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January 13, 2013

Deutsche Bischofskonferenz stoppt kriminologische Studie zum sexuellen Missbrauch

Deutsche Bischofskonferenz stoppt kriminologische Studie zum sexuellen Missbrauch

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Veröffentlicht: 02:37, 13. Jan. 2013 (CET)
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Christian Pfeiffer, Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts

Hannover (Deutschland), 13.01.2013 – Im Juni 2011 hatte die Deutsche Bischofskonferenz beschlossen, zusammen mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) eine Studie zum sexuellen Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche zu erstellen. Am Mittwoch dieser Woche (9. Januar) wurde der Vertrag mit dem Forschungsinstitut gekündigt. Als Begründung wurde auch angegeben, es werde ein neuer Partner für die Studie gesucht.

Das Kriminologische Forschungsinstitut wird seit 2003 von Christian Pfeiffer geleitet, der zuvor Justizminister des Landes Niedersachsen war. Er wirft der Deutschen Bischofskonferenz jetzt vor, die Ergebnisse der Missbrauchsstudie zensieren zu wollen. Außerdem seien wichtige Unterlagen vernichtet worden. Seine Kritik richtet sich insbesondere gegen die Erzbistümer München und Freising. Wegen dieser Vorwürfe hat die Deutsche Bischofskonferenz eine Unterlassungsklage gegen Pfeiffer erhoben.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Recht in Deutschland

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June 19, 2012

Augsburg: Katholische Kirche verliert Rechtsstreit wegen Kündigung einer lesbischen Erzieherin

Augsburg: Katholische Kirche verliert Rechtsstreit wegen Kündigung einer lesbischen Erzieherin

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Veröffentlicht: 20:58, 19. Jun. 2012 (CEST)
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Datei:Kindergartenfrankfurt.jpg
Bild einer Kindergartengruppe in Frankfurt am Main

Augsburg (Deutschland), 19.06.2012 – Heute fand die mündliche Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht in Augsburg statt: Verhandelt wurde der Fall einer lesbischen Erzieherin, deren Arbeitsverhältnis von der katholischen Kirche wegen ihrer sexuellen Orientierung während der Elternzeit gekündigt worden war. Das Gericht entschied: Während der Elternzeit steht die Mitarbeiterin unter besonderem Schutz, so dass die Kündigung unwirksam war.

Die 39-jährige Frau war Leiterin eines Kindergartens im Landkreis Neu-Ulm. Als sie wegen der Geburt ihres Kindes ihre Elternzeit beantragte, teilte sie der Pfarrkirchenstiftung als Betreiberin des Kindergartens mit, dass sie in einer Lebenspartnerschaft mit einer anderen Frau lebe. Die Pfarrkirchenstiftung sah hierin einen Verstoß gegen die katholische Glaubens- und Sittenlehre und möchte die Kündigung des Arbeitsverhältnisses aussprechen. Wegen des besonderen Kündigungsschutzes während der Elternzeit, benötigt sie hierzu die Zustimmung des Gewerbeaufsichtsamts, die aber nicht erteilt worden war. Deshalb kam es zum Rechtsstreit vor dem Verwaltungsgericht: Die Pfarrkirchenstiftung klagte gegen den die Regierung von Oberbayern auf Erteilung der Zustimmung zu der Kündigung.

Das Verwaltungsgericht Augsburg hat die Klage abgewiesen (Az.: Au 3 K 12.266 vom 19.06.2012). Der Präsident und Pressesprecher des VG Augsburg Ivo Moll führte aus: Auch wenn die Kirche das Verhalten der Frau als schwerwiegenden Loyalitätsverstoß einstufe, so rechtfertige dies nicht die Aufhebung der besonderen Schutzbestimmungen für Mütter in der Elternzeit: „Staatliches Recht kann mit kirchlichem kollidieren“. Die Mitarbeiterin sei seit 13 Jahren als Leiterin des Kindergartens tätig gewesen. Ihr Interesse „an einem kontinuierlichen Erwerbsleben und an der Einhaltung der Kündigungsfrist nach Ablauf der Elternzeit sei höher zu bewerten als das Interesse der Kirche, das Arbeitsverhältnis bereits während der Elternzeit zu beenden.“ Das staatliche Recht sehe Lebenspartnerschaften ausdrücklich vor. Außerdem habe nicht die Mitarbeiterin, sondern die Kirche die Lebenspartnerschaft öffentlich gemacht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Bistumssprecher Markus Kremser erklärte hierzu: „Aus Sicht der Diözese handelt es sich um einen so schwerwiegenden Verstoß gegen die Loyalitätspflicht eines Mitarbeiters, dass eine Kündigung keinen Aufschub duldet.“ Bekannt wurde der Kirche die gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft, da die Frau eine Bescheinigung über ihre „Heirat“ abgegeben hatte. Sie war sich dabei bewusst, dass die Kirche, als ihr Arbeitgeber, dies vermutlich nicht dulden würde.

Die kirchenkritische Laienbewegung „Wir sind Kirche“ äußerte sich kritisch zur Kündigung: „Die Moral wird durchgefochten – koste es, was es wolle“.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Römisch-katholische Kirche
Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Arbeitsrecht der Kirchen“.

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February 12, 2009

Papst rehabilitierte weitere Rechtsextreme

Papst rehabilitierte weitere Rechtsextreme

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Veröffentlicht: 18:38, 12. Feb. 2009 (CET)
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Vatikanstadt, 12.02.2009 – Mit der Aufhebung der Exkommunikation des Holocaustleugners Williamson, Bischof der Piusbruderschaft, stieß der Vatikan innerhalb wie außerhalb der römisch-katholischen Kirche vielfach auf Kritik, Unverständnis und Empörung. Die Aufhebung der Exkommunikation ihrer Bischöfe war eine der Bedingungen, die die Bruderschaft stellte, um den Dialog mit dem Vatikan über ihre Annerkennung aufzunehmen. Die Bruderschaft erkennt das Zweite Vatikanische Konzil nicht an, in dem es unter anderem um die Akzeptanz der Menschenrechte und Fragen der Religionsfreiheit ging. Ob Papst Benedikt XVI. von der Piusbruderschaft die Anerkennung der Menschenrechte verlangt, ist fraglich, denn bereits 2006 gründete der ehemalige Piusbruder und bekannte Unterstützer der rechtsextremen Front National, Abt Philippe Laguérie, mit päpstlichem Segen eine eigene Bruderschaft, ohne sich zum II. Vatikanischen Konzil bekennen zu müssen. Dieser Vorgang ist noch prekärer, da Laguérie als katholischer Traditionalist die Kirche gar nicht spalten kann, da ihm dazu nach katholischem Verständnis die apostolische Sukzession fehlt.

Abt Laguérie, in Frankreich auch bereits als Piusbruder durch zahlreiche Medienauftritte bekannt, taufte ein Patenkind des rechtsextremem Politikers Le Pens. 1991 erklärte er zur Partei Le Pens: Die Front National sei die Partei, die am wenigsten weit „von dem Naturrecht“ entfernt sei. [1] 1987 hatte er bereits im französischem Fernsehen Äußerungen Le Pens zum Holocaust mit den Worten verteidigt, der Vorsitzende der Front National sei ein Opfer der „grande banque juive“, des jüdischen Finanzkapitals, das Frankreich seit 45 Jahren tyrannisieren würde. Die Thesen der Holocaustleugner Roques und Faurisson seien absolut wissenschaftlich. [2] Ferner hielt er 1996 ein Requiem für den verurteilten Kriegsverbrecher Paul Touvier, der zuvor von der Piusbruderschaft in einem Kloster in Nizza versteckt wurde. Touvier hatte im 2. Weltkrieg Juden hinrichten lassen, als Vergeltung für einen Anschlag des französischen Widerstands auf einen Minister der mit Nazideutschland kollaborierenden Vichy-Regierung. Laguérie erklärte sich zum Anwalt Touviers vor Gott. Vor dem Letzten Gericht gäbe es keine Medien, keine Inszenierungen, keine Nebenkläger und keine Organisationen gegen Rassismus und Antisemitismus. [3] [4] [5] [6]

2004 wurde Laguérie wegen seiner heftigen Kritik an Leitung und Dozenten des von der Piusbruderschaft in Écône betriebenen Priesterseminars aus der Bruderschaft ausgeschlossen, nachdem er zuvor eine dienstliche Versetzung nach Mexiko abgelehnt hatte.

2006 trat Laguérie mit einigen weiteren Ex-Mitgliedern der Priesterbruderschaft St. Pius X. in kirchliche Gemeinschaft mit Papst Benedikt XVI. und wurde von diesem zur Gründung und Leitung des „Institut du Bon Pasteur“ („Institut zum Guten Hirten“) ermächtigt. Die Gesellschaft des Apostolischen Lebens päpstlichen Rechts wurde durch die päpstliche Kommission „Ecclesia Dei“ am 8. September 2006 auf zunächst fünf Jahre, ad experimentum, errichtet. Eine Ausweitung der Tätigkeit ist im Gange. Die Angehörigen des Instituts haben sich zur Treue gegenüber dem „unfehlbaren Lehramt der Kirche“, d. h. dem römischen Papst und den Ökumenischen Konzilien, verpflichtet, dürfen und wollen jedoch „ernsthafte und konstruktive Kritik“ an den Entscheidungen des Zweiten Vatikanischen Konzils und deren Umsetzung vortragen. Damit verbleibt die Bruderschaft in der Tradition Lefebvres.

Es ist wahrscheinlich, dass der Papst über die Gesinnung Laguéries, Williamsons und der Priesterbruderschaft St. Pius X. informiert war, da er ja selbst an dem Prozess der Exkommunikation Lefebvres und der abtrünnigen Bischöfe der Bruderschaft beteiligt war. [7] Die Piusbruderschaft beruft sich auf ultramontane Lehren und hat in Frankreich von Anfang an mit der extremen Rechten sympathisiert.[8]

  • Marcel Lefebvre, der 1991 verstorbene Gründer der Priesterbruderschaft St. Pius X., schrieb am 31. August 1985 in einem Brief an Papst Johannes Paul II., die Feinde der Kirche seien Juden, Kommunisten und Freimaurer. [9] „Wegen des Abfalls vom Glauben, der in Rom herrscht, müssen wir mit ansehen, wie die Seelen in Massen der Hölle zustreben? Der Atheismus beruht auf der Erklärung der Menschenrechte. Die Staaten, die sich seither zu diesem offiziellen Atheismus bekennen, befinden sich in einem Zustand dauernder Todsünde“ predigte Lefebvre zu Allerheiligen 1990 im schweizerischen Ecône, dem Hauptsitz seiner Bruderschaft.[10] In den Jahren zuvor fiel er auch öffentlich durch Aussagen in Predigten auf, wonach die Militärjunta von Argentinien und die Diktatur in Chile unter Augusto Pinochet vorbildliche Regierungen seien. Lobende Worte fand er auch für die Diktatoren Franco, Salazar und Pétain. Marcel Lefebvre wurde durch reaktionäre Aristokraten, die sich die Monarchie zurück wünschen und aus autoritär-republikfeindlichen Kreisen des Großbürgertums finanziell unterstützt. [11]
  • Die Piusbruderschaft nahm mehrfach an Pilgerfahrten zum Grab des Nazi-Kollaborateurs Pétain teil, wobei 2007 der französische Distriktobere der Bruderschaft, Abbe Regis de Cacqueray, den „Kampf von Patin für Frankreich“ mit dem „Kampf des Lefebvres für die katholische Kirche“ verglich. [12][13]
  • Am 12. Mai 1982, während der Pilgerreise des Papst Johannes Paul II. in Portugal zum Dank, dass er das Attentat vom 13. Mai 1981 überlebt hatte, versuchte der ultrakonservative katholische Priester und Anhänger des französischen Bischofs Marcel Lefebvre, Joan Fernandez Krohn mit einem Bajonett ein weiteres Attentat auf den Papst zu verüben, konnte jedoch von dessen Leibwächtern überwältigt werden. Der Attentäter begründete sein Handeln mit der „Rettung“ der katholischen Kirche vor den Beschlüssen des Zweiten Vatikanischen Konzils.

Selbst wenn Williamsons von der Holocaustlegung abrücken sollte, wie es der Vatikan inzwischen fordert, bleibt fraglich, ob sich der Piusbruder auch vom Antisemitismus distanziert. Wie Williamson distanziert sich auch die Piusbruderschaft nicht von Demokratiefeindlichkeit und Frauenunterdrückung. Die Suche nach Akzeptanz der Menschenrechte und Toleranz gegenüber Andersgläubigen verlief auch bei der deutschen Sektion der Piusbruderschaft bislang vergeblich. [14][15]

Die Motive des Papst bleiben im Unklaren. „Benedikt wusste, was er tat und mit wem er es zu tun hatte. Niemand im Vatikan kennt die Piusbruderschaft länger und wohl auch besser als er“, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Themenverwandte Artikel

Quellen

Einzelnachweise

  1. icare.to: „Internet Centre Anti-Racism Europe: Philippe Laguérie qui établissait dès 1991 que le Front National était „le parti le moins éloigné du droit naturel““ (24.08.2005)
  2. le.monde.fr: „Tout le flot de haine qui est dirigé contre Jean-Marie Le Pen, affirme-t-il, est suscité, organisé, par la grande banque juive qui tient la France en dictature depuis quarante-cinq ans (…) D’ailleurs, les thèses des professeurs Roques et Faurisson sont parfaitement scientifiques.“ – Philippe Laguérie ; Gründer des „Institut du Bon Pasteur“ („Institut zum Guten Hirten“)“ (18.09.87)
  3. Lefebvre movement: long, troubled history with Judaism
  4. liberation.fr: „Vade retro sontanas“ (11.10.2006)
  5. AngelusOnline Page 831
  6. Literature of the Holocaust: „Paul Tourvier,81, French War Criminal“ (18.06.1996)
  7. faz.net: „Papst Benedict XVI. und die Piusbrüderschaft: Der unbedarfte Brückenbauer“ (06.02.2009)
  8. faz.net: „Papst-Dekret:Ein Politikum“ (29.01.2009)
  9. Lefebvre movement: long, troubled history with Judaism
  10. Die Welt: „Marcel Lefebvre, der Mann, der die Kirche spaltete“ (04.02.2009)
  11. A l’extrême droite de Dieu; Introduction au dossier sur la Fraternité lefebvriste
  12. Adresse au Maréchal Pétain par Mgr Lefebvre (13 avril 1987 à l’Ile d’Yeu), Invitation et affiche du pélerinage du 22 septembre 2007, accompagné d’une sur le site de La Porte latine
  13. Photos du pélérinage, bénédiction de la tombe de Pétain par l’abbé de Cacqueray, 22/09/2007, sur le site du Prieuré de Saint-Louis
  14. sueddeutsche.de: „Papst und Pius-Brüder:Mit dem Rücken zur Welt“ (04.02.2009 11:23 Uhr)
  15. faz.net: „Deutsche Piusbruderschaft – Der Teufel versteht die Lage besser“ (08.02.2009)

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January 25, 2009

Papst holt Lefebvre-Bischöfe in katholische Kirche zurück – darunter ein Holocaustleugner

Papst holt Lefebvre-Bischöfe in katholische Kirche zurück – darunter ein Holocaustleugner

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Veröffentlicht: 21:43, 25. Jan. 2009 (CET)
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Vatikanstadt, 25.01.2009 – Nach einem Bericht der italienischen Zeitung „Il Giornale“ soll Papst Benedikt XVI. ein Dekret bereits unterschrieben haben, das den Ausschluss von vier Bischöfen der von Marcel Lefebvre gegründeten ultrakonservativen Priesterbruderschaft St. Pius X. aus der katholischen Kirche rückgängig machen soll.

Von der Entscheidung betroffen ist unter anderem der Holocaust-Leugner Richard Williamson. Williamson ist der Meinung, dass zwei- bis dreihunderttausend Juden in Nazi-Konzentrationslagern umgekommen seien. In einem Fernsehinterview hat der britische Bischof auch die Existenz von Gaskammern unter der Hitlerherrschaft bezweifelt. Die Äußerungen Williamsons waren insbesondere bei jüdischen Organisationen auf Unverständnis gestoßen. Der Rabbiner David Rosen wird von der italienischen Nachrichtenagentur ANSA mit den Worten zitiert, Williamson sei eine „klar antisemitische Person“ und die Rücknahme der Exkommunikation sei „ein Schritt, der die gesamte Kirche verseucht.“ Auch die Priesterbruderschaft Pius X. hat sich von den Äußerungen Williamsons distanziert. Der Distriktobere der Bruderschaft von Deutschland, Franz Schmidberger, erklärte: „Es ist klar, dass für Äußerungen, wie sie Bischof Williamson angeblich gemacht hat, nur der Urheber selbst verantwortlich ist und diese nicht die Haltung der Priesterbruderschaft St. Pius X. widerspiegeln.“

Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat gegen Williamson ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, weil die umstrittenen Äußerungen während eines Aufenthaltes des Bischofs beim Besuch eines Priesterseminars der Bruderschaft Pius X. im Ortsteil Zaitzkofen des Marktes Schierling im Landkreis Regensburg stattgefunden hatte. Holocaustleugnung steht in Deutschland unter Strafe.“ N-tv.de zitiert einen Vatikansprecher mit folgenden Worten: „Über die Äußerungen Williamsons zum Holocaust müsse auf anderer Ebene gerichtet werden.“ Bei der Entscheidung des Papstes gehe es ausschließlich darum, die Anhänger der Bruderschaft Pius X. wieder zu integrieren.

Die NZZ berichtet unter Berufung auf katholische Theologen, dass die Leugnung des Holocausts nach dem katholischen Kirchenrecht kein Grund für eine Exkommunikation sei. Vatikan-Sprecher Federico Lombardi bezeichnete die in der vergangenen Woche bekannt gewordenen Äußerungen des Bischofs als „in keiner Weise akzeptabel“. Die Aufhebung der Exkommunikation habe mit den Äußerungen des Bischofs jedoch nichts zu tun.

Sitz des Priesterseminars in Ecône, Schweiz

Die vier Bischöfe waren 1988 von dem 1991 verstorbenen, ehemaligen Erzbischof Marcel Lefebvre illegal geweiht worden und daraufhin aus der katholischen Kirche ausgeschlossen worden. Erzbischof Lefebvre opponierte gegen den von der katholischen Kirche mit dem 2. Vatikanischen Konzil (zwischen 1962 und 1965) eingeleiteten Reformkurs. Ein von ihm 1970 in Ecône gegründetes Priesterseminar wurde zu Beginn von der Kirchenführung toleriert. 1976 ignoriert Lefebvre jedoch ein päpstliches Verbot, Priester und Diakone zu weihen, was seine Suspendierung zur Folge hat. Die Bischofsweihe von 1988 führt dann zur Exkommunikation Lefebvres und der vier geweihten Bischöfe aus der römisch-katholischen Kirche durch Papst Johannes Paul II. Die Priesterbruderschaft St. Pius X. (lateinisch: Fraternitas Sacerdotalis Sancti Pii X. (decimi), abgekürzt FSSPX) weist auf ihrer deutschsprachigen Homepage darauf hin, dass sie ordnungsgemäß in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der römisch-katholischen Kirche gegründet worden sei und dass diese Zulassung vom Papst nie wieder aufgehoben worden sei. Daher betrachtet die Priesterschaft auch die Suspendierung Lefebvres als ungültig, da sie nicht auf einer rechtlich unzweifelhaften Grundlage beruhe. Die Priesterbruderschaft ist inzwischen stark angewachsen; Priesterseminare wurden in vielen Ländern, unter anderem in Deutschland, Frankreich, Australien, den Vereinigten Staaten und Argentinien gegründet. Der Priesterbruderschaft gehören nach eigenen Angaben heute „417 Priester, 62 Brüder und ebenso viele Schwestern sowie 183 Seminaristen“ an.

Nach der Papstkrönung Benedikts XVI. kam es zu einer Entspannung zwischen der offiziellen Papstkirche und den abtrünnigen Lefevbre-Anhängern insbesondere durch die päpstliche Entscheidung vom März 2007 Latein wieder als offizielle Sakralsprache der katholischen Liturgie zuzulassen.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Papst

Quellen

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January 27, 2007

Angst vor Sex auch für Vatikan ein Grund eine Ehe zu beenden

Angst vor Sex auch für Vatikan ein Grund eine Ehe zu beenden

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Artikelstatus: Fertig 15:28, 27. Jan. 2007 (CET)
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Vatikanstadt, 27.01.2007 – Nach katholischem Kirchenrecht besteht eine einmal geschlossene Ehe bis zum Tode eines der Ehepartner und kann nicht geschieden werden. Dennoch können Ehen annulliert werden, wenn sie zum Beispiel durch arglistige Täuschung zustande gekommen sind. Für die Richter des Vatikans zählen zu den Annullierungsgründen unter anderem auch Impotenz, Sex-Aversion oder Muttersöhnchen zu sein. Allein 2005 wurden so 69 Ehen für nichtig erklärt.

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May 5, 2006

Vatikanische Reaktion auf Bischofsweihe durch chinesische Staatskirche

Vatikanische Reaktion auf Bischofsweihe durch chinesische Staatskirche

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Artikelstatus: Fertig 14:47, 5. Mai 2006 (CEST)
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Peking (China) / Vatikanstadt, 05.05.2006 – Wie Wikinews bereits berichtete, hat die chinesische Staatskirche am vergangenen Wochenende eigenmächtig und ohne die Erlaubnis des Vatikans Joseph Ma Yinglin zum Bischof geweiht. In dieser Woche weihte die offizielle katholische Kirche Chinas, die Chinesische Katholisch-Patriotische Vereinigung, erneut unerlaubt den Priester Liu Xinhong zum Bischof. Als Reaktion darauf hat nun der Vatikan beide Bischöfe sowie zwei weitere, die den Zeremonien beiwohnten exkommuniziert.

Der Vatikan sieht die Vorgänge in der regimtreuen chinesischen Staatskirche als Verletzung des katholischen Kirchenrechts sowie als Verletzung der Religionsfreiheit an, da man dahinter Interessen des Staates China sieht. Die Staatskirche darf offiziell keine Kontakte zum Vatikan betreiben, und die Bischofsweihen stehen unter staatlicher Aufsicht.

Neben der Staatskirche selbst gibt es noch eine verfolgte Untergrundkirche in China. Deren Mitglieder sollen dem Papst treu ergeben sein, und deren Mitgliederzahl soll doppelt so hoch wie die in der Staatskirche sein. Dennoch wird die Kirche in China verfolgt, da sie als subversive Organisation gilt.

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March 24, 2006

Kirchenaustritte wieder ein Thema im Vatikan

Kirchenaustritte wieder ein Thema im Vatikan

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Artikelstatus: Fertig 15:53, 24. Mrz. 2006 (CET)
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Vatikanstadt, 24.03.2006 – In Österreich ist ein Schreiben des Vatikans bekannt geworden, welches das Thema „Kirchenaustritt“ behandelt. Laut Aussage der Erzdiözese Wien handelt es sich bei dem Schreiben um keinen offiziellen Brief, sondern um einen Entwurf. Dieser behandelt nicht den Kirchenaustritt im Allgemeinen, sondern, ob ein Katholik nach einem Austritt vor einer staatlichen Stelle noch als Katholik gilt. Insbesondere geht es um das Eherecht.

Das Schreiben von Julian Herranz, dem Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Interpretation von Gesetzestexten, wirft die Frage auf, ob ein Austritt nur vor einer staatlichen Stelle bekundet werden muss oder ob dies auch vor dem zuständigen Bischof geschehen sollte. Laut der Erzdiözese Wien hat der Vatikan aber die bisherige Praxis akzeptiert.

Die Möglichkeit des Kirchenaustrittes gibt es nur in Deutschland und Österreich. Hier wird der Austritt nicht vor der Kirche bekundet, sondern vor einer staatlichen Stelle. Begründet wird dies mit der freien Religionswahl. Ein weiterer Grund ist, dass in beiden Staaten eine Kirchensteuer erhoben wird. 1990 traten in beiden Ländern gleichermaßen 5,1 Prozent der Katholiken aus. Durch innerkirchliche Konflikte, insbesondere durch den Sexskandal im Priesterseminar von St. Pölten, erhöhte sich die Zahl in Österreich 2004 auf 9,2 Prozent und ist im letzten Jahr wieder zurückgegangen.

Weshalb Katholiken den Kirchenaustritt wählen, ist nicht ganz geklärt. Klar ist, dass es Austrittswellen bei Skandalen in der Kirche gibt. Jedoch ist dies meist nur der Anstoß, den Austritt zu vollziehen. Die Entscheidung ist meist schon vorher gefallen. Der Großteil der Austritte geschieht auch auf Grund der finanziellen Mehrbelastung durch die Kirchensteuer.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Vatikanstadt

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August 22, 2005

Erstmals in Spanien: Verheirateter als Priester zugelassen

Erstmals in Spanien: Verheirateter als Priester zugelassen

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Madrid (Spanien), 22.08.2005 – Der Vatikan und die römisch-katholische Kirche in Spanien billigten zum ersten Mal in Spanien die Priesterweihe eines Verheirateten.

Der 65-jährige Simbabwer David Evans konvertierte zuvor von der anglikanischen zur römisch-katholischen Kirche. Nur da in der anglikanischen Kirche Ehen zulässig sind und Evans bereits zwei Kinder hatte, billigte die Diözese Teneriffa mit Zustimmung des Vatikans die Weihe. Ein Sprecher bekräftigte, natürlich könne Evans mit seiner Ehefrau Patricia verheiratet bleiben. Er wies jedoch auch darauf hin, dass es sich hierbei um einen Einzelfall handele und der Zölibat selbstverständlich nicht verabschiedet würde.

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July 24, 2005

Pfarrer beurlaubt

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Pfarrer beurlaubt

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Gifhorn / Hildesheim (Deutschland), 24.07.2005 – Pfarrer Christoph Müller aus der Pfarrei St. Altfrid Gifhorn/Meine wurde beurlaubt. Laut seiner eigenen Aussage im Gemeindebrief, weil er sich durch die neuen Gemeindezusammenlegungen völlig überfordert fühlte. Die katholische Kirchenzeitung begründete es dagegen mit „Problemen in der priesterlichen Lebensweise“. Es gab bisher keine Stellungnahme seitens des Bistums Hildesheim.

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