WikiNews de

August 6, 2014

Cameron nach Ministerrücktritt wegen Gazakonflikt unter Druck

Cameron nach Ministerrücktritt wegen Gazakonflikt unter Druck

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 07.08. 2014, 11:25 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Sayeeda Warsi

London (Vereinigtes Königreich), 06.08.2014 – Der britische Premierminister David Cameron gerät zunehmend unter Druck von Koalitionspartner und eigenen Parteimitgliedern, nachdem am Dienstag Sayeeda Warsi von ihrem Ministerposten zurückgetreten ist. Warsi ist überraschend und – sehr zum Ärger von Cameron – ohne Rücksprache mit ihm aus dem Kabinett ausgeschieden, weil sie die Haltung der britischen Regierung im Gazakonflikt nicht länger unterstützen könne, wie sie in ihrem Rücktrittsschreiben erklärte.

Warsi hatte sich am Sonntag noch mit dem Außenminister Philipp Hammond über die Situation im Gazastreifen unterhalten und ihr Unbehagen über die Haltung der britischen Regierung, die Israel offiziell unterstützt, deutlich gemacht. Sie hatte zu jenem Zeitpunkt ihren Rücktritt aber wegen der Feierlichkeiten zur Erinnerung an den Beginn des Ersten Weltkrieges zurückgehalten. Ein weiterer Angehöriger des Kabinetts soll laut Warsi ebenfalls bereits an Rücktritt denken.

In ersten Äußerungen nach ihrem Rücktritt forderte Warsi, dass die britische Regierung ein Waffenembargo gegen Israel verhängen solle, eine Forderung, die auch von Nick Clegg, dem Parteivorsitzenden der Liberaldemokraten und Camerons Koalitionspartner, aufgegriffen wurde. Die Exportlizenz für Waffen nach Israel war erst in der letzten Woche vom Kabinett erneuert worden, was auch für Streit innerhalb der Koalition sorgen könnte.

Eine Reihe prominenter konservativer Politiker hat sich ebenfalls für die Position Warsis eingesetzt; unter ihnen ist besonders Boris Johnson von Bedeutung. Der Bürgermeister von London gilt als ernsthafter Konkurrent von David Cameron bei einer möglichen Wahl zum Amt des Vorsitzenden der Konservativen Partei. Johnson bezog eindeutiger als Cameron Stellung zu der Situation und forderte eine Zwei-Staaten-Lösung für den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern. Er verurteilte die augenblickliche Auseinandersetzung im Gazastreifen als nicht hilfreich für die Lösung des Problems.

Ed Miliband, der Vorsitzende der oppositionellen Labour Party, hat die Haltung Warsis als prinzipientreu und integer charakterisiert und von David Cameron eine Erklärung gefordert, dass die Handlungen Israels im Gazastreifen „unberechtigt und nicht zu vertreten sind“. Miliband hält sich im Augenblick aber mit einer Forderung nach einer Einberufung des Unterhauses für eine Debatte zum Gazakonflikt während der Sommerpause zurück, obwohl bereits einige Abgeordnete dies gefordert haben. Eine Parlamentsdebatte in der Sitzungspause bedarf allerdings der Unterstützung durch die Regierung, und es gibt keine Anzeichen dafür, dass David Cameron im Augenblick seine Haltung zum Gazakonflikt in irgendeiner Form zu ändern beabsichtigt.

Nicht nur innerhalb der Regierung und seiner Partei schadet Warsis Rücktritt Cameron, denn sie wurde von ihm als erste Muslima auf einen Kabinettsposten berufen, was von vielen als Versuch gesehen wurde, den Tories die Unterstützung der britischen Muslime zu sichern. Nur 12 Prozent der rund 1,6 Millionen britischen Muslime wählten die Konservativen bei der letzten Parlamentswahl, und diese Zahl wird jetzt bei der für das Frühjahr 2015 anstehenden Wahl noch schwerer zu erreichen sein.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Gazastreifen: Israel beginnt mit Bodenoffensive (19.07.2014)

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

July 19, 2014

Gazastreifen: Israel beginnt mit Bodenoffensive

Gazastreifen: Israel beginnt mit Bodenoffensive

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 16:04, 19. Jul. 2014 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Jerusalem (Israel) / Gaza (Stadt), 19.07.2014 – Die israelische Armee hat am späten Donnerstagabend mit einer Bodenoffensive gegen die Hamas im Gazastreifen begonnen. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hatte die Militäraktion befohlen. Es solle erreicht werden, dass die „Bewohner Israels in Sicherheit leben können“ und gleichzeitig „ein bedeutender Schlag“ gegen die Infrastruktur der Hamas geführt werden. Man wolle insbesondere Tunnel zerstören, die von Hamas unter der Grenze gegraben wurden, um in Israel Terroranschläge auszuführen, hieß es. Die „Operation Fels in der Brandung“ begann am zehnten Tag intensiver Gefechte zwischen Israel und Hamas. Der Konflikt war erneut aufgebrochen, nachdem im Westjordanland drei israelische Jugendliche und danach, vermutlich in einer Vergeltungsaktion durch jüdische Extremisten, ein junger Palästinenser in Ost-Jerusalem ermordet wurden.

Seit Beginn der Kämpfe wurden mehr als 260 Palästinenser getötet und mehr als 2000 weitere verletzt, darunter viele Zivilisten. Nach israelischen Angaben haben militante Palästinenser in diesem Zeitraum über 1300 Raketen auf Israel abgefeuert. Die meisten dieser Raketen werden von dem Raketenabwehrsystem Iron Dome abgefangen. Im Gegenzug zu den Raketenangriffen haben israelische Flugzeuge 1500 Ziele im Gazastreifen angegriffen und dabei mehr als 1500 Tonnen Sprengstoff eingesetzt. Israelische Sicherheitsexperten glauben, dass durch die Angriffe nur ein Drittel oder die Hälfte des palästinensischen Raketenarsenals vernichtet wurden, da der größte Teil davon unterirdisch gelagert werde.

Israelische Truppen rückten zu Wasser, zu Land und in der Luft auf Beit Hanun und Beit Lahia vor. Auch im Süden des Gazastreifens rücken die Truppen vor. Die Regierung hat insgesamt 60.000 Reservisten mobilisiert. Die Führung der israelischen Streikräfte glaubt, dass die Hamas gut auf einen israelischen Angriff vorbereitet ist und rechnet mit Sprengfallen und Attacken aus unterirdischen Einrichtungen. Bislang ist ein israelischer Soldat bei den Kämpfen getötet worden.

Start einer Iron Dom Abfangrakete

Hamas drohte Israel damit, es werde „einen hohen Preis“ für den Angriff bezahlen. Ein Sprecher der israelischen Streitkräfte rechtfertigte den Einsatz damit, dass Hamas jedes Mal, wenn Israel den Versuch einer Deeskalation unternommen habe, Raketen auf Israel abgeschossen hat. In der Türkei hat die Militäraktion zu Ausschreitungen geführt. Bei den Demonstrationen, zu denen islamistische Organisationen aufgerufen hatten, wurden Fenster des israelischen Generalkonsulats in Istanbul eingeworfen. In Ankara beteiligten sich bei der Demonstration vor der israelischen Botschaft Angehörige der Regierungspartei AKP. Deren Vorsitzender und Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan hatte zuvor Israel „Staatsterrorismus“ und den „Versuch des systematischen Völkermordes“ vorgeworfen. Außenminister Ahmet Davutoğlu verlangte ein „sofortiges Ende der israelischen Angriffe“ und forderte Sondersitzungen des UN-Sicherheitsrats, des UN-Menschenrechtsrates und der Organisation für Islamische Zusammenarbeit. Das Verhältnis zwischen den einstigen Verbündeten Israel und Türkei ist zerrüttet, seitdem Israel eine Hilfsflottille für Gaza gewaltsam aufgebracht hatte. Bei dem sogenannten Ship-to-Gaza-Zwischenfall wurden im Mai 2010 neun türkische Aktivisten getötet.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel bekräftigte: „Israel hat ein Recht auf Selbstverteidigung“, forderte allerdings ein angemessenes Vorgehen. „Jedes Land muss sich, wenn es so angegriffen wird, wehren“, stellte die Kanzlerin fest. Die Bundesregierung setze sich weiterhin für eine Zweistaatenlösung ein. Der amerikanische Außenminister John Kerry forderte, dass die israelische Militäraktion „zielgerichtet“ auf die Zerstörung der Tunnels durchgeführt und „so schnell wie möglich“ wieder ein Waffenstillstand erreicht werde. Ägyptens Außenminister Samech Schukri kritisierte sowohl die israelische Invasion als auch die Hamas: „Hätte die Hamas die ägyptischen Vorschläge akzeptiert, wäre seitdem das Leben Dutzender Palästinenser verschont geblieben.“ Hamas hatte am Dienstag einen Vermittlungsvorschlag der ägyptischen Regierung abgelehnt. UN-Generalsekretär Ban Ki-mun verlangte das Ende der Kämpfe. „Ich bedaure, dass trotz meines wiederholten Drängens und dem zahlreicher anderer Politiker ein schon gefährlicher Konflikt weiter eskaliert ist“, sagte der UN-Generalsekretär. „Es kann aber keine militärische Lösung dieses Konfliktes geben.“ Doch Premier Netanjahu droht bislang mit einer Ausweitung der Militäraktion.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Operation Protective Edge“.

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

December 28, 2013

US-Präsident Obama will Entspannungspolitik gegenüber dem Iran

US-Präsident Obama will Entspannungspolitik gegenüber dem Iran

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 28.12.2013,17:16 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Washington D.C. (Vereinigte Staaten), 28.12.2013 – Nachdem 26 US-Senatoren schärfere Sanktionen gegen den Iran gefordert haben, falls sich Teheran nicht an das ausgehandelte Abkommen hält, droht Präsident Obama mit einem Veto. Er hält neue Sanktionen für kontraproduktiv. Regierungssprecher Jay Carney sagte, schärfere Sanktionen würden die Chancen auf Beilegung des Atomkonflikts mit Teheran gefährden.

Der Streit geht hauptsächlich um den Forschungsreaktor Arak, bei dessen Betrieb Schweres Wasser (Deuteriumoxid) verwendet wird. Israel fühlt sich durch die iranische Atomtechnik bedroht, weil damit Massenvernichtungswaffen hergestellt werden können. Die Regierung in Teheran betont, sie habe jedoch ausschließlich friedliche Absichten. Untersuchungen der Internationalen Atomenergie-Organisation sollen für Aufklärung sorgen. Damit wollen sich die 26 US-Senatoren, die eng mit pro-israelischen Organisationen wie der AIPAC zusammenarbeiten, nicht zufrieden geben und fordern ein härteres Vorgehen.

Der US-Präsident verkündet die bisherigen Verhandlungsergebnisse als Erfolg. Es sei eine Chance auf dem Weg in eine sicherere Welt. Allerdings müsse der Iran beweisen, dass das Atomprogramm ein ziviles und kein militärisches sei. Eine Rolle spielt dabei auch der neue iranische Staatschef Hassan Rohani, der im Sommer 2013 gewählt wurde und im Vergleich zu anderen islamischen Führern als gemäßigt gilt. Er grüßte – was in der islamischen Welt als ungewöhnlicher Vorfall gilt – im September 2013 alle Juden zum jüdischen Neujahrsfest mit den Worten: „Während die Sonne hier in Teheran untergeht, wünsche ich allen Juden, besonders den iranischen Juden, ein gesegnetes Rosh Hashanah.“ Auch mit seinem Angebot zur Vermittlung im syrischen Bürgerkrieg weckte er internationale Aufmerksamkeit. Ein Briefwechsel zwischen Rohani und Obama führte schließlich dazu, dass die Aufnahme direkter Gespräche zwischen beiden Staaten eingeleitet wurde.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

February 12, 2013

Nach israelischem Luftangriff drohen Syrien und Iran mit Vergeltung

Nach israelischem Luftangriff drohen Syrien und Iran mit Vergeltung

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 12:23, 12. Feb. 2013‎ (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Jerusalem (Israel), 12.02.2013 – Nach einem Luftangriff im Grenzgebiet zwischen Syrien und dem Libanon drohen Syrien und der Iran Israel mit Vergeltungsmaßnahmen. Die genauen Umstände des Zwischenfalls, der von Israel weder bestätigt noch dementiert wurde, sind unklar. Nach Angaben der syrischen Armee habe die israelische Luftwaffe ein Forschungszentrum in Dschamraja zerstört, wobei zwei Arbeiter getötet worden seien. Dieser „Akt der Aggression“ habe „große materielle Schäden verursacht und das Gebäude zerstört“. Berichte aus oppositionellen syrischen Kreisen berichteten über neun „Granaten“, die in der Stadt eingeschlagen hätten.

Doch nach Berichten, die sich auf Informationen aus israelischen Militärkreisen stützen sollen, stellt sich der Zwischenfall anders dar. Nach diesen Informationen hätten israelische Kampfflugzeuge auf syrischem Staatsgebiet einen Militärkonvoi angegriffen, mit dem Waffen in den Libanon transportiert werden sollten. Der israelische Sicherheitsexperte Schlomo Brom glaubt, dass der Angriff verhindern sollte, dass Flugabwehrraketen in die Hände von Hisbollah gelangen. „Wir kommentieren solche Berichte nicht“, teilten mehrere israelische Stellen mit. Dies entspricht der jahrelang geübten Verfahrensweise amtlicher israelischer Stellen, selbst offensichtliche Tatsachen nicht zu kommentieren. Die libanesische Armee sagte, dass am 29. Januar insgesamt 16 israelische Kampfflugzeuge den libanesischen Luftraum verletzt hätten.

Zuletzt hatte das israelische Militär 2007 einen Einsatz in Syrien geflogen. Damals hatte die israelische Luftwaffe ein Objekt zerstört, von dem es hieß, dass es sich um einen in Zusammenarbeit mit Nordkorea gebauten Forschungsreaktor handele. Zu Vergeltungsmaßnahmen war es damals aber nicht gekommen. Der syrische Botschafter im Libanon, Ali Abdel Karim Ali, sprach gegenüber dem der Hisbollah nahestehenden Fernsehsender Al-Manar von der „Möglichkeit eines Überraschungsschlags“ gegen Israel. Syrien protestierte wegen eines Verstoßes gegen das Entflechtungsabkommen von 1974 bei den Vereinten Nationen, teilte die amtliche Nachrichtenagentur SANA mit. Beide Staaten befinden sich offiziell im Krieg, doch wurde 1974 in Genf ein Abkommen zur Entflechtung der Truppen beider Staaten unterzeichnet. Das syrische Außenmisterium erklärte, dass Israel und „die Staaten, die Israel im UN-Sicherheitsrat schützen“ die Verantwortung für den Luftschlag trügen.

Verurteilt wurde der Angriff auch von der Arabischen Liga. Der iranische Außenminister Ali-Akbar Salehi bezeichnete den Zwischenfall als „klare Verletzung der territorialen Integrität Syriens“, die zeige, „dass die Zionisten und der Westen keine Stabilität und Sicherheit in Syrien wollen.“ Ohne weitere Einzelheiten anzudeuten, hieß es außerdem aus Teheran, dass der Zwischenfall für Israel schwerwiegende Folgen haben werde. Russland, der wichtigste Verbündete Syriens, kritisierte den israelischen Angriff als eine unprovozierte Attacke auf einen souveränen Staat. „Was immer der Grund für den Angriff war, dies war nicht gerechtfertigt“, erklärte das russische Außenministerium. Hisbollah bezeichnete in einer Stellungnahme den Angriff als „barbarische Aggression“, ging jedoch nicht auf Einzelheiten ein, sondern beschuldigte Israel, Muslime und Araber daran zu hindern, ihre militärischen Fähigkeiten auszubauen.

Bereits am Sonntag hatte Israel Einheiten des Raketenabwehrsystems Iron Dome in den Norden des Landes verlegt. Israel hatte angekündigt, Militärkonvois angreifen zu wollen, mit denen die syrische Armee Waffen und Chemiewaffen in den Libanon zu transportieren versuche. Israel befürchtet, dass solche Waffen in die Hände von Hisbollah gelangen und so Israel gefährden könnten. Außerdem wird von israelischen Medien spekuliert, dass der Konvoi Flugabwehrraketen russischen Ursprungs vom Typ SA-17 beförderte. Israel befürchtet auch, dass Boden-See-Raketen vom Typ Jachont, die israelische Kriegsschiffe und Bohrinseln im Mittelmeer angreifen könnten, Scud-Raketen und die in Syrien produzierte Variante der iranischen Fateh-110-Raketen an die Hisbollah geliefert werden könnten.

In Israel hat der Luftangriff Sorgen vor einem neuen Krieg geschürt. Die Tageszeitung Yedioth Ahronoth titelte „War dies das Zeichen dafür, dass an der Nordfront ein militärischer Flächenbrand seinen Anfang genommen hat?“, während die linksliberale Haaretz die Befürchtung äußerte, das Land sei „in Sorge über Racheakt der Hisbollah“. Die dem konservativen Likud-Block von Premierminister Benjamin Netanjahu nahestehende Israel HaYom spekulierte über die Optionen der Regierungen in Beirut und Damaskus, nämlich „Zurückhaltung, Krieg oder gezielte, begrenzte Reaktionen.“

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Syrien
  • Portal:Israel
  • Portal:Arabische Welt
  • Portal:Nahostkonflikt

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

December 29, 2012

Zuspitzung im Syrienkonflikt

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Tools clipart.png Im Entstehen
Dieser Artikel wird gerade gemeinschaftlich erstellt. Beteilige dich und beachte die Artikeldiskussionsseite.

Möglichkeiten der Beteiligung: Inhaltlich erweitern – Kategorisieren – Themenverwandte Artikel/Portale verlinken – Formate prüfen – Rechtschreibung prüfen


Wenn dieser Artikel aus deiner Sicht fertig ist und es schon seit mehr als zwei Stunden keine größeren inhaltlichen Änderungen gab, kann er veröffentlicht werden.

Die Löschung dieser Seite wurde beantragt.

Über diesen Antrag wird auf Wikinews:Löschkandidaten diskutiert.

Antrag eintragen, falls noch nicht eingetragen! Antragsteller/Datum des Antrags: Matthiasb (Diskussion) 02:48, 29. Dez. 2012 (CET)

Syrien grenzt im Norden an die Türkei, im Osten an den Irak

Eine Ölraffinerie in Homs, Syrien

Der Flugzeugträger George H.W.Bush im Einsatz

Syriens Präsident Assad unter Bedrängnis

Damaskus (Syrien), 29.12.2012 – Während Millionen Menschen das Weihnachtsfest feierten, zeichnete sich eine Zuspitzung des Konflikts in Syrien ab. Einem Bericht der Tageszeitung DIE WELT zufolge setzen sich innerhalb der NATO die USA, Großbritannien und Türkei für Planungen zu einer militärischen Operation ein.

Bei Darstellungen über die Ursachen des Bürgerkrieges in Syrien werden auch religiöse Hintergründe angeführt, da der syrische Präsident Assad der Religionsgemeinschaft der Alawiten, einer schiitischen Gemeinschaft, angehört, während dreiviertel der Bevölkerung sunnitische Muslime sind. Der Vorsitzende der UN-Menschenrechtskommission Paulo Pinheiro erklärte unter anderem: „Kräfte der Regierung greifen sunnitische Zivilisten an. Regierungsfeindliche Gruppen attackieren Alawiten oder andere regierungsfreundliche Minderheiten.“

Nach Meinung von Experten gibt es wirtschaftliche Gründe: Der brasilianische Journalist Pepe Escobar sieht Syrien in einer Schlüsselrolle bei der Öl- und Gasversorgung im Dreieck der Kontinente Europa, Asien und Afrika. Der bedeutendste Bodenschatz Syriens ist Erdöl. Daneben spielen in größerem Maße auch Erdgas und Phosphat eine Rolle. Außerdem fördert Syrien wichtige Rohstoffe wie Chrom und Mangan. Nach einem Bericht der Financial Times Deutschland gibt es auch Konflikte innerhalb des Landes um den wirtschaftspolitischen Kurs der Regierung. So habe Assads Baath-Partei eine sozialistische Planwirtschaft betrieben, die nur kleine und mittlere private Betriebe zugelassen habe. Mehr als die Hälfte der Unternehmen sind in staatlicher Hand.

Seit dem Beginn der Aufstände im März 2011 gegen die Regierung von Präsident Assad sollen mehr als 42.000 Menschen getötet worden sein. Am vergangenen Sonntag kamen bei einem Luftangriff durch die Regierungstruppen auf die Vorstadt von Halfaya im Gouvernement Hama rund 60 Menschen ums Leben. Die Regierung Assads wird bisher noch von Russland unterstützt, während die Aufständischen durch die NATO-Mitgliedstaaten Rückhalt bekommen. Die Rebellen verfügen über Gewehre aus den Waffenbeständen der Bundeswehr. Zwei Flugzeugträger der US-Marine sind aus „strategischen und humanitären Gründen“ in der Region positioniert. Während der Flugzeugträger George H.W.Bush vor der Küste aufkreuzte, wurden US-Amerikaner von ihrer Botschaft in Damaskus zum Verlassen des Landes aufgefordert.

Anfang Dezember hat Deutschland entschieden, 400 Bundeswehrsoldaten an der türkischen Grenze zu Syrien zu stationieren. Auch im grenznahen Bereich kommt es seit Monaten zu Kämpfen zwischen syrischen Regierungstruppen und den Rebellen.

Im Gebiet um Homs, der drittgrößten Stadt des Landes, wo sich eine Ölraffinierie befindet, soll nach Angaben der Aufständischen bereits Giftgas eingesetzt worden sein; über die Zahl der Toten gibt es noch keine zuverlässigen Angaben.

Der Konflikts in Syrien wurde auch vom Papst in Rom im Rahmen seiner Weihnachtsansprache angesprochen. Er forderte die Konfliktparteien im Nahen Osten auf, nach vielen kriegerischen Auseinandersetzungen wieder den Verhandlungsweg zu suchen.

Bearbeiten Themenverwandte Artikel

  • Portal:Nahostkonflikt

Bearbeiten Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

November 22, 2012

Bombenanschlag auf Omnibus in Tel Aviv

Bombenanschlag auf Omnibus in Tel Aviv – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Bombenanschlag auf Omnibus in Tel Aviv

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 09:39, 22. Nov. 2012 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Tel Aviv (Israel), 22.11.2012 – Bei einem Bombenanschlag auf einen Linienbus in Tel Aviv wurden am Mittwoch 27 Personen verletzt. Es handelte sich um den ersten Bombenanschlag in Tel Aviv seit 2006. Der Anschlag löste Befürchtungen aus, es könne erneut zu einer Intifada kommen. Während der ersten und zweiten Intifada wurden mehr als 1.000 Israelis und durch israelische Vergeltungsmaßnahmen auch mehr als 5.000 Palästinenser getötet.

Zu dem Bombenanschlag hat sich die Organisation Volksfront zur Befreiung Palästinas – Generalkommando bekannt, doch liegen für ihre Täterschaft keine Beweise vor. Die Hamas lobte die Bombenexplosion als „eine natürliche Antwort auf die Besatzungsverbrechen und die andauernden Massaker gegenüber Zivilisten im Gazastreifen.“

Nach Ansicht von Bassem Ezbidi, einem politischen Analysten im Westjordanland, ist es unwahrscheinlich, dass Hamas hinter der Explosion steckt. Anschläge auf Busse hinterließen in der Erinnerung der Leute eine schlechte Wirkung, was Hamas im Moment, in dem sie internationale Unterstützung gewinne, nicht gebrauchen könne, so Ezbidi. Allerdings sei der Vorgang bei Hamas als Signal willkommen, es könne zu einem Wiederaufleben der Intifada kommen, falls Israel eine Bodenoffensive in den Gazastreifen beginnen würde.

Die Bombenexplosion ereignete sich während der Fahrt, kurz bevor der Bus eine Haltestelle auf dem Schaul-Hamelech-Boulevard im frequentierten Zentrum der Stadt erreichte, unweit eines Museums und gegenüber eines Eingangs zum Hauptquartier der israelischen Armee. Ein Mann hatte den Sprengkörper zurückgelassen, bevor er den Bus verließ.

Der Anschlag wurde von US-Außenministerin Hillary Clinton „streng verurteilt“. Clinton befindet sich derzeit im Nahen Osten, um an der Herbeiführung eines Waffenstillstandes zwischen Israel und den verschiedenen Milizen im Gazastreifen mitzuwirken. Sie traf zunächst mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu und dann mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zusammen, bevor sie nach Kairo flog, um mit dem ägyptischen Präsidenten Mursi zu sprechen. Dieser traf später auch mit UN-Generalsekretär Ban Ki-mun zusammen.

Ein starker Anstieg von Raketenabschüssen aus dem Gazastreifen hatte Israel zur gezielten Tötung des Anführers der Qassam-Brigaden, Ahmed al-Dschabari und der nachfolgenden Militäroperation „Wolkensäule“ veranlasst. Durch israelische Militärflugzeuge und Hubschrauber wurden zahlreiche militärische Ziele im Gazastreifen angegriffen. Seit Beginn der Offensive am 14. November wurden 144 Palästinenser getötet, unter den Toten sind nach Angaben von Aschraf al-Kidry, einem Angehörigen der Gesundheitsbehörden im Gazastreifen, 60 Zivilisten.

Auf israelischer Seite wurden durch den Beschuss mit Raketen aus dem Gazastreifen bislang fünf Zivilisten getötet. Insgesamt wurden seit Ausbruch der Kämpfe 1.400 palästinensische Raketen gezählt, von denen einige hundert durch ein von den Vereinigten Staaten mitfinanziertes Raketenabwehrsystem namens Iron Dome abgeschossen wurden. Die israelische Luftwaffe flog bislang rund 1.500 Ziele im Gazastreifen an.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

November 17, 2012

„Israel is under attack“ – Nahostkonflikt droht zu eskalieren

„Israel is under attack“ – Nahostkonflikt droht zu eskalieren

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 01:47, 17. Nov. 2012 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Karte des Gazastreifens

Rauchwolken nach Raketenangriff auf Kirjat Mal’achi

Tel Aviv (Israel), 17.11.2012 – Erstmals seit dem Golfkrieg 1991 ist in Tel Aviv am Donnerstag wieder Luftalarm ausgelöst worden, nachdem die Hamas verstärkt begonnen hat, den Westen Israels zu bombadieren. Zu der Eskalation war es nach der gezielten Tötung von Ahmed Dschabari gekommen, dem Anführer der Qassam-Brigaden. Die israelischen Streitkräfte hatten, kurz nachdem eine Qassam-Rakete in Israel eingeschlagen war, die „Operation Wolkensäule“ gestartet. Hamas kündigte daraufhin Vergeltung an.

Im Rahmen dieser Vergeltungsaktion wurden durch die Hamas, die Qassam-Brigaden und die Organisation „Islamischer Dschihad“ vom Gazastreifen aus 306 Raketen auf Israel abgeschossen, wobei drei israelische Zivilisten getötet und mindestens zwölf verletzt wurden. Von israelischer Seite wurden „320 Ziele im Gazastreifen angegriffen. 16 Menschen starben, mehr als 150 wurden verletzt.“ Als am späten Nachmittag des 15. Novembers vereinzelt Raketen bis in die Nähe der bisher als sicher geltenden Stadt Tel Aviv flogen, wurde erstmals seit 1991 wieder Luftalarm ausgelöst und die israelischen Streitkräfte meldeten: „Israel is under attack.“ Verteidigungsminister Ehud Barak gab anschließend bekannt, 30.000 Reservisten einzuberufen und ließ erklären, dass „keine Option vom Tisch“ sei. Ab Freitag wurden verstärkt Soldaten in den Süden Israels verlegt, „um für einen Einmarsch bereit zu stehen, sollte der Befehl kommen, sagte ein ranghoher Beamter in Tel Aviv“.

Gestern ertönten nun auch in Jerusalem die Luftschutzsirenen. Raketen der Hamas schlugen auf unbewohntem Land und dem Meer auf, durch israelische Angriffe wurden derweil fünf Menschen getötet. Noch am Vormittag hatte der ägyptische Ministerpräsident Hischam Kandil den Gazastreifen besucht und dabei seine Solidarität mit der radikal-islamischen Hamas bekundet: „Er sagte, Ägypten stehe unverbrüchlich auf der Seite der Palästinenser. Die Opfer der israelischen Angriffe bezeichnete er als „Märtyrer“. Und auch Ägyptens Präsident Mohammed Mursi sicherte den Palästinensern die Unterstützung seines Landes zu.“ Währenddessen gingen Palästinenser, Ägypter und Israelis auf die Straßen, um sowohl für, als auch gegen eine militärische Intervention zu demonstrieren.

Die Staatengemeinschaft reagierte unterdes beunruhigt auf die sich zupitzenden Ereignisse, da ein erneuter Nahost-Krieg befürchtet wird. Die ägyptische Regierung verurteilte die Angriffe Israels und rief die Regierung auf, weitere Provokationen zu unterlassen. Infolge der andauernden Kampfeinsätze Israels wurde daraufhin der ägyptische Botschafter abgezogen. Auch der französische Präsident François Hollande versuchte, Israel zu einer Beruhigung der Lage zu drängen, während hingegen US-Präsident Barack Obama Ministerpräsident Benjamin Netanjahu schon am Mittwoch ausdrücklich seine Unterstützung zugesichert und „das Recht Israels auf Selbstverteidigung“ betont hatte, gleichzeitig aber auch durch einen Außenministeriums-Sprecher verlauten ließ: „Wir bitten Ägypten, seinen Einfluss in der Region für eine Deeskalierung zu nutzen“. Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit verurteilte die Luftangriffe auf den Gazastreifen als „Angriff gegen die Gesamtheit der islamischen Nation“, außerdem beschäftigten sich die Vereinten Nationen in einer Dringlichkeitssitzung mit der Lage in Nahost, woraufhin sie vor „möglicherweise katastrophalen Folgen“ warnten, sollten die Kampfhandlungen nicht bald niedergelegt werden. Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle sprach von einer außerordentlich gefährlichen Lage: „Es sei von großer Bedeutung, dass keine neue Spirale der Gewalt entstehe“.

Experten befürchten nun, da die Präsidentschaftswahlen in den USA vorüber sind, dass Israel derzeit einen weiteren Nahost-Krieg vorbereitet. Für Israels wichtigsten Verbündeten wäre ein unpopuläres militärisches Eingreifen während des Wahlkampfes unvorteilhaft gewesen. Jetzt sind die Wahlen in den USA allerdings vorbei, während sie in Israel derzeit bevorstehen; das lässt die Vermutung aufkommen, dass Ministerpräsident Netanjahu durch ein rigoroses militärisches Handeln gestärkt werden würde und deshalb ein bevorstehender Krieg nicht mehr sonderlich unwahrscheinlich erscheint. Die israelische Regierung kündigte derweil an, dass sie künftig die Zivilbevölkerung warnen wolle, bevor sie bestimmte Ziele bombadiere. Ob es aber bei Luftangriffen bleibt, oder ob Israel tatsächlich, wie derzeit vermehrt berichtet, eine erneuete Bodenoffensive nicht nur vorbereitet, sondern auch umsetzt, wird sich zeigen. Anti-Kriegs-Mahner, wie die Chefin der linken Meretz-Partei, Zehava Galon stehen allerdings zunehmend alleine da. Die Politikerin hatte kürzlich noch vor einem Krieg gewarnt und an Netanjahu appelliert: „Nutzen Sie die Gelegenheit, dass der ägyptische Regierungschef nach Gaza gekommen ist. Nutzen Sie das als Ausstiegs-Strategie. Ändern Sie die Spielregeln und bringen Sie den Bürgern des Südens Frieden“. Ebenso rufen Bürgerbewegungen sowohl auf Seiten Israels, als auch in Palästina schon seit Monaten zu einer friedlichen Lösung des Konflikts auf und haben dabei zuletzt ein weltweites Medien-Echo erfahren. Doch angesichts der Tatsache, dass die israelische Armee bereits 16.000 Reservisten vorsorglich eingezogen hat (weitere 75.000 stehen auf Abruf bereit) und Berichte zeigen, wie Panzer und Panzerhaubitzen in der Nähe des Gazastreifens positioniert werden, vermuten zahlreiche Experten, dass weitere militärische Eskalationsstufen unmittelbar bevorstehen. Dies würde einen neuen Nahost-Krieg bedeuten – mit ungewissem Ausgang.

Themenverwandte Artikel

  • Operation Wolkensäule (Wikipedia)
  • Nahostkonflikt (Wikipedia)
  • Israelisch-Palästinensischer Konflikt (Wikipedia)

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

November 5, 2011

Israelische Marine bringt zwei Schiffe auf

Israelische Marine bringt zwei Schiffe auf

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 00:48, 5. Nov. 2011 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Dieses von den israelischen Streitkräften veröffentlichte Bild zeigt Soldaten der IDF beim Entern des irischen Schiffes „Saoirse“

Haifa (Israel), 05.11.2011 – Zwei Schiffe wurden am Freitag (4. November) von der israelischen Marine in internationalen Gewässern aufgebracht. An Bord der beiden Wasserfahrzeuge befanden sich 27 Aktivisten aus neun Ländern, die die von Israel verhängte Seeblockade gegen den Gazastreifen durchbrechen wollten. Beide Schiffe hatten im Laufe der Woche türkische Häfen verlassen und Kurs auf die Küste des Gazastreifens genommen, bevor sie etwa 130 km vor ihrem Ziel abgefangen wurden. Die Aktivisten sollen nun in ihre Heimatländer abgeschoben werden.

Nach Ansicht der Aktivisten der „Freedom Waves to Gaza“ ist die israelische Seeblockade illegal und unmoralisch. „Es ist klar, dass 27 Zivilisten auf zwei kleinen Schiffen, die nur Medikamente geladen haben, keine Sicherheitsgefährdung für den israelischen Staat bedeuteten, und dass die Entschlossenheit, diese fernzuhalten nur eine Steigerung der Politik Israels der kollektiven Bestrafung ist, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, erklärt Huwaida Arraf, eine Sprecherin der Initiative. Israel hingegen hält die Seeblockade für notwendig, „um die Terrororganisation Hamas daran zu hindern, sich selbst mit Raketen und Waffen zu versorgen.“

Wie ein Sprecher der israelischen Streitkräfte der Presse mitteilte, habe man die beiden Schiffe mehrfach aufgefordert beizudrehen und Kurs auf Aschdod zu nehmen. Diesen Aufforderungen sei nicht Folge geleistet worden, weswegen man die beiden Wasserfahrzeuge, die unter irischer Flagge fahrende „Saoirse“ und das kanadische Schiff „Tahrir“, geentert habe. Es sei kein Widerstand geleistet worden.

Anfang Juni 2010 wurden beim Aufbringen einer Gaza-Flottille an Bord der „Mavi Marmara“ neun türkische Aktivisten getötet. Dieser Zwischenfall hatte zu internationalem Protest gegen das israelische Vorgehen und zu einer Eiszeit in den Beziehungen zwischen Israel und der Türkei geführt.

In Gaza-Stadt forderte derweil Hamas-Chef Ismail Haniyya Aktivisten aus aller Welt auf, weiter Schiffe nach Gaza zu schicken. Nach seinen Worten ist „die Belagerung ungerecht und muss beendet werden“.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

Bericht basiert ganz oder teilweise auf Text der Voice of America
Voice of America Logo.svg
Dieser Artikel enthält Textteile, die auf einer Übersetzung eines Artikel der Voice of America basieren. Texte und Bilder auf der Website der Voice of America sind als Werke der Bundesregierung der Vereinigten Staaten, sofern keine anderen Urheber angegeben sind, gemeinfrei.

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

July 20, 2011

Israelische Soldaten überwältigen 16 pro-palästinensische Aktivisten

Israelische Soldaten überwältigen 16 pro-palästinensische Aktivisten

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 12:06, 20. Jul. 2011 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Jerusalem (Israel), 20.07.2011 – Am gestrigen Dienstag hat die israelische Marine ein Hilfsschiff mit 16 Aktivisten aus sechs Nationen (darunter keine Deutschen) an Bord geentert. Die Insassen leisteten keinen Widerstand. Wie ein Sprecher der israelischen Streitkräfte mitteilte, habe man die Aktivisten vorher per Funk informiert, dass sie sich auf dem Weg in gesperrte Gewässer befänden. Die Yacht „Dignité al Karama“ hatte Kurs auf die Küste des Gazastreifens gehalten, bis sie um 8.30 Uhr (MESZ), 40 Seemeilen vor Gaza, gestoppt wurde. Dem Sender al-Dschasira zufolge wird das Schiff in den südisraelischen Hafen Aschdot gefahren, wo die Hilfsgüter ausgeladen werden sollen. Neben Aktivisten der Organisation „Ein französisches Schiff für Gaza“ befinden sich auch Journalisten auf dem Schiff. Neun weitere Schiffe der Hilfsflotte liegen in griechischen Häfen fest. Ende Mai 2010 töteten israelische Soldaten bei einer ähnlichen Aktion neun Aktivisten.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Israelisches Militärwesen

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

July 11, 2011

Zypern: Buschbrand löst Explosion auf Militärstützpunkt aus

Zypern: Buschbrand löst Explosion auf Militärstützpunkt aus

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 18:56, 11. Jul. 2011 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Nikosia (Zypern), 11.07.2011 – Eine Detonation auf dem Stützpunkt Evangelos Florakis an der Südküste Zyperns wurde vermutlich durch einen Buschbrand in den frühen Morgenstunden ausgelöst. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wird derzeit von zehn Todesopfern ausgegangen. Deutlich höher soll die Zahl der Verletzten sein.

Auf dem Stützpunkt befanden sich Container mit Munition, die von dem unter zyprischer Flagge fahrenden Schiff „Monchegorsk“ stammen. Es wurde im Februar 2009 aufgebracht, da der Verdacht bestand, dass die Munition vom Iran nach Gaza transportiert werden sollte. Weshalb die gefährliche Fracht nach so langer Zeit noch auf dem Stützpunkt war, ist nicht bekannt.

Der Leiter der Nationalgarde sprach im zyprischen staatlichen Rundfunk von einer großen Katastrophe. In den nahegelegenen Ortschaften Zygi und Mari gibt es große Schäden. Nach Augenzeugenberichten sollen in der Ortschaft Mari fast alle Fensterscheiben geborsten sein. Nach der gewaltigen Explosion sei ein Regen von Glassplittern und anderem Material niedergegangen. Das Elektrizitätswerk Vasiliko wurde schwer beschädigt, die Bevölkerung ist zum Stromsparen aufgerufen.

Staatspräsident Dimitris Christofias traf sich in der Hauptstadt Nikosia mit Ministern des Landes zu einer Krisensitzung.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Militär

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.
Older Posts »