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May 12, 2005

Uralte Steinzeit-Hüte aus Süddeutschland

Uralte Steinzeit-Hüte aus Süddeutschland

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Pestenacker / Landsberg am Lech (Deutschland), 12.05.2005 – Der älteste Hut Bayerns kam bei archäologischen Ausgrabungen im Ortsteil Pestenacker von Weil (Kreis Landsberg) in Oberbayern zum Vorschein. Er wird in die Jungsteinzeit um 3500 v. Chr. datiert. Dieser Hut gilt als das älteste Textilstück Bayerns. Das teilte das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege mit. Der rund 5.500 Jahre alte Fund wird jetzt restauriert.

Der Archäologe Dr. Guntram Schönfeld berichtete im Internet, die seltene Kopfbedeckung sei eine runde, zipfelmützenartige, steife Kappe mit Lederfleck als Zipfel. Sie sei “in damals zeitgemäßer Technik” aus Leinen geflochten worden. Besonders apart sähen die langen Baststreifen aus frühlingsfrischem Eichenbast aus. An dem Bast perlten einst Regentropfen gut ab.

Aus der Feuchtbodensiedlung Pestenacker ließ bereits 1992 ein uraltes Kleidungsstück aus der Jungsteinzeit aufhorchen. Damals hatte man einen großen Fetzen eines umhang- oder jackenartigen Kleidungsstückes freigelegt. “Das gemusterte, recht dekorative Fragment lässt Ötzi richtig alt aussehen”, witzelte der Archäologe Dr. Schönfeld.

In Pestenacker hatte man schon 1934 bei Bachkorrekturen eine durch einen Brand zerstörte Siedlung aus der Zeit der Altheimer Kultur (etwa 3900 bis 3500 v. Chr.) entdeckt, die nach dem Fundort Altheim (Kreis Landshut) in Niederbayern bezeichnet ist. An sie erinnerten Reste hölzerner Hüttenböden und beträchtliche Mengen an Hüttenlehm. Das Holz war meistens durch Feuer verkohlt. Vielleicht ist diese Siedlung bei einem Kampf vernichtet worden, schrieb Ernst Probst in seinem Buch “Deutschland in der Steinzeit”.

Die ältesten Hüte der Welt stammen aus der Jungsteinzeit um 4000 v. Chr. Diese etwa 6.000 Jahre alten Kopfbedeckungen wurden in der Seeufersiedlung Hornstaad-Hörnle I bei Gaienhofen-Hemmenhofen (Kreis Konstanz) am Bodensee in Baden-Württemberg entdeckt. Von ihnen blieben an diesem Fundort kegelförmige Vliesgeflechte erhalten, die als spitzhutartige Kopfbedeckungen gedeutet werden. Nachzulesen ist dies in dem Taschenbuch “Rekorde der Urzeit”.

Die älteste Darstellung einer Kopfbedeckung ist aus dem Gravettien, einer Kulturstufe der Altsteinzeit vor mehr als 21.000 Jahren, in Frankreich bekannt. Dabei handelt es sich um ein aus Mammutelfenbein geschnitztes Köpfchen aus der Grotte du Pape von Brassempouy in Frankreich, das eine kapuzenartige Kopfbedeckung trägt.

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December 9, 2004

Jet-Absturz in Bayern

Jet-Absturz in Bayern – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Jet-Absturz in Bayern

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Tornado

Landsberg am Lech (Deutschland), 09.12.2004 – Ein Bundeswehr-Tornado vom Jagdbombergeschwader 32 ist in einen Wald bei Kaufering im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech abgestürzt. Die zweiköpfige Besatzung wurde tot in der Nähe der Unglücksstelle gefunden. Ein Ministeriumssprecher teilte mit, der Kampfjet sei um 14:20 Uhr kurz nach dem Start 3,5 Kilometer südlich des schwäbischen Fliegerhorstes Lagerlechfeld aus noch unbekannten Gründen in den Wald gestürzt. Gefunden wurde die Maschine von der Besatzung eines SAR-Hubschraubers erst Stunden nach dem Absturz. Die einbrechende Dunkelheit und der Nebel erschwerten die Suche nach der Maschine. Ein Polizeihubschrauber musste wegen der schlechten Sichtverhältnisse zuvor die Suche unverrichteter Dinge einstellen.

Die Absturzstelle ist weiträumig abgesperrt worden. Offiziellen Angaben zufolge waren keine Waffen an Bord. Die Absturzstelle liegt im Westerholzwald nahe einer Lech-Staustufe. Dort habe es „eine leichte Brandentwicklung“ gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Bundeswehr sind vor Ort.

Die beiden getöteten Soldaten waren auf dem Weg nach Ramstein in Rheinland-Pfalz. Sie sollten dort eine Ausbildungsübung absolvieren.

Der Tornado ist ein zweisitziges Allwetter-Angriffsflugzeug. Die Bundeswehr hat von 1982 an 324 Einheiten in Dienst gestellt. Der über 17 Meter lange Schwenkflügler wurde als schwerer Jagdbomber und zur Bekämpfung radargeführter Flugabwehr eingesetzt.

Anfang 1998 begann mit den Tornadomaschinen eine Unfallserie, die Diskussionen über den Erhalt des Tornadoprogrammes aufgebracht hat. Zurzeit sind noch rund 300 Maschinen im Einsatz, deren Zahl soll aber laut Angaben des Bundesverteidigungsministeriums drastisch reduziert werden.

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