Mindestens zehn Tote bei Amoklauf in Alabama

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Veröffentlicht: 20:21, 12. Mär. 2009 (CET)
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Lage des US-Bundesstaates Alabama

Geneva County im US-Bundesstaat Alabama

Kinston (Vereinigte Staaten), 12.03.2009 – Bei einem Amoklauf im Südosten des Bundesstaates Alabama der Vereinigten Staaten, im Geneva County, und einer anschließenden Verfolgungsjagd des Amokschützen durch die Polizei tötete ein 28-jähriger Mann am Dienstagabend (Ortszeit) mindestens zehn Menschen. Der Täter erschoss sich nach stundenlanger Verfolgungsjagd durch die Polizei schließlich selbst.

Der Amoklauf begann ersten Ermittlungen zufolge in der Nähe des kleinen Ortes Kinston (Coffee County), wo der Täter, M. McLendon, das Haus seiner Mutter anzündete, nachdem er sie zuvor mit einem Kopfschuss getötet hatte. Die Polizei fand später die Leiche der Frau in der Küche des abgebrannten Hauses. Die Leiche war in Decken eingewickelt, die mit Verdünner getränkt worden waren. Die so vorbereitete Leiche hatte der Täter dann angezündet.

Unweit dieses Ortes, in Samson, erschoss der Mann dann seine Freundin, seine Großeltern, bei denen er als Kind gelebt hatte, sowie weitere Verwandte in der Nachbarschaft – insgesamt sieben Menschen. Unter den ersten Opfern befanden sich auch der stellvertretende örtliche Sheriff, dessen Frau und ein einjähriges Kind der Familie. Danach fuhr der Mann mit einem Auto in die 20 Kilometer entfernte Ortschaft Geneva, wo er nach Medienberichten wahllos auf weitere Menschen in Supermärkten und Geschäften mit einer halbautomatischen Waffe schoss. Auf der rund 20 Kilometer langen Verfolgungsjagd auf dem Highway 52 nach Geneva feuerte der Mann auf andere Autos; dabei starb ein Autofahrer. Dann gelang es der Polizei offenbar, den flüchtigen Amokläufer nördlich der Stadt Geneva zu stellen. Dieser verschanzte sich dort in einer Fabrik für Klimaanlagen (nach anderen Berichten handelt es sich um das Gelände einer Metallwerkstatt, in der der Täter einmal gearbeitet haben soll), wo er die Waffe schließlich gegen sich selbst richtete und sich erschoss. Das Motiv des Schützen ist noch unklar. Aufgrund der zahlreichen Verwandten, die getötet wurden, vermuteten Medien ein Familiendrama als Hintergrund der Tat.

McLendon hatte in einer Wurstfabrik gearbeitet. Bei seinen Nachbarn war er bereits mehrfach unangenehm wegen Schießübungen aufgefallen, die er im Garten veranstaltet hatte. Davon abgesehen nahmen ihn seine Nachbarn und Kollegen als verschlossenen Menschen wahr; ein Firmensprecher seines letzten Arbeitgebers bezeichnete McLendon als „zuverlässigen Teamarbeiter“. Bezirksstaatsanwalt Gary McAliley beschrieb den Amokschützen als Waffennarr. Bei der Durchsuchung des Hauses fand die Polizei später Dutzende Munitionsschachteln und eine große Menge anderen Materials „wie es beim Überlebenstraining eingesetzt wird“, so der ermittelnde Staatsanwalt. Außerdem wurde eine Liste von Arbeitskollegen des Täters gefunden, die Aufzählungen von Vorfällen enthielten, bei denen sich McLendon zurückgesetzt oder beleidigt gefühlt hatte. Auf dem Küchentisch wurden außerdem Entlassungspapiere seiner Mutter gefunden. Diese deuten laut Medienberichten auf einen möglichen wirtschaftlichen Hintergrund der Tat hin.

Seit Mittwochabend ermittelt in dem Fall die Bundespolizei FBI an sechs verschiedenen Tatorten.

Der Amoklauf von Alabama ereignete sich wenige Stunden bevor im baden-württembergischen Winnenden ein 17-jähriger Jugendlicher ein Blutbad unter den Schülern seiner ehemaligen Schule anrichtete. Dabei fand über ein Dutzend Menschen den Tod.

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Quellen