WikiNews de

March 2, 2009

Milliarden für den Wiederaufbau im Gazastreifen

Milliarden für den Wiederaufbau im Gazastreifen

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 23:19, 2. Mär. 2009 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Karte des Gazastreifens

Sharm El-Sheikh (Ägypten), 02.03.2009 – Mit 4,5 Milliarden US-Dollar will die internationale Gemeinschaft den Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur, von Wohnungen, Schulen und Kindergärten im Gazastreifen unterstützen, die während der Operation Gegossenes Blei durch die Angriffe der israelischen Armee zerstört worden waren. Das ist das Ergebnis einer Geberkonferenz, die unter internationaler Beteiligung am heutigen Montag im ägyptischen Scharm el-Scheich stattfand. Vertreter von mehr als 70 Staaten waren zu der Konferenz angereist. Die Europäische Union sagte 436 Millionen Euro finanzielle Hilfen zu. Die arabischen Staaten am Persischen Golf wollen in den nächsten fünf Jahren 1,65 Milliarden US-Dollar zur Verfügung stellen. 900 Millionen US-Dollar werden von den Vereinigten Staaten für die Unterstützung der Palästinenser zur Verfügung gestellt, davon soll ein Drittel in den Gazastreifen gehen. Ägyptischen Angaben zufolge will das Königreich Saudi-Arabien eine Milliarde an Finanzhilfen für die Palästinenser bereitstellen.

Zur Bedingung machten die Geberländer dabei jedoch, dass die Gelder nicht an die im Gazastreifen regierende Hamas gelangen. Hamas erkennt ein Existenzrecht Israels nicht an. Die Außenminister der Vereinigten Staaten und Deutschlands, Hillary Clinton und Frank-Walter Steinmeier, bekräftigten, Ziel müsse ein dauerhafter Friede im Nahen Osten auf der Grundlage einer Zwei-Staaten-Lösung sein. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon appellierte an Israel, die Grenze zum Gazastreifen zu öffnen. Außerdem müsse der Waffenschmuggel von der ägyptischen Seite in den Gazastreifen unterbunden werden. Ban kritisierte, gegenwärtig könnten Hilfslieferungen nicht im erforderlichen Umfang in den Gazastreifen gelangen.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Nahostkonflikt

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

February 12, 2009

Amnesty: Hamas tötete „Kollaborateure“ im Gazastreifen

Amnesty: Hamas tötete „Kollaborateure“ im Gazastreifen

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 18:37, 12. Feb. 2009 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Gaza-Stadt (Gazastreifen), 12.02.2009 – Während der Operation Gegossenes Blei der israelischen Armee gegen die Stellungen der Hamas und gegen Infrastruktureinrichtungen im Gazastreifen Ende Dezember 2008 / Anfang Januar 2009 kämpfte die Hamas noch an einer anderen Front und zwar gegen so genannte Kollaborateure sowie politische Gegner in den eigenen palästinesischen Reihen. Mindestens 24 Männer wurden einem Bericht von amnesty international (ai) zufolge von Angehörigen der Hamas erschossen. Weitere Personen wurden vorsätzlich schwer verletzt, unter anderem durch gezielte Schüsse in die Beine oder direkt in die Kniescheibe. Diese Menschen sollten so getroffen werden, dass sie fortan mit einer dauerhaften Behinderung leben müssen. Auch von Folter berichtet amnesty.

Wie die Gefangenenhilfsorganisation berichtet, begann mit der israelischen Militäroffensive am 27. Dezember 2008 ein regelrechter Feldzug gegen ehemalige palästinensische Häftlinge, denen vorgeworfen wurde, mit Israel kollaboriert zu haben. Außerdem gerieten ehemalige Angehörige der Sicherheitskräfte der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) aus den Reihen der verfeindeten Palästinenserorganisation Fatah des Präsidenten der palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmoud Abbas, ins Fadenkreuz der Hamas-Killerbrigaden. Dabei gingen die Hamas-Aktivisten ganz offen vor. Sie holten ihre Zielpersonen direkt aus ihren Häusern, einige wurden sogar direkt in Krankenhäusern erschossen, wo sie sich zur Behandlung von Verletzungen durch israelische Angriffe aufhielten.

Amnesty gelangte an diese Erkenntnisse durch ein eigenes Ermittlungsteam, das sich während der Militäroffensive Israels im Gazastreifen aufhielt. Außerdem wirft amnesty beiden kriegführenden Parteien Kriegsverbrechen und andere Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht vor. Der UN-Sicherheitsrat wurde aufgefordert, die aufgedeckten Vorfälle zu untersuchen. Amnesty fordert die Verhängung eines Waffenembargos gegen die verfeindeten kriegführenden Parteien.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Nahostkonflikt
  • Portal:Amnesty International
  • Foltervorwurf gegen die Hamas (31.01.2009)

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

January 20, 2009

Deutschland will Fünf-Stufen-Plan für Gaza

Deutschland will Fünf-Stufen-Plan für Gaza

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 13:22, 20. Jan. 2009 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Deutschland, 20.01.2009 – Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat einen Friedensplan für den Gazastreifen vorgeschlagen, der aus fünf Stufen besteht. Die Stufe eins sieht humanitäre Hilfe vor, die durch die Europäische Union koordiniert werden soll. Danach folgen Maßnahmen gegen den Waffenschmuggel. Dazu werden fünf Experten nach Ägypten reisen, um sich vor allem mit den unterirdischen Tunnelanlagen zu beschäftigen. Diese Leute sollen vor Ort im Grenzbereich prüfen, wie in diesem Bereich eine Unterstützung möglich ist, beispielsweise mit technischen Gerätschaften wie Ortungsgeräten. Als dritte Stufe sollen die Grenzübergänge geöffnet werden, danach soll als Schritt vier eine internationale Konferenz eingeleitet werden. Schließlich soll der Nahaost-Friedensprozess wieder aufgenommen werden. Der Plan wurde mit dem EU-Außenbeauftragten Javier Solana und der tschechischen Ratspräsidentschaft, dem Außenminister Karel Schwarzenberg, abgestimmt.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Nahostkonflikt

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

January 19, 2009

Weiterhin Demonstrationen gegen Israels Gaza-Militäroffensive

Weiterhin Demonstrationen gegen Israels Gaza-Militäroffensive

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 11:28, 19. Jan. 2009 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Gaza-Stadt (Gazastreifen) / Tel Aviv (Israel), 19.01.2009 – Auch am Wochenende vom 17. zum 18. Januar 2009 gab es wieder in zahlreichen Städten Demonstrationen gegen den israelischen Militäreinsatz im Gazastreifen, so in London, Beirut, Rom, Athen, Genf, Bern. In Berlin gingen 6.000 Menschen, teils israelfeindliche Hamas-Anhänger, auf die Straße. Der Versuch des Berliner Innenministers Erhard Körting, mit einer Auflage das Zeigen von Hamas-Symbolen während des Protestmarsches zu verbieten, scheiterte am Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg. In Frankfurt am Main und Bochum protestierten insgesamt rund 6.000 Personen. Vereinzelt kam es zu Rangeleien mit pro-israelischen Gegendemonstranten, so in Duisburg und Kassel. Auch in zahlreichen kleineren Städten wie Worms, Gladbeck, Heidelberg, gab es Demonstrationen gegen die israelische Offensive.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

January 18, 2009

Israel und Hamas rufen einwöchige Waffenruhe im Gazastreifen aus

Israel und Hamas rufen einwöchige Waffenruhe im Gazastreifen aus

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 23:54, 18. Jan. 2009 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Gaza-Stadt (Gazastreifen) / Tel Aviv (Israel), 18.01.2009 – Am Samstag, den 17. Januar 2009 (Tag 22 des Krieges im Gazastreifen) kündigte die Führung Israels einen Waffenstillstand an. Ab ein Uhr in der Nacht zum Sonntag sollten die Waffen schweigen. Zuvor war das israelische Sicherheitskabinett unter Leitung von Ministerpräsident Ehud Olmert in Tel-Aviv zusammengetreten.

Minuten nach der Bekanntgabe schlugen im Süden Israels Raketen der Hamas ein. Im Gazastreifen hingegen gab es eine verhältnismäßig ruhige Nacht. Die israelische Luftwaffe setzte lediglich unbemannte Aufklärungsdrohnen über dem Zentrum von Gaza-Stadt ein.

Die Hamas erkannte die einseitige Waffenruhe zunächst nicht an und beschoss die israelische Stadt Sderot mit fünf Raketen. Sie erklärte den Abzug der israelischen Truppen aus dem Gazastreifen zur Vorbedingung eines Waffenstillstandes. Die Hamas werde „nicht einen zionistischen Soldaten auf unserem Land akzeptieren, wie hoch auch immer der Preis dafür ist.“ Israel gab seinerseits den Befehl „feindliches Feuer“ zu erwidern. Sie beantwortete die Raketenangriffe der Hamas mit Luftangriffen.

Zwischenzeitlich hat die Hamas ihrerseits eine sofortige einwöchige Waffenruhe verkündet, diese jedoch mit einem Ultimatum an Israel verknüpft. Danach hat Israel eine Woche Zeit um seine Truppen aus dem Gazastreifen zurückzuziehen. Wenn diese Bedingung erfüllt ist, werde sich die Hamas auch danach an die Waffenruhe halten. Außerdem forderte die Hamas die Öffnung der Grenzen zwischen dem Gazastreifen und Israel sowie die Öffnung des Grenzübergangs zu Ägypten bei Rafah. Island hat einen Teil seiner Truppen aus dem Gaza-Streifen zurückgezogen, um den Waffenstillstand zu sichern.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel reiste derweil nach Ägypten um sich für einen baldigen, längerfristigen Waffenstillstand einzusetzen. Sie wird dort an einer Konferenz in dem ägyptischen Badeort Scharm El-Scheich teilnehmen, bei der der Gaza-Konflikt auf der Tagesordnung steht und bei der außerdem der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy sowie der britische Premierminister Gordon Brown mit dem israelischen Ministerpräsidenten Olmert zusammentreffen werden. Gastgeber ist der ägyptische Staatspräsident Husni Mubarak.

In vielen deutschen Städten gab es am 17. und 18. Januar 2009 Demonstrationen gegen das Vorgehen Israels.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Nahostkonflikt

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

January 16, 2009

Gazakrieg: Israelische Granaten treffen UN-Gelände – Hamas-Innenminister getötet

Gazakrieg: Israelische Granaten treffen UN-Gelände – Hamas-Innenminister getötet

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 18:54, 16. Jan. 2009 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Gaza-Stadt (Gazastreifen), 16.01.2009 – Berichten zufolge sind am gestrigen Donnerstag israelische Granaten auf einem UN-Areal eingeschlagen. Dort befinden sich neben dem Hauptquartier des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) auch eine Schule sowie Lagerräume für Hilfsgüter und Treibstoff. Zum Zeitpunkt des Angriffs hielten sich nach Angaben eines UN-Sprechers auch palästinensische Flüchtlinge auf dem Gelände auf. Bei dem Angriff ging ein Gebäude in Flammen auf, drei UN-Mitarbeiter wurden verletzt. Der Sachschaden lasse sich aufgrund der starken Rauchentwicklung noch nicht genauer beziffern, so der Sprecher weiter. Israels Verteidigungsminister Ehud Barack entschuldigte sich für den Vorfall und versicherte, dass sich so etwas nicht wiederholen werde.

Unterdessen gaben die israelischen Streitkräfte bekannt, dass sie Said Siam, den Innenminister der Hamas, getötet hätten. Dies wurde seitens der Hamas bestätigt. Siyam war seit 2006 Innenminister, zunächst in der Regierung der palästinensischen Autonomiegebiete und später in der Hamas-Regierung des Gazastreifens. Ihm unterstand eine 13.500 Mann starke paramilitärische Truppe, die eine wesentliche Rolle bei dem Machtkampf um Gaza spielte.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Nahostkonflikt

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

January 15, 2009

Wieder Katjuscha-Raketen-Einschlag im Norden Israels

Wieder Katjuscha-Raketen-Einschlag im Norden Israels

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 07:32, 15. Jan. 2009 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Karte des israelisch-libanesischen Grenzgebietes.
Quelle: United Nations

Beirut (Libanon) / Tel Aviv (Israel), 15.01.2009 – Am 14. Januar schlugen erneut Katjuscha-Raketen im Norden Israels ein. Es ist nicht bekannt, wer für die insgesamt fünf Raketenabschüsse verantwortlich ist. Es hat sich keine Gruppe zu dem Zwischenfall bekannt und deswegen wird spekuliert, dass die Raketen von einer der kleineren palästinensischen Milizen im südlichen Libanon abgefeuert worden sein könnten.

Drei Raketen schlugen in der Nähe von Kirjat Schmona an der libanesischen Grenze ein, zwei weitere fielen auf libanesisches Gebiet. Die israelische Armee erwiderte das Feuer und schoss Artilleriesalven ab. Libanesischen Sicherheitskräften zufolge schlugen acht Mörsergranaten im Libanon ein. Es gab aus dem Libanon keine Berichte über Verletzte.

Israel macht die libanesische Regierung und die Streitkräfte des nördlichen Nachbarstaates für die Verletzung des Waffenstillstands verantwortlich. Der derzeitige Oberbefehlshaber der UNIFIL-Truppen, der italienische Generalmajor Claudio Graziano, forderte zur Zurückhaltung auf.

Es ist der zweite Zwischenfall dieser Art innerhalb von einer Woche; bereits am 8. Januar schlugen drei Raketen aus dem Libanon in Israel ein. Inzwischen wächst die Angst vor einer Eskalation. Manche Beobachter befürchten, dass die Gewalt aus dem Gazastreifen sich in der Region ausweiten könne. Israel hat in der Vergangenheit wiederholt betont, man sei zwar auf Gefechte an der Nordgrenze vorbereitet, wolle aber keinen neuen Krieg mit dem Libanon anfangen.

Der der Hisbollah gehörende Fernsehsender Al-Manar teilte mit, dass Hisbollah nicht hinter dem Raketenbeschuss stehe. Es wird vermutet, dass die Raketen von militanten Palästinensern im Libanon abgeschossen wurden. Unklar ist auch, ob der Beschuss mit der Aufforderung von Osama bin Laden zum Dschihad gegen Israel zusammenhängt.

Politische Quellen in Israel und Libanon gehen davon aus, dass die Hisbollah zwar den Palästinensern in Gaza gerne mehr Hilfe als nur in Form von Worten gewähren würde, die bevorstehenden Wahlen im Mai ein direktes Engagement der Hisbollah jedoch verhindern würden.

Erst im Sommer 2006 hatte die Hisbollah einen Krieg mit Israel angefangen, in dessen Verlauf etwa 1.200 Libanesen und 159 Israelis getötet wurden.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Nahostkonflikt

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

January 14, 2009

Tag 18 der Offensive: Im Gazastreifen nichts Neues

Tag 18 der Offensive: Im Gazastreifen nichts Neues

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 08:01, 14. Jan. 2009 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Rauch über Gaza-Stadt
Foto: Giorgio Montersino

Gaza-Stadt (Gazastreifen) / Tel Aviv (Israel), 14.01.2009 – Die israelischen Streitkräfte und militante Palästinenser lieferten sich auch am 18. Tag der israelischen Offensive teilweise heftige Gefechte. Die diplomatischen Bemühungen um eine Waffenruhe gingen unterdessen weiter. Offenbar ist einer Fernsehbotschaft von Hamas-Führer Ismail Haniyya zufolge auch die Hamas an einer Beendigung des Blutvergießens interessiert. Haniyya nannte als Grundvoraussetzung einen Rückzug der Tzahal sowie die Öffnung aller Grenzübergänge. Allerdings teilten Politiker im Libanon mit, eine Ablehnung der ägyptischen Vorschläge durch die Hamas stehe bevor. Zu Streitigkeiten gibt offenbar die Frage Anlass, ob einer Waffenruhe zunächst der Abzug der Israelis vorausgehen müsse.

In der Nacht zum 13. Januar hat die israelische Luftwaffe nach eigenen Angaben 60 Ziele angegriffen, darunter erneut Tunnels zum Schmuggel von Waffen an der Grenze zu Ägypten. Dabei wurden nach Auskunft von Sanitätern zwölf bewaffnete Palästinenser getötet. Militante feuerten 13 Raketen nach Israel ab. In die Kämpfe griffen auch Boote der israelischen Marine ein. Israelische Truppen drangen weiter in die Vororte von Gaza-Stadt ein. Durch eine Sprengstofffalle wurde ein Offizier lebensgefährlich verletzt.

Al-Dschasira berichtete, dass israelische Einheiten Gaza-Stadt vollkommen umzingelt hätten. Der Nachrichtensender zeigte Explosionen und Rauchschwaden. Die intensiven Kämpfe wurden durch die israelischen Streitkräfte (IDF) bestätigt, das Militär machte aber keine konkreten Angaben.

Hoffnungen auf einen schnellen Waffenstillstand erteilten israelische Politiker eine Absage. Man sei „sehr, sehr kurz“ vor der Erreichung des Ziels der Offensive, so Verkehrsminister Schaul Mofas. Nach Aussage des Generalstabschefs Gabi Aschkenasi hat man einige der Ziele der Offensive erreicht. Diese war von Israel damit begründet worden, dass vom Gazastreifen aus seit Jahren Raketen auf die Orte in der westlichen Negev abgeschossen werden.

Inzwischen wird Israel wegen der Situation im Gazastreifen auch von der Europäischen Kommission kritisiert. Nach EU-Entwicklungskommissar Louis Michel missachtet Israel das humanitäre Völkerrecht, weil es nicht für den Schutz und die Ernährung der Zivilbevölkerung in dem schmalen Küstenstreifen sorgt. Rund eineinhalb Millionen Menschen leben auf einem Gebiet, das in etwa der Fläche Bremens entspricht.

Während der täglichen dreistündigen Feuerpause ließ Israel mehr als einhundert Lastkraftwagen den Grenzübergang Karni passieren. Die militanten Palästinenser setzten unterdessen ihre Angriffe fort. Die tägliche Feuerpause ist unzureichend, um die hilfsbedürftige Bevölkerung von Gaza zu versorgen. Es fehlt nach Angaben des UN-Nothilfekoordinators (OCHA) an Grundnahrungsmitteln wie Milch, Fleisch und Brot. Nach OCHA-Angaben sind 1,2 Millionen Einwohner des Gazastreifens auf Hilfslieferungen angewiesen.

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind 30.000 Einwohner des Gazastreifens auf Notunterkünfte angewiesen; die palästinensische Organisation al-Mizan bezifferte die Zahl der Flüchtlinge auf mehr als 90.000 Personen, viele von ihnen seien aber bei Nachbarn und Verwandten untergekommen. Die UN sagte, dass es seit dem Sechstagekrieg nicht mehr so viele Flüchtlinge gegeben habe. Im Verlauf der israelischen Offensive wurden nach Angaben aus medizinischen Kreisen im Gazastreifen mehr als 920 Menschen getötet und mehr als 4.300 verletzt. Unter den Opfern sollen demnach 292 Kinder und 75 Frauen sein. Die Zahl der israelischen Opfer wird von den Behörden mit 13 angegeben, darunter drei Zivilpersonen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte inzwischen vor dem Ausbruch von Seuchen, weil die Müllabfuhr nicht mehr funktioniere, auch die Abwasseraufbereitung funktioniere nicht vollständig. Mehr als zwei Drittel der Patienten mit chronischen Krankheiten werde nicht mehr behandelt, sagt die WHO.

Der UN-Sicherheitsrat kam am 13. Januar zu einer weiteren Sondersitzung zur Situation im Nahen Osten zusammen. Unterdessen hat UN-Generalsekretär Ban Ki-moon seine Forderung an die Konfliktparteien gestellt: „Meine Aussage ist schlicht, einfach und kommt auf den Punkt: Die Kämpfe müssen aufhören.“

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Nahostkonflikt

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

January 13, 2009

Vorstoß auf Gaza-Stadt geht weiter

Vorstoß auf Gaza-Stadt geht weiter – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Vorstoß auf Gaza-Stadt geht weiter

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 16:20, 13. Jan. 2009 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Lage der Stadt Chan Yunis im Gazastreifen

Gaza-Stadt (Gazastreifen), 13.01.2009 – Der Vorstoß der israelischen Armee auf Gaza-Stadt ging auch am 12. Januar weiter, dem 17. Tag der Offensive. Eine große Anzahl von Panzern und Streitkräften rückten auf die Ortschaft Chan Yunis zu. In Israel wurden auch wieder abgefeuerte Geschosse der Hamas registriert. Nach Angaben der israelischen Armee liegt der Schwerpunkt der Kämpfe im Norden und Osten von Gaza-Stadt, wobei erstmals auch Reservisten zum Einsatz gekommen sein sollen. Infanteriesoldaten und Kampfpanzer sind inzwischen bis auf einen Kilometer an Gaza-Stadt herangekommen. Von der Luftwaffe sollen 30 Angriffe geflogen worden sein.

Ein israelischer Militärsprecher teilte mit, dass Bodentruppen in zahlreiche Gefechte mit palästinensischen Freischärlern verwickelt seien. Die israelische Armee bekämpfe derzeit gezielt die Tunnels an der Grenze zu Ägypten, durch die Waffen in den Gazastreifen geschmuggelt würden.

Hamas-Führer Ismail Haniyya verkündete in einer Fernsehansprache, dass Gaza nicht zusammenbrechen werde. Im Gegenteil, der Sieg sei nah.

Im Zusammenhang mit den Kämpfen forderte der UN-Generalsekretär Ban Ki-moon sowohl Israel als auch die Palästinenser eindringlich auf, einem Waffenstillstand zuzustimmen.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Nahostkonflikt

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

Gazastreifen: Israel weist Kritik der Weltgemeinschaft zurück

Gazastreifen: Israel weist Kritik der Weltgemeinschaft zurück

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 18:14, 13. Jan. 2009 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert

Gaza-Stadt (Gazastreifen) / Tel Aviv (Israel), 13.01.2009 – Israel hat die Kritik der Weltgemeinschaft an der Kriegsführung im Gazastreifen vehement zurückgewiesen. Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert sagte in einer Rede am Montag: „Es gibt niemanden auf der Welt, der die moralische Autorität hat, uns zu predigen und uns zu sagen, ob wir kämpfen dürfen, um unsere Bürger zu verteidigen. Dies ist unsere Entscheidung und nicht die von anderen.“

Olmert kritisierte die Berichterstattung der weltweiten Medien, die nach seiner Ansicht reagierten, als ob Israel die Operation Gegossenes Blei grundlos begonnen hätte. Die Presse würde verschweigen, dass israelische Zivilisten seit Jahren vom Gazastreifen aus mit Raketen beschossen würden. Olmert stellte zwei Bedingungen für die Beendigung der Offensive: einen dauerhaften Waffenstillstand und die Unterbindung des Waffenschmuggels.

Er hoffe, dass die Kämpfe schnell beendet würden. Israel führe keinen Krieg gegen die Bewohner des Gazastreifens, sondern gegen diejenigen, die von dort aus Raketen auf Israel abfeuerten und für die Tötung israelischer Bürger verantwortlich seien. Diese Bedrohung wolle Israel ein für alle Mal beenden. Olmert bezeichnete George W. Bush in der Rede als „wahren Freund des Staates Israels und des israelischen Volkes“.

Die israelische Außenministerin Tzipi Livni

Ebenfalls sehr deutlich hat Außenministerin Tzipi Livni eine Einmischung der Vereinten Nationen zurückgewiesen. In einer von Israel Radio gesendeten Stellungnahme erklärte Livni: „Ich akzeptiere nicht, dass die Vereinten Nationen bei einem Krieg gegen den Terror entscheiden, wann er beendet wird.“

Livni erklärte, trotz einiger Fortschritte bei den von Ägypten vermittelten Verhandlungen gebe es bei den Gesprächen zu einem Waffenstillstand noch Hindernisse. Die für Montag, den 12. Januar geplante Reise des Sondergesandten Amos Gilad nach Ägypten, der dort mit Geheimdienstchef Omar Suleiman verhandeln sollte, fiel aus.

Die staatliche ägyptische Nachrichtenagentur Mena berichtete, dass die Gespräche zwischen Geheimdienstchef Suleiman und fünf hohen Hamas-Funktionären einen „positiven“ Verlauf gehabt hätten. Der ägyptische Präsident Husni Mubarak hatte der Hamas vorgeschlagen, dass einer sofortigen Feuerpause eine neue Waffenstillstandsvereinbarung mit Israel und die Aussöhnung mit der Fatah folgen sollte.

Der deutsche Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) bezeichnete die humanitäre Lage der Bewohner des Gazastreifens als „von Tag zu Tag besorgniserregender“. Die Aussichten auf eine Waffenruhe seien aber dennoch besser geworden. Sowohl Ägypten als auch Israel haben Steinmeiers Vorschläge zur Verbesserung der Kontrolle der ägyptischen Grenze zum Gazastreifen akzeptiert. Steinmeier war in Israel mit Tripi Livni und Israels Staatspräsident Schimon Peres zusammen getroffen. Peres sagte nach seinem Gespräch mit Steinmeier: „Wir wollen keinen endlosen Krieg.“ Israel bekämpfe konkrete Ziele und wolle nicht die Geographie ändern.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Nahostkonflikt

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.
Older Posts »