Timor-Leste eröffnet seinen ersten Nationalpark

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Veröffentlicht: 17:24, 5. Aug. 2008 (CEST)
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Eine Fatu, eine für Timor typische steile Klippe nahe Tutuala

Tutuala (Timor-Leste), 04.08.2008 – Der Premierminister von Timor-Leste Xanana Gusmão hat heute gemeinsam mit Vertretern der Gemeinden der Region den ersten Nationalpark des Landes offiziell eröffnet. Das 123.600 Hektar große Gebiet im äußersten Osten der Insel Timor ist nach dem Freiheitskämpfer und Kommandant der FALINTIL Nino Konis Santana (1959-1998) benannt, der in Tutuala geboren wurde. 55.600 Hektar des Nationalparks sind Meeresfläche. Bereits seit 2000 waren schon der Strand von Tutuala und der dahinterliegende Wald Wildschutzgebiet. Am 27. Juli 2007 wurde dann das Schutzgebiet auf die heutige Fläche erweitert. Es umfasst nun die Important Bird Areas von Loré, des Monte Paitchau und des Sees Ira Lalaro (dem größten See des Landes), sowie die Insel Jaco und im Meer das Korallendreieck, eine Region mit der größten Biodiversität an Korallen und Rifffischen in der Welt. Das Gebiet war ein Rückzugsgebiet für die Unabhängigkeitskämpfer der FALINTIL.

Geschützt werden sollen Natur, und das kulturelle und historische Erbe in der Region. Dazu gehören Korallenriffe und der größte verbliebene intakte tropische Flachland- und Monsunregenwald der Region. Außerdem hat das Gebiet mythologische Bedeutung für die Bevölkerung. Seit über 40.000 Jahren leben Menschen in dieser Region, weswegen auch aus Sicht der Archäologie der Nationalpark interessant ist. Außerdem gibt es historisch wichtige Orte aus der portugiesischen Kolonialzeit und der Zeit der japanischen Besatzung während des Zweiten Weltkriegs. Die Regierung wird beim Nationalpark unterstützt von BirdLife International und dem Department of Environment and Climate Change der Regierung von New South Wales/Australien.

Der Nationalpark beherbergt unter anderem 25 Vogelarten, die nur auf Timor und benachbarten Inseln zu finden sind, darunter der gefährdete Gelbwangenkakadu (Cacatua sulphurea) und die grüne Timortaube (Treron psittaceus).

Im Gebiet des Nationalparks leben 10.000 Menschen, die sich direkt beim Schutz des Parks beteiligen sollen. Sie sollen als Parkwächter angeworben werden.

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Quellen