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August 17, 2012

Afghanistan: Mehrere Tote bei Absturz eines ISAF-Helikopters

Afghanistan: Mehrere Tote bei Absturz eines ISAF-Helikopters

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Veröffentlicht: 18:43, 17. Aug. 2012 (CEST)
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Ein UH-60L „Black Hawk“ der US Army im Irak

Kabul (Afghanistan), 17.08.2012 – Wie die internationale Schutztruppe ISAF mitteilte, starben am gestrigen Donnerstag bei dem Absturz eines ISAF-Helikopters elf Menschen, unter denen sich sieben US-Soldaten, drei afghanische Sicherheitskräfte und ein afghanischer Übersetzer befinden sollen.

Die Ursache des Absturzes ist noch unklar und wird weiterhin untersucht. Hingegen wurde von Seiten der Taliban von einem gezielten Abschuss gesprochen. Nach Angaben des Taliban-Sprechers Kari Jussif Ahmadi soll der Hubschrauber bereits in der Luft in Flammen aufgegangen sein, nachdem er von einer Panzerfaust getroffen wurde, wobei niemand überlebt haben soll. Der Angriff soll sich in der Provinz Kandahar im Bezirk Shah Wali Kot zugetragen haben.

Dschawid Faisal, Sprecher der Provinz Kandahar, bestätigte den Absturz des Helikopters im Bezirk Shah Wali Kot. Er konnte jedoch keinerlei Angaben zur Absturzursache machen. Laut einem ISAF-Sprecher liegen noch keine genaueren Informationen vor. Die einzig genaue Information ist, dass es sich bei dem Helikopter um einen UH-60 Black Hawk handelt. Es wurden schon des öfteren ISAF-Helikopter von den Taliban abgeschossen.

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April 4, 2012

USA stoppt Nahrungsmittelhilfe wegen Raketentest in Nordkorea

USA stoppt Nahrungsmittelhilfe wegen Raketentest in Nordkorea

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Veröffentlicht: 13:15, 4. Apr. 2012 (CEST)
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nordkoreanische UNHA-Rakete

Pjöngjang (Nordkorea) / Washington D.C. (USA), 04.04.2012 – Die US-Regierung gab bekannt, dass sie Hilfslieferungen nach Nordkorea stoppt. Damit reagiert sie auf Pläne aus Pjöngjang für einen Raketenstart im Mai. Während Nordkorea angibt, es handle sich um einen friedlichen Start eines Satelliten, sagen die USA und andere Länder, der Start helfe Nordkoreas ballistischer Raketentechnologie.

Peter Lavoy, ein für Sicherheitsfragen des asiatisch-pazifischen Raums zuständiger Regierungsbeamter, sagte bei einer Kongressanhörung, man arbeite mit den Verbündeten in der Region zusammen, um Nordkorea vom Start der Rakete abzubringen, den man als Bruch internationaler Zusagen Pjöngjang’s betrachte. Lavoy sagte, dass eine Nichtbeachtung Nordkoreas eigener Versprechen auch die von den USA angebotenen Nahrungshilfslieferungen zweifelhaft werden lasse.

“Wir sind gezwungen, unsere Aktivitäten zur Bereitstellung von Nahrungsmittelhilfen an Nordkorea weitgehend einzufrieren, da wir nun kein Vertrauen mehr in die Überwachungsmechanismen haben, die sicherstellen sollen, dass die Nahrungshilfen bei der hungernden Bevölkerung ankommt statt bei der Elite des Regimes”.

Ende Februar kündigte Nordkorea die temporäre Einstellung von Atomtests, Langstreckenraketenstarts und anderer nuklearer Aktivitäten an. Im Gegenzug sagte Washington die Versorgung mit 240.000 Tonnen Nahrungsmitteln zu.

Die Hilfsgüter sollten die Bedürftigsten in Nordkorea erreichen, einschliesslich Kinder und Schwangerer. Hilfslieferungen der USA an Nordkorea wurden zuletzt 2009 eingestellt, als US-Beobachter Bedenken bezüglich der Nahrungsmittelverteilung erhoben und daraufhin von Pjöngjang ausgewiesen wurden.

Im Moment weist Nordkorea Appelle zurück, den Start der Rakete abzusagen. Lavoy erklärte, dies verletze die Abmachung vom Februar.

“Als wir kürzlich zu dieser Abmachung kamen, verbot es nordkoreanische Raketenstarts und wir gaben zu verstehen, dass wir einen Satellitenstart als (Langstrecken)Raketenstart betrachten, weil er Raketentechnologie nutzt”.

Zu den militärischen Anwendungen beim Raketenstart kommen weitere Bedenken. “Die Nordkoreaner haben angezeigt, dass sie die Rakete in südlicher Richtung starten werden. Und ich weiss nicht, ob wir Zutrauen in die Stabilität der Rakete haben können oder wo sie auftreffen wird. Eine Reihe von Staaten sind potenziell betroffen. Der Raketenschrott kann in diesen Ländern herunterkommen. Es kann Opfer geben”.

Die USA und Südkorea berichten, dass die letzten zwei Satellitenstarts Nordkoreas erfolglos waren, während Pjöngjang darauf beharrt, dass der letzte Start erfolgreich verlief.

Der Verlautbarung des nordkoreanischen Staatsmediums zufolge dient der Satellitenstart der Ernteabschätzung und der Analyse natürlicher Resourcen. Der offizielle Bericht der KCNA zitiert auch einen nicht namentlich genannten Vertreter des Raumfahrtprogramms mit der Aussage, Nordkorea offenbare die friedliche Natur des Satelliten, indem es Experten und Journalisten einlade, den Start zu beobachten.

(Quelle: VOA/William Ide , Übersetzung: de.wikinews.org )

Bericht basiert ganz oder teilweise auf Text der Voice of America
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  • Portal:Nordkorea

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February 1, 2009

Israel droht mit „überproportionaler Reaktion“ auf neuerlichen Raketenbeschuss

Israel droht mit „überproportionaler Reaktion“ auf neuerlichen Raketenbeschuss

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Veröffentlicht: 20:22, 1. Feb. 2009 (CET)
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Raketenreichweiten vom Gazastreifen auf israelisches Gebiet

Askalon / Tel Aviv (Israel), 01.02.2009 – Am frühen Sonntagmorgen schlugen laut dem israelischen Nachrichtenportal haaretz.com erneut vier Raketen sowie Mörser-Granaten in der Negev-Region im Süden Israels ein, die von militanten Palästinensern aus dem Gazastreifen abgefeuert worden waren. Zwei israelische Soldaten wurden durch Schrapnell der Mörsergranaten leicht verletzt. Es gibt bisher keine Hinweise auf Schäden oder Verletzte durch die Raketeneinschläge, die überwiegend auf freiem Feld niedergingen. Eine der Raketen ging nach Angaben von Haaretz zwischen zwei Kindergärten nieder. Am Samstagmorgen war eine Grad-Rakete sowjetischer Bauart südlich von Askalon niedergegangen. Die Verantwortung für die Raketenangriffe übernahm eine Gruppierung der al-Aqsa-Brigaden, einem bewaffneten Zweig der Fatah.

Nach der wöchentlichen Sitzung des israelischen Kabinetts erklärte Ministerpräsident Ehud Olmert, Israel werde auf den neuerlichen Raketenbeschuss mit einer „harten und überproportionalen Reaktion“ antworten. Die israelische Armeeführung sei mit der Vorbereitung einer entsprechenden Militäraktion beauftragt worden. „Wir werden den Terroristen keine Vorwarnung geben, wie wir antworten werden, wo und wie es geschehen wird“, sagte Olmert.

Beobachter rechnen mit der Möglichkeit, dass der wieder aufgenommene Raketenbeschuss auf Israel nach der Verkündung des Waffenstillstandes nach dem Ende der Operation Gegossenes Blei und die israelische Reaktion darauf, den Ausgang der israelischen Parlamentswahlen am 10. Februar beeinflussen könnten. Laut Umfragen liegt der gegenwärtige Oppositionsführer und ehemalige Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zurzeit in der Wählergunst vorne. Netanjahu vertritt eine harte Linie gegenüber der Hamas.

In den vergangenen acht Jahren waren 18 Menschen in Israel Opfer palästinensischer Raketenangriffe aus dem Gazastreifen geworden. Diese Raketenangriffe waren ein wesentlicher Grund der israelischen Militäroperation Gegossenes Blei um die Jahreswende 2008/2009.

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January 24, 2009

Tote durch US-Raketenangriffe im Norden Pakistans

Tote durch US-Raketenangriffe im Norden Pakistans

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Veröffentlicht: 10:45, 24. Jan. 2009 (CET)
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Lage Waziristans innerhalb Pakistans

Islamabad (Pakistan), 24.01.2009 – Bei zwei Angriffen mit einer sogenannten Drohne auf Ziele in der Region Waziristan im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet wurden am Freitag, dem 23.01.2009 laut unterschiedlichen Angaben von Presseagenturen zwischen neun und 17 Menschen getötet. Von der Drohne, einem unbemannten Flugkörper, sollen mehrere Raketen abgefeuert worden sein.

Das Gebiet an der Grenze Pakistans zu Afghanistan gilt nach Einschätzung des US-Militärs als Rückzugsraum für Taliban und al-Qaida-Kämpfer. Der neue US-Präsident Barack Obama hatte bereits während des US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfes von der Möglichkeit militärischer Schläge gegen Ziele in diesem Gebiet gesprochen, sollte die pakistanische Regierung nicht aktiv genug gegen militante Kräfte in den autonomen Stammesgebieten pakistanischer Paschtunen in der Region vorgehen. Der Militärschlag ist der erste unter der Präsidentschaft Obamas.

Ob sich unter den Toten militante Kräfte befinden, ist noch unklar. Nach Geheimdienstangaben wurden bei den Angriffen mehrere militante Kräfte getötet. Die von der Drohne abgeschossenen Raketen, die in zwei getrennten Angriffen erfolgten, schlugen in zwei Wohnhäusern in zwei verschiedenen Dörfern ein. Der erste Angriff erfolgte erfolgte um 17 Uhr Ortszeit (12 Uhr UTC) in dem Dorf Zeerakai in der Nähe von Mir Ali. Weitere Raketen schlugen später in Wana, einem Hauptort im Süden Waziristans, ein. Aus den Trümmern des ersten der zerstörten Häuser wurden nach Angaben eines Reuters-Mirbeiters, der sich auf ein Telefonat mit einem Dorfbewohner beruft, neun leblose Körper gezogen. Bei der Zerstörung des anderen Hauses in Wana sollen fünf Menschen getötet worden sein. Ein Sprecher der Sicherheitsbehörden gab die Zahl der getöteten Personen hier jedoch mit acht an. Bei dem Angriff auf das erste Haus soll offiziellen pakistanischen Angaben zufolge ein al-Qaida-Führer getötet worden sein. Bei dem anderen zerstörten Haus soll es sich angeblich um das Haus eines Talibanführers gehandelt haben. Offizielle pakistanische Quellen bestätigten das jedoch nicht. Gegenüber BBC wurde mitgeteilt, es habe sich bei dem zerstörten Haus lediglich um das Haus eines regierungsfreundlichen Stammesführers gehandelt, der bei dem Raketenangriff zusammen mit vier Familienmitgliedern getötet wurde.

Im Jahr 2008 hatten die US-Streitkräfte 30 Angriffe auf Ziele im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiete mit Hilfe unbemannter Drohnen durchgeführt, bei denen insgesamt 220 Menschen getötet worden sind. Pakistan betrachtet die Angriffe als Verletzung seiner nationalen Souveränität, durch die die eigenen Anstrengungen zur Bekämpfung militanter Kämpfer in dieser Region erschwert würden.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Pakistan

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January 15, 2009

Wieder Katjuscha-Raketen-Einschlag im Norden Israels

Wieder Katjuscha-Raketen-Einschlag im Norden Israels

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Veröffentlicht: 07:32, 15. Jan. 2009 (CET)
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Karte des israelisch-libanesischen Grenzgebietes.
Quelle: United Nations

Beirut (Libanon) / Tel Aviv (Israel), 15.01.2009 – Am 14. Januar schlugen erneut Katjuscha-Raketen im Norden Israels ein. Es ist nicht bekannt, wer für die insgesamt fünf Raketenabschüsse verantwortlich ist. Es hat sich keine Gruppe zu dem Zwischenfall bekannt und deswegen wird spekuliert, dass die Raketen von einer der kleineren palästinensischen Milizen im südlichen Libanon abgefeuert worden sein könnten.

Drei Raketen schlugen in der Nähe von Kirjat Schmona an der libanesischen Grenze ein, zwei weitere fielen auf libanesisches Gebiet. Die israelische Armee erwiderte das Feuer und schoss Artilleriesalven ab. Libanesischen Sicherheitskräften zufolge schlugen acht Mörsergranaten im Libanon ein. Es gab aus dem Libanon keine Berichte über Verletzte.

Israel macht die libanesische Regierung und die Streitkräfte des nördlichen Nachbarstaates für die Verletzung des Waffenstillstands verantwortlich. Der derzeitige Oberbefehlshaber der UNIFIL-Truppen, der italienische Generalmajor Claudio Graziano, forderte zur Zurückhaltung auf.

Es ist der zweite Zwischenfall dieser Art innerhalb von einer Woche; bereits am 8. Januar schlugen drei Raketen aus dem Libanon in Israel ein. Inzwischen wächst die Angst vor einer Eskalation. Manche Beobachter befürchten, dass die Gewalt aus dem Gazastreifen sich in der Region ausweiten könne. Israel hat in der Vergangenheit wiederholt betont, man sei zwar auf Gefechte an der Nordgrenze vorbereitet, wolle aber keinen neuen Krieg mit dem Libanon anfangen.

Der der Hisbollah gehörende Fernsehsender Al-Manar teilte mit, dass Hisbollah nicht hinter dem Raketenbeschuss stehe. Es wird vermutet, dass die Raketen von militanten Palästinensern im Libanon abgeschossen wurden. Unklar ist auch, ob der Beschuss mit der Aufforderung von Osama bin Laden zum Dschihad gegen Israel zusammenhängt.

Politische Quellen in Israel und Libanon gehen davon aus, dass die Hisbollah zwar den Palästinensern in Gaza gerne mehr Hilfe als nur in Form von Worten gewähren würde, die bevorstehenden Wahlen im Mai ein direktes Engagement der Hisbollah jedoch verhindern würden.

Erst im Sommer 2006 hatte die Hisbollah einen Krieg mit Israel angefangen, in dessen Verlauf etwa 1.200 Libanesen und 159 Israelis getötet wurden.

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  • Portal:Nahostkonflikt

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January 3, 2009

Krisendiplomatie will Waffenstillstand im Gazakonflikt erreichen

Krisendiplomatie will Waffenstillstand im Gazakonflikt erreichen

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Veröffentlicht: 20:43, 3. Jan. 2009 (CET)
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Der Gazastreifen (Satellitenaufnahme aus dem Jahr 2005)

Gaza-Stadt (Gazastreifen) / Tel Aviv (Israel), 03.01.2009 – Ungeachtet der von der Europäischen Union und dem Generalsekretär der Vereinten Nationen geforderten sofortigen Waffenruhe setzten die israelische Luftwaffe und die Hamas ihre gegenseitigen Angriffe auch am achten Tag nach dem Beginn der israelischen Luftoffensive gegen Ziele im Gazastreifen fort. Obwohl seit dem Jahreswechsel nicht mehr in der Funktion als EU-Ratsvorsitzender, brach der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy zusammen mit seinem Außenminister Bernard Kouchner heute zu einer diplomatischen Mission in den Nahen Osten auf. Der amtierende tschechische EU-Ratsvorsitzende Mirek Topolanek ist nach französischen Angaben darüber informiert. Ein tschechischer Diplomat kommentierte den Vorgang mit den Worten: „Eine echte Chance, Einfluss zu nehmen, haben eigentlich nur die großen Länder der EU.“ Zeitgleich mit der französischen Delegation machte sich auch die so genannte EU-Troika, bestehend aus dem tschechischen Außenminister Karel Schwarzenberg in seiner Funktion als Vorsitzender des EU-Ministerrates, EU-Chefdiplomat Javier Solana und EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner auf den Weg in den Nahen Osten. Geplant sind Kontakte mit führenden politischen Repräsentanten in Ägypten, Israel, den Palästinensischen Autonomiegebieten im Westjordanland und Jordanien. Die Chancen zu substantiellen Fortschritten bei der Beilegung des aktuellen Konflikts zu kommen, sind ungewiss. Am vergangenen Donnerstag hatte die israelische Außenministerin Tzipi Livni bei einem Besuch in Paris die EU-Forderung nach einem Waffenstillstand noch zurückgewiesen. Israel verlangt das Ende des Raketenbeschusses durch die Hamas, bevor es über einen Waffenstillstand nachzudenken bereit ist. Zu einem solchen Schritt ist die Hamas gegenwärtig ebenfalls nicht bereit. Die Krisendiplomatie versucht nach Ansicht von politischen Beobachtern die arabischen Nachbarn Israels dazu zu bewegen, den Druck auf die Hamas zu erhöhen, den Raketenbeschuss israelischer Siedlungen im Süden Israels einzustellen. Eine weitere Hoffnung auf diplomatische Fortschritte in dieser Richtung richtet sich auf die Bemühungen des türkischen Ministerpräsidenten Tayyip Erdoğan, der schon mehrfach zwischen Syrien und Israel vermittelt hat. Syrien gehört zu den wichtigsten Unterstützern der Hamas.

Die israelische Luftwaffe (IAF) griff am Samstagmorgen über 40 Ziele der Hamas im Gazastreifen an. Bei den angegriffenen Zielen handelte es sich nach Armeeangaben um Bestandteile der Infrastruktur des Hamasterrors gegen Israel. Unter anderem sollen dabei wie bereits gestern Trainingslager, Waffenlager, Schmuggeltunnel in der Nähe von Rafah an der Grenze zu Ägypten, ein Raketenwerfer und eine Raketenabschussbasis bombardiert worden sein. Im gleichen Zeitraum feuerten Einheiten der Hamas 14 Raketen vom Typ Qassam und Grad auf Ziele in Israel. Eine Grad-Rakete traf ein Appartementhaus in der israelischen Stadt Aschdod, dabei wurden zwei Israelis verwundet. Die IAF zerstörte kurz darauf den Raketenwerfer, von dem diese Raketen abgefeuert worden waren. Laut IAF wurde ein Fahrzeug zerstört, das den Hamas-Kommandeur Mohammed Ma’aruf transportierte. Außerdem wurden weitere Häuser von Hamas-Aktivisten beschossen, die nach Armeeangaben als Waffenlager dienten.

Medien berichteten über den Tod eines weiteren hohen Hamas-Funktionärs, Abu Sakaria al-Dschamal. Er starb am Samstagmorgen an den Verletzungen, die er bei einem Angriff in der Nacht erlitten hatte. Bei Sakaria handelt es sich um eine führende Figur der Izz al-Din al-Qassam-Brigaden, die für den Beschuss Israels mit Qassam-Raketen verantwortlich sind.

Die Gesamtzahl der Toten in diesem seit dem vergangenen Samstag andauernden Konflikt beläuft sich nach palästinensischen Angaben inzwischen auf 437 (Quelle: Al-Dschasira, AFP gibt die Zahl der Toten mit 442 an). Außerdem sollen 2.250 Menschen verletzt worden sein. Im gleichen Zeitraum wurden vier Israelis durch Raketen der Hamas getötet. Seit dem letzten Freitag wurden insgesamt von der israelischen Luftwaffe etwa 700 Raketen auf Ziele im Gazastreifen abgefeuert. Inzwischen feuert auch die israelische Artillerie auf Ziele im Gazastreifen. Die Marine ist schon seit einigen Tagen an der Offensive beteiligt und feuert von See her auf Ziele in dem schmalen Küstenstreifen.

Unklar ist weiterhin, ob und wann es zu einer Bodenoffensive der israelischen Armee kommen wird. An der israelischen Grenze zum Gazastreifen warten 10.000 israelische Soldaten auf ihren Einsatz. Der im Exil lebende Hamasführer Chalid Maschal warnte Israel vorsorglich vor einer Bodenoffensive. In einer Rede sagte er, an die israelische Armee gewandt: „Wenn Sie die Dummheit begehen sollten, eine Bodenoffensive zu starten, dann wird euch ein dunkles Schicksal erwarten.“

Lastwagen des syrischen Roten Halbmonds mit 200 Tonnen Hilfsgütern für die Behandlung verletzter Palästinenser trafen unterdessen im Gazastreifen ein. Israel hat inzwischen bestätigt, dass es eine humanitäre Krise im Gazastreifen gebe und verstärkte eigene Hilfslieferungen in das Gebiet. Karen AbuZayd vom Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) sprach laut einer Presseerklärung der Hilfsorganisation von großer Dringlichkeit lebensrettender humanitärer Hilfe. Für die Bevölkerung von Gaza fordert sie eine Aufstockung der bereits bewilligten Hilfsprogramme in Höhe von 275 Millionen US-Dollar um weitere 34 Millionen US-Dollar, damit die Bevölkerung die nächsten vier Monate überstehen könne. Die öffentliche Infrastruktur, die bereits vor den Angriffen der israelischen Luftwaffe in einem schlechten Zustand gewesen sei, habe nun noch stärker gelitten. Der öffentliche Sektor von Gaza sei fast völlig zusammengebrochen. Zwei Drittel der Einwohner von Gaza, etwa 1,5 Millionen Menschen, sei bisher bereits von UN-Hilfsprogrammen abhängig gewesen.

Kleine Chronik der Gaza-Krise

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January 2, 2009

Hamas kündigt Vergeltung für den Tod ihres Führers Nizar Rayan an

Hamas kündigt Vergeltung für den Tod ihres Führers Nizar Rayan an

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Veröffentlicht: 18:45, 2. Jan. 2009 (CET)
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Gaza-Stadt (Gazastreifen) / Tel Aviv (Israel), 02.01.2009 – Das neue Jahr 2009 beginnt im Nahen Osten so, wie das alte zu Ende ging. Gewalt auf beiden Seiten der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen. Die israelische Luftwaffe setzte ihre Angriffe auf Ziele im Gazastreifen fort, während die dort regierende Hamas weiterhin israelisches Gebiet mit Raketen und Mörsergranaten angriff.

Am Donnerstag hatte eine tonnenschwere Bombe ein Gebäude getroffen, in dem sich einer der zehn führenden Köpfe der Hamas aufhielt: Nizar Rayan starb zusammen mit seinen vier Frauen und elf seiner Kinder. Hamas-Sprecher Ismail Radwan drohte Israel mit Vergeltung für die Tötung eines der Führungsmitglieder der Hamas. Es werde Selbstmordanschläge und weitere Angriffe auf Ziele in Israel geben. Rayan (46) galt als politisch sehr einflussreich innerhalb der Hamasbewegung und gehörte zu den Befürwortern einer Ausweitung von Selbstmordanschlägen gegen Israel. Außerdem gehörte er zu den entschiedensten Gegnern der Fatah und befürwortete die Gewaltanwendung gegen die palästinensische Bruderorganisation im Kampf um die Macht in Gaza im Januar 2006. Laut Haaretz hatte Rayan im Oktober 2001 seinen eigenen Sohn zu einem Selbstmordanschlag in die ehemalige Siedlung Elei Sinai im Gaza-Streifen geschickt. Zwei israelische Siedler starben bei dem Attentat. Eine Äußerung des stellvertretenden israelischen Ministerpräsidenten Haim Ramon war von Medien so interpretiert worden, dass die Tötung Rayans ein geplantes Unternehmen gewesen sei und Israel zur Taktik der direkten persönlichen Tötung von Hamasaktivisten zurückgekehrt sei. Er sagte: „Und heute haben wir es geschafft, einen ihrer Anführer zu treffen.“ Die israelische Armee (IDF=Israelian Defence Forces) wies jedoch die Behauptung zurück, Israel sei zur Politik der gezielten Tötung von Hamasführern zurückgekehrt. Das Haus Rayans sei ein Ziel gewesen, das verdächtig sei, Waffen zu beherbergen, und sei deshalb routinemäßig ausgewählt worden. Bei dem Angriff auf das Haus Rayans waren außer seiner Familie weitere elf Menschen getötet und 30 verletzt worden. Nach israelischen Armeeangaben habe man die Bewohner des betreffenden Gebäudes vor dem Angriff per SMS vor dem bevorstehenden Angriff gewarnt und dazu aufgefordert, das Gebäude zu verlassen. Israel habe das Gebäude angegriffen, weil es zur Hamas-Infrastruktur gehöre und als Lager für Waffen und Munition gedient habe.

Die Warnung von Hausbewohnern im Gazastreifen vor einem Angriff per SMS oder Voicemail gehört nach Angaben der israelischen Zeitung Haaretz zu einer neuen IDF-Taktik. Danach bestätigten Palästinenser, dass in einigen Fällen zehn Minuten vor Angriffen Warnungen auf Mobiltelefonen eingingen, die von der israelischen Armee stammten, dass Angriffe auf Gebäude bevorstünden, in denen Waffen gelagert würden. Wenn die Bewohner solche Häuser nicht verließen, hätten sie die Konsequenzen zu tragen. Manchmal würden auch schwächere Sprengsätze auf solche Häuser geworfen, bevor die eigentlich zerstörerische Bombe mit großer Sprengkraft eingesetzt werde, um die Bewohner zum Verlassen des Hauses zu veranlassen. Auch im Fall des getöteten Hamasführers Rayan sei diese Technik des „roof knocking“ (deutsch: „am Dach anklopfen“) angewandt worden. Dieser habe sich zusammen mit seiner Familie jedoch geweigert, das Gebäude zu verlassen.

Am Donnerstag war auch eine Moschee in der palästinensischen Ortschaft Dschabaliya angegriffen worden. Die Moschee soll als Unterschlupf der Hamas gedient haben. Noch vor dem Morgengrauen am heutigen Freitag sollen Angriffe auf 15 Häuser von Hamasaktivisten geflogen worden sein, in denen nach Armeeangaben Waffen versteckt worden sein sollen. Laut IDF wurden insgesamt 20 Ziele bombardiert. Auch hierbei soll die Technik des „roof knocking“ angewandt worden sein: Entweder wurden Bewohner telefonisch gewarnt, oder ein leichterer Sprengsatz wurde vorher abgeworfen. Bei den Angriffen wurden nach Angaben der palästinensischen Gesundheitsbehörden sieben Palästinenser getötet und zwölf verletzt. Unter den Getöteten waren fünf Kinder. Die Hamas schoss mindestens sieben Raketen auf Israel ab. Dabei schlugen zwei Raketen in der südisraelischen Stadt Askalon ein und verletzten zwei Israelis.

Insgesamt beläuft sich die Zahl der Getöteten seit Beginn der israelischen Luftoffensive am Samstag auf 422 Menschen. Die Zahl der Verletzten liegt nach palästinensischen Angaben bei 2.200; davon befinden sich laut der gleichen Quelle noch 380 Menschen in Lebensgefahr.

Unterdessen gibt es weitere Anzeichen für eine möglicherweise bevorstehende Bodenoffensive. Am Freitag ließ Israel 400 Ausländer über den Grenzübergang Eres aus dem Gazastreifen ausreisen. Der israelische Rundfunk meldete, bei den Personen habe es sich vorwiegend um Ehefrauen von Palästinensern gehandelt, die aus Russland, der Ukraine oder Polen stammten. Haaretz vermutet, die IDF-Bodentruppen warteten nur noch auf den Einsatzbefehl, um in den Gazastreifen einzurücken, wobei die Armee eine kurze, aber heftige Bodenoffensive befürworte.

Kleine Chronik der Gaza-Krise

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December 31, 2008

Tag 5 der Angriffe auf Gaza – Israel lehnt Waffenstillstand vorerst ab

Tag 5 der Angriffe auf Gaza – Israel lehnt Waffenstillstand vorerst ab

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Veröffentlicht: 17:53, 31. Dez. 2008 (CET)
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Gaza-Stadt (Gazastreifen) / Tel Aviv (Israel), 31.12.2008 – Israelische Kampfflugzeuge setzten auch am fünften Tag nach dem Ausbruch der Kampfhandlungen am vergangenen Samstag ihre Angriffe auf Ziele im Gazastreifen fort. Eine Forderung der EU-Außenminister nach einer sofortigen und anhaltenden Waffenruhe lehnte das israelische Sicherheitskabinett vorerst ab. Seit Mitternacht wurden nach Armeeangaben insgesamt 35 Angriffe gegen Ziele im Gazastreifen geflogen. Dabei wurden erneut Ministerien der Hamas sowie Schmuggeltunnel an der Grenze zu Ägypten bombardiert. Die Tunnel dienten nach israelischen Angaben dem Transport von Treibstoff sowie auch dem Hereinschmuggeln von Waffen in den Gazastreifen. Wie Haaretz berichtet, entstand durch die Bombardierung eines Treibstofflagers innerhalb eines der Tunnel eine gewaltige Explosion. Bomben zerstörten auch ein Büro des Hamasführers Ismail Haniyya, das nach israelischen Angaben unter anderem der Planung, Finanzierung und Unterstützung terroristischer Aktivitäten diene. Außerdem sollen ein Waffenarsenal, ein Militärlager sowie ein Raketenwerfer getroffen worden sein.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörden in Gaza (Stadt) beläuft sich die Zahl der Toten durch die israelischen Luftangriffe der Operation „Cast Lead“ („gegossenes Blei“) inzwischen auf insgesamt 384, darunter laut UNO-Angaben 62 Zivilisten. Rund 800 Menschen sollen verletzt worden sein. Nach palästinensischen Angaben sind unter den Toten 36 Kinder sowie neun Frauen.

Von Seiten militanter Palästinenser wurde weiterhin israelisches Territorium mit Raketen und Mörsergranaten beschossen. Dabei wurden die israelischen Städte Askalon und erstmals auch Beerscheba getroffen, 37 Kilometer vom Gazastreifen entfernt (nach anderen Angaben liegt die Stadt 46 Kilometer vom Gazastreifen entfernt). Die Katjuscha-Rakete traf einen Kindergarten, in dem sich zum Zeitpunkt des Einschlages jedoch niemand aufhielt. Die Einwohner der Ortschaften wurden von israelischen Behörden angewiesen, sich in geschützten Bereichen aufzuhalten. Öffentliche Versammlungen wurden verboten. Der Schulunterricht in Beerscheba wurde für die nächsten Tage ausgesetzt. Ein entsprechender Beschluss wurde auch für alle Ortschaften erlassen, die sich innerhalb einer Zone von 30 Kilometern vom Gazastreifen entfernt befinden. Laut Haaretz wurde israelisches Gebiet am Mittwoch von insgesamt 40 Raketen getroffen. Seit dem vergangenen Samstag beläuft sich die Zahl von Raketen, die auf Israel abgeschossen wurden, auf einige hundert. Dabei wurden bisher vier Menschen getötet. Die Hamas übernahm die Verantwortung für die Angriffe auf Beerscheba. Die Organisation, die im Gazastreifen die Regierungsgewalt ausübt, erklärte, sie werde noch weiter vom Gazastreifen entfernte Ortschaften angreifen, wenn Israel seine Luftangriffe nicht beende.

Ein Ende der Kampfhandlungen ist vorerst nicht abzusehen. Ein israelischer Regierungssprecher sagte zu der unter anderem von der Europäischen Union vorgebrachten Forderung nach einem Waffenstillstand: „Es ist nicht realistisch zu erwarten, dass Israel einseitig das Feuer einstellt – ohne einen Weg, dass die Hamas das Schießen und den Terror einstellt.“ In einer Erklärung der EU-Außenminister vom Dienstagabend hatte es geheißen: „Es gibt keine militärische Lösung im israelisch-palästinensischen Konflikt.“ Israel wurde aufgefordert, die Grenzübergänge zum Gazastreifen dauerhaft zu öffnen, damit Hilfslieferungen in den Gazastreifen gelangen könnten. An die Hamas erging die Aufforderung, sofort und bedingungslos die Raketenangriffe auf Israel einzustellen.

Nach Ansicht der israelischen Zeitung Haaretz ist der Verlauf der kriegerischen Auseinandersetzungen bisher für die Hamas zumindest auf diplomatischer Ebene als Erfolg zu werten. Ägypten ist in den Augen der arabischen Öffentlichkeit diskreditiert. Die Hamas selbst wird, wie und wann auch immer ein Waffenstillstand irgendwann erreicht werden wird, als eine selbstständige Regierung im Gazastreifen angesehen werden, obwohl der Gazastreifen formell doch zum Territorium der Palästinensischen Autonomiebehörde gehört. Syrien und der Iran unterstützen offen die Hamas, wodurch sich die Machtbilanz im Nahen Osten zu ihren Gunsten verschiebt.

In der arabischen Welt werden kritische Stimmen gegenüber Ägypten immer lauter. Ägypten wird inzwischen bereits aufgefordert, die Grenze zum Gazastreifen auf ägyptischer Seite zu öffnen, so Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah im libanesischen Fernsehen. In Ägypten erhebt die radikalislamische Moslem-Bruderschaft die gleiche Forderung. Ebenso äußerte sich Hamasführer Ismail Haniyya. Das ägyptische Angebot, palästinensische Verwundete kostenlos in ägyptischen Krankenhäusern behandeln zu lassen, lehnt er jedoch ab: „Ägypten sollte alle Palästinenser ohne wenn und aber einreisen lassen. Nur Kranke und Verletzte – das lasse ich nicht zu.“

Als Beispiel für die verbale „Kriegführung in den Medien“ mag der arabische Satellitensender „Al-Huda“ dienen. Dieser verbreitet laut Angaben des Spiegel in seiner Onlineausgabe besonders wortradikale islamistische Propaganda und zielt dabei offenbar auch auf das westeuropäische Publikum. Im Rahmen einer Talkshow wurde ein islamistischer Prediger aus London zugeschaltet, der alle Nichtmoslems aufforderte, nicht mehr Israel zu unterstützen. Der Spiegel zitiert den Prediger mit den Worten „Wir Moslems hatten einst die Welt beherrscht und wir warnen das Abendland, das Israel in all seinen Verbrechen unterstützt, dass wir eines Tages das islamische Kalifat wiedererrichten werden. Oh ihr Ungläubigen, stellt euch darauf ein.“

Das extreme Beispiel reiht sich in eine Flut antiisraelischer Propaganda ein, die die gemäßigten arabischen Regierungen unter Druck setzen soll. Der ägyptische Präsident Mubarak hat dabei einen besonders schweren Stand. Arabische und iranische Medien werfen ihm sogar offen Verrat vor. So soll er von der israelischen Außenministerin Tzipi Livni persönlich die Information erhalten haben, dass ein israelischer Angriff auf Gaza unmittelbar bevor stehe, diese Information jedoch nicht an die Palästinenser weitergeleitet haben.

Kleine Chronik der Gaza-Krise

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December 30, 2008

Israelische Armeesprecherin zur Gaza-Krise: „Bodentruppen stehen bereit“

Israelische Armeesprecherin zur Gaza-Krise: „Bodentruppen stehen bereit“

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Veröffentlicht: 15:05, 30. Dez. 2008 (CET)
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Gazastreifen

Gaza-Stadt (Gazastreifen) / Tel Aviv (Israel), 30.12.2008 – Nach den Worten einer Armeesprecherin hält sich die israelische Armee die Möglichkeit einer Bodenoffensive in den Gazastreifen als Option weiterhin offen. Zurzeit würden jedoch Angriffe auf Ziele im Gazastreifen nur aus der Luft und von See vorgetragen. Am Montag war ein mehrere Kilometer breiter Streifen an der Grenze zu Gaza zum militärischen Sperrgebiet erklärt worden; tausende Reservisten waren von der israelischen Armee einberufen worden.

Die Angriffe auf den Gazastreifen begannen am Samstag und wurden auch heute fortgesetzt. Dabei kamen bisher insgesamt mehr als 350 Menschen ums Leben. Bei den jüngsten Angriffen am Dienstag kamen nach Angaben von Angehörigen des medizinischen Personals auf palästinensischer Seite zehn Palästinenser ums Leben. Ziele der heutigen Luftangriffe waren Gebäude, die der Hamas zugeordnet werden, darunter Ministerien und erneut die Islamische Universität in Gaza-Stadt. Die Angriffe seien dabei auch auf die Tötung bestimmter Hamas-Aktivisten gerichtet gewesen, wie Haaretz berichtet. Dabei sei ein Kommandeur des Islamischen Dschihad getötet worden, wie die Hamas bestätigte.

Die israelische Außenministerin Tzipi Livni:

Israelische Armeesprecherin zur Gaza-Krise: „Bodentruppen stehen bereit“
Wir wollten das vermeiden. Wie Sie wissen, hatte Israel den Waffenstillstand akzeptiert, den die Ägypter initiiert hatten, um Frieden und Ruhe herzustellen. Wir nahmen den Waffenstillstand an. Was bekamen wir dafür? Wir bekamen tägliche Angriffe, wir bekamen Waffenschmuggel in den Gazastreifen mit weitreichenden Kapazitäten.
Israelische Armeesprecherin zur Gaza-Krise: „Bodentruppen stehen bereit“

Inzwischen stoßen die palästinensischen Hospitäler an ihre Grenzen. Sie können kaum noch neue Verwundete aufnehmen. Nach Angaben des arabischen Nachrichtenportals Al-Dschasira sind seit Samstag 1.600 Palästinenser verwundet worden.

Für einen Waffenstillstand sieht die israelische Armeeführung zurzeit keinen Spielraum. Das Ziel sei es, den Willen der Hamas zur Fortsetzung ihrer Raketenangriffe auf Israel zu brechen. Die Armee sei auf eine Fortsetzung des Kampfes für mehrere Wochen eingestellt, sagte der israelische Innenminister Meir Schitrit.

Die Gaza-Krise führt mittlerweile zu wachsenden Spannungen auch innerhalb und zwischen den benachbarten arabischen Staaten. So warf die syrische Tageszeitung „Tishreen“ der ägyptischen Führung indirekt Verrat an der palästinensischen Sache vor. Die Solidarität des ägyptischen Volkes mit den Palästinensern sei offensichtlich größer als die der politischen Führung in Kairo.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon forderte erneut ein Ende der Gewalt im Nahen Osten. Ein Waffenstillstand sei unbedingt notwendig, und beide Seiten sollten auf ihre aggressive Rhetorik verzichten. Die benachbarten Staaten in der Region forderte Ban dazu auf, auf die beiden Seiten Einfluss zu nehmen, um ein Ende der Kämpfe zu erreichen.

Ein Sprecher des Weißen Hauses in Washington forderte die Hamas auf, den Beschuss israelischen Territoriums mit Raketen zu beenden und einem Waffenstillstand zuzustimmen.

Die israelische Außenministerin Tzipi Livni erklärte, die israelische Offensive sei nicht gegen die Zivilbevölkerung im Gazastreifen gerichtet, sondern nur gegen die Hamas: „Wir wollten das vermeiden. Wie Sie wissen, hatte Israel den Waffenstillstand akzeptiert, den die Ägypter initiert hatten um Frieden und Ruhe herzustellen. Wir nahmen den Waffenstillstand an. Was bekamen wir dafür? Wir bekamen tägliche Angriffe, wir bekamen Waffenschmuggel in den Gazastreifen [und Raketen] mit weitreichenden Kapazitäten.“

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December 29, 2008

Barak: „Krieg bis zum bitteren Ende“ – Israelische Luftwaffe bombardierte weiter Ziele im Gazastreifen

Barak: „Krieg bis zum bitteren Ende“ – Israelische Luftwaffe bombardierte weiter Ziele im Gazastreifen

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Veröffentlicht: 18:28, 29. Dez. 2008 (CET)
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Ehud Barak

Tel Aviv (Israel), 29.12.2008 – Der israelische Verteidigungsminister und Vorsitzende der Arbeitspartei, Ehud Barak, schloss heute Verhandlungen mit der Hamas aus und kündigte vor einem Ausschuss des israelischen Parlaments einen „Krieg bis zum bitteren Ende“ an. Unterdessen setzte die israelische Luftwaffe heute ihre Angriffe auf Ziele im Gazastreifen mit unverminderter Härte fort. Die seit Samstag andauernden Luftangriffe forderten bisher mehr als 320 Todesopfer. Die Angaben zur Zahl der Verletzten schwanken zwischen 800 und 1.000.

Die israelischen Kampfflugzeuge flogen heute früh, kurz nach Mitternacht, Angriffe auf das Innenministerium der Hamas und ein Laborgebäude der Islamischen Universität, in dem nach israelischen Angaben Sprengstoffe und Waffen entwickelt werden. Außerdem wurde ein Gästehaus der Hamas neben der Privatwohnung des Hamasführers Ismail Haniyya bombardiert. Am Sonntag waren mehr als 100 Ziele im Gazastreifen angegriffen worden, darunter 40 Geheimtunnel unter der Grenze vom Gazastreifen nach Ägypten, über die die Hamas von ägyptischer Seite mit Waffen versorgt wird.

Vor einem Parlamentsausschuss betonte der israelische Verteidigungsminister Barak: „Wir haben nichts gegen die Bewohner des Gaza-Streifens, aber wir führen einen gnadenlosen Krieg gegen die Hamas und ihre Verbündeten.“ Medienberichten zufolge sind die Äußerungen Baraks auch vor dem Hintergrund des Wahlkampfes in Israel zu interpretieren. Baraks Arbeitspartei steht laut Umfragen in der Gunst der Wähler auf verlorenem Posten. Als Verteidigungsminister und oberster Soldat Israels könnte Barak durch das jetzt verbreitete Image als „schlagkräftiger Anführer“ (Süddeutsche Zeitung) in der Wählergunst punkten.

Hamasführer drohten inzwischen mit Attentaten auf israelische Führungspersönlichkeiten, insbesondere die israelische Außenministerin Livni sowie Verteidigungsminister Barak wurden genannt. Außerdem wurden „Führer innerhalb der arabischen Welt, die gegen uns konspirierten“, bedroht, was laut Haaretz insbesondere als Drohung gegenüber der ägyptischen Führung und ihrem Präsidenten Mubarak aufgefasst werden könnte.

Die israelischen Luftangriffe konnten die Hamas bisher nicht daran hindern, israelische Siedlungen weiterhin mit Raketen zu beschießen. In der im Süden Israels gelegenen Stadt Askalon ging am Montag eine „Grad“-Rakete in einer Baustelle nieder und tötete dabei den 27-jährigen Bauarbeiter Hani al Mahdi aus dem Beduinendorf Aroer und verletzte weitere 14 Menschen. Nach Angaben der israelischen Zeitung Haaretz wurden am heutigen Montagmorgen bereits über 50 Raketen auf israelisches Gebiet geschossen. Davon trafen neun die Stadt Askalon, fünf detonierten in Sderot, vier weitere trafen verschiedene Orte in der westlichen Negev-Wüste. Am vergangenen Sonntag gingen in dieser Region mindestens 40 Raketen, vorwiegend vom Typ Katjuscha, nieder – zwei davon in einer Entfernung von 35 beziehungsweise 37 Kilometern vom Gazastreifen entfernt; laut Haaretz ist dies die größte Entfernung, die eine vom Gazastreifen abgeschossene Rakete bisher erreicht hat. Die maximale Reichweite dieser modernisierten Version palästinensischer Katjuscha-Raketen wird auf 40 Kilometer geschätzt.

Am Montag erklärte Israel das Grenzgebiet zum Gazastreifen in einer Breite von zwei bis vier Kilometern zum militärischen Sperrgebiet. Beobachter sehen darin einen weiteren Hinweis auf eine möglicherweise bevorstehende Bodenoffensive der israelischen Armee. Experten rechnen jedoch weiterhin nicht mit einer unmittelbar bevorstehenden Bodenoffensive.

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