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February 16, 2009

Designierter Linzer Weihbischof Wagner verzichtet auf Amt

Designierter Linzer Weihbischof Wagner verzichtet auf Amt

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Veröffentlicht: 12:36, 16. Feb. 2009 (CET)
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Linz (Österreich), 16.02.2009 – Der erst kürzlich ernannte Weihbischof der Diözese Linz, Gerhard Maria Wagner hat Papst Benedikt XVI. gebeten, seine Ernennung zurückzunehmen. Der katholische Pfarrer aus dem oberösterreichischen Windischgarsten galt innerhalb seiner eigenen Diözese als umstritten.

So berichtete die in Oberösterreich erscheinende „Rundschau am Sonntag“ gestern von einer Initiative oberösterreichischer Geistlicher, die den Amtsantritt Wagners als Weihbischof von Linz verhindern wollten. Ihr Anliegen wollte eine Gruppe liberaler Pfarrer durch einen Kirchenrundbrief und eine Unteschriftensammlung unterstützen. Die Bischofsweihe selbst sollte zu einer Demonstration der Ablehnung für den designierten neuen Weihbischof werden. Zu diesem Zweck war daran gedacht, für die zentralen Funktionen von Ministranten bei dieser Zeremonie nur Mädchen einzusetzen. Der als äußerst konservativ geltende Pfarrer Wagner hatte Mädchen in seiner Kirchengemeinde von solchen Funktionen ausgeschlossen.

Die Nachricht von der Ernennung Wagners zum Weihbischof von Linz hatte in den katholischen Kirchengemeinden der Diözese zu einer Welle von Kirchenaustritten geführt.

Wagner war über die Grenzen seiner Diözese hinaus durch Äußerungen bekannt geworden, die auf Verwunderung gestoßen waren. So hatte er in den Harry-Potter-Romanen Tendenzen zum Satanismus wahrgenommen, vor denen Jugendliche geschützt werden müssten. Auch seine Äußerungen angesichts der katastrophalen Auswirkungen des Hurrikans „Katrina“, in denen er eine Strafe Gottes sah, hatten auch überregional für Diskussionsstoff gesorgt. Zuletzt hatten seine Ausführungen zu Fragen der Homosexualität Widerspruch ausgelöst, in denen er diese sexuelle Orientierung als Krankheit bezeichnet hatte, die behandelt werden müsse (Wikinews berichtete).

Offenbar gab Wagner nun dem Druck der inner- und außerkirchlichen Öffentlichkeit nach und bat den Papst um die Rücknahme der Ernennung: „Angesichts der heftigen Kritik bin ich im Gebet und nach Rücksprache mit dem Diözesanbischof zu dem Entschluss gekommen, den Heiligen Vater in Rom um Rücknahme meiner Ernennung zum Weihbischof von Linz zu bitten“, heißt es in einer gestern verbreiteten Erklärung

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Quellen

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February 8, 2009

Weihbischof von Linz: „Homosexualität ist heilbar“

Weihbischof von Linz: „Homosexualität ist heilbar“

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Veröffentlicht: 17:28, 8. Feb. 2009 (CET)
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Linz (Österreich), 08.02.2009 – Während die interessierte Öffentlichkeit von dem Streit um die Rücknahme der Exkommunikation des Pius-Bruders Richard Williamson noch in Atem gehalten wird, sorgt in Österreich eine andere Personalie für Unmut in einigen katholischen Gemeinden der Alpenrepublik. Der gerade erst ernannte Linzer Weihbischof Gerhard Maria Wagner sorgt mit einigen Aussagen für Schlagzeilen. Gegenüber der österreichischen Zeitschrift profil nahm er zum Thema Homosexualität Stellung. Der Weihbischof von Linz bejaht die Frage, ob Homosexualität heilbar sei und behandelt werden müsse: „Dafür gibt es genügend Beispiele, nur davon spricht man nicht.“

Das Bild zeigt zerstörte Häuser nach dem Hurrikan Kathrina, 2005
Interpretation durch Weihbischof Wagner:
Das „Prinzip des strafenden Gottes“:

Weihbischof von Linz: „Homosexualität ist heilbar“
Es ist wohl kein Zufall, dass in New Orleans alle fünf Abtreibungskliniken sowie Nachtklubs zerstört wurden.
Weihbischof von Linz: „Homosexualität ist heilbar“

– Gerhard Wagner, Weihbischof von Linz, laut kurier.at

Der ehemalige Pfarrer von Windischgarsten war erst am 4. Februar von Papst Benedikt XVI. zum Weihbischof der Diözese Linz ernannt worden. In einem Interview mit der österreichischen Tageszeitung Kurier bekannte sich Wagner zum „Prinzip des strafenden Gottes“. So sieht der Bischof Naturkatastrophen als Strafen Gottes an: „Eltern strafen ja auch ihre Kinder – und das hoffentlich aus Liebe. Warum soll Gott nicht auch ein Signal setzen? In der Heiligen Schrift haben wir ganz klar das Prinzip des strafenden Gottes.“ Zu den katastrophalen Auswirkungen des Hurrikans Kathrina hatte Wagner „geistige Umweltverschmutzung“ als Ursache ausgemacht. Es sei kein Zufall gewesen, „dass in New Orleans alle fünf Abtreibungskliniken sowie Nachtklubs zerstört wurden.“ Frühere Äußerungen Wagners zu den „Harry-Potter-Romanen“, die er als „satanisches Werk“ ansieht, hatten auch bereits für Verwunderung gesorgt. Gegenüber dem Kurier präzisierte er diese Aussage: „Bei Harry Potter ist von Zauberei und Hexerei die Rede. Das ist nicht harmlos.“ Wagner sieht zum Beispiel im dritten Band der Harry-Potter-Reihe „viel Okkultes“, wovor man Kinder schützen müsse.

Die Kritik an seiner Person nimmt der Weihbischof gelassen auf. Dass seinetwegen immer mehr Menschen aus der Kirche austreten, tue ihm leid, „aber ich habe um die Zukunft der Kirche keine Angst.“ Er fügt hinzu: „Vielleicht müssen wir erst wieder eine kleine Gruppe werden, um dann stärker hinaus zu wirken. Und dann werden die Wenigen mehr bewegen als die Vielen, die sich nicht bewegen.“

In Österreich treten seit Beginn der 1980-er Jahre jährlich zwischen 30.000 und 50.000 Menschen aus der katholischen Kirche aus.

Nach der Ernennung Wagners verdoppelte sich in den Wiener Gemeinden der katholischen Kirche die Zahl der Kirchenaustritte. In Linz kam es zu einer Verdreifachung dieser Zahl. Hans Peter Hurka, Vorsitzender der Plattform „Wir sind Kirche“ innerhalb der katholischen Kirche sieht die Ursache für die wachsende Zahl von Kirchenaustritten in einer Auseinanderentwicklung zwischen der katholischen Basis und der Amtskirche. Bei den Gläubigen habe sich sehr viel verändert, während sich in der Amtskirche fast nichts bewege. In den Entscheidungen des Papstes sieht er ein massives Ungleichgewicht: „Es steckt politisches Kalkül dahinter, rechte Strömungen in der Kirche sollen gestärkt werden.“

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