Österreichische Forscher entwickeln Plasmaantrieb

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artikelstatus: Fertig 01:18, 11 November 2005 (CET)
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

Wien / Graz (Österreich), 28.10.2005 – Österreichische Wissenschaftler haben eine neuartige Antriebstechnologie entwickelt, die vor allem in der Raumfahrt eingesetzt werden soll. Das Triebwerk zeichnet sich durch einen deutlich höheren Schub sowie Treibstoffeinsparungen von rund 90 Prozent im Vergleich zu gängigen Ionentriebwerken aus und kann damit zu massiven Veränderungen bei künftigen Weltraum-Projekten führen. Wesentliches Merkmal der Technologie ist eine zehnmal höhere Ausströmgeschwindigkeit, die sonst nur durch ein Kernfusionstriebwerk, das (noch) nicht existiert, erreichbar wäre.

Die Grundlage der Technologie sind „Alfvenwellen“, eine Entdeckung des Physik-Nobelpreisträgers Hannes Alfven im Jahr 1942. Jetzt gibt es erstmals eine technische Umsetzung der „Alfvenwellen“, die „eine neue Ära auf dem Gebiet der Antriebstechnologien im Weltall einleiten könnte“, erklärte Projektkoordinator Andreas Grassauer.

Manfred Hettmer, Präsident der österreichischen Mars Society, hatte die Idee zu dieser Technologie bereits vor 20 Jahren. Nun ist dem Wissenschaftler ein Durchbruch gelungen, und der Traum von einer Mars-Mission ist ein Stück näher gerückt. Der hohe spezifische Impuls des neuen Antriebs stellt eine Grundvoraussetzung für Weltraumexpeditionen in weiter entfernte Bereiche des Weltalls dar.

Das neue Triebwerk hat zusätzlich noch weitere Vorteile: Leistung und Schub könnten während des Betriebs variabel gehandhabt werden, und damit steigt die Flexibilität im Einsatz. Es tritt weniger Korrosion auf, weil der Schub durch die magnetische Düse außerhalb des Objekts erfolgt.

An der erfolgreichen Umsetzung der Idee waren Grassauer und Hettmer auch der Experimentalphysiker Norbert Frischauf, der System-Ingenieur Tobias Bartusch sowie Otto Koudelka von der TU Graz beteiligt. An dessen Institut für Kommunikationsnetze und Satellitenkommunikation wurde auch der Prototyp des Triebwerks in einer Vakuumkammer getestet, und die Messergebnisse bestätigten die Realisierbarkeit des Projekts. Die gewonnenen Daten wurden vergangene Woche beim Kongress der International Aeronautic Federation (FAI) im japanischen Fukuoka präsentiert.

Die Forscher haben ihre Entdeckung bereits weltweit zum Patent angemeldet, und es liegt ein positiver Prüfbericht des Europäischen Patentamtes vor. Das jetzt neu gegründete Unternehmen Qasar wird die Technologie weiter entwickeln und potentielle terrestrische Anwendungen testen. Man denkt dabei an den Bereich der High-Tech-Beschichtungen, etwa bei der Härtung von Materialien durch das Auftreffen der Plasmastrahlen.

Als mögliche Interessenten für die Technologie sehen die Wissenschaftler den Luft- und Raumfahrtkonzern EADS, Flugzeugbauer wie Boeing, Hughes Network Systems oder Alcatel Alenia Space sowie Werkstoffspezialisten oder die Automobilbranche.

Themenverwandte Artikel

  • Themenportal Bemannte Raumfahrt
  • Themenportal Unbemannte Raumfahrt

Quellen