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May 9, 2008

Myanmar: Militärregierung behindert die Arbeit der Hilfsorganisationen

Myanmar: Militärregierung behindert die Arbeit der Hilfsorganisationen

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Veröffentlicht: 17:38, 9. Mai 2008 (CEST)
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Die Katastrophenregion rund um das Mündungsgebiet des Irrawaddy

Pyinmana (Myanmar), 09.05.2008 – Auf Unverständnis stößt bei Regierungen und Hilfsorganisationen die Verweigerungshaltung der Militärregierung Myanmars, ausländische Helfer für die wegen des tropischen Sturms „Nargis“ in Not geratene Bevölkerung ins Land zu lassen. Wie es in einer Presseerklärung des Außenministeriums Myanmars heißt, die in der Regierungszeitung „Myanma Ahlin“ veröffentlicht wurde, könnten zurzeit keine Rettungs- und Erkundungsteams aus dem Ausland empfangen werden. Priorität hätten solche Lieferungen, die das Militär des Landes mit eigenen Mitteln verteilen könne. Die Vereinten Nationen teilten heute mit, alle Hilfslieferungen aus dem Ausland seien von der Militärregierung bisher beschlagnahmt worden. Deshalb werde die Unterstützung bis auf Weiteres eingestellt. Wie Reuters meldet, wurde eine Gruppe einer Hilfsorganisation aus dem Wüstenstaat Katar (im Nordosten der Arabischen Halbinsel), die an Bord eines Flugzeugs mit Hilfsgütern in Rangun eingetroffen war, zurückgeschickt. Erst zwei Flugzeuge mit Hilfsgütern sind Medienberichten zufolge bisher in Myanmar angekommen: eine Maschine aus Italien und ein Flugzeug des Welternährungsprogramms aus Bangkok. Flugzeuge mit Hilfslieferungen aus den USA wurden abgewiesen. Hunderte Helfer, darunter Katastrophenexperten und Logistiker, die für die Verteilung der Hilfsgüter benötigt werden, sitzen in Nachbarländern fest, weil sie kein Einreisevisum für Myanmar erhalten.

Der australische Ministerpräsident Kevin Rudd nannte die Haltung der Militärregierung Myanmars „erschreckend“. Es sei notwendig, den internationalen Druck auf das Regime in Myanmar zu erhöhen Hilfe ins Land zu lassen.

Frankreich dringt inzwischen wegen der Verweigerungshaltung der Militärregierung von Myanmar auf eine Einberufung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen. Dem schloss sich die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel heute an. Gegenüber AFP sagte sie: „Ich unterstütze ausdrücklich die französische Initiative, den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit der Krise zu befassen.“ Außerdem kündigte sie an, sich telefonisch in der Angelegenheit an den UN-Generalsekretär Ban Ki-moon zu wenden. Die Verweigerungshaltung der Regierung Myanmars sei angesichts der Krisensituation in dem Land „vollkommen unverständlich“.

Gestern hatte der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier den „Koordinierungsausschuss Humanitäre Hilfe“ zur Koordinierung der Hilfsmaßnahmen für Myanmar zu einer Sondersitzung einberufen. In einem Gespräch mit dem Außenminister Myanmars forderte der deutsche Bundesaußenminister die Regierung in Pyinmana Naypyidaw dazu auf, die ausländischen Helfer zu unterstützen.

Unterdessen wächst die Seuchengefahr für die in Not geratenen Menschen, die weder Zugang zu Trinkwasser noch zu elektrischem Strom haben. Das Weltkinderhilfswerk UNICEF schätzt, dass bereits 20 Prozent der Kinder in den Regionen, die am schwersten von den Auswirkungen des Tropensturms betroffen waren, an Durchfallerkrankungen leiden. Auch seien bereits erste Fälle von Malaria gemeldet worden.

UNICEF-Deutschland berichtet, ein Flugzeug mit Hilfsgütern der Kinderhilfsorganisation der UNO sei am Freitagmorgen um 8.45 Uhr in Rangun eingetroffen. Mitarbeiter von UNICEF seien in 21 von 47 stark betroffenen Regionen im Großraum Rangun und im Irrawaddy-Delta eingetroffen und verteilten dort neben dem Grundbedarf für Krankenhäuser Medikamente zur Behandlung von Malaria sowie Plastikplanen und Moskitonetze. Außerdem seien Wasserreinigungstabletten und chemische Mittel zur Reinigung von Trinkwasser unter den Hilfsgütern. In der Stadt Laputta seien 7.259 Leichen gezählt worden. Von den ursprünglich dort 300.000 Bewohnern von Laputta sind 150.000 durch den Sturm obdachlos geworden.

Themenverwandte Artikel

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November 9, 2007

Myanmar: Aung San Suu Kyi erklärt Bereitschaft zum Dialog mit dem Militär

Myanmar: Aung San Suu Kyi erklärt Bereitschaft zum Dialog mit dem Militär

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Veröffentlicht: 23:03, 9. Nov. 2007 (CET)
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Aung San Suu Kyi

Rangun (Myanmar), 09.11.2007 – Der Leitfigur der politischen Opposition in Myanmar, der unter Hausarrest stehenden Vorsitzenden der „Nationalen Liga für Demokratie“ (NLD), Aung San Suu Kyi, wurde gestern von der Militärjunta erlaubt, sich mit führenden Mitgliedern ihrer Partei zu treffen. Das Treffen fand in dem „Haus der Regierung“ statt, in dem sie auch den UN-Sondergesandten Ibrahim Gambari getroffen hatte, der sich sechs Tage in dem südostasiatischen Land aufhielt. Das letzte Treffen dieser Art liegt drei Jahre zurück. Es wird als Ergebnis der Bemühungen des UN-Gesandten gesehen, einen politischen Dialog zwischen der seit 45 Jahren herrschenden Militärjunta und der politischen Opposition des Landes herbeizuführen.

Am Donnerstag war Suu Kyi auch mit dem UN-Gesandten zusammengetroffen und hatte ihm eine Botschaft mitgegeben, deren Inhalt Gambari nach seiner Rückkehr nach New York bekannt gab. Die 62-jährige Friedensnobelpreisträgerin von 1991, Suu Kyi, bringt darin eine Einschätzung zum Ausdruck, die für Aufmerksamkeit bei internationalen Beobachtern sorgte. Sie sprach davon, sie sei „sehr optimistisch“ bezüglich der Bereitschaft der Militärjunta, mit der Opposition einen Dialog mit dem Ziel einer nationalen Aussöhnung zu beginnen. Ihre eigene Haltung beschrieb sie mit den Worten: „Im Interesse unseres Volkes bin ich bereit, mit der Regierung zusammenzuarbeiten, um den Dialogprozess zum Erfolg zu führen.“ Sie erklärte weiter, in der gegenwärtigen Situation sei es nicht nur erforderlich die Politik ihrer eigenen politischen Partei, der NLD, zu vertreten, sondern ein möglichst breites Spektrum von Parteien und Gruppierungen in den Dialog einzubeziehen und dabei insbesondere auch die Interessen der in dem Land vorhandenen Angehörigen unterschiedlicher Rassen zu berücksichtigen.

Am Freitag traf Suu Kyi erneut mit dem Verbindungsoffizier der Junta zur politischen Opposition, Arbeitsminister Aung Kyi, zusammen, der auch bereits bei dem Gespräch Suu Kyis mit Mitgliedern der Parteiführung am Donnerstag zugegen gewesen war. Sie rechnet vorerst nicht mit einem Ende ihres Hausarrests. Ihre Partei forderte sie auf, Verbindungsleute für den Dialog mit der Militärregierung zu benennen.

Bei im Ausland lebenden politischen Dissidenten aus Myanmar wurde der neue Optimismus Suu Kyis bezüglich der Erfolgsaussichten eines Dialogs mit der Militärregierung eher skeptisch aufgenommen. Gegenüber der taz äußerte sich Zin Linn, ein ehemaliger politischer Häftling und Mitglied der Exilorganisation „Nationale Koalitionsregierung der Union Birmas“: „Die Junta hat sich stets geweigert, sich mit Suu Kyi an den Verhandlungstisch zu setzen.“ Er fügte hinzu: „Sie werden wieder ihre Zeit abwarten. Juntachef Than Shwe wird alles tun, um ein Treffen mit Suu Kyi zu vermeiden.“ Es wurde von Kritikern auch die Mutmaßung geäußert, die neue Dialogbereitschaft der Militärjunta sei angesichts des Ende der kommenden Woche bevorstehenden ASEAN-Gipfels nur vorgetäuscht.

Die Menschenrechtsorganisation „amnesty international“ (ai) erklärte, nach der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste vom September setzte die Militärjunta ihre Politik der brutalen Unterdrückung jeglicher Opposition in dem Land fort. Seit 1962, dem Jahr der Machtergreifung durch das Militär, befindet sich das Land Myanmar, das vormals Birma hieß, in einer Isolation von der internationalen Gemeinschaft. Der politische Widerstand gegen das Militärregime formierte sich insbesondere im Jahr 1988 und wurde brutal niedergeschlagen. Es wird angenommen, dass das Militär damals 3.000 politische Gegner tötete, die sich in Demonstrationen für die Rückkehr zur Demokratie ausgesprochen hatten.

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May 27, 2006

Hunderte Angehörige der Karen-Minderheit flohen nach Thailand

Hunderte Angehörige der Karen-Minderheit flohen nach Thailand

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Artikelstatus: Fertig 01:51, 27. Mai 2006 (CEST)
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Mae Hong Son (Provinz)

Bangkok / Mae Hong Son (Thailand), 27.05.2006 – Das Flüchtlingsdrama der Karen-Minderheit, die vor der Gewalt des Militärs in Myanmar nach Thailand fliehen, spitzt sich zu. Darauf wies das Hochkommissariat für Flüchtlingsfragen der Vereinten Nationen (UNHCR) in einer Presseerklärung am Donnerstag hin.

Demnach sind allein in der vergangenen Woche 400 Angehörige der ethnischen Minderheit der Karen aus Myanmar nach Thailand geflohen. In den letzten drei Monaten sollen es sogar 2.000 Flüchtlinge aus dem westlichen Nachbarland gewesen sein. Die Flüchtlinge sammeln sich hauptsächlich in der thailändischen Provinz Mae Hong Son im Norden des Landes. Die Flüchtlinge berichteten nach Angaben des UNHCR darüber, dass „Häuser und Dörfer niedergebrannt und Zivilisten getötet worden seien. Viele von ihnen sind stark geschwächt und leiden unter Krankheiten wie Malaria.“

Für die thailändischen Behörden stellt die große Zahl von Flüchtlingen ebenfalls ein Problem dar. Inzwischen leben über 140.000 Flüchtlinge aus Myanmar in den Grenzregionen Thailands zu Myanmar. Gegenüber dem UNHCR erklärten sich die thailändischen Behörden in der vergangenen Woche bereit, für die Flüchtlinge feste Unterkünfte zu errichten.

Die Bangkok Post berichtet in ihrer Onlineausgabe vom 26. Mai von der Hoffnung der Flüchtlinge, dass anlässlich des Besuches von UN-Generalsekretär Kofi Annan beim thailändischen König die Aufmerksamkeit der Weltgemeinschaft auch wieder auf ihr Schicksal gerichtet wird. Der Zeitung zufolge leben 827 aus dem Landesinneren geflohene Karen in einem provisorisch errichteten Dorf namens Ei Tu Hta Camp nahe der thailändischen Grenze. Sie hoffen auf den Druck der internationalen Gemeinschaft auf die Militärregierung Myanmars, die seit der Niederschlagung der demokratischen Massenbewegungen des Jahres 1988 das Land regieren. Die Flüchtlinge verfolgen nur das Ziel, in ihre Heimatregionen zurückkehren zu können.

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  • Militäroffensive gegen die Karen: „Ethnische Säuberungen“ in Myanmar? (29.04.2006)

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March 27, 2006

Myanmar: Massenflucht der Karen-Minderheit nach Bombardement

Myanmar: Massenflucht der Karen-Minderheit nach Bombardement

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Artikelstatus: Fertig 23:01, 27. Mrz. 2006 (CEST)
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Lage von Pyinmana

Pyinmana (Myanmar), 27.03.2006 – Einem Bericht der österreichischen „Austria Presse Agentur“ (APA) zufolge kam es in der Nähe von Pyinmana, der neuen Hauptstadt von Myanmar (dem früheren Burma), zu Bombenangriffen der Luftwaffe auf Dörfer der Karen-Minderheit. Tausende Angehörige dieses Volksstammes sollen nun auf der Flucht aus diesem Gebiet sein.

Angehörige der Karen, in Thailand

Informationsquelle für diesen Bericht ist ein Kommuniqué der „Karen National Union“ (KNU), die sich für die Rechte dieser ethnischen Minderheit einsetzt. Die Widerstandsorganisation gab das Kommuniqué am Samstag in der thailändischen Hauptstadt Bangkok heraus. Danach seien die Verwaltungsbezirke Toungoo und Nyaunglaybin in Myanmar von den Bombardements betroffen. Die Nachrichtenagentur Reuters spricht von zwei Angriffen in diesem Monat und beruft sich dabei auf Aussagen eines Rebellenführers und eines thailändischen Grenzpolizisten. Nach Angaben der KNU wurden Dörfer in Taungoo mit schwerer Artillerie angegriffen. Die Menschen aus den Dörfern seien in eine Grenzstadt in der nördlichen thailändischen Provinz Mae Hong Son geflüchtet. Manh Sha, ein Anführer der Rebellengruppe, sagte in einem Telefonat mit Reuters, dass sich noch zwischen 400 und 500 Menschen in der Nähe von Mae Hong Song versteckten. Nach den Angriffen soll es laut Manh Sha zu einem Schusswechsel zwischen Soldaten und Rebellen gekommen sein, bei dem 20 Soldaten und zwei Rebellen getötet worden sein sollen. Für den Vorfall gibt es aber keine Bestätigung von unabhängigen Quellen.

Die Militärjunta des asiatischen Landes führt seit Jahren militärische Aktionen gegen diese Minderheit durch, die auf eine ethnische „Säuberung“ und Vertreibung der Karen hinauslaufen. Viele Angehörige dieses Volkes wurden nach Thailand vertrieben.

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