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November 5, 2013

Massen-Überwachung: GCHQ und BND sollen kooperiert haben.

Massen-Überwachung: GCHQ und BND sollen kooperiert haben.

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Veröffentlicht: 05.11.2013, 00:19 (MEZ)
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Hauptquartier des GCHQ

Logo des Bundesnachrichtendienstes

Echelon-SIGINT-Anlage des DGSE in Domme

Radome der Bad Aibling Station

Berlin (Deutschland) / London (Vereinigtes Königreich) / Paris (Frankreich), 05.11.2013 – Nach einem Bericht des Guardian sollen die britischen Government Communications Headquarters (GCHQ), der Bundesnachrichtendienst (BND) und weitere europäische Geheimdienste in Frankreich, Spanien und Schweden bei der Entwicklung von Spionagetechniken für den Telefon- und Internetverkehr eng zusammengearbeitet haben.

Nach Unterlagen, die von Edward Snowden veröffentlicht wurden, haben sich die Geheimdienste gegenseitig bei der Internet-Überwachung unterstützt. Die GCHQ sollen dabei eine führende Rolle eingenommen haben und die anderen Partner-Organisationen auch darin beraten haben, wie nationale Gesetze zur Beschränkung geheimdienstlicher Aktivitäten umgangen werden können. Insbesondere der BND soll soll in der „Reinterpretation“ der strengen deutschen Datenschutzgesetze unterstützt worden sein.

Besonders hervorgehoben wurde andererseits die technische Kompetenz des deutschen Partners in der Überwachung schneller Glasfaserleitungen, die bei den anderen Partnerorganisationen nicht vorlag. Der Guardian zitierte dabei unter anderem einen GCHQ-Bericht aus dem Jahre 2008, der aufführte, dass die Deutschen Glasfaserleitungen mit einem Volumen von bis zu 100 GBit/s anzapfen könnten, während die Briten bis dahin nur Glasfaserkabel mit einer Kapazität von 10 GBit/s hätten erfassen können. Auch die Motivation, Kompetenz und Kooperationsbereitschaft des französischen Direction Générale de la Sécurité Extérieure (DGSE) wurde gelobt.

Laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beschreiben die Enthüllungen eine „viel engere Kooperation des deutschen Geheimdienstes und anderer europäischer Partner mit den Briten als bisher angenommen“. James Clapper, der nationale Geheimdienstdirektor der USA hatte in der Vorwoche vor einem Ausschuss des Kongresses die Empörung der europäischen Regierungen als heuchlerisch bezeichnet. Im Sommer 2013 war bekannt geworden, dass der BND bereits länger Abhörergebnisse der von der NSA betriebenen Field Station 81 in Bad Aibling verwendet und Teile der Anlage nach deren Auflassung weitergenutzt hatte. Umgekehrt soll der BND seit 2007 in der Fernmeldeaufklärung gewonnene Daten an die NSA weitergeleitet haben.

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July 2, 2013

Abhörmaßnahmen der NSA sorgen für Irritationen in Deutschland und Europa

Abhörmaßnahmen der NSA sorgen für Irritationen in Deutschland und Europa

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Veröffentlicht: 09:18, 2. Jul. 2013 (CEST)
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Siegel der NSA

Radome der Bad Aibling Station

Logo des PRISM-Programms

Berlin (Deutschland) / Brüssel (Belgien) / Washington, D.C. (USA), 02.07.2013 – Nachdem bekannt wurde, dass der US-amerikanische Geheimdienst NSA auch die Büros von EU-Einrichtungen und deutsche Netzknoten abhört, reagierten Politiker empört. Mittlerweile hat sich auch die Bundesanwaltschaft eingeschaltet.

Nach Informationen, die dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ vorgelegt wurden, hat die NSA im Rahmen des PRISM-Programms die diplomatische Vertretung der EU in Washington und die EU-Vertretung bei den Vereinten Nationen mit Wanzen abgehört. US-amerikanische Geheimdienste sollen auch für einen Lauschangriff in Brüssel verantwortlich sein. Dieser galt offenbar einer Fernwartungsanlage im Justus-Lipsius-Gebäude des EU-Ministerrats und des Europäischen Rats.

Am 30. Juni 2013 hat der deutsche Generalbundesanwalt Ermittlungen aufgenommen, um zu klären, ob es Anhaltspunkte für staatsschutzrelevante Delikte gibt. Unterdessen hat die Washington Post PowerPoint-Folien der NSA veröffentlicht, die zeigen, dass mit PRISM die Anwender der Onlinedienste von Microsoft, Google, Facebook, YouTube, Skype und anderen in Echtzeit überwacht werden können.

„Wenn die Medienberichte zutreffen, erinnert das an das Vorgehen unter Feinden während des Kalten Krieges“, so die Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP). Vizekanzler Philipp Rösler (FDP) forderte von Amerikanern und Briten Aufklärung, ob die Handlungen auch Wirtschaftsspionage einschlossen. „Als Bundesminister für Wirtschaft und Technologie sei mir der Hinweis gestattet: Ich gehe davon aus, dass die Informationsbeschaffung ausschließlich das Ziel hat, den Terrorismus zu bekämpfen“, so Rösler. Es erscheine jedoch fraglich, wie Verwanzungen und flächendeckende Lauschangriffe in Partnerländern mit Terrorabwehr gerechtfertigt werden sollen, so der Spiegel.

Die NSA ist in Deutschland aktiver als in anderen europäischen Ländern. Bis zum Jahre 2004 betrieb sie in Bad Aibling eine große Abhöranlage (Field Station 81), die erst auf Druck der Europäischen Union geschlossen wurde. Die Anlagen wurden dann nach Griesheim, Menwith Hill in Großbritannien und die Türkei verlegt. Nach einer vertraulichen Klassifikation betrachtet die NSA die Bundesrepublik zwar als Partner, zugleich aber auch als Angriffsziel. Deutschland gehört damit zu den „Partnern dritter Klasse“. Monatlich sollen in der Bundesrepublik rund eine halbe Milliarde Kommunikationsverbindungen wie Ferngespräche, E-Mails, SMS oder Chats überwacht werden.

Anfang Juni 2013 hatte der Whistleblower Edward Snowden die Existenz des PRISM-Programms bekanntgemacht. Vom FBI zur Fahndung ausgeschrieben hat er mittlerweile Asyl in Ecuador und der Russischen Föderation beantragt.

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May 20, 2011

Kriminalstatistik: Straftaten im Internet stiegen 2010 auf neuen Rekordwert

Kriminalstatistik: Straftaten im Internet stiegen 2010 auf neuen Rekordwert

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Veröffentlicht: 19:47, 20. Mai 2011 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 20.05.2011 – Mit rund 225.000 Straftaten im Jahr 2010 erreicht die Kriminalität im Internet einen neuen Rekord. Dies geht aus der polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 2010 hervor, den der deutsche Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) am heutigen Freitag der Öffentlichkeit vorstellte. Der neue Rekordwert entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 8,1 Prozent. Das „Tatmittel Internet“ erfreut sich seit dem Jahr 2010 in der polizeilichen Kriminalstatistik einer eigenen Kennung. Im Jahr 2010 wurden in 15 Bundesländern insgesamt 223.642 Internet-Straftaten begangen (ein Bundesland herausgerechnet).

Bei der Kriminalität im Internet überwiegen Betrugsfälle (81,6 Prozent); in absoluten Zahlen: 182.562 Fälle. Dazu zählen im Einzelnen: Warenbetrug, Warenkreditbetrug, Leistungsbetrug, Computerbetrug und Leistungskreditbetrug. Ein Hauptbetätigungsfeld professioneller Datendiebe ist das Onlinebanking. Die Statistik weist in diesem Bereich einen Anstieg um 11,9 Prozent aus. Dokumentiert sind 19.100 Einzelfälle. Rückläufig war jedoch der Abrechnungsbetrug im Internet (minus 15,0 Prozent). Nur geringfügige Bedeutung kommen Straftaten im Bereich von Urheberrechtsverletzungen zu: 1,7 Prozent. Rückläufig ist die Verbreitung pornographischer Schriften über das Internet, in absoluten Zahlen: 4.655 einzelne Kriminalfälle im Jahr 2010 (2009 gab es hier noch 6.092 Fälle).

Allgemein stieg die Computerkriminalität um 12,6 Prozent auf 84.377 Fälle. Dazu zählen das Ausspähen und das Abfangen von Daten einschließlich der zugehörigen Vorbereitungshandlungen zum Datenklau.

Als besondere Herausforderung bezeichnete Bundesinnenminister Friedrich den Kreditkartenbetrug und kam zu folgender Bewertung der Situation: „Wenn das Netz zu unsicher wird, wird es unbrauchbar.“ In diesem Zusammenhang verwies Friedrich aus seiner Sicht erneut auf die Notwendigkeit der Vorratsdatenspeicherung. Der liberale Koalitionspartner der Union in der Bundesregierung lehnt die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung allerdings ab. Das deutsche Bundesverfassungsgericht hatte die Vorratsdatenspeicherung im März 2010 in der damals geltenden Form gekippt (Wikinews berichtete).

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April 28, 2011

Datenklau bei Sony: Mehr als 75 Millionen Nutzer betroffen

Datenklau bei Sony: Mehr als 75 Millionen Nutzer betroffen

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Veröffentlicht: 10:37, 28. Apr. 2011 (CEST)
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Tōkyō (Japan), 28.04.2011 – Bei einem Hackerangriff auf die Plattform PlayStation Network des Elektronikkonzerns Sony vor zehn Tagen sind möglicherweise die persönlichen Daten von über 75 Millionen PlayStation-Nutzern gestohlen worden. Sony hat die entsprechenden Server daraufhin herunter gefahren, um weiterem Datendiebstahl vorzubeugen. Möglicherweise handelt es sich bei dem Vorgang um den größten Datenklau in der Geschichte.

Sowohl Namen, Geburtsdaten als auch Kontodaten könnten von den Hackern eingesehen werden. Laut stern.de räumt die Firma Sony ein, dass auch Kreditkarteninformationen und Kontodaten ausgespäht worden sein könnten: „Obwohl es derzeit keine Anzeichen dafür gibt, dass auf Kreditkarteninformationen widerrechtlich zugegriffen wurden, können wir diese Möglichkeit nicht gänzlich außer Betracht lassen“.

Noch ist jedoch nicht sicher, ob die sensiblen Daten auch kopiert wurden. Sony meldet, dass bis jetzt keine Schäden durch diesen Vorfall gemeldet wurden. Denkbar sei jedoch, dass Schadenersatzforderungen auf den Konzern zukämen. Es wird vermutet, dass die Hackergruppe „anonymus“ für den Vorfall veranwortlich ist. Die Hackergruppe hat das jedoch dementiert. Sascha Pfeiffer, Sicherheitsberater beim Softwareanbieter Sophos, wirft Sony Schlamperei vor: „Dass ein Datendiebstahl in diesem Ausmaß bei Sony möglich war, ist ein Zeichen großer Nachlässigkeit. So etwas kann nur passieren, wenn jemand schlampt.“ Auch dass die Hackergruppe Anonymus für den Angriff auf die Sony-Server verantwortlich ist, bezweifelt Pfeiffer: „Das war ein profitorientierter Angriff. Ich glaube nicht, dass dafür eine Gruppe wie Anonymous verantwortlich ist, die arbeiten anders und sind nicht an Gewinnmaximierung interessiert.“

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April 16, 2011

Rotenburg: Nach Phishing-Attacke zahlreiche Schadsoftware auf PC entdeckt

Rotenburg: Nach Phishing-Attacke zahlreiche Schadsoftware auf PC entdeckt

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Veröffentlicht: 21:56, 16. Apr. 2011 (CEST)
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Rotenburg (Wümme) (Deutschland), 16.04.2011 – Während des Aufrufs der Onlinebankingseite ihrer Hausbank wurde eine Frau aus dem niedersächsischen Rotenburg an der Wümme aufgefordert, 100 Transaktionsnummern (TAN) einzugeben. Der Aufforderung kam sie nach. Nicht ohne Folgen. Nach vier Tagen fehlten 650 Euro auf ihrem Konto. Sie war auf eine Phishing-Attacke hereingefallen.

Immer wieder versuchen Täter über E-Mails oder Umleitung auf andere Seiten an Passwörter oder sonstige persönliche Daten, wie Transaktionsnummern zu kommen. Diese Seiten sehen sehr professionell aus und sind oft schwer als Fälschungen zu erkennen. Aktuelle Sicherheitssoftware kann einen Schutz bieten.

Der Computer der Frau wurde nach ihrer Anzeigenerstattung überprüft. Das Ergebnis: 3.800 Schadprogramme wurden gefunden. Es handelte sich um Viren, Würmer und Trojaner.

Die Polizei konnte die Herkunft der Popup-Seite ermitteln. Oft operieren die Täter aus dem Ausland und es gelingt ihnen, das Konto leerzuräumen bevor der Eingriff entdeckt wird.

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February 17, 2011

Hackerangriff auf kanadische Ministerien

Hackerangriff auf kanadische Ministerien

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Veröffentlicht: 19:51, 17. Feb. 2011 (CET)
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Ottawa (Kanada), 17.02.2011 – Wie der kanadische Fernsehsender CBC berichtet, gelang es Hackern im Januar, in die Computernetzwerke der kanadischen Regierung in Ottawa einzudringen. Zwei Ministerien, das Finanzministerium und das Ressort für Finanzverwaltung, wurden vorübergehend vom Netz genommen. Ziel des Hackerangriffs waren offenbar Passwörter der Regierung, die den Zugang zu den Finanzinformationen ermöglichen. Ein Sprecher der Finanzverwaltung bestätigte zwar den Angriff. Ob der Angriff jedoch von chinesischem Territorium ausgegangen ist, wie Medien berichtet hatten, wollte der Sprecher nicht bestätigen. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums in Peking, Ma Zhaoxu, erklärte: „Die Vorwürfe, die chinesische Regierung unterstütze das Hacken von Computern, sind grundlos.“

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  • Portal:Computer

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December 29, 2010

Datenklau: SAP muss millionenschwere Zinszahlungen an Oracle leisten

Datenklau: SAP muss millionenschwere Zinszahlungen an Oracle leisten

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Veröffentlicht: 20:02, 29. Dez. 2010 (CET)
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Oakland (Kalifornien) (Vereinigte Staaten) / Walldorf (Baden) (Deutschland), 29.12.2010 – Neben einer Strafzahlung von 1,3 Milliarden US-Dollar als Schadenersatz für die jahrelange Ausspähung seines Konkurrenten Oracle (laut Urteil von Ende November) muss der Walldorfer Softwarekonzern SAP nun laut einem Beschluss des US-Bezirksgerichts in Oakland (Kalifornien) auch die dafür fälligen Zinsen an Oracle zahlen.

SAP beziffert den zu zahlenden Betrag auf 16,5 Millionen US-Dollar. Dabei kommt SAP noch glimpflich davon. Der Kläger Oracle hatte 211 Millionen US-Dollar gefordert. Das Gericht hatte allerdings die Berechnungsmethode von Oracle zurückgewiesen und war stattdessen dem beklagten Unternehmen SAP bezüglich des vorgeschlagenen Berechnungsmodells zur Ermittlung der geforderten Zinsen gefolgt. Wie hoch die zu zahlende Zinszahlung an Oracle letztlich ausfallen wird, steht noch nicht fest.

Hintergrund des Rechtsstreits waren Aktivitäten des inzwischen liquidierten SAP-Tochterunternehmens TomorrowNow. Die texanische Tochterfirma hatte in großem Stil über Jahre hinweg die Rechner des Konkurrenten Oracle ausspioniert und Softwareupdates von dort illegal heruntergeladen. Der US-Softwarekonzern Oracle hatte SAP daraufhin wegen Urheberrechtsverletzung verklagt.

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November 24, 2010

Urheberrechtsverletzungen: Milliardenstrafe für Softwarekonzern SAP

Urheberrechtsverletzungen: Milliardenstrafe für Softwarekonzern SAP

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Veröffentlicht: 20:12, 24. Nov. 2010 (CET)
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SAP-Firmenzentrale in Walldorf

Oakland (Kalifornien) (Vereinigte Staaten) / Walldorf (Baden) (Deutschland), 24.11.2010 – Wegen Urheberrechtsverletzungen muss der im baden-württembergischen Walldorf beheimatete Softwarekonzern SAP umgerechnet 1,3 Milliarden Euro Schadenersatz an seinen Konkurrenten Oracle zahlen. Das entschied ein Geschworenengericht beim Bezirksgericht Oakland (Kalifornien) in der Nacht zum Mittwoch. Es handelt sich um die höchste jemals verhängte Strafe für Urheberrechtsverletzungen in der Software-Industrie.

Die von SAP aufgekaufte Firma TomorrowNow aus Texas hatte in großem Stil über Jahre hinweg die Rechner des Konkurrenten Oracle ausspioniert und Softwareupdates von dort illegal heruntergeladen. TomorrowNow verdiente ihr Geld damit, für Unternehmen deren Software zu warten. Viele der von TomorrowNow betreuten Firmen waren von Oracle nach und nach aufgekauft worden. Die Kontakte von TomorrowNow wollte SAP nun nutzen, um Kunden von Oracle abzuwerben. Bei 86 von 358 TomorrowNow-Kunden war das auch gelungen. TomorrowNow hatte jedoch im Rahmen von Wartungsarbeiten für ihre rund 200 Kunden unzulässigerweise Daten von Oracle-Rechnern heruntergeladen.

SAP hatte nach der Aufdeckung des Datendiebstahls nach anfänglichen Dementis die Unrechtmäßigkeit ihres Vorgehens eingestanden. Außerdem bot sie Oracle eine Entschädigung von 40 Millionen US-Dollar an, was Oracle jedoch ablehnte. Eine außergerichtliche Einigung mit Oracle scheiterte. Oracle warf dem Konkurrenten Software-Diebstahl, Spionage und Betrug vor und reichte im Jahr 2007 Klage gegen SAP ein. Den Vorwurf der Industriespionage ließ Oracle später fallen. Im Jahr 2008 schloss SAP die Firma TomorrowNow.

Von dem Urteil zeigte sich SAP enttäuscht. Ein Unternehmenssprecher erklärte, man werde nun prüfen, ob Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt werden. Der Rechtsstandpunkt von SAP besteht darin, dass für die Schadensersatzzahlungen lediglich der entstandene Schaden für Oracle durch Abwerbung von Kunden zugrunde zu legen sei. Das Gericht hatte jedoch den Wert der heruntergeladenen Software für die Berechnung der Schadenersatzsumme herangezogen.

Das Urteil des Geschworenengerichts in Oakland muss noch durch die Berufsrichterin Phyllis Hamilton bestätigt werden, bevor es Rechtskraft erlangt. Neben dem zivilrechtlichen Verfahren könnte auf SAP jedoch auch noch ein reguläres Strafverfahren zukommen.

SAP ist weltweit Marktführer auf dem Gebiet von Unternehmenssoftware für die innerbetriebliche Organisation geschäftlicher Arbeitsprozesse. Oracle ist der stärkste Mitbewerber in diesem Marktsegment.

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February 4, 2010

Washington Post: Google plant Zusammenarbeit mit dem US-Nachrichtendienst NSA

Washington Post: Google plant Zusammenarbeit mit dem US-Nachrichtendienst NSA

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Veröffentlicht: 19:48, 4. Feb. 2010 (CET)
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Washington D.C. (Vereinigte Staaten), 04.02.2010 – Wie die Washington Post heute berichtet, plant der Suchmaschinenbetreiber Google sich gegen Hackerattacken Hilfe beim US-Nachrichtendienst NSA (National Security Agency) zu holen. Sowohl Google als auch die NSA lehnten einen Kommentar zu dem Bericht ab.

Hackerangriffe auf den Google-Quellcode zielten seit Dezember auf die Ausspähung von Daten des Google-Mail-Dienstes GMail. Google ging mit dieser Nachricht am 12. Januar des Jahres an die Öffentlichkeit. Unter anderem wurden die Gmail-Konten von Menschenrechtsaktivisten in den Vereinigten Staaten, Europa und China ausgespäht. Außerdem sollen die E-Mail-Kontendaten großer US-Firmen wie Dow Chemical und Adobe Ziel der Hackerangriffe gewesen sein. Google vermutet hinter den Angriffen chinesische Hacker. Diese sollen dabei im Auftrag chinesischer Behörden gehandelt haben und für ihre Angriffe eine Sicherheitslücke bei Microsofts Webbrowser Internet-Explorer genutzt haben. China wies den Verdacht scharf zurück.

Die NSA ist mit rund 120.000 Soldaten und Zivilisten der am besten ausgestattete Nachrichtendienst der Vereinigten Staaten. Der Dienst ist auf die Überwachung und das Abhören aller Arten elektronischer Kommunikation spezialisiert. Die Nachrichtenagentur soll Google, so die Washington Post, dabei helfen, solche Cyberattacken besser abzuwehren. Dazu soll einerseits die Hardware der Google-Server geprüft werden, außerdem soll jedoch auch der eingeschleuste Schadcode der Hacker analysiert werden. Angeblich will Google dabei dem Geheimdienst keinen Zugang zu den Kundendaten seiner Benuzter gewähren. Ellen McCarthy, Präsidentin der Intelligence and National Security Alliance, wird von der Washington Post mit den Worten zitiert: „Die kritische Frage ist: Bis zu welchem Grad wird die amerikanische Öffentlichkeit die Absicht von Google, Informationen mit der NSA zu teilen, hinnehmen können?“[1]

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Referenzen

  1. englisches Originalzitat laut Washington Post: „The critical question is: At what level will the American public be comfortable with Google sharing information with NSA?“

Quellen

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December 2, 2009

Drohender Missbrauch der persönlichen Daten

Drohender Missbrauch der persönlichen Daten

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Veröffentlicht: 15:35, 2. Dez. 2009 (CET)
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Berlin (Deutschland), 02.12.2009 – Seit dem gestrigen 1. Dezember erhalten US-Behörden Zugriff auf die Bankdaten aller EU-Bürger, die Überweisungen über das SWIFT-System abwickeln. Zum Zwecke der Terrorismus-Bekämpfung werden täglich 15 Millionen Banktransaktionen bei SWIFT überwacht. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) reagierte empört über das Verhalten von Innenminister Thomas de Maizière (CDU), der am Montag in Brüssel das umstrittene Interimsabkommen mit den USA nicht verhindert habe. Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar befürchtet, dass die Daten auch dann für mehrere Jahre gespeichert blieben, wenn sich keine weiteren Verdachtsmomente für einen Terrorismusbezug ergeben.

In der Vergangenheit hat es immer wieder Fälle von Missbrauch oder wenigstens drohendem Missbrauch von Daten gegeben. In Deutschland wurde Anfang November 2009 entdeckt, dass drei Firmen in der Online-Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit rund 5800 Stellenangebote zum Schein geschaltet hatten, die sich auch an Akademiker richteten, aber nur dem Zweck dienten, persönliche Daten von Bewerbern zu sammeln. Vor zwei Jahren waren die persönlichen Daten aller Familien in Großbritannien mit Kindern bis zum Alter von 16 bzw. 20 Jahren, sofern sie sich noch in der Ausbildung befinden, möglicherweise in unbefugte Hände gelangt. Es wurde geschätzt, dass rund 25 Millionen Personen in über 7 Millionen Familien betroffen sind. Die Daten befanden sich auf zwei CDs, die zwar kennwortgeschützt, aber nicht verschlüsselt waren, und offenbar auf dem Postweg innerhalb von England verloren gingen. Neben dem Ausspionieren persönlicher Daten sind aber auch Personen mit Spezialwissen das Objekt der Begierde, um an wirtschaftlich bedeutsame Informationen zu kommen.

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Hintergrundinformationen

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