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February 29, 2012

Interpol: Bei einer länderübergreifenden Polizeiaktion wurden 25 mutmaßliche Anonymous-Hacker festgenommen

Interpol: Bei einer länderübergreifenden Polizeiaktion wurden 25 mutmaßliche Anonymous-Hacker festgenommen

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Veröffentlicht: 17:06, 29. Feb. 2012 (CET)
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Generalsekretariat von Interpol in Lyon

Lyon (Frankreich), 29.02.2012 – Bei einer durch Interpol koordinierten Großrazzia in den Ländern Spanien, Chile, Argentinien und Kolumbien wurden 25 mutmaßliche Hacker des Anonymous Netzwerks im Alter von 17 bis 40 Jahren festgenommen. 250 Computer, Handys und andere Geräte fielen den Ermittlern bei den Durchsuchungen in die Hände. Kreditkarten und Bargeld wurde beschlagnahmt.

Guy-Fawkes-Masken – Symbol des Anonymous-Netzwerks

Die Durchsuchungen erfolgten in 15 Städten. Vier der Festnahmen erfolgten in Spanien, zehn in Argentinien, sechs in Chile und fünf in Kolumbien. Den Personen wird vorgeworfen, die Internetseiten des kolumbianischen Verteidigungsministeriums, eines Stromunternehmens und der Nationalbibliothek in Chile angegriffen zu haben. Den in Spanien festgenommenen mutmaßlichen Hackern wird vorgeworfen, im Internet private Daten von Leibwächtern des spanischen Regierungschefs und von Mitarbeitern der Polizei veröffentlicht zu haben. Des Weiteren sollen Internetseiten blockiert und geändert worden sein.

Ein Interpol-Sprecher zu der unter dem Codenamen „Unmask“ gelaufenen Aktion: „Diese Operation zeigt, dass Verbrechen in der virtuellen Welt reale Auswirkungen auf die Verantwortlichen haben.“ Das Internet könne nicht als rechtsfreier Raum für Kriminelle gesehen werden. Eine der in Spanien festgenommenen Personen trat unter dem Pseudonymen „Thunder“ und „Pacotron“ im Internet auf. Ihr wird eine Führungsrolle in Spanien und Lateinamerika zugeschrieben. Sie habe Zugriff auf Hardware in Tschechien und Bulgarien gehabt.

Das Anonymous-Netzwerk startete nach der Polizeiaktion einen Cyberangriff auf die Internetseite von Interpol. Aufgerufen wurde dazu über Twitter. Um Mitternacht mitteleuropäischer Zeit wurde gemeldet: „interpol.int TANGO DOWN“, ein militärischer Code für die Ausschaltung eines Ziels. Der Angriff auf die Seite war erwartet worden. Durch die Masse der an die Seite gerichteten Anfragen gelang es trotzdem nicht, die Seite in Funktion zu halten. Es dürfte sich um einen Denial of Service-Angriff (DoS-Angriff) gehandelt haben.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Internet
  • Portal:Straftaten und Ermittlungsverfahren

Quellen[Bearbeiten]

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June 15, 2011

Vulkanasche behindert Luftverkehr in Ostafrika, Australien und Südamerika

Vulkanasche behindert Luftverkehr in Ostafrika, Australien und Südamerika

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Veröffentlicht: 09:29, 15. Jun. 2011 (CEST)
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Asche des Vulkans Nabro (rechte untere Bildecke) zieht nach Nordwesten über Äthiopien in den Sudan (links oben)

Foto: NASA MODIS

Toulouse (Frankreich) / Addis Abeba (Äthiopien) / Melbourne (Australien), 15.06.2011 – Vulkanische Asche durch den Ausbruch des eritreischen Vulkans Nabro – manche Meldungen schrieben den Ausbruch irrtümlich dem benachbarten Stratovulkan Dubbi zu – hat zu Behinderungen im Flugverkehr in Ostafrika geführt. Wie das für Europa und Afrika zuständige Volcanic Ash Advisory Center (VAAC) von Météo-France in Toulouse mitteilte, wurde durch den Ausbruch des Vulkans Asche des Vulkans bis zu 15 Kilometer hoch in die Luft gestoßen. Zunächst war zwar nur der Luftverkehr in Äthiopien und Eritrea direkt betroffen, doch seien Behinderungen in anderen Staaten wahrscheinlich.

Der Vulkan war am Sonntagabend (12. Juni) um 23:00 MESZ ausgebrochen, und dies dauerte den ganzen Montag an. Die Aschewolke zog zwischen Nordwest und Südwest überwiegend nach Westen. Jean Nicolau von Météo-France schloss jedoch aus, dass es zu einer ähnlich kritischen Situation wie bei dem kürzlichen Ausbruch des isländischen Vulkans Grimsvötn kommen werde, dazu sei der Luftverkehr in der betroffen Region zu unbedeutend. „Falls die Wolke jedoch Ägypten, Israel oder die Arabische Halbinsel erreicht, wären die Auswirkungen auf den Luftverkehr deutlich“, erklärte Nicolau. Derzeit könne man dies jedoch noch nicht abschätzen.

Hillary Clinton brach Staatsbesuch ab

Durch die Aschewolke war die US-Außenministerin Hillary Clinton gezwungen, einen Staatsbesuch in Addis Abeba abzubrechen. Ein Regierungsvertreter erklärte, die Delegation habe die äthiopische Hauptstadt vorzeitig verlassen, „weil die Aschewolke in Richtung Addis zieht und die Stadt bedecken könnte… auf unbestimmte Dauer“. Man habe sich deswegen auf die Empfehlung der US-Luftwaffe verlassen und sei abgereist. Hilton hielt sich in Addis Abeba auf, um mit Premierminister Meles Zenawi zu sprechen und um vor den 53 Mitgliedern der Afrikanischen Union eine Rede zu halten.

Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa gab bekannt, dass sie zwei Flüge in die Region abgesagt habe. Nach Angaben eines Lufthansa-Pressesprechers in Berlin betraf dies die Verbindungen Frankfurt–Addis Abeba und Frankfurt–Dschidda–Asmara, wobei letzterer nur zwischen Dschidda und Asmara ausfiel.

Es ist unbekannt, wann der 2218 Meter hohe Vulkan das letzte Mal ausgebrochen war. Innerhalb der letzten 150 Jahre ist kein Ausbruch dokumentiert.

Dieses Satellitenbild der NASA vom 13. Juni zeigt weite Teile Argentiniens und Uruguays unter der Aschewolke

Foto: NASA MODIS
Auch Ban Ki-moon musste Reisepläne ändern

Unterdessen musste auch UN-Generalsekretär Ban Ki-moon seine Reiseroute ändern. Seine Pläne wurden durch die Eruption des Puyehue durchkreuzt. Ban war auf dem Weg in die argentinische Hauptstadt Buenos Aires, musste jedoch in Córdoba im Norden des Landes landen und zu seinem Treffen mit Staatspräsidentin Cristina Kirchner rund 650 Kilometer mit dem Auto weiterreisen. Auch in Uruguay fielen zahlreiche Flüge aus.

Der Puyehue war bereits Anfang Juni ausgebrochen, doch eine Aschewolke war westwärts über den südlichen Pazifik gezogen und hat auch in Australien und Neuseeland zu einem Chaos geführt. Der neuseeländische Luftraum war zwar nicht direkt betroffen, aber zahlreiche Flüge von und nach Australien mussten gestrichen werden. Qantas annullierte während des vergangenen Wochenendes mehr als 110 Flüge, etwa 30.000 Reisende saßen fest. Betroffen waren vor allem die Verbindungen von und nach Tasmanien und Neuseeland sowie alle Flüge von und nach Melbourne. Ähnliche Maßnahmen ergriffen auch die Tochtergesellschaft Jetstar und die Fluggesellschaft Virgin Australia.

In Australien lagen Tasmanien, Victoria und der Süden von New South Wales unter der Aschewolke, in Neuseeland vor allem die Südinsel. Der Luftverkehr von und nach Australien werde von Zeit zu Zeit durch Vulkanausbrüche im Pazifikraum gestört, doch dies sei das erste Mal seit zwei Jahrzehnten, dass vulkanische Asche direkt auf den australischen Kontinent gelange, teilte Andrew Tuppe, der Direktor des zuständigen VAAC beim Bureau of Meteorology in Darwin der Presse mit.

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June 5, 2011

Chile: Vulkan Puyehue ausgebrochen – zehn Kilometer hohe Aschewolke

Chile: Vulkan Puyehue ausgebrochen – zehn Kilometer hohe Aschewolke

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Veröffentlicht: 14:43, 5. Jun. 2011 (CEST)
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Der Vulkan Puyehue, aus südlicher Richtung fotografiert (Archiv)

Santiago de Chile (Chile), 05.06.2011 – Chilenische Behörden teilten mit, ein kilometerlanger Graben in der Erdkruste habe sich in der Nähe des Vulkans Puyehue aufgetan. Asche, Rauch und Gas stiegen bis in eine Höhe von zehn Kilometern über dem Vulkan in die Luft. Die Behörden wiesen die Evakuierung umliegender Dörfer an. 3500 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht.

Rund um den Vulkan Puyehue, der rund 800 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago liegt, hatte es zuvor eine Serie von Erdstößen gegeben. Der chilenische Katastrophenschutz zählte 230 Erschütterungen pro Stunde.

Vom Wind wurde die Vulkanasche in Richtung Osten nach Argentinien getrieben. Laut Augenzeugen wurden die argentinischen Städte Bariloche und Villa la Angostura von einer zentimeterdicken Ascheschicht bedeckt.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Naturkatastrophen

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October 13, 2010

Verschüttete Bergleute in Chile gerettet

Verschüttete Bergleute in Chile gerettet

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Veröffentlicht: 22:05, 13. Okt. 2010 (CEST)
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Chile, 13.10.2010 – Mehr als die Hälfte der 33 in über 600 Metern Tiefe verschütteten Bergleute sind nach ihrem 69-tägigen Aufenthalt in einer verschütteten Kupfergrube am 13.10.2010 gerettet worden. Sie wurden mit Freudenjubel von ihren Angehörigen und der chilenischen Bevölkerung und Regierung sowie von ungefähr 2000 Journalisten empfangen. Die Rettung aller Bergleute soll voraussichtlich noch bis zum nächsten Tag andauern.

Der erste Bergarbeiter erreichte kurz nach fünf Uhr mitteleuropäischer Zeit die Erdoberfläche und wurde mit lauten Jubelrufen der Angehörigen vor Kameras aus aller Welt empfangen. Um die Augen nach Wochen in der Dunkelheit vor dem Tageslicht zu schützen, trug er, wie auch die anderen Bergleute, eine extra dunkle Sonnenbrille. Der chilenische Präsident Sebastián Piñera, der live vor Ort anwesend war und am Rettungsschacht wartete, sagte vor laufender Kamera, dass der chilenische Traum sich erfüllt habe. Die Rettung werde ohne Pause weitergehen, versprach er.

Für die Rettung eines Bergarbeiters wurde ursprünglich etwa eine Stunde geplant, da die Rettungskapsel “Phönix” etwa 15 Minuten braucht, in den über 620 Metern unter der Erde liegenden Aufenthaltsort der verschütteten Bergleute zu gelangen. Schließlich dauern die Vorbereitungen und die Auffahrt der Rettungskapsel weitere 25 Minuten. Jedoch verliefen die bisherigen einzelnen Rettungen schneller als geplant.

Nach dem Empfang an der Erdoberfläche wird jeder Bergarbeiter auf Tragen zu einer ersten ärztlichen Untersuchung nahe der Mine abtransportiert. Einige Männer wurden in ein Krankenhaus im 45-Kilometer entfernten Ort Copiapó gebracht, wo sie zwei Tage lang untersucht werden. Der Gesundheitszustand der Männer sei „ziemlich gut“, sagte der chilenische Gesundheitsminister Jaime Mañalich.

Nach mehr als acht Stunden, nachdem der erste Bergarbeiter gerettet wurde, kamen dann der achte, neunte, zehnte und elfte Kumpel ans Tageslicht. Mit dem 17. Bergarbeiter wurde die Hälfte der 33 Bergleute um 18.42 Uhr deutscher Zeit überschritten. Nach Aussagen des Bergbauministers könnte die Rettung aller Bergarbeiter deutlich früher abgeschlossen sein als ursprünglich angenommen. Er rechne mit einer Rettung noch am Mittwoch (chilenischer Ortszeit). Die Rettung sei seiner Ansicht nach sehr schnell vorangekommen, schneller als gedacht.

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Grubenunglück von San José“.

Quellen

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July 3, 2010

Fußball-WM: Portugal deklassiert Nordkorea

Fußball-WM: Portugal deklassiert Nordkorea

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Veröffentlicht: 17:02, 3. Jul. 2010 (CEST)
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Kapstadt / Johannesburg / Port Elizabeth (Südafrika), 03.07.2010 – Mit einem 7:0-Kantersieg hat Portugal das Team aus Nordkorea deklassiert. Spanien setzte sich gegen Honduras mit 2:0 durch. Chile gewinnt 1:0 durch einen Strafstoß gegen die Schweiz. Der Ärger im und um das französische Team und die Suspendierung von Nicolas Anelka erfuhr seine Fortsetzung.

Portugal – Nordkorea
7:0 (1:0)

Die rund 60.000 Zuschauer im Dauerregen von Kapstadt sahen einen wahren Torregen, den Portugal über Nordkorea niedergehen ließ. Schiedsrichter Pablo Pozo aus Chile bedachte beide Mannschaften mit jeweils zwei gelben Karten. Portugal hat sich damit eine gute Ausgangsposition verschafft, um in das Achtelfinale des Turniers einzuziehen. „Es war heute wichtig, so viele Tore zu schießen“, sagte Portugals Trainer Carlos Queiroz. Grund zum Jubeln hat er: selbst eine Niederlage im letzten Gruppenspiel gegen Brasilien würde die Portugiesen weiterkommen lassen, sofern nicht im zeitgleich stattfindenden Spiel die Mannschaft von der Elfenbeinküste nicht ähnlich viele Tore gegen die Nordkoreaner schießen würde. Das Ausscheiden Nordkoreas steht nach der zweiten Niederlage bereits fest.

Vorläufige Tabelle der Gruppe G
Rang Land Tore Punkte
1 Brasilien Brasilien 5:2 6
2 Portugal Portugal 7:0 4
3 Elfenbeinküste Elfenbeinküste 1:3 1
4 Nordkorea Nordkorea 1:9 0

Mit einer auf vier Positionen veränderten Mannschaft – Tiago, Miguel, Simão und Hugo Almeida ersetzten Deco, Paulo Ferreira, Danny und Liédson – gingen die Portugiesen in das Spiel und zwangen die Nordkoreaner vom Beginn an in die Defensive. Die erste Tormöglichkeit hatte Portugal in der dritten Minuten durch Christian Ronaldo. Nach einem Eckball in der siebten Minute hatte Innenverteidiger Ricardo Carvalho die Möglichkeit, das Führungstor zu erzielen. Sein Kopfstoß traf jedoch nur den Pfosten. Die Nordkoreaner hatten in der elften Minute die erste gefährliche Situation für das portugiesische Tor, doch Cha Jong-hyoks Distanzschuss aus 25 Metern ging jedoch etwa einem Meter am Tor vorbei. Weitere Tormöglichkeiten ergaben sich für die Nordkoreaner in der 18. Minute durch Hong Yong-jo und Ji Yun-nam. Doch schließlich war es Raul Meireles vom FC Porto, der nach einem Zuspiel von Tiago aus zehn Metern mit einem Flachschuss das Führungstor für die Portugiesen erzielte. Die Westeuropäer hatten in der Folge das Spiel unter Kontrolle und erspielten sich weitere Möglicheiten, ein weiteres Tor fiel jedoch in der ersten Halbzeit nicht mehr.

Die erste Torchance in der zweiten Halbzeit hatte in der 53. Minute Almeida, doch sein Schuss verfehlte das Tor knapp. In derselben Minute nutzte Simão ein Zuspiel von Meireles und schoss zwischen den Beinen des herauseilenden nordkoreanischen Torhüter hindurch ins Tor. In der 57. Minute erhöhte Almeida nach einer Flanke von Coentrao mit einem Kopfball und vier Minuten später traf Tiago. Auch die letzten drei Tore der Partie fielen innerhalb weniger Minuten durch Lieson (81.), Ronaldo (87.) und Tiago (89.). Für Ronaldo endete damit eine Durststrecke von elf Länderspielen, in der der Stürmer torlos geblieben war.

Das 7:0 ist der höchste Sieg in der Geschichte der portugiesischen Fußball-Nationalmannschaft. Den Nordkoreanern gelang im zweiten WM-Spiel gegen Portugal die Revanche für Niederlage bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1966 nicht. Damals unterlagen die Asiaten mit 5:3, nachdem sie bereits mit 3:0 geführt hatten. Der Matchwinner für die Portugiesen war seinerzeit Eusébio, der vier der fünf portugieischen Tore erzielte.

Chile – Schweiz
1:0 (0:0)

34.872 Zuschauer verfolgten im Nelson-Mandela-Bay-Stadion in Port Elizabeth die Arbeit des saudi-arabischen Schiedsrichters Khalil Ibrahim Al Ghamdi, der neun Gelbe Karten zückte – sechs für die Südamerikaner und dreimal für einen schweizerischen Spieler – und darüber hinaus den Schweizer Behrami vom Platz stellten. Deutlich unzufrieden mit der Arbeit des Schiedsrichters äußerte sich nach dem Spiel der Trainer der Schweizer, Otmar Hitzfeld: „Die Rote Karte war aus meiner Sicht keine. Das war nicht mal eine Gelbe. Ich finde, dass bei einer WM nur die besten Schiedsrichter pfeifen sollten, die auch sonst in den großen Ligen pfeifen – und nicht irgendwo am Strand.“

Beide Mannschaften gingen zunächst vorsichtig in das Spiel. Die Verhinderung eines frühen chilenischen Führungstors haben die Schweizer ihrem Torhüter Diego Benaglio zu verdanken, der zunächst Arturo Vidals Schuss abwehrte und dann den Nachschuss von Carlos Carmona hielt. Die chilenische Abwehr verhinderte ein Durchkommen der Schweizer im Mittelfeld. Nach einem zu kurzen Rückpass von Verteidiger Mauricio Isla in der 28. Minute konnte Chiles Torwart Claudio Bravo nur mühsam gegen den heransprintenden schweizerischen Stürmer Blaise Nkufo abwehren. Drei Minuten später zeigte Schiedsrichter Al-Ghamdi Behrami die Rote Karte, nachdem dessen Arm ins Gesicht Vidals gefahren war. Gegen zehn Schweizer kamen die Chilenen nur stärker ins Spiel und Hitzfeld ersetzte Stürmer Alexander Frei in der 42. Minute durch Tranquillo Barnetta.

Nach der Pause spielte statt Vidal und Humberto Suazo die offensiveren Spieler Mark González und Jorge Valdivia. Sanchez erzielte in der 49. Minute ein Tor, das der saudi-arabische Schiedsrichter jedoch nicht gab, weil drei Chilenen im Abseits standen. In der 56. Minute parierte Benaglio eine Möglichkeit von Sanchez nach einem Abwehrfehler von Stephane Grichting. In der 65. Minute nahm Chiles Trainer Mittelfeldmann Matías Fernández vom Platz und brachte dafür den Stürmer Esteban Paredes ein, drei Minuten später wechselte Hitzfeld Nkufo gegen Eren Derdiyok aus.

Die Chilenen drängten weiter nach vorne. In der 75. Minute spielte Paredes den nach vorne gelaufenen Torwart Benaglio an der Strafraumgrenze aus und flankte an den langen Pfosten, wo González den Ball mit dem Kopf in das Tor beförderte. Auf den Rückstand reagierte Hitzfeld mit der Einwechslung von Albert Bunjaku, der in der 77. Minute für Gelson Fernandes kam. Paredes verfehlte in der 84. Minute und fünf Minuten später das Tor. Den Ausgleich auf dem Fuß hatte Derdiyok den Ausgleich kurz vor dem Abpfiff, hielt jedoch dem Druck nicht stand, sodass es beim 1:0 blieb.

Vorläufige Tabelle der Gruppe H
Rang Land Tore Punkte
1 Chile Chile 2:0 6
2 Spanien Spanien 2:1 3
3 Schweiz Schweiz 1:1 3
4 Honduras Honduras 0:3 0
Spanien – Honduras
2:0 (1:0)

54.386 Zuschauer waren im Ellis-Park-Stadion in Johannesburg, als der japanische Schiedsrichter Yūichi Nishimura zwei gelbe Karten für Honduras vergab und Spaniens David Villa in der 62. Minute einen Strafstoß nicht verwandeln konnte. Villa traf dennoch zweimal. Spaniens Trainer del Bosque erklärte nach dem Spiel, der Sieg sei wichtig gewesen und die Mannschaft sei „mit dem Ergebnis zufrieden“.

Der amtierende Europameister Spanien ging mit den beiden Stürmern Villa und Fernando Torres offensiv in das Spiel. Glück hatten die Zentralamerikaner, als Villas Fernschuss in der siebten Minute aus 25 Metern nur die Querlatte traf. Glück hatten auch die Spanier, als nach einem Steilpass von Walter Martínez David Suazo auf das spanische Tor zustürmte, doch der herauseilende spanische Torhüter Iker Casillas konnte Suazos Angriff an der Strafraumgrenze stoppen. Der sich anschließende Konter führte die Spanier bis in den Strafraum von Honduras. Villa verlud drei Verteidiger und schoss dann ins lange Eck. Spanien blieb auch nach dem Führungstor offensiv, vor allem über die Flügel, doch konnte die Mannschaft ihre Überlegenheit nicht ausnutzen, um Tore zu erzielen. Nach einer halben Stunde war dann die Luft raus aus dem spanischen Angriffsspiel. Glück hatte Villa, als der japanische Schiedsrichter seine Tätlichkeit gegen Emilio Izaguirre nicht sah.

Reynaldo Rueda, der Trainer der Honduraner, brachte nach der Halbzeitpause mit Georgie Welcome einen zweiten Stürmer, doch häufige Ballverluste machten die Bemühungen zunichte, zum spanischen Tor vorzudringen. Ein Ballverlust leitete auch das 2:0 in der 51. Minute ein, das Villa mit einem Schuss aus 20 Metern Torentfernung erzielte. Osman Chávez hatte den Ball noch abgefälscht. In der 62. Minute wurde Jesús Narvas von Izaguirre im Strafraum gefoult und Schiedsrichter Nishimura entschied auf Strafstoß. Villa schoss jedoch rechts am Tor vorbei. In der 66. Minute wurde der Schuss von Cesc Fàbregas, der direkt zuvor für Xavi eingewechselt wurde, auf der Torlinie abgewehrt, Sergio Ramos traf wenig später nur knapp am Tor vorbei. In der Schlussphase spielten die Spanier nur auf ein Halten des Torstandes. Eine weitere Chance auf sein drittes Tor im Spiel ließ sich Villa in der 87. Minute entgehen, als Sergio Mendoza seinen Schuss in höchster Not blockte.

Frankreichs Nationalmannschaft in Unordnung

Frankreichs Nationaltrainer Raymond Domenech rechnete damit, dass einige seiner Spieler beim letzten Gruppenspiel gegen Südafrika nicht auflaufen wollen. Domenech beschuldigte die entsprechenden Spieler der „Blödheit“. Die Chancen Frankreichs auf ein Weiterkommen sind nach zwei Gruppenspielen gering. Nur wenn sich Mexiko und Uruguay nicht unentschieden trennen würden, bestanden für die „Bleus“ noch Chancen – und auch das nur bei einer ausreichend hohen Torzahl gegen Südafrika. „Profis müssen ein Vorbild sein. Was die Spieler gemacht haben, war dumm“, kritisierte Domenech den Trainingsboykott vom 19. Juni. Unmittelbar nach dem Abbruch des Trainings war Teammanger Jean-Louis Valentin zurückgetreten.

Von der französischen Presse wurde die Situation im französischen Team teilweise deutlich kritisiert. Für „Le Figaro“ hat sich das französische Team vor der ganzen Welt lächerlich gemacht und für „Le Parisien“ ist es „schon unerträglich, das schlechteste Team bei einer WM zu stellen. Aber auch noch das dümmste zu haben, ist“ für die Zeitung nicht tolerierbar. Ähnlich schonungslos sind auch ehemalige Nationalspieler. Emmanuel Petit bezeichnete die Vorgänge als „total unprofessionell“ und „traurig, beschämend“. Zinédine Zidane schimpfte, „wir sind hier bei einer WM. Da muss man sich doch zusammenreißen.“

Verärgerung hat die Mannschaft auch bei Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy hervorgerufen. Er entsandte die Wirtschaftsministerin und frühere Synchronschwimmerin Christine Lagarde nach Südafrika. Diese kündigte an: „Die Zeit der Disziplinarmaßnahmen wird kommen.“ Sportministerin Roselyne Bachelot forderte wegen der „Empörung der Franzosen“ im französischen Staatsfernsehen TF1 von der Mannschaft die „Wahrung der Würde“. Die Kommunistische Partei Frankreichs bezeichnete die Vorgänge als „allgemeine Bankrotterklärung“, die rechtsextremistische Front National sprach von der „weltweiten Demütigung unserer Nation“.

Konsequenzen hat das Chaos in der französischen Nationalmannschaft wohl auch bei den Sponsoren. Crédit Agricole hat angekündigt, die „Equipe Tricolore“ nicht mehr finanziell unterstützen zu wollen.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Fußball
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June 19, 2010

Fußball-WM: Schweiz schlägt Spanien, Südafrika vor dem Aus

Fußball-WM: Schweiz schlägt Spanien, Südafrika vor dem Aus

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Veröffentlicht: 13:44, 19. Jun. 2010 (CEST)
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Nelspruit / Durban / Pretoria (Südafrika), 19.06.2010 – Chile schlug am 5. Tag der Fußball-Weltmeisterschaft Honduras. Für die Chilenen war der Sieg historisch: es war der erste Sieg bei einer Weltmeisterschaftsendrunde seit 1962. Für die Mitfavoriten Spanien und Gastgeber Südafrika war der 16. Juni nicht sehr erfreulich: Spanien unterlag überraschend der Schweiz, die Südafrikaner verloren deutlich gegen Uruguay.

Honduras – Chile
0:1 (0:1)

Die schwächste Leistung auf dem Spielfeld zeigte Schiedsrichter Eddy Maillet von den Seychellen. Er pfiff mehrere Fouls nicht. Dennoch verteilte er drei Gelbe Karten aus, eine für Honduras und zwei für chilenische Spieler. Das Spiel im Mbombela-Stadion von Nelspruit sahen 32.664 Zuschauer, unter ihnen der Staatspräsident von Honduras, Porfirio Lobo Sosa. Honduras war insgesamt zuwenig angriffslustig und gelangte kaum aus der eigenen Spielhälfte hinaus. Für „La Roja“ war es auf den Tag genau nach 48 Jahren der erste Sieg bei einer WM-Endrunde.

Die erste Chance hatten die Chilenen bereits nach zwei Minuten durch einen von Matías Fernández getretenen Freistoß. Der Schuss war jedoch zu hoch angesetzt. In der neunten Minute prüfte der bei Bayer Leverkusen spielende Arturo Vidal den honduranischen Torwart Noel Valladares. Dieser konnte seinen Schuss nur mit Mühe unter Kontrolle bringen. Vidal hatte auch in der 25. Minute eine große Chance, per Kopfball erfolgreich zu werden. In derselben Minute gelangte der Ball vom bei Udinese spielenden Alexis Sánchez nur auf das Tornetz.

In der 34. Minute schließlich spielte Mauricio Isla einen Querpass nach Innen. Der Abwehrversuch des Honduraners Sergio Mendoza blieb an Jean Beausejour hängen, von dessen Oberschenkel der Ball ins Tor der Honduraner trudelte.

In der zweiten Halbzeit hatten die Chilenen zahlreiche Chancen, eine Entscheidung herbeizuführen. Die gefährlichsten davon stammten in der 62. Minute von Sanchez, der knapp am Tor vorbei schoss und zwei Minuten später ein Kopfball von Abwehrspieler Waldo Ponce, den Valladares parieren konnte. Doch bis zum Ende des Spieles fielen keine Tore mehr.

Vorläufige Tabelle der Gruppe H
Rang Land Tore Punkte
1 Chile Chile 1:0 3
1 Schweiz Schweiz 1:0 3
3 Honduras Honduras 0:1 0
3 Spanien Spanien 0:1 0
Spanien – Schweiz
0:1 (0:0)

62.452 Zuschauer verfolgten in Durban den Fehlstart der Spanier, die als Geheimfavoriten gelten. Schiedsrichter Webb aus England verteilte vier Gelbe Karten, ausnahmslos für Fußballer der von Ottmar Hitzfeld trainierten Schweizer. Den trotz der Niederlage im Spielverlauf deutlich überlegenen Spaniern könnte das Ergebnis im Achtelfinale Brasilien bescheren, keine verlockende Aussicht für das Team von der Iberischen Halbinsel. Die Schweiz verdankt den Sieg einem Konter durch Gelson Fernandes in der 53. Minute und der Leistung ihres Torwartes Diego Benaglio. Trainer Hitzfeld strich heraus, dass das Spielergebnis für die Schweizer „ein historischer Sieg“ sei, da diese zuvor noch nie gegen Spanier gewinnen konnten.

Die Spanier gingen mit acht Spielern an den Start, die während der Saison 2009/2010 mit ihren Vereinsmannschaften in der Champions League gespielt hatten, waren also klar favorisiert. Allerdings hatten die Spanier mit David Villa nur einen Stürmer aufgeboten. In der ersten Halbzeit dominierten die Spanier deutlich und setzten sich in der Schweizer Spielfeldhälfte fest. Torhüter Benaglio machte zwei Torchancen von Silva in der 17. und von Gerard Piqué in der 24. Minute zunichte. Zwei Minuten später hatten die Schweizer ihre einzige Gelegenheit in der ersten Halbzeit, als Reto Ziegler einen Freistoß trat. Dieser brachte jedoch nichts ein. In der 35. Minute verletzte sich Philippe Senderos bei einem Zusammentreffen mit Mannschaftskamerad Stephan Lichtsteiner und musste ausgewechselt werden.

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte drängten die Spanier auf das Schweizer Tor und die Schweizer hielten nur dagegen. Doch in der 53. Minute gelangt ein langer Abschlag des Schweizer Torhüters bei Eren Derdiyok an der spanischen Strafraumgrenze. Der wird von Piqué angerempelt, überschlägt sich und verletzt seinen Gegenspieler mit seinen Stollen. Im selben Moment hatte jedoch Fernandes den Ball vor die Füße bekommen und schob zum einzigen Tor des Spieles ein. Die Spanier stürmten nach vorne, aber Villas Schüsse auf das Tor in der 58. Minute und zwei Minuten später konnte Benaglio abwehren. In der 64. Minuten schoss Andrés Iniesta knapp neben das Gehäuse. vorbei. Nach einem Eckstoß traf Xabi Alonso in der 69. Minute die Unterlatte.

Derdiyok hatte in der 75. Minute noch die Möglichkeit, zu erhöhen. Relativ ungehindert war er in den spanischen Strafraum gelangt, traf mit seinem Ball gegen die Laufrichtung von Torhüter Iker Casillas nur den Pfosten.

Südafrika – Uruguay
0:3 (0:1)

Die 42.658 Zuschauer im Loftus-Versfeld-Stadion von Pretoria hatten wenig Grund zum Jubeln, droht mit der 3:0-Niederlage doch das erste Aus der Ausrichtermannschaft in der Gruppenphase bei einer Weltmeisterschaft. Schiedsrichter Massimo Busacca gab zwei Gelbe und eine Rote Karte, alle für das Team Südafrikas.

Mit Diego Forlán, Luis Alberto Suárez Díaz und zusätzlich Edison Cavani in der Startaufstellung gingen die Uruguayer offensiv in das Spiel. Zwar ließen sich die Südamerikaner vom Vuvuzelalärm nicht beeindrucken, doch Torchancen erarbeiteten sie sich zunächst auch nicht. Doch in der 24. Minute wurde es still im Stadion. Forláns Schuss aus etwa 25 Metern wurde abgefälscht und Torhüter Itumeleng Khune musste hinter sich greifen. Die Südamerikaner führten 1:0. Die Südafrikaner kamen dadurch vollkommen aus dem Trott, konnten eine Chance fünf Minuten vor dem Seitenwechsel nicht nutzen.

In der 48. Minute machte Tsepo Masilela eine Chance von Cavani zunichte. Südafrika kam in der letzten halben Stunden phasenweise besser ins Spiel. In der 65. Minute ging Mphelas Kopfball aus kurzer Entfernung am Tor vorbei. Dann die 76. Minute: Südafrikas Torhüter Khune zog die Notbremse, sah rot. Der anschließende Elfmeter wurde vom Torschützen zum 2:0 verwandelt. Von da an hatte Südafrika den Südamerikanern nichts mehr entgegen zu setzen. In der 95. Minute schließlich gelang Álvaro Pereira noch das 3:0.

Südafrikas Trainer Carlos Alberto Parreira war nach dem Spiel schnell mit Schuldzuweisungen. Für ihn war Schiedsrichter Busacca „bislang der schlechteste Schiedsrichter in diesem Turnier, er hat von Anfang an gegen uns gepfiffen. Ich hoffe, ich sehe sein Gesicht nie mehr. Er hat es nicht verdient, hier zu sein.“

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  • Portal:Südafrika
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May 23, 2010

Zentral-Chile erneut von Erdbeben erschüttert

Zentral-Chile erneut von Erdbeben erschüttert

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Veröffentlicht: 09:57, 23. Mai 2010 (CEST)
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Intensität des Erdbebens.

Foto: United States Geological Survey

Denver (Colorado) (Vereinigte Staaten) / Santiago de Chile (Chile), 23.05.2010 – Ein starkes Erdbeben hat am Freitag, dem 21. Mai 2010 um 14:52 Uhr Ortszeit (19:52 Uhr MESZ) erneut das Zentrum Chiles erschüttert. Nach den Angaben des United States Geological Survey erreichte das Beben einen Momenten-Magnituden-Wert von 5,7 Mw. Das Epizentrum lag demnach rund 100 km nordwestlich von Talca, 165 km südwestlich von Santiago de Chile und 165 km südlich von Valparaíso in der Nähe der Stadt Pichilemu, einer Küstenstadt in der Region Libertador General Bernardo O’Higgins. Das Erdbeben dauerte rund 30 Sekunden.

Der Servicio Hidrográfico y Oceanográfico de la Armada de Chile (Hydrographischer und Ozeanographischer Dienst der Armee Chiles) meldete, dass das Epizentrum 70 km nordwestlich von Curicó, 85 km südwestlich von Rancagua und 140 km südwestlich der Hauptstadt lag.

Zum Zeitpunkt des Erdbebens hielt sich Wikinews-Reporter Diego Grez in Santa Cruz auf. Er berichtete, dass in der Stadt für etwa eine halbe Stunde der Strom ausfiel und viele Einwohner aus ihren Häusern flüchteten. In Pichilemu fiel der Strom ebenfalls für einige Minuten aus. Aus Furcht vor einem Tsunami rannten dort viele Bewohner auf einen Hügel.

Das Oficina Nacional de Emergencia del Ministerio del Interior (ONEMI) verzeichnete keine Opfer oder Gebäudeschäden. Das Erdbeben war nach Angaben von ONEMI auch in den Regionen Metropolitana und der Bío-Bío zu spüren.

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Quellen

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April 27, 2010

Colonia-Dignidad-Gründer Paul Schäfer ist tot

Colonia-Dignidad-Gründer Paul Schäfer ist tot

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Veröffentlicht: 22:36, 27. Apr. 2010 (CEST)
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Buenos Aires (Chile), 27.04.2010 – Bei der Beisetzung des Colonia-Dignidad-Gründers Paul Schäfer ist es zu heftigen Protesten der Anwohner in unmittelbarer Nähe des Friedhofs gekommen. Der 88-Jährige verstarb an einer Herzkrankheit im Gefängnishospital in Santiago de Chile, wo er zu insgesamt 33 Jahren Haft – eine 20-jährige Freiheitsstrafe wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in 27 Fällen aus dem November 2004, weiterhin eine dreijährige Haftverlängerung wegen Folter von Kindern und Jugendlichen in 25 Fällen (Urteil vom 24. Mai 2006) sowie eine siebenjährige Gefängnisstrafenverlängerung (im November 2008) wegen Mordes und schließlich weitere drei Jahre wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und auch wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz (Urteil: 14. Mai 2009), verurteilt wurde. Er war dort seit dem Juli 2009 in stationärer Behandlung.

Bereits vor seiner Auswanderung nach Chile 1961 wurden gegen den ehemaligen Nazi-Korporal Vorwürfe des sexuellen Kindesmissbrauchs laut. Schäfers 1961 in Chile gegründete Colonia Dignidad war eine sektenartige Enklave, die der Geheimpolizei DINA des Militärdiktators Augusto Pinochet, der von 1973 bis 1990 in Chile herrschte, als Folter- und Konzentrationslager diente. Seine Einwohner behandelte Schäfer wie Zwangsarbeiter. Schäfer vergewaltigte viele Kinder und misshandelte seine Opfer körperlich und psychisch, unter anderem mit Elektroschocks. Auf dem Gelände der Colonia Dignidad wurden mindestens 120 Oppositionelle Pinochets ermordet. Schäfer tauchte unter, als seine Verbrechen nach dem Ende der Pinochet-Diktatur bekannt wurden, wurde jedoch 2005 festgenommen. Inzwischen wurde die Siedlung in „Villa Baviera“ umbenannt.

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March 4, 2010

NASA: Erdbeben in Chile beschleunigt die Erdumdrehung

NASA: Erdbeben in Chile beschleunigt die Erdumdrehung

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Veröffentlicht: 15:58, 4. Mär. 2010 (CET)
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Veranschaulichung der Erdumdrehung

Washington D.C. (Vereinigte Staaten), 04.03.2010 – Ein NASA-Wissenschaftler sagte, dass das Erdbeben mit einer Magnitude von 8,8 am 27. Februar 2010 in Chile, bei dem mindestens 700 Menschen getötet wurden, die Erdachse bewegt und dadurch die Tagesdauer verkürzt haben könnte.

Richard Gross, ein Wissenschaftler beim Jet Propulsion Laboratory in Pasadena, Kalifornien, berechnete, wie sich die Erdrotation durch das Erdbeben verändert haben könnte; er und seine Wissenschaftskollegen kamen zu dem Schluss, dass der Tag um schätzungweise 1,26 Mikrosekunden verkürzt worden ist. (Eine Mikrosekunde ist eine Millionstel Sekunde.)

Gross kommentierte seine Ergebnisse in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur Bloomberg news agency, in der es heißt: „Die Länge des Tages sollte um 1,26 Mikrosekunden verkürzt worden sein. Die Achse, um die die Erdmasse ausbalanciert ist, sollte sich um 2,7 Bogensekunden bewegt haben (entspricht etwa acht Zentimeter).“

Gross verglich das Erdbeben in Chile mit dem Sumatra-Andamanen-Beben mit einer Magnitude von 9,1, das am 26. Dezember 2004 einen Tsunami ausgelöst hatte. Ihm zufolge verkürzten die dabei ausgelösten Erschütterungen den Erdtag um 6,8 Mikrosekunden und bewegten die Erdachse um etwa 2,3 Bogensekunden.

Der Wissenschaftler hielt fest, dass das Chile-Erdbeben die Erdachse aus zwei Gründen stärker als das Sumatrabeben veränderte, obwohl es nicht so stark wie dieses war. Der erste Grund besteht darin, dass es im Bereich der mittleren Breitengrade des Globus stattfand, wodurch es wirkungsvoller dabei war, die [Lage der] Erdachse zu verändern. Der andere Grund war, dass die chilenische Erdbebenfalte steiler war als jene in Sumatra, woraus eine stärker vertikale Bewegung resultierte und so eine größere Veränderung in der Lage der Achse hervorrief.

In einem Interview mit Bloomberg Radio, beschrieb David Kerridge, der Leiter der Erforschung von Gefährdungen im System Erde am British Geological Survey (BGS) in Edinburgh, Schottland, wie die Erdbeben eine solche Veränderung der Erdachse verursacht haben könnten. „Wir nennen das den Schlittschuheffekt,“ erklärte er. Er beschrieb dann, was geschieht, wenn ein Schlittschuhläufer eine Drehung ausführt. Wenn der Läufer dann seine Arme anlegt, wird sich die Umdrehungsgeschwindigkeit erhöhen. „Es ist die gleiche Idee, die der Erdumdrehung zugrunde liegt. Wenn man die Verteilung der [Erd]Masse verändert, verändert sich die Umdrehungsgeschwindigkeit.“

englischsprachige Quelle Dieser Artikel ist eine Übersetzung eines fremdsprachigen Artikels vom 01.03.2010

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March 2, 2010

Chile: Nach den Erdbeben kommen die Plünderer

Chile: Nach den Erdbeben kommen die Plünderer

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Veröffentlicht: 20:42, 2. Mär. 2010 (CET)
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Santiago de Chile (Chile), 02.03.2010 – Drei Tage nach dem schweren Erdbeben ist die Lage im Erdbebengebiet weiterhin chaotisch. Zunehmende Probleme verursachen Plünderer, die leerstehende Häuser ausrauben. Zwar haben rund 36 Stunden nach dem Erdbeben Einheiten der Armee die Stadt Concepción erreicht, konnten aber Raubzüge nicht verhindern. Ein Kaufhaus – nach anderen Meldungen ein Supermarkt mit Einkaufszentrum – in der mehrere hunderttausend Einwohner zählenden Stadt wurde am Montag, dem 1. März in Brand gesteckt, nachdem die Polizei mit Tränengas Plünderer zurückgedrängt hatte. Diese hatten zuvor mitgenommen, was verwertbar war. Anfänglich hätten nur vereinzelt Menschen genommen, was sie dringend benötigten, aber dann entwickelten sich die Plünderungen zu organisierten Raubzügen, die vor allem Elektrogeräte zum Ziel hatten. Es gibt Berichte, dass bei diesem Brand 20 Personen getötet wurden. Für diese Information gibt es jedoch keine Bestätigung.

Die scheidende Präsidentin Michelle Bachelet entsandte weitere 5000 Soldaten in die Katastrophenregion, um der Lage Herr zu werden. Es wurde eine Ausgangssperre verhängt. Diese gilt außer für Concepción noch für Cauquenes, Constitución und Talca. Vereinzelt sind Plünderer mit Waffengewalt in Wohnhäuser eingedrungen und raubten die Bewohner aus. Mancherorts wurden deswegen Bürgerwehren aufgestellt und Straßensperren errichtet.

In Vororten Concepcións lieferten sich Soldaten und Bürgerwehren mit Plünderern Schießereien, Tote habe es gegeben. Die Deutsche Presseagentur verbreitete einen Lagebericht von Claudia Lagos, einer Lehrerin an der Universität von Chile, nach der in San Pedro de la Paz zwei Personen erschossen wurden. Vize-Innenminister Patricio Rosende sagte der Presse, dass bisher 160 Menschen festgenommen wurden. Viele Menschen sind offenbar gezwungen, sich durch Einbrüche in Lebensmittelgeschäften zu versorgen, da Trinkwasser und Lebensmittel Mangelware sind; auch die Strom- und Gasversorgung funktionieren nicht.

Zerstörungen durch den Tsunami bei San Antonio

Unterdessen ist die Zahl der Erdbeben- und Tsunamiopfer weiter gestiegen. Innenminister Edmundo Pérez Yoma nannte inzwischen die Zahl von 723 registrierten Toten, wies aber daraufhin, dass der Tsunami manche Ortschaften vollständig mitgerissen habe. „Je mehr Zeit vergeht, desto mehr schlechte Nachrichten werden wir bekommen“, stellte er fest. Viele der zwei Millionen betroffenen Bewohner sind obdachlos.

Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva kam als erster ausländischer Politiker nach der Katastrophe nach Chile und bot dem Land die Unterstützung seines Landes an. Chile hat inzwischen bei der Europäischen Union um Unterstützung gebeten. Wie die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton mitteilte, brauche Chile Hilfe bei der Reparatur von Brücken und Telekommunikationsverbindungen. Außerdem würden Wasseraufbereitungsanlagen sowie Hilfe bei der medizinischen Versorgung benötigt. „Die Bundesregierung steht bereit, bei der Bewältigung der Folgen zu helfen“, hieß es in Berlin.

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