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January 19, 2013

Deutsche Transportflugzeuge nach Mali entsendet

Deutsche Transportflugzeuge nach Mali entsendet

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Veröffentlicht: 19:48, 19. Jan. 2013 (CET)
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Die Staaten der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS

Hohn (Schleswig-Holstein) (Deutschland) / Bamako (Mali), 19.01.2013 – Am Donnerstagabend sind von Hohn in Schleswig-Holstein zwei Transportflugzeuge vom Typ Transall C-160 in Richtung Mali gestartet. Die Bundesregierung hatte am Vortag beschlossen, diese Flugzeuge als Unterstützung für den Mali-Einsatz der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) zur Verfügung zu stellen. Die Maschinen haben zunächst einen Zwischenstopp in Frankreich eingelegt, um dort Sanitätsmaterial zu laden. Nach der Entladung des Materials in Bamako sollen die Bundeswehrmaschinen Soldaten der ECOWAS-Staaten nach Mali fliegen. Nach Angaben des Luftwaffentransportgeschwaders 63 besteht die Besatzung jeder der drei Maschinen aus sieben Bundeswehrsoldaten. 90 Soldaten können pro Flug transportiert werden.

Ein weiteres Transall-Flugzeug sollte am Freitag vom bayerischen Landsberg aus starten. Eines von diesen drei Flugzeugen ist nur als Ersatzmaschine und nicht in erster Linie für den Einsatz gedacht. Insgesamt sollen sich an dem ECOWAS-Einsatz 3500 westafrikanische Soldaten beteiligen. Das größte Kontingent davon stellt mit 900 Mann Nigeria, jeweils 500 Soldaten stellen die Armeen aus Burkina Faso, Niger, Senegal und Togo bereit. Guinea beteiligt sich mit 144 Soldaten und Ghana mit 120 Mann. Außerdem beteiligt sich der Tschad, der nicht ECOWAS-Mitglied ist, am Einsatz. Goodluck Jonathan, der Staatspräsident von Nigeria, sagte am Montag, Nigeria wolle sein Kontingent bis zum Wochenende stationiert haben. Frankreich will außerdem 2500 Soldaten entsenden.

Die Vereinigten Staaten planen derzeit keine Entsendung von Soldaten nach Mali. Allerdings wolle man Frankreich durch Aufklärung und logistische Hilfe unterstützen, sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta am Rande einer Dienstreise nach Portugal. Auch die Europäische Union will sich nicht am Kampfeinsatz beteiligen. Allerdings beschlossen die 27 Außenminister der Europäischen Union auf einer Sondersitzung eine Ausbildungsmission für die malische Armee. Außerdem soll der Militäreinsatz der ECOWAS-Staaten finanziell und logistisch unterstützt werden. Im Februar sollen außerdem 200 bis 250 Militärausbilder aus der EU malische Soldaten auf ihren Einsatz vorbereiten.

Eine Bundeswehr-Transall

Die Entsendung der Transportmaschinen nach Westafrika unterliegt nach Ansicht der Bundesregierung nicht der Genehmigungspflicht durch den Deutschen Bundestag, weil die Flugzeuge nur den internationalen Flughafen der malischen Hauptstadt anfliegen sollen, sodass nicht mit einer direkten Verwicklung von Bundeswehrsoldaten in Kampfhandlungen zu rechnen sei.

Meinungsumfragen zufolge befürwortet jeder zweite Deutsche den Einsatz der Bundeswehr in dieser Mission. Bundesaußenminister Guido Westerwelle äußerte sich zurückhaltend, da der Umfang der deutschen Beteiligung in Mali noch nicht feststehe. Der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag, Rolf Mützenich, verlangte von der Bundesregierung, dass diese den Bundestag über weitere Schritte ohne Zögern informieren solle, die Linkspartei beharrt auf einem Bundestagsmandat auch für den Transporteinsatz und behält sich vor, diesen Einsatz gegebenenfalls verfassungsrechtlich prüfen lassen.


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Quellen[Bearbeiten]

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January 17, 2013

Frankreich interveniert gegen Islamisten in Mali

Frankreich interveniert gegen Islamisten in Mali

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Veröffentlicht: 15:06, 17. Jan. 2013 (CET)
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Bamako
Bamako
Timbuktu
Timbuktu
Gao
Gao
Konna
Konna
Kidal
Kidal
Diabali
Diabali
Lage der im Artikel genannten Orte

Bamako (Mali) / Paris (Frankreich), 17.01.2013 – Französische Truppen gehen seit dem vergangenen Freitag (11.01.2013) in Mali gegen Islamisten vor. Die Intervention erfolgte auf Ersuchen der malischen Staatsführung. Französische Kampfflugzeuge flogen Luftangriffe auf die Städte Gao und Kidal des westafrikanischen Staates, die von den Rebellen gehalten werden. Über das Wochenende hatten französische Einheiten die Islamisten aus Konna verdrängt, doch starteten diese inzwischen eine Gegenoffensive und nahmen die von der regulären malischen Armee verteidigte Stadt Diabali ein. Die Stadt, die 400 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bamako liegt, hat strategische Bedeutung.

Abu Dardar, der Sprecher der Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika (MUJAO), hat Frankreich Konsequenzen angedroht. „Wir werden Frankreich ins Herz treffen – überall, in Bamako, in Afrika und in Europa“, sagte Dardar. Die MUJAO ist eine von mehreren Organisationen, die im Nordosten des Landes gegen die Zentralregierung kämpfen.

EU und NATO wollen sich nicht militärisch an der Intervention beteiligen, begrüßten allerdings die französische Initiative. Frankreich will eine rasche Stationierung von 3.300 Soldaten aus den ECOWAS-Staaten. Diese Stationierung hatte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen bereits im Dezember genehmigt; die Entsendung der Truppen war bislang jedoch erst für September 2013 geplant.

Unterdessen sind zahlreiche Bewohner aus der umkämpften Region geflüchtet. Das Büro des UN-Flüchtlingshochkommissars (UNHCR) sagte, dass Tausende von Maliern Binnenflüchtlinge oder in Nachbarländer geflüchtet seien. Besonders die humanitäre Situation in der zentral gelegenen Region Mopti verschlechtere sich aufgrund der Kämpfe rasch. Das Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) schätzt, dass seit dem Beginn der französischen Intervention mehr als 30.000 Menschen geflüchtet sind, insgesamt seien in Mali rund 230.000 Menschen auf der Flucht.

„Diese erneuten Kämpfe, speziell im Zentrum und im Norden Malis, kommen zu einem Zeitpunkt, an dem geschätzte 4,2 Millionen Malier auf humanitäre Hilfe angewiesen sind“, sagte OCHA-Sprecher Jens Lærke. „Dies schließt… hunderttausende schlechternährter Kinder ein.“ Im vergangenen Jahr versorgte das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen rund 1,2 Millionen Menschen in dem Land, mehr als eine Viertel Million davon in dem von Islamisten kontrollierten Norden.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Opération Serval“.

Quellen[Bearbeiten]

Bericht basiert ganz oder teilweise auf Text der Voice of America
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March 28, 2012

Putsch in Mali wird international verurteilt

Putsch in Mali wird international verurteilt

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Veröffentlicht: 11:21, 28. Mär. 2012 (CEST)
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Mali

Kartographie: The World Factbook

Bamako (Mali) / New York City (Vereinigte Staaten), 28.03.2012 – Der Militärstreich in Mali wird international verurteilt. Die Afrikanische Union hat die Mitgliedschaft des westafrikanischen Landes suspendiert. Die Sicherheitslage in Mali, das als afrikanische Musterdemokratie galt, ist unklar. Es soll zu Plünderungen gekommen sein. Am Donnerstag (22. März) wurde von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International bekanntgegeben, dass drei Zivilpersonen erschossen und 29 weitere verletzt worden seien. Das örtliche Rote Kreuz gab an, 40 Personen behandelt zu haben, hauptsächlich wegen Schussverletzungen. Auch am Freitag fielen in der Hauptstadt vereinzelt Schüsse, Explosionen waren zu hören. Der Flugverkehr von und nach Mali wurde eingestellt und die Grenzübergänge geschlossen.

Leutnant Amadou Konare sagte für das „Nationalkomitee für die Wiederherstellung der Demokratie und des Staates“ (CNRDR), die Verfassung sei außer Kraft gesetzt worden und es gelte eine Ausgangssperre. Die Entmachtung des Staatspräsidenten durch die Armee sei erfolgt wegen „seines Unvermögens, die Krise im Norden Malis zu bewältigen“.

Ein Mitglied der größten Oppositionspartei wurde am Freitag (23. März) nach einem Interview für Radio France Internationale (RFI) verhaftet. Kassoum Tapo hatte in dem Radiointerview erklärt, seine Partei sei gegen den Militärputsch. Er wurde nach einigen Stunden freigelassen und sagte der Nachrichtenagentur Agence France Presse, der Anführer des Staatsstreiches, Hauptmann Amadou Sanogo habe sich bei ihm für die Verhaftung entschuldigt.

Präsidentenpalast erstürmt, Plünderungen

Sanogo hat Plünderungen durch Soldaten und Polizeibeamte verurteilt, weist jedoch zurück, dass seine Leute dafür verantwortlich seien. Im malischen Fersehen beschuldigte Sanogo am späten Freitagabend Leute mit „schlechten Absichten“, die Unterstützung für den Militärputsch untergraben zu wollen.

„Ich verurteile die Akte des Vandalismus und der Plünderungen, die stattgefunden haben“, sagte Sanogo in einer Fernsehansprache, nachdem zuvor das staatliche Fernsehen vorübergehend abgeschaltet war. „Gestern habe ich konkrete Beweise dafür erhalten, dass bösgesinnte Einzelpersonen Uniformen von Polizei und der Armee tragen, um diesen Putsch zu brechen, um die Meinung gegen uns zu drehen. Noch einmal bitte ich um Entschuldigung für alle erschwerenden Umstände und, wenn die Zeit reif ist, wird es Gerechtigkeit geben und Änderungen werden vorgenommen. Und hier rufe ich die Malier nochmals auf, alle Malier, egal auf welcher Ebene, ohne weitere Verzögerung diesen Vandalismus und die Plünderungen einzustellen. Ob einer eine Unform trägt oder auf welcher Ebene, beendet Vandalismus und Plünderungen. Diese sind weder unsere Aufgabe, noch unsere Sache, noch unser Ziel.“

In einem Interview mit der British Broadcasting Corporation (BBC) sagte Sanogo, Ziel des Putsches sei die Wiederherstellung der Ordnung und die Niederschlagung des Tuareg-Aufstandes, den die Armee nach eigener Angabe unter der Regierung des abgesetzten Präsidenten Touré nicht wirksam bekämpfen konnte, weil ihr nur unzureichende Waffen zur Verfügung gestellt wurden. Er rief die Tuareg dazu auf, an Friedensverhandlungen teilzunehmen.

Putschisten hatten am Mittwoch die Kontrolle über den Präsidentenpalast übernommen, nachdem sie die Unfähigkeit der Regierung von Touré kritisiert hatten, auf die Rebellion auständischer Tuareg im Norden Malis zu reagieren. Die Machtergreifung erfolgte nur fünf Wochen vor der angesetzten Wahl eines Nachfolgers für Präsident Touré. Nach den Unruhen am Freitag rückten die Tuaregrebellen mit einer Offensive weiter auf von der Regierung gehaltenes Gebiet vor. Sie wollen schon bald Kidal, Gao und Timbuktu einnehmen.

Internationale Kritik

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen rief die meuternden Soldaten dazu auf, in die Kasernen zurückzukehren und für die Sicherheit des amtierenden Staatspräsidenten Amadou Toumani Touré zu sorgen. Touré hatte 1991 in einem Putsch die damalige Militärregierung entmachtet und hatte danach rasch einer Zivilregierung die Macht übergeben. 2002 wurde er dann demokratisch gewählter Präsident des Landes und 2007 wiedergewählt.

Der Sicherheitsrat verlangte außerdem die Freilassung aller gefangengenommenen Regierungsvertreter und die augenblickliche Wiederherstellung der Verfassung und der demokratisch gewählten Regierung. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon appellierte an die Anführer des Staatsstreiches, sich von Aktionen zurückzuhalten, die das Land weiter destabilisieren könnten. „Die verfassungsmäßige Ordnung muss unverzüglich wiederhergestellt werden“, erklärte der deutsche Außenminister Guido Westerwelle. Das Auswärtige Amt rät von Reisen nach Mali ab. Das US-Außenministerium hat zur Ruhe in Bamako aufgerufen und erklärte, hinter Präsident Touré zu stehen. „Wir haben diesen Militärputsch verurteilt, weil wir uns dem Respekt demokratischer und verfassungsmäßiger Regeln verpflichtet fühlen“, erklärte die ehemalige Kolonialmacht Frankreich durch ihren Außenminister Alain Juppé.

Der Staatsstreich wurde von der internationalen Gemeinschaft auf breiter Front verurteilt. Auch innerhalb Malis gab es Kritik. Eine Gruppe prominenter malischer Politiker veröffentlichte am Freitag ein Communiqué, in dem der Putsch als ein für Mali „gefährlicher Schritt zurück“ bezeichnet und eine augenblickliche Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung verlangt wird.

Die Vereinigten Staaten und die Europäische Union haben den Staatsstreich gleichfalls verurteilt, und die EU sowie die Weltbank setzten Entwicklungshilfemaßnahmen in dem westafrikanischen Land aus. Die Vereinigten Staaten warnten am Freitag davor, dass sie nicht-humanitäre Hilfe für Mali ebenfalls unterbrechen könnten, wenn die Demokratie nicht wiederhergestellt wird. Die EU-Außenminister forderten in einer gemeinsamen Erklärung das „unverzügliches Ende der Gewalt und die Freilassung von Staatsvertretern, den Schutz der Zivilbevölkerung, die Wiederherstellung der zivilen, verfassungsmäßigen Regierung und wie geplant die Abhaltung demokratischer Wahlen“.

Putschistenführer Sanogo sagte am Freitag, dass das Militär zurücktreten werde, sobald ein demokratisch gewählter Präsident im Amt sei, doch könne dies einige Zeit dauern. Er sagte, Präsident Touré werde kein Leid geschehen, doch lehnte er es ab, über den Verbleib des Präsidenten zu sprechen. Touré hatte bereits angekündigt, bei der kommenden Präsidentschaftswahl am 29. April nicht mehr kandidieren zu wollen.

Afrikanische Union

AU-Kommissionsvorsitzender Jean Ping (l.) und der nigerianische AU-Botschafter B. Paul Lolo

Foto: P. Heinlein (VOA)

Der Friedens- und Sicherheitsrat der Afrikanischen Union hatte rasch gehandelt, um die Mitgliedschaft Malis in der 54 Staaten umfassenden Union zu suspendieren, zwei Tage nachdem meuternde Soldaten die Macht in Bamako ergriffen hatten. Die Suspendierung erfolgt zu einem Zeitpunkt, zu dem Mali die rotierende Präsidentschaft in dem Gremium ausübte. Da aber Mali von den Beratungen ausgeschlossen wurde, verlas der stellvertretende Vositzende, der AU-Botschafter Nigerias, B. Paul Lolo die Entscheidung des Rates.

In „Anbetracht der Weise, in der die Meuterer in Mali gegen eine verfassungsgemäße Regierung gehandelt haben und konsistent mit den verschiedenen Mitteln der Afrikanischen Unions und ECOWAS hat der Rat entschieden, dass Mali in all seinen Aktivitäten von der weiteren Teilnahme ausgeschlossen wird, bis die umgehende Wiederherstellung der Verfassungsordnung erreicht wird“, sagte Lolo.

Der Vorsitzende der Kommission der Afrikanische Union, Jean Ping teilte Reportern mit, dass zwei andere westafrikanische Staatsoberhäupter – Benins Präsident Thomas Yayi Boni und Burkina Fasos Präsident Blaise Compaoré – während des Staatsstreiches mit dem malischen Präsidenten Touré in Kontakt standen. Ping sagte, dass den beiden Präsidenten versichert wurde, dass sich der abgesetzte Staatsführer in Sicherheit an einem geheimgehaltenen Ort in der Nähe der Hauptstadt Bamako befinde, wo er von Loyalisten beschützt werde. Das Außenministerium der Vereinigten Staaten hatte Berichte örtlicher Medien dementiert, nach denen Touré in der US-Botschaft in Bamako Zuflucht gesucht haben soll.

Auch Ghana schloss sich den Forderungen von ECOWAS und AU an. Das Außenministerium in Accra rief die Militärjunta außerdem dazu auf, die Menschenrechte zu respektieren. Ghana sei bereit, im Zusammenwirken mit ECOWAS und der AU sowie der internationen Gemeinschaft eine Lösung zu erarbeiten. Der ghanaische Präsident John Evans Atta Mills wird an einem ECOWAS-Sondergipfel in Abidjan teilnehmen, der sich am Dienstag (27. März) mit den Entwicklungen in Mali befassen sollte.

Der westafrikanische Staat Mali ist neben Madagaskar der zweite Staat, dessen Mitgliedschaft in der Afrikanischen Union derzeit suspendiert ist. Madagaskars Mitgliedschaft ruht seit der Absetzung von Präsident Marc Ravalomanana im März 2009.

Gaddafis Beseitigung und der Tuareg-Aufstand

Die Tuareg leben vor allem in Mali, Burkina Faso, Algerien, Libyen und im Niger.

Der Staatsstreich gab den Tuareg im Norden des Landes die Gelegenheit, ihre Position in dem von ihnen beanspruchten Gebiet zu festigen. Sie haben nach ihren eigenen Angaben die Stadt Anéfis zwischen Gao und Kidal eingenommen. Ein Führer der aufständischen Nationalen Bewegung für die Befreiung des Azawad (MNLA) sagte dem französischsprachigen Dienst der Voice of America, dass die Rebellen die Kontrolle über das Gebiet zurückgewinnen wollen, das von ihr als Land der Tuareg betrachtet wird, unabhängig davon, wer in Bamako regiert. Er sagt, dass nach Ansicht der Rebellen das Problem nicht in einer bestimmten Regierung liege, sondern darin, was die Tuareg als Besetzung des Landes empfinden.

Im Januar hatten Tuareg-Separatisten begonnen, Militärstützpunkte anzugreifen, nachdem viele schwerbewaffnete Tuareg aus Libyen zurückgekehrt waren, wo sie auf der Seite des im Oktober 2011 getöteten Machthabers Muammar al-Gaddafi gekämpft hatten. „Die libysche Krise hat den Staatsstreich nicht ausgelöst, aber sicherlich die Malaise innerhalb der Armee enthüllt“, sagt der malische Kolumnist Adam Thiam. „Präsident Amadou Toumani Touré war nicht aktiv bei der Abwehr von Drogenschmuggel und Al-Qaida-Kämpfern, und das Aufkommen neuer Rebellenbewegungen erhöhte nur die Frustration der Offiziere.“

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen sagt, dass der Konflikt mehr als 190.000 Menschen in und um Mali heimatlos gemacht habe. Sie seien unter anderem in die Nachbarstaaten Burkina Faso, Mauretanien und Niger geflohen. Viele Soldaten seien in dem Konflikt gestorben. Das Volk der überwiegend nomadischen Tuareg besteht aus etwa 1,5 Millionen Menschen. Sie erheben sich periodisch gegen ihre Marginalisierung in den Staaten Mali und Niger.

Abdul Aziz Kebe, ein Experte für arabisch-afrikanische Beziehungen an der Universität Dakar im Senegal meint, dass der Straatsstreich das Ansehen Malis trübt, weil er demonstriere, dass das Militär in vielen afrikanischen Staaten das Primat der Politik noch akzeptieren muss. „Die westlichen Mächte haben unterschätzt, dass die Beseitigung Gaddafis schwere Nachwirkungen in der Sahelzone haben würde“, fügte er hinzu.

Aus dem Bürgerkrieg in Libyen gelangten schwere Waffen und Munition in die Region, wo außer den Tuareg Drogenschmuggler, al-Qaida und andere islamistische Kombattanten operieren. Einige Regierungsvertreter Malis beschuldigen deswegen die NATO, für die schlechte Sicherheitslage im Norden des Landes mitverantwortlich zu sein.

Die Rebellen der MNLA dürften so von dem Staatsstreich profitieren. „Wir werden wahrscheinlich nach Süden vorstoßen, um bei der Befreiung des Azawad fortzufahren“, sagte Hamma Ag Mahmoud, der in der von Amadou Toumani Touré abgesetzten Militärregierung von General Moussa Traoré Minister war. „Wir haben kein Interesse an Bamako, aber an Kidal, Timbuktu und Gao. Die Meuterer werden nicht die Feuerkraft haben, um sich uns entgegenzustellen. Sie werden irgendwann ein Friedensabkommen unterzeichnen müssen.“ Ein Offizier der Rebellen in dem Ort Tessalit im Norden Malis, das von der MNLA kontrolliert wird, stellte fest: „Das einzige, was unseren Vorstoß gefährden könnte, ist eine ausländische Intervention.“

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Putsch in Mali 2012“.

Quellen[Bearbeiten]

Bericht basiert ganz oder teilweise auf Text der Voice of America
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April 24, 2009

Vier Geiseln in Mali frei

Vier Geiseln in Mali frei – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Vier Geiseln in Mali frei

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Veröffentlicht: 23:58, 24. Apr. 2009 (CEST)
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Bamako (Mali), 24.04.2009 – Nach monatelanger Geiselhaft wurden vier entführte Ausländer wieder freigelassen. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) bestätigte, dass die pensionierte Lehrerin Marianne Petzold aus Darmstadt am Mittwochabend freigelassen wurde. „Sie ist gezeichnet von den Strapazen der Verschleppung und wird medizinisch betreut“, erklärte Steinmeier. Außerdem entlies man eine Schweizerin und die beiden kanadischen UN-Diplomaten Robert Fowler und Louis Guay, die bereits Mitte Dezember 2008 im malischen Nachbarstaat Niger entführt wurden. Steinmeier dankte dem Krisenstab in Berlin, der deutschen Botschaft in Bamako und der malischen Regierung für die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Vier Touristen, die Deutsche, ein Schweizer Ehepaar und ein Brite wurden am 22. Januar 2009 von der islamistischen Untergrundorganisation al-Qaida im islamischen Maghreb verschleppt. Die Reisegruppe befand sich auf der Fahrt von einem Tuareg-Kulturfest im malischen Anderamboukane in die nigrische Hauptstadt Niamey, als die Angreifer den Fahrzeugkonvoi im Grenzgebiet zum Niger stoppten. Der Ehemann der freigelassenen Schweizerin, und ein Brite befinden sich jedoch weiter in der Gewalt der Gruppe. Die Terroristen forderten zunächst die Freilassung von zwei in Mali festgehaltenen mauretanischen Komplizen. Später wollten die Entführer ihre Geiseln gegen in Europa inhaftierte Islamisten austauschen.

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December 21, 2008

Mali: Rebellenangriff auf Nampala

Mali: Rebellenangriff auf Nampala – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Mali: Rebellenangriff auf Nampala

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Veröffentlicht: 23:42, 21. Dez. 2008 (CET)
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Bamako (Mali), 21.12.2008 – Am Morgen des 21. Dezembers griffen Rebellen den Armeeposten von Nampala an und töteten mehrere Personen. Die Regierung spricht von 9 getöteten und 12 verwundeten Soldaten, 11 Angreifer seien getötet worden, viele verletzt. Zu dem Anschlag hat sich eine Gruppe von Rebellen um den früheren Militär Ibrahim Ag Bahanga bekannt. Nach eigenen Angaben töteten die Angreifer mehr als 20 Armeeangehörige.

Es wird von zivilen Opfern ausgegangen, deren Zahl ist jedoch nicht bekannt.

Hintergrund ist ein Wiederaufflammen des Konfliktes zwischen der malischen Regierung und einigen, offiziell als Banditen bezeichneten, Tuareg. Ein Friedensabkommen von 2006 wird von Ag Bahanga nicht anerkannt. Ähnliche Vorfälle häufen sich seit August 2007. Die Strategie der Rebellen besteht darin, schnelle motorisierte Angriffe aus Nachbarstaaten auf kleinere Armeestützpunkte im Norden der Republik zu verüben. Dabei werden Waffen, Munition und Fahrzeuge erbeutet und Geiseln genommen bevor man sich schnell zurückzieht.

Die Angriffe der letzten Monate deuten auf eine sich verschlechternde Sicherheitslage hin, Rebellenangriffe nehmen einen immer größeren Umfang ein.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Mali

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November 6, 2008

Österreichische Sahara-Geiseln dank Gaddafi und Haider frei

Österreichische Sahara-Geiseln dank Gaddafi und Haider frei

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Veröffentlicht: 20:48, 6. Nov. 2008 (CET)
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Bamako (Mali) / Wien (Österreich), 06.11.2008 – Das in der Sahara entführte Salzburger Touristen-Paar Wolfgang Ebner und Andrea Kloiber war vergangenen Freitag nach acht Monaten der Geiselhaft im Norden von Mali freigelassen worden. Neben einen Krisenstab der in Wien tätig war, sandte Österreich unter anderen auch den Sonderbotschafter Anton Prohaska zur Vermittlung nach Afrika um eine Befreiung dieser zu erreichen. Dabei wurde aber ausdrücklich betont, man sei nicht erpressbar und würde kein Lösegeld zahlen. Die Geiseln wurden nach der Freilassung am darauffolgenden Samstag unter Militärschutz der Armee Malis in deren Hauptstadt gebracht, wo sie per Flugzeug in ihr Heimatland gebracht, und von dort aus anschließend durch einen Hubschrauber ins Wiener Heeresspital geflogen wurden. Dennoch, war bis zuletzt nicht bekannt, woher das von den Entführern verlangte Geld geflossen sein könnte.

Wie die algerische Zeitung „Liberte, Mounir Boudjema“ berichtete, spielte dabei Muammar al-Gaddafi eine wesentliche Rolle. Gaddafis Sohn (Saif al-Islam al-Gaddafi), der mit dem kürzlich verstorbenen österreichischen Politiker Jörg Haider Kontakt hatte, war von diesem, der als Vermittler agierte, überredet worden, sich für die Befreiung der Geiseln einzusetzen. Der libysche Revolutionsführer Gaddafi soll daraufhin das Lösegeld in der Höhe von fünf Millionen Euro bezahlt haben. Es wurde klar betont, dass Gaddafi nur auf Haiders Bitte hin gezahlt habe, das Geld kam aus gleichnamiger bekannten libyschen Gaddafi-Stiftung.

Das Paar war im Februar 2008 von der al-Qaida im islamischen Maghreb in Süd-Tunesien verschleppt worden. Deren Entführer forderten die Befreiung von zehn Gesinnungsgenossen aus tunesischen und algerischen Gefängnissen und ein Lösegeld in der Höhe von fünf Millionen Euro. Im März hatte der damalige Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider bekannt gegeben, dass der Vorstand der Gaddafi-Stiftung bereits mit den Entführern verhandelte. Haider hatte von Gaddafis Sohn über „gute Entwicklungen“ der Verhandlungsgespräche damals gesprochen.

Kurz danach jedoch, verlautbarte eben diese Stiftung, eigentlich gar „keine“ Kontakte zu den Entführern der Touristen zu haben, dies geschah im Zuge von Krawallen durch die Tuareg-Rebellen. Bis zuletzt wurden noch Forderungen von „regionaler Natur“ wie den Zugang zu Wasser, die Nutzung von Bodenschätzen und Wegerechte gestellt. Das österreichische Außenministerium dementiert weiterhin den Forderungen nach Lösegeld, nachgegangen zu sein.

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November 1, 2008

Österreichische Sahara-Geiseln sind frei

Österreichische Sahara-Geiseln sind frei

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Veröffentlicht: 00:38, 1. Nov. 2008 (CET)
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Bamako (Mali), 01.11.2008 – Die beiden in der Sahara entführten Österreicher sind wieder frei. Das gab Außenministerin Ursula Plassnik am Freitagnachmittag bekannt. Die Salzburger Touristen Wolfgang Ebner und Andrea Kloiber wurden nach acht Monaten Geiselhaft im Norden Malis freigelassen. Sie seien „den Umständen entsprechend wohlauf“, sagte Plassnik. Der Krisenstab in Wien hat sich die letzten Monate unermüdlich um die Freilassung der Geiseln bemüht. Österreich hat Sonderbotschafter Anton Prohaska zur Vermittlung nach Afrika entsandt. Die Freigelassenen seien unter dem Schutz der malischen Armee auf dem Weg in die Hauptstadt Bamako. Es werde ein Flugzeug nach Bamako geschickt, um sie sicher nach Hause zu bringen. Verteidigungsminister Norbert Darabos rechnete damit, dass die beiden Salzburger am Samstag in ihre Heimat zurückkehren.

Die Angehörigen von Wolfgang Ebner und Andrea Kloiber zeigten sich ebenso wie Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und Bundespräsident Heinz Fischer sehr erleichtert. Das Paar wurde am 22. Februar 2008 von der al-Qaida im islamischen Maghreb im Süden Tunesiens verschleppt. Die Entführer hatten die Freilassung von zehn Gesinnungsgenossen aus tunesischen und algerischen Gefängnissen gefordert sowie Lösegeld in Höhe von fünf Millionen Euro verlangt. Am 6. April 2008 verstrich das letzte Ultimatum der Entführer. Zuletzt wurden Forderungen „regionaler Natur“ wie den Zugang zu Wasser, die Nutzung von Bodenschätzen und Wegerechte gestellt. Das österreichische Außenministerium dementierte die Forderung nach Lösegeld.

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June 26, 2007

Mali: Gefängnisstrafen wegen Präsidentenbeleidigung

Mali: Gefängnisstrafen wegen Präsidentenbeleidigung

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Veröffentlicht: 21:14, 26. Jun. 2007 (CEST)
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Bamako (Mali), 26.06.2007 – Ein Gericht in der malischen Hauptstadt Bamako verurteilte heute einen Lehrer und einen Journalisten wegen angeblicher Beleidigung des Präsidenten Amadou Toumani Touré zu Gefängnisstrafen. Dies berichtet die Nachrichtenagentur AFP, die sich dabei auf Gerichtskreise beruft.

Bassirou Kassim Minta muss für zwei Monate ins Gefängnis, weil er seiner Schulklasse am Gymnasium „Nanaïssa Santara de Bamako“ die Aufgabe erteilt hat, einen Aufsatz über eine erfundene Geliebte des Präsidenten zu schreiben. AFP zufolge sollten die Schüler über eine fiktive Studentin und Prostituierte schreiben, die für die Anerkennung ihres unehelichen Kindes kämpft, das aus einer Affäre mit einem erfundenen Präsidenten stammt.

Seydina Oumar Diarra, der als Journalist für die unabhänige Zeitung „Info-Matin“ arbeitet, wurde zu einer 13-tägigen Haftstrafe verurteilt. Er hatte über das Aufsatzthema von Bassirou Kassim Minta berichtet. Mit acht Monaten auf Bewährung wurde Sambi Touré, der Chefredakteuer des „Info-Matin“ bestraft. Auch vier weitere Journalisten, die ebenfalls wegen Präsidentenbeleidigung angeklagt waren, erhielten Bewährungsstrafen. Die Rechtsanwälte der Angeklagten hatten die Prozesse boykottiert. Sie begründeten ihre Vorgehensweise damit, dass die Gerichtsverfahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfanden. „Wir wollen durch unsere Abwesenheit zeigen, dass die Pressefreiheit in Mali verletzt wird“, sagte einer der Anwälte laut AFP. Aus dem gleichen Grund streikten am Montag die Beschäftigten unabhängiger Zeitungen und Radiosender.

Quellen

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January 28, 2006

Weltsozialforum in Caracas diskutiert über eine andere Weltordnung

Weltsozialforum in Caracas diskutiert über eine andere Weltordnung

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Artikelstatus: Fertig 21:42, 28. Jan. 2006 (CET)
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Caracas (Venezuela), 28.01.2006 – Das „Weltsozialforum“ (WSF), das zurzeit in der venezolanischen Hauptstadt Caracas stattfindet, versteht sich als Gegenveranstaltung zu dem alljährlich in Davos stattfindenden Weltwirtschaftsforum, auf dem sich die politische und wirtschaftliche Elite der Welt versammelt, um über globale Fragen der Wirtschaftsentwicklung zu debattieren. Die Organisatoren des Weltsozialforums setzen dagegen auf die Demokratie von unten, um den sozialen Emanzipationsbewegungen weltweit eine Stimme zu geben.

Das Weltsozialforum war am Dienstag mit einem „Marsch gegen Imperialismus und Krieg“ durch die venezolanische Hauptstadt eröffnet worden. Es ist das sechste Treffen seiner Art. Das Motto der diesjährigen Veranstaltung, zu der über 100.000 Menschen erwartet werden, lautet: „Eine andere Welt ist machbar“. In 2200 Diskussionsrunden wollen sich die Teilnehmer über alternative Konzepte zur Globalisierungspolitik verständigen und austauschen.

Das WSF findet dieses Jahr erstmals auf drei Kontinenten statt: außer in Venezuela finden Treffen in Bamako (Mali) sowie in Karatschi (Pakistan) statt. Das Treffen in Karatschi wird wegen des Erdbebens auf einen späteren Zeitpunkt, wahrscheinlich im Sommer, verschoben.

In den internationalen Medien stand der Auftritt des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez heute im Mittelpunkt, der seine Rede vor den Teilnehmern des Forums zu einem Frontalangriff auf die US-Politik unter dem Präsidenten George W. Bush nutzte.

Breiten Raum in den Diskussionsforen nehmen aber andere Fragen ein wie beispielsweise Diskussionen um eine neue Informationskultur. Ein Vertreter einer brasilianischen Nichtregierungsorganisation nannte die „Garantie des Menschenrechtes auf Kommunikation“ eine „Voraussetzung für eine gerechte Weltordnung“. Neue Medien wie das Internet und die Digitalisierung des Fernsehens erhöhten seiner Ansicht nach die Möglichkeit zur Interaktivität und damit auch die Möglichkeit zur Verbreitung von Informationen durch neue Akteure der Mediengesellschaft mit der Perspektive einer Demokratisierung der Informationsgesellschaft – jedoch abhängig von den Interessen, die sich in diesem Prozess durchsetzen können.

Das Treffen dauert noch bis zum kommenden Montag.

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Quellen

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December 13, 2005

Rätselhafte Tierseuche im afrikanischen Land Mali ausgebrochen

Rätselhafte Tierseuche im afrikanischen Land Mali ausgebrochen

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Artikelstatus: Fertig 19:36, 13. Dez. 2005 (CET)
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Kamel

Bamako (Mali), 13.12.2005 – Im westafrikanischen Wüstenstaat Mali ist eine rätselhafte Tierseuche ausgebrochen. Seit Herbst dieses Jahres verendeten mehrere hundert Kamele an einer bisher nicht identifizierten Krankheit.

Mali

Der Ausbruch der Seuche stellt die Behörden des Landes vor große Probleme. Aufgetreten ist das Phänomen im Nordosten des Landes, in der Region Kidal. Am vergangenen Sonntag informierte der Vizechef der Region, Algabas Ag Intalla, die Öffentlichkeit.

Tierärzte, die zu den Todesfällen hinzugezogen wurden, erklärten, die Kamele stürben ganz plötzlich ohne vorherige Anzeichen einer Erkrankung. Die malischen Ministerien für Gesundheit und Tierzucht bemühen sich nun gemeinsam um die Bekämpfung der Seuche.

In dem wirtschaftlich sehr schwachen Land herrscht tiefste Armut. Große Teile der Bevölkerung leben von der Tierzucht, deren Ausfall katastrophale wirtschaftliche Folgen haben würde.

Quellen

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