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June 9, 2011

Cholera-Ausbruch in der Elfenbeinküste

Cholera-Ausbruch in der Elfenbeinküste – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Cholera-Ausbruch in der Elfenbeinküste

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Veröffentlicht: 15:30, 9. Jun. 2011 (CEST)
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Abidjan (Elfenbeinküste), 09.06.2011 – Erste Erkrankungen an der lebensbedrohlichen bakteriellen Infektionskrankheit Cholera traten in der Hauptstadt der Elfenbeinküste, Abidjan, auf. Im Distrikt Koumassi sollen laut UNICEF-Angaben vom Dienstag bereits zehn Cholerafälle aufgetreten sein. Die häufig durch verunreinigtes Wasser verbreitete Durchfallerkrankung könnte sich durch die einsetzende Regenzeit rasch zu einer Epidemie entwickeln, befürchtet das UN-Kinderhilfswerk UNICEF. Durch den monatelangen Bürgerkrieg in dem Land an der westafrikanischen Küste haben sich die hygienischen Verhältnisse weiter verschlechtert. Sauberes Trinkwasser steht oft nicht zur Verfügung.

In den Städten Daloa und Bouaflé ließ die UNICEF insgesamt 19 große Wassertanks installieren. Außerdem werden Medikamente, Seife, Chlor und Tabletten eingesetzt, um der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben ihr Trinkwasser zu reinigen.

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  • Portal:Gesundheit

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December 8, 2010

Haiti: Stichwahl erforderlich – Unruhen nach Bekanntmachung des Wahlergebnisses

Haiti: Stichwahl erforderlich – Unruhen nach Bekanntmachung des Wahlergebnisses

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Veröffentlicht: 17:42, 8. Dez. 2010 (CET)
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Port-au-Prince (Haiti), 08.12.2010 – Zu schweren Ausschreitungen kam es am Dienstagabend in dem karibischen Inselstaat Haiti, nachdem der Wahlrat des Landes das Ergebnis der Präsidentschaftswahl vom 28. November bekannt gegeben hatte. Danach kam die Rechtsprofessorin Mirlande Manigat, Gattin des ehemaligen Präsidenten Leslie Manigat, auf 31 Prozent der Stimmen. Jude Célestin, der Kandidat der Regierungspartei, erhielt etwas mehr als 22 Prozent der Stimmen. Dritter Kandidat war der populäre Sänger Michel Martelly mit knapp 22 Prozent. Dem Wahlrat zufolge hatte Martelly nur knapp 7000 Stimmen weniger als Célestin. Zwischen Manigat und Célestin soll eine Stichwahl entscheiden, da keiner von beiden eine absolute Mehrheit der Stimmen auf sich vereinigen konnte.

Die Demonstranten waren vor allem erbost über das niedrige offizielle Stimmergebnis für den Drittplatzierten Martelly, der aus dem Rennen um die Präsidentschaft nun ausgeschieden ist. In der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince errichteten die Demonstranten Barrikaden aus Reifen und Steinen. Vereinzelt wurden auch Geschäfte niedergebrannt, außerdem sollen Schüsse gefallen sein. Bereits im Vorfeld der Bekanntgabe des Wahlergebnisses waren Vorwürfe laut geworden, die Wahlen seien manipuliert worden. Der aus dem Amt scheidende Präsident René Préval soll demnach die Wahlergebnisse zugunsten seines politischen Zöglings Célestin gefälscht haben.

Der von der Europäischen Union finanzierte Nationale Wahlbeobachtungsrat (CNO), der 5500 Wahlbeobachter aufgeboten hatte, gab die Einschätzung ab, dass Célestin nach der Zahl der für ihn abgegebenen Stimmen lediglich auf Platz drei gelandet war. Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Wahlergebnisses äußerten auch Vertreter der US-Botschaft in Haiti. In einer Erklärung der Botschaft hieß es: „Das Ergebnis entspricht nicht den Berechnungen der Wahlbeobachter“, und: „Die USA und die internationale Gemeinschaft sind bereit, die Resultate der Wahl genau zu überprüfen und dem haitianischen Volk zu ihrem Recht zu verhelfen.“ Weitere Hinweise deuten ebenfalls daraufhin, dass Versuche unternommen worden waren, die Wahlergebnisse zu manipulieren. So sollen während der Auszählung manipulierte Strichlisten entdeckt worden sein. Nach Angaben der Wahlbehörde kam es in 52 der 1500 Wahllokale zu Unregelmäßigkeiten. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), deren Sitz in Washington D.C. ist, erklärte gemeinsam mit der Karibischen Gemeinschaft (Caricom), die Probleme bei der Wahl seien größer gewesen als erwartet. Diese Probleme machten aber das Wahlergebnis nicht ungültig.

Die geplante Stichwahl soll am 16. Januar stattfinden. Die Situation in dem Land ist nach dem verheerenden Erdbeben vom Januar 2010 durch millionenfache Obdachlosigkeit gekennzeichnet. Außerdem grassiert eine Cholera-Epidemie, an der sich nach Angaben von Gesundheitsexperten in den nächsten zwölf Monaten bis zu 400.000 Menschen infizieren könnten.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Haiti
Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Wahlen in Haiti 2010“.

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November 16, 2010

Haiti: Zwei Tote durch Schüsse von Blauhelmsoldaten

Haiti: Zwei Tote durch Schüsse von Blauhelmsoldaten

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Veröffentlicht: 20:41, 16. Nov. 2010 (CET)
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Cap-Haïtien im Département Nord von Haiti

Cap-Haïtien (Haiti), 16.11.2010 – Eine Demonstration tausender aufgebrachter Bürger in der zweitgrößten haitianischen Stadt Cap-Haïtien gegen die aus ihrer Sicht schleppende medizinische Versorgung von Cholera-Erkrankten endete am Montag für zwei Demonstranten tödlich. Augenzeugen machten Angehörige der in Cap-Haïtien stationierten nepalesischen UN-Soldaten für den Tod der zwei Demonstranten verantwortlich. Die Leitung der UN-Mission (MINUSTAH) in Haiti bestätigte inzwischen den Vorfall und erklärte, die Soldaten hätten aus Notwehr gehandelt. Einer der beiden getöteten Männer sei bewaffnet gewesen und habe die UN-Soldaten gezielt angegriffen. In Cap-Haïtien waren die UN-Soldaten mit Tränengas und Gummigeschossen gegen die Demonstranten vorgegangen, die Autos angezündet und Straßensperren errichtet hatten. Die UN vermutet hinter den Protesten gezielte Provokationen, die im Zusammenhang mit den bevorstehenden Wahlen stünden.

Am 28. November finden in Haiti Wahlen zum Repräsentantenhaus statt, außerdem wählen die 4,7 Millionen Wahlberechtigten Haitis ein Drittel des Senats und den Präsidenten des Landes neu.

UN-Angaben zufolge sei eine Polizeistation von den Demonstranten angegriffen worden. Ein haitianischer Behördenvertreter gab an, der 20-jährige Mann sei von Schüssen in den Rücken getroffen worden. Seine Leiche war vor dem UN-Stützpunkt Quartier-Morin, einem Vorort von Cap-Haïtien, gefunden worden. Der andere Tote soll bei Protesten in Cap-Haïtien erschossen worden sein.

Die Proteste richteten sich gegen die haitianische Regierung und die Vereinten Nationen. Diese wurden für das Missmanagement bei der Bekämpfung der Cholera-Epidemie verantwortlich gemacht. Insbesondere die Anwesenheit der nepalesischen Soldaten wurde mit dem Ausbruch der Cholera in Zusammenhang gebracht. Der Ausbruch der Krankheit habe demnach in der Nähe des Lagers der UN-Soldaten mit nepalesischer Herkunft am Fluss Artibonite begonnen. Die US-Behörde für Seuchenkontrolle CDC (Centers for Disease Control and Prevention) hatte Medienberichten zufolge den Erreger untersucht und eine starke Ähnlichkeit mit einem Typ, der in Südasien vorkommt, festgestellt. Aber weder die Regierung Haitis noch die UNO oder das CDC hatten daraus den Schluss gezogen, dass die nepalesischen Soldaten das Virus eingeschleppt hätten.

Seit dem Ausbruch der Cholera im Oktober sind auf Haiti rund 900 Menschen an der lebensbedrohlichen Durchfallerkrankung gestorben. Mehr als 14.600 Cholerakranke werden zurzeit in Krankenhäusern auf Haiti behandelt. Der Erreger wird über das Wasser übertragen. Nach dem Erdbeben im Januar 2010 war unter anderem die Trinkwasserversorgung des Landes stark geschädigt worden. Die Seuche wütet besonders in den Slums sowie den nach dem Erdbeben errichteten provisorischen Lagern, wo katastrophale hygienische Zustände herrschen.

Themenverwandte Artikel

  • Mutmaßlicher Choleraausbruch in Haiti (22.10.2010)
  • Portal:Haiti
  • Portal:UN-Missionen

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November 5, 2010

Hochwasser in West- und Zentralafrika fordert viele Opfer

Hochwasser in West- und Zentralafrika fordert viele Opfer

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Veröffentlicht: 14:09, 5. Nov. 2010 (CET)
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Genf (Schweiz) / Cotonou (Benin) / N’Djamena (Tschad), 05.11.2010 – Wie die Vereinten Nationen und mehrere Hilfsorganisationen mitteilten, haben durch Hochwasser in einigen Staaten West- und Zentralafrikas mindestens 397 Menschen ihr Leben verloren. Zu den am stärksten betroffenen Staaten gehört Benin, Burkina Faso, Kamerun, Niger, Nigeria und Tschad. Rund 1,8 Millionen Menschen sind von den Fluten betroffen.

In Zentralafrika sind 230.000 Menschen vom Hochwasser betroffen, 90 Personen verloren ihr Leben. Schlimmer ist die Lage in den Staaten Westafrikas. Dort sind 1.600.000 Bewohner direkt vom Hochwasser betroffen und 307 Menschen sind gestorben, teilte Elisabeth Byrs, eine Sprecherin des UN-Nothilfekoordinators (OCHA) der Presse in Genf mit. In Benin seien rund 700.000 Einwohner in 55 der insgesamt 77 Gemeinden des Landes vom Hochwasser betroffen. Hier starben bis Mitte Oktober mindestens 43 Menschen, mehr als 90.000 weitere wurden obdachlos. In Nigeria wurden im gleichen Zeitraum mindestens 118 Personen getötet, über 300.000 Bewohner sind obdachlos. Niger und Tschad melden 227.000 bzw. fast 145.000 Obdachlose, in Burkina Faso sind es mehr als 105.000.

Ein erhebliches Risiko geht für die betroffene Bevölkerung von Seuchen aus; im Tschad und im Norden Kameruns sowie in Niger und Nigeria ist gebietsweise Cholera ausgebrochen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurden seit Juni über 52.000 Fälle der Krankheit registriert.

Im Tschad sind 19 des 22 Regionen von den Fluten betroffen, in sechs dieser Regionen ist die Cholera ausgebrochen, stellte das Büro des UN-Nothilfekoordinators (OCHA) fest. Zum 7. Oktober hatte OCHA die Zahl der infizierten Personen mit 3338 angegeben, gegenüber 735 Fällen einen Monat zuvor. Doch die Quote der tödlich verlaufenden Infektionen sei rückläufig. Sie betrug Anfang Oktober 3,8 %, gegenüber 6 % im September, teilte OCHA mit. Die Epidemie war im Tschad im August ausgebrochen, nachdem sie bereits in den angrenzenden Gebieten Kameruns und Nigeria wütete.

Mitten in dieser Epidemie sorgen steigende Wasserstände des Flusses Schari für weitere Besorgnis. Das Hochwasser ist in Brunnen und Toiletten eingedrungen und erhöht somit die Infektionsgefahr, sodass tausende von Bewohnern niedrig gelegener Stadtteile der Landeshauptstadt N’Djamena fliehen mussten. Für viele Menschen gibt es kein sauberes Trinkwasser. Der Fluss war Ende September über die Ufer getreten und ist immer noch am Steigen. Rund 1500 Familien wurden im Stadtbezirk Walia obdachlos. Viele der Betroffen kamen bei Verwandten in anderen Stadtteilen unter.

Mitarbeiter von Hilfsorganisationen sagten, dass der Aufenthalt dieser Menschen wenig kontrollierbar sei und es dadurch erschwert werde, den Ausbruch der Epidemie unter Kontrolle zu bekommen. Mahamat Bafoundou, ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes, sagte der UN-eigenen Presseagentur IRIN, dass viele Familien derzeit im Freien lebten. Doch auch in anderen Stadtteilen sorgt der hohe Wasserstand zunehmend für Gefahr. Um ein Überfluten dieser Stadtteile zu verhindern, mussten Abwasserkanäle versperrt werden, aber diese Maßnahme erhöht die Seuchengefahr weiter.

Die Hilfsorganisation CARE hat das Hochwasser in Benin als die schlimmste Naturkatastrophe in dem Land seit 1963 bezeichnet. Dort waren nach UN-Angaben 76.000 Quadratkilometer des Landes überschwemmt. Rotimy Djossaya, der Direktor von CARE Benin erklärte, „Alle Älteren stimmen darin überein, dass sie nie eine solche Flut erlebt haben“. Von dem Hochwasser weggespült worden seien auch Siedlungen, die eigentlich als hochwassersicher galten, wie beispielsweise das Dorf Kopto in der Gemeinde Zangnanado in der Mitte des Landes. Viele Ortschaften stehen unter Wasser und die Bevölkerung hat in Einrichtungen der Gesundheitsvorsorge Zuflucht gesucht, was die medizinische Versorgung erschwert.

Zwar geht das Hochwasser in Benin inzwischen zurück, doch droht nun die Ausbreitung von Malaria, da vielerorts noch Wasser steht. Auch Cholera ist in Benin ein Thema. Bereits vor Einsetzen des Hochwassers wurden zahlreiche Erkrankungen gemeldet. CARE gab die Zahl der Cholerafälle in Benin am 26. Oktober mit 846 an, davon entfielen über 500 auf Cotonou. Sieben Menschen sind an der Infektionskrankheit, die vor allem durch verschmutztes Trinkwasser ausgelöst wird, gestorben. Erschwert wird die Lage auch dadurch, dass viele der Gesundheitszentren überflutet oder wegen Hochwasser unerreichbar sind.

Durch eine überdurchschnittliche Regenzeit führen der Niger und zahlreiche andere Flüsse Hochwasser.

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  • Portal:Naturkatastrophen

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October 22, 2010

Mutmaßlicher Choleraausbruch in Haiti

Mutmaßlicher Choleraausbruch in Haiti – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Mutmaßlicher Choleraausbruch in Haiti

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Veröffentlicht: 22:19, 22. Okt. 2010 (CEST)
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Port-au-Prince (Haiti), 22.10.2010 – 138 Menschen sind laut Meldungen haitianischer Behörden an den Folgen des Cholera-Ausbruchs verstorben, weitere 1500 Menschen gelten als infiziert und werden medizinisch versorgt. Eine endgültige Bestätigung des Erregers steht noch aus.

Der Ursprung des Ausbruches liegt nördlich der Hauptstadt Port-au-Prince in der Region Artibonite. Die lokalen Krankenhäuser stoßen indes an ihre Kapazitätsgrenzen. Seit dem schweren Erdbeben vom 12. Januar leben etwa eine halbe Millionen Haitianer in Behelfsunterkünften. Ein Ausbrechen von Seuchen, durch die Katastrophe begünstigt, konnte bis jetzt dank internationaler Hilfe verhindert werden. Besondere Bedeutung kommen hier der Versorgung mit sauberen Trinkwasser zu; bei dieser Aufgabe unterstützt die Bundesrepublik Deutschland die lokalen haitianischen Behörden.

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  • Portal:Gesundheit
  • Portal:Haiti

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February 12, 2009

Morgan Tsvangirai als Ministerpräsident Simbabwes vereidigt

Morgan Tsvangirai als Ministerpräsident Simbabwes vereidigt

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Veröffentlicht: 12:23, 12. Feb. 2009 (CET)
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Harare (Simbabwe), 12.02.2009 – Der Führer der oppositionellen „Bewegung für demokratischen Wandel“ (MDC), Morgan Tsvangirai wurde gestern von seinem schärfsten politischen Gegner, Robert Mugabe, als Ministerpräsident vereidigt. Welchen politischen Spielraum Tsvangirai unter der Präsidentschaft Mugabes tatsächlich haben wird, ist noch unklar. Der heute 84-jährige Mugabe herrschte mit Hilfe seiner Partei ZANU-PF seit 27 Jahren uneingeschränkt. Nach seiner Wahlniederlage am 29. März 2008 gegen seinen Herausforderer Morgan Tsvangirai versuchte er mit allen Mitteln, auch der Anwendung von Gewalt, seinen Widersacher von der MDC von der politischen Macht fernzuhalten. Die MDC warf der Regierung unter anderem Manipulation der Wahlergebnisse vor. Tsvangirai selbst wurde mehrfach verhaftet. Die heutige Vereidigung Tsvangirai ist Ergebnis eines fast einjährigen Verhandlungsmarathons, in dem das Land immer weiter in Misswirtschaft, Korruption, Arbeitslosigkeit, Hunger und einer verheerenden Choleraseuche versank. Nur auf Druck der Nachbarstaaten zeigte sich Mugabe nun zu einer Teilung der Macht bereit.

Tsvangirai hat an der Spitze einer Einheitsregierung 18 Monate Zeit, um eine neue Verfassung für das völlig am Boden liegende Land auszuarbeiten, dann stehen erneut Neuwahlen an. Die Probleme des Landes sind gigantisch und dulden keinen Aufschub. Nur etwa 20 Prozent der Bevölkerung haben Arbeit. Das Gesundheitswesen des Landes ist angesichts leerer Staatskassen und einer zusammengebrochenen Infrastruktur nicht mehr in der Lage der Choleraseuche und der rasanten Ausbreitung von AIDS etwas entgegenzusetzen. Nach WHO-Angaben sind in Simbabwe fast 68.000 Menschen mit dem Cholera-Erreger infiziert, der sich vor allem über verseuchtes Wasser verbreitet. Seit Beginn der Epidemie im August 2008 starben bereits 3371 Menschen an der Seuche. Die Ausbreitung der Cholera wird durch den Zusammenbruch der öffentlichen Kanalisation begünstigt. „Das Abwassersystem ist zusammengebrochen, die Fäkalien fließen durch die Straßen.“ Mit diesen Worten beschreibt der Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen (Deutschland), Frank Dörner, die Situation in dem südafrikanischen Land. Die Hilfsorganisation behandelt etwa 75 Prozent aller Cholerainfizierten in dem Land. Eine weitere tödliche Bedrohung für die Bevölkerung des Landes ist die Immunschwäche AIDS. Nach Ansicht Dörners sterben täglich etwa 400 Menschen an der Virusinfektion. Bis zu einem Fünftel der erwachsenen Bevölkerung des Landes ist bereits infiziert.

Auch wer nicht an einer der tödlichen Infektionen, die in Simbabwe grassieren, erkrankt ist, muss um seine Existenz kämpfen. Knapp die Hälfte der Bevölkerung ist unterernährt. Rund fünf Millionen Menschen sind laut UNO daher auf Lebensmittelspenden aus den westlichen Industrieländern angewiesen um zu überleben. Aufgrund der katastrophalen Lebensverhältnisse beträgt die Lebenserwartung nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei Männern 44 Jahre, Frauen werden im Durchschnitt 43 Jahre alt. Beim Amtsantritt Mugabes lag die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen noch bei 60 Jahren. Drei Millionen Menschen versuchten den katastrophalen Lebensbedingungen durch eine Flucht in ein Nachbarland zu entgehen.

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January 31, 2009

Simbabwe: Opposition willigt in Einheitsregierung mit Mugabe als Präsident ein

Simbabwe: Opposition willigt in Einheitsregierung mit Mugabe als Präsident ein

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Veröffentlicht: 15:32, 31. Jan. 2009 (CET)
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Lage Simbabwes

Harare (Simbabwe), 31.01.2009 – Die stärkste Oppositionspartei Simbabwes, Movement for Democratic Change („Bewegung für den Demokratischen Wandel“, MDC), erklärte sich am Freitag bereit, mit der gegenwärtig in Simbabwe herrschenden Regierungspartei ZANU-PF von Präsident Robert Mugabe eine gemeinsame Koalitionsregierung zu bilden. MDC-Führer Morgan Tsvangirai sagte nach einer Sitzung des Nationalrates seiner Partei in der Hauptstadt Harare, es sei an der Zeit die politischen Differenzen beizulegen um „das Wohlergehen der Menschen zur Priorität zu machen“. Die Vereidigung der neuen Regierung soll am 11. Februar erfolgen.

Cholera-Bakterien unter dem Elektronenmikroskop

Das Land befindet sich seit Monaten in einer sich immer weiter zuspitzenden wirtschaftlichen Krise, die noch durch eine unkontrollierte Ausbreitung der Cholera verschärft wird. Gegenwärtig sind nach UNO-Angaben rund 60.400 Menschen an der Seuche erkrankt. Bereits 3.200 Menschen starben bereits an der Infektion. Die Krankheit breitet sich inzwischen schon nach Südafrika aus. Allgemein wird damit gerechnet, dass sich die Cholera-Epidemie noch weiter ausbreitet, wenn in den nächsten Wochen die vorhergesagten starken Regenfälle beginnen. In mehreren Flüssen und Kanälen wurden bereits jetzt Cholera-Bakterien nachgewiesen. Die Ausmaße der Cholera-Epidemie hat jetzt schon Ausmaße ausgenommen, die als der schlimmste Ausbruch dieser Seuche in den letzten 15 Jahren in Afrika angesehen werden.

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon begrüßte die Einigung der zerstrittenen Parteien in Simbabwe. Die UNO erklärte außerdem, sie werde acht Millionen US-Dollar an Hilfsgeldern zur Bekämpfung der Choleraseuche bereitstellen.

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December 13, 2008

Cholera-Epidemie: Regierung Simbabwes beschuldigt den Westen der biologischen Kriegsführung

Cholera-Epidemie: Regierung Simbabwes beschuldigt den Westen der biologischen Kriegsführung

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Veröffentlicht: 18:34, 13. Dez. 2008 (CET)
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Harare (Simbabwe), 13.12.2008 – Wie der in Harare erscheinende „Herald“ in seiner englischsprachigen Onlineausgabe berichtet, macht der Minister für Information und Öffentlichkeitsarbeit, Cde Sikhanyiso Ndlovu, den Westen – insbesondere die Vereinigten Staaten und Großbritannien – für den jüngsten Ausbruch der Cholera-Epidemie in Simbabwe verantwortlich. Das Blatt zitiert den Minister mit den Worten: „Die Cholera ist ein kalkulierter, rassistischer, terroristischer Angriff auf Zimbabwe durch die unbußfertige ehemalige Kolonialmacht, die sich der Unterstützung ihrer amerikanischen und westlichen Verbündeten versichert hat, so dass sie das Land überfallen können.“ Die Cholera sei als biologische Waffe zum Sturz der Regierung eingesetzt worden. Damit sei auch der Tatbestand des Völkermords erfüllt. Seit dem Ausbruch der Seuche im August seien wiederholt, so der Herald weiter, Forderungen zum militärischen Sturz der Regierung Simbabwes aufgestellt worden, weil diese sich angeblich nicht ausreichend um die Bekämpfung der Seuche gekümmert habe.

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December 11, 2008

Südafrika ruft im Grenzgebiet zu Simbabwe den Notstand aus

Südafrika ruft im Grenzgebiet zu Simbabwe den Notstand aus

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Veröffentlicht: 16:43, 11. Dez. 2008 (CET)
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Südafrika / Simbabwe, 11.12.2008 – Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind bisher 800 Simbabwer an der Cholera-Epedemie gestorben und über 16.000 weitere infiziert worden. Viele versuchen, dem zusammengebrochenen Gesundheitssystem ihres Landes, in dem es an medizinischem Personal, Medikamenten und sauberem Trinkwasser mangelt, zu entkommen und suchen Hilfe in Südafrika. Die WHO sieht eine ernsthafte Gefahr, dass sich die Epidemie nach Südafrika und Botswana ausweitet. Südafrika gab am 2. Dezember 2008 bekannt, dass 460 Menschen in der Grenzregion zu Simbabwe mit dem Erreger infiziert und neun der Krankheit erlegen seien.

Jetzt rief Südafrika für die Grenzregion zu Simbabwe den Notstand aus.

Während die USA, Frankreich und Großbritannien Robert Mugabe zum Rücktritt aufforderten, gingen der Regierungschef Kenias und der südafrikanische Erzbischof und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu einen Schritt weiter und riefen dazu auf, Mugabe notfalls auch mit Gewalt zum Rücktritt zu zwingen.

Obwohl Simbabwe vor einer Woche den nationalen Notstand ausgerufen und um internationale Hilfe gebeten hatte, erklärte die Regierung Simbabwes nun, den Choleraausbruch unter Kontrolle zu haben und aus eigenständiger Kraft die Situation lösen zu können. Vielmehr habe der Westen Simbabwe mit Cholera und Milzbrand schwächen wollen, um jetzt militärisch zu intervenieren.

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December 6, 2008

Simbabwe steht vor einer Cholera-Katastrophe

Simbabwe steht vor einer Cholera-Katastrophe

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Veröffentlicht: 11:55, 6. Dez. 2008 (CET)
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Harare (Simbabwe), 06.12.2008 – 300.000 Menschen sind in Simbabwe akut von Cholera bedroht. Wie die Hilfsorganisation Oxfam gestern in London mitteilte, seien diese Menschen wegen der Lebensmittelknapheit so stark geschwächt, dass die tödliche Infektionskrankheit für sie eine reale Gefahr geworden sei. Nach Angaben des Büros für Nothilfekoordination der Vereinten Nationen (OCHA) sind seit August bereits 575 Menschen an der Seuche gestorben. Der jüngste Cholera-Bericht des UN-Nothilfekoordinators weist für das heutige Datum insgesamt 13.960 Cholera-Verdachtsfälle aus. Die meisten davon in der Hauptstadt Harare (7.563). Die Ausbreitung der Seuche betrifft in Simbabwe neben der Region um die Hauptstadt vor allem den Süden und Osten des Landes. Das Auswärtige Amt Deutschlands rät angesichts der politischen Krise und der Choleragefahr „von nicht dringend erforderlichen Reisen“ nach Simbabwe ab.

Besonders schwierig gestaltet sich offenbar die Situation in der Hauptstadt Harare, in der die Trinkwasserversorgung nicht mehr gewährleistet ist. Zwei Tage war die Stadt kürzlich ohne Wasser. Die Menschen nutzen Swimmingpools, Naturwasserflächen und Flüsse als Reservoir. Damit steigt die Gefahr weiterer Cholera-Infektionen.

Am Donnerstag hat die Regierung Simbabwes den nationalen Notstand ausgerufen und um internationale Unterstützung gebeten. Der amtierende Gesundheitsminister David Parirenyatwa musste eingestehen, dass die Krankenhäuser Simbabwes mit der Situation überfordert seien. Damit können jetzt internationale Hilfsmaßnahmen angestoßen werden. Der Minister bat vor allem um Geld, Medikamente, medizinische Geräte sowie Lebensmittel für die Patienten und Kinder. Bis kommenden Montag benötige das Land mindestens 3,9 Millionen US-Dollar, um Medikamente kaufen zu können. Eine Zusage über eine finanzielle Hilfe in Höhe von neun Millionen Euro liegt inzwischen von der Europäischen Union vor. Das Bundesentwicklungsministerium der Bundesrepublik Deutschland gab heute bekannt, es werde eine weitere Nothilfe für Nahrungsmittel in Höhe von 250.000 Euro leisten. Insgesamt erhöht sich die Hilfe von diesem Ministerium in diesem Jahr für Simbabwe auf 3,2 Millionen Euro. In Simbabwe sind inzwischen 4,9 Millionen Menschen auf internationale Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

Unterdessen spitzt sich in Simbabwe auch die politische Krise weiter zu. Seit drei Monaten konnten in den Verhandlungen zwischen dem Mugabe-Regime und der politischen Opposition unter Führung von Morgan Tsvangirai über eine Teilung der Macht keine Fortschritte erzielt werden. Die US-amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice forderte den Präsidenten Simbabwes, Robert Mugabe, heute zum Rücktritt auf, weil die Verhandlungen offensichtlich nur zum Schein geführt würden.

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