor zwei Wochen starben laut dpa insgesamt 450 Menschen, darunter Zivilisten, Soldaten und LTTE-Kämpfer. Die Regierung Sri Lankas spricht von schweren Verlusten, die ihre Soldaten der LTTE durch Angriffe aus der Luft und mit Bodentruppen zugefügt hätten. Aufgrund der neuen Gefechte flohen mindestens 60.000 Menschen aus den betroffenen Regionen. Ausländische Geldgeber, darunter die USA, Japan, die Euroäische Union und Norwegen, äußern sich in diesem Zusammenhang besorgt über die humanitäre Lage und rufen zu einem sofortigen Ende der Kampfhandlungen auf. In den umkämpften Regionen im Norden Sri Lankas gilt seit drei Tagen eine unbefristete Ausgangssperre. Besonders umkämpft ist die Insel Jaffna, wo sich die LTTE und Regierungstruppen Gefechte um strategisch wichtige Orte liefern. Ein Vertreter der LTTE sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, die LTTE werde ihre Offensive gegen das Militär fortsetzen, die der LTTE-Verteter als Verteidigungsmaßnahme bezeichnet. Polizeieinheiten haben zudem nach eigenen Angaben ein Lager der LTTE in der Stadt Batticaloa angegriffen. In einem auf „news.bbc.co.uk“ veröffentlichtem Artikel ist auch von Schüssen in Trincomalee im Osten Sri Lankas die Rede.

Am Samstag wurde in der Hauptstadt Colombo ein Regierungsmitglied erschossen. Es handelte sich um Ketheesh Loganathan, der als stellvertretender Leiter des Friedenssekretariats der Regierung für die Koordination des Friedensprozesses mit den Rebellen zuständig war und dabei von einer norwegischen Vermittlungsmission unterstützt wird. Ein Unbekannter erschoss den Politiker in seinem Amtssitz in Dehiwela, unweit der Hauptstadt Colombo. Präsident Mahinda Rajapaksa machte die LTTE für die Ermordung des Politikers verantwortlich, die zum Jahrestag der Ermordung des Außenministers Lakshman Kadirgamar verübt wurde. Lakshman Kadirgamar wurde Mitte August 2005 bei einem Anschlag vor seinem Haus getötet. Verdächtigt wurden damals ebenfalls die „Befreiungstiger von Tamil Eelam“ (LTTE), die aber eine Verwicklung umgehend bestritten. Am 8. August dieses Jahres wurden 17 Mitarbeiter der Hilfsorganisation „Action contre la faim“ in Muttur umgebracht.

Unterdessen signalisierte die Regierung Sri Lankas Zustimmung zu einem angeblichen Verhandlungsangebot der tamilischen Rebellen. Der Chef des Friedenssekretariats der Rebellenorganisation sagte jedoch dazu, eine solche Initiative habe es von Seiten der Tamil Tigers nicht gegeben. Außerdem seien Verhandlungen in einer Situation unmöglich, in der eine militärische Offensive von Regierungstruppen auf der Halbinsel Jaffna im Norden des Landes stattfinde.

Zu einer Eskalation der Kämpfe kam es, als Regierungstruppen vor zwei Wochen versuchten, einen von der LTTE blockierten Bewässerungskanal unter ihre Kontrolle zu bringen. Am Dienstag, den 8. August hatten die Rebellen ein Schleusentor nahe Trincomalee wieder freigegeben, mit dem die Wasserversorgung des Kanals reguliert werden kann. Der Bewässerungskanal wird auch für Felder benötigt, die in einem Gebiet liegen, das von der Regierung kontrolliert wird. Tausende Bauern waren von der Blockade der Schleuse betroffen. Das Ende der Blockade wurde von der Armee als Erfolg ihrer Militäroffensive bewertet.

Den Konflikt im Land gibt es über 20 Jahren. Teile des Volkes der Tamilen möchten die Unabhängigkeit von Sri Lanka erreichen. Zur Durchsetzung dieses Zieles hat sich im Norden und Osten des Landes eine Rebellenbewegung gebildet, die sich Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) nennt. Die singhalesische Mehrheit im Land lehnt diese Bestrebungen ab und bekämpft die Rebellen. Bei diesen Kämpfen sind bisher 60.000 Menschen ums Leben gekommen. Im Februar 2002 wurde schließlich ein Waffenstillstand geschlossen. Danach gelang es den tamilischen Rebellen, ihre autonomen Strukturen zu befestigen, so dass es ihnen sogar möglich ist, Einfuhrkontrollen durchzuführen und Zölle zu erheben.

Die Heftigkeit des Konfliktes nahm im Jahr 2006 wieder zu. Seit Beginn des Jahres starben unter anderem durch Kämpfe und Anschläge mehr als 600 Menschen. So kam es etwa am 11. Mai vor der Küste des Landes zwischen den Rebellen und der Regierung zu einer Art Seeschlacht. Die LTTE griff mit 15 eigenen Booten einen Flottenverband an. Dabei wurde mit einem Selbstmordanschlag ein Kriegsschiff mit 17 Soldaten versenkt. Als Reaktion wurden fünf Boote der Rebellen versenkt, wobei etwa 50 Rebellen starben.

Aber bereits im Jahr 2003 war der Friedensprozess, der von der EU inklusive fünf nordeuropäischer Länder beobachtet wurde, nach nur einem Jahr zusammengebrochen, als die LTTE laufende Verhandlungen beendet hatte. Finnland und Dänemark haben ihre Beobachter zurückgezogen, nachdem die EU im Mai 2006 erklärt hatte, die LTTE sei als Terrororganisation einzustufen.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

May 29, 2006

Sri Lanka: Tamil Tigers und Regierung einigen sich auf Friedensgespräche

Sri Lanka: Tamil Tigers und Regierung einigen sich auf Friedensgespräche

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artikelstatus: Fertig 23:36, 29. Mai 2006 (CEST)
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

Schnellboot der LTTE, 2004

Colombo (Sri Lanka), 29.05.2006 – Die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) und die Regierung von Sri Lanka haben sich am Samstag darauf geeinigt, im nächsten Monat auf einem Treffen in Oslo Friedensgespräche zu führen. Das Treffen ist eine Reaktion auf die zunehmende Gewalt auf Sri Lanka, bei der seit April dieses Jahres bis zu 300 Menschen getötet wurden. Auf dem Treffen soll darüber diskutiert werden, wie das Waffenstillstandsabkommen aus dem Jahr 2002 besser umgesetzt werden kann, das von einer Beobachtermission überwacht wird. Der Beobachtermission „SLMM“ gehören Mitglieder aus fünf skandinavischen Ländern an.

Die neue Initiative zu Friedensgesprächen geht auf einen Vorschlag des schwedischen Leiters der Beobachtermission zurück. Am Freitag hatte der sri-lankische Präsident Mahinda Rajapaksa bei einem Treffen dem norwegischen Vermittler Erik Solheim und dem norwegischen Botschafter Jon Hannsen-Bauer für ihre Vermittlungsbemühungen gedankt und von den Rebellen eine Rückkehr an den Verhandlungstisch gefordert. Jon Hanssen-Bauer sprach am Samstag mit Führern der LTTE über den Friedensprozess.

1983 haben die Tamil Tigers einen bewaffneten Kampf gegen die Regierung Sri Lankas gestartet. Die LTTE verfolgte damit das Ziel, Gebiete im Norden und Osten Sri Lankas für einen tamilischen Staat abzutrennen. Die enthnische Gruppe der Tamilen ist gegenüber den Singhalesen auf Sri Lanka in der Minderheit. Bei dem gewaltsamen Konflikt kamen bis zu einem Waffenstillstandsabkommen im Jahr 2002 mehr als 65.000 Menschen ums Leben. Der anschließende Friedensprozess wird von der Europäischen Union, Japan, den Vereinigten Staaten und Norwegen unterstützt. Die Unterstützer des Friedensprozesses auf Sri Lanka werden am 30. Mai in Tokio zusammenkommen. Zuletzt hatten sich Regierungsvertreter und Vertreter der LTTE im Februar in Genf zu Friedensgesprächen getroffen. Eine für April geplante zweite Gesprächsrunde ist geplatzt, weil sich die Konfliktparteien gegenseitig für neue Gewalt auf Sri Lanka verantwortlich gemacht hatten.

Die Lage Sri Lankas

Angesichts der neuen Gewalt plant die österreichische EU-Ratspräsidentschaft Maßnahmen gegen die LTTE. So könnte die Rebellenorganisation von der EU auf eine schwarze Liste von Terrororganisationen gesetzt werden. Zudem sollen Gelder der LTTE eingefroren werden und Zahlungen an die Organisation von der EU eingestellt werden. Die sri-lankische Regierung unterstützt die Pläne der EU und hofft, dass die LTTE dadurch unter Druck gesetzt wird. Dänemark, Schweden und Finnland stehen den Plänen Medienberichten zufolge skeptisch gegenüber, weil sie befürchten, dass sie die norwegischen Vermittlungsbemühungen behindern könnten. Die LTTE hat angekündigt, nicht zu den Gesprächen nach Norwegen zu reisen, die am 8. und 9. Juni stattfinden sollen, wenn sie von der EU als Terrororganisation eingestuft wird. In asiatischen Zeitungen wird deshalb darüber spekuliert, ob die EU ihre Entscheidung aufgrund der angekündigten Friedensgespräche verschieben könnte. Die EU hat die Bewegungsfreiheit von Mitgliedern der LTTE bereits eingeschränkt. Großbritannien, die Vereinigten Staaten, Kanada und Indien stufen die LTTE als Terrororganisation ein.

Mit ihren Plänen reagiert die EU-Ratspräsidentschaft auch auf einen Entschließungsantrag des Europäischen Parlaments vom 17. Mai, in dem unter anderem das Einfrieren von Bankkonten der LTTE gefordert wurde. In der Resolution heißt es, dass die offiziell registrierten Verstöße gegen die Waffenruhe in die Tausende gingen, wobei die meisten davon der LTTE anzulasten seien. Erwähnt werden zudem ein versuchtes Attentat auf einen Generalleutnant der sri-lankischen Armee, der Angriff eines unter der Flagge der SLMM fahrenden Schiffes durch die LTTE am 11. Mai 2006 und der Mord am Außenminister von Sri Lanka, Lakshman Kadirgamar, im August 2005, für den die LTTE verantwortlich gemacht wurde (Wikinews berichtete). Das Europäische Parlament wirft der LTTE in der Resolution vor, das Waffenstillstandsabkommen bewusst zu untergraben. Das EU-Parlament verurteilte des Weiteren die Rekrutierung von Kindersoldaten durch die LTTE. Von der sri-lankischen Regierung, die zum Mitglied des UN-Menschenrechtsrates gewählt wurde, fordert das EU-Parlament, dass sie sich konsequent für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzt.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

August 13, 2005

LTTE weist jede Verantwortung für Attentat zurück

LTTE weist jede Verantwortung für Attentat zurück

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
LocationSriLanka.png

Colombo (Sri Lanka), 13.08.2005 – Die Tamilen-Rebellen der „LTTE“ (tamilische Freiheitskrieger) weisen jede Verantwortung für die Ermordung von Außenminister Kadirgamar zurück.

Die sri-lankische Präsidentin Chandrika Kumaratunga hat nach dem Attentat den Ausnahmezustand über den Inselstaat verhängt. Es gilt höchste Alarmbereitschaft für die Sicherheitskräfte des Landes. Zurzeit läuft eine Großfahndung nach dem Mörder Kadirgamars. Bisher konnte aber kein Fahndungserfolg verzeichnet werden. Erste Ermittlungen der Polizei gehen von einem Scharfschützen aus.

Themenverwandte Artikel

  • Sri Lankas Außenminister bei Anschlag getötet (13.08.2005)

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

Sri Lankas Außenminister bei Anschlag getötet

Sri Lankas Außenminister bei Anschlag getötet

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artikelstatus: Fertig
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

Colombo (Sri Lanka), 13.08.2005 – Der Außenminister von Sri Lanka, Lakshman Kadirgamar, wurde bei einem Anschlag getötet. Die „Befreiungstiger von Tamil Eelam“ (LTTE) werden der Tat verdächtigt. Somit ist der Waffenstillstand zwischen der Regierung und der LTTE gefährdet. Vor der Waffenruhe gab es in Sri Lanka 20 Jahre lang Bürgerkriege, 69.000 Menschen fanden dabei den Tod. Die LTTE äußerte sich bis jetzt noch nicht zu dem Anschlag.

Mit schweren Kopfverletzungen sei Kadirgamar ins Krankenhaus eingeliefert worden, wo er auch verstarb. Der 73-Jährige sei vor seinem Haus angeschossen worden, so die Polizei. Vor zwei Wochen waren zwei LTTE-Mitglieder, die das Haus des Ministers filmten, verhaftet worden. Er galt als Feind der LTTE und forderte, dass man sie als Terrororganisation ansehe.

Über Colombo kreisten am Freitagabend Armeehubschrauber. Obwohl Kadirgamar der tamilischen Minderheit angehörte, galt er als Vertrauter des Präsidenten. Zusammen drängten sie die letzte Regierung aus dem Amt, weil diese zu viele Zugeständnisse an die LTTE gemacht hatte.

Nach der Flutkatastrophe im Dezember 2004 hoffte man, die beiden verfeindeten Parteien würden nun Frieden schließen, dies erwies sich spätestens am Freitag als Wunschdenken.

Themenverwandte Artikel

Quellen

  • de.news.yahoo.com: „Sri Lankas Außenminister bei Anschlag getötet“ (12.08.2005) B stop.svg Quelle nicht mehr online verfügbar

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.