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September 12, 2011

Tropensturm Lee: Buschfeuer in Texas und Überschwemmungen im Nordosten der USA

Tropensturm Lee: Buschfeuer in Texas und Überschwemmungen im Nordosten der USA

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Veröffentlicht: 23:07, 14. Sep. 2011 (CEST)
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Das Satellitenbild der NASA zeigt Tropensturm Lee am 3. September, etwa zum Zeitpunkt des Landfalls in Louisiana

New Orleans / Wilkes-Barre (Vereinigte Staaten), 12.09.2011 – Das verbliebene Tief des Tropensturms Lee hat in den Mittelatlantikstaaten und im Nordosten der Vereinigten Staaten zu teilweise historischen Überschwemmungen geführt. In den Bundesstaaten Pennsylvania und New York wurden mehr als 100.000 Menschen dazu aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen. In der 45.000 Einwohner zählenden Stadt Binghampton, New York, stieg der Susquehanna River mehr als sechs Meter über die Hochwassermarke auf einen noch nie beobachteten Wert. In Wilkes-Barre, Pennsylvania, weiter flussabwärts überflutete der Fluss Teile des Stadtzentrums. Durch die Auswirkungen des Tropensturmes sind insgesamt mindestens 21 Menschen gestorben.

Lee war ein relativ schwacher tropischer Sturm, der einige Tage über dem Golf von Mexiko vor sich hin dümpelte, bevor er etwa 80 Kilometer westlich von New Orleans an Land ging. Der Sturm fachte in seinen westlichen Randbereichen in Texas einige Buschfeuer an, in denen mehr als 1.600 Häuser und Wohnwagen vernichtet wurden. Eine Frau und ihr Kleinkind kamen im Bastrop County in den Flammen um, weil sie sich nicht rechtzeitig vor dem rasch um sich greifenden Feuer hatten retten können. Von dem Brand war eine Fläche von rund 115 Quadratkilometern betroffen. Zwei weitere Tote durch ein Feuer wurden aus dem Nordosten des Bundesstaates gemeldet.

Dieses von der ISS aufgenommene Foto zeigt Rauchwolken über dem Osten von Texas. Lee hat in seinen Randbereichen Wälder und Grasland zusätzlich ausgetrocknet und so die Buschbrände begünstigt.

Foto: NASA
Sturm fachte Waldbrände an

Texas leidet seit fast einem Jahr an einer extremen Dürre, die in den Sommermonaten mehrfach neue Hitzerekorde begleiteten. Als sich Lee in der Nähe der Halbinsel Yucatán bildete, hatten viele Texaner gehofft, der Sturm würde nach Nordwesten ziehen und helfen, den laufenden Buschbränden ein Ende zu bereiten. Mehr als 180 Brände sind in Texas in den letzten Tagen ausgebrochen.

Der Gouverneur des Bundesstaates hat das Weiße Haus in Washington, D.C., dafür kritisiert, dass Planierraupen und anderes schweres Gerät der amerikanischen Armee in Fort Hood bei dem dortigen Buschfeuer nicht zum Einsatz kamen. „Es ist schwieriger als es sein sollte, diese Kategorie Bundesvermögen von der föderalen Regierung freizukriegen“, sagte Rick Perry. „Wenn man es mit Menschen zu tun hat, die verletzt werden, wenn man es insbesondere mit Menschenleben zu tun hat, die in Gefahr sind, dann ist es mir wirklich egal, wem dieses Vermögen gehört. Wenn es irgendwo auf einem Hof herumsteht und nicht Teil der Lösung des Problems ist, dann ist das ein Problem.“ Der republikanische Politiker ist einer der von der Tea Party unterstützten Bewerber um die republikanische Kandidatur für das Amt des amerikanischen Präsidenten bei der Wahl im November 2012 und bekannt dafür, gegen die Ausgabenpolitik der Bundesregierung der Vereinigten Staaten zu wettern. Nun sagte Perry, er erwarte Bundeshilfen bei der Bewältigung der Brände und ihrer Folgen.

Vor der texanischen Küste ertrank ein Surfer. Ebenfalls ertrunken ist ein Jugendlicher, der in der Nähe von Fort Morgan, Alabama, von Wellen erfasst wurde. Ein weiterer Jugendlicher, der an der gleichen Stelle ins Meer gespült wurde, sowie die Mutter eines der beiden, die den beiden hinterhergesprungen war, konnten gerettet werden. Bei Mobile, Alabama, verlor ein Autofahrer auf regennasser Fahrbahn die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte gegen einen Versorgungsmast. Der Fahrer starb, und die vier Beifahrer wurden verletzt. Keiner der Insassen war angeschnallt.

Der Sturm wanderte dann in Richtung Alabama und lud dabei mancherorts mehr als 300 Millimeter Regen pro Quadratmeter ab. Schließlich zog er auf der Westseite der Appalachen nordostwärts bis nach Pennsylvania und New York. In den Südstaaten, wo das Erdreich aufgrund einer langen Trockenheit aufnahmefähig war, kam es kaum zu nennenswertem Hochwasser. Weiter nördlich, wohin das immer noch immense Wassermassen mit sich führende Resttief zog, war das nicht so. Hier war das Erdreich mit Nässe gesättigt, vor allem durch die Regenfälle, die in Verbindung mit Hurrikan Irene gefallen waren.

Überschwemmungen mit neuen Höchstständen in Pennsylvania und New York

Einzugsgebiet des Susquehanna River und dessen westlichen Arms

In drei Bundesstaaten wurden in Gebieten, die der Susquehanna River zu überfluten drohte, die Bewohner aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Von den Evakuierungen waren rund 100.000 Personen betroffen, die meisten davon in Wilkes-Barre und Umgebung. In Wilkes-Barre galt die Evakuierungsanordnung für rund 75.000 Einwohner. Hier ging man bei Ausrufung der Evakuierung davon aus, dass die Deiche gerade ungefähr die Höhe haben, bei der die Behörden den Scheitelpunkt des Hochwassers erwarteten. Im Luzerne County ordneten die Behörden die Evakuierung aller Ortschaften an, die 1972 überschwemmt worden waren. Zahlreiche Pegel zwischen Bloomsburg in der Mitte Pennsylvanias und dem Southern Tier, dem Gebiet New Yorks, das entlang der Staatsgrenze zu Pennsylvania nach Westen streicht, meldeten Rekordwasserstände.

Der Fluss ist seit den schweren Überschwemmungen im Jahr 1972, die andauernde Regenfälle im Zusammenhang mit Hurrikan Agnes ausgelöst hatten, nicht mehr so hoch gestiegen. Wäre der Fluss nur ein wenig höher gestiegen, hätte das Hochwasser die Deichkrone überspült und tausende von Gebäuden überschwemmt. Zwar blieb der Pegel gerade noch unterhalb der kritischen Marke, doch 800 bis 900 nicht ausreichend von Dämmen geschützte Häuser wurden dennoch überflutet.

Wie die Polizei des Luzerne Countys bekanntgab, kam es während der Zeit der Evakuierung zu Plünderungen. Insgesamt zwölf Personen wurden deswegen verhaftet; ihnen droht bis zu zehn Jahre Freiheitsentzug.

Hunderte von Straßen mussten im Osten Pennsylvanias wegen Hochwassers gesperrt werden, darunter die Interstate-Autobahnen I-88, die im Tal des Susquehanna River verläuft, und I-95. Aufgrund eines Steinschlages war auch eine der Hauptzugangsrouten nach Philadelphia, der Schuylkill Expressway, geschlossen. Auch Amtrak musste den Ost-West-Verkehr in New York aussetzen. Präsident Obama rief für New York und Pennsylvania den Notstand aus und machte so das Eingreifen der FEMA möglich, um den örtlichen Behörden beizustehen.

Dämme oder freie Sicht für freie Bürger?

Flutwände wie diese oder Deiche schützten Wilkes-Barre vor der Überflutung

In Wilkes-Barre haben die Dämme gehalten und so die Stadt vor einer umfassenden Überflutung bewahrt. Nur in einzelnen Bereichen der Stadt kam es zu Flutschäden. Im Zentrum leckte ein schadhaftes Fluttor, sodass es in vier Straßenblöcken zu größeren Schäden kam. Im Norden des Stadtgebiets sorgte ein sich rückstauender Bach, der über die Ufer trat, dafür, dass hier teilweise das Wasser fast zwei Meter hoch stand.

Andere Ortschaften in der Nähe kamen nicht so glimpflich davon, etwa das 5.000 Einwohner zählende West Pittston, auf dem westlichen Flussufer. Hier hat das Hochwasser manche Häuser bis zum zweiten Stockwerk überschwemmt. Der Stadt kam nun eine vor fast 40 Jahren getroffene Entscheidung teuer zu stehen. Damals – nach dem verheerenden Hochwasser durch Hurrikan Agnes – hatten sich die Bewohner der Stadt gegen neue, höhere Deiche entschieden. Sie bewerteten den freien Ausblick auf den Fluss höher als das Risiko eines extremen Hochwassers.

Nun haben fehlende Dämme die Überflutung der Stadt nicht nur ermöglicht, sondern die Wirkung wurde wahrscheinlich dadurch verstärkt, dass das Hochwasser in dem engen Tal durch die Dämme in Wilkes-Barre gehindert wurde, nach Osten zu strömen und sich folglich Entlastung auf der anderen Flussseite suchte: durch West Pittston. Nach ersten Schätzungen kam es bei 880 Häusern in der Stadt zu Hochwasserschäden. Bei 628 davon lief nur der Keller voll, doch in 236 von ihnen stand das Wasser im Erdgeschoss. Bei 16 Häusern stieg das Wasser bis zum ersten Obergeschoss.

Die Bewohner West Pittstons machen insbesondere die Eight Street Bridge, die den Susquehanna River etwa fünf Kilometer südlich der Stadt in der Jenkins Township überquert, für die Auswirkungen des Hochwassers verantwortlich. Dieses Bauwerk – erst im Frühjahr 2011 eröffnet – habe wie ein Damm das Wasser des Flusses gestaut. Die Wasserbauingenieure haben noch keine Gelegenheit gehabt, dies anhand der gemessenen Pegelstände und der registrierten Abflussmenge nachzuvollziehen. Nach Angaben von James May, einem Sprecher für das Ministerium für Verkehr Pennsylvanias, haben die Brückenbauer die Auswirkungen von hohen Wasserständen bei ihren Planungen ausreichend berücksichtigt, doch Schilderungen einzelner Betroffener sind für die Ortsansässigen Begründung genug. So berichtete Michael Butera, ein nur eine Seitenstraße vom Flussufer wohnender Rechtsanwalt, in seinem Wohnzimmer habe nun das Wasser anderthalb Meter höher gestanden als 1972 nach dem Durchzug von Hurrikan Agnes.

Lee verhinderte Schlimmeres

Dieses Satellitenbild vom 6. September verdeutlicht, wie die über dem Festland liegenden Reste von Tropensturm Lee dem herannahenden Hurrikan Katia (rechts) den Weg versperrten.

Mehrere Tage nach dem Landfall von Lee steckte das Resttief tagelang fast bewegungslos zwischen einer Front im Westen und dem herannahenden Hurrikan Katia im Osten fest. Dass das System so verhinderte, dass Katia auf die Ostküste der Vereinigten Staaten trifft und diesen Hurrikan nach Nordosten ablenkte, ist den Bewohnern in der Region nur ein schwacher Trost, denn statt des Hurrikans überschüttete sie nun tagelanger Regen mit Unmengen Wassers.

Den im August am schwersten von den Auswirkungen durch Hurrikan Irene getroffenen Gebieten, etwa in Vermont und im Nordosten New York, blieben neuerliche Unwetter weitgehend erspart, doch das Tal des Passaic River in New Jersey traf es erneut. „Wir haben gerade die Aufräumarbeiten nach der Flut durch Irene beendet“, klagte die bei Shenectady, New York, evakuierte Edith Rodriguez. „Nun müssen wir wieder von vorne anfangen.“

124 Klär- und Wasseraufbereitungsanlagen wurden zumindest teilweise überflutet. In 14 von ihnen sei der Betrieb vollständig unterbrochen worden und ungeklärtes Wasser habe sich mit dem Hochwasser vermengt, teilte ein Behördensprecher mit. Diese Verschmutzung stellt für die Bewohner, die früh in ihre Häuser zurückkehren, um zu retten, was kaum zu retten ist, eine zusätzliche Gefährdung dar.

Die Behörden Pennsylvanias teilten mit, dass in dem Bundesstaat zwölf Personen ertrunken seien. Nach Angaben der Associated Press ertranken in Maryland eine Person und in Virginia drei Personen. Im Fairfax County in Virginia wurden bei zwei nicht zusammenhängenden Zwischenfällen zwei Personen vom Wasser erfasst und mitgerissen. Eines der Opfer, ein Kind, ertrank im Piney Branch Creek in Vienna. Bei der anderen Person handelte es sich um eine erwachsene Person. Das dritte Opfer in Virginia wurde aus dem Anne Arundel County gemeldet. Insgesamt gehen auf das Konto von Tropensturm Lee mindestens 21 Tote, einschließlich der fünf Opfer in den Südstaaten.

Ausgewählte Regenmengen durch Lee
Colonial Beach, Virginia 532 mm
Elizabethtown, Pennsylvania 396 mm
Holden, Louisiana 392 mm
Waveland, Mississippi 358 mm
Florence, Mississippi 342 mm
Harrisburg Airport, Pennsylvania 338 mm
Fyffe, Alabama 329 mm
Mobile, Alabama 328 mm
Lancaster, Pennsylvania 319 mm
Albertville, Alabama 316 mm
Cleveland, Tennessee 310 mm
Gulfport, Mississippi 297 mm
Charleston, Tennessee 292 mm
Reston, Virgina 291 mm
La Fayette, Georgia 280 mm
New Orleans/Moisant, Louisiana 279 mm
Clarksburg, Maryland 269 mm
Ringgold, Georgia 259 mm
Binghampton/Broome, New York 256 mm
Milton, Florida 255 mm
Quelle: NOAA Hydrological Prediction Center
Kritik über die Finanzierung hydrographischer Einrichtungen

Der Scheitel des Hochwassers in Wilkes-Barre wurde zunächst irrtümlich bereits am Donnerstag (8. September) in der Nacht gemeldet, doch beruhten diese Informationen auf falschen Messdaten des Pegels an der North Street Bridge auf der Ostseite des Susquehanna River. Diese hatten mehrere Stunden eine Wasserhöhe von 11,83 Metern angezeigt, weswegen man irrtümlich davon ausging, dass der Höhepunkt des Hochwassers bereits erreicht sei – gut einen halben Meter unterhalb der von den Hydrologen vorhergesagten Höhe.

Doch das Wasser stieg weiter, und inzwischen stellte sich heraus, dass bei dieser Wasserhöhe das mechanische Maximum der Messeinrichtung erreicht war. Das Gerät meldete diesen Wasserstand unbeirrlich solange weiter, bis schließlich das steigende Wasser die Elektronik zur Übertragung der Messdaten erreichte und zum Verstummen brachte – oberhalb der Marke von 12,5 Metern. Tatsächlich erreichte das Hochwasser einen Stand von 13,01 Metern, etwa einen halben Meter oberhalb der Marke von 1972, etwa 40 Zentimeter unterhalb der Krone der Deiche, die Wilkes-Barre schützten.

„Was da passiert ist, ist nicht selten bei einem Hochwasser des Ausmaßes, das wir in dieser vergangenen Woche hatten“, sagte Robert Hainly, der stellvertretende Leiter des wasserwirtschaftlichen Zentrums des United States Geological Survey (USGS) für Pennsylvania. Das Gerät „arbeitete bis zu seinem letzten Atemzug und hörte dann auf“. Die elektronische Einrichtung der Messstelle sei höher montiert, als das Hochwasser nach Hurrikan Agnes gereicht habe, teilte Hainly mit, doch plane die Behörde die Messeinrichtungen anzuheben, sodass es bei einem künftigen Hochwasser nicht mehr zu einer derartigen Konfusion kommen könne. Wie Hainly mitteilte, soll es aus dem gleichen Grund an mindestens sechs Messstellen in Pennsylvania zu einem Versagen der Messeinrichtungen gekommen sein.

Doch steht vor dem Hintergrund der vom Kongress der Vereinigten Staaten beschlossenen Sparmaßnahmen die Zukunft des gesamten Pegelnetzes zur Disposition. Rund 2,4 Millionen US-Dollar sind jährlich notwendig, um in New York, Pennsylvania und an einigen südlich davon liegenden Stellen das Vorhersage- und Warnsystem zu betreiben. Davon entfällt eine Million US-Dollar direkt auf den Betrieb von Flusspegeln und Regenmessern. Diese Geräte sind Voraussetzung für genaue Vorhersagen über das Eintreffen von Hochwasser und die Ausgabe rechtzeitiger Warnungen an die Bevölkerung. Deren Finanzierung hat der Kongress gestoppt. Der Betrieb bis zum Ende des laufenden Finanzjahres, dem 30. September 2011, wurde mit Mitteln des Umweltschutzministeriums und des USGS in Höhe von 270.000 US-Dollar sichergestellt, und der Bundesstaat will auch für die Kosten für den Betrieb der auf seinem Gebiet liegenden Einrichtungen im Jahr 2012 aufkommen, doch die Zukunft des Systems ist dennoch unklar.

Laut Susan Obleski, der Sprecherin der Kommission für das Einzugsgebiet des Susquehanna River, war bereits 2011 die Finanzierung des Messnetzes aus Mitteln verschiedener Quellen des Bundesstaates und nationaler Behörden – neben dem USGS auch durch den National Weather Service – zusammengestoppelt. Selbst wenn sich Pennsylvania wie 2011 an der Finanzierung beteilige, so Obleski, „wissen wir nicht, wie es für 2012 mit dem Rest des Systems steht“.

Obleski kritisierte den Kongress dafür, ein kosteneffektives Programm zu kürzen, obwohl es dem Schutz der öffentlichen Gesundheit und Sicherheit sowie dem allgemeinen Wohlstand diene.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Atlantische Hurrikansaison 2011“.

Quellen[Bearbeiten]

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May 11, 2010

Bohrinsel-Explosion: BP sucht nach einer Lösung

Bohrinsel-Explosion: BP sucht nach einer Lösung

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Veröffentlicht: 15:45, 11. Mai 2010 (CEST)
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New Orleans (Vereinigte Staaten), 11.05.2010 – Einen herben Rückschlag musste der Ölmulti BP bei der Bekämpfung der Ölkatastrophe der am 20. April 2010 explodierten und zwei Tage später gesunkenen Ölplattform Deepwater Horizon hinnehmen: Die gigantische 100 Tonnen schwere Metallglocke, die probeweise eines der Bohrlöcher verschließen sollte, hat ihren Zweck nicht wie geplant erfüllt.

Erstmals bestätigte inzwischen die US-Küstenwache einen Ölfilm in Freemason Island, einem Naturschutzgebiet der New Orleans vorgelagerten Inselgruppe Chandeleur Islands. Er stammt von dem Ölunfall der Ende April zunächst explodierten und zwei Tage später gesunkenen Super-Bohrplattform Deepwater Horizon, die von Transocean Limited betrieben, jedoch von BP geleast wurde. Mit dem Sinken verschwanden auch elf Arbeiter spurlos in den Fluten. Ein in den USA noch nicht vorgeschriebener Sicherheitsnotschalter, der ein Verschließen der Bohrlöcher nach anderen Methoden hätte gewährleisten können, war überhaupt nicht installiert. Seitdem sprudeln noch zwei größere Lecks unaufhörlich während lediglich ein kleineres Leck erfolgreich geschlossen werden konnte.

Alle Bemühungen des Konzerns und der US-Küstenwache, das Öl von den Küsten fernzuhalten, sind nun endgültig gescheitert. Der Schaden ist noch nicht zu überblicken, könnte aber im Ökosystem des Naturschutzgebiets beträchtlich sein. Präsident Barack Obama hatte BP nach dessen anfänglicher Schuldzuweisung an den Plattform-Eigentümer unmissverständlich für den Ölunfall und dessen Folgen verantwortlich gemacht. Dies trägt einem US-Gesetz Rechnung, das anlässlich des Unfalls des Tankschiffs Exxon Valdez vor Alaska im Jahre 1989 erlassen wurde und Betreiber nach dem Verursacherprinzip haftbar macht.

Die Aktien des Unternehmens erlitten seit dem Unfall einen Kurssturz. Der Ölmulti verlor an der Börse rund 23 Milliarden US-Dollar, was einem Börsenwert von 13 Prozent entspricht. Die Kosten für die Beseitigung der Folgen der Ölkatastrophe belaufen sich derzeit auf rund 350 Millionen US-Dollar. Darin sollen Ausgaben für Sofortmaßnahmen, Arbeiten zur Eindämmung der Ölpest, die Bohrung eines Entlastungsausgangs, Verpflichtungen gegenüber den US-Bundesstaaten und Gerichtskosten enthalten sein. BP gab zu, dass die Folgekosten des Unfalls höher seien als zunächst angenommen, man war ursprünglich von rund sechs Millionen US-Dollar ausgegangen.

Trotz einer Klagewelle gegen den Plattform-Betreiber Transocean Limited rechnet dieser damit, aus der Sache noch Gewinn abzuschöpfen. Transocean hatte die Plattform mit 560 Millionen US-Dollar versichert, die Schäden durch den Verlust belaufen sich jedoch nur auf 290 Millionen US-Dollar. Für die Schäden im Meer sei Transocean nicht verantwortlich, die Kosten zur Entschädigung der Fischer und der Tourismusbranche müssten sich die Leasingnehmer BP und die beiden Minderheitspartner „Anadarko Petroleum“ und „Mitsui“ teilen – sie werden derzeit auf 30 Milliarden US-Dollar taxiert.

Behörden haben mit dem Auftreffen des Ölteppichs auf die US-Küste ein Fischfangverbot erlassen und inzwischen noch ausgeweitet. Mit gestifteten Nylonstrümpfen, die mit Menschen- und Tierhaaren gefüllt wurden, werde derzeit versucht das Öl vor dem Auftreffen auf die Küsten zu binden und aufzusaugen: Es wurde ein Aufruf an alle 370.000 Friseure und 100.000 Tiersalons und an zahlreiche Schäfer gestartet, Haare jedweder Art und Größe zu spenden und zur Beseitigung des Ölteppichs zu Verfügung zu stellen. Dieser Aufruf fand überraschend lebhaften Anklang. Etwa 10.000 Helfer versuchen parallel dazu, ein Auftreffen des Ölschlamms auf das empfindliche Marschland an der Küste des Mississippi-Deltas zu verhindern. Nun haben die Behörden gemäß Bericht des Weltspiegel begonnen, den zusammengeschobenen Ölteppich auf offener See kontrolliert zu verbrennen. Die entstandenen Ölklumpen könnte man dann besser einsammeln. Jedoch werden so giftige Dämpfe in die Umwelt entlassen, weshalb das Vorgehen umstritten ist. Auch will man versuchen, das Öl mit ebenfalls giftigen Chemikalien zu zersetzen.

Unterdessen ist eine 100 Tonnen schwere und 13 Meter hohe, schnell konstruierte Metallglocke an die Stelle der gesunkenen Ölplattform geschleppt worden, die nun über der Unglücksstelle in Stellung gebracht und ausgerichtet werden soll. Mit ihr sollten ab Montag das entweichende Öl zu angestrebten 85 Prozent aufgefangen und per Tankschiff zur Küste transportiert werden. Doch das Projekt ging vorläufig schief. Wegen der extremen Kälte in der Tiefsee bildete sich ein Panzer aus einer schwammigen, eisähnlichen Masse mit der Bezeichnung Methanhydrat an der Innenseite der Kuppel, die aus einer Ausflockung des Methananteils aus dem Rohöl (in Verbindung mit Wasser) resultiert, ein Abpumpen vereitelt und auch noch für gehörigen Auftrieb sorgt. Zwar waren Techniker auf das Problem vorbereitet, jedoch kam es zur Bildung der Masse weitaus schneller als berechnet. Dies ist auf den Umstand zurückzuführen, dass es sich bei dem Verfahren um eine Premiere in dieser Tiefe handelte. Derweil wurde die Kuppel 200 Meter neben dem Bohrloch-Leck „geparkt“.
Experten arbeiten fieberhaft an der Lösung des Problems. Es könne durchaus noch zwei Tage dauern, bis man einen Plan B zur Hand hat. Es wird eine kleinere Kuppel ins Spiel gebracht, die jedoch nicht vor Dienstag einsatzbereit sei. Ob das Unterfangen, die Glocke am Bohrloch in 1.600 Metern Tiefe festzumachen, doch noch gelingt, ist laut BP derzeit ungewiss. Sollte dieses Experiment tatsächlich noch gelingen, die Stahlglocke das Bohrloch dicht abschließen und alle erwarteten Parameter gegeben sein, ist geplant, das zweite Leck auf dem gleichen Wege abzudichten.

Aus den genannten zwei Bohrlöchern strömen täglich geschätzte 800.000 Liter schweres Rohöl und tragen weiter zur Ausbreitung des Ölteppichs auf dem Meer bei, der am vergangenen Mittwoch ein Ausmaß von 110 Kilometern Breite mal 210 Kilometern Länge erreicht hatte.

Derzeit seien immer noch vier von ursprünglich zehn Tauchrobotern im Einsatz, um die Bohrlöcher abzudichten. Warum eine Sicherung, die die Unterbrechnung des Abflusses aus dem Bohrloch aktivieren sollte, versagte, ist laut Informationen von BP noch ungeklärt. Die sogenannten Blow-out-preventer (BOP) wurden bei der Explosion der Bohrplattform möglicherweise zerstört. Es ist nicht das erste Mal, dass eine solche Sicherung versagte, siehe dazu die Vorgänge bei dem Ixtoc I – Unfall aus dem Jahre 1979. Derzeit wolle man den defekten BOP austauschen beziehungsweise alternativ das Bohrloch mit Gummi und schwerem Bohrschlamm einen umzubauenden BOP beziehungsweise Hochdruck in der so genannten „Top-Kill-Methode“ den versagenden Preventer mit Reifenteilen und Golfbällen verstopfen. Alternativ könne man versuchen, die Steigleitung zu kappen und durch eine größere zu ersetzen. Diese sei aber nur eine nicht favorisierte Notlösung, da ein solches Verfahren mit einem vorübergehend größeren Austritt von Öl in den Golf von Mexiko einhergehe. Diese Verfahren sind laut BP-Manager Doug Suttles riskant, könnten sie doch die Rate des Ölaustritts bei einem Scheitern verzwölffachen. Bis Sonntag sind offiziellen Angaben zufolge nunmehr 13 Millionen Liter Öl seit der Explosion und dem Sinken der Bohrinsel in den Golf von Mexiko ausgelaufen, was einem Drittel der „Exxon-Valdez“-Katastrophe 1979 vor Alaska gleichkommt.

Inzwischen hat man auch eine Entlastungsbohrung schräg zum Bohrloch angesetzt. Der Durchbruch auf das ursprüngliche Bohrloch könne dann in etwa drei Monaten erfolgen, erklärte BP-Sprecher Jon Pack. Danach will man das ursprüngliche Bohrloch mit einem Zementgemisch verschließen und den defekten Bohrkopf damit versiegeln, aus dem das Öl derzeit sprudelt.

Themenverwandte Artikel

Quellen

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April 30, 2010

Bohrinsel-Unglück: Großer Ölteppich bedroht die Küste Louisianas

Bohrinsel-Unglück: Großer Ölteppich bedroht die Küste Louisianas

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Veröffentlicht: 18:18, 30. Apr. 2010 (CEST)
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Die brennende „Deepwater Horizon“
(21.04.2010, Foto:US-Küstenwache)

New Orleans (Vereinigte Staaten), 30.04.2010 – Gut eine Woche nach der Explosion und dem Sinken der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ zeichnete sich zumindest teilweise die Lösung einer Umweltkatastrophe ab, der Optimismus erwies sich jedoch als verfrüht. Experten bestätigten bereits zwei Tage nach dem Sinken der Bohrinsel zwei Lecks in der Tiefsee. Eines ist genau an der Stelle, wo die Bohrinsel ihre Bohrlöcher hatte, ein weiteres wurde an einem Verbindungsrohr durch ein unbemanntes Mini-U-Boot entdeckt. Es wurde unterschiedlichen Medienberichten zufolge ein Austritt von annähernd 140.000 – 190.000 Litern Rohöl pro Tag erwartet. Die eingebaute Sicherungstechnik, welche unter der Bezeichung „blow-out preventer“ (BOP) das unkontrollierte Austreten von Öl in der Tiefsee in einer Tiefe von 1.500 Metern durch automatisches Verschließen der Bohrlöcher verhindern sollte, hat Medienberichten zufolge kläglich versagt. Es könnte möglicherweise bei der Explosion und dem anschließenden Untergang beschädigt worden sein. Der Verbleib von 700.000 Barrel Dieselkraftstoff für die Bohrinsel, welche vor Ort gelagert worden sind, ist noch immer unklar. Inzwischen steht fest, dass sich ein etwa 4.500 Quadratkilometer großer, jedoch stellenweise nur wenige Zentimeter dicker Ölfilm gebildet hat. Er wurde durch Winde und Meeresströmungen auseinander getrieben. Zum aktuellen Zeitpunkt ist der Ölteppich aber noch so weit von den Landmassen entfernt, dass es etwa drei Tage bis zum Auftreffen auf die Küsten brauchen würde. Dennoch sind Experten besorgt und haben damit begonnen, den Ölfilm kontrolliert abzufackeln. Dies ist den Experten zufolge aber nur dann Erfolg versprechend, wenn die Dicke des Films größer als fünf Millimeter ist und damit gemäß Expertenmeinung ausreicht, ihn anzuzünden. Dort wo dies nicht gegeben sei, würde das Verfahren von vornherein scheitern. Von der Dicke des Films hängt auch ab, zu wie viel Prozent desselben abgeflämmt und damit zumindest unschädlich gemacht werden könnte. Die wissenschaftlich umstrittene Methode birgt aber auch noch andere Gefahren: Diese sind zum Beispiel das Freisetzen giftigen Rauchs und das Zurückbleiben von verbrannten Ölresten, welche das Meer weiterhin verunreinigen würden. Die US-Behörden haben sich dennoch entschlossen, diesen Schritt zu wagen und starteten ihn am Mittwochabend (MESZ). Doch das Abflämmen des Ölfilms kam zu spät. Behördenangaben zufolge soll aufgrund der Ausdehnung des Ölfilms dieser nicht mehr bekämpfbar sein. Die US-Behörden haben inzwischen das Scheitern sämtlicher Bemühungen eingeräumt. Zudem wurde ein drittes Leck entdeckt, wodurch sich die austretende Menge fast verfünffacht hat und nun auch vom Ölkonzern BP mit 800.000 Litern pro Tag angegeben wird.

Das Schließen der Lecks mittels Spezialgeräten (Tauchrobotern) hätte nach anfangs gemeldeten Behördenangaben zufolge noch Wochen andauern können, ist zwischenzeitlich aber wohl gescheitert. Behindert wurden zeitweise alle Arbeiten zur Sicherung der Unglücksstelle und auch die Aufräum- und Säuberungsarbeiten durch Starkregen und heftige Stürme, so zum Beispiel durch einen Tornado im US-Bundesstaat Louisiana. Sollte der Wind den Ölteppich auf die Küsten Louisianas, Alabamas oder Mississippis zutreiben, stehen gigantische Umweltschäden ins Haus. Dort sind Garnelenzuchtfarmen, Austernbänke und Brutkolonien seltener Meeresvögel, die möglicherweise betroffen werden könnten. Aber auch die Wale, Meeresfauna und Meeresflora sind bedroht.

An beiden Austrittsstellen kommen behelfsweise Entlastungsbohrungen durch ins Unglücksgebiet geschleppte, mobile Ölplattformen in Betracht.

Die Behörden gaben vor wenigen Tagen bekannt, dass die Suche nach den elf vermissten Arbeitern des Konzerns BP eingestellt worden ist. Am Dienstag vor gut einer Woche war die größte Ölplattform der Welt, welche von Transocean Limited betrieben und von BP geleast wurde, zunächst explodiert. In der Folge ist sie am vergangenen Donnerstag brennend gesunken.

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September 26, 2006

New Orleans: Superdome wieder eröffnet

New Orleans: Superdome wieder eröffnet – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

New Orleans: Superdome wieder eröffnet

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Artikelstatus: Fertig 18:31, 26. Sep. 2006 (CEST)
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New Orleans (Vereinigte Staaten), 26.09.2006 – Knapp 13 Monate nach Hurrikan „Katrina“ ist am Montagabend mit einem Football-Spiel vor 70.000 begeisterten Zuschauern der Superdome von New Orleans wieder eröffnet wurden.

In der Sportarena mussten während der Flutkatastrophe bis zu 30.000 obdachlos gewordene Einwohner tagelang unter menschenunwürdigen Umständen auf Hilfe warten.

Die schwer zerstörte Sportarena wurde innerhalb eines Jahres wieder in Stand gesetzt. Vor Spielbeginn spielte die Rockband U2 den „Beautiful Day“.

Auch in den Straßen wurde bei sonnigem Wetter gefeiert. Ein Straßenmusiker unterhielt die Touristen mit „When the Saints Go Marching In“. Im französischen Viertel wurde ein lebhaftes Geschäft registriert.

Die New Orleans Saints gewannen gegen die Atlanta Falcons mit 23:3 und führen mit drei Siegen in der noch jungen Saison ungeschlagen die Tabelle der NFC South an.

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June 22, 2006

New Orleans Bürgermeister forderte Nationalgarde zur Unterstützung an

Filed under: Artikelstatus: Fertig,New Orleans,Veröffentlicht — admin @ 5:00 am

New Orleans Bürgermeister forderte Nationalgarde zur Unterstützung an

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Artikelstatus: Fertig 10:30, 22. Jun. 2006 (CEST)
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New Orleans (Vereinigte Staaten), 22.06.2006 – In New Orleans (USA) reißen, seit der Hurrikan Kathrina durch die Stadt fegte, die Wellen der Gewalt nicht mehr ab. Seit Beginn diesen Jahres gab es bereits 50 Morde. Der erschreckendste Mord seit elf Jahren ereignete sich am Samstag, wo fünf Teenager in einem Auto erschossen wurden. Der Bürgermeister von Orleans forderte daher die Unterstützung der Nationalgarde. Am Dienstag, den 20. Juni traf die erste Unterstützung von der Nationalgarde ein. Diese soll die Polizei unterstützen, indem sie die geringer bewohnten Stadtbereiche übernimmt und sich die Polizei auf die Teile mit mehr Bevölkerung konzentrieren kann.

Die entsendeten 100 Nationalguards sollen etwa 300 Polizisten entlasten, damit diese ihre Kernaufgaben verstärkt wahrnehmen können.

Am 30. Juni läuft das Sonderprogramm FEMA aus, und weitere Hurrikan-Flüchtlinge werden in die Stadt zurückkehren. Die Situation wird sich dadurch nicht verbessern. Dass noch 60 weitere Mann State Police entsendet werden, erhofft sich die Stadtleitung, um die Gewalt in den Griff zu bekommen.

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June 4, 2006

Hurrikan Katrina: US-Militär gibt Fehler zu

Hurrikan Katrina: US-Militär gibt Fehler zu

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Artikelstatus: Fertig 11:30, 4. Jun. 2006 (CEST)
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Washington D.C. / New Orleans (Vereinigte Staaten), 04.06.2006 – Im August 2005 verwüstete Hurrikan Katrina den Süden der USA. Besonders betroffen war die Stadt New Orleans.

Um die Stadt vor einer Überflutung aus dem Meer zu schützen, baute das zuständige US-Pionierkorps der Armee damals Dämme um die Stadt.

Am Freitag, dem 3. Juni, räumten die Verantwortlichen für den Dammbau Fehler ein. Sie berichteten von falsch konstruierten Schutzwällen. Ein Kommandeur des Korps übernahm die Verantwortung für den Fehler. Zuvor war ein Untersuchungsbericht der Regierung vorgestellt worden, in dem ausführlich Baumängel bei der Konstruktion der Dämme aufgezeigt wurden. Des Weiteren kritisierte der Bericht die zu geringe Ausstattung von New Orleans mit Pumpen.

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Quellen

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May 22, 2006

Ray Nagin ist alter und neuer Bürgermeister von New Orleans

Ray Nagin ist alter und neuer Bürgermeister von New Orleans

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Artikelstatus: Fertig 09:27, 22. Mai 2006 (CEST)
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New Orleans (USA), 22.05.2006 – Ray Nagin wurde am Sonntag, den 21. Mai bei einer Stichwahl erneut zum Bürgermeister von New Orleans gewählt. Für Nagin beginnt damit die zweite Amtsperiode.

Am Montagmorgen waren alle Wahlbezirke ausgezählt. Somit hat sich der schwarze Amtsinhaber mit 52 Prozent der Stimmen gegen seinen weißen Herausforderer mit 48 Prozent der Stimmen durchgesetzt. Nagin geriet während und nach dem Hurrikan Katrina in die Schlagzeilen. Er hatte die US-Bundesbehörden öffentlich kritisiert, sie hätten zu spät reagiert und nicht rechtzeitig Hilfe geschickt.

Seit der Zerstörung von New Orleans haben viele Bewohner die Stadt verlassen. Die Zahl der Toten, die „Katrina“ auf dem Gewissen hat, wurde inzwischen korrigiert. Am 20. Mai 2006 gaben die Behörden neue Zahlen bekannt. Danach kamen 281 mehr Menschen ums Leben als bisher angenommen. Die Zahl der Toten insgesamt beträgt somit 1.577 Menschen. Die Korrektur kam dadurch zustande, dass in der neuen Zahl auch die indirekt durch Katrina gestorbenen Menschen gezählt wurden. Wer zum Beispiel nicht in New Orleans, sondern während der Evakuierung außerhalb der Stadt, zum Beispiel bedingt durch den Stress, starb, wurde in die neue Statistik einbezogen.

Quellen

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January 9, 2006

Der Wiederaufbau von New Orleans bleibt weiterhin umstritten

Der Wiederaufbau von New Orleans bleibt weiterhin umstritten

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Artikelstatus: Fertig 10:37, 9. Jan. 2006 (CET)
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Zerstörtes Gebäude aus dem Stadtviertel Lower Ninth Ward

New Orleans (Vereinigte Staaten), 09.01.2006 – Am kommenden Mittwoch, dem 11. Januar, ist die Veröffentlichung eines Wiederaufbauplans für New Orleans vorgesehen, der grundsätzlich die Rückkehr der Bewohner und den Wiederaufbau in allen von der Überflutung betroffenen Stadtvierteln gestattet. Dessen ungeachtet bleibt diese Vorgehensweise weiterhin sehr umstritten, und es bleibt auch offen, ob Rückkehrern nicht doch noch eine Zwangsumsiedlung drohen könnte.

Joseph C. Canizaro, der Hauptautor des Wiederaufbauplans und Mitglied der Kommission zum Wiederaufbau der Stadt New Orleans, berichtete im Vorfeld der Veröffentlichung, dass Expertenteams Rückkehrwillige beraten sollen, wo und wie ein Wiederaufbau möglich sei. Dabei soll Bauwilligen angeraten werden, besonders gefährdete Viertel wie etwa das Lower Ninth Ward zu vermeiden. Dennoch sieht der Plan kein grundsätzliches Verbot für den Wiederaufbau selbst in den am stärksten betroffenen Gebieten vor.

Mit diesem Wiederaufbauplan gerät die Stadt New Orleans jedoch in Konflikt mit dem Bundesstaat Louisiana. Dieser Plan wird kritisiert, weil er die unangenehmen Entscheidungen aufschiebt. Stattdessen wird gefordert, dass bereits jetzt festgelegt wird, dass Viertel wie der Ostteil der Stadt, das Lower Ninth Ward und Lakeview nicht mehr besiedelt werden. Als problematisch wird auch erachtet, dass voraussichtlich nur ein Teil der ursprünglichen Bevölkerung zurückkehren wird. Daher erscheine es sinnvoll, entsprechend weniger Gebiete wiederaufzubauen, da sonst die Gefahr bestehe, dass neu errichtete Häuser isoliert blieben.

Solche radikalen Maßnahmen stehen aber ebenso in der Kritik, weil sie unverhältnismäßig stark ärmere Afro-Amerikaner treffen würden. Deswegen sieht der Plan vor, dass erst nach einer Wartezeit von zwölf Monaten entsprechend dem Verlauf des Wiederaufbaus entschieden wird, welche Stadtteile eine Zukunft haben werden. In den Stadtteilen, die dann aufgegeben werden, müssten entsprechende Zwangsumsiedlungen finanziert und umgesetzt werden. Genau diese zusätzlichen Kosten stehen besonders bei den Verwaltern von Fördermitteln für den Wiederaufbau in der Kritik.

Bislang hat der Bürgermeister der Stadt New Orleans, Ray Nagin, den Plan noch nicht unterzeichnet.

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Quellen

  • The New York Times Online: „All Parts of New Orleans Included in Rebuilding Plan“ (englischsprachige Quelle) (08.01.2006) B stop.svg Quelle nicht mehr online verfügbar

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September 23, 2005

Hurrikan „Rita“ lässt erneut Deiche in New Orleans brechen

Hurrikan „Rita“ lässt erneut Deiche in New Orleans brechen

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Artikelstatus: Fertig 23:02, 23. Sep. 2005 (CEST)
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New Orleans (USA), 23.09.2005 – Die durch den Hurrikan Rita schnell ansteigenden Fluten haben inzwischen auch die Stadt New Orleans erreicht und die gerade wieder in Stand gesetzten Deiche der Stadt an mehreren Stellen durchbrochen.

Barry Guidry von der Nationalgarde Georgias berichtete von hauptsächlich drei Dammbrüchen und schnell ansteigenden Wasserständen. Das Wasser steige zurzeit drei Inch pro Minute (1 inch = 2,54 cm). Der neunte Bezirk im Osten der Stadt, der schon durch den Hurrikan „Katrina“ schwer getroffen worden war, wurde erneut überflutet. Auf der zum Deich parallel verlaufenden Kanalstraße steht das Wasser bereits hüfthoch.

Die Befürchtungen weiterer Deichbrüche konzentrieren sich einerseits auf die erwarteten schweren Regenfälle als auch auf die ansteigenden Fluten infolge des Hurrikans. Beide Faktoren könnten zu weiteren massiven Deichbrüchen führen.

Ein Sprecher der FEMA (Federal Emergency Management – Nationale Koordinationsstelle für Katastrophenhilfe der USA) sagte, die Dammbrüche würden hauptsächlich neu reparierte Sektionen betreffen, die nur mit Hilfe von Sand ausgebessert worden waren. Die Bereiche, in denen Steine den Wall zusammenhalten, seien noch funktionstüchtig.

Die Suchaktionen nach Ertrunkenen in diesem Bezirk sind ausgesetzt worden. Die systematische Suche nach Sturmopfern hatte die Zahl der Toten im Bundesstaat Louisiana auf 841 angehoben und beträgt jetzt 1.078 Opfer in der Golfregion insgesamt. Die Stadt New Orleans soll nach Auskunft des Bürgermeisters Ray Nagin inzwischen fast menschenleer sein.

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September 21, 2005

Hurrikan Rita erreicht Stufe vier

Hurrikan Rita erreicht Stufe vier – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Hurrikan Rita erreicht Stufe vier

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Hurrikan Rita im Golf von Mexiko, 21.09.2005 01:15 UTC

New Orleans (Vereinigte Staaten), 21.09.2005 – Der Hurrikan „Rita“ hat früher als vermutet die Stärke vier auf der fünfstufigen Hurrikanskala erreicht. Damit hat der Sturm die Kraft des Hurrikans „Katrina“. „Rita“ soll am Wochenende auf Texas treffen, könnte aber auch nach Norden abdrehen und New Orleans heimsuchen.

Rund einer Million Bewohner der Stadt Houston wurde von Bürgermeister Bill White nahegelegt, die Stadt zu verlassen. Der Bürgermeister von New Orleans, Ray Nagin, rief alle, die sich in der Stadt befinden, auf, sich auf eine neuerliche Evakuierung vorzubereiten. Experten befürchten, dass das Deichsystem von New Orleans, das dem Hurrikan „Katrina“ nicht standhielt, bei den erwarteten heftigen Regenfällen wieder Schaden nimmt und eine erneute Überschwemmung der Stadt bevorsteht.

Die britischen Öl-Konzerne BP und Shell haben große Teile ihres Personals von den Förderanlagen im Golf von Mexiko in Sicherheit gebracht, rund 750 Mitarbeiter wurden von BP, 545 von Shell evakuiert.

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  • Tropensturm Rita hat sich zum Hurrikan gewandelt (21.09.2005)

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