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November 29, 2008

49-jährige Täterin verurteilt – 13-Jährige nahm sich das Leben nach Internetmobbing

Veröffentlicht: 16:24, 29. Nov. 2008 (CET)
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Lage des US-Bundesstaates Missouri

Dardenne Prairie (Vereinigte Staaten), 29.11.2008 – Weil die Gesetzeslage im US-Bundesstaat Missouri nicht dazu ausreicht, das strittige Vergehen „Cyberbullying“ als solches zu verurteilen, wurde die 49-jährige Lori Drew behelfsweise wegen illegaler Computernutzung als Abschreckung zu drei Jahren Haft verurteilt. Die Strafe könnte zur Bewährung ausgesetzt werden. Das Strafmaß wird erst im Dezember verkündet.

Ein 13-jähriges Mädchen aus Dardenne Prairie im US-Bundesstaat Missouri hatte sich vor einem Jahr das Leben genommen, weil sich ein vermeintlicher Freund, den sie bei MySpace kennenlernte, als Fake herausstellte. Eine Nachbarfamilie hatte unter dem Namen „Josh“ mit dem Mädchen Kontakt aufgenommen und diesen dann abgebrochen, weil der Teenager angeblich unfair seinen Freunden gegenüber sei. Das depressive Mädchen nahm sich daraufhin das Leben. Die Eltern des Mädchens haben sich entschlossen, die Täter zu verklagen.

Themenverwandte Artikel

Quellen

  • chip.de: „MySpace-Flirt endet mit Selbstmord“ (26.11.2008)
  • theinquirer.de: „MySpace-Selbstmord: Lori Drew ist schuldig“ (27.11.2008)
  • heise.de: „USA: Urteil im Cyberbullying-Fall wirft Fragen auf“ (28.11.2008)
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May 1, 2007

Virginia-Tech-Amoklauf hatte offenbar sozialen, psychischen und antikapitalistischen Hintergrund

Virginia-Tech-Amoklauf hatte offenbar sozialen, psychischen und antikapitalistischen Hintergrund

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Artikelstatus: Fertig 14:18, 1. Mai 2007 (CEST)
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Blacksburg (Vereinigte Staaten), 01.05.2007 – Das Motiv des Amoklaufes an der Virginia Tech (auch „Massaker von Virginia“ oder „Blacksburg-Massaker“ genannt) gibt weiterhin Rätsel auf. Am Montagmorgen, den 16. April 2007 wurden bei der Tat 32 Menschen ermordet. Anschließend richtete sich der Täter, Seung-Hui Cho[1], selbst hin. Die Tat gilt nach dem Schulmassaker von Bath am 18. Mai 1927 als folgenschwerster Amoklauf in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Warum die Tat ausgerechnet in der Norris Hall begangen wurde, ist unklar.

Der am 18. Januar 1984 geborene Seung-Hui Cho, der als Sohn koreanischer Immigranten im Washingtoner Vorort Centreville aufgewachsen war, war von schmächtiger Figur. Der Brillenträger trug seine Haare militärisch kurz. Cho war das jüngste von mehreren Kindern.

Im Februar und März hatte Cho laut Ermittlerangaben die beiden Tatwaffen besorgt, deren Seriennummern er durch Abfeilen unkenntlich machte. Er besuchte seit geraumer Zeit ein Fitnessstudio. Cho ließ sich auch die Worte „Ismael Ax“ auf seinen Arm tätowieren. Die Bedeutung der Worte ist unklar. Er starb nach dem Amoklauf am 16. April 2007 im Alter von 23 Jahren durch Suizid.

Soziale Vereinsamung

Nach Angaben seiner Zimmergenossen sprach der koreanische Student fast nie mit ihnen. Sie empfanden ihn als „unfreundlich“ oder sogar feindselig. Er soll niemals von anderen Menschen auf seinem Zimmer besucht worden sein. Auch in der Mensa soll Cho immer alleine gesessen haben. Wenn seine Mitbewohner etwa zu Feiern nach Florida oder in den Ferien nach Hause fuhren, soll er ebenfalls im Gebäude geblieben sein. Er soll seinen Zimmergenossen nicht einmal auf Fragen geantwortet haben. Früher als die Anderen soll Cho aufgestanden und zu Bett gegangen sein, meist um fünf Uhr früh und um neun Uhr abends. Nach dem Aufstehen soll er sich an seinen Computer gesetzt haben, wo er oft Musik der Gruppen Nirvana und Led Zeppelin gehört haben soll. In manchen Nächten soll er aufgestanden sein, um mit dem Fahrrad herumzufahren. Nach Ermittlungsergebnissen hat er sich nicht mit gewaltverherrlichenden Computerspielen beschäftigt, jedoch Literatur mit gewaltverherrlichendem Inhalt konsumiert.[2]

Cho soll sich, so die Aussagen seiner Kommilitonen, eine Freundin ausgedacht haben. Er habe ein stalkerähnliches Verhalten an den Tag gelegt. So habe er Mädchen nachgestellt und sie durch Anrufe und E-Mails belästigt. Die Polizei gab an, zweimal deswegen alarmiert worden zu sein, wobei jedoch die Opfer auf eine Anzeige verzichtet hätten. Einmal soll sie alarmiert worden sein, weil Cho nach Ansicht des die Polizei alarmierenden Freundes in Suizidgefahr war.

Klassenkameraden haben ausgesagt, Cho sei von Mitschülern schikaniert worden, die sich über seine Art zu reden und seine Schüchternheit lustig gemacht haben sollen.

In einer Englisch-Schulstunde habe eine Lehrkraft die Studenten laut vorlesen lassen. Als Cho an die Reihe kam, soll er nur seinen Kopf gesenkt und geschwiegen haben. Nach der Ankündigung der Lehrkraft, ihm „ungenügend“ für „Teilnahme“ zu geben, soll der Südkoreaner in einer tiefen, lauten Stimme geredet haben, als ob er etwas im Mund hätte. Daraufhin soll die Klasse Cho ausgelacht und gesagt haben, er solle nach China zurückkehren. Dies berichtete ein Student der Virginia Tech in einem Interviem mit AP.

Im vergangenen Herbst soll Cho erneut einer Studentin nachgestellt haben. Das mutmaßliche Opfer sei jedoch noch nicht für ein Interview zu erreichen gewesen, so msnbc.msn.com.

Psychische Probleme

Seung-Hui Cho wurde nach dem Anruf seines Freundes, der Angst hatte, dass Cho Suizid begehen könnte, im Dezember 2005 in eine psychiatrische Klinik eingeliefert. Dort wurde er bald wieder entlassen. „Sein Verständnis und seine Urteilskraft sind normal“, so ein Untersuchungsbericht. Ein Richter entschied, dass Cho keine unmittelbare Gefahr für andere darstelle.

Hass auf Reiche

Cho hinterließ zwei dreiseitige Texte in seinem Zimmer. Dort zog er über „Reiche und Privilegierte“ her. Es müsse etwas getan werden. „Ihr habt mich dazu gebracht“, ist in den Texten zu lesen, wobei nicht klar ist, wer damit gemeint ist. Auch in dem an NBC gesandten Paket bekräftigt Cho seinen Hass auf genusssüchtige Reiche, mit denen er eine Rechnung zu begleichen habe. Neben Reichen soll Cho in dem an NBC gesandten Paket auch Religionen angegriffen haben.

Cho warf laut der NBC-Veröffentlichung den Reichen vor, ihre Mercedes und goldenen Halsketten seien ihnen nicht genug gewesen. Auch die Investmentfonds, der Wodka, Cognac und die Ausschweifungen hätten nicht für die Befriedigung hedonistischer Bedürfnisse gereicht.

Warnzeichen

Eine Dozentin der Universität rief einmal die Universitätspolizei, weil Cho eine Arbeit bei ihr abgegeben hatte, die sie als versteckte Drohung verstand. Nach der Empfehlung der Universität, Cho Einzelunterricht zu erteilen oder ihn rauszuwerfen, entschloss sich die Frau für den Einzelunterricht. Diesen erteilte sie Cho dreimal, wobei dieser immer mit einer Sonnenbrille erschien. Sie denke, Cho habe hinter den Gläsern geweint, berichtete die Dozentin. Die Frau fühlte sich von ihm bedroht.

Nachdem Cho einmal in einem anderen Seminar Texte abgegeben hatte, die viel Gewalt enthielten, wurde von Studenten diskutiert, ob Cho eines Tages einen Amoklauf begehen würde. Viele hatten Angst und blieben einmal sogar demonstrativ dem Unterricht fern.

Multimediapaket für NBC

Um 9:01 Uhr Ortszeit am Tattag – zu einem Zeitpunkt also, als bereits zwei Menschen getötet worden waren, etwa 105 Minuten nach den ersten tödlichen Schüssen – wurde per Eilkurier ein Paket an NBC versandt, das jedoch erst am nächsten Tag geöffnet wurde, da das FBI den Inhalt überprüfen musste. Als Absender war „Cho Seung Hui“ (nach anderen Quellen „Ismael Ax“) angegeben. Das Paket enthielt selbstgebrannte CD-ROMs, Briefe und Fotos.

In dem Multimedia-Schreiben heißt es unter anderem: „Ihr hattet einhundert Milliarden Chancen, das hier zu vermeiden. Aber ihr habt entschieden, mein Blut zu vergießen. Ihr habt mich in die Ecke getrieben und nur eine Option gelassen. Das war eure Entscheidung. Jetzt habt ihr Blut an euren Händen, das sich nie mehr abwaschen lässt“ und „All eure Ausschweifungen waren nicht genug. Sie reichten nicht, eure hedonistischen Bedürfnisse zu befriedigen. Ihr hattet alles“. Cho nannte die Columbine-Mörder „Märtyrer“ und hielt sich offenbar für einen Helden: „Dank euch sterbe ich wie Jesus Christus, um Generationen schwacher und schutzloser Menschen zu inspirieren.“

Das Multimedia-Bekennerschreiben soll aus 23 Seiten bestehen, darin sollen 43 Fotos und 28 Videos eingebettet sein.

Nachdem Cho das Paket abgegeben hatte, erschoss er noch 30 weitere Menschen und richtete danach die Waffe gegen sich selbst. Vermutlich „inspiriert“ davon, bedrohte ein 16-jähriger Oberschüler in North Carolina zwei Mitschüler und tötete sich selbst. In vielen Bildungseinrichtungen gingen Drohungen ein, die zur vorübergehenden Schließung in mindestens zehn Bundesstaaten führte.

Das Paket lässt vermuten, dass Cho die Tat lange vorbereitet hatte. Manche Videos sollen einem Film ähneln, der 2004 in Cannes ausgezeichnet wurde und ebenfalls von einem Südkoreaner, Park Chan-wook, stammte.

NBC wurde von vielen Bürgern, besonders von Journalisten und Gesetzeskräften der Vereinigten Staaten für die Veröffentlichung des Videomaterials kritisiert. Es sei nicht nötig gewesen, die verstörenden Bilder zu senden. NBC-Nachrichtenpräsident Capus begründete die Übertragung damit, dass es wichtig für die Beantwortung der Frage sei, warum der Amoklauf geschehen sei, einen Einblick in die Gedanken des Mörders zu bekommen. Das Video solle nicht mehr als zehn Prozent des Sendeprogramms einnehmen. Im NBC-eigenen Messageboard wurde dem Sender vorgeworfen, Cho mit der Veröffentlichung die Aufmerksamkeit gegeben zu haben, die er haben wollte.

Die genaue Ursache, die aus Cho einen Amokläufer machte, wurde jedoch auch aus dem Bekennerschreiben nicht deutlich.

US-Präsident George Walker Bush forderte die Bürger dazu auf, fremdartiges Verhalten Anderer mitzuteilen und nicht für sich zu behalten.

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Weblinks

Videos

Einzelnachweise

  1. Die Familie soll angegeben haben, dass sie den Nachnamen wie im Westen zuletzt genannt haben möchte, berichtet msnbc.msn.com. In Südkorea ist es sonst üblich, den Familiennamen zuerst zu nennen.
  2. GMX: Blazers letzte Shopping-Tour, Seite 2

Quellen

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September 29, 2005

Razzia auf dem Erfurter Flughafen

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Razzia auf dem Erfurter Flughafen

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Eingangshalle

Erfurt (Deutschland), 29.09.2005 – Im Zuge der Vorwürfe, die Passagierzahlen des Erfurter Flughafens seien gefälscht worden, um mehr Fördergelder zu bekommen, haben Mitarbeiter des Landeskriminalamtes (LKA) Thüringen Büroräume des Erfurter Flughafens durchsucht und Mitarbeiter der Verwaltung befragt.

Bei der Durchsuchung wurden viele Computerinformationen und Dokumente sichergestellt. Anhand dieser Unterlagen möchte die Staatsanwaltschaft die tatsächlichen Passagierzahlen ermitteln. Die Befragung der Mitarbeiter war notwendig, um Vorwürfe gegen ihren Arbeitgeber, die Flughafen Erfurt GmbH, zu klären. Der Firmenleitung werden Mobbing und Vetternwirtschaft vorgeworfen.

Auch der Landtag befasste sich am Dienstag mit der Problematik. Bauminister Andreas Trautvetter (CDU) musste Fehler eingestehen. Er deutete an, es könnten eventuell Fördergelder teilweise nicht für die vorgesehenen Ausgaben verwendet worden sein. Die unsachgemäße Kontrolle der Ausgaben schob Trautvetter auf den hohen Betrag von 200 Millionen Euro, und er meinte, die Materie wäre zu komplex gewesen.

Der Flughafen gehört heute zu 95 Prozent dem Land Thüringen, fünf Prozent der Stadt Erfurt.

Quellen

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