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July 11, 2012

Bosnien und Herzegowina: Gedenktag an das Massaker von Srebrenica

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Juli 2010: Neue Gräber für die Beerdigung von Opfern des Massakers von Srebrenica

Srebrenica (Bosnien und Herzegowina), 11.07.2012 – Am heutigen Mittwoch gedachten in Srebrenica 35.000 Menschen an das Massaker in der ostbosnischen Stadt vor 17 Jahren. Nachdem die Truppen der bosnischen Serben Srebrenica am 11. Juli 1995 erobert hatten, richteten sie mehr als 8000 muslimische Jungen und Männer innerhalb von wenigen Tagen hin.

Heute wurden nach der religiösen Feier in der Gedenkstätte Potočari vor Srebrenica 520 identifizierte Opfer des Massakers beigesetzt. Damit sind jetzt insgesamt 5657 Menschen in Potočari bestattet. Sie wurden von serbischen Soldaten gefangen genommen und anschließend systematisch umgebracht.

Der Völkermord, welcher von zwei internationalen Gerichten festgestellt worden ist, wird bis heute von der serbischen Hälfte Bosniens, der Republika Srpska, geleugnet. Der neue Präsident Serbiens, Tomislav Nikolić, erklärte Anfang Juni in einem Interview, dass das Massaker von Srebrenica nach seiner Meinung kein Völkermord ist. Nikolić ist der ehemalige Vizepräsident der extrem nationalistischen Serbischen Radikalen Partei (SRS).

Als Gast warnte der New Yorker Rabbiner Arthur Schneier davor, diesen Genozid zu leugnen oder zu vergessen. „Es ist wichtig, so viele Zeugnisse wie möglich von Überlebenden zu sammeln. Das ist das stärkste Instrument, um die Leugnung der Tatsachen zu verhindern“, sagte der jüdische Geistliche, welcher in Wien geboren wurde und nach dem Holocaust in die USA auswanderte.

Die Versuche der bosnischen Serben den Völkermord zu leugnen, wurden auch von US-Präsident Barack Obama verurteilt. Obama erklärte am heutigen Tag: „Die USA stellen sich jedem Versuch entgegen, das Ausmass dieses Verbrechens zu verzerren, es zu rechtfertigen, die Opfer zu verleumden oder die unbestreitbare Tatsache zu leugnen, dass es sich bei diesem Verbrechen um einen Genozid handelt“.

An der Gedenkfeier nahmen auch 7000 Menschen teil, welche gestern Abend nach dem Friedensmarsch in Srebrenica eingetroffen waren. Innerhalb von drei Tagen legten sie einen Fußweg von über 100 Kilometern zurück. Die 7000 Teilnehmer des Friedensmarsches wollten damit an die unzähligen Flüchtlingsströme zur Zeit des Bosnienkrieges von 1992 bis 1995 erinnern.

Der frühere Anführer der bosnischen Serben Radovan Karadžić und sein Armeechef Ratko Mladić müssen sich derzeit vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag wegen begangenen Kriegsverbrechen, unter anderem auch dem Massaker von Srebrenica, verantworten. Das Massaker von Srebrenica gilt als das schlimmste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg.

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September 7, 2011

Bosnien und Herzegowina: Stierkampf der anderen Art in Sanski Most

Bosnien und Herzegowina: Stierkampf der anderen Art in Sanski Most

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Veröffentlicht: 16:51, 7. Sep. 2011 (CEST)
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Sanski Most (Bosnien und Herzegowina), 07.09.2011 – Am Sonntag fand im Bereich Sanski Most die jährliche wiederkehrende Korida statt. Es traten 26 Stiere in verschiedenen Gewichtsklassen gegeneinander an.

Bei einer Korida werden zwei Stiere in eine Arena oder einen sonst abgegrenzten Bereich gebracht. Ihr Instinkt sorgt dafür, dass sie versuchen den Gegner zu vertreiben, meist erst durch Imponiergehabe, später indem sie versuchen den Kontrahenten mit dem Kopf, den Hörnern wegzuschieben. Nach wenigen Sekunden oder mehr als einer Stunde gibt einer der Stiere auf und läuft weg, damit ist der Sieger ermittelt.

In Sanski Most traten Stiere von 750 Kilogramm bis 1200 Kilogramm an. Der Austragungsort ist eine große natürliche Mulde, etwa 2000 Quadratmeter sind mit einem Holzzaun abgegrenzt. In diesem Bereich finden die Kämpfe der Stiere statt. Die Tiere werden unmittelbar vor dem Kampf überprüft, besonderes Augenmerk wird dabei auf die Hörner gelegt, sie dürfen nicht zu spitz sein. Einige Sicherheitsleute versuchen zu verhindern, dass ein Stier über den Zaun in den Zuschauerbereich springt. Dies gelang am Sonntag nicht immer. Einer der Stiere stürmte in wilder Panik auf der Flucht vor dem Gegner davon, überwand mühelos den Zaun und wurde dort von den Zuschauern gestoppt. Der Eigentümer holte ihn mit zwei weiteren Mann ab und brachte ihn zu einem schattigen Platz, wo er keine Sicht auf die weiteren anwesenden Stiere hatte, die den Kampf noch vor sich hatten oder sich bereits mit einem Gegner gemessen hatten.

Die Umgebung der Kampfstätte glich einem Volksfest. Zelte waren aufgestellt, dort wurde für das leibliche Wohl der etwa 10.000 Zuschauer gesorgt. Fünf Lämmer drehten sich am Spieß über einem Holzkohlenfeuer. Zum Kilopreis von 15 Euro wurden sie portionsweise verkauft.

Koridas finden in Bosnien und Herzegowina von März bis Dezember an wechselnden Orten statt. Laut Auskunft des Veranstalters gibt es im Land etwa 400 Stiere die nur gehalten werden, um an den Kämpfen teilzunehmen. Auch in Kroatien werden Stiere zu diesem Zweck gehalten. Ein kroatischer Tierhalter nahm mit seinem Stier an der Korida in Sanski Most teil. Nach Auskunft von Einheimischen gibt es diese Veranstaltungen schon mehr als 2.000 Jahre. Wobei sie früher nur einmal im Jahr stattfanden und dabei mehr als 100.000 Zuschauer anzogen.

Eigentümer von erfolgreichen Stieren können bei den Kämpfen hohe Preisgelder im 5-stelligen Bereich gewinnen.

Sanski Most Korida 2011 003.JPG

Bilder[Bearbeiten]

Commons-logo.svg Wikimedia Commons: Weitere Bilder, Videos oder Audiodateien zum Thema „Stierkampf (Korida) in Sanski Most 2011“.

Quellen[Bearbeiten]

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July 22, 2008

Serbien: Mutmaßlicher Kriegsverbrecher Radovan Karadžić gefasst

Veröffentlicht: 16:21, 22. Jul. 2008 (CEST)
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Radovan Karadžić

Radovan Karadžić

Belgrad (Serbien), 22.07.2008 – Am gestrigen Montag, dem 21. Juli 2008, wurde der seit fast 13 Jahren gesuchte mutmaßliche Kriegsverbrecher Radovan Karadžić von serbischen Sicherheitskräften gefunden und verhaftet. Wie aus Reihen des serbischen Kriegsverbrechergerichts verlautete, wurde er auf serbischem Boden gefasst.

In der Nacht zu heute wurde der 63-Jährige von einem Untersuchungsrichter am Belgrader Kriegsverbrechergericht bereits zum ersten Mal vernommen.

Karadžić ist vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal für Ex-Jugoslawien wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Bosnienkrieg von 1992 bis 1995 angeklagt, insbesondere wegen des Massakers von Srebrenica im Juli 1995, bei dem etwa 8.000 Muslime umgebracht worden sind. Das Massaker wurde sowohl vom Internationalen Gerichtshof als auch vom UN-Kriegsverbrechertribunal als Völkermord eingestuft.

International wurde die Festnahme einhellig begrüßt. Karadžić gehörte mit dem – immer noch gesuchten – früheren Militärchef Ratko Mladić zu den meistgesuchten mutmaßliche Kriegsverbrechern des Balkankonflikts.

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  • afp.google.com: „Mutmaßlicher Kriegsverbrecher Radovan Karadzic gefasst“ (22.07.2008)
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March 2, 2007

Internationaler Gerichtshof: Massaker von Srebrenica im Jahre 1995 war Völkermord

Internationaler Gerichtshof: Massaker von Srebrenica im Jahre 1995 war Völkermord

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Artikelstatus: Fertig 19:22, 2. Mär. 2007 (CET)
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Begräbnis von über 500 Opfern in Potočari am 11. Juli 2006

Den Haag (Niederlande), 02.03.2007 – Das Massaker von Srebrenica 1995 wurde vom Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag zum Völkermord erklärt. Das geht aus dem Urteil hervor, dessen Verkündung am 26. Februar in Den Haag begann. Demnach ist die damalige Regierung Jugoslawiens zwar nicht direkt verantwortlich; sie hätte aber versuchen müssen, den Völkermord zu verhindern. Eine Entschädigung an Bosnien und Herzegowina muss Serbien, das als Rechtsnachfolger Jugoslawiens gilt, nicht zahlen.

Am 11. Juli 1995 hatten bosnisch-serbische Truppen die von Muslimen bewohnte Stadt Srebrenica erobert, obwohl sie in der UN-Schutzzone lag. Die damals vor Ort anwesenden niederländischen Blauhelmtruppen hatten die rund 2.000 Angreifer nicht aufhalten können, etwa 8.000 Muslime abzuführen. Viele von ihnen wurden erschossen und anschließend in Massengräbern verscharrt. Auch Frauen und Kinder wurden abgeführt. Als Hauptverantwortliche für das Massaker gelten der ehemalige Führer der bosnischen Serben, Radovan Karadžić, und Ratko Mladić, der Führer der bosnisch-serbischen Truppen. Bei dem Vorfall soll es sich um das schlimmste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehandelt haben.

Der Prozess war der erste in der Geschichte des IGH, in dem er über die Frage geurteilt hat, ob ein Land Völkermord begangen hat. Der IGH – und nicht das Internationale Kriegsverbrechertribunal – war für eine Entscheidung zuständig, weil es hierbei nicht um die Beurteilung von Verbrechen einzelner Personen, sondern um die eines ganzen Staates ging. Das Internationale Kriegsverbrechertribunal hatte die Vorkommnisse bereits als Völkermord eingestuft. Diese Entscheidung war aber nicht bindend für den IGH.

Unterdessen hat sich die Regierung der bosnisch-serbischen Republik als Reaktion auf das Urteil bei den Kriegsopfern entschuldigt. In einer Presseerklärung, die am Mittwoch in Banja Luka veröffentlicht wurde, wurde verkündet, dass die Serben zusammen mit anderen bosnischen Institutionen alle Verantwortlichen, vor allem aber die für das in Srebrenica begangene Verbrechen, vor Gericht bringen wollen.

Quellen

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