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April 23, 2006

Agrarminister von Guyana wurde in seinem Haus erschossen

Agrarminister von Guyana wurde in seinem Haus erschossen

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Artikelstatus: Fertig 18:07, 23. Apr. 2006 (CEST)
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Die Lage von Guyana

Georgetown (Guyana), 23.04.2006 – Am Samstag töteten mit Sturmgewehren bewaffnete Menschen Satyadeow Sawh, den Agrarminister des südamerikanischen Staates Guyana in dessen Haus. Auch der Bruder und die Schwester des Ministers sowie eine Sicherheitskraft wurden bei dem Vorfall getötet. Ein weiterer Bruder wurde mit Schussverletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Es gab bisher aber noch keine Festnahmen.

Der Vorfall ereignete sich, kurz nachdem der Minister mit kanadischer Staatsangehörigkeit zusammen mit seiner Familie zu Hause angekommen war. Satyadeow Sawhs Ehefrau konnte sich während des Überfalls in einem Teil des Hauses verstecken, wo sie unbemerkt blieb. Das Haus des Agrarministers befindet sich in einem Wohnviertel etwa zehn Kilometer östlich der guyanischen Hauptstadt Georgetown. Über die Motive der Täter herrscht noch Unklarheit. Die Regierungspartei People’s Progressive Party (PPP) geht von einem politischen Motiv aus. Nach Meinung der Partei steht die Tat in einem Zusammenhang mit den Parlamentswahlen, die in diesem Jahr stattfinden werden. Mit der Erschießung des Ministers sollten Hass und Gewalt geschürt werden, so die PPP. Die Regierung spricht von einem gut geplanten Angriff, der von einer großen, schwer bewaffneten Bande durchgeführt wurde. Nach dem Vorfall traf sich das Sicherheitskabinett unter dem Vorsitz des Präsidenten Bharrat Jagdeo. Die größte Oppositionspartei nannte den Überfall einen „heimtückischen Akt“. Der Polizeikommissar Winston Felix geht von einem Raubüberfall aus, weil die bewaffneten Männer etwas mehr als 100 US-Dollar gestohlen hätten. Winston Felix will andere Motive – auch ein politisches Motiv – aber nicht ausschließen. In der ehemaligen britischen Kolonie gibt es schwer bewaffnete Banden, deren Aktivitäten von der Polizei nicht eingedämmt werden konnten. Winston Felix kündigte nach der Erschießung des Agrarministers an, dass die Polizei die Sicherheit der Politiker im Vorfeld der Wahlen erhöhen werde. „Nach diesem Vorfall müssen wir uns nun verstärkt auf die Sicherheit von Personen wie Ministern konzentrieren und das Bestmögliche zur Erhöhung ihrerer Sicherheit unternehmen“, sagte der Polizeikommissar. Die Regierung zieht bei den Ermittlungen auch ausländische Hilfe in Erwägung. Nach dem Überfall durchsuchten Spürhunde der Polizei Zuckerrohrplantagen.

Vor drei Monaten wurde in Guyana Ronald Waddell, ein Talkshowmoderator und Aktivist für die Rechte der schwarzen Bevölkerung, der zu den schärfsten Kritikern der Regierung zählte, erschossen. Auch ein bekannter Bauunternehmer gehört zu den Todesopfern bewaffneter Überfälle in Guyana. Satyadeow Sawh ist der erste getötete Minister nach dem Tod von Vincent Teekah im Jahr 1978. Am 4. Mai löst sich das guyanische Parlament auf. Zuvor will die Regierung mit der Opposition über mögliche Verfassungsänderungen verhandeln. Die nächsten Wahlen werden voraussichtlich am 4. August dieses Jahres stattfinden.

Quellen

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December 9, 2004

Südamerikanische Staaten gründen eine Gemeinschaft nach dem Vorbild der EU

Südamerikanische Staaten gründen eine Gemeinschaft nach dem Vorbild der EU

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Artikelstatus: Fertig 9. Dez. 2004 (CET)
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Südamerika

Cuzco (Peru), 09.12.2004 – Zwölf Länder haben nach dem Vorbild der Europäischen Union (EU) eine wirtschaftliche und politische Vereinigung Lateinamerikas gegründet. Die Vereinigung bezeichnet sich als „Südamerikanische Nationengemeinschaft“ (CSN). Staatschefs und Diplomaten dieser Länder unterschrieben dazu in der peruanischen Stadt Cuzco die so genannte „Deklaration von Cozco“, in der sie ihren Willen zur „Integration, Einheit und zum Aufbau einer gemeinsamen Zukunft“ besiegelt haben.

Anwesend bei der Zeremonie waren die Präsidenten von Brasilien, Kolumbien, Bolivien, Chile, Venezuela, Peru, Suriname und Guyana. Die Staatschefs von Argentinien, Uruguay, Paraguay und Ecuador entsandten Diplomaten als Vertreter.

Ziel dieser Nationengemeinschaft ist die wirtschaftliche Stärkung der südamerikanischen Region. Die Regierungen der teilnehmenden Länder verpflichteten sich dazu, ihre Politik untereinander abzustimmen und den Handel zu liberalisieren.

In der Gemeinschaft, zu der die oben genannten zwölf Länder zählen, leben insgesamt 360 Millionen Menschen. Basis für die Gemeinschaft waren die bereits bestehenden Gemeinschaften: die Andengemeinschaft CAN, sowie Mercosur.

Als erste Maßnahme hat die neu gegründete „Südamerikanischen Nationengemeinschaft“ ein Abkommen zum Bau der 1.200 Kilometer langen Straßenverbindung „Transoceánica“ vom Atlantik bis zum Pazifik unterzeichnet.

Das Gründungsdatum der „Comunidad Sudamericana de Naciones“ am 09.12.2004 wurde bewusst gewählt, um an eine entscheidende Schlacht gegen das spanischen Kolonialheer vor 180 Jahren zu erinnern.

Themenverwandte Artikel

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Quellen

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