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April 14, 2014

Haftbefehl gegen verdächtigen Bombenleger aufrecht erhalten

Haftbefehl gegen verdächtigen Bombenleger aufrecht erhalten

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Veröffentlicht: 14.04.2014, 01:12
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Lower Market Street in Omagh der Ort des Anschlags

Dungannon (Nordirland), 14.04.2014 – Am Montag 7. April wurde Seamus Daly in Newry verhaftet und im Zusammenhang mit dem Bombenanschlag von Omagh am 15. August 1998 wegen 29fachen Mordes angeklagt. Am Freitag 11. April wurde Daly einem Richter vorgeführt, der den Haftbefehl bestätigte und verfügte, dass der Angeklagte auch weiterhin in Haft bleiben muss, da Fluchtgefahr besteht. Der Richter begründete seine Entscheidung damit, dass Daly sich bei seiner Festnahme zunächst als sein Bruder ausgab, so dass seine Identität erst anhand von Fingerabdrücken festgestellt werden konnte. Die Verteidigung führte als Gegenargument an, dass Dalys Frau in diesen Tagen das zweite Kind des Ehepaars erwartet.

Denkmal des Anschlags in der Lower Market Street

Daly, der seine Mitgliedschaft in der IRA in einem früheren Prozess in der Republik Irland zugegeben hat, streitet aber ab, am Bombenanschlag in Omagh 1998 beteiligt gewesen zu sein. Daly war 2009 bereits in einem Zivilprozess, der von Hinterbliebenen der Opfer angestrengt worden war, zusammen mit drei anderen Männern vom High Court in Belfast zu Schadensersatzzahlungen in Höhe von 1,6 Millionen britischen Pfund verurteilt worden. Eine zweite Instanz bestätigte die Rechtmäßigkeit dieses Urteils. Die Zahlung der Summe steht noch immer aus.

Der Bombenanschlag in Omagh war der Anschlag, der die meisten Leben im Nordirlandkonflikt forderte, und wurde von der Real Irish Republican Army (RIRA), einer Abspaltung der Provisional Irish Republican Army (PIRA) ausgeführt. Während sich die PIRA im Karfreitagsabkommen vom 10. April 1998 zu einer gewaltfreien Lösung der Probleme in Nordirland verpflichtet hatte und seitdem alle ihre Waffen und Sprengstoff unbenutzbar gemacht hat, setzt die RIRA zusammen mit anderen republikanischen Terrorgruppen bis heute weiterhin auf einen bewaffneten Kampf in Nordirland.

Ein früherer Strafprozess gegen einen anderen Mann, der wegen des Anschlags in Omagh angeklagt worden war, brach zusammen, nachdem der Richter entschieden hatte, dass die kriminaltechischen Beweise nicht zweifelsfrei waren und dass die Polizei irreführende Aussagen vorgelegt hatte. Die Anklage gegen Daly beruht nun auf der Auswertung von Telefondaten, neuen kriminaltechnischen Untersuchungsergebnissen und Zeugenaussagen.

Angehörige der Opfer sprachen von ihrer Genugtuung, dass der Anschlag nun erneut vor Gericht verhandelt wird, da sie nichts anderes wollten, als die Wahrheit zu erfahren.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

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March 10, 2009

Nordirland: IRA-Splittergruppe will Stabilisierungsprozess stoppen

Nordirland: IRA-Splittergruppe will Stabilisierungsprozess stoppen

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Veröffentlicht: 23:20, 10. Mär. 2009 (CET)
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Belfast (Nordirland), 10.03.2009 – In Nordirland und Belfast ist es in den letzten Jahren zu einem Friedens- und Stabilisierungsprozess zwischen den verfeindeten Katholiken und Protestanten gekommen. Insbesondere nach dem Karfreitagsabkommen vom 10. April 1998 zwischen der Regierung der Republik Irland, der Regierung Großbritanniens und den Parteien in Nordirland kam es zu einer Stabilisierung der Lage.

Dieser Friedensprozess scheint aber einigen IRA-Splittergruppen, so der Real Irish Republican Army (RIRA) und der Continuity Irish Republican Army (CIRA), nicht zu gefallen. Sie versuchen seit März 2009, den fragilen Stabilisierungsprozess zu zerstören:

In der Nacht vom 7. auf den 8. März 2009 haben zwei unbekannte Terroristen aus einem fahrenden Fahrzeug wahllos auf Soldaten des Corps of Royal Engineers geschossen. Die Soldaten bewachten den Eingang der Massereene Barracks bei Antrim. Dabei wurden zwei Soldaten getötet und zwei Soldaten und zwei Imbisslieferanten schwer verletzt. Die Real Irish Republican Army bekannte sich gegenüber einer Dubliner Lokalzeitung zu dem Anschlag.

Nur zwei Tage später, am Montagabend, wurde ein Polizist in Craigavon, etwa 40 Kilometer südwestlich von Belfast, in einen Hinterhalt gelockt und erschossen. Er sollte nur einer Anzeige nachgehen, als ohne Vorwarnung das Feuer auf ihn eröffnet wurde und er dabei erschossen wurde. Die Continuity Irish Republican Army bekannte sich zu diesem Anschlag.

Die IRA-Splittergruppen RIRA und CIRA wollen mit ihren Anschlägen den alten Hass zwischen Protestanten und Katholiken in Nordirland wieder aufleben lassen, denn beide Seiten leben in gegenseitiger Angst und Misstrauen miteinander.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Vereinigtes Königreich
  • Schwere Ausschreitungen in der Republik Irland (27.02.2006)

Quellen

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September 11, 2005

Seit Jahren schwerste Unruhen in Belfast

Seit Jahren schwerste Unruhen in Belfast

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Artikelstatus: Fertig 12:53, 12. Sep. 2005 (CEST)
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Belfast (Nordirland), 11.09.2005 – Im Zusammenhang mit dem Verbot eines geplanten Umzugs nordirischer Protestanten ist es in Belfast zu den schwersten Straßenunruhen seit Jahren gekommen. Mehrere hundert Protestanten beteiligten sich an Kämpfen mit der Polizei.

Im Stadtgebiet wurden mehrere Fahrzeuge in Brand gesetzt. Die Demonstranten bewarfen die Polizei mit Brand- und Sprengsätzen sowie mit Steinen. Auch wurden die Polizisten mit Schnellfeuerwaffen beschossen. Diese setzten sich mit Wasserwerfern und Gummigeschossen zur Wehr. Sechs Polizisten wurden verletzt. Teilweise beteiligten sich auch katholische Extremisten an den Ausschreitungen. Nach Angaben der Polizei seien die Ausschreitungen geplant gewesen. Bei Durchsuchungen im Umfeld von zwei verbotenen protestantischen Extremistengruppen waren am Sonntag eine illegale Fabrik zur Herstellung von Sprengsätzen und mehrere Schusswaffen gefunden worden.

Auslöser der Unruhen war ein geplanter Umzug des protestantischen Oranierordens. Der alljährlich veranstaltete Umzug erinnert an den Sieg von Wilhelm von Oranien über den katholischen König Jakob II. in der „Schlacht am Boyne“ im Jahre 1690. Die Parade wird von vielen Katholiken als Provokation empfunden. Da es in der Vergangenheit hierbei immer wieder zu Ausschreitungen kam, hatten die Behörden vor wenigen Tagen eine Änderung der Route verfügt. Die von Katholiken bewohnte Springfield Road sollte dieses Jahr nicht begangen werden.

Die Unruhen erinnern an Ausschreitungen im Sommer 1996. Auch damals war eine geplante Marschroute verboten worden. Daraufhin kam es zu mehrtägigen Ausschreitungen von protestantischen Extremisten in ganz Nordirland. Nachdem schließlich der Umzug doch noch genehmigt wurde, kam es in den folgenden Tagen zu Gegendemonstrationen und Ausschreitungen von Katholiken.

Quellen

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