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August 15, 2013

Bombenanschlag in Beirut fordert Tote und Verletzte

Bombenanschlag in Beirut fordert Tote und Verletzte

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Veröffentlicht: 08:52, 16. Aug. 2013 (CEST)
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Luftaufnahme von Beirut

Beirut (Libanon), 15.08.2013 – Im Süden Beiruts kamen durch die Explosion einer Autobombe mindestens 18 Menschen ums Leben; es gab mehr als 290 Verletzte. Der Ort der Explosion liegt in einer Hochburg der schiitischen Miliz Hisbollah, an der Grenze der Beiruter Stadtteile Ruwaiss und Bir al-Abed im südlichen Teil Beiruts, die von Hisbollah kontrolliert werden. Durch die Explosion des mit mindestens 60 Kilogramm Sprengstoff beladenen Autos wurden umstehende Fahrzeuge und Gebäude in Brand gesetzt.

Die sunnitische Gruppierung Brigade von Aischa – Mutter der Gläubigen hat über Youtube die Verantwortung für den Anschlag übernommen. Er sei eine Warnung an den Generalsekratär der Hisbollah gewesen, und ein Sprecher der Organisation warnte davor, sich Einrichtungen der Hisbollah zu nähern.

Der Libanon ist spätestens seit dem zwischen 1975 und 1990 wütenden libanesischen Bürgerkrieg religiös stark zersplittert. Viele Libanesen befürchten, dass das Land in den Bürgerkrieg in Syrien im benachbarten Syrien hineingezogen wird. Hisbollah hat auf seiten des alawitischen syrischen Staatspräsidenten Baschar al-Assad in den syrischen Bürgerkrieg eingegriffen. Mehr als eine halbe Million Syrer sind vor dem Bürgerkrieg in den Libanon geflohen.

Quellen

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January 18, 2013

Wintereinbruch an der Levante erschwert Hilfe für Syrien-Flüchtlinge

Wintereinbruch an der Levante erschwert Hilfe für Syrien-Flüchtlinge

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Veröffentlicht: 19:00, 18. Jan. 2013 (CET)
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Weiße Pracht in Jerusalem…

Beirut (Libanon) / Jerusalem (Israel) / Genf (Schweiz), 18.01.2013 – Der Wintereinbruch der vergangenen Woche erschwert die Hilfe für syrische Flüchtlinge. Stürmisches Wetter war über die Küste der Levante gezogen. Starker Schneefall hatte in Israel die Sperrung der Autobahnverbindung zwischen Jerusalem und Tel Aviv verursacht. Nicht befahrbar waren weitere Straßen im Norden Israels und im Westjordanland. In den Tagen zuvor hatte bereits ergiebiger Regen und starker Wind zu Schäden und Behinderungen geführt, weil Straßen, Häuser und Felder überflutet wurden. Betroffen von dem schlechten Wetter waren außer Israel der Gazastreifen, das Westjordanland, die Golanhöhen, Jordanien und der Libanon. In Israel und im Libanon starben mindestens drei Personen durch die Auswirkungen des schlechten Wetters, und mindestens fünf weitere kamen im Westjordanland um.

Das Wetter brachte am 9. und 10. Januar zwischen zehn und zwanzig Zentimetern Schnee in Jerusalem, Ost-Jerusalem, Ramallah und Bethlehem. In Hebron fielen dreißig Zentimeter Schnee, und am Berg Hermon im Norden Israels wurden bis zu neunzig Zentimeter Schnee registriert. Der Sturm hatte seine Energie aus der warmen, feuchten Luft des Mittelmeeres geschöpft, die ostwärts in Richtung der Levante gezogen war. Das Tiefdruckgebiet hatte sich verstärkt, als es mit dem südwestlichen Rand einer großen Kaltluftmasse zusammenstieß, die sich von Osteuropa und der Türkei bis nach China erstreckte. Diese war für die Kälte in China verantwortlich. Nachdem das Zentrum des Systems die Küste überquert hatte, sorgte es dafür, dass Kaltluft vom Norden in den östlichen Mittelmeerraum gelangte und der Regen in Schnee überging. Der Wintereinbruch war der schlimmste der vergangenen zwei Jahrzehnte, meldete die Nachrichtenagentur Reuters.

Im Südosten des Libanons wurde bei Hasbaya eine Straße durch einen Erdrutsch unterbrochen. Die Region verzeichnet in diesem Winter überdurchschnittliche Niederschläge, was zu einer Verbesserung der Trinkwasserversorgung in Israel und den besetzten Gebieten beitragen dürfte. Der See Genezareth erreicht derzeit, auch durch höheren Anteil der Trinkwassergewinnung in Entsalzungsanlagen, den höchsten Wasserstand seit Jahren.

Das jordanische Flüchtlingslager Za’atri wurde teilweise überflutet. Hier kommen durchschnittlich über 1.100 Flüchtlinge am Tag an. Viele der Flüchtlinge leben in nur notdürftig beheizten Unterkünften. Die jordanische Regierung geht davon aus, dass seit Ausbruch des Bürgerkrieges in Syrien rund 280.000 Syrer nach Jordanien geflohen sind; davon wurden bislang 176.569 vom UNHCR registriert.

Auch im Libanon werden knapp 200.000 syrische Flüchtlinge vom UNHCR betreut. In der Bekaa-Ebene hat Hochwasser die Flüchtlingslager al-Marj und al-Faour in Mitleidenschaft gezogen. Auch in der Türkei und im Irak wirken sich Schnee und Kälte auf die Situation der Flüchtlinge aus. Insgesamt betreuen UNHRC, Caritas und Roter Halbmond derzeit über 600.000 syrische Flüchtlinge.

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Quellen[Bearbeiten]

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August 17, 2012

Libanesischer Ex-Minister verhaftet

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Libanesischer Ex-Minister verhaftet

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Veröffentlicht: 10:54, 17. Aug. 2012 (CEST)
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Beirut

Beirut (Libanon), 17.08.2012 – Der ehemalige libanesische Informationsminister Michel Samaha wurde am vergangenen Donnerstag (9. August) festgenommen. Hintergrund soll die Beschlagnahmung von Sprengstoff sein. Dieser sollte nach Erkenntnissen der Ermittler an mehreren Stellen des Libanon, aber vor allem im Norden des Landes, zu Anschlägen eingesetzt werden. Die Situation im Nordlibanon ist aufgrund des Bürgerkrieges in Syrien angespannt.

Samaha war Informationsminister unter dem sunnitischen, anti-syrischen Ministerpräsidenten Rafiq al-Hariri, der im Jahr 2005 durch ein Attentat ums Leben kam. Im Jahr 2002 wechselte Samaha die Seiten und schloss sich einer pro-syrischen Koalition an. Nach BBC-Angaben hat Samaha auch persönlich starke Verbindungen zu Syriens Staatsoberhaupt Baschir al-Assad.

Die Verhaftung stehe nicht im Zusammenhang mit dem Sondertribunal für den Libanon, das die Ermordung al-Hariris untersuchen soll, erklärte der libanesische Ministerpräsident Nadschib Mikati vor der Presse. Unter Berufung auf einen Beamten, der unter der Bedingung der Anonymität sprach, meldete die Agentur Agence France-Press (AFP), dass Samaha in seinem Haus in Chenschara verhaftet wurde, etwa 30 Kilometer nördlich von Beirut. Die Beschlagnahmung des Sprengstoffs habe allerdings nicht in dem Haus des Ministers stattgefunden.

Sicherheitskräfte des Geheimdienstes, die Samaha festnahmen, gelten als loyal zur anti-syrischen Allianz des 14. März. Diese wird von Saad al-Hariri, Sohn von Rafiq al-Hariri, angeführt und ist nicht an der aktuellen pro-syrischen Regierung beteiligt, die von Hisbollah kontrolliert wird.

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Quellen

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May 26, 2011

Bundeswehr: Fortsetzung des Unifil-Einsatzes für ein weiteres Jahr

Bundeswehr: Fortsetzung des Unifil-Einsatzes für ein weiteres Jahr

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Veröffentlicht: 16:18, 26. Mai 2011 (CEST)
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Das Wappen des Einsatzes

Berlin (Deutschland), 26.05.2011 – Seit September 2006 beteiligt sich Deutschland an der Maritime Task Force (MTF) 448, die vor der Küste des Libanon im Einsatz ist. Der Marineeinsatzverband ist Teil der 1978 vom UN-Sicherheitsrat beschlossenen Interimstreitkraft im Libanon (UNIFIL). Nachdem die Bundesregierung am 18. Mai 2011 den Beschluss gefasst hat den Einsatz bis zum 30. Juni 2012 zu verlängern, berät heute der Bundestag über den Antrag in erster Lesung und leitet ihn anschließend in die Ausschüsse, wo eine Empfehlungen für das Plenum erarbeitet wird.

Für den deutschen Einsatz der Marine im Rahmen von UNIFIL bleibt es bei der Obergrenze von 300 deutschen Soldaten. Die Kosten werden bei 31,9 Mio. Euro liegen. Der internationale Marineverband hat seit 2006 nach Angaben des 15. UN-Reports[1] insgesamt 35.873 Schiffe angehalten und befragt, und die libanesische Marine hat 865 Handelsschiffe inspiziert.

Die politische Situation hatte sich zuletzt im Libanon radikal geändert. Der am 25. Januar 2011 auf Betreiben der schiitischen Hisbollah und mit Unterstützung von Drusenführer Walid Dschumblat ins Amt des Ministerpräsident gekommene Nadschib Miqati ist ein persönlicher Freund des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Allerdings gelang es dem neuen Ministerpräsidenten nicht ein Kabinett aufzustellen, so dass der anti-syrische Vorgänger Saad Hariri noch als Übergangs-Ministerpräsident die Regierungsverantwortung hat. Mit den aktuellen Protesten in Syrien besteht die Möglichkeit, dass sich die politischen Rahmenbedingungen für den Marineeinsatzverband und der ganzen UNIFIL-Mission ändern.

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Quellen

Fußnote

  1. Fifteenth report of the Secretary-General on the implementation of Security Council resolution 1701 (2006) Link zum UN-Report vom 28. Februar 2011 innerhalb des Textes. Zahlen sind unter Punkt 24 zu finden.

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January 12, 2011

Beirut: Hisbollah-Rückzug führt zu Regierungskrise

Beirut: Hisbollah-Rückzug führt zu Regierungskrise

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Veröffentlicht: 23:54, 12. Jan. 2011 (CET)
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Lage des Libanon

Beirut (Libanon), 12.01.2011 – Die Minister der islamistischen Hisbollah, der Partei Gottes und ihre Verbündeten haben ihre Minister aus der libanesischen Regierung zurückgezogen und somit eine Regierungskrise in dem Staat an der Levante hervorgerufen. Der Rücktritt der Minister erfolgte, nachdem sich Ministerpräsident Saad al-Hariri nach Angaben aus dem libanesischen Präsidentenpalast weigerte, eine Kabinettssitzung einzuberufen, in der sich die libanesische Regierung vom Sondertribunal für den Libanon distanzieren sollte. Das Mandat des Sondertribunals in Den Haag besteht in der Anklage und Verurteilung der Beteiligten und Hintermänner an dem Attentat auf Rafiq al-Hariri, einem ehemaligen Ministerpräsidenten und Vater des derzeitigen Ministerpräsidenten des Landes. Al-Hariri und 24 weitere Personen wurden im März 2005 durch einen Autobombenanschlag in Beirut getötet. Das Attentat hatte die Zedernrevolution ausgelöst.

Die Canadian Broadcasting Corporation hatte im November berichtet, dass Hisbollah-Mitglieder die Hariri-Ermordung organisiert hätten. Es wird demnach erwartet, dass in der Anklageschrift des Tribunals Vorwürfe gegen Hisbollah-Angehörige erhoben werden. In dem Zusammenhang hatten politische Beobachter die Befürchtung geäußert, dass Hisbollah die Regierung stürzen und durch Unruhen in den Straßen die Macht im Libanon an sich reißen könnte. Bereits im Mai 2008 hatten Unruhen die Angst vor einem neuen Bürgerkrieg geschürt. Im Libanon herrschte von 1975 bis 1990 ein blutiger Bürgerkrieg, der hunderttausende von Menschenleben forderte.

Hisbollah hatte im vergangenen Jahr das von den Vereinten Nationen eingesetzte Tribunal als „israelisches Projekt“ bezeichnet, dessen Ziel es sei, Hisbollah zu schaden. Hisbollah-Generalsekretär Hassan Nasrallah nannte in einer Rede am 11. November das Tribunal einen Verstoß gegen die libanesische Verfassung. Durch den Rücktritt der elf Minister der Hisbollah und der Gruppe um Michel Aoun ist die libanesische Regierung nicht mehr beschlussfähig.

Saad al-Hariri, der sich zum Zeitpunkt des Rücktritts der Hisbollah-Minister zu einem Besuch bei US-Präsident Barack Obama in Washington, D.C. aufhielt, hat bisher keine Stellung zu den politischen Entwicklungen im Libanon genommen.

Vermittlungsversuche Saudi-Arabiens und Syriens sind demnach gescheitert. Ein Versuch des katarischen Emirs Hamad bin Chalifa Al Thani, durch einen Telefonanruf bei dem christlichen Präsidenten Michel Sulaiman die Krise im letzten Moment zu verhindern, war erfolglos.

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December 20, 2010

Wintereinbruch im östlichen Mittelmeer und im Nahen Osten

Wintereinbruch im östlichen Mittelmeer und im Nahen Osten

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Veröffentlicht: 11:41, 20. Dez. 2010 (CET)
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Athen (Griechenland) / Beirut (Libanon) / Damaskus (Syrien) / Jerusalem (Israel), 20.12.2010 – Der Winter hat nicht nur Mittel- und Westeuropa fest im Griff, sondern auch im östlichen Mittelmeer und im Nahen Osten kam es vor einigen Tagen zu einem Wintereinbruch. Starker Schneefall blockierte Straßen und schnitt Ortschaften von der Außenwelt ab. Ein Orkan mit Windgeschwindigkeiten von über 100 Kilometern pro Stunde beschädigte Häuser und führte an den Küste örtlich zu Überflutungen. Mindestens 31 Menschen starben durch die Auswirkungen des Unwetters. Betroffen von dem Wintereinbruch waren vor allem Griechenland, Zypern, der Libanon, Syrien, Jordanien und Israel. Weiter südlich, in Ägypten wirkte sich der Orkan als Sandsturm aus.

In Griechenland verursachte Schneefall erhebliche Verkehrsbehinderungen, nachdem es zum zweiten Wochenende des Dezembers innerhalb von 48 Stunden zu einem Temperatursturz von mehr als 20 °C kam. Im Norden des Landes sank das Thermometer teilweise auf -17 °C. Auf Kreta, wo zwei Tage vor dem Wintereinbruch mit 25 °C noch hochsommerliche Temperaturen erreicht wurden, mussten Kettenfahrzeuge einsetzt werden, um Wanderer in Sicherheit zu bringen, die von dem Wintereinbruch in den Bergen bei Rethymno und Iraklio überrascht wurden.

Der Orkan beschädigte in Israel Ampelanlagen und Leitungen der Stromversorgung und des Telefonnetzes, zahlreiche Bäume stürzten um, beschädigten Autos und blockierten Straßen. In der Hafenstadt Akko nördlich von Haifa sorgte eine Sturmflut für zusätzliche Probleme. Auf den Golanhöhen und in weiten Teilen der Region Galiläa fiel der Niederschlag als Schnee, in niederen Lagen um zwanzig Zentimeter, in geschützten Lagen am Hermon teilweise über 120 Zentimeter. Mehrere Straßenverbindungen waren unterbrochen.

Der Niederschlag beendete im Libanon, in Israel und in Syrien eine Trockenperiode, in deren Verlauf es noch Anfang Dezember im Karmel-Gebirge bei Haifa zum schwersten Waldbrand in der Geschichte des Staates Israel gekommen war. Durch den Brand wurden mehr als fünf Millionen Bäume vernichtet, 43 Menschen sind in den Flammen gestorben. Bei dem Sturm vor einigen Tagen kenterte vor der Küste Israels bei Aschdot ein moldawischer Frachter. Die elf ukrainischen Seeleute an Bord konnten in Sicherheit gebracht werden, teilte Radio Israel mit. Eine erste Schadensbilanz für die Häfen von Tel Aviv und Caesarea geht von einem Sachschaden in Millionenhöhe aus. Der Sturm sorgte für Verspätungen auf dem Flughafen Ben Gurion von Tel Aviv, und mehrere ankommende Flugzeuge konnten nicht landen, sondern mussten nach Larnaka auf Zypern umgeleitet werden. Ein russischer Tourist wurde am Samstag, dem 11. Dezember, am Strand bei Natanya von einer hohen Welle erfasst und mitgerissen. Seine Leiche wurde einen Tag später von Suchmannschaften gefunden.

Der Schneefall beeinträchtigte den Verkehr in Israel. Aus dem Norden kommende Züge waren über eine halbe Stunde verspätet. Zwischen den verschiedenen Bahnhöfen Tel Avivs wurde zeitweise ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Gestört war auch der Straßenverkehr. In Naharija trat wegen der starken Niederschläge der Fluss Hagaaton über die Ufer. Die Landstraße 92 musste in der Nähe des Abzweiges Sussita für einige Stunden gesperrt werden, weil der Starkregen zahlreiche in der Gegend verlegte Landminen aus der Erde gespült hatte und somit Gefahr für Autofahrer bestand.

Durch den starken Schneefall konnten die Skigebiete am Hermon, dem höchsten Berg Israels, zum ersten mal seit vier Jahren bereits im Dezember in Betrieb gehen. Üblicherweise ist erst im Januar ausreichend Schnee vorhanden. Die guten Skibedingungen haben zu einem Besucheransturm mit Verkehrsstaus geführt.

Auch im Libanon führte der Wintereinbruch mit Schneefall auf bis zu 700 Meter über dem Meeresspiegel zu Verkehrsproblemen. Die wichtige Hauptstraße Beirut–Damaskus war wegen der Schneemassen nicht mehr befahrbar. Am Grenzübergang in Masnaa wurden nur allradgetriebene Fahrzeuge und Fahrzeuge mit Schneeketten durchgelassen. Nicht befahrbar waren auch die Straße Zahlé–Dhur al-Schweir und die Verbindung nach Dahr al-Baidar. Die Stromversorgung für zahlreiche Ortschaften des Schuf wurde nach Angaben von Électricité du Liban unterbrochen. In der Bekaa-Ebene verloren über 30 Ortschaften die Versorgung mit elektrischer Energie. Auch in den Städten Tyros und Nabtäa wurden Versorgungsleitungen für Elektrizität und Telefon stark beschädigt. Starker Wind führte in Sidon zum Kollaps einer Müllhalde. Dutzende Tonnen von Müll blockierten daraufhin die Hauptstraße, die Sidon mit dem Landesinnern verbindet.

Das zur Hisbollah gehörende Islamic Health Committee organisierte die Schneeräumung auf Straßen im südlichen Libanon und befreite Autofahrer in Hibbarieh, Kfar Hamam, Kfar Schuba und Schebaa aus ihren von den Schneemassen eingeschlossenen Fahrzeugen. Durch die Sturmflut wurden im palästinensischen Flüchtlingslager Dschal al-Bahr bei Tyros zahlreiche Häuser unter Wasser gesetzt. Hisbollah stellte hier Decken, Matratzen und Nahrungsmittel zur Verfügung.

Bis zu zehn Meter hohe Wellen schlugen an die Küste des Libanon, wo mehrere Fischerboote zerstört und zahlreiche beschädigt wurden. Ghazi Aridi, der Minister für Verkehr und öffentliche Dienstleistungen hat Unterstützungszahlungen angekündigt. Auf dem internationalen Flughafen in Beirut wurden vier Kleinflugzeuge durch den Wind auf die Oberseite geworfen. In Tripolis im Norden des Libanon wurde eine Frau in ihrem Auto durch einen umstürzenden Baum erschlagen. Verbreitet riss der Sturm nicht ausreichend befestigte Plakatwände um und beschädigt Fahrzeuge.

Die meisten Häfen Ägyptens im Mittelmeer und im Roten Meer wurden wegen des Sturms geschlossen. Starker Wind führte dazu, dass wartende Schiffe einige Stunden lang nicht in den Suezkanal einfahren durften. Bereits im Kanal befindliche Schiffe mussten die Fahrt unterbrechen. Die Sicht in Kairo wurde durch den Sandsturm stark eingeschränkt. Mindestens 31 Menschen sind durch die Auswirkungen des Orkans in Ägypten gestorben. Zwanzig der Opfer kamen bei Verkehrsunfällen um, elf starben in den Trümmern einstürzender Gebäude, davon zehn beim Einsturz einer Textilfabrik in Alexandria. Ein Behördenvertreter sagte, der Kollaps des über 30 Jahre alten Gebäudes sei „auf schlechtes Wetter und starken Regen“ zurückzuführen. Ein Kind kam beim Kollaps eines fünfstöckigen Gebäudes in Tanta im Nildelta um. Neun Personen wurden dabei verletzt. Eine Person war noch verschüttet.

Auch in Jordanien wirkte sich der Orkan als Sandsturm aus.

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Quellen

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December 8, 2010

Wikileaks: Saudi-Arabien wollte Hisbollah-Entmachtung auf militärischem Weg

Wikileaks: Saudi-Arabien wollte Hisbollah-Entmachtung auf militärischem Weg

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Veröffentlicht: 23:23, 8. Dez. 2010 (CET)
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Wikileaks-Logo

London (Vereinigtes Königreich), 08.12.2010 – Die britische Tageszeitung The Guardian veröffentlichte in ihrer Berichterstattung über die von Wikileaks verbreiteten Dokumente einen Bericht der US-amerikanischen Botschaft in Saudi-Arabien. In diesem als „geheim“ eingestuften Dokument wird über ein Zusammentreffen zwischen dem saudischen Außenminister Prinz Sa’ud al-Faysal mit US-Botschafter David Satterfield berichtet. Bei dem Gespräch am 10. Mai 2008 ging es um die Vorstellungen Saudi-Arabiens zur Stabilisierung der libanesischen Regierung unter ihrem damaligen Ministerpräsident Fuad Siniora durch eine Auflösung der Hisbollah mit militärischer Gewalt.

In dem Dokument heißt es unter anderem: „Während Irak das Hauptthema der Diskussion war, sprach Saud auch Ereignisse an, die sich in Beirut abspielen und betonte die Notwendigkeit für eine ‚Sicherheitsreaktion‘ auf Hisbollahs ‚militärische Herausforderung an die Regierung Libanons‘. Insbesondere setzte sich Saud für eine ‚arabische Streitkraft‘ ein, die Ordnung in und um Beirut schaffen und unterhalten solle, die in ihren Bemühungen unterstützt würde und unter dem ‚Deckmantel‘ einer Stationierung käme von UNIFIL-Truppen aus dem südlichen Libanon. USA und NATO müssten Transport und logistische Unterstützung leisten, außerdem ‚Marine- und Luftraumüberwachung‘. Saud sagte, dass ein Hisbollah-Sieg in Beirut das Ende der Regierung Siniora und eine ‚iranische Übernahme‘ des Libanon bedeuten würde.“[1]

Das Zusammentreffen fand nur wenige Tage nach dem Ausbruch von Unruhen in Beirut statt und stand unter dem Eindruck der Besetzung mehrerer Stadtteile Beiruts durch Milizen der Hisbollah am Tag vor dem Treffen. Dem Botschaftsbericht zufolge habe al-Faysal gesagt, der Plan werde von „Siniora stark unterstützt“, dass jedoch nur Jordanien und Ägypten sowie Amr Moussa, der Generalsekretär der Arabischen Liga, Kenntnis von dem Plan hätten.

Das überwiegend sunnitische Saudi-Arabien unterhält enge Beziehungen mit den Sunniten im Libanon, die laut Verfassung den Ministerpräsidenten des Landes stellen, derzeit Saad al-Hariri, während Hisbollah maßgeblich durch den überwiegend schiitischen Iran und durch Syrien unterstützt wird.

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Wortlaut

  1. Im englischen Originaltext heißt es: „While Iraq was the main topic discussed, Saud brought up events taking place in Beirut and emphasized the need for a ‚security response‘ to Hizballah′s ‚military challenge to the Government of Lebanon.‘ Specifically, Saud argued for an ‚Arab force‘ to create and maintain order in and around Beirut, which would be assisted in its efforts and come under the ‚cover‘ of a deployment of UNIFIL troops from south Lebanon. The US and NATO would need to provide movement and logistic support, as well as ‚naval and air cover.‘ Saud said that a Hizballah victory in Beirut would mean the end of the Siniora government and the ‚Iranian takeover‘ of Lebanon.“

Quellen

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November 28, 2010

Canadian Broadcasting Corporation: Hisbollah-Mitglieder haben Hariri-Ermordung organisiert

Canadian Broadcasting Corporation: Hisbollah-Mitglieder haben Hariri-Ermordung organisiert

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Veröffentlicht: 19:18, 28. Nov. 2010 (CET)
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Der 2005 ermordete Rafiq al-Hariri

Toronto (Kanada) / Beirut (Libanon) / Jerusalem (Israel), 28.11.2010 – Berichten der Canadian Broadcasting Corporation (CBC) vom 21. November zufolge sollen hochrangige Mitglieder der schiitischen Miliz Hisbollah die Ermordung des ehemaligen libanesischen Ministerpräsidenten Rafiq al-Hariri in Auftrag gegeben haben, bei der am 14. Februar 2005 al-Hariri und 22 weitere Personen, darunter der damalige Wirtschaftsminister Bassel Fleihan, durch eine massive Autobombe getötet wurden. Der kanadische Rundfunksender beruft sich dabei auf Dokumente und Informationen aus Kreisen der Internationalen unabhängigen Untersuchungskommission der Vereinten Nationen (UNIIIC) und des Anfang 2008 durch eine Autobombe getöteten Polizeioffiziers Wassim Eid. Die von der Polizei und den UN-Ermittlern gesammelten Beweise „zeigen überwältigend deutlich auf die Tatsache, dass die Attentäter von der Hisbollah waren“, berichtete CBC News.

Der Bericht von CBC News ähnelt einer von dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel im Jahr 2009 veröffentlichten Meldung. Im Spiegel hieß es bereits seinerzeit, die libanesischen Ermittler hätten die Verbindung zwischen acht Mobiltelefonen zum Zeitpunkt und am Tatort des Anschlages sowie ein Netzwerk von zwanzig weiteren Mobiltelefonen nachgewiesen, von denen angenommen werde, dass sie zu operativen Einheiten von Hisbollah gehörten.

Attentat war Auslöser der Zedernrevolution

Das Attentat auf al-Hariris Wagenkolonne hatte die Zedernrevolution ausgelöst und, weil der al-Hariri lange Jahre gegen die syrische Anwesenheit im Libanon eintrat, in der Bevölkerung Zorn gegen Syrien ausgelöst und somit letztlich zum Abzug der syrischen Streitkräfte aus dem Libanon geführt. Viele Libanesen kamen zu dem Schluss, dass al-Hariri sterben musste, weil er sich gegen Damaskus wandte. Frankreich und vor allem die Vereinigten Staaten unter ihrem damaligen Präsident George W. Bush, für den Syrien zur „Achse des Bösen“ gehörte, setzten im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen die Einsetzung einer Untersuchungskommission durch.

Hisbollah, die von Syrien und Iran finanzierte „Partei Gottes“, hat wiederholt eine Verwicklung in das Autobombenattentat zurückgewiesen. Ihr politischer Führer Hassan Nasrallah sagte im November 2010, dass Hisbollah keine Festnahme eines Mitgliedes der Organisation zulassen werde. Den Bericht von CBC kommentierte Hisbollah nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters bislang nicht. UN-Sprecher Farhan Haq bestätigte, dass die Vereinten Nationen den Bericht der kanadischen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt zur Kenntnis genommen habe, man werde ihn jedoch zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht kommentieren. Der UN-Sprecher betonte, dass die zitierten Dokumente „Dokumente der Vereinten Nationen sind, die die Unverletzlichkeit unter Artikel II der Konvention über die Privilegien und Immunitäten der Vereinten Nationen genießen. Unverletzlichkeit schließt ein, dass UN-Dokumente nicht einer dritten Partei bekanntgegeben werden sowie ohne Einverständnis der Vereinten Nationen nicht kopiert oder verwendet werden können.“

Die Washington Post berichtete in diesem Zusammenhang, ihr läge ein Schriftstück der Vereinten Nationen vor, in dem es heiße, die Weltorganisation habe CBC News gewarnt, man werde die kanadischen Behörden darüber in Kenntnis setzen, dass die Rundfunkanstalt UN-privilegierte Dokumente erhalten habe. Der Chefankläger des Sondertribunals für den Libanon wurde von CBC News kontaktiert, weigerte sich jedoch, einen Kommentar abzugeben.

CBC News berief sich in seinem Bericht auf Dokumente, in denen Mobilfunkgespräche und andere Telefonverbindungsdaten analysiert wurden. Diese Analysen seien 2007 durch ein britisches Unternehmen erstellt worden, sagt CBC. Hisbollah hat Israel beschuldigt, libanesische Telekommunikationsunternehmen mit Agenten durchsetzt und so Beweise verfälscht zu haben, sodass es zur Beschuldigung von Hisbollah im Hariri-Fall gekommen sei. Tatsächlich wurden seit April 2010 mehr als 50 libanesische Telekom-Mitarbeiter verhaftet und der Spionage für Israel beschuldigt.

Anfängliche UN-Berichte wiesen auf Beteiligung syrischer Sicherheitsoffziere hin

Die UN-Ermittlungen waren zunächst davon ausgegangen, dass syrische und libanesische Geheimdienstkreise in das Attentat verwickelt waren. Bereits der erste Sonderermittler der Vereinten Nationen, der deutsche Staatsanwalt Detlev Mehlis, hatte im Oktober 2005 den sogenannten Mehlis-Bericht vorgelegt, in dem es hieß, dass das Attentat auf al-Hariri „nicht ohne die Zustimmung von hochrangigen syrischen Sicherheitsoffizieren ausgeführt werden konnten und auch nicht weiter organisiert hätten werden können ohne die Mitwirkung ihrer Amtskollegen in den libanesischen Sicherheitskräften“. Auch Rafiq al-Hariris Sohn Saad, der derzeitige Ministerpräsident des Libanon, hatte wiederholt Damaskus der Ermordung seines Vaters beschuldigt. Vor einigen Monaten verkündete er jedoch, dass diese Anschuldigungen falsch gewesen und politisch motiviert gewesen seien. Mehlis′ Nachfolger, der Belgier Serge Brammertz und der Kanadier Daniel Bellemare, hatten während ihrer Amtszeit keine näheren Angaben zu den Ergebnissen ihrer Ermittlungen gemacht.

CBC News veröffentlichte auch Details aus einem Dokument, demzufolge der Verbindungsoffizier Libanons beim Sondertribunal, Oberst Wissam al-Hassan, möglicherweise der Beteiligung am Attentat auf al-Hariri verdächtig ist. Er sei verantwortlich für die Sicherheit des früheren Ministerpräsidenten gewesen, habe sich jedoch am Tag des Attentats freigenommen, um an einer Universitätsprüfung teilzunehmen. In einem internen UN-Dokument werde Hassans Alibi als „schwach und inkonsistent“ bezeichnet, berichtete CBC News.

Der Bericht der Canadian Broadcasting Corporation weist auch darauf hin, dass es die Untersuchungskommission der Vereinten Nationen in den Anfangsmonaten ihrer Tätigkeit versäumt habe, eine umfassende Analyse der zur Verfügung stehenden Telefonverbindungsdaten durchzuführen. Der Autor des Berichtes, Neil Macdonald, kritisierte außerdem, Brammertz habe in seiner Zeit als Kommissionschef von UNIIIC mehr Wert auf die Vermeidung von Kontroversen als auf die Fortführung der Ermittlungen gelegt. Macdonald machte diese Feststellung unter Berufung auf Personal, das unter Brammerz′ Führung für UNIIIC tätig war. Macdonal kritisiert deutlich, dass die Vereinten Nationen es versäumt hätten, für einen ausreichenden Schutz des Polizeioffiziers Wassim Eid zu sorgen.

Auswertung von Mobilfunkverbindungsdaten brachte neue Erkenntnisse

Erst im Oktober 2007, nachdem die Ermittler den lange zögernden Brammertz überzeugen konnten, gelang es der unabhängigen Untersuchungskommission, die Telefonverbindungsdaten zu erhalten. Diese Daten wurden dann in einer Datenbank erfasst, und im Dezember 2007 konnten die Experten eines britischen Unternehmens, das mit der Auswertung beauftragt worden war, acht Mobilfunknummern isolieren, die benutzt wurden, um al-Hariri in den Wochen vor dem Attentat zu überwachen. Für die Ermittlungen bedeutete diese Entdeckung ein Durchbruch, obwohl die drei Jahre alten Spuren bereits ziemlich kalt waren. Just zu diesem Zeitpunkt entdeckte jemand im UNIIIC-Mitarbeiterstab den Bericht des jungen Polizeioffiziers Wassim Eid wieder, den dieser bereits Anfang 2006 an die internationale Untersuchungskommission übermittelt hatte.

Eid war ein ehemaliger Informatikstudent, der dann zur libanesischen Polizei ging. Er hatte nach dem Attentat auf Hariri eine Analyse aller Mobilfunkdaten in der Umgebung des Hotel St. George zum Zeitpunkt des Attentates vorgenommen. Durch ein Ausschlussverfahren hatte auch Eid die acht Mobiltelefonnummern ausfindig gemacht, die von den Attentätern verwendet wurden. Doch Eid war es gelungen, was dem britischen Unternehmen nicht gelungen war. Er konnte auch die Verbindung dieser Telefonnummern mit einer anderen Gruppe von Mobiltelefonnummern herstellen, von denen er glaubte, sie hätten an der Organisation des Anschlages mitgewirkt. Diese Nummern wiederum hatten allesamt Verbindung mit einer Festnetznummer in einem Krankenhaus der Hisbollah in Südbeirut sowie mit vier weiteren Mobiltelefonnummern. Dieser Bericht Eids wurde von den Ermittlern der UN-Untersuchungskommission vergessen und verschwand zunächst, berichtete Macdonald.

Im Januar 2008, inzwischen hatte der Kanadier Daniel Bellemare die Nachfolge Brammertz angetreten, kontaktierten von der UN entsandte Telekommunikationsexperten Eid und trafen dem CBC-Bericht zufolge im Wochenabstand zweimal mit ihm zusammen. Am Tag nach dem zweiten Treffen, am 25. Januar 2008, tötete eine Autobombe den Polizisten. Sein Begräbnis wurde vom libanesischen Fernsehen übertragen.

Die von Eid zuletzt ermittelten vier Mobiltelefonnummern gehörten Telefonen, die von der libanesischen Regierung an Hisbollah-Abgeordnete ausgegeben worden sein sollen. Hisbollah war 2005, als al-Hariri getötet wurde, Mitglied der Regierung und gehört ihr auch heute wieder an.

Destabilisiert der Bericht von CBC News die politische Lage im Libanon?

Im Libanon führt das Bekanntwerden dieser Ermittlungen zu Befürchtungen über möglichen Ausbruch von Gewalt, falls Mitglieder von Hisbollah angeklagt werden. In manchen Teilen Beiruts sagen die Menschen, dass das Tribunal Gerechtigkeit bringen werde. In anderen Teilen der Stadt nennen die Leute das Gericht ein Werkzeug des Westens, das nur installiert worden sei, um Hisbollah zu diskreditieren. Hisbollah spielt eine Schlüsselrolle in der Regierung des Landes und ist die stärkste militärische Kraft im Libanon. Die Organisation wird von den Vereinigten Staaten als Terrororganisation eingestuft.

In einem von Sunniten und Schiiten bewohnten Stadtviertel im Zentrum Beiruts sind Hisbollah und seine Verbündeten populär. Nicht weit von den Büros reparieren ein paar Leute Motorräder. Hassan, einer ihrer Kunden, sagte dem Reporter der Voice of America, dass er von Hisbollah nicht die Ausrufung eines Aufstandes erwarte, wenn eines ihrer Mitglieder angeklagt werde. Doch wies er darauf hin, dass es wohl zu Unruhen kommen werde. „Wenn das passiert – diese Anklagen – denke ich, dass ich einige Räder nehme und beginne, diese auf einer Straße wie dieser anzuzünden“, sagte Hassan. „Die Räder auf die Straße werfen und sie anzünden.“

Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah weist die Anschuldigungen zurück, dass seine Organisation eine Rolle in der Ermordung Hariris gespielt habe, und er kündigte an, denjenigen „die Hand abzuschneiden“, die es versuchten, Mitglieder von Hisbollah festzunehmen. Doch auf die Anklagen müssten nicht unbedingt Verhaftungen folgen. Ende der vergangenen Woche entschied das Gericht, dass es die Verhandlungen mit den Angeklagten in Abwesenheit durchführen könne.

Hisbollah gilt seit 2008 allgemein als die stärkste politische Kraft in der zersplitterten politischen Landschaft des Staates an der Levante und die Möglichkeit als gegeben, dass die Organisation ihre Kraft in politischen Druck ummünzen könne. Analysten schätzen ein, dass die Hisbollah Premierminister Saad al-Hariri wenig Spielraum lasse. Wie die Vereinigten Staaten, die Europäische Union und andere westliche Staaten unterstützt er das Sondergericht und sagt, es werde Gerechtigkeit für seinen Vater bringen. Doch friedliche Beziehungen zwischen seiner Regierung und Hisbollah, die mit fast der Hälfte der Parlamentsabgeordneten paktiert, sind entscheidend für die politische Stabilität des Landes.

Mohammad Melah ist Besitzer eines Tabakladens im Zentrum Beiruts. Er sagte, dass Hisbollah und ihre Anhänger nicht gewalttätig werden müssten, da das libanesische Volk die Kontroverse genau verfolge. Man sei sich bewusst, dass der Gerichtshof international sei und kein libanesisches Gericht. Eine Anklage, so sagte Melah, bedeute keineswegs, dass Hisbollah-Mitglieder aus dem Libanon herausgeholt würden.

Nach 35 Jahren politischer Instabilität wollen die meisten Libanesen Ruhe

Nach dem 15-jährigen Bürgerkrieg, der 1990 endete, der Besetzung des südlichen Libanons durch Israel nach dem ersten Libanonkrieg 1982 und nach dem zweiten Libanonkrieg 2006 sowie den Zusammenstößen zwischen Hisbollah und Anhängern der Regierung im Jahr 2008 sind viele Libanesen der Meinung, dass es keine Gewalt geben werde, weil die Leute genug vom Kämpfen hätten. In einem familieneigenen Laden mit Mobiltelefonen auf einem der Hügel sagte Mohammad Negim, dass es keine Gewalt geben werde, solange die Anklage von Hisbollah-Mitgliedern nicht deren Verhaftung bedeute. Er sagte auch, falls Hisbollah es wolle, könne es den Libanon innerhalb von zwei Wochen übernehmen.

Straßensperre der libanesischen Armee am 7. Mai 2008

Foto: Lannie Naas

Bereits im Mai 2008 hatten Militante der Hisbollah und ihrer Verbündeten kurzzeitig ihre Stärke demonstriert, indem sie Westbeirut kontrollierten und den Zugang zum Flughafen der Stadt abriegelten. Analysten warnen, dass zwar keine weitere solche Machtdemonstration unmittelbar bevorstehe, die Möglichkeit, dass es dazu komme, sei jedoch tatsächlich größer geworden.

Fares Souaid, der Generalsekretär der Allianz des 14. März, der Partei des Ministerpräsidenten, sagte, die Anführer der Hisbollah würden die öffentliche Meinung der Schiiten manipulieren. Hassan Nasrallah gelänge es, den Eindruck zu erwecken, dass die schiitische Gemeinschaft die Anklagen als gegen ihre Glaubensgemeinschaft gerichtet empfinde und nicht als Anklagen gegen einzelne Hisbollah-Mitglieder. „Er versucht die Organisation selbst durch die schiitische Gemeinschaft zu schützen, indem er sagt, ‚Ihr seid beschuldigt, nicht ich alleine bin beschuldigt. Ihr seid des Mordes beschuldigt‘“, sagte Souaid.

Auf der anderen Seite der Stadt in einem christlichen Stadtviertel sagen die Menschen, dass sie sich vor dem Ausbruch von Unruhen nach der Erhebung von Anklagen fürchteten. Einige sagen, das Gericht solle im Interesse des Friedens im Libanon zurückstecken. Andere, wie Gerard Gebeily, der ein Oberklassemodegeschäft besitzt, meinen, dass Gewalt in Beirut der Preis sei, den man vielleicht für die Gerechtigkeit bezahlen müsse. „Die Sache ist, dass Gerechtigkeit geschehen müsse, egal, was danach für Probleme bestehen“, sagte Gebeily. „Wir haben Angst vor dem Ergebnis dieses Tribunals, aber wir müssen zuerst die Wahrheit haben und danach werden wir mit dem Rest fertig.“ Gebeily hoffe, dass es keine Gewalt gebe, aber nach Jahrzehnten der Unruhe brauche Libanon einen Schlussstrich unter dieses Kapitel, indem die Mörder von Hariri verurteilt werden, ohne Rücksicht darauf, wer sie seien.

Bemühungen der Diplomatie

Befürchtungen, dass Hisbollah im Falle einer Anklageerhebung gegen einzelne ihrer Mitglieder zum Anlass nehmen könnte, die Macht im Libanon durch einen Putsch zu übernehmen, hat auch der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei einem Besuch des italienischen Außenministers Franco Frattini geäußert. Italien spielt eine Schlüsselrolle im Verhältnis zwischen Libanon und Israel, da die UN-Schutztruppe UNIFIL derzeit unter italienischem Oberkommando steht. Zwar berichtete die israelische Tageszeitung Haaretz darüber, dass Analysten im Außenministerium und im militärischen Geheimdienst zur Auffassung gekommen seien, dass weder Hisbollah noch andere politische Akteure im Libanon Interesse daran hätten, dass die Situation im Libanon außer Kontrolle gerate, doch Netanjahu wies Frattini darauf hin, dass Hisbollah in Versuchung geraten könne, von wachsendem internationalen Druck abzulenken, indem es im Land innenpolitische Instabilität schüre. Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak ging einen Schritt weiter. „Wir müssen – sowohl in unserer Geheimdienstarbeit als auch in den operativen Einheiten – bereit sein, damit die Umstände nicht außer Kontrolle geraten und müssen die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass jemand versucht, diese Spannungen gegen uns zu lenken“, sagte Barak.

Die Minister von sieben israelischen Schlüsselministerien sind am Mittwoch, dem 24. November, zusammengetroffen, um die Sicherheitslage zu erörtern. In der Region kam es unterdessen auch zu einer erhöhten Aktivität der Diplomatie. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan ist ebenfalls am Mittwoch zu einem zweitägigen Besuch in der libanesischen Hauptstadt eingetroffen. Auch der Premierminister und der Außenminister des Golfstaates Katar werden in dieser Woche noch im Libanon erwartet. Der saudi-arabische Kronprinz und stellvertretende Premierminister des Landes, Sultan ibn Abd al-Aziz, ist zu Wochenbeginn nach Damaskus gereist, um die Situation im Libanon mit dem syrischen Staatspräsidenten Baschar Assad zu erörtern. Die Vereinigten Staaten wiederum entsandten Fred Hoff, einen Stellvertreter des US-Nahostsonderbeauftragten George Mitchell, diese Woche nach Israel, um eine Beschleunigung des von Israel bereits zugesagten Abzuges aus der Nordhälfte des auf der Grenze zwischen Libanon und den von Israel besetzten und völkerrechtlich zu Syrien gehörenden Golanhöhen liegenden Ortes Ghadschar zu erreichen. Die Vereinigten Staaten erhoffen sich dadurch eine Stärkung der Position von Ministerpräsident Saad al-Hariri.

Libanons Ministerpräsident al-Hariri hat den Bericht von CBC News kritisiert. „Ich persönlich bin der Meinung, dass undichte Stellen zu den Medien nicht dem Lauf der Justiz dienen,“ sagte al-Hariri. Er drückte außerdem sein „vollständiges Vertrauen“ zu dem früheren Sicherheitschef seines Vaters, Wassim Hassan aus. Trotz der angespannten politischen Lage wird Premierminister al-Hariri am Samstag, dem 27. November mit einer großen Delegation zu einem Staatsbesuch im Iran nach Teheran reisen. Es ist der Gegenbesuch zu einem Aufenthalt des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad im Libanon, bei dem dieser am 13. Oktober von Hisbollah-Anhängern gefeiert worden war.

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Quellen

Anmerkung

  1. Ein Teil dieses Artikels beruht auf einer wortwörtlichen Übersetzung von Teilen dieses Artikels, der als Werk von Angestellten der US-Regierung in der Public Domain ist.

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April 9, 2010

Scharmützel zwischen rivalisierenden Palästinensern im Libanon

Scharmützel zwischen rivalisierenden Palästinensern im Libanon

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Veröffentlicht: 20:47, 9. Apr. 2010 (CEST)
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Beirut (Libanon), 09.04.2010 – Bei Kfar Zabad in der Bekaa-Ebene im Osten des Libanon ist es zu Kämpfen zwischen rivalisierenden Palästinensern gekommen. Bei den Auseinandersetzungen zwischen Mitgliedern der von Ahmed Gibril 1968 gegründeten Volksfront zur Befreiung Palästinas – Generalkommando (PFLP-GC) wurden automatische Waffen und RPGs abgefeuert.

Es gibt widersprüchliche Aussagen zu den Hintergründen der Schießereien. Nach den Angaben eines Militärsprechers, die dieser anonym gegenüber der Nachrichtenagentur Agence France-Presse machte, sollen interne Streitigkeiten den Zwischenfall ausgelöst haben. Die Nachrichten im Future TV von Saad al-Hariri nannten eine „Rebellion“ innerhalb der Palästinensergruppe als Auslöser. Der maronitische Fernsehsender Lebanese Broadcasting Corporation meldete, dass sich PFLP-GC-Angehörige aus Ain al-Baida und dem nahegelegenen Qousaya gegenseitig mit Mörsern beschossen.

Anwar Radscha, der Pressesprecher von PFLP-GC, machte allerdings den libanesischen Sicherheitsdienst verantwortlich. Er bezeichnete die Medienberichte als ungenau und irreführend. „Die Wahrheit hinter der Angelegenheit ist, dass eine Gruppe vom Informationsdienst, die von Wissam al-Hasan geführt wird, das Abkommen über die Prinzipien des Dialoges in Bezug auf palästinensische Waffen außerhalb der Camps zu untergraben versuchte, indem er eine unserer Basen in Kfar Zabad zu destabilisieren versucht, und wir halten dies für eine Umsetzung des israelischen Verlangens nach einer Entwaffnung der PFLP-GC“, sagte Radscha.

Die UN-Resolution 1559 (2004) verlangt die Entwaffung aller Milizen im Libanon. Die PFLP-GC und die Fatah al-Intifada werden von Syrien unterstützt und widersetzen sich der UN-Resolution genauso wie die von Iran unterstützte Hisbollah.

Doch Abu Ramez Imad Mustafa, ein Führer der PFLP-GC, spielte den Zwischenfall herunter. „Eines der Mitglieder der PFLP-GC, das Probleme mit seinen Kameraden hat, welche es auf die falsche Weise zu lösen versuchte, kam mit einigen seiner nicht zur PFLP-GC gehörenden Verwandten in das Lager in Kfar Zabad, wo die Auseinandersetzungen stattfanden.“

Quellen

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January 25, 2010

Flugzeug stürzt vor der libanesischen Küste ins Meer

Flugzeug stürzt vor der libanesischen Küste ins Meer

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Veröffentlicht: 22:26, 25. Jan. 2010 (CET)
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Eine baugleiche Boeing 737-800 auf dem Flughafen Entebbe

Foto: Hansueli Krapf

Beirut (Libanon), 25.01.2010 – Kurz nach dem Start auf dem Rafiq-al-Hariri-Flughafen in Beirut gegen 2:30 Uhr Ortszeit (1:30 Uhr Mitteleuropäische Zeit) ist eine Boeing 737-800 der Ethiopian Airlines ins Meer gestürzt. An Bord der Maschine waren 82 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder, davon 22 Äthiopier und 54 Libanesen sowie einige Angehörigen anderer Nationen, darunter jedoch keine Personen aus dem deutschen Sprachraum. Inzwischen wird davon ausgegangen, dass niemand den Absturz überlebt hat. Lokale Medien gaben zunächst an, die libanesische Armee habe sieben Personen gerettet, die libanesischen Behörden konnten diese Angaben jedoch nicht bestätigen. Die französische Botschaft bestätigte, dass die Ehefrau des französischen Botschafters in Beirut, Marla Sanchez Pietton, in dem abgestürzten Flugzeug gesessen habe.

Der libanesische Präsident Michel Sulaiman schloss sowohl einen Anschlag als auch Sabotage aus. Ein Flughafensprecher gab an, das Flugzeug sei von einem Blitz getroffen worden. Seit Sonntagabend herrschte in Beirut schlechtes Wetter mit Gewitter und Regen. Augenzeugen berichteten, sie hätten das Flugzeug brennend ins Meer stürzen sehen. Die Absturzstelle liegt nach Angaben der libanesischen Armee etwa dreieinhalb Kilometer von der Küste entfernt in der Nähe der Ortschaft Na’ameh. An der Suche nach Überlebenden nahmen Hubschrauber und Schiffe der libanesischen Streitkräfte sowie Schiffe der internationalen Friedenstruppe UNIFIL teil, darunter auch zwei Schiffe der Deutschen Marine, das Minensuchboot „Laboe“ und das Versorgungsschiff „Mosel“, das die Suchaktion koordinierte.

Ethiopian Airlines wurde 2008 als beste Fluggesellschaft auf dem afrikanischen Kontinent prämiert und verfügt über eine relativ junge Flotte. Die Airline fliegt außerhalb Äthiopiens 56 Flughäfen auf vier Kontinenten an.

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Quellen

Weblinks

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Ethiopian-Airlines-Flug 409“.

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