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November 22, 2012

Bombenanschlag auf Omnibus in Tel Aviv

Bombenanschlag auf Omnibus in Tel Aviv – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Bombenanschlag auf Omnibus in Tel Aviv

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Veröffentlicht: 09:39, 22. Nov. 2012 (CET)
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Tel Aviv (Israel), 22.11.2012 – Bei einem Bombenanschlag auf einen Linienbus in Tel Aviv wurden am Mittwoch 27 Personen verletzt. Es handelte sich um den ersten Bombenanschlag in Tel Aviv seit 2006. Der Anschlag löste Befürchtungen aus, es könne erneut zu einer Intifada kommen. Während der ersten und zweiten Intifada wurden mehr als 1.000 Israelis und durch israelische Vergeltungsmaßnahmen auch mehr als 5.000 Palästinenser getötet.

Zu dem Bombenanschlag hat sich die Organisation Volksfront zur Befreiung Palästinas – Generalkommando bekannt, doch liegen für ihre Täterschaft keine Beweise vor. Die Hamas lobte die Bombenexplosion als „eine natürliche Antwort auf die Besatzungsverbrechen und die andauernden Massaker gegenüber Zivilisten im Gazastreifen.“

Nach Ansicht von Bassem Ezbidi, einem politischen Analysten im Westjordanland, ist es unwahrscheinlich, dass Hamas hinter der Explosion steckt. Anschläge auf Busse hinterließen in der Erinnerung der Leute eine schlechte Wirkung, was Hamas im Moment, in dem sie internationale Unterstützung gewinne, nicht gebrauchen könne, so Ezbidi. Allerdings sei der Vorgang bei Hamas als Signal willkommen, es könne zu einem Wiederaufleben der Intifada kommen, falls Israel eine Bodenoffensive in den Gazastreifen beginnen würde.

Die Bombenexplosion ereignete sich während der Fahrt, kurz bevor der Bus eine Haltestelle auf dem Schaul-Hamelech-Boulevard im frequentierten Zentrum der Stadt erreichte, unweit eines Museums und gegenüber eines Eingangs zum Hauptquartier der israelischen Armee. Ein Mann hatte den Sprengkörper zurückgelassen, bevor er den Bus verließ.

Der Anschlag wurde von US-Außenministerin Hillary Clinton „streng verurteilt“. Clinton befindet sich derzeit im Nahen Osten, um an der Herbeiführung eines Waffenstillstandes zwischen Israel und den verschiedenen Milizen im Gazastreifen mitzuwirken. Sie traf zunächst mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu und dann mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas zusammen, bevor sie nach Kairo flog, um mit dem ägyptischen Präsidenten Mursi zu sprechen. Dieser traf später auch mit UN-Generalsekretär Ban Ki-mun zusammen.

Ein starker Anstieg von Raketenabschüssen aus dem Gazastreifen hatte Israel zur gezielten Tötung des Anführers der Qassam-Brigaden, Ahmed al-Dschabari und der nachfolgenden Militäroperation „Wolkensäule“ veranlasst. Durch israelische Militärflugzeuge und Hubschrauber wurden zahlreiche militärische Ziele im Gazastreifen angegriffen. Seit Beginn der Offensive am 14. November wurden 144 Palästinenser getötet, unter den Toten sind nach Angaben von Aschraf al-Kidry, einem Angehörigen der Gesundheitsbehörden im Gazastreifen, 60 Zivilisten.

Auf israelischer Seite wurden durch den Beschuss mit Raketen aus dem Gazastreifen bislang fünf Zivilisten getötet. Insgesamt wurden seit Ausbruch der Kämpfe 1.400 palästinensische Raketen gezählt, von denen einige hundert durch ein von den Vereinigten Staaten mitfinanziertes Raketenabwehrsystem namens Iron Dome abgeschossen wurden. Die israelische Luftwaffe flog bislang rund 1.500 Ziele im Gazastreifen an.

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November 5, 2011

Israelische Marine bringt zwei Schiffe auf

Israelische Marine bringt zwei Schiffe auf

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Veröffentlicht: 00:48, 5. Nov. 2011 (CET)
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Dieses von den israelischen Streitkräften veröffentlichte Bild zeigt Soldaten der IDF beim Entern des irischen Schiffes „Saoirse“

Haifa (Israel), 05.11.2011 – Zwei Schiffe wurden am Freitag (4. November) von der israelischen Marine in internationalen Gewässern aufgebracht. An Bord der beiden Wasserfahrzeuge befanden sich 27 Aktivisten aus neun Ländern, die die von Israel verhängte Seeblockade gegen den Gazastreifen durchbrechen wollten. Beide Schiffe hatten im Laufe der Woche türkische Häfen verlassen und Kurs auf die Küste des Gazastreifens genommen, bevor sie etwa 130 km vor ihrem Ziel abgefangen wurden. Die Aktivisten sollen nun in ihre Heimatländer abgeschoben werden.

Nach Ansicht der Aktivisten der „Freedom Waves to Gaza“ ist die israelische Seeblockade illegal und unmoralisch. „Es ist klar, dass 27 Zivilisten auf zwei kleinen Schiffen, die nur Medikamente geladen haben, keine Sicherheitsgefährdung für den israelischen Staat bedeuteten, und dass die Entschlossenheit, diese fernzuhalten nur eine Steigerung der Politik Israels der kollektiven Bestrafung ist, ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, erklärt Huwaida Arraf, eine Sprecherin der Initiative. Israel hingegen hält die Seeblockade für notwendig, „um die Terrororganisation Hamas daran zu hindern, sich selbst mit Raketen und Waffen zu versorgen.“

Wie ein Sprecher der israelischen Streitkräfte der Presse mitteilte, habe man die beiden Schiffe mehrfach aufgefordert beizudrehen und Kurs auf Aschdod zu nehmen. Diesen Aufforderungen sei nicht Folge geleistet worden, weswegen man die beiden Wasserfahrzeuge, die unter irischer Flagge fahrende „Saoirse“ und das kanadische Schiff „Tahrir“, geentert habe. Es sei kein Widerstand geleistet worden.

Anfang Juni 2010 wurden beim Aufbringen einer Gaza-Flottille an Bord der „Mavi Marmara“ neun türkische Aktivisten getötet. Dieser Zwischenfall hatte zu internationalem Protest gegen das israelische Vorgehen und zu einer Eiszeit in den Beziehungen zwischen Israel und der Türkei geführt.

In Gaza-Stadt forderte derweil Hamas-Chef Ismail Haniyya Aktivisten aus aller Welt auf, weiter Schiffe nach Gaza zu schicken. Nach seinen Worten ist „die Belagerung ungerecht und muss beendet werden“.

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Quellen[Bearbeiten]

Bericht basiert ganz oder teilweise auf Text der Voice of America
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February 1, 2009

Israel droht mit „überproportionaler Reaktion“ auf neuerlichen Raketenbeschuss

Israel droht mit „überproportionaler Reaktion“ auf neuerlichen Raketenbeschuss

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Veröffentlicht: 20:22, 1. Feb. 2009 (CET)
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Raketenreichweiten vom Gazastreifen auf israelisches Gebiet

Askalon / Tel Aviv (Israel), 01.02.2009 – Am frühen Sonntagmorgen schlugen laut dem israelischen Nachrichtenportal haaretz.com erneut vier Raketen sowie Mörser-Granaten in der Negev-Region im Süden Israels ein, die von militanten Palästinensern aus dem Gazastreifen abgefeuert worden waren. Zwei israelische Soldaten wurden durch Schrapnell der Mörsergranaten leicht verletzt. Es gibt bisher keine Hinweise auf Schäden oder Verletzte durch die Raketeneinschläge, die überwiegend auf freiem Feld niedergingen. Eine der Raketen ging nach Angaben von Haaretz zwischen zwei Kindergärten nieder. Am Samstagmorgen war eine Grad-Rakete sowjetischer Bauart südlich von Askalon niedergegangen. Die Verantwortung für die Raketenangriffe übernahm eine Gruppierung der al-Aqsa-Brigaden, einem bewaffneten Zweig der Fatah.

Nach der wöchentlichen Sitzung des israelischen Kabinetts erklärte Ministerpräsident Ehud Olmert, Israel werde auf den neuerlichen Raketenbeschuss mit einer „harten und überproportionalen Reaktion“ antworten. Die israelische Armeeführung sei mit der Vorbereitung einer entsprechenden Militäraktion beauftragt worden. „Wir werden den Terroristen keine Vorwarnung geben, wie wir antworten werden, wo und wie es geschehen wird“, sagte Olmert.

Beobachter rechnen mit der Möglichkeit, dass der wieder aufgenommene Raketenbeschuss auf Israel nach der Verkündung des Waffenstillstandes nach dem Ende der Operation Gegossenes Blei und die israelische Reaktion darauf, den Ausgang der israelischen Parlamentswahlen am 10. Februar beeinflussen könnten. Laut Umfragen liegt der gegenwärtige Oppositionsführer und ehemalige Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zurzeit in der Wählergunst vorne. Netanjahu vertritt eine harte Linie gegenüber der Hamas.

In den vergangenen acht Jahren waren 18 Menschen in Israel Opfer palästinensischer Raketenangriffe aus dem Gazastreifen geworden. Diese Raketenangriffe waren ein wesentlicher Grund der israelischen Militäroperation Gegossenes Blei um die Jahreswende 2008/2009.

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February 3, 2008

Ägypten macht Grenze zum Gazastreifen wieder zu – Palästinenser ohne Versorgung

Ägypten macht Grenze zum Gazastreifen wieder zu – Palästinenser ohne Versorgung

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Veröffentlicht: 22:19, 3. Feb. 2008 (CET)
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Gazastreifen (Palästinensische Autonomiegebiete) / Kairo (Ägypten), 03.02.2008 – In Nahost haben sich die Grenzen zu Ägypten für palästinensische Bürger wieder geschlossen. Lediglich ein Fußgängerweg Richtung Autonomiegebiet blieb offen, damit Palästinenser aus Ägypten in ihre Heimat zurückkehren können. Nach Angaben der radikal-islamischen Hamas, die den Teil des palästinensischen Autonomiegebietes kontrolliert, verlaufe die Schließung weitestgehend problemlos und ohne Gewalt.

Die Grenzen öffneten sich, als die Hamas eine israelische Blockade vor wenigen Tagen beschoss und dabei die Absperrungen in Mitleidenschaft zog. Tausende Palästinenser strömten ins Nachbarland, um sich mit Gütern zu versorgen.

Die Hamas forderte bei der ägyptischen Regierung ein Mitbestimmungsrecht bei den Grenzkontrollen zum Nachbarland. Eine offizielle Einigung gab es jedoch nicht. Nach der Schließung der Grenzen ist es für die Palästinenser nicht mehr möglich, sich mit Lebensmitteln und anderen Waren zu versorgen.

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January 27, 2008

Gazastreifen – Grenzöffnung nach Ägypten

Gazastreifen – Grenzöffnung nach Ägypten

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Veröffentlicht: 18:35, 27. Jan. 2008 (CET)
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Gazastreifen (Israel), 27.01.2008 – Aufgrund der Versorgungskrise im Gazastreifen sprengte die Hamas am 23. Januar 2008 einen mehreren hundert Meter langen Teil der Grenzmauer zu Ägypten. Das führte zu einer Fluchtbewegung von einigen hunderttausend Palästinensern aus dem Gazastreifen in die ägyptische Provinz Schimal Sina. Die ägyptischen Grenztruppen schauten dem Flüchtlingsstrom am Mittwoch und Donnerstag noch hilflos zu.

Als die ägyptischen Grenztruppen am Freitag, dem 25. Januar 2008, versuchten, das Eindringen neuer palästinensicher Flüchtlinge nach Ägypten auch durch Einsatz von Wachhunden und Warnschüssen zu verhindern, rissen Hamas-Aktivisten mit Bulldozern neue Löcher in die Grenzmauer, durch die erneut tausende Flüchtlinge nach Ägypten eindrangen. Daraufhin hat Ägypten seine Grenztruppen wieder zurück gezogen.

In Israel werden Stimmen laut, die Verantwortung für die Versorgung der 1,5 Millionen Palästinenser den Ägyptern zuzuschieben.

Der ägyptische Staatspräsident Husni Mubarak lud die verfeindeten Palästinenserorganisationen Hamas und Fatah zu gemeinsamen Gesprächen nach Ägypten ein, weil er Frieden zwischen den Palästinensern stiften wolle.

Karen Koning AbuZayd, die UNRWA-Leiterin des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA), äußerte sich besorgt über die Lage im Gazastreifen. Sie sei „über die völlige Unmenschlichkeit der Abriegelung von Gaza tief betroffen“.

Quellen

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August 28, 2006

Gazastreifen: Mindestens vier Palästinenser wurden durch israelisches Militär getötet

Gazastreifen: Mindestens vier Palästinenser wurden durch israelisches Militär getötet

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Artikelstatus: Fertig 21:47, 28. Aug. 2006 (CEST)
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Israelische Soldaten haben im Gazastreifen sechs Palästinenser erschossen

Gaza (Palästinensische Autonomiegebiete), 28.08.2006 – Am Montag, den 28. August sind in der Nähe von Gaza-Stadt im Nordosten des Landes nach unterschiedlichen Angaben mindestens drei Palästinenser von israelischen Soldaten erschossen worden. Die militanten Palästinenser haben sich nach Angaben der israelischen Armee einem israelischen Militärposten im Bezirk Schidschaia in „bedrohlicher Weise“ genähert und seien daraufhin mit Luft- und Bodentruppen angegriffen worden. Übereinstimmend mit Augenzeugenberichten und Angaben der Sanitäter vor Ort sind nach palästinensischen Angaben vier Palästinenser erschossen worden. Aus palästinensischen Quellen verlautete, die Soldaten seien Hamas-Polizisten und Anhänger der Al-Kassam-Brigaden, dem militärischen Arm der Hamas, gewesen. Nach anderen Angaben palästinensischer Behörden sollen zwei der Erschossenen Mitglieder der Leibgarde von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas gewesen sein. Die israelische Regierung spricht nach einer Phase des Schweigens, in der keine Stellungnahme abgegeben wurde, nun von drei getöteten Palästinensern.

Israelische Luftwaffe

Zudem wurde nach Informationen der Basler Zeitung ein 15-jähriger Palästinenser im Norden des Gazastreifens von einem Blindgänger getötet. Aus palästinensischen Quellen verlautete außerdem, dass das israelische Militär im Süden des Landes einen jungen Palästinenser getötet habe, was von israelischer Seite zunächst nicht bestätigt wurde.

Am Freitag, den 25. August sind nach Angaben des Spiegels bei Luftangriffen mindestens neun Palästinenser verletzt worden, am vergangenen Sonntag starben vier Palästinenser bei einer Offensive des israelischen Militärs im Osten Gazas, viele weitere wurden verletzt, auch zwei Kameramänner der Nachrichtenagentur Reuters. Unter den Verletzten soll sich nach palästinensischen Angaben auch ein sechsjähriger Junge befinden, der von einer Kugel schwer verwundet wurde. Die israelische Tageszeitung Haaretz berichtet, dieser Vorfall werde untersucht. Auch der Beschuss des gepanzerten Fahrzeuges der Nachrichtenagentur Reuters wird nicht ohne Konsequenzen bleiben: Die „Foreign Press Association“, ein Sprachrohr von Journalisten in Israel, hat der Darstellung der israelischen Armee, das Fahrzeug sei nicht mit Presseschildern gekennzeichnet gewesen, widersprochen und fordert eine vollständige Aufklärung der Umstände des Beschusses.

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July 9, 2006

UN-Menschenrechtsrat tritt zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen

UN-Menschenrechtsrat tritt zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen

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Artikelstatus: Fertig 20:58, 9. Jul. 2006 (CEST)
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Genf (Schweiz), 09.07.2006 – Der neu gegründete UN-Menschenrechtsrat, der an die Stelle der bisherigen UN-Menschenrechtskommission tritt (Wikinews berichtete), ist am Montag, dem 19. Juni, zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengetreten. Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) begrüßte die Einrichtung des UN-Menschenrechtsrates und betonte in einem Interview vom 18. Juni, dass Deutschland auch in Zukunft „konsequent und mit allem Nachdruck die Prinzipien der Universalität und Unteilbarkeit aller Menschenrechte“ verteidigen werde. Auch die österreichische Außenministerin Ursula Plassnik warb im Namen der Europäischen Union für weltweites Engagement für die Einhaltung und Verbreitung der Menschenrechte. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch sah den neuen Rat im Vorfeld als eine Möglichkeit zur Wahrung der Menschenrechte, wohingegen der Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen dem Kompromiss ein schlechtes Zeugnis ausstellte: Die Einigung verhindere nicht, so Robert Menard, dass Staaten, die sich über die Einhaltung der Menschenrechte hinwegsetzten, ein Sitz im UN-Menschenrechtsrat zugestanden werde.

Trotz eines offensichtlichen Entgegenkommens palästinensischer Hamas-Regierungsoffizieller hat Ehud Olmert angeordnet, gewaltsam in den Gaza-Streifen einzudringen, Ehud Olmert bei einer Rede in São Paulo, 2005 (Antônio Milena/ABr)

Da die UN-Menschenrechtskommission international in Misskredit geraten war, weil sich vor allem die reichen Industrienationen gegenseitig blockierten und deshalb ein effektiver Kampf gegen die Missachtung der Menschenrechte unmöglich gemacht wurde, machte sich UN-Generalsekretär Kofi Annan auf der Eröffnungssitzung für einen „konsequenten Neubeginn“ stark. „Der Rat stellt eine bedeutende Chance für die UN und für die Menschheit dar, den Kampf für Menschenrechte wieder aufleben zu lassen“, so Annan vor dem Rat.

Für die Aufnahme in den UN-Menschenrechtsrat gelten schärfere Kriterien, da international vor allem angeprangert worden war, dass in der UN-Menschenrechtskommission auch der Menschenrechtsverletzung beschuldigte Staaten vertreten waren. So soll jedes Mitgliedsland periodisch dahingehend überprüft werden, ob es sich für die Wahrung der Menschenrechte einsetzt. Trotz einer höheren Messlatte für den Beitritt wurden auch umstrittene Länder, unter anderem Russland, China, Kuba und Saudi-Arabien, in den Rat gewählt.

Die OIC prangert israelische Militäraktionen gegen Palästinenser an

Der UN-Menschenrechtsrat beschloss auf seiner konstituierenden Sitzung mit 29 Ja-Stimmen, elf Gegenstimmen und fünf Enthaltungen eine Resolution, die von Mitgliedern der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) und arabischen Staaten auf die Tagesordnung gesetzt worden war. Zahlreiche EU-Mitgliedsländer, darunter Frankreich, Deutschland und Großbritannien, Israel und die USA stimmten gegen den Entwurf. Der Resolutionstext kritisiert das Vorgehen der israelischen Armee in den Palästinensischen Autonomiegebieten und bezeichnet diese als Verletzung des internationalen Menschenrechts. Zudem wird eine spezielle Delegation unter dem UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Palästina, John Dugard, in den Gazastreifen geschickt, um einen Lagebericht für die nächste Sitzung des Menschenrechtsrates zu erstellen. Dugard hatte Israel in einer Rede vor dem Rat scharf angegriffen und beschuldigt, „die grundlegendsten Normen“ der Menschenrechte zu verletzen. Israel wurde außerdem aufgefordert, die palästinensischen Minister und Mitglieder der palästinensischen legislativen Kammer freizulassen. Zahlreiche diplomatische Vertreter erklärten ihre ablehnende Haltung mit der Unausgewogenheit des Textes.

Warren W. Tichenor, der Vertreter der Vereinigten Staaten von Amerika, bedauerte die Menschenrechtssituation in den besetzten palästinensischen Gebieten behandeln zu müssen. Die amerikanische Regierung glaube nicht daran, dass sich die Sitzung des UN-Menschenrechtsrates lediglich auf einen Aspekt der Situation beschränken sollte. Die Verantwortung der von der Hamas geführten Regierung und das Versagen der Palästinensischen Autonomiebehörde, den Terror zu brandmarken, würden so ignoriert. Nichtsdestotrotz rief er die israelische Regierung zur Zurückhaltung auf. Die israelische Regierung protestierte am Freitag gegen die Resolution. Nach Ansicht der israelischen Regierung führt der UN-Menschenrechtsrat mit der Resolution die „alten, schändlichen Gewohnheiten“ der Menschenrechtskommission fort.

Die Organisation der Islamischen Konferenz begrüßte unterdessen den Beschluss. Sie spricht in einer Pressemitteilung von „andauernden Aggressionen gegen das palästinensische Volk und seine Vertretungen“ und „massiven Menschenrechtsverletzungen und Verstößen gegen internationales Recht“. Ekmeleddin İhsanoğlu, Generalsekretär der OIC, bezeichnete das Vorgehen Israels als ein „Verbrechen gegen die Demokratie“.

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June 28, 2006

Hamas und Fatah einigen sich nach Medienberichten auf Zwei-Staaten-Lösung

Hamas und Fatah einigen sich nach Medienberichten auf Zwei-Staaten-Lösung

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Artikelstatus: Fertig 22:14, 28. Jun. 2006 (CEST)
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Mahmud Abbas sucht einen friedlichen Ausweg aus dem israelisch-palästinensischen Konflikt

Ramallah (Palästinensische Autonomiegebiete), 28.06.2006 – Ismail Haniyeh, Regierungschef der Hamas, und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas haben sich auf die Zwei-Staaten-Lösung geeinigt. Damit erkennt die regierende Hamas-Partei indirekt das Existenzrecht Israels an. Man strebe die Selbstbestimmung mit der Schaffung eines unabhängigen Staates in allen 1967 besetzten Gebieten mit Jerusalem als Hauptstadt an, so ein Auszug aus dem Dokument. Zudem wird der Gewalt gegen israelische Siedlungen abgeschworen; im Gegenteil sollten „Verhandlungen und politisches wie diplomatisches Vorgehen“ im Mittelpunkt der Politik des neuen palästinensischen Staates stehen.

Lediglich der Islamische Dschihad stimmte dem ausgearbeiteten Vorschlag nicht zu. Mit der Einigung wird das von Abbas angestrebte Referendum überflüssig.

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September 26, 2005

Israelische Armee setzt ihre Angriffe im Gazastreifen fort

Israelische Armee setzt ihre Angriffe im Gazastreifen fort

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Artikelstatus: Fertig 14:38, 27. Sep. 2005 (CEST)
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Israel, 26.09.2005 – Die israelische Luftwaffe hat in der Nacht zu Montag erneut Ziele im Gazastreifen beschossen. Nach israelischen Angaben habe man eine nahe der Stadt Bet Chanun befindliche Straße beschossen, von der aus Israel mit in der letzten Zeit mit „Qassam-Raketen“ angegriffen wurde. Hierbei wurde nach palästinensischen Angaben eine Person verletzt.

Weiterhin wurden vier Gebäude im Gazastreifen mit Raketen beschossen, die nach israelischen Angaben als Produktions- und Lagerstätten für Waffen gedient haben. Derweil hat Israels Premierminister Ariel Scharon am Sonntag die Armee aufgefordert gegen militante Palästinenser ohne Einschränkungen vorzugehen und ihre militärische Infrastruktur zu zerstören.

So wurden auch in der Nacht zu Montag weitere 50 Personen festgenommen, die nach israelischen Angaben der Terrororganisation Hamas und dem Islamischen Dschihad zuzuordnen sind. Darunter soll sich auch der Hamas-Führer Hassan Jussuf befinden. Bereits am Sonntag hat die israelische Armee über 200 Personen festgenommen.

Die Reaktionen der beschuldigten Hamas und Islamischer Dschihad sind unterschiedlich. Während ein Vertreter der Hamas ankündigte, aus Sorge um die palästinensische Bevölkerung keine weiteren Angriffe gegen Israel vorzunehmen und eine de facto Waffenruhe bis Ende des Jahres ankündigte, erklärte ein Vertreter des Islamischen Dschihad, dass es zu Vergeltungsschlägen kommen werde. Er begründete diese Ankündigung vorwiegend mit der Tötung des militärischen Chefs des Islamischen Dschihad durch die israelische Luftwaffe.

Der US-Botschafter in Israel hat bereits Verständnis für das israelische Vorgehen geäußert. Ob durch die jüngsten Konfrontationen das erste Treffen nach dem israelischen Gaza-Rückzug zwischen Ariel Scharon und Mahmud Abbas ausfallen wird, ist derzeit ungewiss. Jedoch wurde Seitens Israels ein Vorbereitungstreffen bereits abgesagt und das für Sonntag geplante Treffen in Frage gestellt.

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August 22, 2005

Israel: Räumung des Gaza-Streifens heute abgeschlossen

Israel: Räumung des Gaza-Streifens heute abgeschlossen

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Israel, 22.08.2005 – Auf Veranlassung der israelischen Regierung wurde heute die letzte Siedlung im Gaza-Streifen geräumt. Dieses Gebiet war von Israel beim Sechstagekrieg 1967 erobert und besetzt worden.

In der letzten der 21 israelischen Siedlungen im Gazastreifen, Nezarim, ging die Räumung im Gegensatz zu einigen anderen Siedlungen ohne große Widerstandsaktionen der Siedler vonstatten. Nach einem gemeinsamen Gebet mit den zur Räumung eingesetzten Soldaten der israelischen Armee zogen die Bewohner durch ihre Siedlung und begaben sich dann in für den Transport bereit gestellte Busse. „Wir gehen gegen unseren Willen, wir tun es aber nicht gesenkten Hauptes“, sagte ein Siedler. Nezarim, im Zentrum des Gazastreifens gelegen, war in der Vergangenheit häufig Ziel palästinensischer Angriffe gewesen.

Die Bewohner verließen ihre Siedlung ohne Widerstand. Nezarim war eine der ersten Siedlungen im Gazastreifen, die bereits fünf Jahre nach dem Sechstagekrieg gegründet worden war. Hier lebten etwa 70 Familien mit 450 Menschen. Die Einwohner hatten darum gebeten, als Letzte evakuiert zu werden, so die Tageszeitung „Ha´aretz“.

Israel hat angekündigt, Sanur und Homesch im Westjordanland seien die letzten Siedlungen, die es aufgeben werde. Im Westjordanland gibt es 120 Siedlungen mit über 200.000 Einwohnern, die Israel nicht aufgeben, sondern sogar ausbauen wolle.

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