WikiNews de

April 1, 2010

Geberkonferenz gewährt Haiti 5,3 Milliarden US-Dollar Aufbauhilfe

Geberkonferenz gewährt Haiti 5,3 Milliarden US-Dollar Aufbauhilfe

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 13:48, 1. Apr. 2010 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

New York (Vereinigte Staaten), 01.04.2010 – Zwischen 217.000 und 230.000 Menschen hatten nach unterschiedlichen Schätzungen das Erdbeben vom 12. Januar 2010 in Haiti mit dem Leben bezahlt. Für die Überlebenden ist die Situation immer noch katastrophal: 1,2 Millionen Haitianer sind obdachlos und kampieren teilweise auf Straßen und Plätzen. Angesichts der bevorstehenden Regenzeit mit möglichen karibischen Stürmen und Überschwemmungen wird das koordinierte Handeln der internationalen Staatengemeinschaft immer dringlicher. Die Infrastruktur des Landes ist weitgehend zerstört. Die entstandenen Schäden werden auf rund 14 Milliarden US-Dollar geschätzt. Nun hat eine internationale Geberkonferenz in New York die finanzielle Hilfe für den Aufbau des Landes beraten und die Bereitschaft erklärt, insgesamt 5,3 Milliarden US-Dollar an Wiederaufbauhilfe zu leisten. Die Hälfte dieses Betrages soll in den nächsten zwei Jahren zur Verfügung gestellt werden. Langfristig sei sogar ein Finanzvolumen von knapp zehn Milliarden US-Dollar geplant, erklärte der UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. Zum Abschluss der Geberkonferenz, an der 130 Staaten teilgenommen hatten, erklärte Ban: „Die Freunde Haitis haben unsere Erwartungen übertroffen.“

Der UN-Generalsekretär sprach von einer gewaltigen Aufgabe für die Weltgemeinschaft, wie sie in der Geschichte der Vereinten Nationen ohne Beispiel sei. Ziel müsse dabei ein qualitativ besserer Wiederaufbau sein, der dem Land, das zu den ärmsten Staaten der Welt gehört, aus der Armut heraushelfen könne.

1,15 Milliarden US-Dollar Hilfsgelder wollen die Vereinigten Staaten bereitstellen, wie die US-Außenministerin Hillary Clinton zusagte. Clinton erklärte: „Sie brauchen Hilfe und wir brauchen Haiti. Menschenschmuggel, ausufernder Drogenhandel, Tuberkulose, Aids – das betrifft zuerst die Menschen in Haiti, aber schnell uns alle.“ Die Interamerikanische Entwicklungsbank will 2,2 Milliarden US-Dollar bereitstellen. Venezuela sagte finanzielle Hilfen in Höhe von 2,12 Milliarden US-Dollar zu. Von der Europäischen Union kamen Zusagen in Höhe von 1,67 Milliarden US-Dollar.

Mit der Leitung der internationalen Koordination für den Wiederaufbau Haitis wurde der ehemalige US-Präsident Bill Clinton zusammen mit dem haitianischen Präsidenten Jean-Max Bellerive beauftragt.

Kritisch äußerte sich der Sprecher der Hilfsorganisation Oxfam, Philippe Mathieu, zu den gegebenen Hilfszusagen. Er erinnerte daran, dass nach dem Hurrikan Mitch (1998) Hilfszusagen von insgesamt neun Milliarden US-Dollar zugesichert worden waren. Davon seien jedoch nur ein Drittel tatsächlich in der betroffenen Region angekommen.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

January 25, 2010

Haiti vor schwierigem Neubeginn

Haiti vor schwierigem Neubeginn – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Haiti vor schwierigem Neubeginn

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 22:36, 25. Jan. 2010 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Bergung aus den Trümmern einer Schule am 12. Januar

Konvoi der US-Armee durch einen zerstörten Straßenzug in Port-au-Prince am 21. Januar

Suche nach Überlebenden durch Soldaten der UN-Einsatztruppe MINUSTAH (13. Januar)

Port-au-Prince (Haiti), 25.01.2010 – Nachdem die systematische Suche nach Überlebenden der Erdbebenkatastrophe am 12. Januar in Haiti weitgehend beendet ist, konzentrieren sich die Anstrengungen der Weltgemeinschaft darauf, dem fast völlig zerstörten Land beim Wiederaufbau zu helfen. Zwei Themen stehen dabei im Vordergrund: die Verbesserung der Sicherheitslage in dem Land sowie die Koordinierung der finanziellen Hilfe für den Wiederaufbau. Schätzungen der haitianischen Regierung zufolge kamen bei dem Erdbeben rund 150.000 Menschen ums Leben. 235.000 sind nach UN-Angaben aus der haitianischen Hauptstadt ins Umland geflohen. In der Hauptstadt wurden mindestens 800.000 Einwohner obdachlos. Sie kampieren auf den Straßen und Plätzen oder in Zeltlagern in Port-au-Prince.

Zu Beratungen über weitere Schritte beim Wiederaufbau Haitis trafen sich Abgesandte von mehr als 20 Staaten in Montreal (Kanada). Bei dem Treffen soll zugleich eine internationale Geberkonferenz im März vorbereitet werden. Die Hilfsorganisation Oxfam hatte im Vorfeld des Treffens in Montreal an die Teilnehmer appelliert, die Frage eines Schuldenerlasses auf die Tagesordnung zu setzen. Ein Oxfam-Sprecher erklärte: „Zu erwarten, dass Haiti Millionen Dollar zurückzahlt, während das Land kämpft, um eine der schlimmsten Naturkatastrophen der jüngsten Vergangenheit zu überwinden, wäre grausam und unnötig.“ Nach Oxfam-Schätzungen beläuft sich der Schuldenberg des Landes auf umgerechnet 630 Millionen Euro. Unterstützung für die Forderung nach einem Schuldenerlass kam vom kanadischen Außenminister Cannon.

Zur Verbesserung der Sicherheitslage in Haiti soll die UNO-Blauhelmtruppe MINUSTAH um 12.500 Mann verstärkt werden. Außerdem entsendet die Europäische Union 300 Militärpolizisten mit einer paramilitärischen Ausbildung nach Haiti. Daran werden sich sechs EU-Staaten beteiligen (Frankreich, die Niederlande, Italien, Spanien, Portugal und Rumänien). In Deutschland gibt es solche Militärpolizisten nicht.

Das Technische Hilfswerk Deutschlands teilte heute mit, dass eine Frachtmaschine mit Hilfsgütern vom Frankfurter Flughafen nach Santo Domingo in der Haiti benachbarten Dominikanischen Republik abgeflogen ist. An Bord sind zwei Trinkwasseraufbereitungsanlagen und Laborausstattung. Außerdem technische Geräte wie Generatoren, Werkzeuge, Ausstattung für Notunterkünfte sowie Fahrzeuge von insgesamt 13 deutschen Hilfsorganisationen, hinzu kommen Medikamente und Lebensmittel.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Haiti

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

December 6, 2008

Simbabwe steht vor einer Cholera-Katastrophe

Simbabwe steht vor einer Cholera-Katastrophe

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 11:55, 6. Dez. 2008 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Harare (Simbabwe), 06.12.2008 – 300.000 Menschen sind in Simbabwe akut von Cholera bedroht. Wie die Hilfsorganisation Oxfam gestern in London mitteilte, seien diese Menschen wegen der Lebensmittelknapheit so stark geschwächt, dass die tödliche Infektionskrankheit für sie eine reale Gefahr geworden sei. Nach Angaben des Büros für Nothilfekoordination der Vereinten Nationen (OCHA) sind seit August bereits 575 Menschen an der Seuche gestorben. Der jüngste Cholera-Bericht des UN-Nothilfekoordinators weist für das heutige Datum insgesamt 13.960 Cholera-Verdachtsfälle aus. Die meisten davon in der Hauptstadt Harare (7.563). Die Ausbreitung der Seuche betrifft in Simbabwe neben der Region um die Hauptstadt vor allem den Süden und Osten des Landes. Das Auswärtige Amt Deutschlands rät angesichts der politischen Krise und der Choleragefahr „von nicht dringend erforderlichen Reisen“ nach Simbabwe ab.

Besonders schwierig gestaltet sich offenbar die Situation in der Hauptstadt Harare, in der die Trinkwasserversorgung nicht mehr gewährleistet ist. Zwei Tage war die Stadt kürzlich ohne Wasser. Die Menschen nutzen Swimmingpools, Naturwasserflächen und Flüsse als Reservoir. Damit steigt die Gefahr weiterer Cholera-Infektionen.

Am Donnerstag hat die Regierung Simbabwes den nationalen Notstand ausgerufen und um internationale Unterstützung gebeten. Der amtierende Gesundheitsminister David Parirenyatwa musste eingestehen, dass die Krankenhäuser Simbabwes mit der Situation überfordert seien. Damit können jetzt internationale Hilfsmaßnahmen angestoßen werden. Der Minister bat vor allem um Geld, Medikamente, medizinische Geräte sowie Lebensmittel für die Patienten und Kinder. Bis kommenden Montag benötige das Land mindestens 3,9 Millionen US-Dollar, um Medikamente kaufen zu können. Eine Zusage über eine finanzielle Hilfe in Höhe von neun Millionen Euro liegt inzwischen von der Europäischen Union vor. Das Bundesentwicklungsministerium der Bundesrepublik Deutschland gab heute bekannt, es werde eine weitere Nothilfe für Nahrungsmittel in Höhe von 250.000 Euro leisten. Insgesamt erhöht sich die Hilfe von diesem Ministerium in diesem Jahr für Simbabwe auf 3,2 Millionen Euro. In Simbabwe sind inzwischen 4,9 Millionen Menschen auf internationale Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

Unterdessen spitzt sich in Simbabwe auch die politische Krise weiter zu. Seit drei Monaten konnten in den Verhandlungen zwischen dem Mugabe-Regime und der politischen Opposition unter Führung von Morgan Tsvangirai über eine Teilung der Macht keine Fortschritte erzielt werden. Die US-amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice forderte den Präsidenten Simbabwes, Robert Mugabe, heute zum Rücktritt auf, weil die Verhandlungen offensichtlich nur zum Schein geführt würden.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

May 29, 2007

Nichtregierungsorganisationen kritisieren Afrikapolitik der G8

Nichtregierungsorganisationen kritisieren Afrikapolitik der G8

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artikelstatus: Fertig 22:53, 29. Mai 2007 (CEST)
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

Berlin (Deutschland), 29.05.2007 – Vertreter der Nichtregierungsorganisationen Oxfam Deutschland, Attac Deutschland und des Bündnisses Gerechtigkeit jetzt! übten heute in Berlin Kritik an der Afrikapolitik der G8. In einer gemeinsamen Presseerklärung werden verschiedene Kritikpunkte dargelegt. Laut tagesschau.de bezeichneten Vertreter der NGOs die beim G8-Gipfel in Heiligendamm 2007 angestrebten Ziele als „wohlfeile Rhetorik“ und „Ablenkungsmanöver“.

Mitgliedstaaten der G8 (grün)

Jörn Kalinski von Oxfam äußerte sich zur Politik der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds. „Ungeeignete, von der Weltbank veranlasste Privatisierungen bei der Wasserversorgung und Gesundheitsfürsorge haben die Fähigkeit der Regierungen der armen Länder untergraben, grundlegende soziale Dienstleistungen bereitzustellen“, sagte Jörn Kalinski. Der Oxfam-Vertreter schlug vor, die nationalen Gesundheits- und Bildungssysteme dieser Länder zu stärken. Pedram Shahyar vom Attac-Koordinierungskreis machte auf die Versprechungen der G8 in Sachen Entwicklungshilfe aufmerksam. Dazu meinte er: „Die G8-Staaten haben alle ihre Versprechungen gebrochen, substantiell gegen die Armut und das Massensterben in Afrika zu wirken.“ Oxfam hatte bereits anfang dieses Monats eine Studie veröffentlicht, in der es heißt, die G8-Staaten seien dabei, ihre Versprechen nicht einzuhalten. Konkret geht es um das auf dem G8-Gipfel in Gleneagles 2005 gemachte Versprechen, die Summe der jährlichen Entwicklungshilfe bis zum Jahr 2010 um 50 Milliarden US-Dollar zu erhöhen (Wikinews berichtete). Laut dem Oxfam-Bericht „The World Is Still Waiting“ wird dieses Ziel voraussichtlich deutlich (um 30 Milliarden US-Dollar) verfehlt werden. Als den „größten Skandal der Menschheitsgeschichte“ bezeichnete Pedram Shahyar von Attac dies einem Bericht von tagesschau.de zufolge.

Demonstration anlässlich des G8-Gipfels 2005

Ein weiterer Fokus der Kritik richtet sich auf die Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (EPA). Frauke Banse von Attac kommentierte die geplanten Abkommen, die im Rahmen von Verhandlungen zwischen der Europäischen Union und afrikanischen Staaten zustande kommen sollen, mit folgenden Worten: „In den Verhandlungen über die Abkommen wird suggeriert, dass die europäischen und afrikanischen Ökonomien gleich stark sind. Tatsächlich können die afrikanischen Märkt der europäischen Konkurrenz nicht standhalten“. Die bisherigen Ergebnisse der Doha-Runde, der aktuellen Verhandlungsrunde im Rahmen der Welthandelsorganisation führten aus Sicht der Nichtregierungsorganisationen de facto zu einer Schrumpfung der afrikanischen Ökonomien. Dabei berufen sich die Organisationen auf eine Studie der US-Stiftung „Carnegie Endowment for International Peace aus dem Jahre 2005“. Alexis Passadakis von Gerechtigkeit jetzt! machte Widersprüchlichkeiten im Programm der deutschen G8-Präsidentschaft aus. Insbesondere der Schutz von Investitionen und geistigem Eigentum, der von Industrieländern gefordert wird, sei gegen die Interessen Afrikas gerichtet.

Die von der deutschen Bundesregierung gestaltete Agenda des diesjährigen G8-Gipfels, die unter dem Leitmotto „Wachstum und Verantwortung“ steht, ist in die zwei Bereiche „Investitionen, Innovationen und Nachhaltigkeit“ und „Afrika – Gute Regierungsführung, nachhaltige Investitionen, Frieden und Sicherheit“ gegliedert. Offiziell sollen damit „die Ausgestaltung der globalisierten Weltwirtschaft und die Entwicklung Afrikas“ im Zentrum der Gespräche stehen. Während im ersten Themenbereich die zu beratenden Themen recht konkret benannt werden, werden beim Thema Afrika nur die Hauptprobleme skizziert. Als solche sieht die Bundesregierung die wirtschaftliche Entwicklung des Kontinents, die Bekämpfung der Armut und den Kampf gegen HIV/Aids an.

In einer siebenseitigen Erläuterung der Agenda finden sich nähere Angaben der Bundesregierung zum Thema Afrikapolitik auf dem G8-Gipfel. Dort heißt es: „Die deutsche G8-Präsidentschaft ist aber der Auffassung, dass öffentliche Mittel und Entschuldung alleine nicht ausreichen werden, um die Millenniums-Entwicklungsziele in Afrika zu erreichen. Hierfür sind Wirtschaftswachstum und Investitionen, Eigenverantwortung und Reformprozesse in Afrika wichtige Voraussetzungen.“ Im Papier fordert die Bundesregierung von den afrikanischen Staaten Good Governance. Die von den NGOs eher kritisch bewerteten privatwirtschaftlichen Investitionen hält die Bundesregierung für „unerlässlich für das Erreichen der Millennium-Entwicklungsziele und ein nachhaltiges, armutsminderndes Wirtschaftswachstum.“

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

May 24, 2006

Oxfam fordert mehr Gelder für den Kongo

Oxfam fordert mehr Gelder für den Kongo

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artikelstatus: Fertig 10:06, 24. Mai 2006 (CEST)
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

Flüchtlinge in Bunia, im Kongo

Lage des Kongos

Berlin (Deutschland), 24.05.2006 – Die Hilfsorganisation Oxfam hat am 13. Mai in einer Pressemitteilung verschiedene Industrienationen dazu aufgefordert, ihren gerechten Beitrag an Zahlungen für die Bevölkerung der Demokratischen Republik Kongo zu tätigen. Dort sterben täglich über 1.000 Menschen auf Grund von mangelnder Versorgung und eines offenen Konflikts.

Diese Aufforderung kommt nach einer dringlichen Bitte in einer Pressemitteilung vom 13. Februar, den UN-Aktionsplan zu finanzieren. Der humanitäre Aktionsplan, der einen Betrag von 682 Millionen US-Dollar vorsieht, wurde laut Angaben von Oxfam angesichts der großen Notlage und den schlechten Sicherheitsbedingungen im Osten des Landes entworfen. Außer der UN sind auch das Rote Kreuz und andere Hilfsorganisationen an der Planung beteiligt gewesen. Vom Gesamtvolumen sind aber bis zum 13. Mai nur 14 Prozent durch die Geberländer zugesichert worden. Oxfam nannte deshalb explizit die Länder, die nach ihrer Einschätzung einen zu kleinen Teil geleistet haben. Im Wortlaut hieß es:

  • Japan und die USA haben einen im Verhältnis zu ihrer Wirtschaftskraft unbedeutenden Beitrag geleistet,
  • Frankreich und Deutschland haben nur geringe unverbindliche Zusagen gemacht, und
  • Italien hat überhaupt keinen Beitrag geleistet.

Irland sei das einzige Land, dass einen angemessenen Beitrag bezahlt habe. Auf der anderen Seite begrüßte Oxfam, dass für die Planung und Durchführung einer Wahl schon 450 Millionen US-Dollar bezahlt wurden. Die Wahl, die am 30. Juli stattfinden soll, sei die erste demokratische Wahl überhaupt im Kongo. Aber gerade auch angesichts dieser Wahl sei der Aktionsplan um so dringlicher, „damit es überhaupt zu erfolgreichen Wahlen kommen kann. Tote Menschen können nicht wählen“, so der Oxfam-Programmleiter Gordon Kihurugu.

Der BBC Korrespondent Mark Doyle meinte, es sei ungewöhnlich, dass eine Hilfsorganisation spezifische Länder benenne und beschäme.

Laut Oxfam gibt es in der Demokratischen Republik Kongo, mit ihrer Bevölkerung von zirka 50 Millionen und einer annähernd so großen Fläche wie Europa, seit 1998 Konflikte. Es bekämpfen sich dabei wohl Regierungstruppen des Kongos und Nachbarländer sowie Rebellen und aus Ruanda geflüchtete Soldaten. Bei den Auseinandersetzungen ging es vor allem um die reichen Bodenschätze des Landes. Die Regierung hat dabei teilweise, vor allem im Osten des Landes, die Kontrolle verloren. Seit 1998 sind dabei zwischen drei und vier Millionen Menschen direkt und indirekt durch die Konflikte zu Tode gekommen. Oxfam nannte die Situation in diesem Zusammenhang „eine der schwersten humanitären Krisen seit Ende des zweiten Weltkrieges“. Laut BBC würde eine 17.000 Mann starke UN-Sicherheitstruppe (die größte weltweit) im Land agieren, die über dem Zeitraum der Wahl durch 1.500 Soldaten der EU verstärkt wird.

Oxfam versucht das Leid zumindest ein wenig zu lindern, in dem es sauberes Wasser, Nahrungsmittel und gesundheitliche Güter zur Verfügung stellt. Dies sei jedoch vorallem auf Grund der Sicherheitslage nicht immer möglich. Aber auch die fehlenden Gelder führten dazu, dass nicht genug getan werden könne.

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

December 23, 2005

IWF: Schuldenerlass für die ärmsten Länder der Erde

IWF: Schuldenerlass für die ärmsten Länder der Erde

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artikelstatus: Fertig 00:48, 23. Dez. 2005 (CET)
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

Washington, D. C. (Vereinigte Staaten), 23.12.2005 – Der Internationale Währungsfonds (IWF) gab gestern einen Schuldenerlass für 19 der 20 ärmsten Länder der Erde bekannt. Auf ihrem Gipfeltreffen in Gleneagles hatten die Regierungschefs der führenden Industrienationen und Russlands beschlossen, einen solchen Schuldenerlass herbeizuführen.

Der Beschluss, dem nun das Exekutivdirektorium des IWF zugestimmt hat, umfasst ein finanzielles Volumen von 3,3 Milliarden US-Dollar. Diesen Betrag schulden die ärmsten Länder dem IWF, der Weltbank sowie der Afrikanischen Entwicklungsbank. Durch den Schuldenerlass soll diesen Ländern der finanzielle Spielraum zur Entwicklung ihrer Wirtschaft gegeben werden. Der Beschluss steht im Zusammenhang mit den Entwicklungszielen der Vereinten Nationen, die bis zum Jahre 2015 eine Halbierung der weltweiten Armut vorsehen.

In den Genuss des Schuldenerlasses, der am 1. Januar 2006 in Kraft tritt, gelangen zunächst die folgenden vorwiegend afrikanischen Länder: Benin, Burkina Faso, Äthiopien, Ghana, Madagaskar, Mali, Mosambik, Niger, Ruanda, Senegal, Tansania, Uganda und Sambia. Vier mittel- bzw. südamerikanische Länder gehören ebenfalls dazu: Bolivien, Guyana, Honduras, Nicaragua, außerdem die asiatischen Länder Kambodscha und Tadschikistan.

Bilaterale Schulden sind von diesem Schuldenerlass ausgenommen, ebenso wie Schulden bei anderen Banken und Organisationen neben dem IWF, der Weltbank und der Afrikanischen Entwicklungsbank. Mauretanien, das zu den 20 ärmsten Ländern der Erde gehört, muss noch nachweisen, dass die durch den Schuldenerlass eingesparten Gelder tatsächlich für die Armutsbekämpfung eingesetzt werden. Es sei möglich, so Rodrigo Rato, Generaldirektor des IWF, dass weiteren Ländern die Schulden erlassen werden. Diese müssten jedoch noch weitere Fortschritte aufweisen.

Zu den Ländern, denen eventuell ebenfalls die Schulden erlassen werden, zählen Burundi, die Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, Gambia, Guinea, Guinea-Bissau, Kamerun, Komoren, Malawi, Myanmar, Laos, Liberia, die Republik Kongo, Sao Tomé und Príncipe, Sierra Leone, Somalia, Sudan, Togo, Tschad und die Zentralafrikanische Republik. Dazu wurden aber noch keine Beschlüsse gefasst.

Die Hilfsorganisation Oxfam begrüßte die Entscheidung des IWF, fordert aber einen umfangreicheren Schuldenerlass. Weitere 60 Länder benötigten ebenfalls einen Schuldenerlass, um die Armut zu bekämpfen, sagte Max Lawson, ein Sprecher der Hilfsorganisation.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.