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January 7, 2011

Ölkatastrophe im Golf von Mexiko: Bakterien haben Methangas abgebaut

Ölkatastrophe im Golf von Mexiko: Bakterien haben Methangas abgebaut

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Veröffentlicht: 12:58, 7. Jan. 2011 (CET)
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Washington D.C. (Vereinigte Staaten), 07.01.2011 – Ein Großteil des Methangases, das nach der Explosion der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ im April 2010 aus dem Meeresboden ausgeströmt war, ist offenbar von Bakterien abgebaut worden. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler nach der Untersuchung von Methan- und Sauerstoffkonzentrationen in dem Katastrophengebiet im Golf von Mexiko.

Ein Team um John Kessler von der Texas A&M University hatte über 200 Messstationen rund um den Unglücksort der explodierten Bohrinsel aufgestellt. Wie sie in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift „Science“ darlegten, gelang es ihnen die Zusammensetzung von Bakterienkolonien auf dem Meeresgrund zu analysieren. Es handelt sich um so genannte „methanotrophe“ Bakterien, die bei ihrem Stoffwechsel Methangas abbauen und dabei Sauerstoff verbrauchen. Die Zahl der Bakterien an sieben Messstellen nahm nach der Ölkatastrophe signifikant zu, während die Sauerstoffwerte in dem Meeresgebiet absanken. Ihrer Ansicht nach wurden nach der Katastrophe zwischen 146.606 und 200.500 Tonnen Methan freigesetzt, wovon die Bakterien in den folgenden vier Monaten einen Großteil abgebaut haben. Ein so hoher Methanausstoß kommt in der Natur nur höchst selten vor.

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April 30, 2010

Bohrinsel-Unglück: Großer Ölteppich bedroht die Küste Louisianas

Bohrinsel-Unglück: Großer Ölteppich bedroht die Küste Louisianas

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Veröffentlicht: 18:18, 30. Apr. 2010 (CEST)
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Die brennende „Deepwater Horizon“
(21.04.2010, Foto:US-Küstenwache)

New Orleans (Vereinigte Staaten), 30.04.2010 – Gut eine Woche nach der Explosion und dem Sinken der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ zeichnete sich zumindest teilweise die Lösung einer Umweltkatastrophe ab, der Optimismus erwies sich jedoch als verfrüht. Experten bestätigten bereits zwei Tage nach dem Sinken der Bohrinsel zwei Lecks in der Tiefsee. Eines ist genau an der Stelle, wo die Bohrinsel ihre Bohrlöcher hatte, ein weiteres wurde an einem Verbindungsrohr durch ein unbemanntes Mini-U-Boot entdeckt. Es wurde unterschiedlichen Medienberichten zufolge ein Austritt von annähernd 140.000 – 190.000 Litern Rohöl pro Tag erwartet. Die eingebaute Sicherungstechnik, welche unter der Bezeichung „blow-out preventer“ (BOP) das unkontrollierte Austreten von Öl in der Tiefsee in einer Tiefe von 1.500 Metern durch automatisches Verschließen der Bohrlöcher verhindern sollte, hat Medienberichten zufolge kläglich versagt. Es könnte möglicherweise bei der Explosion und dem anschließenden Untergang beschädigt worden sein. Der Verbleib von 700.000 Barrel Dieselkraftstoff für die Bohrinsel, welche vor Ort gelagert worden sind, ist noch immer unklar. Inzwischen steht fest, dass sich ein etwa 4.500 Quadratkilometer großer, jedoch stellenweise nur wenige Zentimeter dicker Ölfilm gebildet hat. Er wurde durch Winde und Meeresströmungen auseinander getrieben. Zum aktuellen Zeitpunkt ist der Ölteppich aber noch so weit von den Landmassen entfernt, dass es etwa drei Tage bis zum Auftreffen auf die Küsten brauchen würde. Dennoch sind Experten besorgt und haben damit begonnen, den Ölfilm kontrolliert abzufackeln. Dies ist den Experten zufolge aber nur dann Erfolg versprechend, wenn die Dicke des Films größer als fünf Millimeter ist und damit gemäß Expertenmeinung ausreicht, ihn anzuzünden. Dort wo dies nicht gegeben sei, würde das Verfahren von vornherein scheitern. Von der Dicke des Films hängt auch ab, zu wie viel Prozent desselben abgeflämmt und damit zumindest unschädlich gemacht werden könnte. Die wissenschaftlich umstrittene Methode birgt aber auch noch andere Gefahren: Diese sind zum Beispiel das Freisetzen giftigen Rauchs und das Zurückbleiben von verbrannten Ölresten, welche das Meer weiterhin verunreinigen würden. Die US-Behörden haben sich dennoch entschlossen, diesen Schritt zu wagen und starteten ihn am Mittwochabend (MESZ). Doch das Abflämmen des Ölfilms kam zu spät. Behördenangaben zufolge soll aufgrund der Ausdehnung des Ölfilms dieser nicht mehr bekämpfbar sein. Die US-Behörden haben inzwischen das Scheitern sämtlicher Bemühungen eingeräumt. Zudem wurde ein drittes Leck entdeckt, wodurch sich die austretende Menge fast verfünffacht hat und nun auch vom Ölkonzern BP mit 800.000 Litern pro Tag angegeben wird.

Das Schließen der Lecks mittels Spezialgeräten (Tauchrobotern) hätte nach anfangs gemeldeten Behördenangaben zufolge noch Wochen andauern können, ist zwischenzeitlich aber wohl gescheitert. Behindert wurden zeitweise alle Arbeiten zur Sicherung der Unglücksstelle und auch die Aufräum- und Säuberungsarbeiten durch Starkregen und heftige Stürme, so zum Beispiel durch einen Tornado im US-Bundesstaat Louisiana. Sollte der Wind den Ölteppich auf die Küsten Louisianas, Alabamas oder Mississippis zutreiben, stehen gigantische Umweltschäden ins Haus. Dort sind Garnelenzuchtfarmen, Austernbänke und Brutkolonien seltener Meeresvögel, die möglicherweise betroffen werden könnten. Aber auch die Wale, Meeresfauna und Meeresflora sind bedroht.

An beiden Austrittsstellen kommen behelfsweise Entlastungsbohrungen durch ins Unglücksgebiet geschleppte, mobile Ölplattformen in Betracht.

Die Behörden gaben vor wenigen Tagen bekannt, dass die Suche nach den elf vermissten Arbeitern des Konzerns BP eingestellt worden ist. Am Dienstag vor gut einer Woche war die größte Ölplattform der Welt, welche von Transocean Limited betrieben und von BP geleast wurde, zunächst explodiert. In der Folge ist sie am vergangenen Donnerstag brennend gesunken.

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April 24, 2010

Bohrinsel im Golf von Mexiko explodiert und gesunken

Bohrinsel im Golf von Mexiko explodiert und gesunken

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Veröffentlicht: 14:43, 24. Apr. 2010 (CEST)
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Die brennende „Deepwater Horizon“
(21.04.2010, Foto:US-Küstenwache)

Washington D.C. (Vereinigte Staaten), 24.04.2010 – Die vor zwei Tagen – ausgerechnet am „Tag der Erde“ – explodierte Ölbohrplattform „Deepwater Horizon“ des Betreibers „Transocean Limited“ ist am Freitag im Golf von Mexico 30 Kilometer südöstlich von Venico im US-Bundesstaat Louisiana brennend gesunken. Experten hatten zunächst eine Umweltkatastrophe von großem Ausmaß befürchtet. Sie registrierten nach dem Unglück einen acht mal anderthalb Kilometer großen Ölteppich, der vermutlich durch ein Leck verursacht wurde. Von den ursprünglich 126 Beschäftigten wurden sieben Arbeiter verletzt, elf Angestellte des leasenden Ölkonzerns British Patrol (BP) werden noch vermisst. Hubschrauber und Schiffe der Küstenwache suchen weiter nach den Vermissten. Für sie bestehe jedoch kaum noch eine Überlebenschance. Bei „Deepwater Horizon“ handelt es sich um eine der größten Ölplattformen der Welt.

Experten befürchten ein Auftreffen des Ölteppichs auf die Küsten Louisianas, wo es zahlreiche Brutkolonien von Seevögeln sowie Garnelenfarmen gibt. Im schlimmsten Fall könnten täglich bis zu 1,3 Millionen Liter Rohöl aus dem Bohrloch in der Tiefe des Meeres ausströmen. Die US-Küstenwache hatte Gegenmaßnahmen eingeleitet, beispielsweise der Einsatz von Chemikalien und das Absaugen des Teppichs mit anderen Schiffen. Mit einem Mini-U-Boot untersuchten sie das Leck, ein weiteres Austreten von Öl konnten sie bislang nicht feststellen. Die Ursache für den Unfall steht noch nicht fest, in der Diskussion sind plötzlich austretendes Gas oder Öl. US-Präsident Barack Obama ließ eine Regierungserklärung in Washington D.C. verlesen, in der er schnelle und unbürokratische Unterstützung bei den Umwelt- und Katastrophenschutz-Maßnahmen zusagte.

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Commons-logo.svg Wikimedia Commons: Weitere Bilder, Videos oder Audiodateien zum Thema „Deepwater Horizon“.

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April 6, 2010

Frachter am Great Barrrier Reef droht auseinanderzubrechen

Frachter am Great Barrrier Reef droht auseinanderzubrechen

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Veröffentlicht: 19:35, 6. Apr. 2010 (CEST)
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Satellitenaufnahme des Great Barrrier Reef

Brisbane (Queensland), 06.04.2010 – Der chinesische Frachter „Shen Neng 1“ mit 65.000 Tonnen Kohle und 975 Tonnen Öl an Bord ist am vergangenen Samstag im Pazifischen Ozean aus bisher ungeklärten Umständen mehr als 15 Kilometer vom Kurs abgekommen und am Great Barrier Reef ungebremst auf Grund gelaufen. Der Frachter droht nun im südlichen Teil des Naturschutzgebiets am Great Barrier Reef auseinanderzubrechen. Er kam vom australischen Hafen Gladstone, wo er Kohle geladen hatte, und war auf dem Weg nach China.

Zwei Tonnen Schiffsdiesel sollen bereits ausgelaufen sein, der Ölteppich soll sich auf drei Quadratkilometer erstrecken. Flugzeuge versuchen mit Chemikalien das Öl zu zersetzen. Die australischen Behörden haben höchste Alarmbereitschaft ausgerufen und rechnen mit einer Umweltkatastrophe in dem sensiblen Ökosystem.

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  • Portal: Australien
  • Portal: Umwelt

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February 26, 2010

Ölpest am Po

Ölpest am Po – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Ölpest am Po

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Veröffentlicht: 19:30, 26. Feb. 2010 (CET)
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Po-Ebene in Norditalien

Monza (Italien), 26.02.2010 – Unbekannte haben offenbar Millionen Liter Heiz- und Dieselöl in den italienischen Fluss Lambro geleitet. Medien gehen von einem Sabotageakt aus. Der Vorfall wurde kurz darauf in Monza (nördlich von Mailand) bekannt, als ein nahegelegenes Klärwerk die Verseuchung seiner Anlagen durch das Öl feststellte. Das Öl stammt offenbar aus einer stillgelegten Raffinerie. Mitarbeiter von Umweltorganisationen sprechen von der schlimmsten Naturkatastrophe der Region.

Der Ölteppich gelangte mittlerweile in den Po und es besteht die Gefahr der Ausbreitung in die Adria. Das Mündungsgebiet des Po im Norden Italiens gilt als eines der bedeutendsten Feuchtgebiete Europas. Der italienische Zivilschutz geht momentan noch davon aus, dass das Eindringen des auf dem Po treibenden Ölteppichs in die Adria noch verhindert werden kann.

Die Suche nach den Tätern führte bisher noch nicht zu greifbaren Ergebnissen. Der Focus berichtet von einem Verdacht, wonach der Sabotageakt mit einem Streit um ein Immobilienprojekt in der Nähe der Raffinerie in Zusammenhang stehen könnte.

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  • Portal:Umwelt

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August 2, 2009

Ölpest in Norwegen nach Frachtschiffsunglücken

Ölpest in Norwegen nach Frachtschiffsunglücken

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Veröffentlicht: 21:30, 2. Aug. 2009 (CEST)
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Oslo (Norwegen) / Göteborg (Schweden), 02.08.2009 – Vor der skandinavischen Küste haben sich am vergangenen Freitag bei schwerem Sturm (Windstärke neun) zwei schwere Schiffsunglücke von besonderer Tragweite ereignet:

Ein Ölteppich hat die norwegischen Schären erreicht, nachdem der unter panamesischer Flagge fahrende Fracher „Full City“ mit 1.120 Tonnen Treibstoff und russischsprachiger Besatzung nahe Langesund im berühmt-berüchtigten Skagerrak in der Nacht zum Freitag bei schwerer See auf Grund gelaufen war. Experten befürchten ein Untergehen oder sogar Auseinanderbrechen des Havaristen und riefen den Kapitän auf, das Schiff aufzugeben. Die Evakuierung des Frachtschiffs ist in vollem Gange, sieben Seeleute müssen neben dem Kapitän noch ausgeflogen werden.
Umweltschützer befürchten, dass der Ölteppich bei totalem Ladungsverlust des Schiffes sich von dem in der Skagerakeinfahrt liegenden Larvik auf 200 Kilometer bis nach Christianssand ausbreiten könne.
Die Gegend ist zum Einen ein beliebtes Feriengebiet, zum Anderen sind dort seltene Wasservögel in 27 Naturschutzgebieten der dortigen Schären – vor allem des in einem Kilometer entfernten Vogelschutzgebietes „Lille Såstein“ – beheimatet, die nun durch das Öl bedroht und zum Teil bereits getötet worden seien. Auch der Einsatz tausender Helfer kann ein Auftreffen des Schweröls auf die Küstenlinien besagten Abschnitts nicht verhindern. Es wurde Kritik am zu zögerlichen Ausbringen von Ölsperren durch die Behörden vor Ort geäußert. Die norwegische Regierung rief den Notstand aus. Rettungs- und Säuberungsarbeiten sind mit Unterstützung des Worldwide Fund for Nature (WWF) in vollem Gange.

Ein weiterer, mit Steinen beladener Frachter soll an der westschwedischen Küste gesunken sein. Hier wurden nur Trümmerteile und die leere Rettungsinseln gefunden, somit vermutlich keine Überlebenden. Derzeit werden noch insgesamt sieben Seeleute vermisst, die Suche wurde auch am Tag nach dem Unglück fortgesetzt. Das gesunkene Schiff konnte in über 100 Metern Tiefe indessen geortet werden.

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March 15, 2009

Ölpest vor Australiens Ostküste

Ölpest vor Australiens Ostküste – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Ölpest vor Australiens Ostküste

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Veröffentlicht: 23:54, 15. Mär. 2009 (CET)
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Brisbane (Queensland), 15.03.2009 – Wie erst Freitag, dem 13. März, bekannt wurde, ist es an Australiens Ostküste zwei Tage zuvor zu einer großräumigen Ölverschmutzung von diversen Stränden gekommen. Der Kapitän des Frachters „Pacific Adventurer“ der britischen Reederei Swire Shipping hat offenbar zu vertuschen versucht, dass er im Pazifiksturm Hamish nahe Montego Bay mehrere Fässer mit einem Düngemittel verloren hat. Eines hat offenbar den Treibstofftank des Frachters aufgerissen. Insgesamt waren 620 Tonnen Ammoniumnitrat an Bord, davon sollen 31 Fässer auf den Meeresgrund gesunken sein. Die ausgelaufene Treibstoffmenge beträgt inzwischen ungefähr 230 Tonnen. Anfangs sei man laut Vize-Regierungschef des Bundesstaates Queensland, Paul Lucas, gemäß Angaben des Kapitäns von etwa 20 bis 30 Tonnen ausgegangen und habe die Katastrophe weit unterschätzt. Damit habe der Kapitän einmal mehr versucht, die Folgen der Katastrophe zu vertuschen, wodurch auch die Einsatzkräfte getäuscht wurden.

Betroffen sind mehrere Seevögelkolonien und Schildkrötennester. Dutzende verseuchte Tiere wurden bereits entdeckt. Außerdem sind die bekannten, ursprünglich weißen Sandstrände mit Öl verschmutzt. Die Region Brisbane wurde zum Katastrophengebiet erklärt. Der Havarist liegt im Hafen von Brisbane vor Anker, das Loch im Schiffsrumpf war noch nicht einmal abgedichtet. Bis zur endgültigen Klärung des Vorfalls soll das Frachtschiff festgehalten werden. Tausende Helfer sind im Einsatz, um Schildkröten und Seevögel zu säubern und zu retten. Die Säuberungsaktion kostet laut Medienberichten umgerechnet 50.000 Euro pro Tag und werde voraussichtlich mehrere Wochen dauern. Die Reederei sicherte von sich aus zu, sich an den Kosten des Einsatzes und der Beseitigung der Umweltschäden zu beteiligen.

Die Auswirkungen der Havarie haben das Naturschutzgebiet Moreton Bay um die Inseln Merton und Bribie erreicht, hier sind Delphine, Pelikane und die seltenen australischen Schildkröten beheimatet. Auch ist das Naturschutzgebiet an der Zugstrecke der Buckelwale am Ende der Winterzeit im beginnenden Frühjahr unweit des Tangalooma Resorts betroffen.[1] Ebenso ist die Sunshine-Coast, eines der wichtigsten Touristengebiete mit kilometerlangen Sandstränden auf 60 Kilometer ölverseucht. Das südlich von Brisbane gelegene Great Barrier Reef war zu keinem Zeitpunkt bedroht.

Experten befürchten inzwischen allerdings, dass die über Bord gegangenen, möglicherweise durch Beschädigung undichten Fässer mit der Chemikalie ein massives Algenwachstum erzeugen könnten, da Ammoniumnitrat auch in Düngemitteln Einsatz findet. Dies käme einer weiteren, zusätzlichen Katastrophe gleich und hätte Auswirkungen ungeahnten Ausmaßes.

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  • Portal:Umwelt
  • Portal:Australien

Quellen

  1. Moreton Island Nationalpark

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June 9, 2005

Angst vor Ölpest in Südafrika

Angst vor Ölpest in Südafrika – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Angst vor Ölpest in Südafrika

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East London (Südafrika) / Valletta (Malta), 09.06.2005 – Ein in Malta registrierter Frachter ist zwei Meilen vor der Küste Südafrikas auf Grund gelaufen.

Das mit Öl und Diesel beladene Frachtschiff „Kiperousa“ liegt im Meer vor der Stadt East London in der Ostkap-Provinz. Die Behörden versuchen derzeit, eine Umweltkatastrophe vor der Küste zu verhindern. Es sind jedoch bereits erste Ölflecken auf dem Wasser sichtbar. Jetzt soll ein Schlepper so bald wie möglich das Frachtschiff auf das Meer hinaus in tieferes Gewässer schleppen, denn vor Südafrika droht eine Verschlechterung des Wetters.

Das Schiff befand sich am Dienstag auf dem Weg von Gabun zur südafrikanischen Hafenstadt Durban, als es ein Hindernis streifte und auf Grund lief.

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