Klassenfahrt in die Türkei: Drei Schüler an Methanolvergiftung gestorben

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Veröffentlicht: 21:47, 7. Apr. 2009 (CEST)
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Lübeck (Deutschland) / Kemer (Türkei), 07.04.2009 – Die beiden Schüler, die nach einer Vergiftung durch gepanschten Alkohol im Koma lagen, sind nun im Lübecker Uniklinikum verstorben. Bei den beiden 17- und 19-Jährigen ist bereits am Samstag, den 4. April 2009 der Hirntod festgestellt worden. Sie waren Teilnehmer einer Klassenfahrt im Anatolia-Beach-Hotel in Kemer (Türkei). Nach dem Konsum des verunreinigten Alkohols fielen einige Schüler ins Koma. Insgesamt sechs Schüler der Lübecker Privatschule Bildungszentrum Mortzfeld sollen an dem Abend den Alkohol zu sich genommen haben. Ein 21-jähriger Schüler der Reisegruppe starb bereits in der Türkei an einer Methanolvergiftung beziehungsweise an den Abbauprodukten des Methanols im Körper, wie eine Obduktion ergab. Die beiden anderen Koma-Patienten waren in die Lübecker Uniklinik gebracht worden, wo am Samstag schließlich ihr Hirntod festgestellt wurde. Zur Herkunft des gepanschten Alkohols, ob er aus dem Hotel oder von außerhalb stammt, liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor. Nachdem fünf Mitarbeiter des Hotels, in dem die Jugendgruppe residiert, von den türkischen Behörden befragt worden waren, sind drei Personen festgenommen worden, darunter zwei leitende Angestellte des Hotels und ein Getränkelieferant. Die Polizei hatte vorher im Hotel und in umliegenden Läden Alkoholproben sichergestellt.

Wie das Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtete, soll jetzt geklärt werden, ob der 21-jährige Schüler noch leben könnte, wenn er rechtzeitig gefunden worden wäre. Er soll 20 Stunden in einem Hotelbett gelegen haben, bevor man seine Leiche fand. Trotz offensichtlicher Beschwerden der Teilnehmer wurde der betreuende Lehrer nicht sofort verständigt. Er solle einen Generalschlüssel für alle Zimmer der Gruppe gehabt haben, berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Inzwischen hat auch die Staatsanwaltschaft Lübeck ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingeleitet, weil möglicherweise auch diese Todesfälle mit dem unsauber hergestellten Alkohol in Zusammenhang stehen. Dies ist bislang jedoch noch nicht gesichert, ein Obduktionsergebnis steht noch aus. Die Lübecker Staatsanwaltschaft prüft die Möglichkeit eines Rechtshilfeersuchens an die türkischen Behörden, da ihr drei Strafanzeigen im Zusammenhang mit diesen Vorfällen vorliegen sollen.

Quellen