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July 5, 2010

Fußball-WM: Achtelfinale ohne Frankreich und Südafrika

Fußball-WM: Achtelfinale ohne Frankreich und Südafrika

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Veröffentlicht: 12:16, 5. Jul. 2010 (CEST)
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Rustenburg / Bloemfontein / Polokwane / Durban (Südafrika), 05.07.2010 – Die letzte Runde der Gruppenspiele hat begonnen. In der Gruppe besiegelte das 2:1 des Gastgebers Südafrika gegen Frankreich zwar das Ende der „Bleus“ bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2010, bedeutete allerdings auch das Ausscheiden des Gastgebers aufgrund des gegenüber Mexiko schlechteren Torverhältnisses. Mexiko unterlag im letzten Gruppenspiel Uruguay mit 1:0. In der Gruppe B blieb Argentinien weiterhin ohne Punktverlust und siegte gegen Griechenland mit 2:0. Das Spiel zwischen Südkorea und Nigeria endete unentschieden. Ins Achtelfinale zogen Argentinien und Südkorea ein.

Frankreich – Südafrika
1:2 (0:2)

Die Ausgangslage der Franzosen und der Südafrikaner vor dem letzten Gruppenspiel war praktisch gleich: ein eigener hoher Sieg musste her, und das Spiel Mexiko gegen Uruguay durfte nicht unentschieden enden. Dementsprechend gespannt waren die 39.415 Zuschauer im Free-State-Stadion von Bloemfontein, die das von Schiedsrichter Oscar Julián Ruiz aus Kolumbien geleitete Spiel verfolgten. Der Schiedsrichter vergab eine Gelbe Karte für einen französischen Spieler und stellte in der 26. Minute den Franzosen Yoann Gourcuff nach einer Ellenbogeneinlage wegen wiederholten Foulspiels vom Platz, wobei dieser Platzverweis eine harte Entscheidung war und zum Gesamtbild der Schiedsrichterleistungen bei dieser Weltmeisterschaft passte.

Die Franzosen bestätigten auch auf dem Platz den miserablen Eindruck, den die Truppe bei dieser Weltmeisterschaft hinterlassen hatte. Genauso miserabel war die Torhüterleistung, die zum Führungstor für die Südafrikaner führte. Einen von Mittelfeldspieler Siphiwe Tshabalala ausgeführten Eckball in der 20. Minute schätzte Torhüter Hugo Lloris falsch ein, weshalb er viel zu niedrig war, um den Ball abzuwehren. Der flog direkt auf Abwehrspieler Bongani Khumalo, der den Ball mühelos mit Schulter und Kopf ins Tor schob. Das französische Team war ohne den vom Verband suspendierten Patrice Evra aufgelaufen, doch agierte es desorientiert, sodass das 2:0 in der 37. Minute durch den frei vor dem leeren französischen Tor stehenden Angreifer Katlego Mphela kaum überraschte.

Nach der Halbzeitpause hatte Mhela in der 58. und in der 62. Minute zwei Großchancen auf weitere Tore – hätte er sie beide verwerten können, wäre Südafrika dank der besseren Tordifferenz zu diesem Zeitpunkt weitergekommen. Carlos Alberto Parreira, der das südafrikanische Team trainierte, nahm in der 65. Minute Bernard Parker vom Platz und brachte Siyabonga Nomvethe. Doch in der 70. Minute beendete der von Trainer Raymond Domenech erst zur Pause eingewechselte Florent Malouda die südafrikanischen Hoffnungen, als er bei einem französischen Konter ein Zuspiel von Bayernspieler Franck Ribéry ins Tor lenkte.

Die Südafrikaner benötigten nun drei weitere Tore, glaubten wohl selbst nicht mehr daran, das Ergebnis ausreichend verbessern zu können, zumal im parallel laufenden Spiel Uruguay gegen Mexiko Uruguay sich nicht deutlich gegen die Nordamerikaner durchsetzen konnte. Es blieb beim 2:1 und damit beim Ausscheiden der Gastgeber in der Vorrunde – zum ersten Mal bei einer Fußball-Weltmeisterschaft. Die Franzosen schlossen mit der zweiten Niederlage im dritten Gruppenspiel und einem schmeichelhaften Unentschieden ohne Tore gegen Uruguay eine für die „Équipe Tricolore“ blamable Fußballweltmeisterschaft ab, in der das Team vor allem die Unterstützung durch die Anhänger der Mannschaft verloren hat.

Abschlusstabelle der Gruppe A
Rang Land Tore Punkte
1 Uruguay Uruguay 4:0 7
2 Mexiko Mexiko 3:2 4
3 Südafrika Südafrika 3:5 4
4 Frankreich Frankreich 1:4 1
Mexiko – Uruguay
0:1 (0:1)

Ein Unentschieden hätte für beide Mannschaften gereicht, um das Achtelfinale zu erreichen. Schließlich setzten sich die Südamerikaner knapp gegen Mexiko durch. Mexiko reichte die Niederlage dennoch für ein Weiterkommen, da die Nordamerikaner ein besseres Torverhältnis aufweisen konnten, als die Gastgeber aus Südafrika, die zeitgleich gegen die Franzosen siegten. Die vom ungarischen Schiedsrichter Viktor Kassai geleitete Begegnung, in der es zwei Gelbe Karten für Spieler aus Mexiko und eine für einen Uruguayer gab, verfolgten im Royal-Bafokeng-Stadion in Rustenburg 33.425 Zuschauer.

Auch wenn das Spiel Mexiko – Uruguay mit dem gleichen Ergebnis endete wie bei der Weltmeisterschaft 1982 beim als Nichtangriffspakts von Gijón in die WM-Geschichte eingegangenen Spiel zwischen Österreich und Deutschland, war es kein Hin- und Hergeschiebe des Balles im Mittelfeld. Eigentlich hätte beiden Mannschaften ein Unentschieden gereicht, doch drängten beide Mannschaften auf den Gruppensieg, wollte man doch nicht im Achtelfinale auf Argentinien treffen, dem sicheren Gruppensieger in der Gruppe B – an einen Sieg Griechenlands gegen Argentinien glaubte wohl niemand.

Die erste Tormöglichkeit hatte nur wenige Sekunden nach dem Anpfiff der momentan vereinslose Guillermo Franco, der es mit einem Fernschuss aus 30 Metern versuchte. Ähnlich erfolglos war auf der Gegenseite der bei Benfica Lissabonn spielende Maximiliano Pereira. Nach einem schweren Patzer des mexikanischen Abwehrspielers Héctor Moreno gelangte in der sechsten Minute Luis Suárez an den Ball, schoss halbrechts freistehend jedoch am Tor vorbei. In der 18. Minute ging der Kopfball des in Chile spielenden Mauricio Victorino über das Tor der Mexikaner. Drei Minuten später konnte Mittelfeldspieler Álvaro Pereira eine Chance der Südamerikaner nicht nutzen. Kurz darauf, in der 22. Minute, setzte der in der spanischen Liga spielende Mexikaner Andrés Guardado seinen Schuss aus 25 Metern Torentfernung nur an die Unterlatte.

Nach dem 1:0 durch Südafrika im zeitgleich stattfindenden Spiel gegen Frankreich wählten beide Mannschaften ein vorsichtigeres Vorgehen, das noch vorsichtiger wurde, als der zweite Treffer der Südafrikaner bekannt wurde. Zwei Minuten vor der Pause konnte Suárez eine Hereingabe des bei US Palermo spielenden Edinson Cavani aus sechs Metern mit dem Kopf ins Tor befördern. Es stand 1:0 für Uruguay und anbetracht des Spielstandes im Fernduell mit Südafrika konzentrierten sich die Mexikaner nach dem Seitenwechsel darauf, einen weiteren Torerfolg der Südamerikaner zu vermeiden. Mexikos Trainer Javier Aguirre brachte mit Angreifer Pablo Barrera in der 46. Minute einen weiteren Angreifer. Das 2:0 für Uruguay hatte der bei Fenerbahçe Istanbul unter Vertrag stehende Abwehrspieler und Mannschaftskapitän der Uruguayer Diego Lugano auf dem Kopf, doch Mexikos Schlussmann Óscar Pérez reagierte in der 54. Minute hervorragend. Barrera wechselte in der 57. Minute Mittelfeldspieler Israel Castro für Abwehrspieler Héctor Moreno ein und ersetzte in der 63. Minute Angreifer Cuauhtémoc Blanco durch den bei Manchester United unter Vertrag stehenden Javier Hernández Balcazar und verstärkte so die Offensive der Mexikaner, die nun einen Ausgleich wollten. Abwehrspieler Francisco Rodríguez hatte in der 64. Minute die Möglichkeit, zum Ausgleich einzuköpfen, doch der Ball flog am Tor vorbei. Die weiteren Bemühungen der Nordamerikaner scheiterten am uruguayischen Torwart Fernando Muslera, dessen Bilanz bei der Weltmeisterschaft in Südafrika weiterhin kein Gegentor aufzuweisen hat.

Erst der Ehrentreffer Frankreichs beim Spiel gegen Südafrika in der 70. Minute beruhigte beide Mannschaften, sodass es kaum noch zu ernsthaften Aktionen kam. Mexiko zog dank der besseren Tordifferenz gegenüber Südafrika als Gruppenzweiter ins Achtelfinale gegen Argentinien ein und Uruguay erreichte das Achtelfinale als Gruppenerster und damit das Spiel gegen den Gruppenzweiten der Gruppe B, Südkorea. Die Südamerikaner hatten zuletzt 1990 die Gruppenphase überstanden, den Mexikanern war dies zum fünften Mal hintereinander gelungen.

Griechenland – Argentinien
0:2 (0:0)

Im Peter-Mokaba-Stadion in Polokwane sahen 38.891 Zuschauer die vom usbekischen Schiedsrichter Ravshan Ermatov geleitete Partie. Dieser zeigte jeweils einem Spieler beider Mannschaften die Gelbe Karte. Argentinien stand bereits vor der Begegnung als Achtelfinalteilnehmer fest. Griechenland hätte für ein Weiterkommen gewinnen müssen und wäre darauf angewiesen gewesen, dass Nigeria im zeitgleich stattfindenden Spiel gegen Südkorea nicht verloren hätte. „Ich hatte mir erhofft, dass meine Spieler mehr in die Offensive gehen, den Auftrag dazu hatten sie“, sagte Griechenlands Trainer Otto Rehhagel nach dem Spiel. Rehhagel wies Spekulationen über seine sportliche Zukunft zurück. Co-Trainer Giannis Topalidis resignierte von seinem Posten.

Argentiniens Nationaltrainer Diego Maradona hatte gegenüber dem zweiten Gruppenspiel gegen Südkorea auf sieben Positionen verändert. Gonzalo Higuaín saß zunächst auf der Ersatzbank, auf seiner Position spielte Diego Milito, der doppelte Torschütze im Finalspiel der Champions League, bei dem Inter Mailand den deutschen Rekordmeister Bayern München besiegt hatte. Als Kapitän lief Lionel Messi auf. Gegen die defensiv gestaffelte griechische Abwehr tat sich Argentinien zunächst schwer. Das erste ernsthafte Vordringen Messis in Richtung griechisches Tor wurde in der zehnten Minute an der Strafraumgrenze beendet. Die erste argentinische Torchance hatte Sergio Agüero in der 18. Minute, doch sein Schuss wurde von Schlussmann Alexandros Tzorvas pariert. Ein Distanzschuss aus 30 Metern von Juan Sebastián Verón in der folgenden Spielminute konnte der griechische Torhüter noch über die Latte hinwegfausten. Die erste Torchance hatte Griechenland nach rund einer halben Stunde Spielzeit, doch Georgios Samaras erreichte das Zuspiel nicht mehr. Kurz darauf blockte Loukas Vyntra einen Schussversuch von Agüero. In der Nachspielzeit vor der Pause war Torhüter Tzorvas zweimal gefragt, als er Chancen des bei Liverpool spielenden Maxi Rodríguez und Messis zunichte machte.

In der zweiten Halbzeit änderte sich der Spielverlauf wenig. Messi wurde stets von mehreren griechischen Spielern angegriffen, sobald er in Ballbesitz war. Als ihm kurz nach Beginn der Halbzeit der Ball abgeluchst wurde, folgte ein weiter Pass auf Samaras, der auf das argentinische Tor zu lief, wobei Martin Demichelis nicht gut aussah. Samaras sah sich nur noch Nicolás Burdisso und Schlussmann Sergio Romero gegenüber. Sein erster Schussversuch wurde von Burdisso abgewehrt, den Nachschuss aus zehn Metern setzte Samaras knapp am Tor vorbei. Nach dem 2:1-Führungstreffer für Südkorea im zeitgleich stattfindenden Spiel gegen Nigeria musste Rehhagel seine Taktik ändern. Er wechselte Christos Patsatzoglu und Sotirios Ninis ein, Vassilis Torosidis und Konstantinos Katsouranis verließen das Spielfeld. Doch die Argentinier spielten spielbestimmend. Tzorvas parierte einen Schuss von Messi und blieb zunächst liegen, als er sich in einen hart geschossenen Ball von Bolatti geworfen hatte. Beinahe zu einem Eigentor kam es kurz darauf, als Tzorvas den Ball vom Tor wegbefördern wollte, dieser jedoch das Bein von Evangelos Moras traf und von da nur knapp am Pfosten vorbei ins Toraus trudelte.

Schließlich kam es doch zum 1:0 durch die Argentinier, als Demichelis nach einer Ecke mit seinem Kopfball Mitspieler Diego Milito traf und dann im Nachschuss aus vier Metern zum Führungstreffer unter das Gebälk einschoss. Die Argentinier spielten weiter offensiv, besonders Messi bemühte sich um sein erstes Tor im Turnier. Sein Linksschuss in den 87. Minute ging an den Pfosten, zwei Minuten später wehrte Tzorvas seinen Versuch von der Strafraumgrenze ab, doch Stürmer Martin Palermo schob den Abpraller dann ins Tor zum Endstand von 2:0. Die griechischen Bemühungen blieben trotz vieler Schüsse auf das Tor der Südamerikaner in den letzten Spielsekunden erfolglos. Griechenland musste sich mit dem dritten Tabellenplatz zufriedengeben und schied aus.

Abschlusstabelle der Gruppe B
Rang Land Tore Punkte
1 Argentinien Argentinien 7:1 9
2 Südkorea Südkorea 5:6 4
3 Griechenland Griechenland 2:5 3
4 Nigeria Nigeria 3:5 1
Nigeria – Südkorea
2:2 (1:1)

61.874 Zuschauer im Moses-Mabhida-Stadion in Durban verfolgten die vom portugiesischen Schiedsrichter Olegário Benquerença gepfiffene Partie. Diese verteilte vier Gelbe Karten, drei für das Team aus Westafrika und eine für einen südkoreanischen Spieler. Südkorea konnte sein Weiterkommen aus eigener Kraft sicherstellen, indem man die Partie gewonnen hätte, doch auch ein Unentschieden oder eine niedrige Niederlage hätte den Ostasiaten den zweiten Tabellenplatz erhalten. Nigeria hingegen musste unbedingt gewinnen, um ein Ausscheiden abzuwenden, ein Unentschieden hätten Griechenlands Team den zweiten Tabellenplatz überlassen.

Lars Lagerbäck, der schwedische Trainer der „Super Eagles“ ließ sein Team auf vier Positionen verändert auflaufen. Statt des gesperrten Sani Kaita spielte im Mittelfeld der bei Dynamo Kiew unter Vertrag stehende Ayila Yussuf. Die Nigerianer starteten doch mit vielen Fehlern in das Spiel, die Südkoreaner dominierten in der Anfangsphase und das Führungstor durch Kalu Uche in der zwölften Minute nach einem Hereinspiel von Chidi Odiah viel eher überraschend. Die Chance auf eine Erhöhung des Spielstandes auf 2:0 vergab Uche in der 36. Minute bei seinem Pfostenschuss aus 22 Metern Torentfernung. Zwei Minuten später brachte eine Standardsituation nach einem Foul des Hoffenheimers Chinedu Obasi den Ausgleich für Südkorea. Nach dem Freistoß von Ki Sung-yong konnte Lee Jung-soo den Ball ins Tor befördern.

Nach der Pause blieben die Südkoreaner offensiv und machten das Spiel. In der 49. Minute erzielte Park Chu-young das Führungstor mit einem direkten Freistoß, der unten rechts ins Tor flog. Geschlagen gaben sich die Nigerianer allerdings nicht. Trainer Lagerbäck brachte in der 59. Minute den bei Wolfsburg spielenden Stürmer Obafemi Martins statt des Mittelfeldspielers Nwankwo Kanu und in der 60. und 65. Minute vergab der in der englischen Liga beim FC Everton unter Vertrag stehende Yakubu Aiyegbeni zwei Großchancen, wobei ihm vor allem das Verfehlen des leeren Tores aus drei Metern Entfernung bitter in Erinnerung bleiben dürfte. In der 68. Minute erzielte er den Ausgleichstreffer durch einen Elfmeter, nachdem Obasi im Strafraum gefoult wurde. Die Schlussphase entwickelte sich für Südkorea nochmals zu einer Zitterpartie mit mehreren guten Möglichkeiten für Nigeria, das Spiel für sich entscheiden und damit ins Achtelfinale einziehen zu können. Herauszuheben wäre hier vor allem das Scheitern von Martins in der 80. Minute, als dieser allein vor dem südkoreanischen Schlussmann Jung Sung-ryong stehend eine sichere Torchance nicht verwandeln konnte.

Südkorea erreichte nach der 2002 gemeinsam mit Japan ausgetragenen Weltmeisterschaft zum zweiten Mal das Achtelfinale einer Weltmeisterschaftsendrunde und hatte sich damit auf die Begegnung mit dem zweimaligen Weltmeister Uruguay vorzubereiten.

Und Frankreichs Fußballzukunft?

Ihm dürfte das Lachen vergangen sein: der scheidende Trainer Raymond Domenech

Archivbild: Safia Otokoré

Das Niederlage der französischen Nationalmannschaft gegen die Underdogs aus Südafrika hat in Frankreich Entsetzen und Verärgerung ausgelöst. Der Präsident des französischen Fußballverbandes FFF Jean-Pierre Escalettes beurteilte das Abschneiden der „Équipe Tricolore“ als „bitter“, da die Mannschaft nur einen von neun möglichen Punkten geholt habe, aber vor allem „[d]er Trainingsstreik war eine Schande, die mir noch mehr wehgetan hat als die heutige Niederlage“, sagte Escalettes. Der ehemalige langjährige Nationaltorhüter Fabien Barthez machte direkt die Vorfälle während der Weltmeisterschaft für das schlechte Abschneiden der Franzosen verantwortlich, das Ergebnis sei dementsprechend „normal“. „Diese Leute haben unser Trikot besudelt“ schimpfte der frühere Abwehrspieler Bixente Lizarazu und verlangte, dass sich die „vernünftigen Spieler“ des Teams von den fünf oder sechs Quertreibern distanzieren.

Der Nachfolger: Laurent Blanc, „le Président“, hat keine leichte Aufgabe vor sich.

Archivbild: Valentin Trijoulet

Dass Trainer Raymond Domenech nach der Weltmeisterschaft aus dem Amt scheiden würde, war bereits vor dem Turnier klar. Den Scherbenhaufen kitten muss nun der Nachfolger Domenechs. Und das fängt mit Bayern-Stürmer Franck Ribéry an, der Presseberichten zufolge immer wieder gegen den Yoann Gourcuff gestichelt haben soll, der bei Girondins Bordeaux spielt und den er diesen Berichten zufolge beneiden soll. Dass Ribéry französischen Journalisten den Stinkefinger zeigte und im April 2010 dessen Treffen mit der im Frühjahr 2009 siebzehnjährigen Prostituierten Zahia D. aufflogen, trägt nicht zur Besänftigung der Öffentlichkeit bei. Überhaupt stand der Start der Franzosen infolge der verkorksten Qualifikation, die man nur aufgrund des Handspieltores von Henri überhaupt schaffte, unter einem schlechten Stern. Selbst die meisten Franzosen hielten in einer Umfrage einen Verzicht der „Bleus“ auf die Teilnahme an der Weltmeisterschaft für sinnvoll.

Und die Verantwortung fällt auch dem scheidenden Trainer Domenech zu, der auch Mannschaftskapitän Patrice Evra auf der Bank sitzen ließ. „Es wird in dieser Woche eine Pressekonferenz geben, so schnell wie möglich, weil die Franzosen die Wahrheit wissen sollen. Wir wollten keine Rechnungen begleichen, sondern uns beim französischen Volk entschuldigen. Aber diese Entschuldigung hat mir unser Trainer verboten“, erklärte Evra inzwischen. Domenech, der von Presse und Anhängern als arrogant bezeichnet wurde, hat sich mit der schlechtmöglichsten Leistung aus dem französischen Nationalteam verabschiedet. Bezeichnend auch sein Verhalten nach dem Spiel: er gab seinem Counterpart Carlos Alberto Parreira, dem brasilianischen Trainer der Südafrikaner, nicht die Hand. Amtsnachfolger Laurent Blanc wird viel zu tun haben.

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June 19, 2010

Fußball-WM: Schweiz schlägt Spanien, Südafrika vor dem Aus

Fußball-WM: Schweiz schlägt Spanien, Südafrika vor dem Aus

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Veröffentlicht: 13:44, 19. Jun. 2010 (CEST)
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Nelspruit / Durban / Pretoria (Südafrika), 19.06.2010 – Chile schlug am 5. Tag der Fußball-Weltmeisterschaft Honduras. Für die Chilenen war der Sieg historisch: es war der erste Sieg bei einer Weltmeisterschaftsendrunde seit 1962. Für die Mitfavoriten Spanien und Gastgeber Südafrika war der 16. Juni nicht sehr erfreulich: Spanien unterlag überraschend der Schweiz, die Südafrikaner verloren deutlich gegen Uruguay.

Honduras – Chile
0:1 (0:1)

Die schwächste Leistung auf dem Spielfeld zeigte Schiedsrichter Eddy Maillet von den Seychellen. Er pfiff mehrere Fouls nicht. Dennoch verteilte er drei Gelbe Karten aus, eine für Honduras und zwei für chilenische Spieler. Das Spiel im Mbombela-Stadion von Nelspruit sahen 32.664 Zuschauer, unter ihnen der Staatspräsident von Honduras, Porfirio Lobo Sosa. Honduras war insgesamt zuwenig angriffslustig und gelangte kaum aus der eigenen Spielhälfte hinaus. Für „La Roja“ war es auf den Tag genau nach 48 Jahren der erste Sieg bei einer WM-Endrunde.

Die erste Chance hatten die Chilenen bereits nach zwei Minuten durch einen von Matías Fernández getretenen Freistoß. Der Schuss war jedoch zu hoch angesetzt. In der neunten Minute prüfte der bei Bayer Leverkusen spielende Arturo Vidal den honduranischen Torwart Noel Valladares. Dieser konnte seinen Schuss nur mit Mühe unter Kontrolle bringen. Vidal hatte auch in der 25. Minute eine große Chance, per Kopfball erfolgreich zu werden. In derselben Minute gelangte der Ball vom bei Udinese spielenden Alexis Sánchez nur auf das Tornetz.

In der 34. Minute schließlich spielte Mauricio Isla einen Querpass nach Innen. Der Abwehrversuch des Honduraners Sergio Mendoza blieb an Jean Beausejour hängen, von dessen Oberschenkel der Ball ins Tor der Honduraner trudelte.

In der zweiten Halbzeit hatten die Chilenen zahlreiche Chancen, eine Entscheidung herbeizuführen. Die gefährlichsten davon stammten in der 62. Minute von Sanchez, der knapp am Tor vorbei schoss und zwei Minuten später ein Kopfball von Abwehrspieler Waldo Ponce, den Valladares parieren konnte. Doch bis zum Ende des Spieles fielen keine Tore mehr.

Vorläufige Tabelle der Gruppe H
Rang Land Tore Punkte
1 Chile Chile 1:0 3
1 Schweiz Schweiz 1:0 3
3 Honduras Honduras 0:1 0
3 Spanien Spanien 0:1 0
Spanien – Schweiz
0:1 (0:0)

62.452 Zuschauer verfolgten in Durban den Fehlstart der Spanier, die als Geheimfavoriten gelten. Schiedsrichter Webb aus England verteilte vier Gelbe Karten, ausnahmslos für Fußballer der von Ottmar Hitzfeld trainierten Schweizer. Den trotz der Niederlage im Spielverlauf deutlich überlegenen Spaniern könnte das Ergebnis im Achtelfinale Brasilien bescheren, keine verlockende Aussicht für das Team von der Iberischen Halbinsel. Die Schweiz verdankt den Sieg einem Konter durch Gelson Fernandes in der 53. Minute und der Leistung ihres Torwartes Diego Benaglio. Trainer Hitzfeld strich heraus, dass das Spielergebnis für die Schweizer „ein historischer Sieg“ sei, da diese zuvor noch nie gegen Spanier gewinnen konnten.

Die Spanier gingen mit acht Spielern an den Start, die während der Saison 2009/2010 mit ihren Vereinsmannschaften in der Champions League gespielt hatten, waren also klar favorisiert. Allerdings hatten die Spanier mit David Villa nur einen Stürmer aufgeboten. In der ersten Halbzeit dominierten die Spanier deutlich und setzten sich in der Schweizer Spielfeldhälfte fest. Torhüter Benaglio machte zwei Torchancen von Silva in der 17. und von Gerard Piqué in der 24. Minute zunichte. Zwei Minuten später hatten die Schweizer ihre einzige Gelegenheit in der ersten Halbzeit, als Reto Ziegler einen Freistoß trat. Dieser brachte jedoch nichts ein. In der 35. Minute verletzte sich Philippe Senderos bei einem Zusammentreffen mit Mannschaftskamerad Stephan Lichtsteiner und musste ausgewechselt werden.

Auch zu Beginn der zweiten Hälfte drängten die Spanier auf das Schweizer Tor und die Schweizer hielten nur dagegen. Doch in der 53. Minute gelangt ein langer Abschlag des Schweizer Torhüters bei Eren Derdiyok an der spanischen Strafraumgrenze. Der wird von Piqué angerempelt, überschlägt sich und verletzt seinen Gegenspieler mit seinen Stollen. Im selben Moment hatte jedoch Fernandes den Ball vor die Füße bekommen und schob zum einzigen Tor des Spieles ein. Die Spanier stürmten nach vorne, aber Villas Schüsse auf das Tor in der 58. Minute und zwei Minuten später konnte Benaglio abwehren. In der 64. Minuten schoss Andrés Iniesta knapp neben das Gehäuse. vorbei. Nach einem Eckstoß traf Xabi Alonso in der 69. Minute die Unterlatte.

Derdiyok hatte in der 75. Minute noch die Möglichkeit, zu erhöhen. Relativ ungehindert war er in den spanischen Strafraum gelangt, traf mit seinem Ball gegen die Laufrichtung von Torhüter Iker Casillas nur den Pfosten.

Südafrika – Uruguay
0:3 (0:1)

Die 42.658 Zuschauer im Loftus-Versfeld-Stadion von Pretoria hatten wenig Grund zum Jubeln, droht mit der 3:0-Niederlage doch das erste Aus der Ausrichtermannschaft in der Gruppenphase bei einer Weltmeisterschaft. Schiedsrichter Massimo Busacca gab zwei Gelbe und eine Rote Karte, alle für das Team Südafrikas.

Mit Diego Forlán, Luis Alberto Suárez Díaz und zusätzlich Edison Cavani in der Startaufstellung gingen die Uruguayer offensiv in das Spiel. Zwar ließen sich die Südamerikaner vom Vuvuzelalärm nicht beeindrucken, doch Torchancen erarbeiteten sie sich zunächst auch nicht. Doch in der 24. Minute wurde es still im Stadion. Forláns Schuss aus etwa 25 Metern wurde abgefälscht und Torhüter Itumeleng Khune musste hinter sich greifen. Die Südamerikaner führten 1:0. Die Südafrikaner kamen dadurch vollkommen aus dem Trott, konnten eine Chance fünf Minuten vor dem Seitenwechsel nicht nutzen.

In der 48. Minute machte Tsepo Masilela eine Chance von Cavani zunichte. Südafrika kam in der letzten halben Stunden phasenweise besser ins Spiel. In der 65. Minute ging Mphelas Kopfball aus kurzer Entfernung am Tor vorbei. Dann die 76. Minute: Südafrikas Torhüter Khune zog die Notbremse, sah rot. Der anschließende Elfmeter wurde vom Torschützen zum 2:0 verwandelt. Von da an hatte Südafrika den Südamerikanern nichts mehr entgegen zu setzen. In der 95. Minute schließlich gelang Álvaro Pereira noch das 3:0.

Südafrikas Trainer Carlos Alberto Parreira war nach dem Spiel schnell mit Schuldzuweisungen. Für ihn war Schiedsrichter Busacca „bislang der schlechteste Schiedsrichter in diesem Turnier, er hat von Anfang an gegen uns gepfiffen. Ich hoffe, ich sehe sein Gesicht nie mehr. Er hat es nicht verdient, hier zu sein.“

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June 12, 2010

Südafrika: Fußball-Weltmeisterschaft hat begonnen

Südafrika: Fußball-Weltmeisterschaft hat begonnen

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Veröffentlicht: 22:21, 12. Jun. 2010 (CEST)
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Johannesburg (Südafrika), 12.06.2010 – Die Fußballweltmeisterschaft 2010 hat am 11. Juni im Soccer-City-Stadion mit dem Eröffnungsspiel Südafrika gegen Mexiko begonnen. Mit 83.548 Zuschauern war das Stadion ausverkauft. Südafrika führte gegen den Favoriten Mexiko ab der 55. Minute durch ein Tor von Siphiwe Tshabalala mit 1:0 – und die Überraschung lag in der Luft –, musste aber schließlich in der 79. Minute den Ausgleich durch Mexikos Kapitän Rafael Márquez hinnehmen. Die südafrikanischen Spieler waren nach dem Abpfiff enttäuscht, doch „wir können über das Unentschieden auch froh sein. Es ist ein guter Punkt für uns“, stellte der für Borussia Dortmund spielende Steven Pienaar fest.

Das südafrikanische Team war nervös in das Spiel gegangen und stand in der ersten Halbzeit unter starkem Druck der Mexikaner, die bereits in der fünften Minute eine riesige Torchance vergaben. Als der südafrikanische Torhüter Itumeleng Khune eine Flanke von Paul Aguilar nicht halten konnte, lenkte die Abwehr Südafrikas den Nachschuss von Giovani dos Santos, der für Galatasaray Istanbul spielt, nur knapp zu einem Eckball ab. Doch die Mexikaner hatten in der ersten Halbzeit einige weitere Torchancen, so in der 19. und 37. Minute, beide Male durch dos Santos. In der 32. Minute war Guillermo Franco am südafrikanischen Schlussmann gescheitert. Die südafrikanischen Torchancen in der ersten Halbzeit waren dürftig. Ein direkter Freistoß in der 17. Minute durch Pienaar ging weit über die Torlatte. Der usbekische Schiedsrichter Rawschan Irmatow erkannte ein Tor des Mexikaners Carlos Vela nach einem Eckball nicht an und entschied auf Abseits.

In der zweiten Halbzeit kamen die Gastgeber besser ins Spiel, der Spielverlauf kehrte sich um. Nach zehn Minuten Ansturm auf das mexikanische Tor landete der Ball im Netz. Tshabalala stürmte alleine auf Mexikos Torhüter Oscar Perez zu. Der hatte bei dem Schuss in den rechten Torwinkel keine Abwehrmöglichkeit. Die Chance auf einen Vorentscheid vergab Theko Modise, der zwei Chancen in den Minuten 66 und 70 nicht verwandeln konnte. Schließlich konnte der ungedeckte Márquez nach einer Flanke von Guardado den Ausgleich erzielen. Die Chance, doch noch alles klar zu machen, vergaben die Gastgeber nur Sekunden vor dem Abpfiff, als Katlego Mphela den mexikanischen Verteidiger Francisco Rodriguez bereits ausgespielt hatte. Auch Perez hatte keine Chance mehr, sich den Ball zu greifen, doch Mphelas Schuss prallte vom linken Torpfosten ins Toraus. Der usbekische Schiedsrichter verteilte insgesamt vier gelbe Karten, zwei auf jeder Seite.

Dem ersten Spiel der Fußball-WM 2010 war eine farbenprächtige Eröffnungsfeier vorausgegangen. Die Weltmeisterschaft wurde von Südafrikas Staatspräsident Zuma eröffnet. Nelson Mandela, die Symbolfigur des Kampfes der schwarzen Südafrikaner gegen die Apartheid, sagte seine Teilnahme an der Eröffnungszeremonie ab. Eine seiner Urenkelinnen, die 13-jährige Zenani Mandela, wurde beim Heimweg von einem WM-Eröffnungskonzert bei einem Verkehrsunfall getötet.

Vorläufige Tabelle der Gruppe A
Rang Land Tore Punkte
1 Südafrika Südafrika 1:1 1
1 Mexiko Mexiko 1:1 1
3 Uruguay Uruguay 0:0 1
3 Frankreich Frankeich 0:0 1

Die andere Partie des ersten Tages, „Frankreich gegen Urugay“, endete torlos 0:0. Das zweite Spiel der Gruppe A fand vor 64.100 Zuschauern im Greenpoint-Stadion von Kapstadt statt. Die „Équipe Tricolore“ startete so mit demselben Ergebnis in das Turnier wie vor zwei Jahren bei der Fußball-Europameisterschaft. Damals schieden die Franzosen in der Vorrunde aus. Die „Bleus“ haben durch das torlose Unentschieden eine schlechte Ausgangsposition im Spiel gegen Mexiko.

Aus der ersten Halbzeit der Partei wären nur eine Flanke von Frank Ribéry in der 7. Minute zu vermelden, die jedoch Sidney Govou am Tor vorbeischoss, sowie einige Konter der destruktiv spielenden Urugayer, von denen eine Aktion in der 16. Minute durch Diego Forlán noch am ehesten den Anschein eines Erfolges erscheinen ließ, doch Frankreichs Schlussmann Hugo Lloris nicht wirklich in Bedrängnis brachte.

Die zweite Halbzeit war an Chancen noch ärmer. Forlan verzog in der 74. Minute freistehend. Die Einwechslung von Thierry Henry in der 78. Minute brachte ebenso wenig eine Entscheidung, wie die Gelb-rote Karte für Nicolás Lodeiro drei Minuten später – trotz der in der Schlussphase vorwärts drängenden Franzosen.

Einen Rekord stellte mit seiner Teilnahme am Turnier der Trainer Südafrikas auf: Carlos Alberto Parreira ist zum sechsten Mal Nationaltrainer eines Teilnehmerverbandes. Bereits 1982 trainierte er Kuwait, 1990 die Vereinigten Arabischen Emirate und 1998 Saudi-Arabien. 1994 wurde er mit seinem Heimatland Brasilien Weltmeister, auch 2006 trainierte er Brasilien.

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December 9, 2004

Südamerikanische Staaten gründen eine Gemeinschaft nach dem Vorbild der EU

Südamerikanische Staaten gründen eine Gemeinschaft nach dem Vorbild der EU

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Artikelstatus: Fertig 9. Dez. 2004 (CET)
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Südamerika

Cuzco (Peru), 09.12.2004 – Zwölf Länder haben nach dem Vorbild der Europäischen Union (EU) eine wirtschaftliche und politische Vereinigung Lateinamerikas gegründet. Die Vereinigung bezeichnet sich als „Südamerikanische Nationengemeinschaft“ (CSN). Staatschefs und Diplomaten dieser Länder unterschrieben dazu in der peruanischen Stadt Cuzco die so genannte „Deklaration von Cozco“, in der sie ihren Willen zur „Integration, Einheit und zum Aufbau einer gemeinsamen Zukunft“ besiegelt haben.

Anwesend bei der Zeremonie waren die Präsidenten von Brasilien, Kolumbien, Bolivien, Chile, Venezuela, Peru, Suriname und Guyana. Die Staatschefs von Argentinien, Uruguay, Paraguay und Ecuador entsandten Diplomaten als Vertreter.

Ziel dieser Nationengemeinschaft ist die wirtschaftliche Stärkung der südamerikanischen Region. Die Regierungen der teilnehmenden Länder verpflichteten sich dazu, ihre Politik untereinander abzustimmen und den Handel zu liberalisieren.

In der Gemeinschaft, zu der die oben genannten zwölf Länder zählen, leben insgesamt 360 Millionen Menschen. Basis für die Gemeinschaft waren die bereits bestehenden Gemeinschaften: die Andengemeinschaft CAN, sowie Mercosur.

Als erste Maßnahme hat die neu gegründete „Südamerikanischen Nationengemeinschaft“ ein Abkommen zum Bau der 1.200 Kilometer langen Straßenverbindung „Transoceánica“ vom Atlantik bis zum Pazifik unterzeichnet.

Das Gründungsdatum der „Comunidad Sudamericana de Naciones“ am 09.12.2004 wurde bewusst gewählt, um an eine entscheidende Schlacht gegen das spanischen Kolonialheer vor 180 Jahren zu erinnern.

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Quellen

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