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May 9, 2016

Das Ende einer Geschichte: Margot Honecker ist tot

Das Ende einer Geschichte: Margot Honecker ist tot

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Veröffentlicht: 11:09, 10. Mai 2016 (CEST)
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Margot Honecker 1988 in Potsdam

Santiago de Chile (Chile), 09.05.2016 – Am 6. Mai starb Margot Honecker, Ehefrau des ehemaligen Staatsratsvorsitzenden der DDR Erich Honecker, in ihrem Asyl in Chile. Nachdem ihr Mann im Juli 1992 nach Deutschland ausgeliefert worden war, bekam sie von der chilenischen Regierung politisches Asyl.

Bereits die Wohnung ihrer Eltern war bis 1938 eine wichtige Kontaktstelle der KPD. 1963 wurde sie Ministerin für Volksbildung der DDR und wirkte maßgeblich am „Gesetz über das einheitliche sozialistische Bildungssystem“ mit. Sie war unter anderem hauptverantwortlich dafür, dass Kinder, deren Eltern wegen „Republikflucht“ oder Spionage inhaftet wurden, oft ohne die Einwilligung der Eltern, zur Zwangsadoption freigegeben wurden. Oft leitete sie Beschwerden an ihr Ministerium direkt an die Stasi weiter. 1978 führte sie gegen den Widerstand der Kirchen und vieler Eltern den Wehrunterricht für Schüler der 9. und 10. Klassen ein, der eine paramilitärische Ausbildung an Waffen beinhaltete.

Nach der Wende 1989 trat sie aus der SED/PDS aus. Es wird vielfach öffentlich kritisiert, dass Margot Honecker bis zu ihrem Tod starrköpfig den DDR-Unrechtsstaat und den Mauerbau verteidigt hat und niemals für ihr Handeln als DDR-Ministerin für Volksbildung gerichtlich belangt worden ist.

Die ab 1961 errichtete Grenzbefestigung der DDR galt als „antifaschistischer Schutzwall“

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June 5, 2011

Chile: Vulkan Puyehue ausgebrochen – zehn Kilometer hohe Aschewolke

Chile: Vulkan Puyehue ausgebrochen – zehn Kilometer hohe Aschewolke

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Veröffentlicht: 14:43, 5. Jun. 2011 (CEST)
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Der Vulkan Puyehue, aus südlicher Richtung fotografiert (Archiv)

Santiago de Chile (Chile), 05.06.2011 – Chilenische Behörden teilten mit, ein kilometerlanger Graben in der Erdkruste habe sich in der Nähe des Vulkans Puyehue aufgetan. Asche, Rauch und Gas stiegen bis in eine Höhe von zehn Kilometern über dem Vulkan in die Luft. Die Behörden wiesen die Evakuierung umliegender Dörfer an. 3500 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht.

Rund um den Vulkan Puyehue, der rund 800 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago liegt, hatte es zuvor eine Serie von Erdstößen gegeben. Der chilenische Katastrophenschutz zählte 230 Erschütterungen pro Stunde.

Vom Wind wurde die Vulkanasche in Richtung Osten nach Argentinien getrieben. Laut Augenzeugen wurden die argentinischen Städte Bariloche und Villa la Angostura von einer zentimeterdicken Ascheschicht bedeckt.

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May 23, 2010

Zentral-Chile erneut von Erdbeben erschüttert

Zentral-Chile erneut von Erdbeben erschüttert

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Veröffentlicht: 09:57, 23. Mai 2010 (CEST)
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Intensität des Erdbebens.

Foto: United States Geological Survey

Denver (Colorado) (Vereinigte Staaten) / Santiago de Chile (Chile), 23.05.2010 – Ein starkes Erdbeben hat am Freitag, dem 21. Mai 2010 um 14:52 Uhr Ortszeit (19:52 Uhr MESZ) erneut das Zentrum Chiles erschüttert. Nach den Angaben des United States Geological Survey erreichte das Beben einen Momenten-Magnituden-Wert von 5,7 Mw. Das Epizentrum lag demnach rund 100 km nordwestlich von Talca, 165 km südwestlich von Santiago de Chile und 165 km südlich von Valparaíso in der Nähe der Stadt Pichilemu, einer Küstenstadt in der Region Libertador General Bernardo O’Higgins. Das Erdbeben dauerte rund 30 Sekunden.

Der Servicio Hidrográfico y Oceanográfico de la Armada de Chile (Hydrographischer und Ozeanographischer Dienst der Armee Chiles) meldete, dass das Epizentrum 70 km nordwestlich von Curicó, 85 km südwestlich von Rancagua und 140 km südwestlich der Hauptstadt lag.

Zum Zeitpunkt des Erdbebens hielt sich Wikinews-Reporter Diego Grez in Santa Cruz auf. Er berichtete, dass in der Stadt für etwa eine halbe Stunde der Strom ausfiel und viele Einwohner aus ihren Häusern flüchteten. In Pichilemu fiel der Strom ebenfalls für einige Minuten aus. Aus Furcht vor einem Tsunami rannten dort viele Bewohner auf einen Hügel.

Das Oficina Nacional de Emergencia del Ministerio del Interior (ONEMI) verzeichnete keine Opfer oder Gebäudeschäden. Das Erdbeben war nach Angaben von ONEMI auch in den Regionen Metropolitana und der Bío-Bío zu spüren.

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March 2, 2010

Chile: Nach den Erdbeben kommen die Plünderer

Chile: Nach den Erdbeben kommen die Plünderer

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Veröffentlicht: 20:42, 2. Mär. 2010 (CET)
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Santiago de Chile (Chile), 02.03.2010 – Drei Tage nach dem schweren Erdbeben ist die Lage im Erdbebengebiet weiterhin chaotisch. Zunehmende Probleme verursachen Plünderer, die leerstehende Häuser ausrauben. Zwar haben rund 36 Stunden nach dem Erdbeben Einheiten der Armee die Stadt Concepción erreicht, konnten aber Raubzüge nicht verhindern. Ein Kaufhaus – nach anderen Meldungen ein Supermarkt mit Einkaufszentrum – in der mehrere hunderttausend Einwohner zählenden Stadt wurde am Montag, dem 1. März in Brand gesteckt, nachdem die Polizei mit Tränengas Plünderer zurückgedrängt hatte. Diese hatten zuvor mitgenommen, was verwertbar war. Anfänglich hätten nur vereinzelt Menschen genommen, was sie dringend benötigten, aber dann entwickelten sich die Plünderungen zu organisierten Raubzügen, die vor allem Elektrogeräte zum Ziel hatten. Es gibt Berichte, dass bei diesem Brand 20 Personen getötet wurden. Für diese Information gibt es jedoch keine Bestätigung.

Die scheidende Präsidentin Michelle Bachelet entsandte weitere 5000 Soldaten in die Katastrophenregion, um der Lage Herr zu werden. Es wurde eine Ausgangssperre verhängt. Diese gilt außer für Concepción noch für Cauquenes, Constitución und Talca. Vereinzelt sind Plünderer mit Waffengewalt in Wohnhäuser eingedrungen und raubten die Bewohner aus. Mancherorts wurden deswegen Bürgerwehren aufgestellt und Straßensperren errichtet.

In Vororten Concepcións lieferten sich Soldaten und Bürgerwehren mit Plünderern Schießereien, Tote habe es gegeben. Die Deutsche Presseagentur verbreitete einen Lagebericht von Claudia Lagos, einer Lehrerin an der Universität von Chile, nach der in San Pedro de la Paz zwei Personen erschossen wurden. Vize-Innenminister Patricio Rosende sagte der Presse, dass bisher 160 Menschen festgenommen wurden. Viele Menschen sind offenbar gezwungen, sich durch Einbrüche in Lebensmittelgeschäften zu versorgen, da Trinkwasser und Lebensmittel Mangelware sind; auch die Strom- und Gasversorgung funktionieren nicht.

Zerstörungen durch den Tsunami bei San Antonio

Unterdessen ist die Zahl der Erdbeben- und Tsunamiopfer weiter gestiegen. Innenminister Edmundo Pérez Yoma nannte inzwischen die Zahl von 723 registrierten Toten, wies aber daraufhin, dass der Tsunami manche Ortschaften vollständig mitgerissen habe. „Je mehr Zeit vergeht, desto mehr schlechte Nachrichten werden wir bekommen“, stellte er fest. Viele der zwei Millionen betroffenen Bewohner sind obdachlos.

Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva kam als erster ausländischer Politiker nach der Katastrophe nach Chile und bot dem Land die Unterstützung seines Landes an. Chile hat inzwischen bei der Europäischen Union um Unterstützung gebeten. Wie die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton mitteilte, brauche Chile Hilfe bei der Reparatur von Brücken und Telekommunikationsverbindungen. Außerdem würden Wasseraufbereitungsanlagen sowie Hilfe bei der medizinischen Versorgung benötigt. „Die Bundesregierung steht bereit, bei der Bewältigung der Folgen zu helfen“, hieß es in Berlin.

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February 28, 2010

Schweres Erdbeben vor der Küste Chiles – Notstand ausgerufen

Schweres Erdbeben vor der Küste Chiles – Notstand ausgerufen

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Veröffentlicht: 15:02, 28. Feb. 2010 (CET)
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Epizentrum des Erdbebens

Kartographie: USGS

Santiago de Chile (Chile) / Honolulu / Denver (Vereinigte Staaten), 28.02.2010 – Ein sehr starkes Erdbeben, das eine Momenten-Magnitude von Mw=8,8 erreichte, ereignete sich am 27. Februar um 7:34  Uhr mitteleuropäischer Zeit (3:34 Uhr Ortszeit). Für Teile Chiles wurde der Notstand ausgerufen. Mindestens 300 Personen wurden in Chile durch die Auswirkungen des Erdbebens getötet. Die scheidende Staatspräsidentin Michelle Bachelet wies bereits unmittelbar nach den Erdstößen darauf hin, dass mit höheren Opferzahlen zu rechnen sei. In der Zone, die am stärksten von dem Erdbeben betroffen wurde, könnten die Zerstörungen nach ersten Analysen des Systems PAGER die Stufe VIII der erweiterten Mercalliskala erreichen. In diesem Bereich leben nach den Angaben des United States Geological Survey (USGS) rund drei Millionen Menschen. 400.000 Menschen seien ersten Angaben zufolge obdachlos oder betroffen, mindestens 1,5 Millionen Häuser wurden durch das Beben selbst oder die Folgen beschädigt. „Das muss der Weltuntergang sein“, drückte ein Mann im chilenischen Fernsehen seine Gefühle aus.

Das Erdbeben löste auch Brände aus, wie etwa in dieser Fabrik.

Foto: Plinio.!

Die Erdstöße dauerten rund 90 Sekunden. Das genaue Ausmaß der Schäden ist noch nicht bekannt. Nach ersten Angaben örtlicher Fernsehstationen wurden in Santiago de Chile Häuser beschädigt, eine Straßenbrücke über den Río Claro in der Nähe der chilenischen Hauptstadt sei eingestürzt. Offenbar kam es im ganzen Land zu Stromausfällen. In der Hauptstadt stürzte der Kirchturm der Kirche Nuestra Señora de la Providencia ein. Die Trümmer eines Parkhauses begruben mindestens 50 Autos. Der Flughafen wurde in Mitleidenschaft gezogen und vorerst geschlossen. Ankommende Flugzeuge wurden nach Buenos Aires und Mendoza in Argentinien umgeleitet.

In Concepción seien viele Straßen unpassierbar, berichtete ein Reporter eines chilenischen Fernsehsenders. „Es gibt keine Straße ohne Trümmer. Es ist uns noch nicht gelungen, bis zur Stadtmitte vorzudringen.“ Risse ziehen sich durch den Asphalt der Straßen, das Verwaltungsgebäude der Regionalregierung sei wie viele andere öffentliche Bauten in sich zusammengestürzt. Nach den vorläufigen Angaben der chilenischen Regierung wurden durch die Auswirkungen des Erdbebens 500.000 Wohnungen unbenutzbar.

Das Hypozentrum des Bebens lag nach Angaben des USGS etwa 325 Kilometer südwestlich von Santiago de Chile und 115 Kilometer nord-nordöstlich von Concepción in einer Tiefe von 35 Kilometer in der dortigen Triple Junction. Das pazifische Tsunamiwarnzentrum in Honolulu auf Hawaii löste außer für Chile und Peru eine Warnung vor einem Tsunami für 53 Staaten und Gebiete aus. Bereits zwanzig Minuten nach dem Erdbeben erreichte der Tsunami die Hafenstadt Valparaíso mit einer Amplitude von 130 Zentimetern, in Talcahuano 234 Zentimeter. Schiffe und Hubschrauber waren zu den chilenischen Juan-Fernández-Inseln unterwegs, die etwa 600 Kilometer vom Festland entfernt liegen. Die Küste Französisch-Polynesiens wurde nach Berichten der BBC von rund zwei Meter hohen Wellen getroffen. Fünf Personen kamen durch den Tsunami auf den Juan-Fernández-Inseln um, elf weitere Personen sind vermisst.

Später weitete das Tsunamiwarnzentrum auf Hawaii die Tsunamiwarnung für den gesamten Pazifikraum auf die höchste Warnstufe aus. Sie galt zwischenzeitlich für die gesamte Westküste des Doppelkontinents Amerika sowie für die dem Pazifischen Ozean zugewandten Küsten von Australien, Neuseeland, Russland, Japan, Taiwan, die Philippinen, Indonesien, Hawaii, Papua-Neuguinea, Fidschi und die Antarktis. Außerdem schloss die Warnung die Pitcairninseln, Französisch-Polynesien, die Cookinseln, Kiribati, die Kermadecinseln, Niue, Tonga, die Samoainseln, Jarvis, Wallis und Futuna, Tokelau, Palmyra, Tuvalu, Vanuatu, Nowland, Bakerinsel, die Marshallinseln, Midway, Wake, die Marcusinsel, die Nördlichen Marianen, Guam, Palau und Teile Mikronesiens ein. Inzwischen ist sie aber wieder aufgehoben, lediglich für Japan und Russlands Küsten wird sie noch aufrecht erhalten.

Projektion der erwarteten Amplitude

Grafik: USGS

Die Erinnerungen an das Sumatra-Andamanen-Beben, das 2004 ebenfalls einem Tsunami auslöste und zum Tod von über 228.000 Menschen führte, verursachten im Pazifikraum Beunruhigung. Nach den Berechnungen des Tsunamiwarnzentrums sollte die Flutwelle Hawaii gegen 22:00 Uhr MEZ erreichen und etwa 45 Minuten später in Australien eintreffen. Das australische Bureau of Meteorology forderte dazu auf, vor allem zwischen Sydney und Brisbane von den Küsten fernzubleiben. Schaulustige sollten nicht die Flutwelle beobachten. Das Tsunamiwarnzentrum forderte für Hawaii dazu auf, „Leben und Eigentum zu schützen“. Es wies darauf hin, dass die erste eintreffende Flutwelle vermutlich nicht die höchste sein wird. Ab 6:00 Uhr Ortszeit (17:00 Uhr MEZ) heulten auf Hawaii die Sirenen, womit Bewohner tiefergelegener Gebiete aufgefordert wurden, sich in Sicherheit zu bringen. Vor allem am Ufer gelegene Hotels werden evakuiert. An Tankstellen und Supermärkten kam es zu Hamsterkäufen. Berichten auf CNN zufolge gab es Befürchtungen, dass die Welle in Hawaii eine Höhe von bis zu 4,5 Metern erreicht. In Neuseeland und Japan warnten die Behörden die Bevölkerung vor einer Flutwelle, deren Wellenhöhe bis zu drei Meter erreichen könne. Der Bahnverkehr wurde teilweise eingestellt und küstennahe Straßen gesperrt.

Das Tsunamiwarnzentrum gab später bekannt, dass der Tsunami an der Insel Hiva Oa eine Höhe von 179 Zentimetern erreichte. In Pago Pago auf Amerikanisch-Samoa, das erst im vergangenen September von einem Tsunami getroffen worden war, war die höchste Flutwelle 70 Zentimeter hoch. Kahului auf der Hawaiiinsel Maui meldete eine Amplitude von 98 Zentimetern. An der US-amerikanischen Westküste wurden zwischen 13 Zentimetern in San Diego und 53 Zentimetern in Santa Barbara gemessen. An den Ostküsten der japanischen Inseln Honshū und Hokkaidō wurden Maximalwerte von etwa 45 Zentimetern beobachtet. Aus Neuseeland und Australien wurden keine nennenswerten Tsunamiwerte berichtet. Auf den zu Neuseeland gehörenden Chathaminseln wurden allerdings Wellenhöhen von bis zu 150 Zentimetern aufgezeichnet. Die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti verbreitete Angaben eines örtlichen Vertreters des russischen Katastrophenschutzministerium, nach denen der Tsunami an der Küste von Kamtschatka eine durchschnittliche Höhe von 25 Zentimetern erreicht habe. In Alaska kam der Tsunami mit einer Wellenhöhe von 20 bis 60 Zentimetern an. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo wurden an der japanischen Nordküste Flutwellen bis 145 Zentimetern beobachtet, an der russischen Pazifikküste erreichten erste Wellen 80 Zentimeter Höhe.

Beschädigtes Haus in Valparaiso

In Concepción sind unter den Trümmern eines erst vor kurzem fertiggestellten Hauses mit 14 Stockwerken noch 100 bis 150 Bewohner eingeschlossen. Die Rettungsmannschaften konnten bis zum Samstagabend rund 30 Menschen aus den Trümmern dieses Hauses bergen.

Aus einem Gefängnis in Chillán bei Concepción ermöglichten die Erdstöße mehr als 260 Häftlingen die Flucht. Wachleuten gelang es trotz Eröffnen von Schussfeuer nicht, die Häftlinge zurückzuhalten. Dabei wurden drei Häftlinge erschossen, vier weitere starben beim Einsturz der Mauern. Nach Polizeiangaben konnten einige der Geflüchteten bereits wieder festgenommen werden. Die Festnahmen der Restlichen stehen noch aus. Die Flüchtlinge steckten etliche Gebäude in der Stadt in Brand. Die Regierung entsandte Militäreinheiten, um die Sicherheit der Bürger zu wahren.

Das Erdbeben war um ein Vielfaches stärker, als das Erdbeben in Haiti, bei dem weit über 200.000 Menschen ihr Leben verloren. Starke Erdbeben sind in Chile nicht ungewöhnlich; seit 1970 wurde das Land von 13 Erdstößen erschüttert, die eine Magnitude größer als 7,0 hatten. Doch das Bewusstsein über die seismische Aktivität hat vermutlich vergleichbare Verluste an Menschen verhindert, Chile ist durch Bauvorschriften und Übungen des Zivilschutzes gut vorbereitet auf Erdbeben. „Chile ist ein seismisch [aktives] Land. Deswegen müssen wir vorbereitet sein!“ lautet das Motto von Onemi, dem nationalen Notfallzentrum.

Das Erdbeben vom 27. Februar ist eines der stärksten, dessen Intensität jemals gemessen wurde. Das weltweit stärkste Erdbeben seit dem ereignete sich 1960 ebenfalls in Chile. Es erreichte eine Magnitude von 9,5 und war damit weit stärker als das Seebeben im Indischen Ozean 2004. Die Stadt Valdivia wurde damals zerstört und 1655 Menschen kamen um. Der damals ausgelöste Tsunami tötete 140 Menschen noch im weitentfernten Japan. Die Südamerikanische Platte drückt hier die Nazca-Platte unter sich. Beide Platten bewegen sich mit einer Geschwindigkeit von 80 Millimetern jährlich aufeinander zu.

Innerhalb der ersten zweieinhalb Stunden nach dem Hauptbeben kam es zu elf starken Nachbeben, von denen fünf eine Magnitude von mehr als 6,0 aufwiesen, teilte die US-Erdbebenwarte mit. Die Auswirkungen des Hauptbebens waren noch im brasilianischen São Paulo zu spüren, wo mehr als 100 Notrufe bei der Feuerwehr eingingen.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Erdbeben
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January 19, 2010

Chile: Sebastián Piñera gewinnt Präsidentschaftswahlen

Chile: Sebastián Piñera gewinnt Präsidentschaftswahlen

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Veröffentlicht: 18:15, 19. Jan. 2010 (CET)
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Sebastián Piñera

Santiago de Chile (Chile), 19.01.2010 – Mit Sebastián Piñera gelangt in Chile nach mehr als 20 Jahren wieder ein Vertreter der politischen Rechten an die Macht. Seit der Diktatur des Generals Augusto Pinochet hatten Mitte-Links-Regierungen das politische Geschehen in dem Andenstaat bestimmt. Die bisherige Präsidentin Michelle Bachelet durfte nicht erneut für das Amt des Staatspräsidenten kandidieren.

Bei der Stichwahl am Sonntag hatte der Milliardär Piñera fast 52 Prozent der Stimmen erreicht. Begünstigt wurde der Sieg des Vertreters der politischen Rechten durch die innere Zerstrittenheit der Linksparteien, die sich mit mehreren gegeneinander konkurrierenden Kandidaten gegenseitig die Stimmen wegnahmen.

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June 21, 2007

Chile: See in den Anden spurlos verschwunden

Chile: See in den Anden spurlos verschwunden

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Veröffentlicht: 18:30, 21. Jun. 2007 (CEST)
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Santiago de Chile (Chile), 21.06.2007 – Zwei Hektar groß war der Gletschersee im Nationalpark Bernardo O’Higgins in den südchilenischen Anden. Im März war er noch da, jetzt ist er spurlos verschwunden.

Wo sich bislang das Schmelzwasser eines Andengletschers sammelte, gähnt seit Ende Mai ein 30 Meter tiefer Krater, auf dessen Grund nur noch einige Eisbrocken liegen. Juan Jose Romero, Leiter des staatlichen Forstamtes der Región Magallanes ist ratlos: „Der See ist einfach verschwunden. Niemand weiß, was passiert ist.“ Möglicherweise sei das Wasser in Erdspalten am Grunde des Sees versickert, so Romero weiter. Dann stelle sich aber immer noch die Frage, wie diese Spalten so plötzlich enstanden seien. Ein Erdbeben habe es in der Region in letzter Zeit nicht gegeben. Ein Team von Geologen soll jetzt vor Ort versuchen, der Ursache des rätselhaften Verschwindens auf die Spur zu kommen.

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December 10, 2006

Chiles Ex-Diktator Pinochet verstorben

Chiles Ex-Diktator Pinochet verstorben – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Chiles Ex-Diktator Pinochet verstorben

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Artikelstatus: Fertig 23:23, 10. Dez. 2006 (CET)
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Santiago de Chile (Chile), 10.12.2006 – Chiles Ex-Diktator Augusto Pinochet ist heute Morgen in einem Krankenhaus in der chilenischen Hauptstadt verstorben. Am 3. Dezember war der 91-Jährige wegen eines Herzinfarktes in das Krankenhaus eingeliefert worden.

Pinochet war von 1973 bis 1990 Chef einer Militärjunta, die die sozialistische Regierung von Salvador Allende 1973 durch einen Militärputsch gestürzt hatte. Über 3.000 Menschen sollen während seiner Herrschaft ums Leben gekommen sein. Wegen Verbrechen aus der Zeit seiner Herrschaft stand Pinochet unter Anklage und durfte sein Haus nicht verlassen. Auch wegen anderer Menschenrechtsverletzungen sollte ihm der Prozess gemacht werden. Dazu kam es jedoch nie, weil er wegen seines Gesundheitszustandes nicht zu den Verhandlungen erscheinen konnte.

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December 3, 2006

Chile: Ex-Diktator Pinochet in Lebensgefahr

Chile: Ex-Diktator Pinochet in Lebensgefahr

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Artikelstatus: Fertig 21:51, 3. Dez. 2006 (CET)
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Santiago de Chile (Chile), 03.12.2006 – Der 91-jährige ehemalige Diktator Chiles, Augusto Pinochet, hat einen Herzinfarkt erlitten und schwebt in Lebensgefahr. Er war heute morgen in das Militärkrankenhaus in Chile eingeliefert worden und hat dort inzwischen die letzte Ölung bekommen. Das wurde vom Sprecher der Familie Pinochets, General Guillermo Garín, in Santiago de Chile mitgeteilt. Laut dem Krankenhaus wurde ihm ein Bypass gelegt, er schwebe aber weiterhin in Lebensgefahr.

Pinochet stand von 1973, nachdem er in einem blutigen Umsturz die Macht an sich gerissen hatte, bis 1990 an der Spitze des südamerikanischen Landes. Während dieser Zeit sind mehr als 3.000 Leute umgebracht worden oder einfach „verschwunden“. Ihm werden haufenweise Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Aufgrund seines schon länger schlechten Gesundheitszustandes und wegen seiner Immunität als ehemaliger Präsident des Landes wurde er bislang aber nie verurteilt. Diese Woche wurde er wegen der Entführung zweier Leute im Jahre 1973 unter Hausarrest gestellt.

Zu seinem 91. Geburtstag, am 25. November 2006, übernahm er die „politische Verantwortung“ für die Taten, die unter seiner Herrschaft geschehen waren, betonte aber gleichzeitig, dass er geglaubt habe, diese Taten seien nur zum Besten von Chile.

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June 2, 2006

Chilenische Studenten demonstrieren für Bildungsreformen

Chilenische Studenten demonstrieren für Bildungsreformen

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Die chilenische Universität während den Studenten-Protesten 2006

Polizei gegenüber der Universität von Chile

Santiago de Chile (Chile), 02.06.2006 – In Chile demonstrieren Studenten für Bildungsreformen. Für Dienstag, den 30. Mai 2006 wurde ein nationaler Studentenstreik angesetzt, um sich der Serie von Protesten anzuschließen, die vergangenen Monat von Studenten in der Haupstadt Santiago de Chile initiiert worden waren und als die „Rebellion der Pinguine“ bekannt wurde (als Anspielung auf die Uniformen der Studenten, deren Kleidungsstücke grau, schwarz und weiß sind). Die Proteste richten sich gegen die Ankündigung einer Reihe von Maßnahmen, die die Erhöhung der Gebühren für das Auswahlverfahren an Universitäten (PSU) und die Reduktion des kostenlosen Transports für die Studenten vorsehen. Die Demonstrationen ziehen sich schon seit mehreren Wochen in die Länge, ohne dass die beiden Parteien zu einer Einigung gefunden haben.

Nach Angaben der Versammlung für die Koordination der Studenten (ACES) haben die Proteste die Aktivitäten von mehr als 250 Bildungseinrichtungen lahmgelegt, zu denen auch die Universität von Chile und die Universität von Santiago gehören. Am Nachmittag gab es Gespräche zwischen dem Bildungsministerium, Martín Zilic und gewählten Studenten in der Nationalbibliothek von Santiago. Stunden früher hatte die Präsidentin Michelle Bachelet einen Teil des Kabinetts im Palacio de la Moneda, dem Sitz des chilenischen Präsidenten, zusammengerufen. Bachelet räumte ein, dass eine „neue Bildungsreform“ nötig sei.

Jedoch kam es zu blutigen Auseinandersetzungen wegen des Vorgehens der Polizei, die Tränengas einsetzte, um den Aufmarsch der Studenten zu sprengen. Das Fernsehen zeigte Polizisten, die im Begriff waren, Studenten festzunehmen, die auf ihren Bus warteten, und in der Gemeinde Maipú wurde Libio Saavedra, Kameramann eines Regional-Fernsehsenders, von 20 Poizisten mit den Füßen getreten. Die Medien berichteten außerdem von weiteren Übergriffen von Seiten der Polizei. Obwohl Felipe Harboe, Staatssekretär des Innenministeriums, am Dienstag gesagt hatte, dass er die Attacken ablehne und eine interne Untersuchung beantragt habe, sagte Víctor Barrueto, Intendant von Santiago, dass er keine Störung des Verkehrs hinnehmen werde, und rechtfertigte somit das Vorgehen der Uniformierten.

„Warum greifen sie diese Kinder an, die noch nicht volljährig sind?“, fragte Adriana Arzola, Professorin und Mutter einer Studentin. Rodrigo Figueroa, 17-jähriger Student, kommentierte: „Das einzige, was die Regierung macht, ist, dass sie Tränengasbomben schmeißt.“ Ein anderer Student, Andrés, hob seinen Wunsch hervor, dass die schulische Zugangsberechtigung und das PSU gratis und Bildung egalitär sein sollten. Darüber hinaus fordern die Studenten die Verbesserung der Qualität der chilenischen Bildung und die Abschaffung des Verfassungsgesetzes zur Schulbildung, das einen Tag vor dem Rücktritt von Augusto Pinochet verkündet worden war.

Am Mittwoch, den 31. Mai 2006 wurde Osvaldo Jara, Direktor des Bataillons der militärischen chilenischen Polizei, wegen der Vorgehensweise der Polizisten seines Amtes enthoben. Die Präsidentin Bachelet erklärte: „Wir haben unsere Empörung über die Vorfälle, die sich ereignet haben, zum Ausdruck gebracht. Die Journalisten, Kameramänner und Studenten, die die Ausschreitungen ertragen mussten, der Missbrauch, eine nicht zu rechtfertigende Gewalt. Wir wollen, dass unsere Polizisten die Sicherheit sicherstellen, aber wir akzeptieren keine schrecklichen Ereignisse, wie sie gestern von allen Chilenen gesehen wurden.“ Jara wurde durch José Bernales im Amt ersetzt.

Spanischsprachige Quelle Dieser Artikel ist eine Übersetzung eines fremdsprachigen Artikels vom 31.05.2006

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