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December 25, 2013

Postume Begnadigung für Alan Turing

Postume Begnadigung für Alan Turing – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Postume Begnadigung für Alan Turing

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Veröffentlicht: 25.12.2013,15:09 (CET)
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Das Alan-Turing-Denkmal in Manchester

London (Vereinigtes Königreich), 25.12.2013 – Am 24. Dezember 2013 und damit mehr als 59 Jahre nach seinem Tod wurde der britische Mathematiker Alan Turing durch einen Gnadenerlass von Königin Elisabeth II. rehabilitiert. Turing war 1952 für einen sexuellen Akt mit einem anderen Mann entsprechend einem Gesetz aus dem Jahre 1885 verurteilt worden. Die Sektion 11 des Criminal Law Ammendment diente dazu, homosexuelle Handlungen zu verfolgen, und nach ihr war bereits Oscar Wilde verurteilt worden. Während Wilde zu „schwerer Arbeit“ verurteilt wurde, war die Strafe für Turing die chemische Kastration, bei der ihm weibliche Hormone gespritzt wurden, um seinen Sexualtrieb zu dämpfen. Zwei Jahre nach dem Urteil starb Turing. Die offizielle Todesursache wurde als Selbsttötung festgestellt, während viele jedoch von einem Unfall sprachen.

Die Verurteilung und seine letzten zwei Lebensjahre überschatteten das Leben eines Mannes, der zuvor als Held gefeiert und als mathematisches Genie verehrt worden war. Turing war Mathematiker und gilt als einer der Väter des Computers. Er war im Zweiten Weltkrieg als Codeknacker für die britische Regierung tätig, und zu seinen größten Leistungen dabei gehört es, den Code der deutschen Enigma-Maschine so weitgehend entschlüsselt zu haben, dass man direkte Maßnahmen gegen derart verschlüsselte Meldungen ergreifen konnte.

Der jetzige Gnadenakt erfolgte, nachdem zuvor bereits zwei Versuche, durch Unterschriftensammlungen eine Begnadigung zu erreichen, gescheitert waren. 2009 entschuldigte sich der damalige Premierminister Gordon Brown als Ergebnis der Petition offiziell im Namen der Regierung für das Urteil. 2011 wurde eine zweite Petition vom dafür zuständigen Staatsminister im Justizministerium Thomas McNally jedoch mit dem Hinweis darauf, dass die Verurteilung entsprechend geltendem Recht erfolgt sei, abgelehnt. Der heutige britische Justizminister Chris Grayling begrüßte nun den Gnadenerlass der Königin als für einen Mann wie Turing angemessen und gerechtfertigt bei einem Urteil, das man heute als nicht tragbar ansehen würde.

In Manchester, wo seit 1994 eine Straße nach Turing benannt ist und wo es seit 2001 ein Denkmal für ihn gibt, ehrt auch die Universität Manchester den Mathematiker, der dort die letzten sechs Jahre seines Lebens gearbeit hatte. Am 31. März 2014 – dem Jahrestag des Urteils – sollen nun die Namen aller Männer aus Manchester, die nach dem betreffenden Gesetz verurteilt wurden, in einer Zeremonie öffentlicht verlesen werden. Alan Turing wurde begnadigt, doch es steht ein genereller Gnadenerlass für mindestens 50.000 Männer aus, die nach eben diesem Gesetz verurteilt wurden, wie der Aktivist Peter Tatchell betonte. Viele Wissenschaftler hoffen jedoch, dass sich nun der öffentliche Fokus zumindest für Alan Turing auf seine wissenschaftliche Leistungen und seinen Beitrag zum Zweiten Weltkrieg verschiebt.

Der Gnadenakt in Großbritannien erfolgt zu einer Zeit, wo in Uganda das Gesetz gegen Homosexualität gerade verschäft wird und die Höchststrafe nun lebenslange Freiheitsstrafe beträgt und das oberste Gericht in Indien die seit 2009 straffreie Homosexualität wieder zu einer Straftat erklärt.

Quellen

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February 17, 2013

Indien: 6-jähriges Mädchen vergewaltigt und an den Straßenrand geworfen

Indien: 6-jähriges Mädchen vergewaltigt und an den Straßenrand geworfen

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Veröffentlicht: 09:04, 17. Feb. 2013 (CET)
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Mädchen an einer indischen Schule

Neu-Delhi (Indien), 17.02.2013 – Ein 6-jähriges Mädchen aus einem Vorort von Neu-Delhi wurde am vergangenen Sonntagabend am Straßenrand aufgefunden, sie lag schreiend in ihrem Blut. Ein oder mehrere Täter hatten das Kind entführt und vergewaltigt.

Die Tat wurde bekannt, nachdem örtliche Medien von dem Fall berichtet hatten. Die Zeitung „Times of India“ berichtete, dass möglicherweise mehrere Personen die Tat gemeinsam begangen hätten. Das Opfer war vor der Tat mit einem unbekannten, etwa zwanzig Jahre alten Mann gesehen worden. Die Polizei fahndet intensiv. Ein Polizeisprecher gab bekannt, dass eine Untersuchung die Vergewaltigung bestätigt habe. Die 6-Jährige sei traumatisiert, derzeit können keine Angaben machen, die den Verfolgungsbehörden weiterhelfen würden. Sie sei in einem Krankenhaus und werde dort behandelt. Ein Arzt sagte, schwere Verletzungen im Genitalbereich hätten eine Operation notwendig gemacht, der Zustand des Mädchens sei zunächst kritisch gewesen.

Erst Mitte Februar war es im südindischen Küstenstaat Goa zum sexuellen Missbrauch einer 7-Jährigen in einer Unterrichtspause auf einer Schultoilette gekommen. Tausende Inder hatten sich nach der Tat vor der Deepvihar High School in Vasco da Gama versammelt. Sie forderten die Festnahme eines etwa 20-jährigen Verdächtigen. In Indien wird seit Dezember heftig über die Rechte der Frauen in der Gesellschaft und um die angemessene Bestrafung für Sexualverbrecher diskutiert. Damals war eine Studentin von fünf Männern in einem Bus vergewaltigt und danach aus dem Fahrzeug geworfen worden, sie verstarb wenig später an den Folgen der Tat. Fünf Männer im Alter zwischen 19 und 35 Jahren sind wegen Mordes angeklagt.

Nach Afghanistan, dem Kongo und Pakistan ist Indien das gefährlichste Land für Frauen. Allein in Neu-Delhi wird durchschnittlich alle 17 Minuten eine Frau vergewaltigt, in ganz Indien stiegen die Zahlen von 2007 bis 2011 um fast 17 Prozent. Eine Reuters-Studie besagt, dass allein 100 Millionen indische Frauen in die Hände von Menschenhändlern geraten sind. Durch die gezielte Abtreibung von weiblichen Föten gibt es einen Männerüberschuss von 50 Millionen im Land, dies besagt eine Studie der Thomson Reuters Foundation.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

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February 14, 2013

Erster außereuropäischer Besuch von Frankreichs Staatschef geht nach Indien

Erster außereuropäischer Besuch von Frankreichs Staatschef geht nach Indien

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Veröffentlicht: 22:46, 14. Feb. 2013 (CET)
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Paris (Frankreich), 14.02.2013 – Der erste außereuropäische Besuch des französischen Staatspräsidenten François Hollande führt nach Indien. Die Aufmerksamkeit der Medien richtete sich aber mehr auf Probleme und Begleitumstände der Reise, weniger auf die politischen Hintergründe und Ziele. So musste offenbar auf diplomatischem Weg geklärt werden, ob Hollandes Freundin bei dem Staatsbesuch wie seine Ehefrau behandelt wird. Ferner wird über den Fall eines französischen Diplomaten aus dem Konsulat im südindischen Bangalore berichtet, der seine dreijährige Tochter schwer sexuell missbraucht habe. Seine indische Ehefrau und Mutter des Kindes hat eine Strafanzeige gestellt und fordert jetzt eine persönliche Aussprache mit François Hollande. Seit dem Tod eines 23-jährigen Vergewaltigungsopfers in Indien gibt es hier eine große Befindlichkeit in der Bevölkerung.

Bei dem Treffen zwischen Indiens Premier Manmohan Singh und Frankreichs Staatschef Hollande soll es auch um das Kernkraftwerk Jaitapur, das größte Kernkraftwerk der Welt, und die Lieferung von Rafale-Kampfjets gehen. Beide Projekte haben einen Wert von zusammen rund 40 Milliarden Dollar. Am 6. Dezember 2010 war zwischen Frankreich und Indien eine Vereinbarung über den Bau der ersten beiden Reaktoren für Jaitapur und einen 25-Jahres-Liefervertrag für spaltbares Material abgeschlossen worden.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Frankreich

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December 31, 2012

Indien: Vergewaltigungsopfer ist gestorben

Indien: Vergewaltigungsopfer ist gestorben

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Veröffentlicht: 12:30, 31. Dez. 2012 (CET)
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Neu-Delhi (Indien) / Singapur, 31.12.2012 – Die 23-jährige Inderin, deren Vergewaltigung zu Protesten und Unruhen geführt hatte, ist in einem Krankenhaus in Singapur gestorben. Sie erlag am 29. Dezember um 4:45 Uhr Ortszeit den schweren inneren Verletzungen, die ihr die Vergewaltiger zugefügt hatten. Hinzu kamen Infektion von Lungen und anderer innerer Organe. Dies teilten die behandelnden Ärzte im Mount-Elizabeth-Krankenhaus mit. Die Frau, die am 16. Dezember in der indischen Hauptstadt in einem öffentlichen Omnibus von sechs Männern vergewaltigt worden war, war in der Nacht zum 27. Dezember zur Behandlung nach Singapur geflogen worden. Ihr Zustand galt als kritisch. Nach den Angaben des indischen Premierminister Manmohan Singh werde der Staat für die Kosten der Behandlung der Frau aufkommen.

Die Frau und ihr Begleiter waren mit Eisenstangen traktiert und nach der Vergewaltigung aus dem fahrenden Bus geworfen worden.

Die Tat hatte in Indien zu teils erbosten Reaktion und heftigen Protesten geführt. Ein Fernsehjournalist und ein Polizist waren während dieser Unruhen getötet worden. „Eine Stadt schämt sich“, stellte in einem Leitartikel die „Times of India“ fest und bezeichnet Neu-Delhi als „Vergewaltigungshauptstadt“. 572 gemeldete Vergewaltigungen wurden hier 2011 registriert. Die Dunkelziffer dürfte wegen der Scham der Opfer höher liegen. Sie verlange „schärfere Gesetze, um Vergewaltigungen zu stoppen“, teilte die frühere Ministerin Sushma Swaraj von der oppositionellen Bharatiya Janata Party mit.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Indien
  • Portal:Recht

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November 22, 2012

Indien: Mumbai-Attentäter hingerichtet

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Veröffentlicht: 23:01, 22. Nov. 2012 (CET)
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Mumbai (Indien), 22.11.2012 – In Indien wurde am Mittwoch der einzige noch lebende Attentäter hingerichtet, der zusammen mit neun anderen Angreifern 2008 die Anschläge von Mumbai verübte, bei denen 166 Menschen getötet wurden. Mohammed Ajmal Kasab wurde in einem Gefängnis in Pune bei Mumbai gehängt. Die Hinrichtung wurde quer durch Indien in der Öffentlichkeit gefeiert und teilweise mit dem Zünden von Feuerwerkskörpern bejubelt, doch kritisierten manche, dass die Hinrichtung nicht öffentlich ausgeführt wurde.

Der Innenminister des Bundesstaates Maharashtra, in dem Mumbai liegt, sagte, dass die Exekution ein Tribut an jene sei, die bei dem Angriff ihr Leben verloren haben. Doch für die Witwe eines Mitglieds einer Antiterroreinheit, das bei der Verfolgung Kasabs umkam, ist der Justiz noch nicht vollständig Genüge getan. Die Köpfe und Hintermänner der Anschläge entzögen sich der Gerechtigkeit, so sagte Kavita Karkare. „Sie sollten auch gehängt werden.“

Kasab, der die pakistanische Staatsbürgerschaft besaß, wurde 2010 wegen Mordes, Terrorismus und der Führung eines Krieges gegen Indien verurteilt. Er plädierte zunächst auf seine Unschuld, gestand jedoch später seine Mittäterschaft in den dreitägigen Gefechten ein. Die Bilder von den Schießereien wurden von den Nachrichtensendern weltweit verbreitet, und ein Bild Kasabs, das ihn mit einem Sturmgewehr im Bahnhof zeigt, wurde zum Symbolbild des Angriffs.

Er legte Widerspruch gegen sein Todesurteil ein, doch der Oberste Gerichtshof Indiens bestätigte das Urteil. Ein Gnadengesuch lehnte der Staatspräsident ab.

Kasab und neun weitere junge und schwerbewaffnete Pakistaner waren mit einem Boot in die indische Millionenstadt gefahren und hatten Luxushotels, ein jüdisches Zentrum sowie einen frequentierten Bahnhof in der indischen Wirtschaftsmetropole angegriffen. Die indischen Sicherheitsbehörden wurden später dafür kritisiert, dass es drei Tage gedauert hat, um eine verhältnismäßig geringe Zahl von Angreifern unschädlich zu machen.

Indien beschuldigte die pakistanische Militantengruppierung Laschkar e-Taiba dieser Angriffe. Die indische Regierung behauptet außerdem, dass die Attacken mit Unterstützung des pakistanischen Geheimdienstes ausgeführt worden seien. Dieser Vorwurf wird von der pakistanischen Regierung in Islamabad bestritten. Die beiden verfeindeten Staaten setzten nach den Anschlägen ihre Friedensverhandlungen aus. Diese wurden zwar 2011 wieder aufgenommen, doch ist Indien frustriert über den Unwillen der Pakistanis, dortige Mithelfer vor Gericht zu bringen.

Bericht basiert ganz oder teilweise auf Text der Voice of America
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Dieser Artikel enthält Textteile, die auf einer Übersetzung eines Artikel der Voice of America basieren. Texte und Bilder auf der Website der Voice of America sind als Werke der Bundesregierung der Vereinigten Staaten, sofern keine anderen Urheber angegeben sind, gemeinfrei.

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Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Anschläge am 26. November 2008 in Mumbai“

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May 14, 2012

Indien: Polizei stoppt Eltern beim Versuch, Säugling lebendig zu begraben

Indien: Polizei stoppt Eltern beim Versuch, Säugling lebendig zu begraben

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Veröffentlicht: 06:23, 14. Mai 2012 (CEST)
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Kinder auf dem Weg zur Schule in einer Rikscha

Pilakhuwa (Indien), 14.05.2012 – Am Donnerstag berichtete der indische Nachrichtensender NDTV von einem Ehepaar aus dem Ort Pilakhuwa, das seine 45 Tage alte Tochter lebendig begraben wollte. Das Baby wurde gerettet, die Eltern sind wegen des Verdachts, sich wegen versuchten Mordes schuldig gemacht zu haben, festgenommen worden.

Die Mutter hatte sich an einen Guru gewandt, weil eines ihrer Kinder zuvor gestorben war. Der hatte ihr den Rat gegeben, die kleine Tochter lebendig zu begraben, dann würden ihre anderen Kinder gesund bleiben. Als sie auf einem Friedhof zur Tat schritten, hörte ein Friedhofswärter den Säugling schreien und verständigte die Polizei. Diese nahm die Eltern fest. Der Guru wurde bislang nicht gefunden.

Mädchen leiden in Indien unter Diskriminierung. Ein Sprichwort besagt dort: „Ein Mädchen großzuziehen ist, wie den Garten des Nachbarn zu bewässern“. Bei Hochzeiten müssen die Eltern der Braut eine hohe Mitgift an die Familie des Bräutigams zahlen. Dies ist ein Grund für die hohe Zahl an Abtreibungen weiblicher Föten in Indien.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Indien

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November 29, 2008

Terroranschlagserie im indischen Mumbai kostete viele Menschenleben

Terroranschlagserie im indischen Mumbai kostete viele Menschenleben

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Veröffentlicht: 19:08, 29. Nov. 2008 (CET)
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Anschlagsorte in Mumbai

Mumbai (Indien), 29.11.2008 – In Indien hat es seit Mittwoch, dem 26. November an mindestens zehn Stellen eine Serie von Terroranschlägen mit Geiselnahmen auf Hotels und andere öffentliche Einrichtungen gegeben. Möglicherweise wurden gezielt englischsprachige Touristen angegriffen: solche aus Großbritannien und den Vereinigten Staaten, da einige der Terroristen sich die Ausweise von Touristen in den betroffenen Hotels zeigen ließen. Mehrere Luxushotels, ein Kino und der Hauptbahnhof im südlichen Zentrum der Metropole Mumbai (Stadtteil Colaba) sind von Terroristen mit Schnellfeuergewehren und Handgranaten angegriffen worden. Der Fernsehsender CNN-IBN berichtete, eine Tankstelle in der Stadtmitte sei in die Luft gesprengt worden. Bei einer Schießerei am Chhatrapati Shivaji Terminus (Hauptbahnhof) seien zehn Menschen getötet und mehr als 30 weitere verletzt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Press Trust of India unter Berufung auf die Polizei.

Verschiedene Nachrichtensender sprachen zu Beginn davon, dass 78 Menschen umgekommen seien. Später wurde die Anzahl auf 150 korrigiert. Von der Polizei bestätigt wurden 125 Tote. Unter ihnen ist auch der ehemalige Vizepräsident von 1860 München und Schatzmeister der Münchner CSU, Ralph Burkei, der beim Fluchtversuch aus einem besetzen Hotel aus einem Fenster gestürzt war. Etwa 370 Menschen sollen verletzt worden sein.

Auch zwei Tage nach den Terrorattacken im indischen Mumbai befanden sich noch immer Geiseln in der Hand der Terroristen. Vermummte Polizisten einer speziellen Anti-Terror-Einheit hatten Stellung bezogen. Teilweise fanden Feuergefechte statt. Vor den Gebäuden waren Krankenwagen vorgefahren. Scharfschützen hatten sich auf den umliegenden Dächern postiert. Besonders im Blickpunkt stand dabei das Hotel „Oberoi“. Dort befanden sich am Donnerstag immer noch 100 bis 200 Menschen. In mindestens einem weiteren Hotel hatten Terroristen sich verschanzt und ebenfalls Geiseln genommen. Dort wurden bei einer Befreiungsaktion durch die indische Armee drei Terroristen getötet und neun festgenommen. 50 Gäste des Taj-Hotel konnten befreit werden. Nach mehreren Explosionen stand das vornehmlich bei den englischsprachigen Touristen beliebte Luxushotel teilweise in Flammen und wurde schwer beschädigt.

In einer Telefonschaltung äußerte der EU-Politiker Daniel Caspary am Tag nach den Anschlägen Bedauern über die Unmöglichkeit, die Stadt über die Luft zu verlassen.

60 Stunden nach Beginn der Terrorangriffe haben heute morgen indische Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben auch die Lage im Hotel „Taj Mahal“ weitgehend unter Kontrolle gebracht. Das Hotel „Oberoi“ sowie das Nariman-Gebäude, in dem ein jüdisches Gemeindezentrum untergebracht ist, sollen bereits gestern nachmittag unter Kontrolle der Sicherheitskräfte gestanden haben. Bei der Erstürmung des Gemeindezentrums wurden die Attentäter getötet. Fünf der acht Geiseln wurden jedoch tot aufgefunden. Die Bilanz der Befreiungsaktion in dem Oberoi-Hotel: 24 Leichen wurden in dem Hotel gefunden, zwei Terroristen getötet, und 143 Gäste konnten mit Bussen in Sicherheit gebracht werden. Bei der Erstürmung des Taj Mahal sollen mindestens drei Extremisten und ein Mitglied der Sicherheitskräfte getötet worden sein. Das teilte Leiter der Elitetruppen am heutigen Samstag mit.

Zu den Urhebern der in Indien verübten Anschläge gibt es bisher noch keine gesicherten Aussagen. Zwar bekannte sich am Donnerstag eine Gruppe namens „Deccan Mudschahedin“ per E-Mail zu den Anschlägen, diese Gruppe war bisher jedoch noch nicht in Erscheinung getreten. Medienberichten zufolge wird jedoch die islamistische Terrororganisation al-Qaida mit den Anschlägen in Indien in Verbindung gebracht. Experten wiesen auf den Umstand hin, dass die genaue generalstabsmäßige Koordinierung der zeitgleich an mehreren Orten verübten Anschläge auf al-Qaida hindeuteten. Auch die Tatsache, dass britische und US-amerikanische Staatsbürger bevorzugte Ziele waren, scheint diese Annahme zu bestätigen, wird berichtet. Die Londoner „Times“ berichtet unter Berufung auf britische und US-amerikanische Geheimdienstquellen über Warnungen von Geheimdiensten vor in naher Zukunft bevorstehenden Aktionen von al-Qaida in Indien. Die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti bezieht sich auf Informationen aus Kreisen des russischen Geheimdienstes, wonach Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida bestätigt wurden. Nach Angaben eines Geheimdienstmitarbeiters seien Mitglieder der Gruppe Laschkar e-Taiba, die an den Anschlägen in Mumbai beteiligt waren, in al-Qaida-Trainingslagern ausgebildet worden.

In einem Gespräch zwischen einem Geiselnehmer und dem Fernsehsender India TV forderte ein Terrorist angeblich die Freilassung aller in Indien inhaftierten Islamisten. Wie die Nachrichtenagentur IANS meldete, sollen elf Extremisten getötet und ein weiterer festgenommen worden sein. Dieser hat der indischen Nachrichtenagentur NDTV zufolge behauptet, es seien etwa 40 Terroristen an der Aktion beteiligt gewesen. Von indischer Seite werden die Hintermänner der Aktion in Pakistan festgemacht. Die Nachbarstaaten sind beide atomar bewaffnet, bemühen sich allerdings weiterhin um Gespräche.

Als Reaktion auf die Anschläge hatte die Lufthansa am Donnerstag zwei Flüge nach Mumbai ersatzlos gestrichen. Am Donnerstagabend sollte jedoch noch eine Lufthansamaschine nach Mumbai mit Psychologen an Bord abheben, um eine Lufthansa-Besatzung zu betreuen. Die Crew war nach Angaben des ZDF im Hotel Oberoi untergebracht und soll verletzt worden sein. Sie konnte bei der Erstürmung des Oberoi-Trident-Hotels befreit werden.

Themenverwandte Artikel

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December 16, 2007

Massenflucht in Indien: Fast 300 Gefangene ausgebrochen

Massenflucht in Indien: Fast 300 Gefangene ausgebrochen

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Veröffentlicht: 22:01, 16. Dez. 2007 (CET)
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Raipur (Indien), 16.12.2007 – Insgesamt 299 von 377 Häftlingen konnten am Sonntag aus einem Gefängnis in Dantewada im indischen Bundestaat Chhattisgarh fliehen. In der Anstalt sollen hauptsächlich kommunistische Naxaliten untergebracht sein.

Nach Angaben eines ranghohen Polizeiangehörigen, der sich gegenüber dem Fernsehsender NDTV äußerte, hätten die Gefangenen das Personal überwältigt und seien dann inmitten von Schüssen geflohen. Verstärkung sei in die Region geschickt worden, um nach den Entflohenen zu suchen.

Indiens Premierminister Manmohan Singh ist der Meinung, die maoistischen Aufständischen seien die größte Bedrohung für die innere Sicherheit des Landes. Während der letzten drei Jahrzehnte hat der Konflikt mehrere tausend Menschenleben gefordert.

Themenverwandte Artikel

  • Republik Kongo: 200 Gefangene aus einem Gefängnis ausgebrochen (24.01.2007)

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