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June 10, 2011

Streit um Hoheit über die Spratly-Inseln verschärft sich

Streit um Hoheit über die Spratly-Inseln verschärft sich

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Veröffentlicht: 21:37, 10. Jun. 2011 (CEST)
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Lage der umstrittenen Inselgruppe

Karte der Inseln

Manila (Philippinen) / Peking (Volksrepublik China) / Hanoi (Vietnam), 10.06.2011 – Der diplomatische Streit über die Spratly-Inseln im Südchinesischen Meer verschärft sich. Peking warnte inzwischen die Philippinen davor, in dem Gebiet Erkundungsbohrungen durchzuführen. In der Region werden große Mengen Erdgas und Erdöl vermutet. Nicht weniger als sechs Staaten machen Ansprüche auf Teile der Inselgruppe geltend: Die Republik China, die Philippinen, Brunei, Malaysia, Vietnam und die Volksrepublik China. Alle Staaten, bis auf die Republik China und Brunei, halten einige der nur wenige Hektare großen Inseln, die zu der Gruppe zählen, besetzt. Die Volksrepublik betrachtet das gesamte Südchinesische Meer als chinesisches Binnenmeer. Aus Verärgerung darüber haben die Philippinen das Meer in „West Philippine Sea“ umbenannt.

In der vergangenen Woche hatte der philippinische Staatspräsident Benigno Aquino III. die Volksrepublik China beschuldigt, einen Zwischenfall provoziert zu haben, bei dem ein chinesisches Schiff auf philippinische Fischer geschossen haben soll. Der chinesische Botschafter auf den Philippinen wies diesen Vorwurf zurück. Liu Jianchao sagte in Manila, man habe die Angaben überprüft und festgestellt, dass es keine Schüsse auf philippinische Fischer gegeben habe. Aquino wirft der Volksrepublik China insgesamt sieben solcher Vorfälle innerhalb der vergangenen vier Monate vor. Aquinos Sprecher Edwin Lacierda erklärte am 9. Juni in Manila, das Land halte an multilateralen Verhandlungen über die Gebietsanspruche fest, doch philippinische „Territorialrechte müssen mit Entschlossenheit durchgesetzt werden“.

Vorwürfe Manilas über chinesische Einschüchterungsversuche beruhten auf „Gerüchten“. „Es ist ziemlich unglücklich, dass diese Frage … mit einem bösen Gerücht aufgeworfen wurde“, reagierte Liu auf Berichte, nach dem unter anderem zwei chinesische Kampfflugzeuge über den Spratly-Inseln sehr nah an einen philippinischen Jet gekommen seien. Einige der Zwischenfälle seien Missverständnisse, bei denen wissenschaftliche Erkundungen als militärische Aktivitäten verstanden worden seien. Er betonte, dass die Volksrepublik China den Streit um den Besitz des Gebietes friedlich lösen wolle. Dies müsse in bilateralen Gesprächen erfolgen, ohne Einmischung der Vereinigten Staaten. US-Verteidigungsminister Robert Gates hatte am 4. Juni Befürchtungen geäußert, dass es zu Gefechten kommen könnte, wenn die Staaten, die sich um die Inseln streiten, keinen Mechanismus zu einer friedlichen Beilegung beschließen würden. In Anbetracht des bestimmten Auftretens der chinesischen Marine wachsen bei den Regierungen in der Region die Zweifel am Willen Pekings zu einer friedlichen Lösung.

Lui sagte, die Volksrepublik werde sich an einen im Jahr 2002 zwischen China und den zehn Mitgliedern der Vereinigung der südostasiatischen Staaten geschlossenen Pakt halten. In dem Vertrag hatten sich die Unterzeichnerstaaten verpflichtet, Maßnahmen zu unterlassen, durch welche die Spannungen in dem Gebiet erhöht werden könnten. Der Botschafter erklärte jedoch in einer Pressekonferenz, dass die Volksrepublik China im Recht sei, wenn sie ihre Souveränität in den Spratly-Inseln schütze, auch wenn sie sich zu militärischer Zurückhaltung im Südchinesischen Meer verpflichtet habe. „Wir üben die Jurisdiktion über dieses Gebiet aus, also werden wir alles tun, was angemessen ist, für uns zu tun, um unsere Jurisdiktion auszuüben“, sagte Lui vor der Presse.

Auch zwischen Vietnam und der Volksrepublik China droht der Disput zu eskalieren. Hacker beider Nationen stellten Beleidigungen und nationale Symbole auf Regierungswebsites des jeweils anderen Landes ein. Am Sonntag (5. Juni) hatten sich in Hanoi vor der Botschaft der Volksrepublik China hunderte von Demonstranten gegen das chinesische Vorgehen im Südchinesischen Meer gewandt. In dem kommunistischen, autoritär regierten Vietnam sind solche Demonstrationen sehr selten.

Am Donnerstag (9. Juni) hatte Hanoi offiziell in Peking diplomatisch protestiert, weil ein chinesisches Fischerboot die seismologischen Messkabel eines vietnamesischen Erkundungsschiffes „absichtlich gerammt“ habe. Das vom staatlichen Energiekonzern PetroVietnam gecharterte Schiff operierte innerhalb der 200 Seemeilen umfassenden ausschließlichen Wirtschaftszone Vietnams, behauptet die vietnamesische Regierung.

Die Pressesprecherin des vietnamesischen Außenministeriums bezeichnete den Vorfall als „inakzeptabel für Vietnam“ und teilte mit, dass der chinesischen Botschaft in Hanoi mitgeteilt wurde, man sei mit solchen Akten nicht einverstanden. Nguyễn Phương Nga bezeichnete den Zwischenfall vor der Presse von China als „vorbedacht und sorgfältig geplant“, um ein unumstrittenes Gebiet in den Territorialstreit einzubringen. Nga betonte, dass das Operationsgebiet des vietnamesischen Schiffes vollständig unter der Souveränität Hanois stehe, im Einklang mit der 1982 beschlossenen Seerechtskonvention der Vereinten Nationen. Nga sagt, dass das vietnamesische Forschungsschiff durch den Zwischenfall daran gehindert worden sei, normal zu operieren.

Erst am 26. Mai haben nach Angaben aus Hanoi drei chinesische Küstenwachboote die Erkundungskabel eines anderen vietnamesischen Ölsuchschiffes, der „Binh Minh 2“, beschädigt. Auch dieser Zwischenfall soll sich in der ausschließlichen Wirtschaftszone Vietnams ereignet haben. Die vietnamesische Regierung teilte mit, dass das Forschungsschiff nun von acht Schiffen „eskortiert“ werde, machte hierzu jedoch keine näheren Angaben. Peking hatte anschließend Vietnam aufgefordert, „Abstand vom Schaffen von Probleme zu nehmen“ und gesagt, dass die Operation der vietnamesischen Schiffe „illegal“ sei.

Der vietnamesische Premierminister Nguyễn Tấn Dũng erklärte seine Entschlossenheit, die „unanfechtbare“ Souveränität Vietnams zu schützen. In einem in der Tageszeitung „Thanh Niên“ veröffentlichten Artikel bestätigte er „die unanfechtbare maritime Souveränität hinsichtlich beider Archipele, den Paracel-Inseln und den Spratly-Inseln“, zu deren Verteidigung Volk und Armee „aufs stärkste entschlossen“ seien. In Vietnam haben sich wegen der territorialen Dispute um die vermutlich ölreichen Gewässer in der letzten Zeit antichinesische Ressentiments verstärkt, und die Beziehungen zwischen Peking und Hanoi sind auf dem schlechtesten Stand seit Jahren.

Quellen

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August 15, 2008

Nigeria: Entführte Deutsche sind frei

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Nigeria: Entführte Deutsche sind frei

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Veröffentlicht: 19:35, 15. Aug. 2008 (CEST)
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Port Harcourt (Nigeria) / Berlin (Deutschland), 15.08.2008 – Die entführten Deutschen in Nigeria sind nach knapp fünf Wochen Geiselhaft wieder frei. Dies erklärte das Auswärtige Amt am Freitag in Berlin. Die beiden Mitarbeiter des Baukonzerns Bilfinger Berger befänden sich in sicherer Obhut und würden medizinisch betreut, erklärte ein Sprecher. Den Männern „geht es den Umständen entsprechend gut“. Die Bundesregierung sei über die Freilassung der Geiseln sehr erleichtert.

Ein Kommando der Bewegung zur Emanzipation des Nigerdeltas (MEND) hatte eigenen Angaben zufolge am Donnerstagabend die beiden Männer aus dem „stark bewachten Versteck“ der Kidnapper befreit. Die beiden Ingenieure waren am 11. Juli 2008 bei einem Überfall auf einer Baustelle nahe der Ölstadt Port Harcourt, entfernt von einer Gruppe, von rund 15 Bewaffneten verschleppt worden.

Das Tochterunternehmen des Baukonzerns Bilfinger Berger wollte sich angesichts des Vorfalls vorerst aus dem Nigerdelta zurückziehen. In Nigeria kommt es immer wieder zu Entführungen. Die meisten Geiseln kommen gegen Zahlung eines Lösegelds unverletzt frei. Erst Anfang März 2008 war ein deutscher Bauarbeiter des Unternehmens Julius Berger entführt und nach zwölf Stunden wieder befreit worden.

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November 18, 2006

UN-Wahlhelfer landen in Osttimor

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UN-Wahlhelfer landen in Osttimor

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Artikelstatus: Fertig 18:15, 18. Nov. 2006 (CEST)
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Lage von Timor-Leste

Dili (Timor-Leste), 18.11.2006 – Eine Gruppe von 45 UN-Helfern, bestehend auf 29 Männern und 16 Frauen aus 21 verschiedenen Nationen ist gestern in der osttimoresischen Hauptstadt Dili eingetroffen, um im Rahmen der UNMIT-Mission die Vorbereitung für die im nächsten Jahr stattfindenden Präsidenten- und Parlamentswahlen zu unterstützen. Anfang 2007 sollen noch einmal 205 freiwillige UN-Mitarbeiter folgen. Es werden die ersten freien Wahlen seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 2002.

Nach einem dreiwöchigem Training, in dem unter anderem Grundkenntnisse in der Amtssprache Tetum vermittelt und auf kulturelle und sicherheitsrelevante Aspekte der Mission eingegangen werden soll, werden die freiwilligen Helfer ihre Arbeit aufnehmen. Jeweils drei UN-Mitarbeiter sollen in einen Distrikt gesendet werden, um bei logistischen Fragen zu helfen und die Wähler zu beraten. Weitere drei werden direkt im nationalen Parlament eingesetzt; die restlichen vier sollen mit den lokalen Wahlbehörden zusammenarbeiten.

Präsident Xanana Gusmão hatte sich gestern öffentlich bei der Bevölkerung für die Gewalt der letzten sechs Monate entschuldigt und gestand Fehler der Regierung ein. Zwischen April und Mai hatten nach Krawallen 37 Menschen ihr Leben verloren, nachdem ein Drittel der Armee wegen internen Umgereimtheiten desertierte. Eine etwa 2000 Mann starke Friedenstruppe landete schließlich und versuchte die Lage unter Kontrolle zu bringen. Erst Ende Juni mit der Entlassung des Premierministers Marí Alkatiri, der eine harte Linie gegenüber den Aufständigen verfolgte, hatte sich die Situation langsam beruhigt.

Nach Angaben des neuen Premierministers José Ramos-Horta sind letzte Woche bei Zusammenstößen zweier rivalisierender Jugendbanden in der Nähe des Dorfes Estado im zentral gelegenen Distrikt Ermera vier Menschen gestorben und zehn Häuser niedergebrannt worden. Ramos-Horta verschaffte sich per Helikopter einen Überblick in der betroffenen Region.

Lage der Ölfelder in der Timorsee

Am gestrigen Freitag wurde ebenfalls bekannt, dass die osttimoressiche Regierung und der indische Industriegigant Reliance Industries Ltd. einen Vertrag über die Ausbeutung von einem 2384 Quadratkilometer großem Gebiet eines Ölfeldes im so genannten „Timor Gap“ unterzeichneten. Vor elf Tagen hatte bereits der italienische ENI-Konzern einen ähnlichen Vertrag mit der Regierung von Osttimor abgeschlossen, der fünf der insgesamt elf ausgeschriebenen Blöcke umfasst. Ein Tochterunternehmen der indischen Videocon Electronics Ltd.-Gruppe soll zwei- bzw dreidimensionale seismische Bilder aufnehmen und in einer ersten Phase während der kommenden drei Jahren vier Bohrungen durchführen.

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November 9, 2006

Honda kündigt für 2008 Serien-Pkw mit Brennstoffzellenantrieb an

Honda kündigt für 2008 Serien-Pkw mit Brennstoffzellenantrieb an

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Artikelstatus: Fertig 9. Nov. 2006 (CET)
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Tōkyō (Japan), 09.11.2006 – Honda hat angekündigt, im Jahr 2008 in den USA und in Japan einen PKW mit Brennstoffzellenantrieb auf den Markt zu bringen. Das Fahrzeug soll von einen Elektromotor mit 95 kW/129 PS Leistung angetrieben werden, der von einer Wasserstoff-Brennstoffzelle und einer Lithium-Ionen-Batterie mit Energie versorgt wird. Bei einer Reichweite von 570 Kilometern wird die Höchstgeschwindigkeit bei 160 Kilometern pro Stunde liegen. Das Auto soll sich optisch an dem 2005 vorgestellten Studie FCX Concept orientieren.

Honda gibt in einer Anzeige an, dass das Kaltstartverhalten im Vergleich zur Studie verbessert wurde, so dass das Fahrzeug bei Temperaturen bis zu minus 30 Grad Celsius gestartet werden kann.

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August 27, 2006

Tschadischer Präsident verweist zwei Ölkonzerne des Landes

Tschadischer Präsident verweist zwei Ölkonzerne des Landes

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Artikelstatus: Fertig 12:02, 27. Aug. 2006 (CEST)
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Lage des Tschad

N’Djamena (Tschad), 27.08.2006 – Der tschadische Präsident Idriss Déby hat zwei Ölfirmen des Landes verwiesen. Dabei handelt es sich um das US-Unternehmen Chevron und den malaysischen Konzern Petronas. Auf einer Sitzung der Regierung und in einer vom staatlichen Radiosender übertragenen Rede sagte Idriss Déby am Samstag, dass die Unternehmen das Land innerhalb von 24 Stunden verlassen und ihre Büros schließen müssten, weil sie ihren vertraglichen Verpflichtungen in Hinblick auf die Steuerzahlungen nicht nachgekommen seien.

Der Konzern ExxonMobil, der als Teil eines Konsortiums gemeinsam mit den beiden anderen Unternehmen an der Ölförderung beteiligt ist, ist von der Entscheidung des Präsidenten nicht betroffen. Am Konsortium sind Petronas mit 35 Prozent, Chevron mit 25 Prozent und ExxonMobil mit 40 Prozent beteiligt. Die Regierung will nun nach Aussage des Präsidenten die Anteile der aus dem Land verwiesenen Unternehmen übernehmen. Die betroffenen Unternehmen hätten seine Entscheidung noch nicht kommentiert, sagte Idriss Déby weiter. Trotz des hohen Ölpreises erhalte Tschad wenig Einnahmen aus der Ölförderung, stellte der Präsident auf einer Sitzung mit seinen Ministern fest. Seinen Angaben zufolge haben die Unternehmen, die drei Milliarden US-Dollar investiert haben, in weniger als drei Jahren Einnahmen in Höhe von fünf Milliarden US-Dollar erzielt, während Tschad nur 588 Millionen US-Dollar eingenommen habe. Die für die Verhandlungen mit den Unternehmen zuständigen Minister entließ der Präsident und kündigte an, dass sie sich vor einem Gericht verantworten müssten, weil sie nach Angaben des Präsidenten den Unternehmen geraten hätten, die Steuern nicht zu zahlen.

Über die Motive der Regierung wird in den Medien spekuliert. Die BBC-Korrespondentin im Tschad, Stephanie Hancock, vermutet, dass nun chinesische Unternehmen in das Erdölgeschäft im Tschad einsteigen könnten. Ihre Vermutung versucht die Journalistin dadurch zu untermauern, dass Tschad vor drei Wochen seine diplomatischen Beziehungen zu China wiederaufgenommen hat, nachdem das afrikanische Land zuvor Beziehungen zu Taiwan unterhalten hat. Aus tschadischen Regierungskreisen heißt es, chinesische Investoren seien im Land willkommen. China ist bereits an der Ölförderung in Angola und im Sudan beteiligt.

Zu Beginn des Jahres hat die tschadische Regierung damit gedroht, die Ölförderung einzustellen, wenn das Konsortium ihr nicht sofort die Einnahmen aus dem Erdölproduktion einiger Monate übergebe. Das Land hatte die Förderung von Öl im Doba-Becken im Jahr 2003 aufgenommen. Medienberichten zufolge werden dort pro Tag 200.000 Barrel Erdöl gefördert. Die Bevölkerung des Landes, deren Mehrheit in Armut lebt, konnte bisher nicht von den Einnahmen aus dem Ölgeschäft profitieren. Laut Reuters wurde 1988 in einem Abkommen mit dem Konsortium festgelegt, dass die Unternehmen 12,5 Prozent ihrer Erlöse aus der tschadischen Produktion an den Staat abführen. Die Regierung will dieses Abkommen nun neu verhandeln.

Die Regierung geriet laut einem Bericht von „news.bbc.co.uk“ im Dezember auch in einen Konflikt mit der Weltbank, die die Ölförderung im Land finanziell unterstützt. Dabei ging es um die Änderung eines Gesetzes über die Verwendung der Erlöse aus dem Ölgeschäft. Weil die Regierung das Gesetz trotz Kritik der Weltbank geändert hatte, wurden die Zahlungen der Weltbank zur Unterstützung der Ölproduktion zeitweise eingefroren. Der Konflikt wurde am 14. Juli dieses Jahres mit einem Abkommen zwischen der Weltbank und der tschadischen Regierung beigelegt, wonach die Regierung sich dazu verpflichtet, 70 Prozent ihres Haushaltes für Maßnahmen gegen die Armut zu verwenden. Gemäß diesem Memorandum soll laut einer Pressemitteilung der Weltbank die Transparenz bei den durch das Erdölgeschäft erzielten Einnahmen von einer unabhängigen Kontrollinstanz sichergestellt werden.

Quellen

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July 19, 2006

Berliner Verkehrsbetriebe planen Anschaffung von 250 wasserstoffgetriebenen Bussen

Berliner Verkehrsbetriebe planen Anschaffung von 250 wasserstoffgetriebenen Bussen

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Artikelstatus: Fertig 10:01, 19. Jul. 2006 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 19.07.2006 – Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) planen die Anschaffung von 250 wasserstoffgetriebenen Bussen. Der aus dem Raffinerieabfallprodukt Butan gewonnene Wasserstoff sei wirtschaftlich, weil die Dieselpreise so stark gestiegen seien. In einer für 2007 geplanten Ausschreibung von 250 Fahrzeugen werden die Hersteller aufgefordert, ein Angebot für Diesel- und für Wasserstofffahrzeuge zu machen. Das wäre die weltweit größte bisher getätigte Anschaffung von wasserstoffgetriebenen Fahrzeugen, so die BVG. Beginn der Lieferung der ersten Serienfahrzeuge soll 2009 sein. Nach der Umrüstung wird jeder fünfte Bus des BVG-Fuhrparks einen Wasserstoffantrieb haben.

Während der WM kamen zwei Busse mit Wasserstoffantrieb zum Einsatz. Nach 8.500 Kilometern zurückgelegter Strecke zwischen Olympiastadion und Flughafen Tegel, auf der WM-Gäste transportiert wurden, sei die Alltagstauglichkeit bewiesen, so die Meinung des Geschäftsführers des Kraftstoffherstellers Total Deutschland, Thierry Pflimlin.

Die ersten zwei Busse mit Wasserstoffantrieb von MAN gehen demnächst in Spandau in Betrieb. Sie kosten je 360.000 Euro, der Differenzbetrag zu den 80.000 Euro, die ein Dieselbus kostet, wird von der Europäischen Union übernommen. Zehn weitere Busse sollen nächstes Jahr geliefert werden.

Der Berliner Senat will bei der EU Fördermittel beantragen, weil Berlin ein hervorragender Standort sei, auch deshalb, weil die französische Firma Total in Leuna, 150 Kilometer von Berlin entfernt, eine zentrale Forschungsabteilung für die technische Nutzung von Wasserstoff als Treibstoff betreibt.

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June 10, 2006

Kanada: 54. Bilderberg-Konferenz in Ottawa eröffnet

Kanada: 54. Bilderberg-Konferenz in Ottawa eröffnet

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Artikelstatus: Fertig 18:05, 10. Juni 2006 (CEST)
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Tagungsort der diesjährigen Bilderberg-Konferenz

Ottawa (Kanada), 10.06.2006 – Kaum von der Öffentlichkeit wahrgenommen treffen sich zwischen dem 8. und 11. Juni hochrangige Persönlichkeiten aus Politik, Militär und Wirtschaft zur diesjährigen 54. Bilderberg-Konferenz im kanadischen Ottawa, um aktuelle Themen der Weltpolitik hinter verschlossenen Türen zu besprechen.

Die etwa 120 Teilnehmer, die sich in der Nähe der kanadischen Hauptstadt in dem abseits liegenden Brookstreet Hotel des Milliardärs Terence H. Matthews von einer privaten Sicherheitsfirma abgeriegelt und streng bewacht zusammenfinden, haben dabei verschiedenste Themen auf ihrer Agenda. Die Details bleiben dabei der Öffentlichkeit verschlossen. Erst mit der Veröffentlichung der Teilnehmerliste und der behandelten Tagesordnungspunkte am Sonntagabend wird mehr Einblick in das Treffen gewährt, vermutlich werden dadurch aber auch Spekulationen über die Tagung angeheizt.

Neben Politikern, wie dem ehemaligen amerikanischen Außenminister Henry Kissinger, EU-Kommissionspräsident Jose Barroso, Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer und Weltbank-Chef Paul Wolfowitz, werden andere wichtige Personen aus der Wirtschaft, wie der Chef der Deutschen Bank, Hilmar Kopper, Otto Wolf von Amerongen, David Rockefeller und Jeroen van der Veer von der Royal Dutch/Shell Group wahrscheinlich wieder mit daran teilnehmen.

Ein wichtiger Punkt betrifft den Energiesektor in Zusammenhang mit dem Ölpreis und den aktuellen Problemen mit Venezuela, dem fünftgrößten Ölförderland weltweit. Der Präsident des lateinamerikanischen Landes, Hugo Chávez, hatte erst kürzlich Verträge mit privaten Firmen für 32 Ölfelder teilweise für nichtig erklärt und der staatlichen Gesellschaft Petróleos de Venezuela S.A. einen Mindestanteil von 60 Prozent eingeräumt. Weiterhin spricht er sich gegen eine weitere Ausdehnung der Freihandelszone NAFTA aus und möchte eine Steuer für Firmen einführen, die venezolanisches Öl fördern. Nach dem letzten Treffen schnellte plötzlich der Ölpreis von 40 Dollar je Barrel auf 70 Dollar in die Höhe.

Der Atomstreit mit dem Iran und eine eventuelle Invasion, die rein militärisch relativ unwahrscheinlich ist, aber auch der Irakkonflikt und Afghanistan dürften ebenfalls von Interesse sein.

Und wie in den vergangenen Jahren auch wird die Weltöffentlichkeit voraussichtlich nur wenig Notiz von dem Treffen nehmen, da im Moment die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland das beherrschende Thema in den Medien ist. Im letzten Jahr fand das Zusammenkommen vom 5. bis zum 8. Mai im oberbayerischen Rottach-Egern statt – parallel zu den Feierlichkeiten des 60. Jahrestages zum Ende des Zweiten Weltkrieges. So wurde das Treffen erst am 9. Mai 2005 im Münchner Merkur erwähnt.

Für Verschwörungstheoretiker ist die Konferenz ein willkommer Anlass, ihren Vermutungen nachzugehen. Einer ihrer prominenten Vertreter, der amerikanische Radiojournalist und Filmemacher Alex Jones, wurde am Mittwoch von den kanadischen Behörden am Flughafen von Ottawa erst mehrere Stunden festgehalten und musste später seinen Pass und seine gesamte Ausrüstung abgeben. Ein Mitarbeiter der Einwanderungsbehörde wollte den Fall nicht weiter kommentieren.

Tatsächlich kann dieser Verantstaltung eine gewisse Bedeutung nicht abgestritten werden. Immerhin sagte Étienne Davignon, der Vorsitzende des Bilderberg-Zirkels und Vizepräsident der Europäischen Kommission, im letzten Jahr gegenüber der BBC: „Ich glaube nicht [,dass wir] eine globale Vereinigung [sind], die die Welt regiert. Ich denke nicht, dass eine solche Klasse existiert. […] Es sind Leute die Einfluss haben und daran interessiert sind, mit anderen Leuten zu sprechen, die [ebenfalls] Einfluss haben.“

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May 12, 2006

Explosion einer Pipeline bei Lagos

Explosion einer Pipeline bei Lagos – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Explosion einer Pipeline bei Lagos

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Artikelstatus: Fertig 20:27, 12. Mai 2006 (CEST)
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Lagos (Nigeria), 12.05.2006 – Heute explodierte bei Ilado, einem Dorf in der Nähe der Stadt Lagos, eine beschädigte Erdölpipeline. Okon Umoh, ein Sprecher des nigerianischen Roten Kreuzes, sagte, dass ein großes Feuer entstanden sei und einige Menschen gestorben seien. Einwohner der Großstadt Lagos berichten von aufsteigendem dicken schwarzen Rauch. Die Explosion ereignete sich, als Anwohner sich bei der beschädigten Pipeline versammelt hatten, um ausströmendes Erdöl abzuschöpfen. Die Feuerwehr und Helfer des nigerianischen Roten Kreuzes befinden sich vor Ort, um das Feuer zu löschen und Verletzten zu helfen.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf das nigerianische Rote Kreuz davon, dass Diebe ein Loch in die Pipeline gebohrt haben. Benzin und Erdöldiebstahl soll laut Reuters in Nigeria häufig vorkommen. Abiodun Orebiyi, Generalsekretär des nigerianischen Roten Kreuzes, rief die Bevölkerung strengstens dazu auf, dieses gefährliche Vorgehen zu unterlassen. Seinen Angaben zufolge wurden am Unglücksort Reste von etwa 500 Kanistern gefunden, in die das Erdöl abgefüllt werden sollte. Emmanuel Adebayo, ein Kommissar der Polizei des Bundesstaates Lagos, schätzt, dass bei dem Brand zwischen 100 und 200 Menschen ums Leben gekommen sind. Viele der Toten können nicht identifiziert werden, einige wurden ins Meer geschwemmt. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP, der sich vor Ort befand, berichtet von verbrannten Überresten eines Bootes, in dem sich tote Menschen befanden. Das nigerianische Fernsehen zeigte keine Bilder vom Unglücksort. Auch wollten die Behörden den Brand zuerst nicht bestätigen.

Die Erdölpipeline, die dicht unter der Oberfläche des Inagbe-Strands verläuft, befindet sich im Besitz des staatlichen Unternehmens „Nigerian National Petroleum Corporation“ (NNPC). Die Pipeline beliefert das „Atlas Cove Depot“, das den Südwesten Nigerias mit Erdöl versorgt. Das Gebiet am Strand ist unbewohnt. Im letzten Jahr starben in Ilado bei einem ähnlichen Unfall 50 Menschen. Nigeria zählt zu den größten Erdölproduzenten der Welt. Dennoch lebt ein Großteil der Bevölkerung des Landes in Armut. Im erdölreichen Nigerdelta im Osten Nigerias kommt es häufig zu Unruhen.

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February 19, 2006

Neun ausländische Arbeiter in Nigeria entführt

Neun ausländische Arbeiter in Nigeria entführt

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Artikelstatus: Fertig 19:56, 19. Feb. 2006 (CET)
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Port Harcourt (Nigeria), 19.02.2006 – In Nigeria wurde am Samstag erneut eine Gruppe von Ausländern, darunter drei US-Amerikaner, zwei Thailänder, zwei Ägypter, ein Brite und ein phillipinischer Bürger, gekidnappt und eine Ölanlage der US-amerikanischen Firma Wilbros angegriffen, die für den Konzern Royal Dutch Shell Pipelines installiert hat. Die „Bewegung für die Befreiung des Niger-Deltas“, die eine größere Beteiligung der Bevölkerung am Ölreichtum im Delta fordert, bekannte sich zu den Anschlägen.

Außerdem wurde eine Gaspipeline des Konzerns angegriffen.

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December 26, 2005

US-Senat blockiert Alaska-Pläne von George W. Bush

US-Senat blockiert Alaska-Pläne von George W. Bush

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Ölbohrung in Alaska

Juneau / Washington D.C. (USA), 26.12.2005 – Im März berichtete Wikinews über die Pläne George W. Bushs, im Arctic National Wildlife Refuge, dem nördlichsten Naturschutzgebiet der USA, künftig Bohrungen nach Erdöl und Erdgas durchzuführen. Jetzt hat ihm der US-Senat einen Strich durch die Rechnung gemacht und die Vorlage im Senat blockiert.

Das Projekt wird seit etwa 20 Jahren geplant und diskutiert. US-Präsident Bush wollte durch die Erdölgewinnung die Energieversorgung in den USA sicherstellen. Trotz der Blockade durch den Senat möchte die US-Regierung die Pläne weiter verfolgen und den Vorschlag dem Kongress vorlegen. Bereits 1995 war im Kongress mit republikanischer Mehrheit ein Gesetz verabschiedet worden, das Ölbohrungen im Nationalpark erlaubte. Der damalige Präsident Bill Clinton machte aber von seinem Einspruchsrecht Gebrauch, wodurch er Bohrungen im Alaska-Nationalpark vorerst verhinderte. Bei der Abstimmung am Mittwoch stimmten 42 demokratische Abgeordnete gegen die Gesetzesvorlage, die Ölbohrungen im Nationalpark erlauben würde. Weil sich zwei republikanische Senatoren dem Abstimmungsverhalten der Demokraten angeschlossen hatten, scheiterte die Gesetzesvorlage. Die republikanischen Abgeordneten Lincoln D. Chafee aus Rhode Island und Mike DeWine aus Ohio vertraten die Meinung, dass sich das nationale Energieproblem nicht mit Ölbohrungen in Alaska lösen lasse.

Erdölspezialisten vermuten in den Gewässern vor Alaska zwischen fünf Milliarden und zehn Milliarden Barrel Öl. Naturschützer freuen sich über diese Niederlage des Präsidenten. Lydia Weiss, eine Lobbyistin für die Umweltschutzorganisation „Defenders of Wildlife“, erklärte die Abstimmung im Senat zum größten Erfolg für den Umweltschutz in diesem Jahr. Umweltschützer hatten versucht, mit Telefonanrufen das Abstimmungsverhalten der Senatoren zu beeinflussen. Die amerikanische Mineralölindustrie missbilligte das Abstimmungsverhalten der Senatoren, das aus ihrer Sicht schädlich für die Verbraucher sei. Im nächsten Jahr wird eine erneute Abstimmung über Ölbohrungen im Arctic National Wildlife Refuge erwartet.

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