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October 4, 2012

Umstrittene Nachwuchssuche: Bundeswehr macht Werbung in Jugendmagazin

Umstrittene Nachwuchssuche: Bundeswehr macht Werbung in Jugendmagazin

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Veröffentlicht: 20:22, 4. Okt. 2012 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 04.10.2012 – Die Bundeswehr wirbt mit Videos für „Adventure Camps“. Veröffentlicht wurden diese auf Youtube im Kanal des Jugendmagazins „Bravo“. Ziel der Kampagne ist es, dem Nachwuchs eine Karriere bei den Streitkräften schmackhaft zu machen. Allerdings verstößt diese Form der Nachwuchswerbung gegen die Prinzipien der Uno-Kinderrechtskonvention, wie das Kinderhilfswerk der Organisation Terre des Hommes bekannt gab. Deutschland ist verpflichtet, keine Minderjährigen für die Armee anzuwerben. Dies wurde in einem Zusatzprotokoll zur Kinderrechtskonvention festgehalten, das Deutschland unterschrieben hatte. Grüne und Linke sind ebenfalls empört.

Durch Aussetzung der Wehrpflicht hat die Bundeswehr Probleme bei der Nachwuchsgewinnung. Mittlerweile wurden sogar erste Karriereberatungsbüros eröffnet, außerdem wird mit Anzeigen in verschiedenen Medien geworben. Eine Sprecherin der „Bravo“ sagte: „Die Verantwortung für die Anzeigeinhalte liegt beim Anzeigenkunden – also bei der Bundeswehr“.

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March 11, 2012

Kony 2012 – Kritik an den Filmemachern

Kony 2012 – Kritik an den Filmemachern

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Veröffentlicht: 00:59, 12. Mär. 2012 (CET)
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Kampala (Uganda), 11.03.2012 – Der Kurzfilm Kony 2012 über den seit 2005 wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit mit internationalen Haftbefehl gesuchten Warlord Joseph Kony, der über Youtube und Vimeo verbreitet wurde, hat lebhaftes Interesse in der Internet-Community geweckt. Kony wird unter anderem vorgeworfen, dass die Lord′s Resistance Army Tausende von Jungen zwangsrekrutiert hat und Mädchen zu Sexsklavinnen machte. Außerdem wurden unzählige Menschen ermordet, verstümmelt, vergewaltigt und verschleppt.

Mehr als siebzig Millionen mal wurde der Film innerhalb weniger Tage abgerufen. Mit dem Filmprojekt von Jason Russel soll verhindert werden, dass die Greueltaten, die dem Anführer der Lord′s Resistance Army (LRA) zur Last gelegt werden, in Vergessenheit geraten. Dabei erhoffen sich die Initiatoren eine ähnlich dynamische Wirkung der Sozialen Medien, wie sie beim Arabischen Frühling eine Rolle gespielt hat. Zusätzlich soll mithilfe zahlreicher amerikanischer Prominenter auf Politiker Druck ausgeübt werden, um sie zum Handeln zu bewegen.

An die Filmemacher richtet sich aber auch viel Kritik. Die Arbeit der gemeinnützigen Organisationen in der Region werde ausgeklammert, vielmehr betreibe der Film an Kolonialismus „weißes Gutmenschentum“: Er fokussiere auf die Schuld Joseph Konys. Doch sei es, so der ugandische Schriftsteller Musa Okwanga in einem Blogeintrag auf der Website der britischen Tageszeitung „The Independent“, ein Haufen mächtiger Leute gewesen, der Kony gewähren lassen habe. Deshalb müsse „die Politik des ugandischen Präsidenten Museveni zentraler Bestandteil der Lösung dieses Problems sein“.

Zudem beschreibe der Kurzfilm nicht mehr die aktuelle Lage in Uganda, da die LRA Uganda bereits 2006 verlassen habe. In den benachbarten Ländern, darunter im Sudan und Zentralafrika, aber vor allem Kongo ist die LRA aktiv, wie Menschenrechtsorganisationen betonen.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Obama entsendet 100 US-Soldaten als Militärberater nach Uganda (17.10.2011)

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January 27, 2009

Kongolese Thomas Lubanga ist erster Angeklagter vor dem Internationalen Strafgerichtshof

Kongolese Thomas Lubanga ist erster Angeklagter vor dem Internationalen Strafgerichtshof

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Veröffentlicht: 23:38, 27. Jan. 2009 (CET)
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Gebäude des IStGH in Den Haag

Den Haag (Niederlande), 27.01.2009 – Der frühere kongolesische Milizenchef, Thomas Lubanga, steht ab 26. Januar 2009 vor dem zur Klärung von Kriegsverbrechen im Jahre 2002 gegründeten Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag. Lubanga soll im Bürgerkrieg in der Demokratischen Republik Kongo in den Jahren 1998 bis 2003 unrechtmäßig ungefähr 30.000 Minderjährige zu Kämpfern herangezogen haben. Ihm wird vorgeworfen, sie sowohl seelisch als auch körperlich misshandelt und als Sklaven missbraucht zu haben. Lobango erklärte sich Medienberichten zufolge für „nicht schuldig“.

Das sieht der Chefankläger Luis Moreno Ocampo ein wenig anders. Er sagte: „Sie [die Kindersoldaten] können den Terror nicht vergessen, den sie erlebt und den sie anderen gebracht haben. Die können den Lärm der Maschinengewehre nicht vergessen, und vergessen, dass sie getötet haben. Sie können nicht vergessen, dass sie vergewaltigten und vergewaltigt wurden.“

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Demokratische Republik Kongo
  • Portal:Niederlande
  • Portal:Kriegsverbrechen

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November 1, 2007

UN-Gesandter Gambari reist erneut Anfang November nach Myanmar

UN-Gesandter Gambari reist erneut Anfang November nach Myanmar

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Veröffentlicht: 14:15, 1. Nov. 2007 (CET)
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New York (Vereinigte Staaten), 01.11.2007 – Der UN-Sondergesandte für Myanmar, Ibrahim Gambari, wird am Samstag erneut zu einem Besuch in dem südostasiatischen Land eintreffen. Der Besuch ist für den Zeitraum vom 3. bis 8. November vorgesehen. In den letzten Wochen hatte Gambari einige asiatische Nachbarstaaten besucht – Indien, China, Thailand, Indonesien, Malaysia und Japan – um die Möglichkeiten einer Einflussnahme durch diese Staaten auf die Entwicklung in Myanmar auszuloten. Wie aus der UNO verlautete, soll es bei dem zweiten Besuch in Myanmar (Gambari hatte bereits Ende September Gespräche in dem Land geführt) um den Stand der Umsetzung vorher vereinbarter Maßnahmen zur Verbesserung der Lage in dem Land gehen. Vorrangig sollen dabei Gespräche um Menschenrechtsfragen geführt werden sowie die Einleitung eines Dialoges zwischen der Regierung und der unter Hausarrest stehenden Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi als Teil eines nationalen Aussöhnungsprozesses vorangebracht werden.

Die Reise Gambaris findet in einer Zeit statt, in der erneut von demonstrierenden Mönchen in Myanmar berichtet wird. Am Mittwoch versammelten sich zum ersten Mal seit der blutigen Niederschlagung der Massenproteste im September etwa hundert Mönche und zogen singend und betend durch die Straßen von Pakokku, einer Stadt, die 500 Kilometer nördlich von Rangun liegt. Nach der Demonstration kehrten sie in die Klöster zurück.

Eine weitere Nachricht, die die internationale Gemeinschaft gestern erreichte, sind Berichte über die Rekrutierung von Kindersoldaten für die Armee des Landes. Sprecher von Human Rights Watch teilten mit, Jungen ab einem Alter von zehn Jahren würden teilweise sogar aus ihren Familien entführt, um sie als Soldaten auszubilden.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch vermutet, es fehle der Armee des Landes an Freiwilligen, und die Zahl der Deserteure steige in einem Maße, dass die fehlenden Soldaten durch Kinder ersetzt werden müssten. Die Anwerber der Armee zahlten den Familien Geld, die Kinder würden dann teilweise mit Gewalt in den Armeedienst gezwungen. Human Rights Watch spricht von einer Größenordnung von Tausenden Kindern, die in der Armee oder in anderen Sicherheitsorganen Dienst täten.

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June 4, 2007

Prozess gegen Charles Taylor beginnt in Den Haag

Prozess gegen Charles Taylor beginnt in Den Haag

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Artikelstatus: Fertig 21:44, 4. Jun. 2007 (CEST)
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Den Haag (Niederlande), 04.06.2007 – Vor dem Sondergerichtshof in Den Haag beginnt der Prozess gegen den liberianischen Ex-Präsidenten und -Kriegsherrn Charles Taylor wegen Kriegsverbrechen im sierra-leonischen Bürgerkrieg. Es handelt sich um das erste Mal, dass sich ein ehemaliger afrikanischer Staatschef vor einem internationalen Gericht verantworten muss.

Diamantensuche in Sierra Leone; die Diamantenvorkommen spielten im Bürgerkrieg 1991–2002 eine wesentliche Rolle

Taylor war ab 1989 als Warlord im liberianischen Bürgerkrieg aktiv gewesen. Ab 1991 unterstützte er die Rebellen der Revolutionary United Front (RUF), die im benachbarten Sierra Leone einen Bürgerkrieg begannen und für die Ermordung, Vergewaltigung und vor allem das Abhacken von Gliedmaßen von Zivilisten berüchtigt wurden. Er soll für die RUF „Blutdiamanten“ verkauft und Waffen beschafft haben.

1997 wurde Charles Taylor zum Präsidenten Liberias gewählt, wobei seine Wahl vor allem aus der Furcht heraus resultierte, er würde im Falle einer Nichtwahl den Bürgerkrieg wieder beginnen. Ab 1999 nahmen Rebellenbewegungen in Liberia den bewaffneten Kampf gegen Taylor auf und verdrängten ihn 2003 nach Nigeria ins Exil. Zugleich wurde er vor dem UN-Sondergerichtshof für Sierra Leone – der nach Ende des Bürgerkrieges 2002 in Sierra Leone eingerichtet worden war – wegen seiner Beteiligung an dem Krieg angeklagt, und die 2006 gewählte Präsidentin Liberias Ellen Johnson-Sirleaf drängte bei der nigerianischen Regierung auf seine Auslieferung. Daraufhin versuchte Taylor zu flüchten, wurde aber kurz darauf im nigerianisch-kamerunischen Grenzgebiet gefasst und dem Sondergerichtshof überstellt. Aus Sicherheitsgründen wurde der Prozess nach Den Haag verlegt und findet nun in den dortigen Räumlichkeiten des Internationalen Strafgerichtshofs statt.

Die Anklage gegen Taylor umfasst elf Punkte, darunter Mord, sexuelle Sklaverei und Gewalt, Versklavung, Rekrutierung von Kindersoldaten und weitere Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Diese Akte soll er angeordnet, unterstützt oder mitbegangen haben. Taylor hat sämtliche Punkte abgestritten und dem Gericht zudem die Legitimation abgesprochen. Er weigerte sich, dem Prozess beizuwohnen, da er keinen fairen Prozess erwarte und zu wenige Verteidiger habe. Er könne, wie er sich in einem Brief äußerte, „nicht an dieser Scharade teilnehmen, die den Menschen von Liberia und Sierra Leone Unrecht tut“.

Der Prozess wurde in der sierra-leonischen Hauptstadt Freetown auf vier Großbildschirmen live übertragen. Er wird voraussichtlich 18 Monate dauern.

Falls Charles Taylor für schuldig befunden wird, wird er seine Strafe voraussichtlich in Großbritannien verbüßen.

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February 13, 2007

Unicef zieht negative Bilanz am Internationalen Gedenktag für Kindersoldaten

Unicef zieht negative Bilanz am Internationalen Gedenktag für Kindersoldaten

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Artikelstatus: Fertig 13:00, 13. Feb 2007 (CET)
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Köln (Deutschland), 13.02.2007 – Angesichts vieler anderer Gedenktage mag dieser Tag möglicherweise im Trubel der alltäglichen Nachrichtenflut über Armut und Elend untergehen: Am 12. Februar 2007 war der „Internationale Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten“. Dieser Tag geht zurück auf ein von den Vereinten Nationen am 12. Februar 2002 verabschiedetes Zusatzprotokoll zur UN-Kinderrechtskonvention, das den Einsatz von Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren als Soldaten international ächtete. 111 der ungefähr 200 Mitgliedsstaaten der UN unterzeichneten das Abkommen inzwischen, darunter auch Deutschland. Dennoch zog die UNICEF aus Anlass des Gedenktages eine negative Bilanz: „Der zynische Missbrauch von Kindern als Soldaten geht trotz der weltweiten Ächtung als Kriegsverbrechen weiter“, erklärte ein UNICEF-Sprecher am Montag in Köln. Wie der Geschäftsführer von UNICEF-Deutschland, Dietrich Garlichs, weiter ausführte, werden Kinder „von skrupellosen Machthabern und Milizenchefs ausgebeutet. Noch immer werden die Verantwortlichen kaum zur Verantwortung gezogen“.

Nach UNICEF-Angaben werden schätzungsweise 250.000 Kinder und Jugendliche in vielen regionalen Konflikten der Welt als Kindersoldaten missbraucht, unter anderem in Burundi, Birma, der Elfenbeinküste, der Demokratischen Republik Kongo, Kolumbien, Nepal, den Philippinen, Somalia, Sri Lanka, dem Sudan, dem Tschad und in Uganda. Der Mädchenanteil liegt laut UNICEF bei 40 Prozent.

Aus Anlass des Tages gegen den Einsatz von Kindersoldaten appellierten zwölf deutsche Hilfsorganisationen (Amnesty international, Kindernothilfe e.V., Netzwerk Afrika Deutschland, Aktion Weißes Friedensband e.V., Lutherischer Weltbund, medico international, Missio, World Vision, terre des hommes e.V., UNICEF, Adveniat, Mission Eine Welt) an die deutsche Bundesregierung und die Verantwortlichen, auf europäischer Ebene stärker im Sinne von Prävention und Rehabilitation praktisch tätig zu werden. Was in diesem Zusammenhang mit „Rehabilitation“ gemeint ist, erklärte Jörg Nowak von missio: „Ehemalige Kindersoldaten sind auf Hilfe angewiesen. Sonst enden sie als Straßenkinder oder greifen als Kriminelle zur Waffe.“ In diesem Zusammenhang wurde die Frage nach der Glaubwürdigkeit der deutschen Bundesregierung gestellt. Kindersoldaten, denen die Flucht nach Deutschland gelänge, würde häufig Asyl verweigert. Diese Kinder erhielten lediglich eine Duldung.

Für einen Lichtblick an dem Tag für Kindersoldaten sorgte laut dem katholischen Hilfswerk missio ein katholischer Missionar in Uganda. 400 Kindersoldaten im Norden Ugandas konnte der Geistliche zur Flucht verhelfen, indem er immer mit Hilfe eines Radiosenders, (der mit Unterstützung der „Aktion Volltreffer“ errichtet worden war,) an die Jugendlichen appelliert hatte, ihre Waffen wegzuwerfen und sich in den Schutz der Kirche zu begeben.

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February 5, 2007

Vereinigtes Königreich sandte minderjährige Soldaten in den Irak

Vereinigtes Königreich sandte minderjährige Soldaten in den Irak

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Artikelstatus: Fertig 18:53, 5. Feb. 2007 (CET)
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London (Vereinigtes Königreich), 05.02.2007 – Zwischen Juni 2003 und Juli 2005 wurden minderjährige Soldaten vom Vereinigten Königreich in den Irak gesandt. Adam Ingram, der im britischen Verteidigungsministerium arbeitende Staatsminister, gab an, dass die meisten der 15 Soldaten, um die es sich gehandelt habe, kurz vor der Vollendung des 18. Lebensjahres standen oder bald wieder zurückgeschickt wurden. Es handelte sich bei den Soldaten um elf Männer und vier Frauen.

Weniger als fünf der laut Ingram „irrtümlich“ entsandten Soldaten blieben länger als drei Wochen im Irak.

Sarah Teather, eine Liberaldemokratin, nannte die Entsendung einen „unverzeihlichen Fehler“ und forderte eine Entschuldigung von Tony Blair.

Das Vereinigte Königreich verletzte damit die am 24. Juni 2003 ratifizierte UN-Konvention über das Recht der Kinder und ihre Verwicklung in bewaffnete Konflikte. Diese schreibt vor, dass alle Teilnehmerstaaten mit allen Mitteln dafür sorgen müssen, dass keine Personen unter 18 Jahren in Kriegsgebiete entsandt werden.

Britische Jugendliche können sich mit Zustimmung ihrer Eltern bereits mit 16 Jahren den Streitkräften anschließen.

Hintergründe zu Kindersoldaten

Die Menschenrechtsorganisation amnesty international geht davon aus, dass etwa 300.000 Minderjährige weltweit als Kindersoldaten unter anderem für sexuelle Dienste, als Minensucher, Spitzel, Träger und menschliche Schutzschilde eingesetzt werden. Der Human Security Report 2005 berichtete, dass in 68 Prozent der bewaffneten Konflikte Minderjährige eingesetzt würden. Nach einem UN-Bericht handelte es sich bei den jüngsten Soldaten um Achtjährige. Häufig werden Kindersoldaten von Vorgesetzten gezwungen, Gräueltaten, auch an Zivilisten, zu begehen.

Im zehnjährigen Bürgerkrieg in Sierra Leone waren sogar 70 Prozent der Soldaten unter 18 Jahre alt. Nach dem Ende des Bürgerkrieges 2002 wurden die meisten Kindersoldaten in das benachbarte Liberia übernommen, wo sie mit Rebellengruppen gegen den damaligen Diktator Charles Ghankay Taylor kämpfen mussten. Dieser setzte ebenfalls eine Rebellenarmee mit Kindersoldaten ein.

Im Ersten Golfkrieg starben nach Angaben der Brookings Institution etwa 100.000 Kinder. Auch in anderen Nahoststaaten, etwa Jemen, Saudi-Arabien, Algerien und Palästina, werden Minderjährige zu Kampfhandlungen eingesetzt. In Muqtada as-Sadrs Mahdi-Armee kämpfen auch Zwölfjährige im Irak. Nach einer Statistik von Coalition hat Kolumbien 14.000 Kindersoldaten.

Außer den Vereinigten Staaten und Somalia haben alle Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen eine 1989 verabschiedete Kinderrechtskonvention unterschrieben, die Kindern eigene Rechte gewährt. Dort wurde für das Mindestalter für die Teilnahme an bewaffneten Konflikten 15 Jahre vorgegeben. Jeder Staat, der die Konvention unterzeichnet hat, muss sicherstellen, dass keine Kinder oder Jugendlichen unter 18 Jahren an Kampfhandlungen teilnehmen. Auch nichtstaatliche Gruppen müssen von den Unterzeichnern gehindert werden, Jugendliche unter 18 einzusetzen.

Die Rekrutierung oder die Zulassung der Teilnahme an Kampfhandlungen, auch etwa durch Kurierdienste, von Minderjährigen unter 15 Jahren gilt nach dem Rom-Statut des Internationalen Strafgerichtshofes seit 1998 als Kriegsverbrechen.

Die Zahl der Kindersoldaten ist trotz dieser Konventionen, die von fast allen Staaten der Welt ratifiziert wurden, kaum gesunken. Bei Nichterfüllung drohen keine konkreten Sanktionen, und viele Staaten durften Vorbehalte zu einzelnen Artikeln einreichen. Häufig wird die Konvention nur soweit anerkannt, wie es die Sharia oder die nationale Verfassung erlaubt.

Durch den Druck von Kinderrechtskommissionen und anderen nichtstaatlichen Organisationen wurden jedoch viele Teilnehmer dazu bewegt, etwa ihre Vorbehalte zurückzuziehen oder sich dafür einzusetzen, dass Kindersoldaten resozialisiert werden.

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November 13, 2006

UN-Beamter beschuldigt Sri Lanka der Rekrutierung von Kindersoldaten

UN-Beamter beschuldigt Sri Lanka der Rekrutierung von Kindersoldaten

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Colombo (Sri Lanka), 13.11.2006 – Ein UN-Vertreter hat heute die srilankische Regierung beschuldigt, Kindersoldaten zu rekrutieren. Allan Rock, ein Berater des UNO-Repräsentanten für Kinder und bewaffnete Konflikte, sagte, er verfüge über glaubwürdige Beweise dafür, dass die srilankischen Sicherheitskräfte den Karuna-Rebellen, einer paramilitärischen Gruppe, die gegen die Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) kämpfen, bei der Entführung von tamilischen Kindern geholfen hätten, die anschließend hätten für die Karuna-Rebellen kämpfen müssen. Die Karuna-Rebellen entstanden 2004 als Abspaltung von der LTTE und werden von Colonel Karuna geführt. Auch gegen die LTTE wurde mehrmals der Vorwurf erhoben, Kindersoldaten im bewaffneten Konflikt mit den Regierungstruppen einzusetzen.

Die srilankische Armee streitet die Vorwürfe von Allan Rock vehement ab. Laut „News.bbc.co.uk“ steht in einer Stellungnahme der Armeeführung, dass die Vorwürfe völlig irreführend seien. Auch ein Sprecher der Karuna-Rebellen wies die Vorwürfe zurück und behauptete, seine Gruppe würde eher Kindern Schutz bieten, die sich auf der Flucht vor Kämpfern der LTTE befänden. Allan Rock, der sich zu einer zehntägigen Beobachtermission in Sri Lanka aufgehalten hat, spricht dagegen davon, dass er direkte und indirekte Beweise für eine Mittäterschaft und eine direkte Beteiligung staatlicher Sicherheitskräfte an der Rekrutierung von Kindersoldaten gefunden habe. Der srilankische Präsident Mahinda Rajapaksa kündigte eine gründliche Untersuchung der Vorwürfe an, nachdem es eine Unterredung zwischen ihm und Allan Rock gegeben hatte. Ein hochrangiger Armeeangehöriger, der bei der Präsentation der Ergebnisse des UN-Beamten anwesend war, wollte die Vorwürfe laut „PTI“ nicht kommentieren. Es ist das erste Mal, dass derartige Vorwürfe gegen die srilankische Regierung erhoben werden. Die Regierung hat lange bestritten, die Karuna-Rebellen aktiv zu unterstützen. Den Untersuchungen der von Allan Rock geleiteten Beobachtermission zufolge sollen Kinder im Alter von 13 und 14 Jahren aus Dörfern entführt worden sein. Die staatlichen Sicherheitskräfte hätten die Vorfälle nicht untersucht. Die Vorwürfe stützten sich auf Augenzeugenberichte und anekdotenhafte Erzählungen. Insgesamt seien im untersuchten Zeitraum 164 dieser Fälle registriert worden (es gibt unterschiedliche Angaben in verschiedenen Medien). Nach Angaben von UNICEF könnte die tatsächliche Anzahl dreimal so hoch sein.

Die Vorfälle haben sich laut der srilankischen Zeitung „Colombo Page“ in Batticaloa, im Osten der Insel, ereignet. Ein in der Onlineversion der Zeitung veröffentlichter Artikel enthält die Stellungnahme der Armeeführung, in der die Beweise der Beobachtermission angegriffen werden. Die Tatsache, dass die Regierung Kindersoldaten rekrutiere, trage dazu bei, dass die LTTE auch weiter Kindersoldaten einsetze, so Allan Rock. Nach Angaben des UN-Beamten haben die „Tamil Tigers“ angekündigt, bis zum 1. Januar 2007 alle minderjährigen Kämpfer freizulassen. Der Einsatz von Kindersoldaten war von der LTTE im letzten Monat als „ungesetzlich“ erklärt worden. Der Mission zur Beobachtung des Waffenstillstandsabkommens zwischen der Regierung und der LTTE zufolge, kamen in diesem Jahr mindestens 2.000 Menschen im bewaffneten Konflikt ums Leben, darunter viele Zivilisten.

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August 23, 2006

UN-Generalsekretär kritisiert die Rekrutierung von Kindersoldaten im Sudan

UN-Generalsekretär kritisiert die Rekrutierung von Kindersoldaten im Sudan

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New York City (Vereinigte Staaten), 23.08.2006 – In einem gestern veröffentlichten Bericht, der dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen vorgelegt wurde, fordert UN-Generalsekretär Kofi Annan ein Ende der Rekrutierung von Kindersoldaten im Sudan.

Der Bericht enthält Details über Verletzungen der Rechte von Kindern im Zusammenhang mit den bewaffneten Konflikten im Sudan, die trotz Unterzeichnung eines Friedensabkommens im Mai 2006 anhalten. Neben der Rekrutierung von Kindersoldaten prangert der UN-Generalsekretär in seinem Bericht Morde und sexuelle Gewalt gegen Kinder an, die von verschiedenen Konfliktparteien ausgeübt würden. Die Vorwürfe richten sich gegen die Dschandschawid-Miliz und Rebellenorganisationen, die in Darfur, im Westen des Landes, aktiv sind, gegen die ugandische Lord’s Resistance Army und gegen tschadische Oppositionstruppen, aber auch gegen die sudanesiche Armee. Nach Ansicht des UN-Generalsekretärs sind die sudanesischen Regierungen für die Verletzung der Rechte der Kinder, die unter ihrem Kommando geschehen, direkt verantwortlich. Im Sudan gibt es eine Regierung der nationalen Einheit und eine Regierung, die den Süden des Landes verwaltet und bis zu einem Referendum im Jahr 2011 im Amt bleiben wird. Besorgt äußerte sich Kofi Annan über die Zunahme der Gewalt gegen Mädchen und Frauen, die besonders häufig in der Region Darfur auftrete. Auch gebe es Berichte über systematische Entführungen von Kindern in dieser Region. In vielen Teilen des Landes, besonders im Osten des Sudan, hätten Mitarbeiter von Hilfsorganisationen keinen Zugang zu den Kindern.

Der Bericht über den Einfluss der bewaffneten Konflikte im Sudan von Mai bis Juli 2006 ist der zweite Länderbericht dieser Art, der auf die UN-Resolution 1612 vom Juli 2005 zurückgeht. In dieser Resolution, die vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen angenommen wurde, heißt es, dass es beim Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten zwar Fortschritte gegeben habe, deren Rechte aber nach wie vor verletzt würden. Aus diesem Grund forderte die Resolution, genaue Informationen über dieses Thema zu sammeln, wobei diese Aufgabe beim UN-Generalsekretär angesiedelt wurde.

Die Konflikte im flächenmäßig größten Staat Afrikas werden im Bericht auf die ungleiche Verteilung des Wohlstandes entlang regionaler und ethnischer Grenzen zurückgeführt. Folge der jahrelang andauernden Kriege sei eine Militarisierung der Gesellschaft. Der Zugang zum Osten des Landes, wo die Afrikanische Union mit einer Mission den Frieden sichern soll, wird im Bericht als problematisch bezeichnet, obwohl für diese Region am 19. Juni dieses Jahres ein Friedensabkommen zwischen der Regierung und lokalen Rebellenorganisationen unterzeichnet wurde. Daher gebe es im Bericht Lücken bei Verletzungen von Kinderrechten in diesem Teil des Landes. Im Bericht heißt es, dass es klare Anzeichen dafür gebe, dass fünf bewaffnete Gruppen, denen bereits im letzten Jahr vorgeworfen wurde, Kindersoldaten zu rekrutieren, dies immer noch täten. Wegen des schlechten Zugangs könnten keine Aussagen über eine Zu- oder Abnahme des Ausmaßes der Rekrutierung von Kindersoldaten gemacht werden, heißt es in dem Bericht, der konkrete Fälle auflistet. Schätzungen zufolge seien in der untersuchten Zeitspanne in Darfur aber tausende Kinder in Kampfhandlungen verwickelt gewesen. Von bewaffneten Gruppen ausgeübte sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Frauen dokumentiert der Bericht des UN-Generalsekretärs für die Region Darfur. Laut einem Bericht des UNHCHR sind dort 40 Prozent der Opfer sexueller Gewalt minderjährig. Die jungen Frauen würden häufig dann angegriffen, wenn sie bevölkerte Lager verließen, um Wasser oder Holz zu holen. Aus Angst vor Ausgrenzung würden viele Frauen die Angriffe nicht melden.

Der Bericht endet mit der Hoffnung, dass es mit einem Rückgang der Kämpfe auch zu einem Rückgang der Verletzung von Kinderrechten kommen könnte. Zu diesem Zweck sollen die beteiligten Konfliktparteien in einen Dialog über das Thema verwickelt werden. Zudem diskutierten UN-Mitarbeiter mit den sudanesischen Behörden unter anderem über eine bessere Ausbildung der Polizei, weil sexuelle Gewalt im Sudan nur selten verfolgt werde.

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