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May 9, 2007

Proteste gegen Versteigerung der Köpi gehen weiter

Proteste gegen Versteigerung der Köpi gehen weiter

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Artikelstatus: Fertig 21:18, 9. Mai 2007 (CEST)
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Berlin / Leipzig / Potsdam (Deutschland), 09.05.2007 – Nach der gestrigen Versteigerung des alternativen Berliner Kultur- und Wohnprojekts Köpi gab es am Abend in Berlin und weiteren deutschen Städten Protestdemonstrationen.

Kultur- und Wohnprojekt Köpi

In Berlin-Kreuzberg fand am Abend eine friedliche Spontandemonstration mit 400 Personen statt. Nachdem die Demonstration vom Veranstalter aufgelöst wurde, wurden in Friedrichshain, Kreuzberg und Mitte mehrere Fahrzeuge und Müllcontainer angezündet. Im Umfeld der Demonstration wurden sechs Personen festgenommen, 18 weitere wurden ermittlungsdienstlich untersucht.

Auch in Leipzig und Potsdam fanden noch am Abend spontane Demonstrationen von Unterstützern der Köpi statt. Im Leipziger Bezirk Connewitz versammelten sich gegen 19 Uhr etwa 100 Demonstranten. Die Veranstalter sprechen von bis zu 300 Teilnehmern. Zwei Demonstranten wurden festgenommen, nachdem unter anderem Polizeifahrzeuge angegriffen wurden. In Potsdam demonstrierten spontan etwa 80 Personen gegen die Versteigerung der Köpi und gegen die Wohnraum- und Kulturpolitik in Berlin. Im Laufe der Nacht wurden auch in Potsdam mehrere Brandstiftungen verübt.

Für den heutigen Abend ist eine weitere Demonstration auf dem Mariannenplatz in Berlin-Kreuzberg angemeldet. Neben der Versteigerung der Köpi werden auch die deutschlandweiten Hausdurchsuchungen in autonomen Projekten im Zusammenhang mit geplanten G8-Protesten thematisiert. In Frankfurt am Main, Darmstadt, Siegen und Göttingen sind weitere Demonstrationen für den Abend geplant.

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Quellen

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May 8, 2007

Alternatives Kulturzentrum Köpi wird zwangsversteigert

Alternatives Kulturzentrum Köpi wird zwangsversteigert

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Artikelstatus: Fertig 00:00, 9. Mai 2007 (CEST)
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Kundgebung vor dem Amtsgericht

Berlin (Deutschland), 08.05.2007 – Unter friedlichen Protesten von Bewohnern und Sympathisanten wurde die Köpenicker Straße 137 zwangsversteigert. Auf dem Grundstück befindet sich das alternative Wohn- und Kulturprojekt Köpi. Gegen 9 Uhr wurde die Köpenicker Straße 137 für das geringste Gebot von rund 835.000 Euro verkauft. Der Verkehrswert des Grundstücks beträgt 1.670.000 Euro. Der Bieter Herr Fichtner handelte im Auftrag einer VKB GmbH & Co, die von dem Vorratsgesellschaftsanbieter VRB GmbH vor einigen Tagen verkauft wurde.

Köpenicker Straße 137 „Köpi“

Das Köpi ist ein 1990 besetztes und 1991 legalisiertes Haus in der Köpenicker Straße 137 in Berlin-Mitte und wurde als autonomes Wohnprojekt und Kulturzentrum bezeichnet. Nachdem es in Eigenarbeit renoviert und umgebaut wurde, bietet es Wohn- und Lebenraum für zirka 60 Personen, sowie diverse Veranstaltungsräume. Seit 1999 drängte die Commerzbank als einer der Hauptgläubiger des Besitzers auf eine Zwangsversteigerung, welche aber im ersten Anlauf erfolglos blieb.

Die Grundstücke 133–136, auf denen sich ein Wagenplatz befindet, wurden um 12:30 Uhr ebenfalls an den gleichen Bieter versteigert. Sie erreichten einen Verkaufspreis von 907.500 Euro bei einem Verkehrswert von 1,81 Millionen Euro.

Der Versteigerung war am Samstag eine Protestdemonstration mit über 1.000 Teilnehmern vorausgegangen. Auch am Sonntag fanden spontane Demonstrationen statt, die von der Berliner Polizei wegen Hausfriedensbruch aufgelöst wurden. Am Vorabend der Versteigerung hatten Demonstranten vor dem Amtsgericht Mitte gegen die Versteigerung protestiert. In der Nacht vom 7. Mai auf den 8. Mai nahm die Polizei vier Jugendliche am Boxhagener Platz wegen schwerer Brandstiftung fest, auch in Schöneberg musste die Feuerwehr brennende Müllcontainer löschen. Am 8. Mai protestierten rund 300 Demonstranten mit Livemusik und gemeinsamem Essen „sehr laut, aber friedlich“ (Polizeimeldung) vor dem Amtsgericht gegen die Versteigerung. Nach Bekanntgabe der Versteigerung zogen rund 400 Demonstranten zum Heinrichplatz in Kreuzberg. Am Heinrichplatz wurde die Demonstration von der Polizei gewaltsam aufgelöst, ein Demonstrant wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus geliefert, sieben wurden festgenommen. Von den rund 200 im Einsatz befindlichen Polizisten wurden vier leicht verletzt. Gegen 13 Uhr versammelten sich noch einmal knapp 100 Personen vor dem Amtsgericht, um gegen die Versteigerung der Grundstücke Köpenicker Straße 133–136 zu protestieren. Für den Abend sind weitere Demonstrationen angekündigt.

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