WikiNews de

October 24, 2013

Griechenland: Möglicher Fall von Kindesentführung durch die Polizei aufgedeckt

Griechenland: Möglicher Fall von Kindesentführung durch die Polizei aufgedeckt

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 16:10, 24 Oktober 2013 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Thessaloniki (Griechenland), 24.10.2013 – Gegenwärtig fahndet die Polizei weltweit nach den leiblichen Eltern eines kleinen blonden Mädchens, das zeitweise bei einer Roma-Familie in Griechenland lebte. Ein 39jähriger Mann und eine 40jährige Frau bekamen für insgesamt 14 Kinder Sozialleistungen in Höhe von monatlich 2500 Euro, doch bei einer behördlichen Nachforschung wurden nur vier Kinder gefunden. Unter diesen vier Kindern befand sich auch ein Mädchen namens Maria, über dessen Herkunft sich die Pflegeeltern in widersprüchliche Aussagen verstrickten. Aufgrund von DNA-Tests und zahnärztlicher Untersuchungen konnte bisher nur festgestellt werden, dass Maria fünf bis sechs Jahre alt und nicht mit ihren Pflegeeltern verwandt ist. Der Fall wurde zunächst als „illegale Adoption“ eingestuft. Gegen das Roma-Paar wurde inzwischen Anklage wegen Kindesentführung erhoben. Die Polizei, die das Romalager ursprünglich wegen des Verdachts auf Drogen und Waffenhandel durchsuchte hatte und dabei auf das Mädchen gestoßen war, das keine Ähnlichkeit zu seinen angeblichen Eltern aufweist, entdeckte auch Waffen im Wohnumfeld des Kindes und geht daher von einer zielgerichteten kriminellen Energie des Roma-Paares aus.

Maria kam vermutlich – wie in ähnlichen Fällen anderer Kinder – bereits im Säuglingsalter zu der Familie, die Personenstandspapiere waren gefälscht. Aufgrund ihres Aussehens und der von ihr entwickelten tänzerischen Fähigkeiten wurde sie in der Pflegefamilie bevorzugt behandelt: Sie hatte im Unterschied zu den anderen Kindern ein eigenes Zimmer. Kinder wie Maria sind in Griechenland als sogenannte Verkehrsampel-Kinder bekannt und keine Seltenheit. Die meisten dieser Kinder, die zum Betteln, Stehlen und auch in die Kinderprostitution gezwungen werden, werden dabei nicht entführt, sondern wie eine Ware verkauft. Viele der geschätzt etwa 3000 vom Menschenhandel in Griechenland betroffenen Kinder stammen von osteuropäischen Müttern, die teilweise extra nach Griechenland kommen, um ihr Kind dort zur Welt zu bringen und es dann gleich an Kriminelle weiterzugeben. Die offiziell bekannte Zahl in Griechenland gehandelter Kinder wurde für das Jahr 2012 mit 94 angegeben, der aktuelle Fall offenbart aber auch erhebliche Probleme im griechischen Meldewesen, die es der Frau ermöglichten, die Geburt von angeblich sechs Kindern in zehn Monaten bei verschiedenen regionalen Behörden anzuzeigen. Die griechische Romagemeinde, deren Zahl sich auf bis zu 300.000 Menschen beläuft, fühlt sich durch die Vorgänge in ein falsches Licht gerückt und betont, dies sei nur ein Einzelfall und keineswegs symptomatisch für die Roma in Griechenland. Maria wird bis auf weiteres von einer Wohlfahrtsorganisation betreut.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

June 29, 2012

Athen: Brandanschlag auf Büros von Microsoft

Athen: Brandanschlag auf Büros von Microsoft

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 06:14, 29. Jun. 2012 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Firmenschild der Firma Microsoft in Unterschleißheim (2005)

Athen (Griechenland), 29.06.2012 – Am Mittwochmorgen rasten mehrere Täter mit einem Transporter, der mit Gasflaschen und Benzinkanistern beladen war, in das Gebäude, in dem sich das Athener Büro des Softwarekonzerns Microsoft befindet. Anschließend zündeten sie das Fahrzeug an.

Die Wachleute hatten keine Chance, gegen den Anschlag einzugreifen. Sie wurden von den Attentätern mit einem Maschinengewehr und mit Pistolen bedroht. In den Räumlichkeiten entstand ein Sachschaden von 60.000 Euro. Niemand wurde verletzt.

Angriffe auf Banken, ausländische Firmen und Regionalpolitiker nehmen in Griechenland zu. Als Täter werden Linksradikale vermutet.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Griechenland

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

May 3, 2012

Athen: Bilder von HIV-positiven Prostituierten veröffentlicht

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 18:53, 3. Mai 2012 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

In Griechenland veröffentlichte Bilder von Prostituierten die HIV-positiv getestet wurden (Fotos: griechische Polizei)

Athen (Griechenland), 03.05.2012 – Die griechischen Gesundheitsbehörden hatten bei einer Aktion gegen die illegale Prostitution 100 Damen des ältesten Gewerbes der Welt festnehmen und auf den HI-Virus testen lassen, bei elf der Frauen mit positivem Ergebnis. Nachdem diese eingeräumt hatten, mit Freiern ungeschützten Geschlechtsverkehr gehabt zu haben, ordnete die Staatsanwaltschaft die Veröffentlichung von Bildern im Internet an, die die Gesichter der Frauen zeigen.

Hintergrund der Veröffentlichung: Man will die Männer erreichen, die sich möglicherweise infiziert haben, um die weitere Ausbreitung des Virus zu vermeiden. Seitdem melden sich zahlreiche bei den Gesundheitszentren der griechischen Hauptstadt und lassen sich auf das Humane-Immundefizienz-Virus testen, bei dreien der Männer wurde das Virus im Blut gefunden.

Laut Polizeiangaben sind in der Innenstadt von Athen 3.000 illegale Prostituierte tätig. Oft sind sie drogenabhängig und wurden von skrupellosen Menschenhändlern nach Griechenland gebracht. Der griechische Gesundheitsminister Andreas Loverdos sagte, nicht nur die Frauen, sondern auch die Männer hätten verantwortungslos gehandelt. „Man müsste eigentlich auch ihre Fotos veröffentlichen, damit man sieht, welche Idioten in diesem Land nicht verhüten.“

Bearbeiten Themenverwandte Artikel

  • Portal:AIDS
  • Portal:Griechenland

Bearbeiten Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

February 25, 2010

Europäische Kommission verklagt Griechenland wegen rechtswidriger Steuervergünstigungen für Unternehmen

Europäische Kommission verklagt Griechenland wegen rechtswidriger Steuervergünstigungen für Unternehmen

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 17:50, 25. Feb. 2010 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Brüssel (Belgien), 25.02.2010 – Der Kommissar der Europäischen Kommission für Wettbewerb, Joaquín Almunia, verklagt Griechenland vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) wegen wettbewerbswidrig gewährter Steuervergünstigungen für griechische Unternehmen. Die griechische Regierung hatte den Unternehmen in den Jahren 2003 und 2004 Steuerabzüge gewährt, womit das Land gegen EU-Wettbewerbsrecht verstieß. Die gewährten Steuervergünstigungen sollte der griechische Staat von den Unternehmen zurückholen. Dieser Verpflichtung ist Griechenland bis dato nicht nachgekommen. Almunia sagte dazu: „Die Rückzahlung rechtswidriger Unterstützungsleistungen soll ein einheitliches Spielfeld im gemeinsamen Markt herstellen. Die Kommission ist entschlossen alle notwendigen Schritte zu unternehmen um sicherzustellen, dass die Mitgliedsstaaten ihren Verpflichtungen im Hinblick auf die Rückzahlungen [solcher Vergünstigungen] nachkommen.“ [1]

In den Genuss solcher Steuererleichterungen waren Unternehmen aus den Bereichen der Textilherstellung und der metallurgischen Industrie, Automobilhersteller, der Energieerzeugung, des Bergbaus, der Intensivlandwirtschaft und Fischerei, großer internationaler Handelsgesellschaften und des Tourismus-Sektors gekommen. Mit Hilfe der gewährten Steuererleichterungen sollten Ausbau und Neuanschaffung von Produktionskapazitäten, Gebäuden und Ausrüstungen finanziert werden. Die steuerlichen Hilfen konnten direkt bei den Finanzämtern beantragt werden, da die Hilfen in der griechischen Steuergesetzgebung verankert waren. Die Gesetze ermöglichten es, den Unternehmen ihre Gewinne bis zu einer Höhe von 35 Prozent von der Steuer abzusetzen.

Am 18. Juli 2007 hatte die Europäische Kommission diese Steuerpraxis für wettbewerbswidrig erklärt. Griechenland war damals aufgefordert worden, die gewährten Steuererleichterungen einschließlich Zinsen zurückzufordern. Da von der griechischen Regierung keine Informationen vorliegen, dass entsprechende Maßnahmen eingeleitet wurden, entschied die Kommission nun den Klageweg zu beschreiten.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Europäische Union
  • Portal:Europäischer Gerichtshof

Referenzen

  1. Alumnia-Zitat laut Presseerklärung im englischen Wortlaut: „The recovery of illegal aid is about restoring a level playing field in the Single Market. The Commission is determined to take all necessary steps to ensure that Member States comply with their recovery obligations.“

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

December 11, 2008

Schwere Ausschreitungen in Griechenland

Schwere Ausschreitungen in Griechenland – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Schwere Ausschreitungen in Griechenland

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 16:41, 11. Dez. 2008 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Zerstörtes Geschäft in Athen nahe dem Platz, auf dem der 15-jährige Junge erschossen wurde

Athen (Griechenland), 11.12.2008 – Im Zentrum der griechischen Hauptstadt kam es von Montag, den 8. Dezember auf Dienstag, den 9. Dezember in der dritten Nacht hintereinander zu schweren Ausschreitungen. Unter den schätzungsweise 10.000 Demonstranten befanden sich nach ersten Meldungen 600 Autonome. Diese plünderten Geschäfte und verwüsteten den Eingangsbereich zweier Hotels. In späteren Meldungen ist von 4.000 Autonomen die Rede, die das Stadtzentrum von Athen eingenommen hätten. Die Polizei hatte zunächst die Kontrolle verloren; sie lieferte sich die ganze Nacht durch Gefechte mit den Autonomen. Viele Geschäfte entlang der drei großen Einkaufsstraßen Panepistimiou, Stadiou und Skoufa sowie rund um den zentralen Syntagmaplatz wurden in Brand gesetzt. Auch in einem eleganten Wohnviertel mit Geschäften kam es zu Krawallen. In Brand gesetzt wurde auch der 20 Meter hohe Weihnachtsbaum der Stadt. Die Regierung hatte unter Beteiligung des Innenministeriums noch am späten Montagabend eine kurzfristig angesetzte Sondersitzung abgehalten.

Die Proteste weiteten sich auch auf andere Städte des Landes aus. Demonstrationen kleinerer Gruppen wurden auch aus London und aus Nikosia gemeldet. Im gesamten europäischen Ausland gab es Protest-Kundgebungen. Am Mittwochabend kam es unter anderem in Madrid, Barcelona, Kopenhagen, Rom und Bologna zu Ausschreitungen, bei denen mehrere Demonstranten festgenommen wurden.

Am Montagabend wurde auch das griechische Konsulat in Berlin friedlich und ohne Festnahmen geräumt, nachdem es vorher aus Protest für acht Stunden besetzt worden war. Auch in Hamburg kam es am Montagabend zu einer kleineren Demonstration.

Am Dienstag kündigten die Verantwortlichen der Regierung an, hart gegen die Randalierer und aufständischen Jugendlichen vorzugehen. Dazu war das Gespräch von der Nacht davor nötig gewesen, um ein geschlossenes Vorgehen zu koordinieren. Unterdessen gingen die Proteste im In- und Ausland weiter.

Am Mittwoch protestierten zusätzlich die Gewerkschaften mit einem Generalstreik gegen die Wirtschafts- und Sozialpolitik des Landes, darunter auch der Gewerkschaftsbund GSEE mit etwa 10.000 Teilnehmern. Nach der Auflösung der Demonstrationen eskalierte die Stimmung erneut. Die Demonstranten sollen „Mörder“ skandiert haben; die so bezeichnete Polizei reagierte mit Gegengewalt in Form von Tränengas und heizte so die Stimmung weiter an.

Ausgelöst wurden die Unruhen am 6. Dezember, als ein 15-jähriger Schüler von einer Polizeikugel tödlich getroffen wurde, nachdem er einen Polizisten beleidigt haben soll. Unterdessen hat ein Anwalt die Verteidigung des als „Rambo“ bezeichneten Polizisten aus Gewissensgründen abgelehnt. Der Polizist habe angeblich drei Warnschüsse abgegeben, von denen einer den 15-Jährigen als Querschläger getroffen haben soll. Augenzeugen zufolge soll der Beamte direkt auf den Jungen geschossen haben. Die Regierung kündigte eine lückenlose Aufklärung der Vorfälle an, die zum Tod des Jungen geführt hatten. Man werde keine Gnade gegen den Verantwortlichen walten lassen, hieß es am Dienstag in einer vom Regierungschef Kostas Karamalis veröffentlichten Erklärung weiter.

Aus Kreisen der griechischen Justiz wurde am Mittwoch bekannt, dass die Autopsie des 15-jährigen Alexandros Grigoropoulos und ein noch nicht bestätigtes ballistisches Gutachten die Version des Polizisten stützten.

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.