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February 14, 2009

„Moorhuhn-Prozess“: Haftstrafen gegen zwei ehemalige Phenomedia-Vorstände

„Moorhuhn-Prozess“: Haftstrafen gegen zwei ehemalige Phenomedia-Vorstände

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Veröffentlicht: 20:06, 14. Feb. 2009 (CET)
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Bochum (Deutschland), 14.02.2009 – Im so genannten Moorhuhn-Prozess wurden am 13. Februar 2009 vom Bochumer Landgericht zwei frühere Vorstände des insolventen Computerspielentwicklers phenomedia publishing Gmbh (vormals Phenomedia AG) wegen verschiedener Betrugsdelikte für schuldig befunden und zu Freiheitsstrafen verurteilt. Der Insolvenzantrag wurde 2002 angestrengt und das Vermögen durch den Insolvenzverwalter verwertet, dieses Verfahren läuft noch weiter.

Zuletzt blieben noch zwei der sechs Angeklagten übrig, die Verfahren gegen zwei Mitangeklagte waren im Laufe des viereinhalb Jahre dauernden Prozesses gegen Auflagen oder Geldstrafen eingestellt worden. Zwei weitere Angeklagte waren bereits zuvor zu Bewährungsstrafen verurteilt worden.

Nach 117 Prozesstagen wurden die anderen beiden Beschuldigten, ein früherer Vorstandschef und ehemaliger Finanzvorstand, wegen Bilanzfälschung, Kreditbetruges und Untreue zu Freiheitsstrafen von drei Jahren und zehn Monaten respektive drei Jahren verurteilt. Nach Angaben eines Sprechers des Bochumer Landgerichts wird die Strafvollstreckung im offenen Vollzug stattfinden, wodurch die Verurteilten tagsüber normal arbeiten können und die Nacht in Haft verbringen.

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September 26, 2005

Berlusconi vom Vorwurf der Bilanzfälschung freigesprochen

Mailand (Italien), 26.09.2005 – Ein Mailänder Gericht hat den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi vom Vorwurf der Bilanzfälschung freigesprochen.

Begründet hat das Gericht seinen Freispruch mit der Aussage, das Verbrechen hätte sich in den 90er Jahren ereignet. Die Straftat stehe aber im Jahr 2002 nicht mehr im Strafregister. Folglich könne Berlusconi wegen der Tat nicht mehr belangt werden.

Berlusconis Regierung selbst war es, die die Gesetzesänderung 2002 trotz massiver Proteste der politischen Gegner durchsetzte.

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February 9, 2005

Anhörungen im US Kongress zu Bilanzierungsskandal bei Hypothekenhändler Fannie Mae

Anhörungen im US Kongress zu Bilanzierungsskandal bei Hypothekenhändler Fannie Mae

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Washington D.C. (USA), 09.02.2005 – Im US-Kongress finden heute die ersten Anhörungen zum Bilanzierungsskandal des halbstaatlichen Hypothekenriesen Fannie Mae statt. Der Chefbuchprüfer der US-Börsenaufsicht SEC sagt vor einem Unterausschuss zu den Verbuchungspraktiken aus.

Die Aktien von Fannie Mae verloren im Vorfeld der Anhörungen am Dienstag 4,2 Prozent an Wert und fielen von 64,45 US-Dollar auf 61,86 US-Dollar an der New York Stock Exchange.

Im Dezember vermeldete die SEC Bilanzierungsverstöße des Hypothekengiganten und einen Wertberichtigungsbedarf von neun Milliarden US-Dollar. Hintergrund ist die falsche Bilanzierung eines über die Jahre entstandenen Geflechts an Derivaten. Der vorliegende Bericht der Aufsichtsbehörde kommt zu dem Schluss, dass das Management systematisch Bilanzen geschönt und Ausgaben vesteckt hat, um die eigenen Bonusziele zu erreichen.

Fannie Mae handelt eigentlich mit hypothekenverbrieften Anleihen. Deren Markt ist in den USA mittlerweile größer als jener für Staatsanleihen. Das Unternehmen kauft auf dem Zweitmarkt private Hypothekenkredite auf, und verkauft sie gebündelt als Anleihen. Der halbstaatliche Status begünstigt ein höheren Vertrauen in diese Anleihen was zu einem niedrigen Kupon führt.

Die Hypothekenzinsen fallen in den USA deshalb relativ niedrig aus, die Nachfrage ist dementsprechend hoch.

Zu dem Risiko hoher Hypothekenausfälle in einem Umfeld steigender Zinsen kommen bei Fannie Mae nun die derivatbedingten Außenstände hinzu. Neben der illegalen Verbuchungspraxis soll auch geklärt werden, weshalb Fannie Mae sich derart im Derivatgeschäft engagierte.

Die Finanzwelt fühlt sich an das schon Jahre zurückliegende LTCM-Debakel und die ENRON-Krise erinnert. Der rennomierte Hedge Fonds LTCM verlor 1998 4,5 Milliarden Dollar nachdem er sich mit Devisenoptionsgeschäften verspekulierte. Seine globale Verflechtung mit verschiedenen Finanzinstitutionen führte schließlich zu einer Rettung mit Überbrückungskrediten, initiiert durch die US Notenbank. Auch der Energieriese ENRON kam durch Finanzmanipulationen seines Derivategeschäfts in Bedrängnis und ging schließlich Pleite.

Die Entwicklungen bei Fannie Mae kamen jedoch nicht vollkommen unerwartet: Der amerikanische Notenbankchef Alan Greenspan forderte schon Anfang 2004 eine Verschuldungsobergrenze für die Hypothekenhändler. Er warnte vor den hohen Außenständen als einer Gefahr für das US Finanzsystem.

Die notwendigen Beschlüsse dazu hätte der Kongress fällen müssen. Dieser blieb aber im vergangenen Jahr untätig und muss sich nun mit den aktuellen Ereignissen beschäftigen.

Auch der erfolgreiche Investor Warren Buffett und ehemals reichste Mann der Welt wies schon 2003 in seinem jährlichen Brief an die Aktionäre auf die hohen Risiken des Derivatehandels im allgemeinen hin. Er warnte vor „Zeitbomben“ und „Massenvernichtungswaffen“ im Finanzsektor. Seiner Ansicht nach wird das Risiko einer Kettenreaktion durch Derivateprobleme weit unterschätzt. Für sein Unternehmen Berkshire Hathaway hatte er schon damals entschieden, das Derivategeschäft einer Tochtergesellschaft komplett abzuwickeln, nachdem kein Käufer dafür gefunden werden konnte.

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